Freitag, Juni 30, 2006

Schade, dass du gehen musst

Robert Gernhardt ist tot.

- Reinhard Mey -

Kiss of Life

Gestern hatte ich meine erste echte Nahtoderfahrung. Und das kam so:
Eine Kollegin, nennen wir sie aus datenschutzrechtlichen Gründen Frau C (Sie wäre mir wohl böse, würde sie hier ihren echten Namen, Frau D, lesen. Frau B scheidet natürlich auch aus, weil dann nämlich die echte Frau B - das ist die mit dem Bodennebel, der geneigte Leser erinnert sich - eingeschnappt wäre. Frau E ginge theoretisch, ich hätte aber Sorge, dass dann der Herr E der Meinung sein könnte, ich implizierte hierdurch vielleicht eine Affäre der beiden. Nichts läge mir ferner als das.) lud ein.

So, jetzt noch mal der Übersicht halber kurzgefasst:
Frau C lud ein. Und zwar in ein thailändisches Restaurant.
Ich war offensichtlich der Einzige, der ein Restaurant dieser Art noch nie besucht hatte. Selbstverständlich war ich bestens informiert und wusste schon im Vorfeld, dass der Thailänder seine Speisekarte mit kleinen Chilischoten ziert, um die Schärfe der Gerichte anzudeuten.

Derart vorgewarnt hab ich gleich die ganzen Schotengerichte (und derer gibt es im Thairestaurant unzählige) beiseite gelassen und lieber etwas von der Tageskarte bestellt.
Was ich natürlich zur Belustigung der anwesenden Kollegen nicht bedacht hatte, war die Tatsache, dass die gesetzliche Schärfekennzeichnungspflicht zwar offensichtlich für die Speisekarte, nicht aber für die Tageskarte gilt.
Und eine als pikant ausgewiesene Sauce in diesem entspricht nicht der mitteleuropäischen Vorstellung vom Begriff „pikant“.

Kurz gesagt, ich zersetzte mich ziemlich schnell in meine Einzelteile und zerfloss in einem Meer aus Schweiß und Tränen. Ob auch Blut dabei war, kann ich nicht sagen. Ich geh aber mal davon aus, obwohl ich es wegen der Tränen nicht erkennen konnte.
Nach einer notdürftigen Reanimation und der Zuführung größerer Flüssigkeitsmengen habe ich mir jetzt vorgenommen, Restaurants aus dem südostasiatischen Raum künftig großräumig zu umgehen.

- Bee Gees -

Ps: Gerade kam Kollegin F herein und erklärte, dass es ihr in dem Restaurant so gut gefallen habe, dass sie gerne anlässlich ihres Abschiedes am Dienstag dorthin einladen wolle.
Mal sehen, was von der Karte ich dann ausprobieren werde.

Donnerstag, Juni 29, 2006

Self control

Der Urlaub in der Ferne hat doch so seine Tücken.
Nun ja, dass ich mein Fernsehen selber kabeln muss, kann ich ja noch akzeptieren.
Aber dass Punkt 4 in der Liste als Service des Hotels angeboten wird, finde ich schon sehr frech.
Schließlich hab ich da doch die ganze Arbeit.

- Laura Brannigan -

Mittwoch, Juni 28, 2006

Rules

Ich hab eine einfache Regel für diesen Blog beschlossen: Wer sich mindestens dreimal in die Kommentare verirrt hat, kriegt einen Link.
Andere Links werde ich nicht setzen und die großen und gut besuchten Blogs kennt eh jeder.
"Oooch menno", mag jetzt so mancher denken,"ich will auch in die Linkliste rein, mir fällt aber gerade kein spritziger, spitzzüngiger oder sonstiger Kommentar ein!"
"Tjaha!", kann ich da nur hohnlachend erwidern. "Dann denkst Du aber besser mal scharf nach, sonst wird das nämlich nix!"

Wer im Übrigen nicht (mehr) gelinkt werden mag, muss sich nicht scheuen, mir das zu sagen. Das geht auch via E-Post (siehe Profil).
Dann fliescht er/sie wieder raus oder kommt gar nicht erst rein.

- Shakira -

Dienstag, Juni 27, 2006

Rebell

Nachdem ich heute hinter einem Auto hergezuckelt bin, auf dem per Aufkleber verkündet wurde, dass der Fahrer gegen den Ausbau des Flughafens Berlin-Brandenburg sei, wurde mir in voller Schärfe bewusst:
Der Protest ist ein Meister aus Deutschland!

Natürlich nicht so profan praktiziert wie etwa beim Franzosen, der gleich Mollis schmeißt und wehrlose Autos auf den Rücken dreht.
Neinnein, der Deutsche protestiert viel subtiler und dennoch effizienter:
Durch Autoaufkleber.
Das ist nicht so aufdringlich wie ein Menschenauflauf, hält den Protest aber ungleich länger im Bewusstsein, nämlich solange, bis der Sticker entweder verwittert oder die Karre, auf der er pappt, durchgerostet ist.

Selbst im Tessin oder gar am Plattensee kann man, so man mit dem Auto dorthin gefahren ist, somit effektiv seine Abneigung gegen dieses oder jenes kundtun.
Ärztestreiks oder Proteste gegen Massenentlassungen sind längst vergessen, aber dass man den Flughafen Berlin-Brandenburg, die Mehrwert-, Mineralöl- oder Hundesteuer (Nichtzutreffendes bitte streichen) nicht ok findet - oder fand -, kann man auf diese Weise noch in zehn Jahren ablesen.

Eine besondere Institution in Sachen Protest durch Autoaufkleber ist ja hierzulande die Bildzeitung.
Immer dann, wenn man den Unmut des „kleinen Mannes“ zu spüren glaubt (oder vielleicht auch nur einen solchen schüren möchte), wird ein Aufkleber produziert, ins Verdummungsblatt eingelegt am Besten neben das TittenTitelfoto, damit er auch nicht übersehen wird und schon hat man den Protest zum Aufkleben parat.
Dass da auf unterstem Niveau Stimmungsmache und keineswegs Meinungsbildung betrieben wird, stört den durchschnittlichen Leser natürlich absolut nicht.
Der ist dankbar dafür, sich eben keine eigene Meinung bilden zu müssen, weil die Zeitung das ja schon für ihn übernommen hat, pflastert sich seinen Protestaufkleber auf das Heck seines Ford Escort und erfreut sich an der Gewissheit, es „denen da oben“ mal wieder so richtig gezeigt und seiner Wut Luft gemacht zu haben.
Wenn die Faust auch nur ein bisschen in der Tasche geballt ist.

Tu felix Germania

- Die Ärzte -

Montag, Juni 26, 2006

I'm so tired

I'm so tired, I haven't slept a wink
I'm so tired, my mind is on the blink
I wonder should I get up and fix myself a drink
No,no,no.

I'm so tired, I'm feeling so upset
Although I'm so tired I'll have another cigarette
And curse Sir Walter Raleigh
He was such a stupid git.


Dem ist zur Zeit nichts hinzuzufügen.

- Beatles -

Sonntag, Juni 25, 2006

We are the world

Die Fußballnationalmannschaft der Bundesrepublik Deutschland hat im gestrigen Achtelfinalspiel einen zwei-zu-null-Sieg über die schwedische Nationalmannschaft errungen. Damit wird sie im Viertelfinale in Berlin auf die Mannschaft aus Argentinien treffen.

Nein, eigentlich muss es ja so heißen:
Die Elchverkäufer und Möbelficker ham wir plattgemacht!
Schlaaaand wird Meister!
Klinsi, olé, olé!
Poldi vor, noch ein Tor!
Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!
Jetzt gehts lohos!

Genau das fürchte ich auch. Jetzt geht es erst richtig los mit den ganzen Bekloppten, die auf einmal doch alle Deutschland sind.
Heute gehört uns der WM-Pokal und morgen die ganze Welt!
Letztes Jahr waren wir schon Papst - ganz nett für den Anfang.
Aber dieses Jahr sind wir im Viertelfinale! Das ist doch mal wirklich was.

Dieses wir, also dieser zwölfte Mann auf dem Platz, besteht aus grob geschätzt achtzig Millionen Menschen. Dazu kommen noch unsere Turniermannschaft, also die elf Hanseln in den schwarz-weißen T-Shirts. Vor wem sollen wir denn da noch Angst haben?
(Zumindest muss man keine Angst haben, dass dieses Wir-sind-Deutschland-Gefühl länger als bis zum Ende der WM andauern könnte. Spätestens wenn es in der Pizzeria des italienischen Campingplatzes vom Nachbartisch im sächsischen Idiom herüberschallt, werden wir uns bemühen, nicht mehr als Deutsche erkannt zu werden.)

Was auf jeden Fall noch zunehmen wird, ist die Fähnchen-Hysterie. Wahscheinlich wird bald jedes zweite Auto in Deutschland mit mindestens einem dieser Deppenfähnchen ausgestattet sein. Der von mir persönlich beobachtete Rekord liegt bei sieben Wimpeln aussen und einer großen Fahne innen auf der Hutablage, für die dann wohl die Klopapierrollenpuppe ausnahnsweise einmal hinter den Beifahrersitz verbannt wurde.
Meine persöliche Hoffnung ist ja die, dass sich diese Idioten soviele Flaggen ans Auto tackern, dass sie nicht mal mehr sehen können, wohin sie fahren und folgerichtig gegen den nächsten Baum brettern.

Was uns darüber hinaus jetzt auch noch etwas erhalten bleibt, ist die Fußballfandarstellerin Angela M.
Die Anregungen zur Darstellung von Freude und Begeisterung hat sie wohl offensichtlich diversen Musikantenstadelvideos entnommen; anders ist es nicht zu erklären, warum ihre Begeisterungsausbrüche in Mimik und Motorik aufs Haar genau jenen der Omas gleichen, die in den achtziger Jahren in diesen Sendungen die gottliebwendehalssche Polonäse Blankenese frenetisch bejubelten.





Angela macht die Welle










Ich merke schon, drei Uhr am morgen ist eine schlechte Zeit für wertungsneutrale Äußerungen zur WM. Ich lasse deshalb dieses Thema jetzt erst einmal ruhen und melde mich dazu erst wieder zu Wort, wenn die tatsächlichen Kosten der Fußball-WM - vermutlich in ganz kleinem Kreis im Hinterzimmer einer Neuköllner Kellerkneipe - bekanntgegeben werden.

Bis dahin wende ich mich erfreulicheren Dingen zu.

- Michael Jackson -

Freitag, Juni 23, 2006

Let´s stick together

Sekundenkleber von Uhu ist wirklich fantastisch.
Der klebt in sekundenschnelle wirklich alles bombenfest zusammen.
Auch Fingerkuppen.
Mist.

- Bryan Ferry -

Donnerstag, Juni 22, 2006

Bicycle race

Um es gleich vorweg zu sagen: Ich habe nicht das Geringste gegen Radfahrer. Eine possierliche Spezies ist das, insbesondere die mit Rennrädern ausgestattete Abteilung, wenn sie in ihre Nylonwurstpellen gehüllt mit einem halbierten Fußball auf dem Kopf und verbissenen Gesichtsausdrucks durch die Stadt wetzen.
Es erfüllt mich auch mit nur mehr geringer Verwunderung, wenn sich so kostümierte Gestalten ihr Fahrrad schiebend an meiner Zimmertür vorbei bewegen. Wir haben halt lange Flure und wenn man’s zu Fuß nicht schafft - geschenkt.
Ja, ich geh sogar soweit, mich in unbedarften Moment selbst aufs Rad zu schwingen, um gemeinsam mit dem Rest der Familie die nächste Eisdiele anzusteuern.
Was mich nur immer wieder irritiert, ist der geradezu lemminghafte Selbstzertstörungstrieb vieler Radfahrer. Wenn die gegen jede Regel rote Ampeln und Stoppzeichen überfahren und damit meine ich keineswegs sanftes Überrollen, sondern eher halsbrecherisches Vorbeipreschen oder wenn sie der Meinung sind, dass der Bremsweg eines hochbeladenen Kipplasters weniger als 15 Meter beträgt, so dass man ja noch schnell von ganz rechts auf die Linksabbiegerspur huschen könne, dann zeugt das von einer gefährlichen Selbstüberschätzung der eigenen Stärke im Straßenverkehr.
Ich glaube ja nicht, dass sich der durchschnittliche Radfahrer tatsächlich täglich mit suizidalem Gedankengut herumschlägt, deshalb meine Empfehlung:
Denkt daran, dass Ihr auf der Straße die Schwächeren seid.
Unter Euch stehen nur noch die Fußgänger.
Das müsst Ihr nicht gut finden, aber wenn die Straßenbahn erst mal über Euch drübergerollt ist, weil Ihr wieder mal eine rote Ampel ignoriert habt, hilft es Euch auch nicht weiter, dass Euer plastikschalengeschütztes Hirn noch bestens erhalten ist.
Und noch der Hinweis an die Autofahrer: Wenn ihr aus den Augenwinkeln eines dieser Neoprenkondome auftauchen seht, lasst den Schumi im Schrank.
Dann klappts auch im Verkehr.

- Queen -

Mittwoch, Juni 21, 2006

Ticket to ride

So, jetzt hab ich es getan. Aller Bequemlichkeit zum Trotz hab ich mir ein Ticket für die GC geholt.
Mir graust es ja schon jetzt beim Gedanken an die Menschenmassen, die sich da durch drängen. Massenansammlungen sind mir ja sowas von zuwider. Aber vielleicht kommt mir mein Alter zugute und die Jugend, eingedenk ihrer guten Erziehung, macht Platz, damit ich durchkommen kann.
Ja, ich weiß, ich weiß - eitel ist alle Hoffnung.
Jetzt muss ich nur noch eine billige Pension finden, damit ich wenigstens nicht am selben Tag hin und zurück fahren muss.
Und dann werde ich mich mit großen staunenden Augen ins Gewühl stürzen, mich beim Abstauben von Goodies vordrängen und - ganz alter Mann - auf die ungehörige Jugend von heute schimpfen.

Vielleicht sollte ich prophylaktisch eine Krücke mitnehmen, mit der ich dann nach den Lümmeln schlagen kann.

- The Beatles -

Montag, Juni 19, 2006

Hip Teens Don't Wear Blue Jeans

Nehm ich mir zu Herzen. Es ist ausserdem eine der wenigen Möglichkeiten, die Temperaturen zur Zeit zu ertragen.
Also Jeans aus und WoW an.

Yeehaa!


- Frank Popp Ensemble -

Hips don´t lie

Ich beneide meine Frau um ihre Fähigkeit (zumindest behauptet sie, diese zu besitzen), einfach völlig abschalten zu können. Und zwar so sehr, dass sie gar nicht mehr mitbekommt, was um sie herum passiert. Diese aus dem Studium (sie musste sich ihr Wohnheimzimmer mit mehreren Mitbewohnerinnen teilen, ich hatte eine Einzelkabine) entstandene Eigenschaft wünsche ich mir insbesondere immer dann, wenn ich Radio höre.
Neben der Tatsache, dass ich mich durch profane Melodien massivst belästig fühle, hör ich auch noch immer auf den Text.
Wäre ich jetzt ein Freund der Weltmusik, könnt ich mir ja einfach kasachische Dombraspieler oder australische Digeridoobläser zu Gemüte führen und hätte keinerlei Probleme mit blöden Texten.
Meine Musikvorliebe ist aber doch leider eher westlich orientiert und da versteh ich dummerweise die meisten Texte.
Und werde demzufolge gequält von wahrheitsliebenden Hüften und Tränen, brennenden Betten, homoerotisch angehauchten Gesellen, die mir einen Besuch des CVJM anempfehlen und dem Vorschlag, dass man sich ruhig nackig machen könne, aber doch bitteschön den Hut dabei aufbehalten solle.
Da lob ich mir doch die Herren Grönemeyer und Kunze, die zwar vorgeblich deutsch singen, das aber so undeutlich tun, dass man ihre Texte getrost wegen mangelnder Verständlichkeit ignorieren kann. Jetzt muss ich nur doch lernen, wie man auch die Musik ausblendet.

- Shakira

Ps.: Gibt es noch jemanden, der bei Heinz-Rudolf Kunzes „Dein ist mein ganzes Herz“ und „Alles was sie will“ die hübschen Worte Reibungsschmerz („Du bist mein Reibungsschmerz“) und Bodennebel („Mein Herz hat Bodennebel“) herausgehört hat?
Meine Kollegin lacht mich nämlich immer aus, wenn ich das erzähle.

Donnerstag, Juni 15, 2006

Fluss

Eine Bemerkung des Klapsenschaffners brachte mich dazu, diesen Post aus den Entwürfen auszugraben und doch mal zu veröffentlichen.

Das Leben ist tatsächlich wie ein Fluss. Meistens treibst du auf ihm und
manchmal sitzt du auch an seinem Ufer und siehst ihm zu, wie er an
dir vorbeifließt.

Wie es sich für einen Fluss gehört, treiben noch viele andere auf ihm.
Manche treiben schneller als du, manche aber auch langsamer.

Manche schwimmen eine Zeitlang genau so schnell wie du, aus eigener
Kraft, weil sie sich anstrengen oder sich beim Schwimmen zurückhalten.

Manche spült der Fluss ans Ufer, wo sie langsam aus deinem Blickfeld
geraten, während du weiter gezogen wirst. Und hin und wieder zieht der
Fluss auch jemanden unter Wasser und er taucht nie wieder auf.

Und selten, ganz ganz selten gibt es auch jemanden, der treibt genau so
schnell wie du. Nicht nur ein, zwei Kilometer, sondern von da, wo der
Fluss noch ein kleiner Bach ist bis zu dem Moment, wo er ins Meer mündet
und sich verliert.

Diese Menschen sind vielleicht einmal etwas langsamer oder auch
schneller als du, landen auch schon einmal am Ufer, während du weitertreibst, aber sie bleiben doch irgendwie immer in deiner Sicht- und Rufweite.

Diese Menschen sind wertvoll, weil es sie so selten gibt. Deswegen
solltest du auch immer aufpassen, dass der Fluss sie nicht herunterzieht
– genauso, wie sie auch auf dich aufpassen werden.

Wer behauptet, dass es in seinem Leben viele solcher Menschen gibt, der
sollte wohl besser aufpassen, dass er nie unter Wasser gerät.

Ich selber kenne genau drei dieser Menschen, aber von denen weiß ich,
dass ich mich auf sie immer verlassen kann.

Das konnte ich früher, das kann ich heute und ich bin sicher, dass ich
es auch in Zukunft kann.

- Rheingold -

Mittwoch, Juni 14, 2006

The search

Wahahaha - ich hab die ersten beiden Referer auf der Suche nach der nackten Janin/Janine Reinhardt gefangen.
Bis jetzt war ich ja einsamer Spitzenreiter beim "Schlabber Screensaver" (ist es nicht faszinierend, wie ich diese Position ganz subtil noch weiter ausbaue?).
Aber auch Bilder von Melanomen beim Hund suchte man schon hier (ich wusste gar nicht, dass ich mal was über Hunde geschrieben habe).
Und die Frage "Ist Abking Pro 2 gut?" sollte sich ja nach dem Lesen des entsprechenden Blogeintrages von selbst beantworten.
Also kommen, gucken, staunen.
Und kommentieren. Aber nur nette Kommentare. Doofe lösche ich. Sofort.

- Dean Reed -

Dienstag, Juni 13, 2006

Guilty partners

Ich halt mich an meine eigene Empfehlung: Hohe Temperaturen - kurze Texte.
Warum erdreistet sich eigentlich jeder Autohändler, sich als mein Partner zu bezeichnen? Opel-Partner, Merzedes-Partner, BMW-Partner usw. usw.
Meine Partner such ich mir selber aus. Und schmierige Gebrauchtwagendealer gehören ganz sicher nicht dazu (Makler übrigens auch nicht. Aber das ist eine ganz andere Geschichte). Also lasst mich damit gefälligst in Ruhe.

Saubande.

- New Order -

Montag, Juni 12, 2006

Warriors of the wasteland

Na klasse. Da zeigt Kabel 1 zum ersten Mal seit Ewigkeiten den Film "The Warriors". Und wann fängt er an?
Zwanzig vor eins! Idiotenbande.
Ich hab trotzdem den Anfang gesehen, aber als mir dann in der ersten Werbepause die nackten Brüste nur so um die Ohren flogen und mich auch noch aufforderten, sie alle anzurufen, wurde es mir zuviel und ich bin brav ins Bett gegangen.
Werd ich mir den Film wohl doch auf DVD besorgen müssen.

- Frankie Goes To Hollywood -

Ps. Ich hab mein erstes Pet in WoW: Einen Papagei. Ich werd ihn wohl Cora nennen, wie halt alle Papageien heißen. Und dann kann er alle Gegner durch sein ständiges "Cora will ´nen Keks" in den Wahnsinn treiben.
Harrharr

Sonntag, Juni 11, 2006

Fußball ist unser Leben

Btw (btw - ein Kollege fragte mich neulich, was denn btw bedeute, er kenne nur BTM - die alte Koksnase!): Ich hab eben den Fehler gemacht, in ein Fußballspiel zu schalten.
Serbien-Montenegro gegen Holland.
Man hat da ein bisschen das Gefühl, vor dem Haager Kriegsverbrechertribunal gelandet zu sein: "Milosevic passt zu Mladic, Mladic gibt ab an Karadcic, Karadcic schießt und wird gestoppt von Ruud del Ponte im Haager Tor!".
Da bleib ich doch lieber bei Winnetou III. Auch in Jugoslawien hergestellt, aber friedlicher.

- Jack White mit der deutschen Fußballnationalmannschaft -

Schrei nach Liebe

Gestern hab ich einen interessanten Kommentar in der Berliner Zeitung gelesen. Stammte von einer italienischen Journalistin und besagt so in etwa: Wenn schon im Osten rechtsradikales Gezücht heranwächst, hat der Staat nicht das Recht, die Schuld allein auf die Eltern abzuschieben, sondern sollte sich ob seiner Versäumnisse mal an die eigene Nase packen.

Erste Reaktion war: Ist ja toll, einfachste Möglichkeit ist natürlich immer, dem Staat (wahlweise auch der Kirche, dem roten Kreuz etc.) die Schuld für eigenes Versagen aufzudrücken.

Zweite Reaktion war dann aber: Moment, vielleicht hat die Dame nicht ganz Unrecht.
Mal abgesehen davon, dass sie als Italienerin zwar auch nicht ohne geschichtliche Vorlast diesbezüglich ist, aber zumindest in Hinsicht auf Versäumnisse im Osten der Bunzreplik einen relativ neutralen Standpunkt einnehmen kann, steckt da tatsächlich einiges an Wahrheit drin.

Natürlich ist es einfach, die Schuld für eigenes Versagen den höheren Autoritäten aufzudrücken. Aber schauen wir uns doch mal den Westen an. Bis man in der BRD halbwegs in einem demokratischen Staat angekommen war (die Demokratie also auch in den Köpfen ihrer Bevölkerung eingetroffen war), sind gut 20 - 30 Jahre vom Kriegsende an gerechnet vergangen.
Bis dahin herrschte doch immer noch - unterschwellig und nicht mehr so offen wie in den 30er-/40er-Jahren - in sehr vielen rechtskonservatives Gedankengut. Da konnten die schlimmsten Gestalten der Nazizeit unbehelligt weitermachen und stellten zum Teil auch noch die Basis für vieles, was heute noch in Deutschland existiert (Diplomatischer Dienst, BND, Bundeswehr).
Ich erinnere mich daran, dass ich von meiner Oma Anfang der achtziger Jahre in irgendeinem Zusammenhang noch den Spruch hörte "Für so etwas müsste nochmal ein kleiner Hitler kommen". Und meine Oma war ansonsten eine herzensgute Frau.

Und jetzt sehen wir, wie sich die Geschichte im Osten wiederholt.
Es war kein drittes Reich, dem Himmel sei dank, aber es war auch dort ein Regime, dass den Bürgern viel gedankliche Arbeit abnahm, dass sie in vielerlei Hinsicht der Notwendigkeit zur eigenen Transferleistung enthob. Und es hielt sich immerhin 40 Jahre.
Die dortige Generation der Eltern, die Generation, die in diesem System groß wurde, die Generation, der man jetzt vorwirft, die Schuld daran zu tragen, dass sie ihre Kinder nicht mit Perspektiven versorgt, diese Generation leidet ja selber zu einem nicht unerheblichen Teil unter Perspektivlosigkeit.
Wie kann ich denn jemandem vorwerfen, sich nicht für die Segnungen der Demokratie stark zu machen, wenn die einzige Segnung für ihn ein regelmäßiges Arbeitslosengeld ist. Wie kann ich eigene Initiative fordern, wenn 40 Jahre lang das Gegenteil davon gefordert wurde.
Um es nochmal klar zu sagen: Das ist keine Entschuldigung dafür, dass man seine Kinder nicht erzieht.
Aber es ist auch keine Entschuldigung für einen Staat, der sich vornehm zurückhält und die Frage der Bewusstseinsbildung zur Privatsache erklärt und der es aus seiner eigenen Geschichte eigentlich wissen muss, wie schwer es ist, sich in einer Welt der zerbrochenen Ideale neu zu orientieren und einen demokratischen Weg zu beschreiten, nicht nur in der politischen Spitze, sondern in den Köpfen all seiner Bewohner.

- Die Ärzte -

Freitag, Juni 09, 2006

Ruf Teddybär 1-4

Neben der Tatsache, dass mir dieses Lied zu der Zeit, als ich noch ein kleiner Bub war, immer die Tränen der Rührung in die Augen trieb (und auch heute noch schimmern meine Äuglein dabei manchmal verdächtig feucht) ist das eine prima Überleitung zu einem der zahllosen Berliner Rundfunksender, die sich in der Stadt und im Umland um die Gunst der Zuhörer prügeln: Radio Teddy.
Anders als 90 Prozent der übrigen Berliner Radiostationen, die alle mit demselben Spruch "Der Mist der Siebziger und Achtziger und der größte Scheiß von heute" werben und damit so ziemlich jeden Hörer nehmen würden, hat Radio Teddy eine Zielgruppe, die nicht nur fest umrissen, sondern auch fest im Griff des Senders ist, nämlich die Vier- bis Vierzehnjährigen.
Zu deren Gaudium werden täglich Perlen wie "Durch den Monsun" und "Flitze Flattermann", aber auch moderne Klassiker der audiophilen Unterhaltungskultur wie etwa "Die kleine Kuh von Malibu"("Die kleine Kuh von Malibu hat nur noch einen Fußballschuh") in die Heavy Rotation genommen und dort dann bis zur Besinnungslosigkeit der jugendlichen Zuhörerschaft durchgenudelt.
Zuhause ist das ja okay. Da stellt man das Kind in sein Zimmer, drückt ihm einen Kopfhörer in die Hand und droht mit Hausarrest nicht unter 5 Wochen, sollte man auch nur ein leises Muhen der kleinen Kuh von Malibu hören.
Aber was macht man im Auto? Kopfhörer ist da ja nicht und den flehentlichen Blick und die zitternde Unterlippe der Tochter mit einem "Nix da, hier läuft jetzt Black Sabbath und sonst nichts" zu beantworten ist auch keine Lösung, die man immer praktizieren kann.
Also ist im Autoradio der Senderknopf für Radio Teddy fest eingerastet und ich stelle mit Erstaunen fest, dass es noch viel Schlimmeres gibt, als die Musik ("Muh, muh, muh"):
Die Moderatoren.
Wer jemals die Freude hatte, einem Kinderferienclub beizuwohnen und sich dessen Animateure jetzt auf Speed vorstellt, der hat ein ungefähres Bild vom Moderatorenteam des Senders.
Immer gut gelaunt, immer - "hey, hey, hey, Kids" - gut drauf, immer verständnisvoll ("Ja, wenn Du immer Sechsen schreibst, ist das schon 'n bisschen schade").
Wahrscheinlich können solche Menschen nur im Radio überleben, weil man im Fernsehen einfach irgendwann die ganzen Einstichstellen in den Armen sehen würde.
Wenn sie dann doch einmal vor Publikum moderieren, sitzen sie vermutlich hinter blickdichten Vorhängen und sprechen da ihre Texte, während auf der Bühne extra dafür gecastete Moderatorendarsteller nur noch die Lippen passend bewegen müssen.

Und wer das alles gar nicht glauben mag, kann sich das Teddy-Radio auch selber im Internet zu Gemüte führen (www.radio-teddy.de).
Aber Obacht: Sagt nicht, ich hätte vor der kleinen Kuh von Malibu nicht gewarnt.
Muh

- Johnny Hill -

Dienstag, Juni 06, 2006

Eye in the sky

Aaargh - sie beobachten mich!
Kaum habe ich die Berliner rüpelhaft gescholten, starten sie eine Charme-Offensive erster Güte.
Ich bin heute zweimal an der Supermarktkasse vorgelassen worden. Einfach so, ohne dass ich fragen musste.
Die wollen mich mürbe machen. Weichkochen. Ha, nicht mit mir! Hört Ihr? Nicht mit dem Herrn Falcon! Und was soll das heissen, paranoid? Es ist ja schließlich nicht das erste Mal.
Und nur weil ich paranoid bin, heisst das doch nicht, dass ich Unrecht habe!
Also wirklich jetzt.

- Alan Parsons Project -

Berlin

Ich hab beschlossen, dass ich einfach mal in loser Folge Boshaftigkeiten über deutsche Städte und ihre Bewohner - bei Bedarf auch über ganze Landstriche - posten werde.
Den Anfang macht, wie könnte es anders sein, natürlich Berlin - die Stadt, in der ich lebe, aber aus der ich zum Glück nicht stamme.

Berlin könnte eine ganz reizende Stadt sein, wenn, ja wenn nicht der Berliner in ihr lebte (ok, das ist ein Grundsatz, den man so allerdings auf beinahe jede deutsche Stadt übertragen könnte).
Der Berliner ist zu einem großen Teil maulfaul, eingebildet und rüpelhaft.
Seine Stadt ist in seinen Augen mindestens der Nabel Deutschlands, eher aber wohl der der Welt. Lässt er sich zu Bemerkungen herab, werden diese meist irrtümlich und wohlwollend von Aussenstehenden für witzig gehalten und als "Berliner Schnauze" bezeichtnet.
Hilfe beim Hochtragen eines Kinderwagens in den für alles was Räder hat (Kinderwagen, Rollstühle) durchweg nicht geeigneten U-Bahn-Stationen erwartet die junge Mutter in der Regel vergeblich, gerne beobachtet man aber ihre Mühen, ebenso wie die meist fruchtlosen Versuche hochbetagter Damen, in anfahrenden Bahnen oder Bussen stehend das Gleichgewicht zu halten, während die Sitzplätze von desinteressierten Vierzehnjährigen belegt sind, die meinen, dass Bums-Techno eine adäquate Beschallung für die restlichen Mitreisenden ist.

Berlin ist arm an Geld, aber reich an hochfliegenden Plänen, zu deren Verwirklichung aber an allen Ecken und Enden des Geld fehlt, weshalb überall auf Teufel komm raus geschnorrt wird, wobei Schnorren ohnehin einer der grundlegenden Charakterzüge des Berliners zu sein scheint; mir ist noch keine Stadt untergekommen, in der regelmäßig so viele Freikarten, Gratiszeitungen und rabattierte Würstchen unters Volk gebracht werden.

Die berühmte Berliner Luft ist nicht selten von einem gewissen Fäkalgestank durchzogen, gerne auch auf großen Plätzen und in breiten Straßen.

Die Jahrzehnte dauernde Inselexistenz des Westteils hat dafür gesorgt, dass sich dessen Bewohner mit einer subventionierten Sorglosigkeit einrichten konnten, die bis heute Ihresgleichen sucht, während aus der elitären Sonderstellung des Berliner Ostens mit dem Fall der Mauer auf einmal alle Luft entwich wie aus einem angepieksten Ballon.

Puh, ich bin durch. Fürs Erste. Berliner, die das lesen, werden mich hassen. Ausser es sind Zugezogene. Die werden zustimmend nicken.
Aber da möchte ich noch zwei Dinge dazu sagen, die vielleicht als Trost dienen:
1. So furchtbar ist es nun auch wieder nicht, man kann es allem Gesagten zum Trotz hier doch meistens ganz gut aushalten (ausser zur Fußball-WM, aber das ist eine andere Geschichte).
2. Berlin war nur die erste Stadt, die anderen kommen auch noch dran.

- Fisher-Z -

Montag, Juni 05, 2006

Live and let die

Tamagotchis. Widerliche Dinger die.
Schon echte Tamagotchis von Bandai sind praktisch nicht zu ertragen. Ganz schlimm wird es aber, wenn man einen chinesischen Nachbau für 3,95 Euro erwirbt und den dann frohen Mutes der Tochter übergibt.
Dank einer mit einer kochend heißen Nadel gestrickten Bedienungsanleitung, die fröhlich deutsch und englisch mixt und das Ganze dann auch noch völlig falschen Bildern zuordnet, steht man dem piepsenden Plastikei vollkommen hilflos gegenüber. Ständig stellt man sich die Frage "Braucht es jetzt Medizin oder Schläge?" (ich plädiere dabei regelmäßig für Letzteres). Und nach fünf Stunden geht der grinsende und hüpfende Knubbel dann eh immer in den Plastikeihimmel ein.
Egal, ob man ihn gehauen oder gefüttert hat.
Ausserdem piepst das blöde Ding, das einem die Tochter mit der Bitte um väterliche Fürsorge anvertraut hat, auch noch immer ausgerechnet dann, wenn ich grade von mindestens zwei maskierten Räubern und einer Waldspinne angegriffen werde.
Jetzt ist aber erstmal Ruhe. Nach dem (gefühlten) zwanzigsten Exitus bleibt das Viech in seiner Schale und ich kann in Ruhe meine Quests angehen.
Und wer immer der Erfinder dieses künstlichen Quälgeistes ist: Möge er bei seinem nächsten Toilettenbesuch von mindestens drei hungrigen Waldspinnen angefallen werden.
So.

- Wings -

Sonntag, Juni 04, 2006

Ein bisschen Spaß muss sein

Roberto Blanco hat seine Tochter angezeigt. Sie hat vier Uhren im Wert von insgesamt 29.000 Euro aus seinem Haus mitgehen lassen (Klick).
Da soll er sich mal nicht so anstellen. Es hätte doch auch viel schlimmer kommen können. Sie hätte ja zum Beispiel auch alle seine, gnihihi, Blanco-Schecks klauen können.

`Tschuldigung, der musste jetzt sein.




Roberto Blanco
(Symbolfoto)



- Roberto Blanco -

Samstag, Juni 03, 2006

Rain in May

Na gut, in June.
Schimpfte ich vor kurzem noch ob des bescheidenen Wetters und der eher zurückhaltenden Sonnenbestrahlung schaue ich jetzt zufrieden dem Regen beim Schauern zu. Der Grund steht seit etwa einer Stunde unter meinem Schreibtisch und schaut mich wohlig schnurrend aus einem schicken Chieftec-Gehäuse an.
Ausserdem gabs bei Saturn WoW für 27 Euro. Billiger kann man den Einstieg in die Abhängigkeit kaum kriegen.
Ich werd es jetzt installieren und dann gehts ab.
Ihr findet mich in Azeroth unter Falcon030. Nicht kreativ, aber zumindest allgemein bekannt.

- Max Werner -

Donnerstag, Juni 01, 2006

Schwein sein

Wie ist die landläufige Meinung über jemanden, der die Notlage von anderen Menschen ausnutzt, um daraus Profit zu schlagen?
Richtig, so jemand ist ein Schwein. Mancher sagt vielleicht auch Makler (meine Erfahrungen mit diesem Berufsstand sind alles andere als gut).
Mit so jemandem will man ja eigentlich nix zu tun haben.
Aber jetzt ist es passiert: Ich bin selber in diese Gruppe gerutscht.
Ja, ich gestehe: Auch ich habe die Not eines Anderen ausgenutzt, um mich zu bereichern.

Genau genommen habe ich ein Fußballsammelbildchen über Ebay an einen unschuldigen Käufer für teuer Geld vertickt.

Na gut, so teuer wars nicht, aber immerhin habe ich 2,01 Euro für Jens Lehmann gekriegt. Und der war in der letzten Gamestar als Gratisbeigabe eingepappt.
Da sich meine Leidenschaft für Fußball in sehr engen Grenzen hält, ist mir der Verkauf auch nicht sonderlich schwer gefallen.
Was mir eher schwer fällt, ist zu glauben, dass erwachsene Menschen ein Heidengeld für ein paar Klebebildchen mit mehr oder minder begabten Balltretern drauf auszugeben bereit sind.
Aber es gibt sie. Und wenn man mal in Ebay nach Panini-Sammelbildern sucht, gibt es wohl Tausende von ihnen.

Nicht dass ich sowas nicht auch mal gemacht hätte.
Aber Herrschaften, damals war ich neun Jahre alt und hatte Udo Jürgens mit "Buenas Dias, Argentina" im Ohr!
Da bin ich doch wohl entschuldigt.

Der Jens, der Lehmann.












- Die Prinzen -