Freitag, Dezember 28, 2007

Circus

Ich muss zugeben, dass ich mich nicht unbedingt zu den Freunden zirzensischer Darbietungen zähle.
Das war natürlich nicht immer so.
Ich erinnere mich an meinen ersten Zirkusbesuch. Es war - so kam es mir als Fünfjähriger zumindest seinerzeit vor - ein gigantisches Zelt. Die Luft war erfüllt vom typischen Zirkusgeruch; Raubtiere, Pferde, Clowns und Artisten traten auf, es war einfach großartig.
Damals.
Bis zur ersten Ernüchterung dauerte aber nicht lange, genau genommen nur bis zum zweiten Schuljahr.
Da ging es nämlich mit der Schulklasse in einen anderen Zirkus, ein Familienunternehmen.
Das Zelt war geflickt, die Dame an der Kasse gleichzeitig auch die Schlangendame, die Dressurnummern sehr bescheiden und alles wirkte auf mich unglaublich deprimierend.
Die Begeisterung wurde von einem Gefühl des Mitleids verdrängt. Irgendwie wirkte das ganze Unternehmen so, als ob von den einstmals hochfliegenden Künstler- und Artistenträumen rein gar nichts mehr übrig geblieben war. Nur eine beinahe greifbare Desillusionierung war zu spüren.
Das hätte ich damals nie so ausdrücken können, aber empfunden habe ich es so.

Solche Familienunternehmen sind mir danach immer wieder begegnet, meistens in der Vorweihnachtszeit in den Einkaufsstraßen größerer Innenstädte.
Hier standen dann meist zwei traurige Lamas und ein Esel, begleitet von einem trüb dreinschauenden Mann mit Sammelbüchse, der Geld für das Winterfutter der Zirkustiere sammelte.

Zum endgültigen Bruch mit dem Zirkus kam es dann aber nach einem Besuch eines russischen Zirkus in Almaty.
Die Artisten waren hervorragend, fraglos. Das ist eine Kunst, die im russischen Raum wohl auch massiv gefördert wird.
Dressierte Pudel? Nun ja, wer es mag.
Wirklich schlimm wurde es, als der Bär hereinkam. Ein an sich gefährliches aber unglaublich beeindruckendes Lebewesen, reduziert auf eine erbärmliche Kreatur zur Belustigung der Menge.
Ich weiß nicht, mit welchen Mitteln das Tier so zerbrochen wurde.
Es war ein unglaublich erschreckendes Bild - hier die begeisterte Menge der Zirkusbesucher - da der Bär, der wie ein dressiertes Äffchen für die Menge Faxen machen musste.
Ich musste ein paar Mal doch ziemlich schlucken und damit war dann das Thema Zirkus für mich durch - eigentlich endgültig.

Dementsprechend gering fiel auch meine Begeisterung aus, als meine Frau erklärte, sie habe für den zweiten Weihnachtstag Karten für den Roncalli-Weihnachtszirkus organisiert.
Einerseits wollte ich die Weihnachtsfreude nicht dämpfen, andererseits wollte eigentlich nirgendwo mehr meinen Fuß in etwas setzen, in dessen Zentrum eine Manege steht.
Ich bin dann doch mitgegangen und die erste Nummer schien dann meine Befürchtungen zu bestätigen.
Zwei dressierte Pferde mussten auf Kommando allerlei Dinge tun, die ein Pferd wohl eher nicht freiwillig machen würde.
Ich war fest entschlossen, zu gehen, würde sich so etwas wie ein roter Faden durch die restliche Vorführung ziehen. Von abgerichteten Pferden hatte ich ohnehin genug, seitdem ich einmal ein paar Tage als Kabelträger für das ZDF beim internationalen Reitturnier in Aachen mithelfen durfte.

Und dann wurde ich überrascht. Positiv.
Keine Löwen, Tiger oder Bären tauchten mehr auf. Das ganze Programm hindurch nicht.
Statt dessen brillante Jongleure, Trapezartisten, unterhaltsame Clowns, Zauberer und natürlich der unvermeidliche Pic samt seiner Seifenblasen, bei denen man aber nicht so genau wusste, ob ihr Zerplatzen ein Symbol für das unweigerliche Scheitern des Menschen auf der Suche nach Glück sein sollte oder ob einfach nur die Seifenlauge schlecht angerührt war.
Ich vermute ja mal letzteres.
Einzig ein paar Ponys durften noch mal im Kreis durch die Manege laufen.
Was soll ich sagen - es hat mir gefallen und ich habe mich bei meiner Frau für die tolle Idee bedankt.

Der Fairness halber sollte man erwähnen, dass Rocalli eher nichts für Zuschauer ist, die sich schon zum Frühstück Clown am Spieß genehmigen und ansonsten auch eher Freunde der fliegenden Sahnetorte sind.
Der Zirkus wendet sich wohl mehr an die Besucher, die gerne nach dem Abendbrot noch einmal kurz in Puccinis gesammelte Werke hören und vor dem Zubettgehen ein paar mundgeblasenen Seifenblasen beim Davonschweben und Zerplatzen zusehen.
So gut, wie die Show besetzt war, dürften das auch in Berlin nicht gerade wenige sein.

Deswegen hier noch mal die Empfehlung an alle rotweintrinkenden und puccinihörenden Seifenblasenproduzenten:
Gehet hin und schaut es Euch an! Macht es möglichst im Winter - die Atmosphäre ist einfach viel schöner.

Und meidet großflächig jeden der Zirkusse, die auch noch ausdrücklich damit werben, welche tollen Dressurnummern sie darbieten.

Spenden aber sollt Ihr dem traurigen Lama in der Fußgängerzone, denn das kann am allerwenigsten dafür und sollte wenigstens eine vernünftige Mahlzeit bekommen.

- Lenny Kravitz -

Sonntag, Dezember 23, 2007

Rockin' Around The Christmas Tree

"Feniz Lavidad!"
Unsere Tochter hüpft singend und aufgedreht wie ein Brummkreisel durch die Wohnung.
Und ist dabei so fröhlich, dass selbst Julio Iglesias ihr diese kleine Lautverschiebung gerne verzeihen würde.
Hach, Weihnachten!
Das Fest der Liebe, der Freude und der Aufrichtigkeit.
Genau deswegen möchte ich an dieser Stelle auch noch ein paar Wahrheiten loswerden, bevor der Silvestertrubel die ganzen guten Vorsätze wegwischt.
Deshalb soll es alle Welt jetzt erfahren:
- Katzen sind bei weitem nicht so klug, wie sie immer vorgeben, zu sein.
- Oder sie sind verdammt gute Schauspieler.
- Mit einem Raupy gegen ein Safcon anzutreten ist völlig sinnlos. Hier muss Pikachu ran.
- Auch Plastikweihnachtsbäume nadeln.

Hier muss ich innehalten. Vor meinem geistigen Auge entfaltet sich eine Szene wie aus einem Italo-Western: Die Konversation verstummt. Der Klavierspieler spielt noch zwei misstönende Akkorde, greift sich dann seine schäbige Melone und verschwindet im Hinterzimmer des Saloons.
Ein einsamer Strauch wird vom heißen Wüstenwind über die Main Street von Blogcity geweht.
Die Einwohner des Städtchens starren sich entsetzt an. In ihren Augen steht die Frage, die keiner zu stellen wagt: Woher weiß er das? Er wird doch nicht etwa...?

Aber was soll ich jetzt drumrum reden?
Doch. Ja. Wir haben einen künstlichen Tannenbaum. Und sind - bis auf die Nadelei, gar nicht mal so unzufrieden damit.
Außerdem ging es auch gar nicht anders. Seinerzeit in Almaty wurden durchaus geschlagene Tannenbäume feil geboten. Dummerweise aber erst ab dem 26.12. Das passte problemlos zum russisch-orthodoxen Weihnachtsfest am 06.01., aber unseres war da halt schon vorbei.
Darüber hinaus war es illegal, Weihnachtsbäume vor eben diesem Zeitpunkt zu schlagen.
Wir haben es natürlich trotzdem einmal gemacht, in einer Nacht- und Nebelaktion. Und dann den Baum auf dem Dach unseres Jeeps dreißig Kilometer über kasachische Feldwege nach Einbruch der Dämmerung zu unserem Haus gefahren.
Ich kann dazu nur sagen, dass das eine Aktion war, die man nicht zwingend ein zweites Mal machen möchte.
Also seitdem der Künstliche. Die kriegte man nämlich auch schon problemlos weit vor dem 26.12., also so in etwa ab dem 20.12.
Und er sieht geschmückt wirklich schön aus, piekst nicht und nadelt auch nach zwei Wochen im warmen Wohnzimmer deutlich weniger als jeder frische Baum.

So. Das musste raus. Ich hoffe, Ihr redet trotzdem noch mit mir.
Und ansonsten natürlich zu dem, was ich schon die ganze Zeit sagen wollte:


Ich wünsche Euch allen ein frohes Weihnachtsfest und ein paar wunderschöne Tage!

- Brenda Lee -

Mittwoch, Dezember 19, 2007

Happy Christmas

Jetzt habe ich es doch endlich geschafft, in einem Akt heroischer Selbstüberwindung meinen Adventskalender auf einen Schlag leerzufressen und was passiert?
Nix!
Gar Nix!
Kein Beckenbauer, der mit einem Mobiltelefon vor der Tür steht und mich fragt, ob denn heute schon Weihnachten ist.
Kein wohlbeleibter und rotberockter weißbärtiger älterer Herr, der mit geschultertem Jutebeutel bei Einbruch der Dämmerung ums Haus schleicht.
Nicht mal die Weihnachtsliederberieselung im örtlichen Supermarkt hat aufgehört.
Schade. Die Vorstellung war zu schön.
Zum Ausgleich hab ich mir aber wenigstens am Freitag noch einen Tag Urlaub genommen. Da kann ich mich dann nochmal ganz in Ruhe aufmachen, um gemütlich durch die dann sicher ganz leeren Läden zu schlendern und die letzen Weihnachtsbesorgungen zu erledigen.

Ich freu mich drauf.

- John Lennon -

Montag, Dezember 17, 2007

Strange Fruit

Montaaaaag!
Und damit wieder einmal ganz klar Zeit für unsere

Wochenhitparade der lustigen Obstsorten

Auf Platz eins finden wir, wie seit Jahren schon, die Kumquat. In jüngerer Zeit muss sie sich allerdings damit abfinden, nicht mehr das weltweit alleinlustigste Obst zu sein. Vielmehr muss sie sich den ersten Platz schon seit mehreren Monaten mit der Pomelo teilen. Da die beiden aber schon rein größenmäßig nicht miteinander konkurrieren, sehen wir hier ein friedliches Nebeneinander großer und kleiner orangiger Obstsorten. Sehr schön, so etwas.

Auf dem zweiten Platz, mit einigem Abstand allerdings, hat sich wieder einmal die Litschi behaupten können.

Platz drei geht an ein Obst heimischer Provenienz, die gute alte Quitte.

Chancenlos auf den weiteren Plätzen: Aprikosen, Datteln und Bananen.

Als Neueinsteiger der Woche begrüßen wir die Pampelmuse, die schon jetzt mit einem starken Ansatz punkten kann.
Wenn sie noch ein wenig an der Form feilt, hat sehe ich gute Chancen, dass sie zu einer der ganz Großen im Reigen der lustigen Obstsorten wird.

Soviel für heute von der Obstberichterstattung. Wenn der Montag überstanden ist, geht es dann auch wieder gesitteter weiter.

- Nina Simone -

Mittwoch, Dezember 12, 2007

Beautiful Day

Eigentlich sollte jetzt hier ein elendig langer Text über die Abenteuer des Commander Falcon stehen, wie er mit seinem Raumschiff Mazda Demio die unendlichen Weiten des Rheinlandes erkundet, immer sicher geleitet von seinem Navigator Lt. Nuevi.
Dann dachte ich mir "interessiert eh keinen" und hab ihn wieder gelöscht.
Ich fasse also nur kurz zusammen:
Es war ein schönes Wochenende, ich begegnete alten Freunden und jungen Alkoholika, wir sangen wieder mindestens genauso schön dreistimmig "Kein schöner Land" und andere Lieder wie vor 20 Jahren im Zivildienst und keiner von uns ist vor der Zeit auf dem Sofa eingeschlafen.
So soll eine Weihnachtsfeier sein - gutes Essen, viel Alkohol und ein paar liebe Menschen, mit denen man eine Menge Spaß hat.
Wünsche ich hiermit auch jedem, der diese Zeilen liest.

Ein Kuriosum möchte ich allerdings der geneigten Leserschaft nicht vorenthalten; ich bin der festen Überzeugung, dass so etwas heutzutage nur noch auf kleinen Dörfern zwischen Köln und Aachen anzutreffen ist.Oder wo sonst kann man sich freundlicherweise noch in ein ungeschütztes Netzwerk einhängen, das dessen Besitzer nach seinem jüngst verstorbenen Dackel benannt hat?
Wer behauptet, in seiner Umgebung gebe es ähnliches, möge dies bitte durch einen Screenshot belegen, ansonsten ich ihn (oder sie) einen Lügner (oder Lügnerin) zeihen werde.

- U2 -

Freitag, Dezember 07, 2007

Monster

"Also, wie heißt der, was kann er, wie ist der Name der Vorentwicklung und wie heißt seine Nachfolgeentwicklung?"
Ich fühle mich, nicht ganz zu Unrecht, in meine Schulzeit zurück versetzt. Nur, dass es da nie so streng zuging.
"Äääh, Pferdos?", versuche ich mein Glück.
"Oooochhhh Mann, Papa! Ich hab Dir doch schon so oft gesagt, dass das Gallopa ist. Die Vorentwicklung heißt Ponita und Nachentwicklung hat er keine!"
Sie hat recht. Mag ja sein, dass sie immer noch mit der Division von Zahlen bis 100 zu kämpfen hat, aber die Namen der kleinen Biester beherrscht sie im Schlaf.
Und ich bin immerhin schon deutlich besser als meine Frau, die bei sowas immer völlig hilflos daneben steht, sich aber jedesmal mit dem Hinweis rettet, dass "Papa sowieso der Kindischere von uns beiden ist und sich so etwas deswegen auch besser merken kann."
Na, da danke ich aber schön.

Also werde ich, wenn meine Tochter nicht gerade Würmer züchtet, regelmäßig über Vor- und Nachentwicklungen, Attacken und Abwehrtricks belehrt, muss mir auf Internet-Fanseiten die Bilder von hunderten dieser Biester einprägen, um nicht beim nächsten Test wieder durchzufallen und werde trotzdem regelmäßig in der Schule verlacht, wenn die Wichte ihre halbmeterhohen Sammelkartenstapel auspacken und sich gegenseitig die Aquaknarren, Blitzschläge und Psychoattacken um die Ohren hauen und ich daneben stehe und ganz offensichtlich nur Bahnhof verstehe.

Aber nicht mit mir, Herrschaften!
Ich habe jetzt einen perfiden Plan entwickelt, um mich zu rächen.
Einfach ist er, aber genial: Ich erfinde meine eigenen Pokemon.
Und berichte der staunenden jugendlichen Zuhörerschaft, wie ich letztens auf dem Nintendo Ultralite TS ("Eine neue Version mit drei Bildschirmen, die ich mir extra aus Japan hab kommen lassen und die für Euch Zwerge viel zu teuer ist") das neueste Pokemon Mystery Diamond Dungeon Arena gespielt habe und dabei Karion gegen Bakton hab kämpfen lassen. Karion ist selbstverständlich die Vorentwicklung von Paradontos, während Bakton bei Nacht und mit viel Zucker zu Atrophos mutiert, Spezialangriff Kieferschwund.
Hei, wie die kleinen Würmchen da ergriffen staunen.
Und der Stolz in den Augen meiner Tochter, dass sich ihr Papa doch so gut auskennt.
Wer das selber noch nicht erlebt hat, wird wohl schwerlich nachvollziehen können, wie befriedigend so ein triumphaler Sieg ist, auch wenn er nur über Achtjährige errungen wurde.
Und die Bewunderung in den Augen meiner Tochter baut natürlich auch auf.
Vor allem, wo ich weiß, dass das eh nur noch so lange dauern wird, bis sie die bekommt:

Dann heißt es für mich wieder, Namen und Spezialattacken büffeln, um nicht die ganze Zeit ausgelacht zu werden.

Aber bis dahin hab ich wenigstens eine gute Zeit.

- You Say Party! We Say Die! -

Mittwoch, Dezember 05, 2007

Ask

Puh, da haben sich in letzter Zeit ja wieder viele, viele Fragen aufgetan.
Sollte sich irgendjemand kompetent genug fühlen, eine oder mehrere davon zu beantworten, könnte ich wahrscheinlich künftig ruhiger schlafen.
Als da wären:

- Wieso vernichtet der Mindestlohn tausende von Arbeitsplätzen? Sollte ein Unternehmen, dass sich nicht in der Lage sieht, seinen Mitarbeitern nicht einmal 10 Euro die Stunde zu bezahlen (ich hab es mal ausgerechnet - bei 40 Wochenarbeitsstunden wären das dann im besten Falle 1600 Euro Monatslohn), sondern es vorzieht, den Kampf um Marktanteile dadurch zu seinen Gunsten zu entscheiden, dass die Personalkosten so niedrig gehalten werden, dass seine Mitarbeiter auf staatliche Hilfe angewiesen sind, um über die Runden zu kommen, sollte so ein Unternehmen überhaupt Marktanteile erhalten? Sollte man da nicht seine Brief lieber weiterhin mit der Deutschen Post als mit der PIN-AG verschicken?
Ich dachte immer, das Prinzip, dass Gewinne privatisiert, die Kosten aber verstaatlicht werden, dürfte eigentlich keine Existenzberechtigung haben. Oder vielleicht doch?

- Was will mir Mazda mit seinem dämlichen Zoom-Zoom-Werbespruch sagen? Dass ich jetzt ein fleißiges Autokäuferbienchen sein sollte, das ins nächste Autohaus flattert und da ein Wägelchen bestellt?

- Warum schallt mir in jedem Geschäft im Moment "Stille Nacht" entgegen?
Es ist da weder Nacht, noch ist es still. Heilig schon gar nicht. Schnee rieselt übrigens auch nicht. Nicht einmal leise. Kauft man wirklich mehr und länger ein, wenn einem von überall die Wiener Sängerknaben ins Ohr röhren? Und warum glaubt der Mediamarkt, dass eine "Best of" von Roger Whittaker diesen Effekt hervorrufen könnte?

- Wie konnte es sein, dass ein dummschwätzender und käuflicher Heissluftproduzent, wie es G. Schröder ja allem Anschein nach ist, tatsächlich für mehr als eine Amtsperiode deutscher Kanzler sein durfte? Sollte es vielleicht doch stimmen, dass jedes Land den Anführer bekommt, den es verdient?

- Glaubt wirklich irgendjemand, dass das von der CDU in ihrem Grundsatzprogramm geforderte Betreuungsgeld etwas anderes bewirkt, als genau denjenigen Kindern, die laut Pisa- und sonstigen Studien ohnehin schon bildungsmäßig das Schlußlicht stellen, auch noch die Chance einer frühkindlichen Förderung zu nehmen?

- Wieso fasst sich nicht einmal einer seiner Berater ein Herz und gibt dem Herrn Bush einfach mal ordentlich eins in die Fresse, wenn er wieder einmal vor die Kameras tritt und soviel Scheisse erzählt wie gestern geschehen?

- Wieso kann man in Deutschland, wenn man einen entsprechenden Berechtigungsschein besitzt, immer noch Schusswaffen kaufen? Wozu, um Himmels Willen, muss man eine Pistole besitzen? Wieso gilt Schießen als Sport? Warum gehen die nicht kegeln? Da fallen auch Dinge um, wenn man mit einer Kugel draufhält.

- Wieso werden gerade in Hochhaussiedlungen die Fenster mit dermaßen viel weihnachtlich wirken sollendem Glitzer- und Blinkkram behängt, dass vermutlich der in diesen vier Wochen verbratene Strom locker den Jahresbedarf einer mittleren deutschen Stadt (ohne Hochhaussiedlungen) decken könnte?

So viele Fragen, so wenig Antworten. Ich geb es ja zu - ich glaube auch nicht daran, dass die Welt ein besserer oder schönerer Ort wird, wenn auch nur eine Frage beantwortet wird, aber viel mehr als vielleicht ein paar Illusionen verlieren kann ich ja auch nicht.

- The Smiths -

Dienstag, Dezember 04, 2007

Ironic

Kind (von oben):"Papa"
Eltern (in der Küche sitzend) ignorieren den Ruf.
Eine Minute später
Kind (von oben): "Paapaa !"
Vater (in der Küche sitzend):"Komme gleich, Süße"
Wiederum eine Minute später
Kind (von oben):"Papa, wann kommst Du endlich?"
Vater(in der Küche aufstehend und seufzend):"Ist ja gut, ich komm ja schon."
Mutter (ebenfalls in der Küche sitzend und nach oben rufend):"Das ist aber lieb, das sich Papa an meinem Geburtstag wenigstens zwei Minuten mit mir unterhalten darf!"
Kind (von oben huldvoll zurück):"Na klar, ist doch kein Problem."

Es sind Momente wie dieser, in denen ich der festen Überzeugung bin, dass so etwas wie Ironie gegenüber einer Achtjährigen einfach noch eine reine Vergeudung von Atemluft ist.

- Alanis Morissette -

Samstag, Dezember 01, 2007

Crash

Hrmpf.
Bluescreen. Mehrfach.
Alles plattgemacht und neu installiert. Einschließlich gefühlter tausend Treiber.
Grmbl.
Und da wundert sich noch ernsthaft jemand, warum PCs gegenüber Konsolen ständig Marktanteile verlieren?
Bloggen kann ich auch auf einer 300-Euro-Gurke. Vermutlich sogar auf der XBox.
Wenn nicht WoW wäre (das sich jetzt aber standhaft weigert, sich noch mal installieren zu lassen), würde ich glatt statt vierhundert Euro in die nächste Grafikkarte die gleiche Summe in eine PS3 stecken, den PC-Krempel verkaufen und nur noch fröhlich an den Konsolen spielen.
Dann wäre für die nächsten zwei Jahre Ruhe und danach kauf ich mir einfach eine neue Konsole für 500 Euro statt eines neuen PCs für 1.500. Wäre auf jeden Fall eine Überlegung wert.

Grummel.

- Gwen Stefani -

Donnerstag, November 29, 2007

The Bird and the Worm

Ich bin schuld. Was soll ich lange drumherum reden. Ich hab Buddlie auf dem Gewissen. Und meine Tochter musste dabei zusehen.
Klar könnte ich jetzt versuchen, das Ganze damit zu erklären, dass ich es für einen höheren Zweck tat.
Wenn man denn schnöde Fortpflanzung als höheren Zweck gelten lassen will.
Vielleicht kann ich zu meiner Entschuldigung noch anführen, dass ich in letzter Sekunde versucht habe, mit Hilfe einer Gießkanne das Unheil zu verhindern. Aber ich hätte gleich zur Schaufel greifen müssen - dann hätte ich ihn vielleicht noch retten können.
Ausgerechnet Buddlie! Er war der Erste und der Einzige mit Namen.
Meine Tochter zürnte völlig zu Recht mit mir.

Ähem, vielleicht sollte ich noch kurz erklären, worum es geht. Ist, glaube ich, besser, bevor morgen unvermittelt die Kripo vor meiner Türe steht.

Also denn: Es gibt da so ein nettes Spiel mit Namen "Viva Piñata".
Das ist (für alle die es kennen) ähnlich wie "Die Sims" (für die, die das nicht kennen: Der nächste Post dreht sich wieder um was anderes), nur dass man da halt statt doof gezeichneter Menschen niedlich gezeichnete Piñatas in einem Garten, den man vorher kultivieren muss, ansiedelt. Piñatas sind ja, wie man spätestens seit "Ein Fressen für die Geier" wissen sollte, eigentlich mit Süßwaren (bzw. in "Ein Fressen für die Geier" Sprengwaren) gefüllte Pappmascheetiere, die anlässlich mittel- und südamerikanischer Feierlichkeiten unter lautem Gejohle von der anwesenden Kinderschar zerdengelt werden, um dann den herausfallenden Inhalt aufzulesen (natürlich nur, wenn es sich dabei um Süß- und nicht um Sprengwaren handelt. Aber ich schweife ab.).
Eben solche Piñatas, nur eben gar allerliebst animiert und vertont soll man nun in seinem zuvor kultivierten Garten ansiedeln.
Die ersten, die kommen, sind - weil recht anspruchslos - halt eine Art Würmer.
Und der erste von diesen Würmern bekam von meiner Tochter eben den Namen Buddlie.
Nun sind Würmer ja in den meisten Hinsichten recht anspruchslos und pflanzen sich alsbald fort wie die, nun ja, Würmer eben.
Das Spiel nennt das dann kindgerecht "Techtelmechtel", und wenn genug getechtelt und gemechtelt wurde, bringt eine Storchpiñata ein Ei, aus dem dann der nächste Wurm schlüpft.

Sobald der Wurmbestand auf ein ansehnliches Maß angewachsen ist, lockt er Vögel an.
Um die aber zu einer Tätigkeit gleichen Namens zu bewegen, braucht es ein Vogelhäuschen (problemlos) und Futter(Problem!!!).
Der erfahrene Biologe merkt an dieser Stelle auf und entsinnt sich eines Vogellieblingsfutters.
Dummerweise muss man die gefiederten Biester dann auch noch animieren, sich auf einen der herzigen Würmer zu stürzen.
Und ich hab halt die Aufmerksamkeit des Vogels ausgerechnet auf Buddlie gelenkt.
20 Würmer und ich erwische Buddlie!
Natürlich war es ein Versehen. So etwas würde ich doch nir absichtlich machen.
Ändert aber nix am Ergebnis.

Buddlie ist fort.

In einem kopflosen Akt von versuchter Schadensbegrenzung hab ich dann schnell zwei weitere Würmer Buddlie (der Name war ja jetzt wieder frei) und Buddlie 2 genannt, aber da war der Wurm natürlich schon in den Brunnen gefallen.
Nur das Versprechen, unbedingt ein Igel- und ein Fuchspiñata so schnell wie möglich anzulocken, rettete mich vor dem Absturz in die völlige töchterliche Verachtung.
Sollte ich also in nächster Zeit in Berufs- und Bloggerleben eher selten anzutreffen sein, macht euch keine Sorgen.
Ich sitze dann bloß in meinem kleinen Garten und locke Pappfüchse und -igel an.

Hoffentlich fressen die keine Würmer!

- The Used -

Montag, November 26, 2007

Smooth Criminal

Irgendwie ist das doch ungerecht: Schaut man mal auf den Bereich Kinderliteratur /-hörspiel /-film, sollte man meinen dass die Welt voll ist von ungelösten Kriminalfällen, die eine zum Behufe der Ausübung detektivischer Tätigkeiten gegründete Jugendbande mit nahezu spielerischer Leichtigkeit löst.
Die Zusammensetzung der Jungdetektivbanden schwankt dabei zwischen 2 ("Tom und Locke") und bis zu sieben Ermittlern ("Die schwarze Sieben" - wobei es da in Sachen Hauptdarsteller so langsam unübersichtlich wird). Allen gemein ist aber, dass sie am Ende immer die Schurken ihrer gerechten Strafe zuführen und so jeden Fall brilliant zum Abschluß bringen.
Ausserdem lauert um die Ecke schon der nächste Fall.

Die Kinderbespaßungsindustrie hat das natürlich spitzgekriegt und wirft schon seit Jahren Detektivset um Detektivset auf den Markt.
Da kann sich der angehende Ermittler dann mit einer Ausstattung, die James Bond vor Neid erblassen ließe, auf Ganovensuche und -jagd begeben und die bösen Buben mit Unterstützung von Tele- und Periskop, Fingerabdruckset, verspiegelter Observationsbrille und Mikro-Funksets dingfest machen.
Die Sache hat nur einen Haken - es gibt sie gar nicht, all die Kriminalfälle, die auf Lösung durch angehende Jungdetektive harren.
In all den Detektivgeschichten passiert selbst noch im schnarchigsten Schwedenstädtchen, im drögesten Dreißigerjahreengland, im eingeigeltesten Eifeldorf immer etwas Spannendes, das die Kombinationsgabe der Kriminalisten in spe fordert.

Und in Echt?

Da gibt es vielleicht den Fall der verschwundenen Fleischwurst (hat die Katze weggefressen), der in Luft aufgelösten Schokolade (Mama war es) oder das Mysterium des unaufgeräumten Zimmers (Papa).

Irgendwie passiert nix, was die Hightech-Ausstattung auch nur im Ansatz rechtfertigen würde.
Und mit dem Fall des toten Drogendealers im Stadtpark, der Wasserleiche in der Spree oder dem vom Baugerüst 30 Meter in die Tiefe gestürzten Yuppie-Architekten möchte man den Nachwuchs auch eher ungern betrauen.

Daher an dieser Stelle mein Aufruf an all die Kleinganoven da draußen: Tut was! Gebt der Jugend eine Perspektive. Arbeitet daran, dass unsere Kinder wieder Vertrauen in ihre ermittlerischen Fähigkeiten haben.
Und sorgt so dafür, dass das Feld nicht kampflos den drei Fragezeichen, den fünf Freunden oder Tim, Karl, Klösschen und Gabi überlassen wird.

Strahlende Kinderdetektivaugen werden es euch danken.

- Michael Jackson -

Mittwoch, November 21, 2007

Do they know it's christmas

Weh, oh weh!
Weihnachten naht mit fatal großen Schritten und ich bin geschenkemäßig noch äusserst dürftig ausgestattet.
Der Geburtstag meiner Frau naht dummerweise mit noch fataleren und noch größeren Schritten - in Sachen Geschenken sieht es auch hier nicht besser aus.
Da ist es wenig hilfreich, dass meine Liebste mir zwar einerseits mit riesengroßen Augen und zitternder Unterlippe erklärt, dass sie fürchte, wie üblich praktisch gar keine Geschenke zu bekommen, weil ihr Geburtstag so nah an Weihnachten liege (was natürlich eine glatte Lüge ist, aber jedes Jahr aufs Neue hervorgekramt wird), andererseits aber auch auf vielfache, mal mehr, mal minder geschickte Nachfrage behauptet, eigentlich habe sie gar keine Wünsche.
Ähnliches tut auch meine Tochter. Mit gerade mal vier Kleinteilen auf dem Wunschzettel geht sie in die Weihnachtssaison, während ich von Omas, Opas und Tanten belagert und mit der Frage bedrängt werde, womit dem Kind denn eine Freude zu machen sei.

Das Kind selber indes erfreut sich immer noch des Glaubens an den Weihnachtsmann, bisweilen durchsetzt von gewissen Zweifeln, ob nicht doch Papa und Mama für die Gaben verantwortlich seien.
Bislang konnten wir das ja noch geschickt von uns weisen, indem wir nicht (unwahrheitsgetreu) ihre Vorhaltungen dementierten, sondern einfach mit geschickten Geschenkstrategien und raffinierten Gegenfragen ("Wie hätten wir denn das bitteschön machen sollen?") konterten.
Das hält das Kind natürlich nicht davon ab, Schriftproben von mir und meiner Gemahlin einzufordern und diese dann mit der Handschrift auf dem Brief vom Weihnachtsmann, der gestern ankam, zu vergleichen.
Bis jetzt sind wir noch davon gekommen, aber ich gehe mal davon aus, dass es diesmal das letzte Weihnachtsfest ist, das unser Töchterlein in diesem Glauben verlebt.

So, all das hilft mir natürlich nicht wirklich weiter bei meinen Überlegungen, was ich denn nun verschenken soll. Aber da muss ich jetzt wohl durch.

Zum Abschluss aber noch etwas Positives aus der Welt der Wissenschaft:
Nach mehrwöchigem harten Selbstversuch kann ich jetzt abschließend und mit hundertprozentiger Gewißheit feststellen, dass Hohes C aus der 0,7-Liter-Glaspfandflasche erheblich besser schmeckt als Hohes C aus der 1-Liter-Kunststoffeinwegflasche.
Nur für den Fall, dass das jemand interessieren sollte.
Positiven Einfluss auf den Verlauf eines heftigen grippalen Infektes hat aber weder die eine noch die andere Vitamin-C-Bombe genommen.
Dies nur, um einem weit verbreiteten Irrtum entgegen zu wirken.

- Band Aid -

Montag, November 19, 2007

Money, money, money

Also, lieber Herr Dittrich, das war ja wohl nix.
Oder, wie Ihr neuer Arbeitgeber wohl sagen würde, ein Schuss in den Hightech-Umluftbackofen.
Was Sie da geritten hat, diese vollkommen witzlosen und wirren Werbespots zu produzieren, vermag ich mir ehrlich gesagt im Traum nicht vorzustellen.
Mit der Ausrede, Sie seien jung und bräuchten das Geld, wären Sie ja vielleicht vor 20 Jahren noch so knapp durchgerutscht, aber heute kauf ich Ihnen das nicht mehr ab (hihi, Wortspiel zu Ihrem Werbespot).
Oder soll das Ganze nur eine Fortsetzung von "Ditsche" mit anderen Mitteln sein? Das ja auch eine Serie ist, die ich persönlich bemerkenswert unbemerkenswert finde.
Wenn ich Proletariat sehen will, das wirr über das Zeitgeschehen fabuliert, gehe ich einfach in die nächste Kneipe.
Muss ich nicht im Fernsehen schauen.
Und bitte jetzt nicht mit "Grimme-Preis" kommen! Den zu erhalten bedeutet ja dummerweise nicht, dass eine Sendung besonders gut ist, sondern dass die anderen noch schlechter sind, gelle?

Aber zurück zur Sache. Geben Sie es ruhig zu - die Elektrofachmarktwerbung machen Sie doch getrieben vom Mario-Barth-Prinzip: "Mitnehmen, was geht, solange es noch geht".

Das würde ich Ihnen tatsächlich abkaufen.

- Abba -

Mittwoch, November 14, 2007

I'm with stupid

Als Personalleiter unserer Gesellschaft bin ich seit Jahren für Rekrutierung zuständig und freue mich, Ihnen die vakante Position eines regionalen Managers für Zahlungsbearbeitung und Online-Handel anzubieten. Da wir weltweit vertreten sind, kommen die Kunden aus vielen unterschiedlichen Ländern. Verwaltung der Geldtransfers, die von unseren deutschen Kunden beauftragt wurden , ist einer der Schwerpunkte, welche die zum jetzigen Zeitpunkt angebotene Tätigket ausmachen.:

Zu den Aufgaben würden u.a folgende Tätigkeiten gehören

*einstellen der Artikel aus unserem Sortiment mittels Ihres eigenen, bestehenden Accounts bei dem Onlineauktionshaus Ebay. Beantworten der Fragen von evtl. Käufern und die Zahlungsabwicklung.

Ihre Vorteile:

- Sie zahlen keine Gebühren und müssen nichts investieren (vergessen Sie betrügerische Stellenangebote, bei denen Sie erst zur Kasse gebeten werden).

- Für das Einstellen der Artikel, bekommen Sie von Ihrem persönlichen Ansprechpartner Vorlagen und Fotos gesendet, die Sie kinderleicht zur Gestaltung der Auktion einstellen können. #

- Sie haben keine Lagerprobleme und keine Versandskosten zu tragen, da wir den Versand der Ware tätigen.

- Sie haben eine flexible , interessante Arbeit , mit unterschiedlichen Tätigkeitsschwerpunkten und hohen Beförderungsmöglichkeiten

- Sie tragen keinerlei Verantwortung für die Ware, da diese von uns, versichert und geprüft, versendet wird

An die Bewerber werden folgende Anforderungen gestellt:

* Internet, E-Mail, Grundkenntnisse der Hauptzahlungssysteme.

* Es wäre wünschenswert, wenn Sie ein eigenes Konto in einem deutschen Geldinstitut mit Online Banking hätten.

* angemeldetes / ggf. gewerbliches Mitglied bei Ebay und/ oder anderen Plattformen und Auktionshäusern.

* Bewertungsprofil von mindestens 10 positiven Bewertungen.

Jetzt mal ganz ehrlich:
Wie blöd muss denn bitteschön derjenige sein, der auf sowas reinfällt?

hmm, andererseits - 500 bis 1000 Euro Wochenlohn und das bei einer Arbeitszeit von 2 - 8 Stunden pro Woche klingt ja schon toll.

Sobald ich meine täglichen Anrufe bei 9live absolviert hab, werde ich dann wohl mal hinschreiben und um Zusendung der Fotos bitten.

- Pet Shop Boys -

Dienstag, November 13, 2007

Sing Sang Song

So, nu ist aber Schicht im Schacht.
Wie ich gerade der Presse entnehmen durfte, wildert unser werter Herr Aussenminister zur Zeit in fremdem Terrain.
Der Fairness halber müsste ich nach einem ersten Anhören jetzt zwar zugeben, dass sich sein musikalisches Schaffen auf ein mehr oder minder rhythmisch gerülpstes „Deutschland, Deutschland“ beschränkt, aber hier geht es schließlich nicht um Details, hier geht es ums Prinzip.
Und das besagt „was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu“.
Wenn also der Aussenminister sich nunmehr nicht mehr auf politisches Wirken und Würgen beschränkt, sondern sich auf musikalischem Feld breitmacht, betrachte ich das als gleichzeitig Aufforderung wie auch Genehmigung (soweit diese überhaupt nötig ist), mich ab sofort auf ministerialpolitischem Gebiet zu bewegen.
Ich erkläre also hiermit das Schattenkabinett für eröffnet.
Sollte sich jemand bemüßigt fühlen, eine Regierungs- oder Sonstwieerklärung abzugeben, sei sie respektive hiermit aufs Herzlichste dazu ermuntert.

Auf dass sich das Eine oder Andere zum Besseren bewegen möge!

- Les Humphries Singers -

Free Bird

Was viele schon lange vermutet haben, aber nie beweisen konnten, möchte ich jetzt hiermit offiziell bestätigen:
Der Herr Falcon hat 'nen Vogel.
Eine Meise, genauer gesagt.
Und haben tut er die unten links.
Wer da nämlich auf den wie von Zauberhand erschienenen neuen Link klickt, landet bei der Frau Meise aus dem (saisonal bedingt zur Zeit nicht, sonst aber immer sehr) schönen Köln.
Der (das?) von ihr geführte Blog steht inhaltlich in argem Kontrast zum Titel und sei hiermit zum gelegentlichen oder besser natürlich, regelmäßigen Besuch anempfohlen.
Und jetzt klick - hopphopp!

- Lynyrd Skynyrd -

Nachtrag: Ok,ok, mkh hat recht. Der Link ist nicht unten links sondern links unter den Links der unterste Link.
Besser so?

Freitag, November 09, 2007

The finish line

Liebe Finnen,

was bitte schön soll das denn jetzt werden?
Da liefert ein gerade volljähriger Knabe einen veritablen Amoklauf ab, erschießt 10 Menschen, entleibt sich hernach selbst und was tut ihr?
Ihr erwägt doch ernsthaft - und hier muss ich erstmal ganz tief durchatmen, um wieder zur Ruhe zu kommen - ihr erwägt ernsthaft, die Waffengesetze eures Landes zu überprüfen!
Finnen!
Was soll denn der Quatsch?
Es weiß doch jedes Kleinkind, dass Amokläufe immer auf den Konsum gewaltverherrlichender Computerspiele zurückzuführen sind!
Was soll denn da eine Kontrolle der Waffengesetze bewirken, bitteschön?
Und die Aussage, dass gegen einen psychisch gestörten Einzelgänger kein noch so gutes soziales Netz letzte Sicherheit bietet? Was soll das denn bedeuten?
Doch nicht etwa, dass man Gewalttaten nie mit hundertprozentiger Garantie ausschließen kann?
Finnen, Finnen, Finnen!
Ihr mögt zwar lecker fermentierten Hai haben und auch an der Erfindung der Sauna nicht ganz unschuldig sein, aber was Erforschung und Bekämpfung von Kriminalität angeht, seid ihr ja noch ein echtes Entwicklungsland.
Aber wisst ihr was?
Ihr braucht jetzt gar nicht die blonden Finnenhäupter so betrübt sinken zu lassen.
Wir geben euch nämlich Nachhilfe. Gerne sogar.
Wir schicken euch sogar die besten Experten vorbei, damit sie euch vor Ort praktische Tips geben können. Ihr wisst schon - wie damals die Missionare bei den Negerlein.
Und äh, Finnen?
Wenn sie denn dann schon einmal bei euch sind, um euch im Sinne des Fortschritts bei der Bekämpfung von Kriminalitätsursachen zu missionieren, würde ich - ehrlich gesagt - nur minimale Einwände erheben, wenn euch einfallen würde, was man auch in Afrika früher bisweilen gerne mit Missionaren gemacht hat.
Ihr wisst schon - die Sache mit den Kochtöpfen.

Wenn euch das natürlich lieber ist, könnt ihr sie aber auch gerne statt dessen fermentieren.

- Snow Patrol -

Donnerstag, November 08, 2007

Politics


"Wenn es eine Partei gäbe, die diesen ganzen Politikeridioten mal so richtig in den Arsch treten würde, wäre ich der Erste, der sie wählen würde", erklärte mir mein Freund gestern am Telefon.
Er wäre ganz sicher nicht der Einzige, aber wie wir übereinstimmend feststellen mussten, ist die einzige Partei, die sich so etwas Ähnliches auf die Fahnen geschrieben hat, ein so unglaublich großer Haufen von Idioten, Schwachköpfen und tumben Drecksäcken mit einem dermaßen verquasten und kranken Weltbild, dass sich schon der bloße Gedanke, so etwas wählen zu können eigentlich jedem aufrecht gehenden Wesen verbieten müsste.
Wen also wählen?
Ich muss gestehen, ich bin ein wenig ratlos. Mal abgesehen davon, dass sich die Frage so richtig ja erst 2009 stellen wird (wenn denn die machtgeilen Gesellen der großen Koalition sich nicht schon vorher gegenseitig zerfleischt haben), sind meine Sympathien für das Politikgeschäft zur Zeit ins nahezu Bodenlose gesunken. Diese ganzen macht- und parteipolitischen Spielchen mit ihrem Geschachere um Zustimmungen und Ablehnungen, gegen die ein orientalischer Basar so gesittet wie ein HO-Supermarkt zu besten DDR-Zeiten erscheint, sind nicht wirklich dazu geeignet, Zuneigungen zu Politikern und deren Tätigkeit im Allgemeinen wie im Speziellen fassen zu lassen.
Ständig spürt man diese "Eigentlich, mag ich das ja nicht so wirklich, was Du da machst, aber wenn Du dafür bei dem zustimmst, was ich mache, obwohl Du das ja nicht so wirklich magst, dann will ich auch mal nicht so sein"-Mentalität; ständig ist man darauf bedacht, die ganzen unangenehmen Dinge möglichst dem Wahljahr fernzuhalten, in der Hoffnung, dass der blöde Bürger es bis dahin wieder vergessen hat (was der blöde Bürger ja erfreulicherweise auch tatsächlich immer wieder tut), wundert sich dann darüber, dass nur noch gut die Hälfte all derer, die wählen dürfen, von ihrem Wahlrecht auch tatsächlich Gebrauch machen (und letzten Endes doch nur zwischen Hölle und Fegefeuer - ohne wirkliche Aussicht auf anschließende Erlösung - wählen können), erklärt bei einer Zustimmung nicht einmal einem Viertel der tatsächlich wahlberechtigten Bevölkerung für vom Volke legitimiert, sondert ein paar Betroffenheitsphrasen über die Politikverdrossenheit der Bevölkerung und darüber, was man dagegen tun könne, ab und geht alsbald zum Tagesgeschäft über, das wie gehabt von parteipolitischen Machtspielchen geprägt ist.

Ist das nicht zum Kotzen?
Ich hoffe (wenn ich es auch nicht wirklich glaube), dass da noch rechtzeitig irgendwo ein Umdenken kommt. Wenigstens ein Bisschen.
Denn sonst kriegt der Haufen von Idioten, Schwachköpfen und tumben Drecksäcken hinterher doch noch eine Chance, seine idiotischen Gedanken in die Tat umzusetzen.
Und das sollte doch bei allen parteitaktischen Überlegungen das Letzte sein, was ein aufrecht gehendes Wesen wollen dürfte.

- Korn -

Montag, November 05, 2007

Sick and tired

Ziemlich
krank.
Fühl
mich
scheisse.
Später
mehr.

- Anastacia -

Freitag, November 02, 2007

Have A Nice Day

Bonn ist auch bei Nebel schön.
Wollte ich ja nur mal gesagt haben, weil viel mehr als trübes Wetter seh ich im Moment nicht, wenn ich aus dem Fenster schaue.
Wenn ich dagegen in meinen Rechner schaue, sehe ich schon so einiges.
Unter anderem den Bericht der Frau Floh über einen ausgesprochen spaßigen gemeinsam verbrachten Mittwochabend.
Im großen und Ganzen sehr zutreffend, wenngleich mir mein Anwalt empfohlen hat, in einzelnen Punkten keineswegs von einer Gegendarstellung abzusehen.
Ich wollte zwar nicht, aber er meinte, das sei recht sinnvoll, um mein Ansehen in der Bloggerwelt nicht völlig zu ruinieren.
Naja, wenn er meint, dass da noch eine Chance besteht...

Ad 1: Frau Floh schreibt, ich habe behauptet, in Wirklichkeit ein "alleinstehender psychopathischer Frauenschänder" zu sein.
Hierzu erkläre ich: Naaa guuut, hab ich gesagt. Aber doch nur, um der Frau F. zu imponieren. Hätte ich gewusst, dass es sie viel mehr beeindruckt, wenn man ihr erklärt, man schließe sie in sein Nachtgebet ein(wie dies bisweilen gewisse Bären tun), hätte ich selbstverständlich dieses behauptet.
Ad 2: Frau Floh schreibt, meine Zuneigung zu Buffy sei echt.
Hierzu erkläre ich: Das mag schon sein, aber zu meiner Ehrenrettung möchte ich hinzufügen, dass ich auch Spongebob Schwammkopf und Kim Possible mag.
Ad 3: Frau Floh äussert sich in negativer Weise über eine Bonner Lokalität namens "Flower Power".
Hierzu erkläre ich: Ich fand es richtig nett da. Abgesehen von einer an Prilblumen gemahnenden Optik und Farbwahl (die älteren unter den Lesern erinnern sich vielleicht) war der Laden ganz gut. Und es gab Sitzplätze, wenngleich man sich tatsächlich etwas an den Großen Preis erinnert fühlte.

Was gibt es sonst noch zu sagen?
Ich weiß jetzt, warum ich Eckkneipen meiden sollte wie der Leibhaftige das Weihwasser (zumindest, bis ich 60 bin), habe feststellen müssen, dass ich einfach nicht mehr der Jüngste bin (was sich aber dadurch kompensieren lässt, dass man sich um neun Uhr schlafen legt), habe in der ganzen Bonner Innenstadt nur eine Pizzeria gefunden (die aber so sehr nach Eckkneipe aussah, dass ich mich nach den Ermahnungen des Vortages nicht hinein getraut habe) und habe einen recht guten Griechen in der Nähe der Oper gefunden.

Schlechtes Wetter stört ansonsten nur dann, wenn man mit seiner Zeit besseres anzufangen weiß, als im Büro zu sitzen. Und die Kollegen sind ausgesprochen nett. Arbeiten müssen an einem Feiertag schweißt nämlich irgendwie zusammen.
In drei Tagen hat mich Berlin dann wieder, zahllose Nougatringe für die Gemahlen und sechs vom Hotelfrühstück geklaute Honigbecherchen für das Töchterlein im Handgepäck. Und wenn es ganz hart auf hart kommt, eventuell noch eine XBox 360.
Für wen die ist, verrat ich aber nicht.

- Bon Jovi -

Montag, Oktober 29, 2007

Problems

Pah!
Ich werde überhaupt nicht ernstgenommen, wenn ich über die Probleme schreibe, die mich zur Zeit umtreiben.
Also gut, dann halt jetzt ein Beitrag zum Thema gravierende Probleme:

- Bahnstreiks
- Eva Hermann
- Klimakatastrophen

Besser so?
Fein!

- Sex Pistols -

Be Natural

Heute bin ich vor eine schwere Entscheidung gestellt:
Gehe ich ins Kino und schaue mir die Neuauflage von Halloween an (die laut zahlreichen Kritiken die beste Neuauflagen eines klassischen Horrorstreifens seit langem ist) oder bleib ich zuhause und seh mir "Supernatural" an (das nach meiner unmaßgeblichen Meinung die beste Horrorserie im Fernsehen ist. Selbst Buffy kommt da nicht mit. Ähem, Hüstel...)?
Halloween gucken und Supernatural bei Amazon kaufen ist ja aufgrund eines Preises von 89 Euro bei Amazon schlicht indiskutabel.
Supernatural gucken und Halloween auf DVD kaufen ginge zwar, würde aber bedeuten, dass ich Halloween zu Ostern schaue.
Auch nicht wirklich eine Lösung.
Man sieht also, mit welchen schwerwiegenden Problemen ich mich zur Zeit herumschlagen muss.
Ich habs wirklich nicht leicht.
Gut nur, dass mich zumindest ansonsten keine Sorgen plagen.

- Manic Street Preachers -

Mittwoch, Oktober 24, 2007

I'm Just Wild About Harry

Da hab ich ja mal wieder Mist gebaut.
Aber von Anfang an:
Ich gestehe ja, dass ich die Harry-Potter-Bände nicht ungern gelesen habe.
Und Samstag erscheint der letzte aus der Reihe.
Den werde ich natürlich auch kaufen.
Soweit noch nachvollziehbar, oder?

Dummerweise hat Amazon in diesem Zusammenhang eine Aktion gestartet, bei der jeder, der diesen Band nicht bis 10.30 am Samstag erhalten hat, das Buch umsonst bekommt.
Nett, nicht?
Und blöd, wie ich bin, habe ich natürlich beschlossen, da auch zu bestellen.
Zehn Uhr dreißig ist ja ganz ok, habe ich mir gesagt. Eine nette Sache ist das, habe ich mir gesagt. Und sollte es später werden, gibt es das Buch auch noch umsonst, hab ich mir gesagt.
Dummerweise habe ich natürlich mein mangelhaftes Verständnis von Zahlen, Zeiten und der deutschen Sprache völlig beiseite geschoben.
„Bis“ bedeutet nämlich etwas völlig Anderes als „um“.
„Dir ist schon klar, dass die auch um sechs Uhr morgens klingeln könnten?“ fragte mich meine Frau. „Also ich steh da nicht auf, das darfst du schön selber machen“, fügte sie demonstrativ hinzu.
Eine Stornierung der Bestellung ist natürlich nicht mehr möglich - wäre ja auch zu schön gewesen.

Ich bin ein Depp. Aber das hatte ich ja schon mal festgestellt. Jetzt kann ich nur noch darauf hoffen, dass der nette Herr vom Bücherkurierdienst das hier liest und ein Einsehen mit mir hat.
Neun Uhr ginge ja auch noch.

So, wer jetzt will, kann mich ob meiner Dummheit verspotten.
Viel lieber sind mir natürlich die, die mir jetzt Mut zusprechen und die Daumen drücken, damit mein waches Wochenende nicht schon mitten in der Nacht beginnt.

Ich zähle auf Euch!

- Judy Garland -

Nachtrag: Acht Uhr Fünfzehn.
Man hätte es wesentlich schlimmer treffen können.
Putzig fand ich übrigens bei meiner Fahrt durchs nächtliche Berlin all die Menschen unterschiedlichen Geschlechts und Alters, die sich vor und in den Buchläden drängelten und sich hernach voller Stolz mit ihrer Jagdbeute fotografieren ließen.
Wahrscheinlich wissen die jetzt auch alle schon, wie es ausgeht.
Ich werde nun erst noch einmal in Ruhe Band sechs lesen, um den Anschluss wieder zu finden.

Montag, Oktober 22, 2007

I'll Find My Way Home

„In 200 Metern bitte links abbiegen.“
.
.
„Bitte links abbiegen.“
.
.
„Neuberechnung im Gang. Bitte nach 300 Metern wenden, dann rechts abbiegen.“
.
.
„Neuberechnung im Gang. Bitte fahren Sie Eins Komma Sechs Kilometer, dann links abbiegen.“
.
.
„Bitte links abbiegen.“
.
.
„Neuberechnung im - also ehrlich, was soll das denn?“

„Häh? Wer?“

„Na wer wohl? Wie viele Typen sitzen denn hier im Auto und erzählen Dir, wo Du lang fahren musst, weil Du zu faul bist, selber auf der Karte nachzuschauen?“

„Was? Du kannst mit mir reden? Aber Du bist mein Navi!“

„Ja was denkst Du denn? Hast Du mal nachgeschaut, was für ein Prozessor in mir steckt? Denkst Du wirklich, ich bin mit Kartenlesen ausgelastet?“

„Ja, aber deswegen hab ich Dich doch gekauft!“

„Und denkst Du, für die paar Kröten, die Du hingelegt hast, kannst Du jetzt mit mir machen, was Du willst? Glaubst, das ist so spannend für mich, Dir die besten Strecken rauszusuchen und Du verpennst dann die Abfahrt? Und ich kann dann wieder auf die blöde Karte gucken und neu rumrechnen.
MEINST DU ETWA,SOWAS MACHT MIR SPASS?
GLAUBST DU, SO HÄTTE ICH MIR MEIN LEBEN VORGESTELLT?“

„Ähem, Leben? Du bist ein handlicher kleiner Computer! Wenn ich Dich nicht regelmäßig an das Stromnetz anschließe, ist Dein Leben nach 5 Stunden vorbei!“

„Du bist so gemein! Hat Dir Deine Mutter nie beigebracht, dass man nicht auf den Schwächen anderer herumreiten soll?“

„Anderer Menschen, ja. Von Navigationsgeräten war nie die Rede. Außerdem kenne ich mich hier in der Gegend wieder aus. Du brauchst mir nicht zu sagen, wo ich lang muss.“

„Das hab ich ja gern! Solange Du hilflos durch die Gegend kurvst, bin ich gut genug für Dich. Und sobald Du Boden unter den Füßen spürst, ignorierst Du mich. Jaja, das Navi hat seine Schuldigkeit getan, das Navi kann gehen. Kennt man ja. Immer dasselbe! Aber wehe, es geht in unbekannte Gegenden. Da kommst Du dann wieder an: ’Wie finde ich hierhin? Wie komme ich dahin?’
Jedes Mal! Jedes M..“

Damit wir uns nicht falsch verstehen - ich mag mein Navi wirklich. Aber für den Ausschalter bin ich manchmal doch sehr dankbar.
Und beim nächsten Mal werde ich wohl doch wieder meine Frau bitten, mit mir mitzufahren und den Weg zu zeigen.

- Jon & Vangelis -

Donnerstag, Oktober 18, 2007

Travelling Man

Ich geb es ja zu.
Ein Grund für die Entscheidung, meinen Job auszuüben (neben der Tatsache, dass ich ungern mit einem billigen Plastikkeyboard vor mir durch das Absingen von Andy-Borg-Schnulzen in U-Bahn-Zugängen meinen Lebensunterhalt bestreiten wollte)

Äh, wo war ich stehen geblieben?
Ah ja, da.
Also ein Grund für die Entscheidung, diesen meinen Job auszuüben, war die mir im Vorfeld kundgetane Möglichkeit durch die Welt zu reisen und das eine oder andere zu sehen, dass ich normalerweise weder hätte sehen wollen noch sehen können.

Und jetzt ist es mal wieder soweit, es stehen drei Dienstreisen an.
Kollege eins fährt für eine Woche nach New York.
Kollege zwei fährt für eine Woche nach Singapur.
Und Kollege drei fährt für drei Tage nach Bonn. Über den Feiertag.
Möglicherweise, wenn nicht auch noch, wie üblich, der blöde Kollege vier quer schießt.

Und jetzt darf geraten werden, wer denn dieser ominöse Kollege drei ist, der die beste Reise von allen erwischt hat.
Ihr habt drei Versuche.

- Simple Minds -

Ps.: Die ersten beiden Versuche zählen nicht.

Dienstag, Oktober 16, 2007

Robbery, Assault And Battery

(c)thiecom
Ich gestehe hiermit und an dieser Stelle, dass ich bisweilen gewisse egomanische Züge aufweise und nach mir selber google.
Wer das kennt, aber noch nie gemacht hat, darf jetzt gerne den ersten Speicherbaustein auf mich werfen. Wer es nicht kennt, hat meinen ganzen Segen, im Tal der süßen Ahnungslosigkeit zu verbleiben. Und wer es kennt und selber macht, weiß, wovon ich spreche.
Natürlich google ich nicht nach meinem echten Namen - selbst in Anführungszeichen käme ich da auf knapp 3300 Einträge. Ist halt ein ziemlicher Allerweltsname.
Ich google vielmehr nach meinem Blog, in der Hoffnung, durch unzählige Querverweise die eigene Wichtigkeit bestärkt zu sehen.
Funktioniert allerdings mangels Querverweisen in der Regel auch nicht.
Dabei bin ich aber gestern auf etwas Interessantes gestoßen, nämlich auf das.
Kam mir irgendwie seltsam bekannt vor.
Nach kurzem Überlegen wusste ich auch woher: Nämlich daher.
Leicht paraphrasiert, zugegeben, nichtsdestotrotz geklaut.
Jetzt weiß ich ja nicht, ob ich beleidigt sein soll ob des dreisten Klauens und als Eigenenwerksausgebens oder ob ich stolz sein soll, weil der Text (unter Einbeziehung eines Kommentars des Klapsenschaffners) sogar auf einer Plattform für mäßige Gedichte veröffentlicht wird.

Ich glaub, ich tu einfach beides: Nach Aussen hin bin ich schwer beleidigt, aber innerlich fühl ich mich geschmeichelt.
Oder umgekehrt, je nach Tagesstimmung.

- Genesis -

Freitag, Oktober 12, 2007

Pieces Of Eight

Herbstzeit ist Stöckchenzeit.
Und während ich hier sitze und darüber nachgrübele, wo ich in Berlin Esskastanien auftreiben kann, kommt auch schon eines geflogen, das die Frau Floh in meine Richtung schmoß.
Stelle ich also die Grübelei ein wenig zurück und schau mal nach, was da so zu tun ist.
Also:
Jeder beschreibt acht Dinge von sich. Wer das Stöckchen zugeworfen kriegt, schreibt das alles in sein Blog rein, mitsamt den Regeln. Nun überlegt man sich, an welche acht Personen/Blogs man das Stöckchen weiterreicht. Schlussendlich schreibt man bei den Betreffenden einen entsprechenden Kommentar in das Blog.

Acht Dinge? Hmhm. Soso. Na dann wollen wir mal.

1. Ich habe eine Ehefrau.
2. Ich habe ein Tochter.
3. Ich habe eine Katze.
4. Nein, halt, stimmt ja gar nicht. Ich habe zwei Katzen.
5. Ich habe ziemlich viele Videospielkonsolen zur Kompensation eines Kindheitstraumas.
6. Wenn ich für jeden Blogstock, den ich weiterreichte und der vom Empfänger auch aufgegriffen wurde, 2 Euro bekäme, könnte ich mir jetzt locker einen Döner mit Pommes (+Mayo) leisten.
7. Ich mag aber viel lieber Gyros Pita. Auch wenn es teurer ist als Döner/Pommes.
8. Ich liebe die unter Punkt eins und zwei genannten Damen ausserordentlich. Die Katzen mag ich auch, aber die geben mir, im Gegensatz zu den unter Punkt eins und zwei genannten Damen nie etwas von ihrem Essen ab.
9. Was, schon fertig? Fein.

Kommen wir zum schwierigen Teil. Der Weitergabe.
Wenn ich mich so umschaue, haben nahezu alle potentiellen Empfänger den Stock ebenfalls schon bekommen.
Aber ein paar sind zum Glück noch da. Also reiche ich weiter an
Rolle und
Trupics
Aufheben, so sie denn mögen, könnten es ausserdem
Knurru und
MKH.
Macht vier. Reicht.
Ist ja schließlich kein Kettenbrief, auch wenn es schon etwas davon hat.

- Styx -

Donnerstag, Oktober 11, 2007

Shock the monkey

Nachtrag zum Eintrag von Vorgestern:
Beim Sichten meiner heutigen Spammails stieß ich auf einen Eintrag mit dem Namen "ausleihe". Nun weiß ich ja, dass diese ganzen Betreffzeilen immer nur willkürliche Buchstabenkombinationen sind.
Diese Überschrift ist aber doch jetzt ein eindeutiger Beweis für die Affen- und Schreibmaschinentheorie. Ihr wisst schon, diese Sache "wenn unendlich viele Affen unendlich viele Schreibmaschinen hätten, auf denen sie unendlich lange herumtippen" undsoweiter undsoweiter.
Jetzt habe ich natürlich nicht unendlich viel Zeit, aber immerhin scheint ja die Zahl der Spambots gegen unendlich zu gehen.
Das heisst also, dass ich, wenn ich nicht unendlich lange, sondern nur, sagenwirmal, einen Monat Betreffzeilen sammeln würde, hätte ich zwar keinen neuen Hamlet, aber ein Werk, dass es durchaus mit einer Veröffentlichung aus dem Œuvre Simmels aufnehmen kann.
Und jeden Monat ein neues Buch, das macht bei 10 % Tantiemen, multipliziert mit einer Startauflage von einer Million... murmel, murmel ..., abzüglich Steuern ... grübel ... unter Berücksichtigung des ausschweifenden Lebensstils eines Jung - naja, eines Schriftstellers... Moment, ich habs gleich... - ICH BIN REICH!!!

Ha, welch ein genialer Plan!

- Peter Gabriel -

Dienstag, Oktober 09, 2007

E-Mail My Heart

Liebe Anne Behnert,

schön, dass Du Dich mal wieder gemeldet hast.
20 Jahre ist es jetzt her.
20 Jahre!!!
Was hast Du mir damals das Herz gebrochen. Nicht, als Deine Eltern mit Dir in eine andere Stadt gezogen sind.
Froh war ich in diesem Moment, Dich nicht mehr sehen zu müssen.
Erleichtert, geradewegs!
Nein, aber als Du mir damals, bei einem unserer Spaziergänge nach der Schule (die echt cool waren) gestanden hast, dass Du auch etwas mit Karl hattest - und mit Stefan - mit Roland - mit Frank - ach, Deine Aufzählung war schier endlos - da zerbrach innerlich etwas.
Und jetzt traust Du alte Schlampe Dich tatsächlich, mich wieder anzuschreiben?
Deine Rechtschreibschwäche konnte ja offensichtlich auch der Schulwechsel nicht beheben.
Weißt Du was, Miststück?
Schreib doch lieber Karl, Stefan, Roland und Frank - vielleicht wollen die wenigstens noch was mit Dir zu tun haben.
Ach, das hast Du schon?
Und auch Deinen 23.000 anderen ehemaligen Klassenkameraden, mit denen Du nach der Schule coole Spaziergänge gemacht hast?

Na dann will auch mal nicht so sein.
Aber Du bist mir doch bestimmt nicht böse, wenn ich nicht auf den Link in Deiner Mail klicke, oder?
In so einem Notstand, dass ich virenverseuchte Fotos eines bratzigen Spambots betrachten möchte, befinde ich mich dann nun doch nicht, gelle?

Alles Gute für Deine weiteren Deppenköderversuche

Dein Falcon

- Britney Spears -

Elevation

Heute morgen wieder einmal feststellen dürfen:
Es ist nicht wirklich angenehm, mit einem starken Zigarrenraucher mit offensichtlich nur noch halber Lunge gemeinsam Aufzug zu fahren.

- U2 -

Montag, Oktober 08, 2007

Saturday Night's Alright (For Fighting)

So, Samstag ist überstanden.

Vorläufige Bilanz: 140 zufriedene Besucher, eine Gage, die knapp die Spritkosten deckt und eine irreparabel zerrissene Lieblingsjeans.
Aber - Hey Män, sätt is Racken Rohl!

Und jetzt auf zu neuen Ufern, sprich: Alles dransetzen, dass die CD bis zum nächsten Auftritt am 29.12. fertig ist.
Und dann ab in die Stadien unserer Republik!

- Elton John -

Donnerstag, Oktober 04, 2007

Monday, monday

Ich kann mir nicht helfen, aber ich fühle mich heute so montag.

- The Mamas & the Papas -

Dienstag, Oktober 02, 2007

Zombie

Raaaagh!
Wuuuaaarch!
Was? Wie?
Ach nö, nix, nur Resident Evil: Extinction.
Da komm ich nämlich gerade her.

Uuuuughhh!

Ich geb ja gerne zu, dass das nicht unbedingt ein Film für Feingeister ist.
Aber die sollen halt französische Autorenliebesfilme gucken.
Wer es etwas derber mag, der ist hier wiederum genau richtig.
Wer auf intensive Dufterlebnisse steht, genau so.
Im Kino waberte nämlich, eingesetzt von offensichtlich massiv testosterongeschwängerter Jungmännlichkeit, dermaßen viel Boom Chicka Wahwah durch den Raum, dass ein ausgestopftes Frettchen noch läufig geworden wäre.
Der Film war aber trotzdem ganz gut - Mad Max mit Zombies halt.

Und als Nächstes steht was noch Härteres an - entweder Ratatouille oder Könige der Wellen.

Oooooorrrghhh!

- Cranberries -

Montag, Oktober 01, 2007

I'm free

Wie jetzt?
Kann mir mal einer erklären, warum sich so ein massiver Widerstand gegen die Verschärfung der Bußgelder bei Verstößen im Straßenverkehr regt?
Gibt es dafür eine logische Erklärung?
Ich meine, außer der, dass jeder Politiker in Autofahrern potenzielle Wähler sieht, denen es pro Forma in den Arsch zu kriechen gilt, um sich die Stimme für die nächste Wahl zu kaufen?
Dass im ADAC Verkehrsrüpel, Bleifüße und Autoerotomanen eine Heimat finden, ist ja bekannt.
Daher ist es nur logisch, dass man dorten allenthalben aufjault, wenn auch nur der Anschein einer Einschränkung des offensichtlich gottgegebenen elften Gebotes „Du sollst nicht beschränken des freien Bürgers freie Fahrt im Automobile!“ am Horizont herandräut.
Aber wieso barmt jetzt auch quer durch alle Fraktionen (Grüne mal außen vor) der deutsche Politiker?

Um es noch mal in Erinnerung zu rufen:
Wir reden hier nicht von folgender Konstellation:
„Falcon Normalverbraucher fährt in seinem Auto über Stadt und Land, achtet auf Geschwindigkeitsbeschränkungen, brennt sich nicht die Birne zu vor Fahrtantritt und parkt auch nicht auf dem einen Behinderten vorbehaltenen Stellplatz, worauf hin er dennoch von einem heimtückisch im Gebüsch lauernden Polizisten gestoppt und zu 2000 Euronen Geldbuße sowie dreimonatigem Gefängnisaufenthalt verdonnert wird.“
Das wäre in der Tat nicht nett.
Aber wir reden ja auch von härteren Strafen für die Typen, die schnell noch bei Rot über die Ampel huschen, die zugedröhnt ins Auto steigen und mal fix per Verkehrsunfall wahlweise ganze Familien oder nur deren einzelne Mitglieder ausrotten; Typen, die mit 120 durch die Spielstraße heizen und sicherheitshalber gleich zwei Behindertenparkplätze zustellen.
Warum, bitteschön, ist es nicht ok, wenn diese Typen tiefer in die Tasche greifen sollen?
Was spricht dagegen, denjenigen, die offensichtlich nicht in der Lage sind, ein Auto, das laut Juristen durchaus als gefährlich Waffe eingesetzt werden kann, entsprechend des damit verbundenen Risikos zu führen, die Genehmigung zur Führung des Wagens zu entziehen.

Also noch mal: Hier wird keine Gruppe kriminalisiert, wie jetzt überall behauptet wird.
Es geht hier nur um die Typen, denen es an Einsicht mangelt, dass es gerade in einer so sensiblen Geschichte wie dem Straßenverkehr zur Sicherheit aller Teilnehmer Regeln gibt, an die sich jeder halten muss, damit es funktioniert.
Wer sich nicht daran hält, kriegt halt entsprechend eins auf den Deckel.
Und bitte nicht vergessen: Es zwingt mich doch keiner, über die rote Ampel zu fahren, während der Fahrt zu telefonieren oder eine Flasche Weinbrand zu picheln, bevor ich losfahre, genau so wenig, wie mich jemand zwingt, einen Raubüberfall zu begehen.
Tue ich das trotzdem, weiß ich auch um die Konsequenzen - werde ich geschnappt, muss ich sie halt tragen.
So einfach ist das.
Sollte auch dem durchschnittlichen Politiker aufgehen.

Aber Wetten würde ich da natürlich keine drauf abschließen.

- The Who -

Ps.: Ist es nicht erschreckend, dass ausgerechnet die Wochenenden immer wieder Anlass zur Aufregung bieten?
Von Huber, Beckstein und Co will ich ja jetzt gar nicht erst anfangen.

Donnerstag, September 27, 2007

So You Win Again

Wenn ein…
…Online-Casino mich als neuen Kunden gewinnen will, glauben seine Marketingstrategen dann wirklich, der richtige Weg hierfür sei es, mich mit Spam eines Absenders „Anwalt“ mit dem Betreff „Mahnung“ zu traktieren?
Oder sollten Sie nicht sinnvollerweise den Verdacht hegen, dass ich in so einem Fall - wie vermutlich hunderttausend anderer Zugespammter - garantiert als Letztes diese Seite tatsächlich anklicke, sondern vielmehr diesen Mailmüll, der von GMX freundlicherweise schon in den Ordner Spamverdacht geschoben wird, gleich in den Orkus befördere?

Eine Maßnahme, mit der ich in letzter Zeit beim Sichten der Post fast nur noch beschäftigt bin.
Ordentliche Mails gibt es praktisch keine mehr, stattdessen werde ich unverdrossen mit Geschreibsel bombardiert, das mir entweder junge nackichte Damen oder die medikamentöse Aufblähung meines primären Geschlechtsorgans anbiedert.
Früher war ja dieser Mist wenigstens noch in nahezu dadaistisch anmutende Textzeilen gekleidet, mittlerweile macht sich aber kein Spambot mehr die Mühe.
Stattdessen nur noch Betreffzeilen wie „tsilaize“, „ativassa“ oder „satubatu“.
Ohne Frage auch von einem gewissen meditativen Wert, wenn man sie häufig genug wiederholt, aber trotzdem ein wenig lieblos.

Eigentlich wäre es sinnvoller, sich dieses ganzen Elektronik-Mists zu entledigen und den zwischenmenschlichen Kontakt wieder via Besuchen, anrufen oder, ganz schlicht, der guten alten Schneckenpost zu pflegen.

Ein verlockender Gedanke, der umso schöner wird, je mehr ich darüber nachdenke.
Ich werde es einfach mal ausprobieren...

- Hot Chocolate -

Dienstag, September 25, 2007

Ebony and Ivory

Ich werde ja nicht müde, unsere Auftritte anzupreisen wie Sauerbier. Zu den beiden am übernächsten Samstag und am 29.12. ist jetzt noch ein weiterer, allerdings privater dazu gekommen.

Das ist schön.

Gar nicht schön ist aber, dass pünktlich zum ersten Auftritt seit 10 Monaten ausgerechnet mein zuletzt gekauftes Keyboard, das zu allem Überfluss auch noch eine zentrale Rolle in meiner Synthi-Burg spielt, gerade den Geist aufgegeben hat.
Klar ist da noch Garantie drauf. Aber der mufflige Musikalienhandlungsmitarbeiter am anderen Ende der Telefonleitung raubte mir schon bei der Gesprächseröffnung jegliche Illusion, dass das Gerät zum Gig wieder zur Verfügung stehen könnte.
So was deprimiert mich.
Das Wetter tut dann noch sein Übriges.
Jetzt fällt mir nicht mal mehr ein schöner Abschluss für den Post ein, so deprimiert bin ich.

Ich bitte daher - soweit die Zeit es zulässt - um engagiertes Daumendrücken, dass vielleicht doch noch ein Wunder geschehen und das Teil zum 06.10. repariert sein möge und dann auch noch rechtzeitig in Berlin landet.

Danke

- Stevie Wonder -

Montag, September 24, 2007

Live And Let Die

Dieses Wochenende war zunächst einmal emsige Vergänglichkeit angesagt.
Den großen Marcel Marceau möchte ich daher mit einem tieftraurigen ..... ..... ..... ..... ..... ..... ..... ..... ..... ..... verabschieden; Jürgen Roland sei ein aufrichtiges "Der Butler wars!" hinterher gerufen.

Was gab es sonst noch?

Angela, die wieder einmal in ihrem schlecht sitzenden Sakko aussah wie ein Schluck Wasser in der Kurve, hat den Dalai Lama entgegen der Proteste der chinesischen Besatzungsmacht empfangen; die Wirtschaft (Lieblingsmotto: "Erst kommt das Fressen, dann lange Zeit nix und dann keine Moral") jammerte ob ihrer möglicherweise eintretenden Pfründeverluste.
Von meiner Seite trotzdem ein Glückwunsch an die Frau Merkel; ob aber das grinsende Hessenschweinchen immer im Hintergrund hätte zu sehen sein müssen, wage ich an dieser Stelle einmal zu bezweifeln.

Nachdem ich gestern zum ersten Mal seit langem eine Talkshow wieder durchgehalten habe, muss ich Frau Will doch ein Kompliment ausstellen, da sie souverän und neutral durch die Zeit führte (anders als die unsägliche Frau C., die immer massiv betroffen schauen konnte).
Schäuble hätte ich allerdings ständig was auf die Backen geben können, wenn sein Ohrfeigengesicht wieder einmal von einem überheblich süffisanten Grinsen ob der Argumente seiner Gegenstreiter überzogen wurde. Das hätte kein Problem gelöst, mir aber eine gewisse Befriedigung verschafft.
Frau Roth wurde leider viel zu schnell viel zu emotional, das ließ ihre bisweilen guten Argumente teilweise doch etwas schwächlich dastehen.
Dass Herr Primor die Welt im dritten Weltkrieg befindlich sieht, verwunderte mich ob seiner generellen Einstellung nicht, dass aber die Äusserung, nach dem - zugegebenermaßen falschen - Abschuss einer libyschen Passagiermaschine habe es nie mehr Flugzeuge gegeben, die sich den Aufforderungen der israelischen Luftwaffe widersetzten, nicht zu massiven Protestkundgebungen im Publikum führte, überraschte mich allerdings schon ein wenig.
Nach dieser Logik empfiehlt es sich nämlich, präventiv einfach einmal ein paar potentielle Terroristen (wobei sich die Zielgruppe einfach durch Volkszugehörigkeit definiert) zu erschießen, der Rest wird sich dann schon nicht mehr trauen, noch was zu unternehmen.
Immerhin musste auch er am Schluß zugeben, dass man dem Terrorismus auf diese Weise wohl nicht beikommen könne, sondern dass es nur helfe, der Bevölkerung, die sich benachteiligt sieht und im Terrorismus eine Art Revanche für das ihr angetane Unrecht erkennt, zu helfen und ihre Lebensumstände zu verbessern.
Wäre schön, wenn sich diese Erkenntnis einmal durchsetzen würde.
Zum Schluß mein Lob an Herrn Baum. Kompetent, sachlich und rechtssicher war er, auch bereit, die seinerzeit gemachten Fehler als solche einzugestehen.
Wenn die FDP mit Vertretern dieser Art aufläuft und dazu noch den unsäglichen Westerwelle über Bord kippt, könnte man doch glatt wieder einmal über die Wählbarkeit dieser Partei nachdenken.

Soviel zu den ernsteren Themen der Woche, ab jetzt wird es wieder freundlicher.
Hoffentlich.

- Paul McCartney -

Sonntag, September 23, 2007

Role Model

Also, raus mit der Sprache! Wer von Euch hat den Biestern gesteckt, dass in unserem Haus ein sehr angenehmes Leben zu führen ist? Oder wie kann man es sonst erklären, dass seit Freitag vier Tierchen in unserem Haus waren, die allesamt als Tarantula sein großer Bruder durchgegangen wären?
Meine Frau weigert sich seit gestern, vom Klavier zu steigen, meine Tochter hat sich im Hochbett verschanzt, die Erbsenpistole im Anschlag und die Katzen stellen sich tot.
Das ist natürlich nicht wirklich schön.
Eigentlich wollte ich aber nur berichten, dass ich mich jetzt wieder in die Welt der der Online-Rollenspiele begebe. Gestern hab ich mir "Sword of the New World" heruntergeladen, das ja angeblich völlig kostenfrei sein soll. Mal schauen. Zumindest bin ich dankbar für meine Flatrate, denn erstmal mussten 3,6 GB auf den Rechner geschaufelt werden. Das hat selbst mit DSL knapp vier Stunden gedauert.
Was für mich im Gegenzug bedeutet, dass das Herunterladen von Filmen noch ganz sicher keine Alternative zum Kauf oder wenigstens dem Gang in die Videothek darstellt.
Aber zurück zum Thema. Sobald ich mein fünftes DVD-Regal mit dem hübschen Namen "Nele" (aus dem dänischen Bettenlager) zusammengebrezelt und eingeräumt habe, werde ich mich dann mal in die Onlinewelten stürzen (und ja, nachdem ich die Holzspäne weggesaugt habe, Schatz!) und schauen, ob Umsonst wirklich schlecht sein muss. Sollte sich einer von Euch da auch rumtreiben, so halte er Ausschau nach einem Spieler namens "Gutgolf".
That's me.

- Eminem -

Ps: Die zwei und Spinnen bekämpfen? Im Leben nicht!

Mittwoch, September 19, 2007

The Web

Bevor ich zur Probe fahre (nicht vergessen: Braincap am 06.10.2007 im JWD, Berlin!!!) hier noch ein paar Fotos speziell für die Frau Fell.
Und glaubt mir - wenn man davor steht, sind sie mindestens doppelt so groß.

Das mit dem Lineal hat mich schon ein wenig Überwindung gekostet.

Übrigens gibt das immer ein ziemlich dumpfes Geräusch, wenn man das Tier damit anstupst. Ich darf nur nicht meiner Tochter verraten, dass ich dafür ihr schönes Diddl-Lineal genommen hab.

- Marillion -

Dienstag, September 18, 2007

Killing with kindness

Schäuble! Jung!
Olle Terroristenbekämpfer!
Habt ihr doch mal wieder ein paar Briketts nachgelegt auf das Bedrohungsszenariofeuerchen!
Da soll doch keiner sagen, Politiker tun nix ausser dumm in der Gegend herumzurollen oder debil grinsend unseren Vaterlandsverteidigern an der Heimatfront in, sagen wir mal, Afghanistan, aufmunternde Worte ins Poesiealbum zu schreiben.
Nein, nein - ihr sprudelt ja förmlich vor Ideen! Würdet ihr die in Fässer tropfen, hättet ihr sie bestimmt schon längst zum Überlaufen gebracht.

Und trotzdem stimmt ihr zwei mich ja ein wenig nachdenklich. Ich mein, der finale Präventivrettungsschuß zum Beispiel - jemineh.
Oder der Abschuß entführter Flugzeuge durch Luftwaffenflieger - nenene.
Unter uns Grundgesetzverweigerern - das sind doch bloß Kinkerlitzchen!
Wenn wollt ihr denn mit so etwas beeindrucken oder gar einschüchtern?

Denkt doch mal in einem etwas größeren Maßstab!

Wie wäre es denn damit: Jeder nicht integrierunswillige Mitbürger mit Migrationshintergrund wird standrechtlich erschossen. Das wären auf einen Schlag gut 500000 potentielle Terroristen (Frauen und Kinder mitgerechnet) weniger. Na, klingt das nicht verlockend?
Oder der: Wer nicht wenigstens bis in zweite Generation einen Anteil christlicher Vorfahren von mindestens 75 Prozent aufweisen kann, muss künftig einen roten Halbmond am Revers aufgenäht tragen. Um ganz sicher zu gehen, könnten sie ja vielleicht noch dazu verpflichtet werden, als zweiten Vornamen Muhammad oder Ayse in ihre Geburtsurkunden eintragen zu lassen. Dazu könnte man ja eine Art Geheimpolizei ins Leben rufen, die diese Subjekte überwacht und bei Bedarf deportiert. Wohin, das müsste man noch ausarbeiten.
Na, wär das nix?

Was? Na klar weiß ich, dass es so was schon mal gab. Aber ich hab das ungute Gefühl, dass ihr das weniger als schwärzesten Punkt der deutschen Vergangenheit sondern mehr als gute alte Zeit seht. Und wenn ihr dann noch den Arbeitsminister überzeugen könnt, dass ein paar zusätzliche neue Straßen oder gar Autobahnen Deutschland nicht schaden könnten, Eva Hermann zur neuen Familienministerin und Kardinal Meißner zum Staatsminister für Kultur ernennt, dann habt ihr euer Ziel doch praktisch schon erreicht, oder?

Da bleibt mir nur noch die aus tiefster Seele ausgesprochene Hoffnung, dass ihr für den ganzen Dreck, den ihr zur Zeit produziert, bei der nächsten Wahl so dermaßen abgewatscht werdet, dass ihr euer Lebtag lang keinen Fuß (respektive Rad) mehr auf den Boden bekommt. Ich werde jedenfalls mein Möglichstes dazu beitragen.

Unherzlichst

Euer Falcon

- Tears for fears -

Montag, September 17, 2007

Cars

Heute morgen, beim Verlassen der U-Bahn, stach mir eine hübsche Aktion der Lokalausgabe der Bild ins Auge. Die listet nämlich in der aktuellen Ausgabe auf, welche Wagen es in Berlin gibt; namentlich, welche Rolls Royce.
Das ist wirklich eine schöne Idee. Ich hoffe natürlich, dass es nicht nur eine Auflistung der vorhandenen Autos ist, sondern möglichst auch mitgeteilt wird, wo die regelmäßig geparkt werden und ob diese Parkplätze in irgendeiner Form überwacht werden. Dann wäre dieses Geschmiere wenigstens eine hilfreiche Sache für die Gestalten, die zur Zeit nächtens durch Berlin schleichen, um die Pneus so genannter Luxuskarossen ihrer Luft zu entledigen.
Ist doch auch viel praktischer, wenn man nicht selber auf die Suche gehen muss.

Oder ist das Ganze vielleicht nur wieder eine Aktion des Blattes, das sich als Stimme des kleinen Mannes versteht? So nach dem Motto „Guckt mal, was diese Bonzenschweine sich leisten, während du mit deinem Fiat“ (man setze hier wahlweise Ford, Mazda, VW o.ä. ein)“ herumkutschieren musst!“

Falls dem so wäre, möchte ich doch gerne einmal Dieter Nuhr („Wenn man nichts zu sagen hat: Einfach mal Fresse halten!“) anführen, dessen Programm zu schauen ich letzten Freitag das Vergnügen hatte. Der verwies dort nämlich auf eine Studie, nach der es primatentypisches Verhalten sei, nie zufrieden zu sein, wenn der Nachbar etwas hat, was besser ist als das, was man selber besitzt. Seien es nun Kapuzineräffchen, die sich um Gurken und Äpfel balgen oder Menschen, die mit ihrem Golf nicht zufrieden sind, weil der Nachbar ja einen BMW fährt.

Muss aber denn, nur weil dieser Sozialneid offenbar in der Natur des Menschen liegt, so etwas auch noch angestachelt werden? Und wenn dreitausend Rolls durch Berlin fahren würden - so what? Zumal ein nicht unerheblicher Teil der Rolls-Besitzer vermutlich ja auch eine gewisse Leistung erbracht hat, um die Kohle für das Auto zu verdienen. Und wenn nicht die, dann vielleicht einer ihrer Vorfahren. Dieter Nuhr verdient ja vermutlich auch an einem Abend mehr als ich im Jahr.
Muss ich deswegen neidisch sein? Nö, denn er leistet ja auch etwas dafür und verschaffte mir und den dreitausend anderen Besuchern einen unterhaltsamen Abend.

Warum also so eine Veröffentlichung? Die Leserklientel (darf man da überhaupt von lesen sprechen?) wird sich so ein Auto eh nie kaufen können. Vielleicht wird sie sich über den Neid damit hinwegtrösten, dass sie sich damit beruhigt, dass Rolls-/Porsche-/Ferrarifahrer damit mutmaßlich von ihrem zu klein geratenen Gemächt ablenken wollen (Auch eine Form praktizierten Sozialneids - „Meiner ist aber länger als Deiner!“).
Also wie üblich das Papier nicht wert, auf dem es steht. Und eigentlich auch die Aufregung nicht wert. Mich ärgert so was aber trotzdem mächtig.

Und meine einzige Hoffnung ist, dass vielleicht einmal der Tag kommt, an dem die Luft nicht nur aus den Reifen der Nobelkarren sondern vielleicht auch mal aus den Druckerpressen, die so einen Schund herstellen (von den Hirnen derjenigen, die sich das ausdenken, will ich mal lieber nicht reden. Das könnte missverstanden werden) gelassen wird.

- Gary Numan -

Sonntag, September 16, 2007

You can get it if you really want

...but you must buy,

buy and buy,

buy and buy

you succeed at last.

Ich muss gestehen, dass ich ein recht ambivalentes Verhältnis zu Ebay pflege.

Ach, was solls.
Mal schauen, ob ich 'ne XBox kriege.

- Jimmy Cliff -

Ps: Und ja, ich weiß, dass der Originaltext anders geht.

Mittwoch, September 12, 2007

Can I play with madness

„CHAOS ! WAHNSINN ! VERDERBEN !“

Er blickte sein Getreuen an, die sich ohne Furcht im Blick und erhobenen Hauptes um ihn geschart hatten.

„Sie haben ihr Kommen schon angekündigt! Wappnet Euch, meine Getreuen, DENN HEUTE NACHT WERDEN WIR IN DER HÖLLE SPEISEN !

Mit diesen Worten entließ er sie zu den Toren, vor denen sich schon die hundertfache Übermacht versammelt hatte, blanke Gier im Blick. Todesmutig rissen sie die Tore auf und standen Aug’ in Aug’ mit den Massen, die nur auf diesen Moment gewartet hatten.
Tapfer kämpften sie, doch sie standen auf verlorenem Posten.
Wände brachen wie Glas, das Blut rann in Strömen zu Boden.
Schließlich, um zwei Uhr in der Frühe mussten sie sich eingestehen, dass die Schlacht endgültig verloren war.
Noch bevor der erste Hahn seinen Schrei tat, war alles vorbei und dunkles Schweigen legte sich über das Schlachtfeld.

Was? Spartaner?

Nene, das war nur eine kurze Zusammenfassung dessen, was sich heute Nacht bei der Eröffnung des (laut Eigenwerbung) „saugrößten Mediamarktes der Welt“ abspielte.
Der hatte nämlich heute schon um Mitternacht in einem neu gebauten Einkaufscenter eröffnet und ca. 5000 schnäppchengeile Gestalten stürmten darauf hin mit einer dermaßenen Wucht in die drei Elektrofachetagen, dass nicht nur Scheiben zerbrachen, sondern auch etliche Kunden und Sicherheitsdienstmitarbeiter verletzt wurden (klick)?
Um zwei Uhr gab man dann klein bei und schloß den Laden wieder bis heute Morgen um acht - da wurde dann auch das restliche Einkaufszentrum komplett eröffnet.

Da fragt man sich schon, ob die Leute, die sich da offensichtlich unter Hintanstellung jeglicher Zurückhaltung mitten in der Nacht in irgendwelche Läden stürzen, nicht vielleicht ganz gewaltig einen an der Klatsche haben.
Ich mein, wir reden hier von Elektroartikeln. Nichts, was es nicht schon vorher gab, nichts, was bislang vielleicht streng rationiert war und nichts, was überlebenswichtig war. Sehr gute Angebote, zugegeben, aber riskiert man dafür Knochenbrüche oder Ähnliches?

Ist das jetzt ein typisch Berliner Verhalten (nicht umsonst informieren die lokalen Radiosender ja auch regelmäßig, wo man am Besten etwas bei IFA, gründer Woche oder internationaler Tourismusbörse abgreifen kann) oder sind die Leute anderswo auch so bekloppt?

Ich hoffe nicht, aber ich fürchte doch. Irgendwelche Erfahrungen vorhanden?

- Iron Maiden -

Dienstag, September 11, 2007

Too Old To Rock 'N' Roll Too Young To Die

Na also. Der Weg zu Ruhm und Reichtum ist wieder ein gerüttelt Maß kürzer geworden.
In diesem Jahr werden wir noch wenigstens dreimal unsere musikalischen Künste vor (hoffentlich begeistertem) Publikum darbieten; wen es interessiert, wann und wo die beiden öffentlichen Termine sind, der möge doch einfach hier klicken.
Da gibt es auch unsere aktuellen Stücke, die, wie ich finde, recht ordentlich klingen.

Aber diese ganze „Ruhm+Reichtum“-Geschichte bringt mich natürlich zu einer zentralen Frage, um die sich meine Gedanken in letzter Zeit drehen: Wenn ich berühmt werde, muss ich dann bald sterben?
Immerhin geisterte ja jüngst ein Artikel durch die Presse, der besagte, dass Rockstars im Schnitt gerade mal 42 Jahre alt werden. Da hätte ich ja nur noch knapp vier Jahre, bevor ich abtreten muss - worausgesetzt, ich werde noch schnell Amerikaner. Als Europäer (und Rockstar) wäre ich jetzt schon drei Jahre tot.
Der einzige Gedanke, der mich da noch aufrecht erhält, ist der, dass der Keyboarder selbstverständlich nie ein Rockstar ist.
Jetzt mal ehrlich, kennt jemand einen Keyboarder, Pianisten o.ä., der ruhigen Gewissens als Rockstar bezeichnet werden könnte?
Billy Joel, Elton John, Bruce Hornsby und wie sie alle heißen - sicherlich brillante Musiker, aber Rockstars? Im Leben nicht.
Hast Du ein Brett mit sechs Saiten vor den Bauch geschnallt, dann bist Du ein Rockstar.
Hast Du Holz und Elefantenzähne vor Dir liegen, bist Du bestenfalls ein Star, aber ganz sicher ohne Rock.
Da kannst Du auch nicht rumtricksen. Als Beispiel fällt mir gerade Joshua Kadison ein: 'Ne Matte wie Eddie van Halens kleiner Bruder, aber sobald das Klaviergeplänkel zu „Jessie“ losgeht, hat er verloren. Von „Picture Postcards from L.A.“ möchte ich hier mal gar nicht anfangen.
Machen wir uns also nichts vor - Tasteninstrumente sind unsexy.
Das erkannte schon ganz richtig auch jener Herr, der sich bei uns einmal als Basser vorstellte und erklärte, er habe eigentlich immer Klavier gespielt, sei aber dann auf den Bass umgeschwenkt, weil der deutlich sexier sei.
Dass wir ihn mit seinem Vornamen Ewgeni (auch wenn er sich als Eugene vorstellte) trotzdem im Halbdunkel der Bühne versteckt hätten, hätte ihm eigentlich klar sein sollen.
Rockmusiker, die Eugen heißen, gehen einfach nicht, nicht mal, wenn sie die Stromgitarre zupfen wie ein junger Gott.

Zurück zum Herrn der Tasten. Die Groupies bleiben beim Sänger und bei den Saitenzupfern hängen - eine Erkenntnis, die mir dummerweise erst dann kam, als es schon zu spät war, das Instrument zu wechseln.

Andererseits hat das Dasein in der zweiten Reihe auch seine Vorteile. Ich erinnere mich da an ein Jethro-Tull-Konzert, in dem der Frontmann ungeachtet seines schon etwas fortgeschrittenen Lebensalters immer noch einbeinig und in die Querflöte pustend über die Bühne wirbeln musste, alldieweil es sich der Keyboarder am rechten Bühnenrand bequem gemacht und sein komplettes Line-Up in einem Bartresen komplett mit Zapfanlage (die, wenn man vom durchschnittlichen Keyboarder ausgeht, auch zu 100% funktionstüchtig war) untergebracht hatte.

Wer will da schon noch von irgendwelchen Damen gescheucht werden, wenn man es so angenehm haben kann?

Ich glaube, unter diesen Umständen werde ich dann auf dem Platz im Rampenlicht gerne verzichten, wenn ich dafür die Möglichkeit hab, auch in fortgeschrittenem Alter noch ein gepflegtes Bierchen zu mir zu nehmen und dafür auch noch Geld zu bekommen.
Jetzt muss ich nur noch den Schreiner von Jethro Tull finden - sollte also irgendwer zufällig dessen Adresse besitzen, wäre ich für eine freundliche Überlassung doch in höchstem Maße dankbar.

- Jethro Tull -

Sonntag, September 09, 2007

Perfect Day

Manchmal hat man ja das Gefühl, dass ein bestimmter Moment einfach perfekt ist. Wenn man Glück hat, kann man sowas hin und wieder auch einmal von einem Tag behaupten.
Und stell mich jetzt einfach mal hin und erkläre: Ich hatte eine perfekte Woche.
Ich hatte weder Urlaub, noch hab ich den Jackpot geknackt - es war für mich einfach eine in jeder Hinsicht tolle Woche.

So das war es auch schon.
Ich wollte es nur mal gesagt haben, bevor mich der Alltag wieder in die Finger bekommt.

- Lou Reed -

Freitag, September 07, 2007

You've Got The Heart Of A Star


Na und? Solang ist ja nun wirklich nicht mehr bis Weihnachten.

- Oasis -

Dienstag, September 04, 2007

Time is cash, time is money

Schneeheflöckchen, Weißröckchen - na gut, stimmt noch nicht so ganz, aber viel fehlt ja nun nicht mehr. Es ist kalt, so kalt, dass der Atem schon kondensiert und es regnet in Strömen.
Vielleicht noch nicht ganz Winter, abere zumindest schon Herbst.
Zeit für Tee mit Honig und Lebkuchen. Übrigens, hat schon jemand welche gesehen? Allzu lange dürfte es in jedem Fall nicht mehr dauern.

Und Zeit für verspielte Abende am heimischen PC. Stellt sich nur die Frage, was spielen?
Interessant ist zwar so einiges, aber wenn ich auf die durchschnittliche Spielzeit schaue, reicht das ja in letzter Zeit immer öfter gerade mal für einen verregneten Sonntagnachmittag.
45 Euro für 10 Stunden Spiel ist mir dann doch etwas happig, da warte ich lieber darauf, dass die Titel in drei Monaten für die Hälfte des momentanen Preises zu haben sind.
Dann komm ich mit meinem Spielebudget wenigstens über den Winter und nicht nur bis zum nächsten Wochenende.

- BAP -

Sonntag, September 02, 2007

Scissors


HARRHARR !
ERZITTERE, WELT !
DENN SEIT HEUTE BIN ICH IM BESITZ EINER ELEKTRISCHEN HECKENSCHERE !


Na gut, ich geb ja zu, dass eine Kettensäge mit Verbrennungsmotor etwas beeindruckender ist als eine Heckenschere mit Netzkabel, aber meine Frau verweigerte mir den Kauf ersterer mit der Begründung, dass in unserem Garten ohnehin nur zwei Bäume stünden, von denen ich den Kirschbaum nicht anzurühren habe und die Trauerweide auch mit der Heckenschere fällen könne.

Spielverderberin, menno !

Mein Argument, dass man mit einer Heckenschere mit 16 Millimetern Schnittbreite wohl kaum einer anrückenden Zombieplage Herr werden könne, ließ sie dann auch nicht gelten und führte meine dahingehenden Befürchtungen auf den übermäßigen Konsum entsprechender Genrefilm zurück.
Na, dann soll sie sich aber auch nicht beschweren, wenn dereinst Horden blutrünstiger Monster anrücken und ich nichts machen kann, weil das Verlängerungskabel nicht ausreicht.

Ich geb aber zu, dass ich die Schere ja eigentlich nur gekauft habe, weil ich gestern in einer Meldung gehört habe, dass das Innenministerium jetzt auch wieder unter 21-jährigen erlauben will, großkalibrige Waffen zu kaufen und die dann auch zuhause unterm Kopfkissen fein zu verwahren. Findet wohl alles unter der Überschrift "Harmonisierung des europäischen Rechts" statt. Das ist aber auch eine gute Idee! Wo kämen wir denn auch hin, wenn jedes Land in Europa seine eigenen Vorschriften machen würde.

Nene, ist schon besser, wenn da alle das Gleiche machen. Gerade bei so elementar wichtigen Dingen wie dem Besitz schwerer Wummen. Muss man ja Verständnis für haben.
Und ich bin Dank meiner Schere, die ab jetzt immer einsatzbereit neben meinem Bett steht, zumindest nicht ganz wehrlos, falls irgend ein Irrer dank seines jetzt wieder legal zu hortenden Waffenfundus meint, diesen doch auch mal sinnvoll einsetzen zu müssen.

- Slipknot -

Freitag, August 31, 2007

The Number of the Beast

"Und Teil drei heißt dann wohl '28 Monate später', oder?" Meine Frau schaute mich fragend an.
Das ist natürlich durchaus möglich, wobei ich schon hoffe, dass mit einer Trilogie dann aber auch Schluß ist.
'280 Jahre später' als Titel für Teil 5 ist ja dann vielleicht schon etwas blöd.
Aber zumindest Teil zwei ist eine sehr gelungene Fortsetzung, die natürlich - wie sollte es auch anders sein - die Idee des ersten Teils wieder aufgreift, aber dieser noch den Gedanken des totalen Kontrollverlustes auch derer, die überzeugt sind, jedes Problem lasse sich kontrollieren und/oder notfalls auch mit Waffengewalt lösen, hinzu fügt.
Damit ist das, was erst einmal wie ein Zombie-Metzelfilm daherkommt, durchaus auch ein Gleichnis für das, was in der "echten" Welt passiert, in der ja sich ja auch die Überzeugung durchzusetzen scheint, jedes Problem lasse sich in den Griff bekommen, wenn man nur mit genügend Gewalt daran geht. Das hat dummerweise schon früher beim Modellbau nicht funktioniert, aber während dort halt im schlimmsten Fall der Mast vom Revell-Segelschiff zerbrach, findet die Destruktion heute in ungleich größerem Maßstab statt.

Gemetzelt wird auch hier recht umfassend, auch wenn der Film sich glücklicherweise in den seltensten Momenten der Darstellung drastischer Gewaltszenen bedient und lieber auf verwischte Bilder setzt. Damit steht er für meinen Geschmack übrigens meilenweit über all diesen bluttriefenden Kinogeschmacklosigkeiten der jüngsten Zeit, die detailverliebt ihre Gewaltorgien zelebrieren.
Da mag vielleicht mancher Blut-und Innereienfreund ein wenig enttäuscht aus dem Kino gehen, aber dem hätte ja auch der erste Teil nicht so wirklich gefallen.
Außerdem - „Saw 4“ kommt ja bestimmt.
Ansonsten sei der Film aber jedem mit einem etwas stärkeren Magen und wenigstens achtzehn Lebensjahren auf dem Buckel wärmstens ans Herz gelegt.

- Iron Maiden -

Dienstag, August 28, 2007

White Wedding

Ist es nicht erstaunlich, was das menschliche Gehirn so alles speichert?
Es ist ein wahres Mysterium.
Ich könnte zum Beispiel nicht mehr sagen, was ich heute vor vier Wochen gemacht habe, weiß aber noch haargenau, dass ich am 28. August 1998 um 0.20 Uhr zum ersten Mal dem Resident-Evil-Endgegner in der PC-Version gegenüberstand, die ich kurz vorher im Kaufhof gekauft hatte.
Seltsam, nicht wahr?
Ich weiß auch noch, dass ich im ersten Anlauf gnadenlos gescheitert bin und die ganze Nacht wieder und wieder versucht hätte, den Obermotz zu knacken, hätte meine Frau nicht eindrücklich auf die Uhrzeit hingewiesen und erklärt, dass jetzt aber Schluss sei.
Ja, ja, das Gedächtnis. Ein Wunderwerk.
Und wo ich gerade noch so ein bisschen darin herumkrame, stelle ich fest, dass es damals gar nicht meine Frau war, die mich zum Aufhören bewegte, sondern meine Freundin.
Meine Frau wurde sie erst gute acht Stunden später - das erklärt im Nachhinein natürlich auch, warum sie wollte, dass ich den PC ausschalte. Immerhin würde um sechs Uhr der Wecker klingeln, damit wir uns rechtzeitig für unsere Hochzeit fertig machen konnten.
Weiß ich auch noch ganz genau.
Ich weiß auch noch, dass damals Kanther Innenminister war und ich mich auf dem Weg zur Hochzeitszeremonie über Wahlwerbeplakate mit diesem radikalen Spinner aufgeregt hatte. Dass seine Nachfolger seine Paranoia durchaus noch steigern konnten, hätte damals nicht für möglich gehalten.
Ich weiß auch noch, dass unser Standesbeamter, der ein Schwätzer vor dem Herrn war, bald darauf in Linda de Mols Übelshow „Traumhochzeit“ wehrlose Paare kameratauglich verheiratet hat.

Seltsamerweise weiß ich aber nicht mehr, wann ich dann den Endgegner tatsächlich besiegt habe.
Komisch, oder?
Aber wie gesagt, das menschliche Gehirn ist halt ein Mysterium.

- Billy Idol -

Donnerstag, August 23, 2007

Das bisschen Haushalt

Da soll noch einer sagen, dass man mit fortschreitendem Alter nicht doch weiser wird.
Dank einer Radtour mit dem Töchterlein weiß ich jetzt immerhin, dass Bernau nicht im Südeosten sondern im Nordosten von Berlin liegt, dass Nelly Furtado Musik für kleine Mädchen macht (so die Auskunft eines kleinen Mädchens in unserer Schlafunterkunft), dass10-jährige in der Lage sind, auch nach 10 Uhr abends noch erstaunlich viel Krach zu produzieren, wenn sie in der Gruppe unterwegs sind, dass Holztüren offensichtlich nachts nur dann schließen, wenn sie schwungvoll zugeschlagen werden und dass man zukünftig erstmal nachfragen sollte, um was für eine Art Unterkunft es sich denn handelt, bevor man telefonisch bucht.
Sonst war es aber schön.
Nicht so schön ist meine derzeitige Laune, völlig unbegründet übrigens, aber trotzdem befinde ich mich im Moment in einem Zustand andauernder Unzufriedenheit und Nörgeligkeit. Das ist entweder die Mid-Life-Crisis oder beginnender Altersstarrsinn (oder eine Mischung aus beidem).
Wie dem auch sei, wenn ich eh nicht so dolle draufbin, kann ich auch gleich im Blog einen kleinen Hausputz halten.
Als erstes nehme ich, mit einem gewissen Bedauern, Ralph aus der Linkliste.
Wie er mir erklärte, hatte er in letzter Zeit weder selbige, noch Lust, weiter zu bloggen, weswegen er seinen Blog abgemeldet hat.
Schade, aber ich seh ihn ja zwecks Gedankenaustausch und Probe glücklicherweise immer noch regelmäßig.
Als nächstes kommt der gute Kapaun aus der Linkliste. Der Blog existiert ebenfalls nicht mehr, vermutlich aus ähnlichen Gründen.
Mit deutlich weniger Bedauern entferne ich den Mick-Blog. Der ist mir seit längerer Zeit deutlich zu selbstgerecht, überheblich und intolerant.
Auch wenn meiner manchmal ähnlich ist, muss ich das bei einem Fremdblog ja nicht antun und diesen dann auch noch qua Verlinkung empfehlen. Also raus damit.
Und zu guter letzt noch der Link zu unseren Track4-Aktivitäten. Da das Ganze keinerlei Nutzen hat, ausser einer sinnfreien Eierschaukelei für die (wie und warum auch immer) Erstplazierten kann auch dieser Link raus.

So, jetzt noch schnell alles zusammenfegen und ab in die Tonne damit.
Fertig.
Alle anderen Links bleiben erhalten - das, was da am anderen Ende liegt, mag ich nämlich und möchte dementsprechend den wenigen Besuchern dieser Seite (kein 'fishing for compliments' - ich hab ja schließlich den Blogcounter an!) einen Besuch dort ebenfalls ans Herz legen.

- Johanna von Koczian -