Stilvoll altern

Warum das Leben auch über 35 noch Spass machen kann

Freitag, Juli 03, 2009

Clean

So, wieder einmal Zeit zum Aufräumen.
Virtuell zumindest, mein SpielArbeitszimmer krankt zum Leidwesen meiner Frau an einer gewissen Unordentlichkeit meinerseits. So ein Blog lässt sich da schon einfacher Aufräumen. Was weg ist, ist weg und wird nicht nur von einer Ecke in die andere verlagert.
Deswegen hab ich mir jetzt einmal die Linkliste vorgenommen.
Der aufmerksame Betrachter wird feststellen, dass zwar einige Herrschaften herausgeflogen ist, aber niemand Neues dazu gekommen ist. Noch nicht. Der Reihe nach. Zwei Blogs sind rausgeflogen, weil der eine recht unspannend ist und der andere irgendwie auch. Ich war so lange nicht mehr dort, dass ich sie auch nicht vermissen werde.
Um den dritten Blog tut es mir allerdings leid - die Frau Rotfell hat sich aus der Bloggerei verabschiedet. Die Gründe hat sie mir mal erklärt und ich finde sie nachvollziehbar, bedauere es aber allemal.
Den Herrn Unkita will ich ebenso wie die Herren Icke und Trainbuk einfach nicht rausschmeißen.
Es tut sich zwar bei allen dreien im Moment so gar nichts, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Den Herrn Klapsenschaffner habe ich zwischenzeitlich so lieb gewonnen, dass ich ihn auch dann nicht aus der Liste nähme, würde er nur noch einmal im Jahr etwas schreiben.
Zu den Neuzugängen: Noch nichts; bis jetzt haben sich hier bei den Kommentatoren in jüngster Zeit allerdings auch nur zwei Neue eingeschlichen. Zum einen der Herr Orinoko, der aber leider selber wohl nichts bloggen mag, weswegen eine Verlinkung allenfalls auf sein Profil verweisen würde, zum anderen die Frau Daria, deren Blog ich schärfstens ins Auge fassen und ggf. in Kürze verlinken werde.

Was gibt es sonst noch?
Es ist warm und stickig in Berlin. Ein Blick nach links zeigt mir blauen Himmel, ein Blick nach rechts meinen unaufgeräumten Schreibtisch. Und den Flur vor meinem Büro, auf dem sich die Hitze zusammengeballt hat und nur darauf wartet, dass ein unvorsichtiger Kollege sein sicheres Zimmer verlässt.
Ärgerlicherweise (ich schreib das jetzt einfach mal in einem Wort, obwohl ich fast sicher bin, dass es nach den neuen Rechtschreiberegeln (die so neu nun auch nicht mehr sind) in mindestens zwei, wenn nicht mehr Worte aufzubrechen ist) steht mein Wasser im Kühlschrank am Ende des Flures.
Ich werde mich also in die stehende Wärme stürzen müssen.
Oder ich bestell mir bei Amazon einen eigenen Kühlschrank und lass ihn in mein Büro liefern.
Keine schlechte Idee, wenn ich so darüber nachdenke.
Könnte aber auch daran liegen, dass die Wärme mir diverse Synapsen verschmurgelt hat und mich bei vielem glauben lässt, dass es doch eigentlich keine schlechte Idee sei.
Wie zum Beispiel die, dass ich jetzt bei unserem Stehchinesen (der genau genommen ein Steh-Vietnamese ist) ein Chinapfanne bestelle. Lecker heiß. Vielleicht noch eine Sauer-Scharf-Suppe dazu. Mal schauen.

Was noch?
Gestern hab ich viel Geld ausgegeben, um unser Auto am Herrn Tüv vorbeizuschleusen.
Angeblich war der Seitenairbag defekt, sagte die Werkstatt.
Macht 580 Euro, sagte die Dame, die an der Kasse in der Werkstatt sitzt.
Und die Abgasuntersuchung müsse noch einmal absolviert werden, sagte der Herr Werkstatt.
Obwohl ich die erst im Mai diesen Jahres abgelegt hatte. Damals, als ich das erste Mal zum Tüv fuhr, dort aber abgewiesen wurde, weil das Lämpchen vom Airbag leuchtete.
Meinem dezenten Hinweis, dass vor gerade mal sechst Wochen die Abgasuntersuchung vorgenommen worden sei, wurde dann entgegen gehalten, dass diese nicht länger als vier Wochen vor der eigentlichen Hauptuntersuchung liegen dürfe.
Und auf meine Frage, warum mir das denn nicht bei einem meiner drei Besuche beim Herrn Werkstadt in den letzten vier Wochen mitgeteilt worden sei, entgegnete der Herr Werkstadt, dass das ihm bislang unbekannt gewesen sei und das sicher in einem dieser neuen Gesetze gestanden habe, die man ja nun mal nicht alle lesen könne.

Haha. So sollte ich mal argumentieren. Ans Kreuz schlagen würde man mich.

So, genug geärgert. Immerhin hab ich was gegen die Wirtschaftskrise getan. Das bitte ich bei der nächsten Steuererhöhung zu berücksichtigen und mich mal außen vor zu lassen.

Mist, immer noch warm. So warm, dass man Schwierigkeiten hat, seine Sätze zuende

- Depeche Mode -

Ps.: Worte, die man nicht vergessen sollte: ~ famos ~

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Mittwoch, Juli 01, 2009

Baby, don't drag me down

Je nun, kennt man ja:
Du schaust ein seltsames Video und schwupps - ein paar Tage später bist Du tot.
Du kriegst einen seltsamen Anruf und schwupps - ein paar Tage später bist Du tot.
Du gibst einer seltsamen alten Frau keine Kreditverlängerung zur Rettung ihres Häuschens und schwupps - ein paar Tage später bist Du tot.
Soweit, so bekannt.
Was aber Sam Raimi in "Drag me to hell" daraus gemacht hat, hat mir ein paar Schübe des Erschreckens gebracht, wie ich sie schon lange nicht mehr hatte.
Sam Raimi? Genau, der Typ, der mit seinen Spiderman-Verfilmungen die Superhelden wieder kinotauglich gemacht hat.
War vorher aber mal Regisseur bei ein paar Klassikern des Horrorgenres, die - ob leider oder zurecht mögen andere entscheiden - in ihren ungeschnittenen Versionen schon seit Jahren auf dem Index ruhen.
Jetzt ist er also zu seinen Wurzeln zurück gekehrt und hat einen Film über eine Bankangestellte gemacht, die, obwohl im Grunde sehr gutherzig, einmal zur Förderung ihrer Karriere einer alten Dame eine Kreditverlängerung verweigert.
Dummerweise stellt sich diese alte Dame als in den schwarzen Künsten bewanderte Zigeunerin (ja, völlig politisch unkorrekt wird sie in diesem Film weder als Sinti noch als Roma bezeichnet) heraus, die unsere Bankangestellte verflucht.
Und eben dieser Fluch wird dafür sorgen, dass die junge Frau nach drei Tagen von einer Lamia, einem ziegenbockartigen Dämon in die Hölle gerissen wird.
Was jetzt folgt, sind die immer verzweifelteren Versuche der Frau, dieses Schicksal abzuwenden.
Raim mixt gekonnt die genreüblichen Zutaten, streut ein paar durchaus eklige Szenen ein und scheut auch nicht davor zurück, geschickt aus ein paar Klassikern zu zitieren - besonders "Poltergeist" (und hier die Szene gegen Ende des ersten Teils) hat es ihm da anscheinend angetan.
Wie oben schon geschrieben bin ich in den letzten Jahren selten im Kino so zusammen gezuckt wie bei diesem Film. Raimi hat kein schleichendes Grauen produziert, vielmehr verlässt er sich fast völlig auf den abrupten Wechsel von völliger Harmlosigkeit zu überraschenden Schreckmomenten - dafür kann hier auch schon mal ein Taschentuch sorgen.
Ich für meinen Teil hab mich scherheitshalber an der Sitzlehne festgehalten, um nicht zu sehr aus dem Kinosessel zu hüpfen in solchen Momenten - und das will bei mir schon was heißen. Den anderen Zuschauern im halb besetzten Kino ging es anscheinend nicht anders - man kennt ja die launigen Bemerkungen, die gemacht werden, um den eigenen Schrecken zu überspielen. Gestern waren sie ziemlich oft aus den umliegenden Reihen zu hören.
Wer bei diesen Temperaturen mal wieder unbedingt eine Gänsehaut haben möchte, sollte sich den Film, der bis zum furiosen Finale spannend bleibt, nicht entgehen lassen.
Ein paar Tipps noch:
- Leute mit schwachen Nerven sollten ihn nicht alleine schauen
- Leute mit schwachem Magen sollten auf das Popcorn verzichten (sicherheitshalber vielleicht auch noch gleich aufs Abendbrot)
- Leute, die das alles nicht juckt, schauen sich den Film in der Spätvorstellung an und freuen sich darauf, danach mit leicht zittrigen Knien über den menschenleeren Kinoparkplatz (oder, falls vorhanden, besser noch durch die menschenleere Kinotiefgarage) zum Auto zu gehen.

Und dann immer schön die Rücksitze im Auge behalten!

- Stray Cats -

Ps.: Worte, die man nicht vergessen sollte: ~ Gummitwist ~

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Dienstag, Juni 30, 2009

Spam

career tatter pleach withal?
droll exult caudle basher.
blest prize.
spot droll ionic.
tatter cancan tux handy!
treaty wade fusion gag?
sadist pouch cloudy spin?
nitwit sleek unison sadist.
pouch begone sung basher.
exult infix.
unison gamin biting cancan!
ahull daily.
daily pleach fibril plague?
anger caudle nab testae!
nab viol tatter unison?
reach cadre unlay.
lactic career egress liaise?
cloudy withal tyke awhile!
reach viol dyeing nature.
unison lieu.
primer unlay unlay devise.
guilt sung shirt egress!
viol guilt blest.
boo swan unison bias.
naiad bipod erven.
unlay racer bipod loft.
devise fusty.
awhile lieu creasy.
tone devise nab enrobe?
biting viol.
ahull reach.
unlay droll.
testae coatee.
gamin taxing grama tatter!
resole spacer.
gee gelt droll guilt?
tone taxing blest spacer.
bipod ebon wade handy.
racer resole nab naiad.
spacer sung wilt radish.
awhile dee guile zibet.
spin devise coatee slush?
enrobe shandy.
erven radish tatter ionic.
pouch creasy plague fancy!
graver dyeing.
shirt career spin.
lieu withal spacer.
fancy spacer liaise taxing?
blest handy reach exult!
dee tatter naiad forty!
career cadre erven tone!
fibril biting droll embody!
daily gee embody.
exult testae treaty zither!
guile grama zibet.
embody loath shandy.
graver sung dyeing.
spin dee daily pleach.
cadre guile.
droll nature.
basher liaise.
zither embody bias spot.
fancy caudle oldage droll.
tux oldage sadist lactic?
gee tut radish radish.
loath pouch begone daily!
liaise unlay wilt sung.
zibet treaty exult grama.
unlay wade bias bipod.
ahull bubs creasy withal!
bipod sleek fusion dee?
ahull tatter.
creasy coatee oldage bipod?
dee naiad guslar bubs.
unlay dyeing fusty guilt!
nitwit loft.
unlay dee basher lance?
forty fibril grama.
nab guslar bubs anger!
loft cloudy tone pouch!
treaty tone pouch gelt!
bipod bubs spin boo.
gamin fancy.
ionic blest handy gelt?
spot resole dee giber.
devise cancan guilt fusion!
gag naiad tatter guslar?
cadre creasy.
shirt bubs spin fancy!
nab gamin sleek sung!
plague loath oldage dee?
fancy egress.
hick treaty daily embody!
fusty waffle guilt infix!
basher lieu.

Ich glaub, ich mach ein Lied draus.

- Weird Al Yankovic -

Ps: Worte, die man nicht vergessen sollte - Leserwünsche: ~ Muckefuck ~ (mit Dank an Orinoko)

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Montag, Juni 15, 2009

Don't vote

Brettchen.
Früher hatten wir beim Frühstück immer hübsch bedruckte Brettchen.
Heute haben wir Teller. Ist auch viel praktischer, schon wegen der Brötchenkrümel und so.
Früher waren Teller zum Frühstück unvorstellbar. Ein No-Go sozusagen.
Gibt es heute eigentlich noch jemanden, der zum Frühstück brettchen statt Teller verwendet?
Ob es an der Verbreitung der Geschirrspülmaschinen liegt? In die kann man die Teller wunderbar einräumen.
Brettchen quellen auf.
Was? Vom Thema abschweifen?
Na gut. Die SPD.
Scheiß Wahlergebnis, wieder mal. Wird aber regelmäßig mit derselben Nonchalance abgebügelt. Der Wähler war es, das kleine Dummerchen, das einfach nicht die hehren Ziele von Steinmeier und Co versteht.
Der Fairness halber muss man aber auch zugeben, dass das Wählerverhalten recht seltsam ist.
Schauen wir doch mal ganz objektiv: SPD und CDU spielen gemeinsam Politik. Fehler, die da gemacht werden (und es werden reichlich Fehler gemacht), werden aber regelmäßig der SPD angelastet, von der die Wähler enttäuscht sind, dass sie nicht mehr für Rentner/Arbeitslose/Alleinstehende/Kindergärten/Kranke/Schülerlotsen tut.
Die CDU tut auch nichts, aber bei ihr erwartet man es ja auch gar nicht.
Heißt also in Wahllogik:
SPD macht Mist, darf das aber nicht = nicht wählen.
CDU/CSU macht Mist, kann aber im Prinzip nicht anders = wählen.
Wäre lustig, wenn es nicht so traurig wäre.
Traurig auch die Unmengen an "Die-machen-doch-eh-was sie-da-wollen"-Wählern, oder besser Nichtwählern, die europaweit großflächig die Wahl geschwänzt haben.
Jetzt machen sie das die nächsten Jahre tatsächlich und fühlen sich auch noch legitimiert, weil, man ist ja gewählt, auch wenn man nur von 5 Leuten gewählt wurde, weil die anderen 95 nicht zur Wahl gegangen sind. Ärgerlich irgendwie.
Ärgerlich auch der Iran. Da gehen mal tatsächlich über 80 Prozent wählen und werden dann von ihrem Präsidenten (dem alten, von dem ich nicht glaube, dass er tatsächlich gewonnen haben soll), so dermaßen über den Tisch geledert.
Traurig auch das: Wieso sind Katastrophen eigentlich immer erst dann richtig schlimm, wenn Deutsche davon betroffen sind?
Gucken wir doch mal Richtung Flugzeugunfall: Airbus abgestürzt, 228 Tote.
Naja, mag man da sagen, schon irgendwie tragisch, aber war halt Air France.
Aber dann: 28 der Toten waren Deutsche. Da gewinnt die Tragödie doch eine ganz neue Dimension.
Nicht dass man da jemanden gekannt hätte. Oder nur jemanden kennen würde, der jemanden gekannt hat.
Aber tote Deutsche? Das ist wirklich schlimm.
Tote Ausländer sind bestenfalls für die Statistik interessant.
Erschreckend irgendwie.

So, noch was Heiteres zum Ende?
Ok.
Brettchen.
Ach ne, hatten wir ja schon.

- Flash and the Pan -

Ps.: Kino.
"Erzählen Sie mir doch bitte nichts von Logik!" Das war mir schärfer herausgerutscht, als ich es beabsichtigt hatte.
Mein Gegenüber, ein ziemlicher Schrank von einem Mann, zuckte zusammen. "Naja, ich mein, wissen Sie, halt Actionfilm und Logik, äh..." stammelte er ein wenig hilflos, aber mir einem nicht unsympathischen leichten österreichischen Akzent.
"Ach herrje, ja, wer einen Actionstreifen schaut, darf dann sein Gehirn gleich an der Kinokasse abgeben, oder wie? Sie müssen doch zugeben, dass in der Geschichte vieles arg konstruiert wirkte!"
Ein Leuchten glitt über sein Gesicht:"Apropos konstruiert - hatten Sie nicht auch das Gefühl, dass das Ruhrgebiet ein Ort zeitloser Konstruktionen ist?"
Dem konnte ich tatsächlich nicht widersprechen - die Häuserkulissen aus der aktuellen Verfilmung der Vorstadtkrokodile sahen aus, als wären sie vor gut 30 Jahren schon einmal verwendet worden.
Ich war aber im Großen und Ganzen sehr positiv überrascht, hat man doch an einen Film, den man um viertel nach 12 seiner Tochter zuliebe im Kino anschaut, erst einmal keine allzu großen Erwartungen.
Die Modernisierungen waren erstaunlich behutsam, viele Szenen waren fast eins zu eins wie in der ersten Verfilmung (ich sag mal nur 8 Jahreskarten fürs Minigolfen, der Schuß mit dem Bogen) und damit stellte sich der Film als durchaus sehenswert heraus.
Zumal auch noch Martin Semmelrogge mitspielen durfte. Und dann die Musik im Polizeirevier mit Ralf Richter als sturem Bullen. Da wurde auch einem alten Nostalgiker wie mir ganz warm ums Herz.
Übrigens heißt Kurt heute Kai und wird diesmal wirklich von einem Jungen gespielt.
Kinderfilm hin oder her - den kann man sich ansehen. Auch, wenn man den alten Film gesehen hat und/oder aus dem Ruhrgebiet kommt.
"Na sehen Sie, da sind Sie doch gleich schon milder gestimmt!" Mein Gegenüber schien sich etwas zu entspannen.
"Halt halt - das eine hat mit dem anderen aber nun mal gar nichts zu tun. Zu Ihnen komme ich jetzt wieder. Also - Lücken in der Logik und wenig nachvollziehbare Motive der Hauptdarsteller - das ist eigentlich ein Todesurteil."
Er sackte in sich zusammen.
"Aber", ich holte tief Luft, "aber der Film ist deutlich besser als sein Vorgänger, der die Marke doch ziemlich zuschanden geritten hat."
Ein schüchternes Lächeln stahl sich in sein Gesicht.
"Spannend war es ja, mit einigen Löchern, aber trotzdem spannend und unterhaltsam. Die Effekte waren durch die Bank gut, wenn auch nicht von der subtilen Güte eines Star Trek. Ging aber schon in Ordnung. Ausserdem mag ich Christian Bale - ach ja und ihr Auftritt war interessant, wenn auch die dafür erforderliche Trickserei zu erkennen war. So, jetzt aber genug des Lobes. Sie haben noch zwei Chancen, den Namen zurück zu alter Glorie zu führen. Ich verlasse mich auf Sie!"
Erleichtert stand er auf, deutete mit Zeige- und Mittelfinger in Andeutung einer Pistole und murmelte "I'll be back", bevor er durch die Tür verschwand.
"Das hoffe ich doch schwer", dachte ich und schloß mit diesem Gedanken meinen kleinen Ausflug in die Welt der bewegten Bilder.


Psps.: Worte, die man nicht vergessen sollte: ~ Kosakenkaffee ~

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Montag, Mai 25, 2009

Fun, fun, fun

Ich hatte ja vor ewig langer Zeit einmal davon berichtet, dass ein in der nähe meiner beruflichen Behausung befindlicher Kinderspielplatz aus städtebaulichen Erwägungen dem Erdboden gleich gemacht wurde, um auf dessen Gelände sogenannte Stadtvillen hochzuziehen, auf etwa handtuchgroßen Grunstücken gebaute Wohneinheiten, die nach ihrer Fertigstellung für teuer Geld an Leute verkauft wurden, die es klasse finden, seit mittlerweile gut drei Jahren auf einer Großbaustelle zu wohnen.
Mittlerweile neigt sich aber der Bauprozess seinem Ende zu und wie bereits lange vorher angedrohtkündigt, ist auch ein neuer Spielplatz entstanden.
Und was für einer!
Geht man über das Spielgelände, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier der feuchte Alptraum einer von Philippe Starck mit Jean-Paul Gaultier gemeinsam im Drogenrausch verbrachten Nacht Fleisch geworden ist.
Respektive Stahl und Emaille.
Denn das sind die vorherrschenden Baustoffe auf dem Spielplatz.
Da kann man sich doch richtig gut vorstellen, wieviel Spaß es dem kleinen Jacques-Theodore macht, in die spitzen Schottersteine zu plumpsen, weil er sich mit seinen schweißfeuchten Händchen nicht mehr an der glatt emaillierten Wippe festhalten kann.

Vor dem inneren Auge entsteht auch ein hübsches Bild der Szene, wie Sven-Gustav und Kai-Malte die kleine Bridget-Jasmin in eine der völlig sinnlosen, aber sicher bereits von der Frühlingssonne gut erhitzten Edelstahlröhren stopfen, um einmal die praktischen Auswirkungen der erhöhten Sonneneinstrahlung zu testen und ein Zeichen gegen die Klimaerwärmung zu setzen.
Nein, machen wir es kurz: Dieser Spielplatz ist schlicht zum Kotzen.
Natürlich ist es für die notorisch klamme Stadt Berlin vermutlich günstiger, einmal etwas hinzustellen, was die Blagen allenfalls mit Hammer, Meißel und Eisensäge zerstört bekommen, aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Kinder diesen Designalptraum tatsächlich einer Ansammlung von Holzspielzeugen samt Gebäuden, die wahlweise Ritterburg, Cowboyfort oder Raumschiff sein können, vorziehen würden, hätte man sie nur darüber abstimmen lassen.
Natürlich ist so etwas aufwendiger und kostpieliger in der Instandhaltung. Natürlich braucht so ein Spielplatz auch mehr Platz - Platz der nicht in Form von Hausgrundstücken verscherbelt und damit die Kassen der Stadt füllen kann (wobei sich - so ganz am Rande - die Berliner Finanzverwaltung bei Grundstücksgeschäften regelmäßig so abgrundtief blöde anstellt, dass nicht selten der Käufer noch Geld dafür zu bekommen scheint, dass er das Grundstück von der Stadt gekauft hat).
Meiner unmaßgeblichen Meinung nach wäre es das aber durchaus wert gewesen. Die Berliner Führungsriege teilt meine Meinung ganz offensichtlich nicht und so bleibt mir nur übrig, mich auf die nächste Senatswahl zu freuen um diese Hanseln endlich von ihrem hohen Ross der Selbstherrlichkeit herunter holen zu können.
Ich hoffe sehr, dass sich darauf mit mir noch viele andere freuen.

- Beach Boys -

Ps.: Kino: Gleich zweimal diese Woche. Film 1 wartet, wie Frau Meise schon schrob, mit zahlreichen Ungereimtheiten auf, war aber trotzdem höchst vergnüglich anzuschauen.
Die Rede natürlich ist von "Wolverine".
Ich hab ja immer gewisse Schwierigkeiten mit Filmen über Menschen, die anscheinend unsterblich sind.
Frage eins ist natürlich: Warum werden die zunächst einmal erwachsen und -zack- altern dann aber mit einem Mal kein bisschen mehr?
Frage zwei tut sich immer dann auf, wenn es eine Serie von Filmen ist: Warum sieht der jetzt älter aus als beim letzten Mal? Ich dachte, der altert nicht! Bzw. warum sieht Hugh Jackman jetzt älter aus als in X-Men 1?
Ich mein, natürlich ist die Antwort selbst für mich klar (und hey - ich bin ein Mann!), aber so richtig logisch ist das natürlich nicht.
Wer von diesen (und etlichen weiteren) größeren und kleineren Sprüngen in der Logik absieht (je nun, es ist halt Wolverine! Wer braucht Logik, wenn er solche Krallen hat!), wird über gute 100 Minuten bestens unterhalten. Die Effekte sind sehenswert, schon deswegen, weil man natürlich weiß, dass es nicht echt sein kann, aber es eben trotzdem nicht mehr wie frisch aus dem Computer wirkt.
Die Handlung geht in Ordnung; manchmal rätselt man zwar über die Beweggründe mancher Charaktere (je nun, es ist halt Wolverine! Wer braucht Beweggründe, wenn er solche Krallen hat!), aber es passiert nichts, das einen jetzt völlig kopfschüttelnd zurück ließe - vorausgesetzt natürlich, man ist bereit, sich auf die Grundprämisse des Films einzulassen.
Wer mit Superheldenfilmen nun so gar nichts anfangen kann, wird auch durch Wolverine nicht zu einem Fan, wer solche Filme aber mag, wird im Kino seine Freude haben. Wer ein Fan langer Nägel ist, sowieso.

Film 2 muss natürlich von Hause aus strenger auf die Logik achten - unvermeidbar, ist doch einer seiner Protagonisten ein unbedingter Verfechter logischen Handelns. Aber ganz unter uns - der Film pfeift auf jede Logik. Und ist dabei trotzdem gut.
Star Trek bricht mit einer Menge an Bekanntem, Gewohntem und von den eingefleischten Fans Liebgewonnenem.
Nun bin ich kein eingefleischter Fan der Serie (auch wenn ich Staffel 1 zuhause und sogar die Ausstellung zur Serie - und den Filmen - seinerzeit in Köln besucht hab) und alles nach Herrn Kirk ist relativ unbeachtet an mir vorbei gezogen, weswegen ich auch ob diverser Handlungswendungen nicht mit arg grimmendem Bauch im Kinosessel saß.
Der Trekkie (Trecker?), der natürlich als Worfs jüngerer Bruder fließend klingonisch parlierend von einer Fan-Convention zur nächsten wandelt, mag das anders sehen, aber ich war ganz froh, dass hier nicht wieder mal ein "wir haben uns im Prinzip doch schon irgendwie lieb"-Süppchen mit Herrn Picard in der Hauptrolle zubereitet wurde.
Der Film bietet gute zwei Stunden spannender SF-Unterhaltung, die Logikbrüche sind akzeptabel (schließlich ist es ja SF - die darf das) und - was mich besonders gefreut hat - die Charaktere sind toll getroffen.
Dem jungen Spock nimmt man absolut den Spock ab, Pille ist klasse und auch Kirk überzeugt.
Sulu, Uhura, Checkov und Scottie sowieso.
Man darf halt nur nicht die alten Herrschaften der letzten Filme dabei vor Augen haben.
Ansonsten muss ich zumindest dieses Mal Abbitte bei J.J. Abrams leisten - auch ohne die Rumprollerei, er habe eigentlich gar keine Ahnung von Star Trek, ist ihm ein toller Film gelungen (Lost find ich trotzdem übelst langweilig und Cloverfield dämlich).
Und ziemlich lustig ist der Film auch noch.
Kurz - was will man mehr.
Noch kürzer: Anschauen!

Psps.: Worte, die man nicht vergessen sollte: ~ Ziegenpeter ~

Ach ja: Der Typ im roten Pullover stirbt natürlich.

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Mittwoch, Mai 20, 2009

Männer

Nein, üblicherweise klaue ich nicht, sondern schreibe selber.
Dieses eine Mal muss ich aber eine Ausnahme machen, geht nicht anders.
Geklaut habe ich bei der Titanic-Homepage (www.titanic-magazin.de), Verfasser ist der Herr Titze:

"Der geneigte Daddelfachmann schätzt am Kracherspiel »GTA IV« zuvörderst die konsequente Darstellung des Ganovenlebens. Zur besonderen Identifikation mit der Hauptfigur begleiten wir diese aber nicht nur zum Schutzgelderpressen und Leutetotmachen, sondern auch in die Freizeit. Das läuft dann ungefähr so: Ruft einer der virtuellen Kumpels an, stehen mehrere, immer gleiche Ausgehmöglichkeiten zur Wahl.
Ob man Bowlen, Darten oder Saufen geht, spielt keine Rolle, der Kollege findet’s immer dufte. Auf der Fahrt spulen beide nach dem Zufallsprinzip einen von zwei Dialogen ab, während der konzentrierten Verrichtung der Freizeitaktivität wird dann nicht mehr geredet. Läßt man die Verabredung unentschuldigt sausen, bleibt das folgenlos – die Pixelhomies stehen bei Anruf ohne ein Wort des Vorwurfs wieder parat, als wär’ nix gewesen.


Wurden Männerfreundschaften in der Kulturgeschichte je realistischer nachempfunden?

Torben Titze"

Ist das nicht wunderschön erkannt?


- Herbert Grönemeyer -

Ps.: Worte, die man nicht vergessen sollte: ~ fidel ~

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Sonntag, Mai 17, 2009

With a little help from my friends

"Ey, samma riesch?"
"Wie bitte?"
"Obsch riesch?"
"Ach, ob Du riechst? Puh, kann ich echt nicht sagen, ich hab Schnupfen."
"Ey, aufs Maul?"
"Ne, wirklich, meine Nase ist zu."
"Machsn morgen?"
"Auschschlafen"
"Gansn Tach?"
"Ne, so gegen mittag werd ich schon aufstehen."
"Kommse mit Fussball?"
"Tut mir leid, Fussball ist absolut nicht mein Ding."
"Ey, Unioooon!"
"Ja, kenn ich. Spielen gut. Geh ich aber trotzdem nicht hin."

Der geneigte Besucher dieser Seite wird unschwer erkennen, dass ich im Berliner Nachtleben unterwegs war.
Grund war, wie könnte es anderes sein, ein Auftritt der Gehirnkäppchen, Anlass war einer Party des sozialen Netzwerk "Groops" zugunsten der Berliner Tafel.
Wenn man sich die Mitglieder eines solchen sozialen Netzwerks einmal anschaut, hat man bisweilen das Gefühl, dass sie zu der Gruppe von Menschen gehören, die, bevor es das Internet gab, vermutlich erst ein halbes Jahr nach ihrem Ableben in der Wohnung gefunden worden wären, weil sich niemand für sie und ihr Leben interessierte.
Bevor ich jetzt hier aber die Blogtrolle anlocke (die sich zur Zeit bei Frau Lily ob ihrer These tummeln, dass man für all die Schnutzi-Wutzi-Glitzerkram-Fanaten mit ihrem virtuellen Gebussele sowie auch für die in infantilem Gebrabbel daherschreibenden Gestalten, die schreiben wie sie sprechen, ein Parallelinternet einführen müsste, in dem sie sich austoben können, ohne andere zu belästigen - eine These, die ich übrigens aus tiefstem Herzen unterstütze), muss ich an dieser Stelle gleich anmerken, dass ich meine Meinung zumindest weitestgehend revidiert habe.
Die Herrschaften waren nämlich tatsächlich richtig gut drauf, hatten sichtlich Spaß und sind - o große Freude - unglaublich mitgegangen.
Aus unserer Sicht besonders schön war natürlich, dass die eigenen Stücke, die wir beinahe ausschließlich gespielt haben, richtig gut ankamen.
Vielleicht werden doch noch reich und berühmt.
Oder reich.
Oder berühmt.
Auf jeden Fall ein Abend, der mir weitaus besser gefallen hat als unser Auftritt zwei Wochen vorher in Neuruppin, auch wenn da Bühne und Tontechnik um Welten besser waren.
Aber wie schon Konfuzius sagte: "Was nützt dir die geilste Bühne, wenn kein Publikum davor steht!"
Ich glaub, es war Konfuzius. Oder Ilja Richter. Oder ich hab es mir halt selber ausgedacht.
Unsere Gage haben wir selbstverständlich auch an die Tafel gespendet, so gehört sich das an so einem Abend ja auch.
Und wo ich eh schon meine Meinung über soziale Netzwerke geändert habe, könnte ich jetzt auch gut Mitglied werden.
Was nämlich noch fehlt, ist eine Gruppe der Ego-Shooter-Freunde, die sich regelmäßig zum geselligen Ballern trifft.
Mal sehen, was sich da machen lässt.
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Kulturell war die Woche auch sonst recht ereignisreich; ins Kino hab ich es zwar wieder einmal nicht geschafft, dafür zu einem Konzert.
Beth Hart heisst die Dame (CDs gibt es bei Amazon aber tatsächlich zu kaufen - einfach mal danach suchen und reinhören), kommt aus Amerika und ist hierzulande - zu Unrecht - ziemlich unbekannt. Dabei hat sie wirklich ein feines Stimmchen, kann Gitarre und Klavier spielen und führt einen damit zwangsläufig wieder einmal zu der Frage, wie es sein kann, dass sich hier farb- und talentlose Luschen Superstar schimpfen dürfen, aber echte Talente praktisch unbemerkt durch Miniclubs tingeln und vor knapp 100 Leuten spielen müssen.
Hoffen wir mal, dass sich das noch ändert - verdient hat sie es.
Ausserdem hat sie gegen Ende ein so schönes Lied als Danke an ihre Eltern gesungen, dass man sich einfach nur noch zurücklehnen und sagen wollte: Siehst Du, so ein Stück ist der Grund, weswegen auch unsere Tochter Klavierunterricht bekommt.
Vier Mal tritt sie im Rahmen der Tour noch in Deutschland auf - die knapp 20 Euro fürs Ticket sind meiner unmaßgeblichen Meinung nach kein rausgeworfenes Geld.

Nächste Woche dafür wieder ganz schlicht Kino. Wird langsam auch mal wieder Zeit.

- Joe Cocker -

Ps.: Worte, die man nicht vergessen sollte: ~ Schnabeltasse ~

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