Sonntag, Oktober 29, 2006

Schrei nach Liebe

Erfolg weckt Neid.
Ob man es als Erfolg bezeichnen kann, dass unsere beiden eigenen Stücke ziemlich fix die Rockcharts einer eher unbedeutenden Internetseite hochgekrabbelt sind, mag dahingestellt sein. Vielleicht haben den 300 Leuten, die für unsere Musik gestimmt haben, die Stücke tatsächlich gefallen.

Tatsache ist aber, dass dadurch bei einer mir völlig unbekannten Person offensichtlich ein abgrundtiefer Neid und Hass geweckt wurden.
Anders kann ich mir nicht erklären, was dieser Typ (ich vermute mal, dass es ein er ist, weil ich nicht glauben will, dass so eine Wortwahl schon Einzug in die Damenwelt gefunden hat) in dem Gästebuch auf der Bandseite veranstaltet. Waren es am Anfang noch harmlose Beschimpfungen nach dem Motto "Sänger kann nichts, Musik ist Kake (sic!)", ging er bald darauf dazu über, im Schutze der vermeintlichen Anonymität falscher Mailadressen auf unterstem Niveau wüst zu pöbeln.
Kostprobe gefällig?
Bitte sehr, hier sein aktuellster Eintrag ins Gästebuch der Band:

Name: Micha@Braincap
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Absender: Micha@aol.com
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Mitteilung: Ach, was bin ich doch blöd in meiner Birne!

Trotzdem ich bin Micharsch Brainkake und bleib dabei, wer uns anpisst den scheißen wir ins Maul.

Warum wir sind zwar schlechte Musiker aber das gleichen wir mit unserer Voterei voll aus !!!

Wir bleiben Nummer 1 damit Ihr alle Bescheid wichst !

Micharsch Brainwichs

Ja, ich weiß, das ist weit unter jedem Niveau - selbst unter meinem - und ich sollte mich nicht darüber ärgern.
Tu ich aber trotzdem, weil es so ein haltloser und beleidigender Mist ist, den dieser Typ da von sich gibt.
Und weil er gleichzeitig viel zu feige ist, die Kritik offen zu äussern und sich hinter irgendwelchen falschen Mailadressen versteckt.

Vielleicht ist es ja wirklich nur sein Schrei danach, geliebt zu werden.
Vielleicht weiß er, dass er selber ein so abgrundtiefer Dilettant ist, dass jedes Tonband, auf das er seine Musik aufnehmen will, sich freiwillig in der Maschine verheddert.
Vielleicht hatte er auch nur die letzten 5 Jahre keinen oder sehr schlechten Sex, wird deswegen von seiner Frau geschlagen und muss das jetzt auf diese Weise kompensieren.

Wir werden es wohl nie erfahren. Ich weiß nur, dass ich das Gästebuch schließen werde, wenn er sich weiterhin so austobt. Schade um die Einträge mit echter und begründeter Kritik (die selbstverständlich immer gern gesehen ist).

Also, also kein lustiger oder sonstwie fröhlich gearteter Eintrag heute.
Aber danke, dass ich mich mal auskotzen durfte.
Jetzt geht es mir - wie meistens danach - deutlich besser.

Und der nächste Post kann wieder so heiter wie gewohnt werden.

- Die Ärzte -

Freitag, Oktober 27, 2006

Fight For Your Right (To Party)

Alljährlich ist es wieder soweit: Die große Halloweenparty in der Schule unserer Tochter steht an. Gestern war der große Tag. Warum am 26.10 und nicht, wie man meinen sollte, am 31.10. gefeiert wurde, ist eines der zahlreichen Mysterien des Schulbetriebs.
Vermutlich wollen die Lehrer an Halloween selbst kostümiert durch die Straßen ziehen und die eingeschüchterten Anwohner mit dem Spruch „Süßes oder es gibt Saures“ bedrohen.
Sei es drum.

Im letzten Jahr hatten wir auf jeden Fall unser Töchterlein als Prinzessin herausgeputzt.
Ein großer Fehler.
Begrüßt wurde sie nämlich gleich mit: „Haha, das Kostüm ist ja gar nicht gruselig!“
Meine väterlichen Eingreifversuche, die - kurz zusammengefasst - auf: „Dann bist Du einfach eine untote Zombie-Prinzessin“ hinausliefen, hätten vielleicht 20-jährige Resident-Evil-gestählte Studenten, aber in keinem Fall eine Rotte vorlauter sechsjähriger Erstklässler beeindruckt.
Um meiner Tochter in diesem Jahr eine ähnliche Traumatisierung zu ersparen, haben wir frühzeitig beschlossen, diesmal ein Kostüm zu wählen, dass entweder richtig gruselig oder richtig eklig ist. Die madenzerfressene Mumie war leider schon aus, also fiel unsere Wahl auf ein originalgetreues „Scream-Kostüm“, komplett mit weißer „Schrei“-Maske und schwarzen Handschuhen. Töchterchen wählte der Vollständigkeit halber noch eine große Plastiksense, deren Sensenkopf aus einem Drachenschädel hervorging, als Accessoire und fertig war eine ausgesprochen gruselige Kostümierung. Da sollte keiner mehr lachen!

Nach Abgabe unserer Tochter in der Schule (und des Kostüms bei einer Erzieherin - schließlich wollte ich verhindern, dass schon am Vormittag diverse Mitschüler der geschwungenen Sense zum Opfer fielen) machte ich mich also gestern Nachmittag nach Arbeit frohgemut zur Schule auf, um meine Tochter abzuholen.
Und was soll ich sagen: Ich hab sie vor lauter kleinen Scream-Killern gar nicht gefunden.
Anscheinend ist das Kostüm in dieser Saison der letzte Schrei. Und wenn zirka hundert schwarzgewandete Wichtel über den Schulhof wuseln, kann man den eigenen nur unter größten Schwierigkeiten herauspicken.
Geholfen hat mir dann schließlich die Sense, die ich nur kurz aus dem Rücken eines Mitschülers ziehen musste.
Meine Tochter berichtete mir auf dem Heimweg dann noch stolz von durchschnittlich sieben pro Stunde geköpften Passanten. Ein wirklich schönes Kostüm.

Aber für nächstes Jahr habe ich mir etwas noch viel Besseres ausgedacht.
Da verkleide ich sie nämlich als Bundeswehrsoldat.
Komplett mit Bolzenschneider und Plastikschädel.
Das ist dann nämlich wirklich mal ein richtig gruseliges und richtig ekliges Kostüm.

- Beastie Boys -

Ps.: Die Titanic hat mir heute einen brillanten Witz geklaut. Ich hab ja schon seit längerer Zeit auf eine Gelegenheit gewartet, die Lieder von Christina Stürmer als „übelste Stürmer-Lyrik“ zu beschimpfen. Und jetzt haben die das gemacht. Einfach so.
Ich bin traurig, enttäuscht und ein wenig wütend.
Ich glaube, ich muss mir heute mal die Sense meiner Tochter ausborgen.

Mittwoch, Oktober 25, 2006

Baby, you can drive my car

Na, was soll das denn jetzt schon wieder?
Da schulen wir seit guten zehn Jahren den Nachwuchs mittels Gran Tourismo, Need for Speed und Ridge Racer an Playstation, Xbox und Co.
Vermitteln ihnen den Wert einer zügigen Fahrweise und den reinen Empfehlungscharakter roter Ampeln, Stopschilder und sonstiger Verbotszeichen im Straßenverkehr.
Mit Erfolg, so schien es. Mit dem Plastiklenkrad vor sich und einer simulierten Pedalerie unter den Füßen geht es ab wie Luzie.
Dummerweise nur vor dem Bildschirm.

Kaum sitzen die Rennexperten nämlich in einem echten Auto, mutieren sie zu zitternden und verschüchterten Häslein, denen bereits ein in zwei Kilometer Entfernung gesichtetes und mit Tempo 30 näher kommendes Auto eine Starre verpasst, die nur der eines von einer Schlange hypnotisierten Mäuschens vergleichbar ist.

Man verstehe mich nicht falsch: Ich bin ein Freund der vorsichtigen Fahrweise. Ich fahre selber sehr vorsichtig. Von den gerade mal zwei Auffahrunfällen habe ich nur den zweiten selbst verschuldet. Und die Katze damals hatte es auch überlebt. Glaub ich zumindest.
Neinnein, die jungen Damen und Herren sollen ruhig mit Tempo 25 über die Autobahn zuckeln und im ersten Gang durch die Stadt rollen.

ABER NICHT, WENN ICH HINTER IHNEN HERFAHRE UND ES EILIG HABE!

Und ich hab jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit mindestens drei Fahrschüler vor mir. Nicht die Fortgeschrittenen. Immer nur die, die gerade ihre erste Praxisstunde machen.
Da kann mir doch keiner erzählen, dass da nicht eine Verschwörung hinter steckt. Die wollen mich mürbe machen. Und sie schaffen es tatsächlich, dass ich dann auf dem weiteren Weg zur Arbeit mindestens einer alten Frau die Gehhilfe wegfahren muss, um halbwegs ausgeglichen im Büro anzukommen.
Da geht es dann wieder.
Bis zum Nachmittag.
Bis zum Rückweg am Nachmittag, genau genommen.
Da schickt der Verband der Berliner Fahrlehrer nämlich wieder seine Rookies genau vor mir auf die Straße.

Ich vermute, die Gehhilfenindustrie sieht einer rosigen Geschäftsbilanz entgegen.
Dankschreiben dafür bitte an mich.

Ach ja, und wo wir gerade beim Thema Dankschreiben und Straßenverkehr sind:

Liebe Berliner Autofahrer!

Ich erwarte ja gar keine Dankschreiben. Aber ein kleines Gewinke mit der Hand würde mich schon freuen, wenn ich Euch mal wieder in die 10 Meter lange Lücke zwischen mir und meinem Vordermann gelassen habe, weil Ihr wie üblich erst drei Meter vor dem 25-Tonner merkt, dass da ein Laster Eure Spur blockiert.
Und nein, scharf in die Eisen zu steigen ist nicht eines meiner Lieblingshobbies. Ihr macht mir damit nicht wirklich eine Freude.
Und noch etwas: Den Blinker darf man täglich benutzen!
Echt jetzt!
Das ist nämlich gar keine Festbeleuchtung, die nur zu hohen kirchlichen Feitagen eingeschaltet werden darf, ihr Rüsselnasen.

Ich erwarte Besserung.

- Beatles -

Montag, Oktober 23, 2006

Eight days a week

Oh, schon Montag?
Dann ist es wieder einmal an der Zeit für unseren Wochenrückblick.
Fangen wir wie üblich mit dem Buchstaben Sch an.

1. Schal: Ist schon herausgekramt und von Mottenlarven befreit. Der Winter kann kommen.

2. Scheibenwaschanlage: Mit Frostschutzmittel befüllt und jetzt in der Lage, Temperaturen von bis zu Minus 50 Grad Celsius zu trotzen. Der Winter kann kommen.

3. Scheiße: Der Winter kommt noch gar nicht. Statt dessen am Wochenende Frühlingsgefühle bei bis zu 20 Grad. Aber ich weiß, dass er wartet und auf meinen Fehler lauert. Nicht mit mir - ich habe ab sofort immer Handschuhe und Pudelmütze dabei.

4. Schumacher: Fuhr am Sonntag sein letztes Rennen. Enttäuscht hat er natürlich wieder einmal alle diejenigen, die auf einen etwas spektakuläreren Abgang gehofft hatten. So kann er mit sämtlichen Haaren, Nasen und Ohren, mit denen er seine Karriere begonnen hat, auch den Ruhestand genießen. Nur das Kinn hat etwas unter dem Fahrtwind gelitten. Aber ich denke mal, damit wird er leben können.

5. Schröder: Der testosterongeschwängerte Altkanzler veröffentlich diese Woche seine Erinnerungen. Zentrales Element wird dabei wohl wieder sein Gewackele am Zaun des Bonner Kanzleramtes, verbunden mit dem Genörgel, dass er da hereinwolle, sein.
Haha.
Neu, sensationell und lustig.
Spätestens nach seinem Rumgepoltere in der letzten Woche war abzusehen, dass irgendetwas anstand, dass es erforderlich machte, Schröder wieder in den Blickpunkt des Interesses zu rücken. Ich geh ja selten konform mit der CSU, aber die Bezeichnung Schröders durch Wirtschaftsminister Glos als „Bruder Leichtfuß“, dessen „Großkotzigkeit“ die Wähler satt hatten, kann ich nur unterschreiben.
Interessant allenfalls, dass Schröders Memoiren parallel, aber jeweils unter dem Schlagwort „exklusiv“ sowohl in der Bild als auch im Spiegel („Abiturientenbild“ drückte es der RBB-Moderator heute sehr schön aus) erscheinen. Damit hat es sich dann aber auch.

6. Schwätzer: Siehe 5.

7. Schweizer Taschenmesser: So eines hab ich, um mich gegen aufdringliche Kolleginnen, die unhöflich Dolmetscherdienste von mir einfordern, notfalls zu Wehr setzen zu können.
Aber nicht irgendein Taschenmesser. Nein, es ist das „Taschenmesser to end all other Taschenmessers“.
Wieso das so ist, kann man dem Bild entnehmen. Und bevor Fragen aufkommen:
Der Akku für das Laserschwert war gerade alle. Aber drin ist natürlich eines. Sowieso.




The Knife










Soviel zum Wochenrückblick für heute. Andere Buchstaben folgen vielleicht später einmal.

- Beatles -

Samstag, Oktober 21, 2006

Do you speak english?

Aus der Abteilung „Dinge, die man immer wieder gerne sieht“, heute:

Surreale Erlebnisse mit Kollegen

Der Wecker meines Handys ermahnte mich mit lautem und sehr penetrantem Summen daran, den Feierabend nicht zu verpassen.
Während ich mir noch ein wenig Schlaf aus den Augen rieb, gab es plötzlich einen Rumms, die Tür ging auf und SIE stand da:
Eine mir völlig unbekannte Kollegin, die mich böse anfunkelte und dann in strengem Befehlston fragte: "SPRECHEN SIE RUSSISCH?"
"Nicht so wirklich gut", musste ich kleinlaut zugeben und duckte mich sicherheitshalber hinter meinen Schreibtisch.
"DAS HILFT MIR DANN ÜBERHAUPT NICHT. EIN BISSCHEN SPRECHE ICH AUCH, ABER DIESER BRIEF" - sie wedelte mit einem Schreiben in meinem Zimmer herum - "MUSS IN SEHR GUTES RUSSISCH ÜBERSETZT WERDEN!"
"Ich fürchte wirklich, dass ich Ihnen da nicht helfen kann", murmelte ich verschüchtert hinter meiner Deckung hervor.
"NA DANN HABE ICH HIER WOHL PECH GEHABT", fuhr sie mich an und verschwand wieder, bevor ich ihr noch ein freundliches "Do´Swidanje" nachrufen konnte.
Aus den Ohrenwinkeln hörte ich noch, wie sie sich den Kollegen im Nachbarbüro vornahm.

Ich dagegen beschloss, den Feierabend sicherheitshalber ein Viertelstündchen vorzuziehen und machte mich auf den Weg nach Hause.

- Chris Roberts -

Mittwoch, Oktober 18, 2006

This used to be my playground

Aus der Abteilung „Dinge, die man immer wieder gerne sieht“, heute:

Flurbereinigung

Ach, was war das doch für eine Erleichterung, als diese ganzen krüppeligen Bäume vor meinem Bürofenster weggesägt wurden, um formschönen Stadthäusern für die besserverdienende Klientel Platz zu machen.
Endlich nicht mehr dieses lästige Grüngestrüpp vor der Nase, stattdessen urbanes Lebensgefühl.
Big City Life sozusagen, haha.

Solche Minigrünflächen nerven ja schließlich nur, ausserdem hat Berlin schon noch genügend Grünzeug im Angebot.

Aber irgendetwas fehlte da noch. Ich kam nur nicht drauf, was es war.
Dankenswerterweise wurde meiner Hirnmarterei von freundlicher Hand ein Ende bereitet:
Es war dieser Spielplatz mit den ganzen Wippen, Rutschen und Holzanlagen.
Der nervte natürlich. Und fix war er abgerissen.
Sollen doch diese kleinen Würmer gefälligst woanders rumschreien. Machen ja eh nur Krach und Dreck.
Auf der Straße kann man schließlich auch ganz hervorragend spielen.
Oder besser noch: Sie bleiben gleich auf ihrem Zimmer hinterm PC sitzen.
Wie, was soll das heissen, Gemeinheit? Wer erzählt hier was von freudlosem Leben? Was soll denn der Quatsch? Sollen sie sich mal ruhig recht früh dran gewöhnen! Warum sollte ihnen denn durch eine fröhliche Kindheit der Blick auf die harten Realitäten des Lebens verborgen bleiben.
Ausserdem: Sie wissen ja - eh wenig Chancen von wegen sozialer Brennpunkt und so.

Ausserdem kommt ja hier ein gepflegter kleiner Park hin, damit die Bewohner der Stadthäuser eine gepflegte kleine Aussicht auf gepflegte kleine Blumenrabatte geniessen können.
Ne, für Kinder ist der natürlich nicht geeignet. Ist ja auch gar nicht dafür gedacht.
Die sollen mal ruhig da bleiben, wo sie hingehören.

Und das sind ganz sicher nicht die Parkanlagen gutbetuchter Immobilienbesitzer.

- Madonna -

Dienstag, Oktober 17, 2006

Hazy shade of winter

Welches Datum haben wir heute?
Den 17. Oktober, oder?
Nicht den 17. Dezember?
Ok, ich wollte nur noch einmal sichergehen, dass ich nicht etwa 2 Monate verschlafen habe.
Ich musste nämlich heute morgen Eis von den Autoscheiben kratzen.
Mitten in der Stadt.
Na gut, im Osten von Berlin. Aber trotzdem.
Na dann herzlich willkommen, Winter.
Ich werd dann heute Abend schon mal die Schneeketten raussuchen.

- Simon and Garfunkel -

Sonntag, Oktober 15, 2006

Money for nothing

Die GEZ ist eine üble Institution. Die Methoden, mit denen sie an die Gebühren der Zuschauer und Zuhörer kommen möchte, sind eine Mischung aus Mafia und den Zeugen Jehovas.
Die Werbespots, die erst einmal die Zuschauer verallgemeinernd kriminalisieren, sind penetrant, dreist und nicht sonderlich witzig.
Und doch möchte ich eine Lanze für die Zwangsgebühr brechen.
Ich persönlich sehe es auch nicht als gerechtfertigt an, wenn mit den Gebührenmillionen Carmen Nebel und Andy Borg subventioniert oder für teuer Geld irgendwelche Sportfestivals gesponsort werden.
Aber nach meiner Reise ins Rheinland wurde mir als Wenig-Fernsehschauer doch bewusst, wie eine Landschaft ohne öffentlich-rechtlichen Rundfunk ausschauen würde.

Start Berlin: Radio Eins. Gute Moderationen, informative Features, interessante musikalische Neuentdeckungen. Sender der RBB-Kette.

Überfahren der Grenze zu meinem Lieblingsbundesland Sachsen-Anhalt: Radio Eins wird unscharf, Wechsel auf SAW. Der Sender ist offensichtlich bemüht, seine Klientel gezielt zu verdummen. Redaktionelle Arbeit besteht aus der Durchführung von Gewinnspielen ("Du bist der 973. Anrufer und hast gerade zwei Tickets für die SAW-Megaparty in Halle gewonnen") und der Ankündigung der Gewinnspiele der nächsten sieben Tage.
Ansonsten gibt es dumpfe Bumsmusik ohne Ende und den nach jedem Stück unvermeidlich gespielten Jingle, der besagt, dass man nur auf Radio SAW die besten Hits der achtziger und neunziger und die grössten Hits von heute hören kann. Grässlich.

Fliegender Wechsel nach Niedersachsen, ebenso fliegender Senderwechsel zu FFN.
Früher einmal ein halbwegs hörbarer Sender (vielleicht war ich einfach auch nur jünger), heute durchaus nahe an SAW, wenn auch noch nicht ganz so schlimm. Die Jingles kommen nur nach jedem dritten Stück, aber das wird schon noch.

Dann endlich: Straßenschild Dortmund in Sicht, Zeit um auf WDR2 zu wechseln. Wieder die große Erleichterung. Moderatoren, die mehr machen, als nur gute Laune zu verbreiten, Reportagen, die informieren und Musik, die nicht dazu einlädt, schon beim Hören den Unterkiefer herunterzuklappen und Speichelfäden herausrinnen zu lassen.

Auf der Rückfahrt das Gleiche in umgekehrter Reihenfolge. Gibt es eigentlich diese Schilder am Autobahnrand nicht mehr, die auf Radiosender und ihre Frequenzen hinweisen? Ich hab jedenfalls keines gesehen und musste deshalb blind im Suchlauf stochern, bis ich die erwähnten Perlen gefunden hatte.

Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass die Rundfunkgebühr nicht völlig verschwendet ist, solange sie dazu genutzt wird, wenigstens ein paar Radiosender am Leben zu erhalten, die nicht einer Hörerverdummung auf ganzer Linie Vorschub leisten.

Ach, noch etwas: Hatte ich schon einmal das Buch "Fleisch ist mein Gemüse" von Heinz Strunk wohlwollend erwähnt? Ja, hatte ich?
Macht nichts.
Ich erwähne es nochmal.
Lobend.
Äusserst lobend.
Kaufen.
Lesen.
Und jedem, der nicht glaubt was da geschrieben steht, sei aus berufenem Munde gesagt:
Es ist wahr. Genauso sieht die Welt aus. Da ist nichts übertrieben.
Also hopp und los in den Buchhandel.

- Dire Straits -

Mittwoch, Oktober 11, 2006

Back for good

"So, ich kauf getz für 500 Mack Schockolade!"
"Das heisst jetzt Euro!"
"Watt denn, nich mehr Schockolade?"

Mit diesem zugegebenermaßen recht flachen Witz möchte ich mich wieder zurückmelden von meinem viertägigen Kurztripp ins Rheinland und ausserdem bei allen recht herzlich entschuldigen, denen mein Post vom Aufräumen ein schlechtes Gewissen gemacht hat.

Haha, nein, war bloß ein Scherz. Natürlich entschuldige ich mich nicht. Ich hatte ein Jahr ein schlechtes Gewissen wegen eines nicht aufgeräumten Kellers. Warum sollte es da anderen besser gehen?

Zu den Reiseimpressionen:

Ich bin sicher, dass ich nicht der einzige bin, der sich bei Baustellen auf Autobahnen die Frage stellt, wo denn verdammt nochmal jetzt die ganzen Werktätigen sind, die diesen Megastau durch eifriges Wuseln am und Aufstemmen des Straßenbelags rechtfertigen.
Meine Theorie: Es gibt sie gar nicht! Dafür gibt es zum Jahresende an einem streng geheimen Ort immer eine rauschende Gala, bei der diejenigen vorgeblichen Straßenbauarbeiter den ersten Preis erhalten, die mit dem geringsten Aufwand den größten Stau produziert haben.
Heiße Titelanwärter in diesem Jahr sind vermutlich die drei Kollegen, die es geschafft haben, auf der A2 kurz vor Hannover durch schlichte Markierungsarbeiten einen 18 Kilometer langen Stau zu provozieren.
Jetzt dürft ihr dreimal raten, wer in diesem Stau gesteckt hat. Die ersten beiden Versuche gelten übrigens nicht.
Sollte man in Zukunft nichts mehr von mir hören, lag ich mit meiner Theorie goldrichtig.
Ihr findet mich dann unter der mittleren Asphaltdecke der B57 Höhe Mönchengladbach.

Köln ist eine hässliche Stadt. Wer das Gegenteil behauptet, war entweder noch nie da oder heisst Millowitsch mit Nachnamen. Aber Köln lebt. Und wie es lebt.
Während Berlin ein dumpfes Pochen ist, ist Köln ein strahlendes Pulsieren.
Und Ballonseidetrainingsanzüge habe ich keinen einzigen gesehen.
Gut, ich war nicht in Ehrenfeld. Und zugegeben, auch das Kölner Dienstleistungsgewerbe stellt nicht den Gipfel der Fröhlichkeit und des zuvorkommenden Services dar. Aber trotzdem - die Stadt lebt und wirkt optimistisch. Da muss Berlin noch arg dran arbeiten.
Es war schön, mal wieder da gewesen zu sein.

Wichtige Mitteilung für Schokojunkies: Lindt hat in Aachen einen Werksverkauf.
Nachdem mir aus oekotrophologisch höchst berufenem Munde der diätische Charakter von Schokolade bestätigt wurde, stand einem umfassenden Einkaufstrip nichts mehr im Wege.
Unsere Schokoausstattung würde jetzt für einen mittelgroßen Supermarkt bis zum Ende der Weihnachtssaison locker ausreichen; ich denke, den Valentinstag könnten wir auch noch bequem mit abdecken.
Es war ja alles soooo viel billiger als im Geschäft.
Etwas deprimiert hat mich die gegen meine Frau verlorene Wette zu der Frage, für wieviel Euro wir denn unseren Einkaufswagen befüllt hätten.
Ich tippte auf 120 Euro, meine Frau auf derer 150.
Zum Trost für den Wettverlust hat mir dann die nette Verkäuferin einmal Fioretto Marzipan umsonst gegeben.
Und man sollte nicht unterschätzen, wieviele Gratisbeigaben Lindt noch auf einen Einkaufswert von 180 Euro drauflegt.

Kurz, es waren ein paar schöne Tage, das Wetter war rheinisch mild und ich freue mich, wieder zuhause zu sein.

- Take That -

Samstag, Oktober 07, 2006

Halt dich an deiner Liebe fest

Genau das habe ich ja gewollt. Ich hab es sogar versucht. Viele Jahre lang. So lang, bis es eigentlich nur noch eine Belastung war.
Aber ich war einfach noch nicht so weit, einen Schlussstrich zu ziehen. Bis heute.
Heute habe ich es getan:

Den Keller aufgeräumt.

Und dabei gemerkt, dass ich tatsächlich manche alte Liebe über Jahre mitgeschleppt habe.
Dummerweise ist manche Liebe doch ganz schön schal geworden und ich habe deshalb beschlossen, nicht daran festzuhalten, sondern sie aufzugeben.
Und was soll ich sagen - es ist, nach Überwindung des ersten Unwohlseins tatsächlich eine Erleichterung.
Vermutlich dieselbe Erleichterung, die fanatische Sammler verspüren, wenn sie sich radikal von ihrer Sammlung trennen.
Aber ich sollte ehrlich sein - mich von allem zu trennen hab ich dann doch nicht übers Herz gebracht. Und so existiert meine Atari-Spielesammlung samt Ataricomputer weiter, die Gespenster-Geschichten sind noch nicht im Altpapier gelandet und auch der schnuckelige kleine Plastikmülleimer, für den ich ja eigentlich überhaupt keine Verwendung habe, hat es nochmal bis zum rettenden Regal geschafft, wo er sich jetzt etwas ängstlich hinter den Percy-Pickwick-Comics versteckt.
Na gut, diesmal ist er noch davon gekommen, aber die nächste Aufräum- und Sortieraktion wird ganz sicher kommen (müssen). Und ob ich nochmal an ihm festhalte, kann ich heute noch nicht mit Gewissheit sagen. So heiß war dann meine Liebe zu ihm nun doch nicht.

- Ton Steine Scherben -

Ps.: Ich hab übrigens auch ein paar verschollen geglaubte alte Lieben wiedergefunden - neben meiner Darth-Vader-Figur (das Lichtschwert suche ich noch) vor allem auch mein Mikrofon.
Hach, ich freue mich ja schon auf die verzweifelten Blicke meiner Bandkollegen, wenn die Ausrede "Du kannst leider nicht mitsingen, weil kein Mikro mehr übrig ist" wie eine Seifenblase zerplatzt.

Freitag, Oktober 06, 2006

Autumn leaves

- Ding Dong

- Ja, bitte?

- Darf ich mich vorstellen? Herbst, mein Name

- Der Herbst?

- Genau der. Ich wollte nur einmal kurz hereinschauen und ihnen mitteilen, dass ich beabsichtige, mich für die nächste Zeit in Ihrer unmittelbaren Umgebung breit zu machen.

- Ach ja? Und was heisst das?

- Na, Sie wissen schon. Erstmal versorge ich Sie mit einem ordentlichen Temperatursturz. Nochmal mehr als 18 Grad? Haha, das können Sie sich aber schon mal abschminken.

- Brrrr, echt jetzt? Keine Chance auf höhere Temperaturen?

- Garantiert nicht. Das heisst, Moment...Moment...ah ja, ich seh grade, die Frau Altweibersommer schaut vielleicht nochmal kurz vorbei. Aber nur so lange, bis Sie sich in froher Erwartung das T-Shirt angezogen haben. dann ist sie nämlich hastdunichtgesehen wieder weg und mir macht es gleich die doppelte Freude!

- Sie sind aber ein ganz schönes Ekel! Sonst noch was?

- Na klar. Und ich hab Ihnen auch ein bisschen Regen mit gebracht. Nebel sowieso. Überfrierende Nässe. Kennen Sie ja alles schon aus dem letzten Jahr!

- Wars das jetzt?

- DAS hätten Sie wohl gerne, was? Schauen Sie mal hier in das kleine Kästchen!

- Wieso, ich seh nix. Da ist doch gar nichts drin. HAAAAAPTSCHIII!

- Hihi, eben doch! 1-A-Bazillen. Erste Wahl. Ist mir für Sie gerade gut genug.

- Dake schöd! Das wär jetzt aber dichd dötig gewesed!

- Doch doch. Mit meinen besten Empfehlungen. Ach ja, Strom- und Heizölpreise sollten auch noch ein wenig ansteigen.

- Drecksau!

- Wie bitte?

- Dichts, dichts.

- Na ich wollte schon gerade sagen. Ich könnte nämlich auch mal mit dem Winter reden, der ist ein guter Kumpel von mir. Der kommt dann gerne ein bisschen eher und bleibt dafür etwas länger. Da würden Sie sich meine 8 Grad Aussentemperatur aber nochmal sehnlichst zurückwünschen.
So, ich bin dann nochmal ein wenig in der Nachbarschaft unterwegs. Die sollen ja auch wissen, was auf sie zukommt. Viel Freude in den nächsten Monaten mit mir wünsche ich Ihnen.

- Oh, da dadke ich Ihded aber aus gadzeb Herzed.

- Ach, nichts zu danken. Es ist mir wie jedes Jahr ein Vergnügen.

- DAS glaube ich Ihded aufs Wort!

- Nat King Cole -

Donnerstag, Oktober 05, 2006

Lebt denn dr alte Holzmichl noch?

- Mama!!!!!

- Was ist denn los, mein Kleiner?

- Mama, die Martha...die Martha hat...hat...

- Nun beruhig dich doch erstmal etwas. Hier hast du ein Taschentuch. Jetzt putz dir erstmal die Nase und dann erzählst du mir ganz in Ruhe.

- Danke, Mama. (prööööt) Also, weisst du, Mama, die Martha hat mich mit Holz beworfen!

- Mit Holz? Das kann ich mir gar nicht vorstellen! Die Martha ist doch so eine Liebe!

- Dohoch. Hat sie aber! Und weisst du wahas? Sie hat ausserdem auch noch behauptet, dass ich ihr jetzt Fragen beantworten muss.

- Naja, weisst du, mein Kleiner, wenn man etwas gefragt wird, dann muss man auch antworten.

- Aber...aber die Martha hat doch...

- Neinnein, das ist schon in Ordnung. So schlimm wird es ja auch nicht gewesen sein - du lebst ja noch. Und ich kann nicht einmal eine Beule sehen. Ausserdem, wenn die Martha dich etwas gefragt hat, kannst du ihr ruhig antworten. Was will sie denn wissen?

- Also zuerst soll ich ihr verraten

Fünf Dinge, die ich nicht habe, aber gerne hätte:
- Endlich Frieden weltweit,
- mehr Geduld mit Menschen, die ich mag,
- weniger Ahnungslosigkeit,
- einen rot-grünen Senat in Berlin.

- Das sind erst vier. Eins musst du noch.

- Ok, dann hätte ich gerne noch

- den Hauptgewinn im Lotto,
- ein großes Haus mit Swimmingpool,
- ein eigenes Kino,
- Schluss jetzt!

- Na guuuut. Dann will sie wissen

Fünf Dinge, die ich habe, aber lieber nicht hätte:

- Zwei Kilo zuviel, noch zwei Kilo zuviel, noch zwei Kilo...

- Halthalt, so geht das aber nicht! Da musst du dir schon etwas mehr Mühe geben!

- Na gut:
- 10 Kilo zuviel,
- eine Katzenallergie,
- Haare auf dem Rücken,
- Knacken im Knie,
- die NPD im Bezirksrat.

- Na also, es geht doch!

- Jetzt noch

Fünf Dinge, die ich nicht habe und auch nicht haben möchte:
- Eine ansteckende Krankheit, Masern, Mumps, Röte...

- Du machst es ja schon wieder! Masern, Mumps und Röteln sind ansteckende Krankheiten. Nochmal bitte.

- Na guuut. Eine ansteckende Krankheit,
- Tinnitus
- ein bratziges Kind
- eine Internetverbindung mit 32KBit
- ein Focus-Abo

- Und zum Schluss wüsste sie gerne noch
Fünf Gerngelesene an die das Stöckchen weiterfliegt und die es vielleicht aufheben mögen:
- Ha, das ist einfach: MichA aka Rolle, das (noch gar nicht so) alte Rotfell, Knurrunkulus, Unkita

- Moooment! Du weisst genau, wie sehr Unkita diese Stöckchenschmeisserei hasst!

- Ich will aber! Ich will, ich will, ich will!

- Na gut, dann wirf es halt rüber. Aber komm nicht an und heule, wenn er es nicht fangen möchte! Das sind übrigens nur vier, einen musst du noch.

- Das ist jetzt ganz einfach: Der Klappsenschaffner, wer denn sonst?

- Na siehst du, das war doch gar nicht so schlimm. Und jetzt gehst du wieder raus und verträgst dich mit Martha. Und dann spielt ihr noch ein bisschen. Aber denk dran, nicht mehr lange, in einer halben Stunde gibt es Abendbrot.

- Ja, Mama


- De Randfichten -

Und hier noch eine kleine editorische Notiz für alle die, die sich die Mühe machen, auch noch mal in ältere Posts zu schauen:
Der von mir ebenso gerngelesene Herr Kapaun warf mir das Stöckchen unlängst ebenfalls zu. Ich hoffe, er verzeiht mir, dass ich die Antworten nicht nochmal aufschreibe, die gelten nämlich heut noch wie vor Jahr und Tag.

Mittwoch, Oktober 04, 2006

Unity

Und wieder einmal ein dritter Oktober vorbei. In allerlei Ansprachen auf allerlei Festivitäten wurde dann letztlich doch wieder der aufgewärmte Einheitsbrei der letzten 16 Jahre aufgetischt, der immer noch nicht einmal ansatzweise so aussieht oder schmeckt, wie er damals auf der Speisekarte angepriesen wurde.

Ausgelöffelt wird er natürlich trotzdem, aber gleichzeitig nehmen immer mehr Menschen die Trotzhaltung des Suppenkaspars ein und weigern sich, einen Bissen davon zu nehmen.
Zurück bleibt am Ende des Tages dann wieder einmal eine kalte und schale Pampe, die unauffällig entsorgt wird, bevor man sich wieder dem Tagesgericht zuwendet.

Was bleibt bei mir von diesem Tag hängen?

1. Ich hab wieder ein sauberes Auto. Meinem Wunsch nach einer dem Feiertage angemessen Optik unseres kleinen Mazdas
(und der dringenden Aufforderung meiner Gemahlin, ich möge die Karre endlich mal wieder saubermachen, verdammt noch mal)
ist es zu verdanken, dass der Kleine jetzt wieder in glänzender Optik durch Berlin rollt und die bewundernden Blicke der Passanten auf sich zieht.
Ich hab sogar innen gesaugt!
Und das, obwohl ich ihn doch im März erst gründlich gereinigt habe. Aber was tut man nicht alles, um dem Feiertag angemessen zu begegnen.
Und für Herrn Trainbuk: Ich war Montag in der Waschanlage und nicht Samstag. Und die Tankklappe ist links!

2. In Leipzig gab es 80.000 Euro Sachschaden im Zusammenhang mit einer Nazi-Demo. Ja, den Schaden haben linke Gegendemonstranten verursacht. Und ja, das ist keine gute Sache und wirft ein schlechtes Licht auf diese Gruppe.
Aber warum bitte schön dürfen diese rechten Maden denn überhaupt das Recht erhalten, auf die Straße zu gehen und dort eine Ideologie zu vertreten, die vor gut 60 Jahren Europa nahezu in den totalen Zusammenbruch gestürzt hat und Millionen Menschen das Leben kostete.
Jaja, ich weiß, wir haben das grundgesetzlich verbriefte Recht der freien Meinungsäußerung.
Nur stelle ich mir die Frage, warum es sein kann, dass es zugelassen wird, dieses Recht zu missbrauchen, wenn das erklärte Ziel ist, dieses Recht abzuschaffen.
Diese Säcke berufen sich auf grundgesetzlich verbriefte Rechte und wollen doch nichts anderes, als diese Rechte beseitigen, sobald sie genügend Macht dazu haben. Dürfen und können wir so etwas hinnehmen?

Es wird immer wieder gesagt, dass eine stabile und wehrhafte Demokratie so etwas aushalten kann. Aber leben wir noch in einer stabilen und wehrhaften Demokratie? Oder wird diese Demokratie ganz langsam vom Rand her ausgehöhlt? Noch vielleicht nur in einigen Nestern in Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen-Anhalt. Noch kann man sich im Westen beruhigt zurücklehnen und sich über die Rückständigkeit in diesen Nestern amüsieren. Und vielleicht milde besorgt den Kopf schütteln. Aber wenn nicht langsam einmal ein radikales Umdenken geschieht, ist es bald vorbei mit dieser Überheblichkeit.

Ich hoffe, dass vorher endlich einmal jemand aufwacht und die Bedrohung tatsächlich als solche erkennt. Der Staat ist heute um nichts weniger gefährdet als in den siebziger Jahren zu Zeiten der RAF. Die Bedrohung mag damals greifbarer gewesen sein, in Form von Attentaten und Entführungen. Aber sie ist deswegen heute nicht weniger präsent. Nur richtet sie sich statt gegen Personen und materielle Werte diesmal gegen die demokratischen Grundstrukturen Deutschlands.

Ich wünsche mir sehr, dass das endlich einmal allen bewusst wird und die erforderlichen Konsequenzen gezogen werden. Ein Parteiverbot wäre ein Anfang. Es wäre nicht die Lösung des Problems, aber ein erster Schritt. Und er würde viele folgende Schritte erheblich erleichtern.

- Queen Latifah -

Montag, Oktober 02, 2006

Ein Lied zieht hinaus in die Welt

So, nu aber.
Die Jungs und Mädels von Track4.de hatten anscheinend auch Wochenende.
Das ist aber jetzt vorbei und die Songs sind da.
Überschwängliches Lob könnt Ihr gerne hier posten, vernichtende Kritik bitte ich auf der Seite des Sängers zu hinterlassen.

Reichtum und Ruhm, wir kommen! Oder wenigstens Reichtum. Oder Ruhm. Oder - ach, was weiß ich denn.

- Jürgen Marcus -

Sonntag, Oktober 01, 2006

Carbonara

Ich beabsichtige, gestern im Lotto gewonnen zu haben.
Natürlich könnte ich jetzt auch einfach einmal den Fernseher einschalten, den Videotext der ARD aufrufen und nachschauen, ob ich meine Absicht vom heutigen Tag gestern in die Tat habe umsetzen können.
Aber erstens ist der Videotext der ARD unglaublich langsam und zweitens würde ich mich dann aller Spannung berauben.
Ich hoffe, dass die Besucher dieses Blogs mir und meinen Gewinnzahlen gestern während der Ziehung der Bällchen eifrig die Daumen gedrückt hatten.
Und wehe, es sind nicht mindestens sechs Richtige mit Zusatzzahl. Aber ich weiß ja dann wenigstens, wer daran schuld ist.

Aber was ich eigentlich sagen wollte:
Ich hasse Spiralnudeln. Diese komisch gedrehten Dinger, die alle Welt in Nudelsalaten und sonstigen Pastagerichten so toll findet, verursachen bei mir bereits beim Ansehen einen Würgereiz. Kommt jetzt einer und will mir erklären, dass Spiralnudeln im Prinzip doch genau wie alle anderen nur hat eben gedreht betrachte er sich von mir als verächtlich angeschnaubt.
Natürlich weiß ich das auch. Das heisst, mein Kopf weiß das. Mein Magen weiß das aber nicht. Der weiß nur, dass mir als Kind einmal furchtbar schlecht war, nachdem ich Spiralnudeln gegessen habe. Und gegen Kindheitstraumata macht man eben nix. Wer einmal als Kind beim Essen eines Apfels einen Wurm angebissen hat, wird ja auch künftig keine Äpfel mehr essen wollen. Oder Würmer.

Aber was ich eigentlich sagen wollte:
Aufgrund der bohrenden Nachfragen diverser Blogbesucher habe ich mich ein wenig mit der Technik des Einstellens von Musikstücken ins Internet befasst. Und bin fündig geworden. Nämlich hier.
Und genau da muss man auch draufklicken, wenn man hören will, wie Musik klingt, die Braincap so macht. Man muss natürlich nicht draufklicken. Kann man aber. Und sich dann freuen, weil einem die Stücke gefallen. Oder ärgern, weil die Stücke ja echt mies sind. Das kann man aber nur beurteilen, wenn man sie sich mal angehört hat.
Ach ja, wenn sie jemandem nicht gefallen, sei ihm gesagt:"Pah!"
Und dass es noch nicht die finalen Versionen sind. Aber wenn wir sie nicht so langsam mal einem größeren Publikum kundtun, wird das ja nie was.
Also: Klick, load and listen

- Spliff -