Mittwoch, Januar 31, 2007

Relax

Es ist wieder Ruhe eingekehrt. Die Zeit der großen Literaturfestivals mit all ihren Galas, Preisverleihungen und dem unglaublichen Staraufgebot ist erst einmal vorbei. Aber wie jedes erfolgreiche Festival wird es natürlich auch für den Geschichtenwettbewerb ein nächstes Mal geben.
Wer also dieses Mal nicht als Preisträger hervorging, der möge sich nicht grämen; die nächste Chance wird ganz sicher kommen.
Ich muss derweil noch meine Finger ein wenig schonen - die Bockwurstoptik ist zwar weitestgehend verschwunden (ich fürchte, die waren auch vorher nicht wirklich dünn), dafür ähneln sie zur Zeit Pellkartoffeln; geradezu natterngleich windet sich die alte Haut von dannen, um sofort von neuer babyweicher Haut ersetzt zu werden.

Ich kann nur sagen, wenn die mal fertig sind, sind das Finger, die man dann nur allzugerne anstupsen möchte.
Zur Zeit gleichen sie allerdings noch mehr denen eine Bergmannes, der noch einen Nebenjob im Straßenbau hat. Damit sei aber hier keineswegs ein Ressentiment gegen eine der beiden Berufsgruppen ausgebracht, ich möchte damit nur andeuten, dass das hervorstechendste Merkmal der Bergmannshände sicherlich nicht modelhafte Ebenmäßigkeit sein dürfte.

Anders als der Kumpel unter Tage kann ich aber meine Hände glücklicherweise schonen, z.B. indem ich heute einfach nichts in meinen Blog schreibe.
Statt dessen lass ich mal wieder den Marschall zu Wort kommen, der sich tiefschürfende Gedanken über Essgewohnheiten und Namensfindung macht.

Und ich mach dafür ein wenig Pause.

- Frankie goes to Hollywood -

Dienstag, Januar 30, 2007

Oops! ...I Did It Again

Ein Mann


Ein Greifer


Ein Euro




Ein Scrat!

Und natürlich eine Tochter, die wieder mal mächtig stolz auf Papa ist.

- Britney Spears -

Bonuserkenntnis des Tages: Nudelwasser kocht deutlich schneller, wenn man die Herdplatte einschaltet.

Sonntag, Januar 28, 2007

The winner takes it all


Ich hätte es mir ja denken können. Natürlich gewinnt nicht nur eine Geschichte, nein, Ihr habt gleich zwei zum Sieger ernannt.
Und das sind die Geschichten
(Trommelwirbel, Tusch)
- Comic Killer, geschrieben von Prophet
und
- The pieces don´t fit anymore von Trupics

Hiermit geht erst einmal ein herzlicher Glückwunsch an die beiden Gewinner und - versprochen ist versprochen - natürlich darf sich jeder der beiden über das Buch "Fleisch ist mein Gemüse" freuen.
Sollte einer von Euch das Buch schon haben, bitte ich um eine kurze Rückmeldung und einen Alternativwunsch. Ausserdem brauche ich natürlich Eure Adressen, damit ich weiss, wohin die Preise gehen.

Bedanken möchte ich mich bei allen, die sich die Mühe gemacht und eine Geschichte ausgedacht und natürlich auch aufgeschrieben haben.
Sie haben mir alle sehr gut gefallen und ich biun froh, dass nicht ich die Entscheidung über den Sieger treffen musste.
Allen, die diesmal nicht gewonnen haben, sei als Trost gesagt, dass der nächste Wettbewerb bestimmt wieder kommt und damit auch Eure Chance auf den Sieg. Wenn Ihr dann auch noch fleißig auf Eurem Blog Werbung macht, kommen garantiert auch noch ein paar Leute mehr zum Abstimmen vorbei - ich muss ja gestehen, dass nur unwesentlich mehr Leute abgestimmt als teilgenommen haben, finde ich etwas schade.

Beim nächsten Mal schalte ich die Kommentarfunktion bei der Abstimmung einfach ab - vielleicht war manche(r) abgeschreckt dadurch, dass er/sie glaubte, er/sie müsse namentlich abstimmen.
Man ist ja lernfähig.

Jetzt aber zu den Autoren:
Von wem die Siegergeschichten stammen, wisst Ihr ja schon, jetzt sollt Ihr aber auch erfahren, wer sich die anderen ausgedacht hat.
- "Give My Compliments To The Chef" stammt, wie nicht anders zu erwarten, von Unkita
- "Like a prayer" floss aus der begnadeten Feder vom Klapsenschaffner
- Der weiblich Touch von "It´s got to be perfect…" ist der Fantasie der Frau Springfloh zu verdanken
- "A deeper love", die Saga um einen desillusionierten BVG-Mitarbeiter hat natürlich MichaAkaRolle geschrieben
- Wer bei "The bonny swans" ebenfalls auf eine Verfasserin getippt hat, hatte auch recht, die Geschichte stammt nämlich von der Frau Sahne
- Last but not least: "Bochum" - die Träume eines Mädchens aus dem Ruhrgebiet dachte sich der gute Knurrunkulus aus.

Nochmal ein ganz herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer und ich hoffe doch sehr, dass Ihr beim nächsten Mal wieder dabei seid.

- Abba -

Freitag, Januar 26, 2007

The great Pretender

Nur ganz schnell mal zwischendurch:
Eigentlich wollte ich es ja nicht an die große Glocke hängen.
Aber wo Unkita es schon herausgefunden hat...

Und jetzt dürft Ihr wieder weitervoten.

- Freddy Mercury -

Donnerstag, Januar 25, 2007

1. Wahl

So, damit ist der Geschichtenwettbewerb vorbei. Über die große Resonanz habe ich mich riesig gefreut und möchte mich nochmal bei allen Teilnehmern bedanken.

Ich bin froh, dass ich nicht den Sieger bestimmen muss, denn jetzt ist es an Euch, zu entscheiden, welche Geschichte Euch am besten gefallen hat. Das wird nicht einfach, aber ich vertraue Euch vollkommen.

Hier erst noch einmal alle acht Geschichten im Schnelldurchlauf:

- Comic Killer:
Ein Kurzkrimi um Komissare mit ungewöhnlichen Namen und seltsame Machenschaften eines Comicverlages
- Give My Compliments To The Chef:
Eine kulinarisch angehauchte Geschichte um Irrungen und Wirrungen bei Greifvögeln
- The pieces don’t fit anymore:
Nachdenkliches über die Probleme in einer langjährigen Beziehung
- Like a prayer:
Eine Entscheidungshilfe für alle Jugendlichen, die wisen wollen, was sie aus ihrem Leben machen können
- It´s got to be perfect…:
Eine Geschichte über einen Mann und eine Frau und eine Enstcheidung, die ihr Leben verändern wird
- A Deeper Love:
Von der Perspektivlosigkeit im Leben eines Mitarbeiters der öffentlichen Verkehrsbetriebe
- Bochum:
Was sind das für Menschen, die in "Deutschland sucht den Superstar" ihre einzige Chance sehen, ihrem tristen Leben zu entkommen? Hier lernt man einen kennen.
- The bonny swans:
Auch Schwäne haben Hoffnungen und Träume. Und die unterscheiden sich gar nicht so sehr von unseren.

Das waren noch einmal alle acht Geschichten im Schnelldurchgang. Ich empfehle natürlich, sich die einzelnen Texte vor der Abstimmung nochmal zu Gemüte zu führen; ein Klick auf den Link reicht.

So, jetzt zur Abstimmung selber:
Scharfäugig, wie Ihr seid, habt Ihr sicherlich den neu eingefügten Kasten am rechten Rand gesehen. Genau, da wird abgestimmt. Einfach auf den Button neben der Geschichte klicken, die Euch am Besten gefallen hat, auf den Button "Abstimmen" klicken und fertig. Wer Lust hat, kann natürlich gerne auch noch einen Kommentar dazu hinterlassen (ich hoffe mal, dass das funktioniert - ich hab es noch nie ausprobiert ;-)).

Jetzt wird sicher die Frau Floh kommen und sagen:"Was hindert micht, meine Stimme tausendmal für meine Geschichte abzugeben?"
"Nichts", kann ich da nur erwidern.

Aber ich weiß ja, dass die Besucher meines Blogs allesamt schön von Gestalt und edel im Geiste sind. Und solche guten Menschen würden doch niemals so etwas Profanes tun wie bei einer Abstimmung schummeln, oder?

So, damit überlasse ich den Ring Euch.
Ach ja, noch eines: Die Abstimmung geht bis zum Sonntagmorgen. Etwa gegen zwölf Uhr werde ich sie beenden und dann den Sieger verkünden.

Jetzt geht es aber wirklich los.

- Sportfreunde Stiller -

Mittwoch, Januar 24, 2007

The bonny swans (Geschichte acht)

Auf dem Weg in den Süden kommen ihr fürchterlich viele Gedanken, Gloria, ein Schwan inmitten anderer. Eher still und unbemerkt. Eher zurückhaltend und sich mit sich selbst befassend. So macht Gloria sich keine Gedanken um den Flug selbst, lässt sich mitziehen, von der Gruppe treiben und verfällt schnell in ihre Gedankenwelt.

`Abking Pro * lach *, als wär ich zu dick. Was denkt er sich überhaupt dabei? Klar hab ich gejammert und gesagt, dass mein Bauch aussieht wie die Glatze von Yul Brynner, so groß und rund oder doch eher wie Zitronen, mit dieser komisch runzeligen Oberfläche. Ich wollte keine Tipps zum abnehmen, nur jemanden, der einfach zuhört.
Aber ich war ja schon sehr begeistert, dass er in dieser Situation mal sein geliebtes Yps-Heft beiseite gelegt hat. Die letzte Testausgabe hat es ihm angetan. Schade, dass kein Pupskissen drin war, meinte er noch. Manchmal möcht ich doch gern die männliche Psyche verstehen.
Welches Bedürfnis wird zum Beispiel befriedigt, wenn er Janin Reinhardt Blöckflöte spielen sieht? Zierliche Frau ... zierliches Instrument? Er meinte, er würde sterben für diesen Anblick. ... Ich weiß es. Die erdrückende Mutterliebe, die er bis zu seinem 25sten Lebensjahr erfuhr wird es sein. Natürlich, ein Ersatz, den er dafür braucht, jedoch nicht zu umfangreich ... auch körperlich. * kicher * `


Tock! Gloria wird plötzlich aus ihren Umfangsgedanken gerissen. Die Flugschar schien langsamer geworden zu sein, so stieß sie gegen ein vor ihr fliegenden Schwan. Verlegen lächelnd schaut sie in die Augen von Jonny, der sich grimmig umdreht.
Als er Gloria erblickt: „Baby, langsam, ich möchte noch einige Zeit mit dir verbringen.“ und lächelt. „Oh entschuldige, ich dachte gerade an deine Mutter. Es wäre doch schön, wenn sie uns heut Abend besuchen könnte. Ich koche uns etwas.“ Er: „Baby, du bist so gut zu mir!“
Es wird wieder etwas zügiger.

`Ich sollte den Katalog vor heut Abend weglegen, der mit dem Bild einer Feinrippschlüpfer vorn drauf. Der liegt zu offensichtlich. Ich kenne seine Mutter, sie kommt dann schnell auf die Frage, ob er nicht noch neue Schlüpfer braucht. Das ist ihm immer so peinlich.
Salzstangen ... Konfekt ... Gummibärchen ... Nüsse ...der steppende Wihnachtsschwan in diesem Jahr war ja wirklich etwas albern. Steppen ansich sieht ja so aus, als würde man einen Weg entlanglaufen und aufpassen, dass man den zig Mäusen nicht auf die Nase tritt. * kicher *
Ob Karl die Mäuse schon aus dem Haus bekommen hat? Er wollte sie ja lebend beseitigen, könne keiner dieser Lebewesen etwas antun aber in seiner Nähe brauche er sie auch nicht unbedingt.`


Unauffällig schaut Gloria nach rechts, wo Karl fliegt. Er bemerkt ihre Blicke und ruft zu ihr hinüber: „In Griechenland gibt es Gyros. Was ist das?“ Er scheint genauso in Gedanken zu sein wie sie. „Ein gedrehter Grillspieß, Karl. Lecker Schweinefleisch“ Seine Augen blitzen. Man kann seine Zähne tropfen sehen und seine Vorfreude auf ein solches griechisches Mahl.

`Konfekt ... Nüsse ... Salzstangen ... Gummibärchen`, Gloria wieder gedankenversunken. `Flambierte Schrimps. Aber ich glaube, so ein Indoorfeuerwerk werde ich eher nicht veranstalten. Als Ergebnis gäbe es noch Gummibärchen im flammenden Inferno. Oma kann sicher helfen.`

Links neben Gloria fliegt sie. Oma Helga, eine weise Frau, die aber gern mal hochnäsig zickig erscheint und sich mit Problemen anderer nicht auseinander setzen möchte. „Oma, ich brauch ein schnelles Abendgericht, welches jedoch nicht zu einfach erscheint. Ich dachte an etwas flambiertes, hab jedoch Angst um meine Unterkunft.“ Ja, Oma scheint in dem Moment in so einer Phase der völligen Uninteressiertheit zu stecken und antwortet: „Verweichlichte Jugend.“ und richtet ihren Blick wieder nach vorn ohne ein weiteres Wort.

`Bin ich froh, wenn wir eine Pause einlegen und ich mich einkuscheln und schlafen kann.`

Gloria sieht vor sich, sieht Jonny in seiner ganzen Pracht und lässt ihren Blick lange nicht von ihm. Sie lächelt und flüstert leise: „Ich liebe dich Schatz.“


Loreena McKennitt

Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei

So auch dieser kleine Geschichtenwettbewerb.
Also ein Ende, nicht zwei.

Eigentlich sollte mit der gestrigen Geschichte die letzte veröffentlicht sein, aber es hat doch tatsächlich am Montag noch eine Geschichte ganz zaghaft bei mir angeklopft. Als sie so dastand, in der bitteren Kälte des Berliner Winters, und mich mit großen rehbraunen Augen flehend anschaute, brachte ich es einfach nicht übers Herz, sie fortzuschicken. Man hört ja schließlich so einiges, was mit einsamen kleinen Geschichten passieren kann, die ganz allein in der Blogwelt herumstehen.
ICH möchte dafür nicht verantwortlich sein.

Ach, bevor ich es vergesse: Meinen ganz besonderen Dank des heutigen Tages möchte ich den beiden Polizisten aussprechen, die, in der wohligen Wärme ihrer Polizeidroschke sitzend, die ausgefallene Ampelanlage auf dem Blumberger Damm schärfstens im Auge behielten, auf dass auch nicht ein einziges Ampellichtlein es wagen möge, durch zaghaftes Aufblinken eine verkehrsregulatorische Tätigkeit auszuüben.
Jungs, das habt ihr echt gut gemacht - der Rückstau auf allen vier Straßen hat es euch aus ganzem Herzen gedankt.

So, jetzt aber auf zur letzten Geschichte.

- Stephan Remmler -

Dienstag, Januar 23, 2007

Bochum (Geschichte sieben)

In Griechenland gibt es Gyros. Was ist das?
Diese verfluchten Preisfragen aber auch immer. Chantal, Unterschichtenkind, war der Verzweiflung langsam nahe. Griechenland, ja, da war sie schon gewesen. Spaß gehabt, das Leben mit dem großen Messer geschnitten (und doch war sie sich sicher: diese Redensart geht irgendwie anders), zu Musik von Jürgen Drews ihre Brüste entblößt. Aber Gyros? In ihrem Kopf, so würde sie es kurz darauf ihrer besten Freundin Gloria, Kellnerin, erzählen, waren die Hirnzellen so mächtig am Brummen, dass es sich so anfühlte wie eine Armada steppender Weihnachtsmänner, die Souflaki tanzen. Das würde Gloria sehr beeindruckend finden, alleine schon der Metaphorik wegen und zusätzlich auch deswegen, da Souflaki und Sirtaki für sie eh „linguistisch so Kram“, also Fremdwörter, waren.
Doch dieses Telefonat lag noch in weiter Ferne. Und so saß sie da, Chantal, nahm erschreckt Notiz von Spliss in ihrem brünetten Haar (es muss nicht alles Klischee sein) und schaute währenddessen leicht apathisch auf den Fernseher, in der ein vierzehnjähriges Mädchen sich gerade über die ihr widerfahrene erdrückende Mutterliebe ausheulte. Ein paar Sender weiter spielte Janin Reinhardt lasziv auf einer Blockflöte, doch das sah Chantal nicht. Gloria aber sah es und würde im besagten Telefonat jene Szene zum Anlass nehmen, ihrer Freundin von der Nacht mit James zu erzählen, der ja soooo süß sei und mit dem sie ja sooo viel Spaß gehabt habe und das auch ganz ohne Gummi, von wegen Urvertrauen und so. Und jetzt aber stelle sich heraus, dass seine Handynummer scheinbar kaputt sei, da gehe niemand ran. Und Chantal würde sich das anhören, Bescheid wissen, ihr trotzdem gut zureden, einen Monat später auch mit ihr zum Frauenarzt gehen.
Doch dieses Telefonat lag noch in weiter Ferne. Chantal stand jetzt am Fenster. Schaute hinaus, nein, hinauf, aus dem Fenster ihrer Wohnung im Parterre. Sie hatte es sich abgewöhnt, nur geradeaus zu gucken. Da lag nur der Müll, die schmuddeligen Straßenkinder spielten Krieg, das war zu lange ihre Welt gewesen. Ihr Blick ging hoch, in die Wolken. Heute war der Himmel blau, das fand sie schön. Sie war immer arm gewesen. Immer beschränkt. Nie so wirklich das kluge Köpfchen. In den vergessenen Gassen des Molochs ihrer Heimat, dieser Großstadt ohne Gnade, hatte sie nicht anders gekonnt, als so zu werden. Man hatte ihr erst gar keine Chance gegeben. Sie kannte nur ihre Mutter, die war verlottert. Irgendwann war da dieses gegenseitige Einverständnis gewesen, sie hatten sich einfach stehen lassen, irgendwo am trostlosesten Ort dieses ganzen sich ihre Heimstatt nennenden Erdquadranten war das gewesen, und sie hatten sich seitdem nie mehr gesehen. Sie wollte weg hier. Diese Stadt war der Teufel. Deswegen auch diese Preisfrage. Das war ihre Chance. Da würde eh keiner mitmachen. Die war abgedruckt in einer dieser den Tageszeitungen beiliegenden Fernsehbroschüren und zu gewinnen gab es ein Wochenende auf dem Bauernhof. Ja, das würde ihr gut tun. Das war das Gegenteil von urbanem Lebensgefühl, das sie ganz tief in sich drin suchte, wofür ihr Herz schlug: Landluft.
Sie hatte das einmal gehört irgendwo, als Redensart, und sie war sich diesmal ziemlich sicher, dass sie das auch noch richtig auf die Reihe kriegte: „Unschuld vom Lande“. Das fand sie romantisch. Und zu spät, das kam ihr irgendwann einmal in den Kopf und sie hielt es für recht klug, war es doch eh erst, wenn man es als zu spät akzeptiert hatte. Aber davon war sie doch noch weit entfernt. Sie, Chantal, hoffnungsfrohe Aufsteigerin.
Und dann also dieses Telefonat. Gloria war fix in solchen Sachen, die kannte sich aus mit Technik und schlug direkt das Internet vor. Da müsse man nur einmal „Gyros“ eingeben und dann würde es einem wie Schuppen von den Haaren fallen, nee Augen, ach sie wäre sich da auch nicht so ganz sicher, wie man das sagt.
Und so tat es Chantal dann auch und sofort fand sie die Antwort, griff mit zitternden Händen zum Telefon, wählte die Nummer, wartete. Die Stimme am anderen Apparat kam ihr seltsam bekannt vor, doch das war ihr egal. Vorwärts stotterte sie sich durch ihre Antwort, registrierte kaum die Telefonistin, die ihr zum Gewinn des Wochenendes gratulierte und brauchte ein paar Sekunden, um eben jene Frau am anderen Ende der Leitung zu verstehen, die schon zum dritten Mal fragte: „Ich bräuchte noch ihren Namen, ihre Adresse, sie wissen schon, wir schicken ihnen dann die Unterlagen zu.“
„Ich heisse Chantal Ummersbach, ich wohne …“
„Kind, bist du das? Wieso sind wir damals voreinander weggerannt?“
„Wer ist da?“
„Ich bin es, deine Mutter. Habe hier einen Job gefunden.“
„Aber …“
„Kind, es lief nicht gut, ich weiß. Doch lass mich erkl …“
Chantal beendete die Verbindung, schnappte nach Luft, das konnte nicht wahr sein, das war nicht echt, sie wollte nicht zurück, damit hatte alles angefangen, sie packte ihre Sachen, rannte zu Gloria, weinte sich aus, ließ Gloria ihre Sachen packen, fuhr raus aus der Stadt, weit weg, auf irgendein Dorf, in irgendeine Disco, vergessen, nicht dran denken, morgen ein neuer Traum, heute einfach leben, wird schon, geht schon.
Und dann ließ sie sich schwängern. Von Timothy. Der war sooooo süß.

- Herbert Grönemeyer -

The Times They Are A-Changin'

Es ist an der Zeit, mal wieder die Linkliste zu überarbeiten. Die Küchenplaudereien habe ich relativ leichten Herzens über Bord geworfen, nachdem sich da seit gut zwei Monaten nichts mehr getan hat und es auch nicht so aussieht, als würde sich nochmal was tun.
Viel schwerer fällt es mir dagegen, Marthas Blog herauszunehmen. Da sind einige recht unschöne Dinge hinsichtlich des Kopierens von Texten ohne Verweis auf den Verfasser passiert (wer es genauer wissen will, möge es hier nachlesen). Kurz, das Blog wurde vom Netz genommen, Frau Martha gab seitdem kein Lebenszeichen mehr von sich.
Schade eigentlich, aber ich fürchte, unter dem Namen von Frau Martha werden wir im Netz wohl nichts mehr lesen - da ist die Bloggergemeinde, die ansonsten ja gerne mal das Recht des Einzelnen auf freies Kopieren geistigen Eigentums bei Musik und Film vehement verteidigt, doch sehr eigen, wenn es um das Kopieren gebloggter Texte ohne Verweis auf deren Urheber geht.
Nun denn, Frau Martha habe ich schweren Herzens aus der Linkliste genommen.

Dafür kann ich auch zwei Neuzugänge vermelden: Zum Einen den Propheten, dessen Meinung ich sicher nicht immer teile, der aber trotzdem immer mal wieder einen Besuch wert ist, zum Anderen den Herrn Trubel, der auch an meinem kleinen Geschichtenwettbewerb teilgenommen hat und mit gleich drei Blogs (verlinkt habe ich nur den/das? Hauptblog) deutlich fleißiger ist, als ich es je sein werde.

Teilgenommen hat ausserdem der Verfasser der nächsten Geschichte, der Nummer sieben auf meiner Liste. Vorhang auf!

- Bob Dylan -

Montag, Januar 22, 2007

A Deeper Love (Geschichte sechs)

Er erwachte am frühen Morgen, die Sonne zeichnet die Berge in der Landschaft wie mit einem Schwarzen Kajalstift ab und erinnerte ihn an seine Kindheit in der er mit genau diesen Stiften die Graffiti Ära eingeleitet hatte. Zugegeben Kajal auf S-Bahn hält nicht lange und sieht Scheiße aus doch schon damals wollte er Trendgebend sein. Er, das war Josef Adrian Martin Bastian Anders kurz -> Herr Jamba, Kontrolleur bei der Deutschen Bahn, genauer gesagt der S-Bahn in Berlin. Wie alle S-Bahn Mitarbeiter 120kg schwer und durchnehmend Unfreundlich und schlecht Gelaunt.

Wir Schreiben das Jahr 1997 und die Sonne zeichnet die Bergähnlichen Plattenbauten von der tristen Asphaltlandschaft ab, Herr Jamba erwacht wie immer von dem Allmorgendlichen Frühsport seiner Nachbarn. „Irgendwann werd ick den ma meene Meinung sajen dit kann ja wohl nisch anjehen das die sisch schon um Achte mitte Teller bewerfen so eene verweichlichte Jugend man man man ick hab damals schon um 3 anjefangen damals mitte Inge da beißt de maus keeen Faden ab“. Seine Matratze quietscht leise als er sich unter den Achseln kratzend aufrichtet und sein weißes fettiges Unterhemd anzog, er verscheuchte 2 Kakalaken von seinem Kühlschrank und nahm sich erstmal ein Bier, mit genau diesem ging er dann aufs Klo um seine Geschäfte zu erledigen, doch beim Spülen merkte er das die Mäuse die er lebend beseitigt hatte noch im Ablaufrohr steckten „Was für ein Scheißtag“ grummelte er, zog sich seine Jogginghose an kratzte sich nocheinmal unter der Achsel und ging aus seiner Wohnung raus auf die Straße stieg über die, in seinen Kreisen normale, Blutlache, irgendeines Betrunkenen, die jeden Tag vor seinem Plattenbau in den Abfluss floss und machte sich auf den Weg in Richtung S-Bahnhof Marzahn. Auf seinem Betonierten und von Plattenbauten gesäumten Weg trifft er viele, wenig Vertrauenswürdig, aussehende Personen die ihm allerdings bekannt waren : „Tach Josef!“ „Mahlzeit Junter hast aba wider jesoffen wie een Loch waaa ?“ „Halt dit Maul dit jeht dir ja nischt an du Arsch“ „Freundchen Freundchen dein Leben will ick mir och haben, den janzen tach nur saufen dit kann ick erst wenn ick inne Rente bin“ „Tja dit is schon geil..Soviel Arbeitslosenjeld zahlt sonst keeen Land l..ick muss nur uffpassen…“ „Uffpassen Junter ? Wovor ?“ „ Ick war letztens uffen Jahrmarkt in Wannsee wa ? Bei de Wahrsagerin und die meint ick soll mich hüten vor der 4 und hartz“ „Hartz ? Ja dit klebt anne Klamotten“ „Najut meeen Juter ick muss kurz zu Bolle rinn Üps-Heft und Palette koofn wieda wat Zwitschern, un du wieda malochen ?“ „Sach ick dir eene Kacke..najut Mach dit jut wa ?“ „ Tschüssikowski“. Am malerisch vermüllten Bahnhof Marzahn angekommen geht er auch gleich in das kleine graue S-Bahn Häuschen aus dem der Wurst Geruch kommt und seine Kollegin Tusnelda Kreuzworträtsel löst: „Tachjen Tusnelda“ „ Tach Josef sachma Süchtig nach Geschlechtsverkehr mit 9 Buchstaben ?“ „Männliche Psyche ?“ .In diesem moment betritt Rudolf ualhcsrhes ein bebrilltes Muttikind den Raumen „Was halten die Herrschaften denn von Nymphoman ?“ „Dit is doch ne Meerjungfrau du Interlak..Interles..Interlef“ „Interlektueller?“ „Jenau Interkeltu..weißt schon Klugscheißer!“. Punkt 10 begann dann ihr Dienst als Kontrolleur der S-Bahn und Herr Jamba hielt wie immer seine Ansprache: „So Männers und Weiblisches Mitmenschliches Wesen ick würd sajen Los jehts wa ?“. Und mit diesen Worten fuhren sie wie jeden Tag im Uhrzeigersinn auf dem Berliner Ring entlang auf der Suche nach Leuten ohne komplett überteuerten Fahrschein.

Kurz vor Dienstschluss dann passierte etwas das den routinierten Lebensablauf von Herrn Jamba komplett über den Haufen wird.. wenn auch nicht für lange. Es ist 17:30, die S-Bahnen sind drückend voll und zu diesen Sommerlichen Temperaturen sehr Heiß, Herr Jamba kriegt langsam Entzugserscheinungen weil er seid 9 Stunden kein Bier mehr hatte, Tusnelda murmelte gerade etwas von „Jetzt weiß ich wie sich Gümmibärchen im flammenden Inferno fühlen“, als man im hinteren Abteil aufeinmal Herr Jamba laut werden hört „PASS MA UFF PIEPEL MACH MA HIER KEEEN REMMIDEMMI MIT SONEN LEUTE WIE DIR BIN ICK SCHON FRÜHER FERTIG JEWORDEN“ und im nächsten moment Klatschte es durch den ganzen S-Bahn Wagen. Rudolf wurde bleich „Josef…du..hast du etwa gerade einen Kunden geschlagen ?“ „Ja na türlich der Junge Mann hier hat jerade jesacht das er weeß wo mein Haus wohnt und dat der misch Messer machen will“.

Schneller als ein Ketzer „Hexe Henker Scheiterhaufen“ sagt hatte er dann auch schon seine Kündigung in der Hand.Deprimiert nahm er von seinen Kollegen Abschied und man spielte „Da sind wir dabei das ist Prihima“ auf Janine Reinhardts Blockflöte die zu dieser Zeit die Toiletten in Deutschen Bahnen putzte und sich nebenbei als erfolglose Blockflöten flöterin im Berliner Friedrich Stadtpalast durchschlug.Wenn man nun Bildlich zeigen sollte wie tief er am Boden ist könnt man einfach ein Bild vom Kern der Erde präsentieren, einer der tiefsten Punkte seines Lebens…und es gab in seinem Leben viele tiefe Punkte..sehr viele.

Und…nunja…man kann es Tradition nennen das er sich haltlos besoff und um 23 Uhr Hacke dicht und nah vor dem resignieren nach Hause ging mit Gedanken voller Trotz und Ärger, er wollte sich rächen, er wollte sein Leben mit dem Saufen verbringen und von der Stütze leben „Wenn ihr nicht wollt das ich Arbeite dann könnt ihr mich“. Als er gerade die Kronprinzen Brücke erreichte kamen ihm zwei Menschen entgegen, zufriedene junge Menschen, vielleicht 19 oder 20, Hand in Hand, sie lächelten, küssten sich, lehnten sich aneinander und ihm war als hörte er ein geflüstertes „Ich liebe dich“. Ihm wurde kalt, seine Wut, sein Trotz, alles war weg, der staubtrockene Boden unterm ihm drehte sich und das Wort „Liebe“ erschien vor seinem geistigen Auge. Ihm wurde bewusst warum er sich so Leer fühlt, warum er sich innerlich so Trocken fühlte, selbst wenn er total besoffen war, in diesem moment begriff er das er sein ganzes Leben verschlafen…oder in seinem Fall vertrunken hatte.

Lange stand er stumm da, mit geschlossenen Augen als seine Gedanken wieder klar wurden, betrachtete er zum ersten mal im Leben den Sternenhimmel mit Faszination, sah eine Sternschnuppe und erinnerte sich an die Worte seines Heimleiters „Sternschnuppen erfüllen Wünsche“, damals hielt er das für Kindischen kram doch nun hatte er einen Wunsch: „Lass es schnell gehen“. Dann zog er ein letztes mal die Luft der Berliner Stadt in seine Lungen, und sprang.

Als man ihn am frühen Morgen fand hatte er ein wissendes, trauriges Lächeln auf den Lippen und man könnte fast denken er hat am Ende seines elendigen Lebens begriffen was alle Wunden heilen kann. Und es war nicht die Zeit.

- Aretha Franklin -

Hero

Filme, in denen sich der Obermotz dazu herablässt, dem endlich eingefangenen Helden, nachdem dieser in stundenlangen Verfolgungsjagden den Schüssen aus mindestens 2000 Maschinenpistolen mit spielerischer Leichtigkeit ausgewichen ist, zunächst seine perfiden Weltherrschaftspläne zu offenbaren, um ihn dann auf möglichst kreative Weise, meist per eigens dafür erfundener Maschine ins Jenseits zu befördern, sind mir per se suspekt.

Zum Einen lernt jeder Mafia-Killer schon in der Grundschule, dass eine Kugel zwischen die Augen viel schneller, günstiger und vor allem effektiver ist, zum Anderen kann sich der Held ohnehin immer in letzter Sekunde befreien, weiß dann, was der Bösewicht vorhat und vereitelt dessen Pläne.

Aus dem Grund kann ich schon mit den Bond-Filmen nicht so recht warm werden.
Wenn dann aber die Geschichte auch noch so bar jeder ironischer Brechung daher kommt, wie der gestern von RTL gezeigte zweite Teil von Tomb Raider kann ich nur noch kopfschüttelnd davor sitzen und mich fragen, wie jemand ernsthaft Geld ausgeben kann, um so einen Mist im Kino zu sehen. Schon die knappe Stunde, die ich ihn mir auf dem heimischen Wohnzimmersofa gegeben habe, hätte ich besser mit Solitär vor dem PC verbracht - das ist deutlich spannender, abwechslungsreicher und überraschender.

Genau wie die Geschichten, die ich zugeschickt bekommen habe. Jede von denen ist eindeutig unterhaltsamer als Tomb Raider und Konsorten.
Und damit auch Ihr das nachvollziehen könnt, kommt jetzt Geschichte Nummer sechs.

Film ab!

- Mariah Carey -

Sonntag, Januar 21, 2007

It´s got to be perfect…(Geschichte fünf)

Baby, du bist so gut zu mir – das sagte er jedes Mal. Wahrscheinlich war sie wirklich zu gut. Perfekte Ehefrau und Mutter, als Hausfrau unschlagbar – sie lief für Yul Brynner Zitronen meilenweit, was ihren Zitronnenkuchen in der gesamten Nachbarschaft berühmt gemacht hatte und sie dazu verpflichtete beim Kuchenbasar mindestens zwei davon zu backen. Sie beseitigte sogar Mäuse lebend. Ihr kleiner Tommy hatte es nicht ertragen, dass sie Mausefallen in der Vorratskammer aufstellen wollte. Sie erinnerte sich daran, als er mit 5 Jahren tobte und schrie, sie sei eine Hexe und Daddy ein Henker und sie würden beide auf den Scheiterhaufen kommen, wenn sie den kleinen Tierchen etwas antun würden und dann bitterlich anfing zu weinen. Sie fragte sich immer wieder, ob ihre Mutterliebe zu erdrückend war oder ob es einfach nur ein kulturell bedingtes Zeichen der verweichlichten Jugend war. Die Mäusejagd wurde erstmal auf Eis gelegt und Tage später kam er triumphierend mit einem Üps-Heft an, in dem gezeigt wurde, wie man Mäuse lebend fangen kann.

Das war also ihr Leben! Ihr Leben?

Hausfrau, Mutter eines inzwischen erwachsenen Sohnes… und den Kindern in der Nachbarschaft seit Jahrzehneten das Blockflöte spielen beizubringen, momentan war es Janin Reinhardt aus dem Haus gegenüber.

Das war also alles.

Auf ihrem Grabstein würde ein Bild eines frisch gestärkten Feinriffschlüpfers eingemeiselt werden.

Fabelhaft!

Ihr Mann liebte sie in dieser Rolle – sie sich nicht.

Sie hatte nicht verstehen können, warum ihr Mann alles menschemögliche unternahm um ihr die Idee auszureden wieder arbeiten zu gehen. Ihre Schweigermutter hatte ihr einen Vortrag über die männliche Psyche gehalten und das ein Mann sich wertlos fühlt, wenn er nicht für den Lebensunterhalt der Familie sorgen kann und ihr kleiner Billy würde doch wunderbar für mich sorgen und mir und Tommy würde es doch wunderbar gehen und ich wäre undankbar.

Ja, das war ihr und Bills Lieblingssatz – alles war wunderbar.

Vor zwei Wochen habe ich erfahren, warum für Bill alles so wundervoll ist – er hat eine perfekte Hausfrau und Mutter und er hat eine wunderbare Affaire mit seiner Sekretärin. Er weiss nicht, dass ich es weiss. Es war nur Zufall, dass ich den Zettel mit der Reservierung für dieses totschicke Restaurant in seinem Jacket gefunden haben. Ich wollte es nur für die Reinigung fertig machen. Ich habe mich sehr auf das Essen gefreut, aber er hat mir von der Reservierung nichts erzählt. Er müsse mal wieder länger arbeiten. Ich weiss nicht, warum ich zu dem Restaurant gefahren bin. Aber durch´s Fenster habe ich sie gesehen. Ihn und sie. Das war kein Arbeitsessen. Das konnte sogar ich sehen. Ich bin nach Hause gefahren und habe geweint. Als er nach Hause kam, war alles wie immer. Dieses Wochenende ist er auf Dienstreise. Ein wichtiger Kongress, sagte er. Ich habe bei ihm im Büro Freitag nachmittag angerufen. Es gibt keinen Kongress.

Tommy ist vor einem halben Jahr ausgezogen – er wohnt jetzt im Studentenwohnheim. Er ist 19. Er wird jetzt auch ohne mich auskommen und außerdem hat er ja immernoch seinen Dad. Bill wird sich endlich auch mal um seinen Sohn kümmern müssen. Ich bezweifel, dass sich dieses langbeinige vollbusige Etwas in der Mutterrolle sehr wohlfühlen würde.

Und ich?

Ich habe beschlossene in Las Vegas steppende Weihnachtsmänner zu sehen. Da ist es doch warm und es ist Las Vegas, da gibt es sowas. Ich habe das mal im Fernsehen gesehen. Meine Koffer sind gepackt. Ein eigenes Konto habe ich vor einer Stunde eröffnet. Online geht alles ganz leicht. Auch die Transfers von unseren gemeinsamen Konten. Ein Essen in diesem totschicken Restaurant wird Bill sich so schnell nicht leisten können. Ich fühle mich unglaublich gut, als ich das Benzin in unserem perfekten Haus verteile und es brennt alles so wunderbar. Von draußen kann ich durch das Wohnzimmerfenster die Gummibärchen im flammenden Inferno sehen. Ich muss lächeln. Ab heute werden Gummibärchen für mich nach Freiheit schmecken. Am Flughafen werde ich noch ein paar kaufen müssen. In den USA gibt es angeblich keine Gummibärchen. Dabei ist es das Land der Freiheit.

Aber auch ohne Gummibärchen… ab jetzt wird es perfekt.

- Fairground Attraction -

Lazy Sunday Afternoon

Sonntag morgen.
Du wirst wach und fragst dich, wer Dir denn heimlich in der Nacht die Einweggummihandschuhe über die Hände gezogen und dann aufgepumpt hat.

Gut für Dich, wenn in der Minute darauf Deine Tochter / Dein Sohn / Dein(e) Lebensabschnittsgefährte/in lachend ins Schlafzimmer kommt und Dir sagt: "Ich war es!"

Schlecht für dich, wenn Du feststellen musst, dass Du gar keine Handschuhe trägst, sondern die unförmigen Dinger am Ende der Arme Deine echten Hände sind.
Und sich die Teile auf gar keinen Fall zu einer Faust rollen lassen, mit der Du wenigstens Dein Kopfkissen verhauen könntest.

Da hilft nur noch eines: Ungeschickt in Deinen flauschigen Hausanzug schlüpfen und die nächste Geschichte lesen. Und los!

- Small Faces -

Samstag, Januar 20, 2007

Like a prayer (Geschichte vier)

„Vater, Vater... ich habe mich entschieden! Ich will ins Kloster!“
Vater schielte über den Rand der Bild Feinrippschlüpfer Schlagzeile und faltete die Zeitung dann gleich ganz zusammen, da er den ernsten Ausdruck im Gesicht seines Sprösslings erkannte.
„Wir waren dieses Jahr schon im Urlaub. Ich denke da erinnerst du dich dran. Griechenland... ich hab Dir sogar ein Buch darüber gekauft.“
Sein Sohn schaute ihn empört an.
„Das war ein Rätselbuch für Grundschüler! < ...in Griechenland gibt es Gyros. Was ist das?> klingt für mich nicht unbedingt nach einem Reiseführer.“
Der Vater blickte einen Moment betroffen zu Boden.
„Und du meinst diese Klostergeschichte ist gut für dein Ego?“ brachte er wieder das Ausgangsthema auf Kurs.
„Nein, ich meine für meinen weiteren Lebensweg!“
„Hm... ich hatte gehofft, dass du einmal in meine Fußstapfen trittst.“
Der Junge verdrehte die Augen und fuhr sich durchs dunkel wallende Haar.
„Ich möchte nicht mit meinem Vater zusammen als steppende Weihnachtsmänner auftreten. Das ist Saisonarbeit.“
„Aber gut bezahlte!“ warf der Vater ein und schielte kurz zum alten Eichenschrank in der Diele, der sein ebenso altes Knecht Ruprecht Kostüm verbarg.
„Nein, ich möchte etwas anderes machen.... ein Zeichen setzen... ein Leben in Abgeschiedenheit meine ich.“
Der Vater zog die Stirn in Falten.
„Abgeschiedenheit?“
„Na du weißt schon, das Gegenteil von „urbanes Lebensgefühl“.
Der Vater nickte und bemerkte, dass er hier keine Chance hatte. Er konnte nur hoffen, dass sein Filius sich diese Entscheidung wohl überlegt hatte.
„Nun gut... ich werde sehen was ich tun kann.“
„Ich würde gern in ein Shaolin kloster.“ sagte der Junge kleinlaut.
„Übertreibs nicht!“

Drei Wochen später fuhren Vater und Sohn zum zweihundert Kilometer entfernten Kloster, welches einen überaus guten Ruf besaß.
„Mach deiner Mutter und mir keine Schande.“ Sagte der Vater, den Blick auf die Straße vor ihm geheftet.
„Werd ich nicht.“
Da kam dem Vater ein erschreckender Gedanke.
„Haben wir Dich zu diesem Schritt getrieben?“
„Nein,“ antwortete der Junge, der auf diese Frage nur gewartet hatte. „es war weder erdrückende Mutterliebe, noch väterliche Härte.“
Der Vater atmete merklich auf

Als das Klostertor in Sicht kam, hielt der Vater den Wagen an und reichte seinem Sohn ein Päckchen.
„Das soll dich an zu Hause erinnern.“
„Danke... aber ich brauche keine...“ der junge öffnete das Päckchen und spähte hinein. „...keine original Janin Reinhardt Blockflöte um mich an euch zu erinnern.
Nach einem kurzen Moment ergriffenen Schweigens drückte der Vater den Sohn noch einmal unbeholfen an sich.
„Deine Mutter meinte es sei etwas, was die verweichlichte Jugend von heute brauch, um sich alter Werte zu entsinnen.“
„Eine dämliche Blockflöte?“
„Hör mal, sie ist besser als der Abking Pro. Aber du hast wohl recht, deine Mutter hat wohl keinen rechten Einblick in die männliche Psyche “
„Stimmt auch wieder.“
Nicken.
„Ich werde dann mal reingehen. Wir sehen uns am Wochenende.“

„Soooo ich bin Bruder Ignatius und ich führe dich erst mal etwas herum.“
Sagte der freundliche Mönch der ihn am Klostertor empfangen hatte.
„Prima!“ sagte der junge und blickte sich in den beeindruckenden Bogengängen um.
„Wir fangen gleich hier an. Dies ist die Küche.“
„Ah... es riecht köstlich.“
Am Herd stand ein dürrer Mönch ohne jegliche Kopfbehaarung.
„Das ist Bruder Horst er ist der Koch und er kreiert oft ganz eigene Gerichte.“
Der Glatzköpfige Mönch blickte sich um und rief im Brustton der Überzeugung: “Heute gibt’s den neuesten Schlag gegen die konventionelle Küche. Ich nenne es Yul Brynner Zitronen.
„Yul Brynner?“
Der Koch verengte die Augen zu schlitzen
„Genau... mit Y wie Yps Heft.“
Der Junge überlegte.
„Schreibt man das denn nicht mit Ü?“
ÜPS HEFT? Wie verrückt ist das denn?“
Bruder Ignatius zog den Jungen aus der Küche.
„Wir gehen lieber weiter bevor er sich wieder aufregt. Dann gibt’s als Nachtisch wieder Gummibärchen im flammenden Inferno und das kann hier keiner mehr sehen.

Sie traten in den Klosterhof. Dort saßen drei Mönche auf dem Boden und spielten Karten.
Baby, du bist so gut zu mir!“ rief einer und stopfte sich Pokerchips mit dem Abbild des heiligen Franz von Assisi in die Taschen seiner Kutte.
„Verdammt... schon wieder verloren.“ Murmelte einer der drei.
„Ah... der Neuzugang!“ sagte der Dritte.
Nach kurzer Begrüßung boten die drei Mönche dem Jungen an mitzuspielen.
„Was spielt ihr denn?“
„Es heißt Hexe Henker Scheiterhaufen und derjenige der am Ende den Scheiterhaufen hat, der gewinnt. Wer allerdings dreimal hintereinander den Henker hat, der muss eine Woche lang alle Mäuse lebend beseitigen, die sich in den Kammern der Brüder herumtreiben.... machst du mit?“
Der junge Mann zuckte die Schultern und blickte kurz zu Ignatius.
Dieser nickte kaum merklich und schlenderte zur Küche während der junge sich zu den anderen Mönchen gesellte.
Und sie spielten bis die Sonne unterging.

- Madonna -

I've Got You Under My Skin

So, ich hab Wochenende. Da kann ich mich ja kurz fassen:
Jammer, jammer, jammer.
Aber scheinbar auf dem Weg der Besserung.
Im Baumarkt werde ich nicht mehr gefragt, ob ich mir versehentlich Bauschaum in diverse Körperteile injiziert habe und auch die Kassiererin bei Lidl schaut nicht mehr angestrengt über meine rechte Schulter ins Leere, während sie mir den Rechnungsbetrag offenbart.
Nur meine rechte Hand fühlt sich nach wie vor ausserordentlich seltsam an - so ein Gefühl, als ob in ein eingeschlafenes Bein wieder das Blut zurückströmt, nur jetzt schon 24 Stunden lang. Ach ja, und die rechte Gesichtshälfte ist noch geschwollen. Das ist aber morgens eh schlimmer als abends - zur Tagesschau kann ich in der Regel schon beinahe wieder dreidimensional sehen.

Genug des Gejammeres, es ist Zeit für die nächste Geschichte. Etwas länger, aber es ist ja Wochenende.
Da hat man schließlich auch mehr Zeit. Los geht's:

- U2 -

Freitag, Januar 19, 2007

The pieces don’t fit anymore (Geschichte drei)

„Baby, Du bist so gut zu mir“, sagte er mit einem Schmunzeln auf dem unrasierten Gesicht. Er fuhr fort diese bescheuerte Weihnachtssendung im Fernsehen zu gucken und trank aus der von dieser unbekannten, hübschen Blondine geöffneten Bierflasche.
Warum tat er sich das an? Steppende Weihnachtsmänner sind eigentlich nicht seine bevorzugte Unterhaltung. Aber die Kleine war zu niedlich und als sie ihm versprach sie könne wie Janine Reinhard Blockflöte spielen, war es um ihn geschehen. Und das konnte sie tatsächlich, daran gab es keinen Zweifel. Er fühlte sich immer noch sehr wohl nach diesem Solokonzert.
So langsam wurde es aber Zeit diese etwas runtergekommene Wohnung zu verlassen und nach Hause zurück zu kehren, wo seine Familie auf ihn wartet. In zwei Stunden ist schließlich Bescherung. Auch wenn er die erdrückende Mutterliebe seiner Frau nicht mehr ertragen mag, so brauchen seine Kinder diese doch um so mehr, denn er selber ist immer weniger zu Hause, um sich um seine Familie zu kümmern.
Er gab sich einen Ruck, zog sich an und verabschiedete sich mit einem kurzen Kuss von der Blondine und ging den nebligen Weg nach Hause. Unterwegs sah er zahlreiche Menschen durch die feuchten Straßen hasten und wunderte sich über die verweichlichte Jugend, die trotz 8°C über Null Handschuhe trugen. Was wollen die erst machen, wenn es kalt wird?
Am Kiosk besorgte er noch die obligatorischen Zigaretten für sich und die Zeitung für seine Frau und zog leise pfeifend seines Weges.

- James Morrison -

Imagine

Heute ist Phantasie gefragt.
Also, stellt Euch bitte Dumbo vor. Den niedlichen kleinen Disney-Elefanten mit den großen Ohren.
Alles ok? So, jetzt bitte den Elefanten wegdenken. Nur noch die Ohren dalassen. Habt Ihr es? Ja? Dann habt Ihr jetzt eine ungefähre Vorstellung vom momentanen Aussehen meiner Ohren.
Nachdem die juckenden Stellen weitestgehend verschwunden sind, bestehen jetzt bestimmte Körperteile darauf, anschwellen zu müssen.
Und bevor ich jetzt ein wissendes "Harrharr" und anererkennende Seitenrempler aus dem männlichen Leserbereich bekomme: Gemeint sind dummerweise Gesicht, Ohren und meine rechte Hand.
Erwähnte ich schon, dass ich Rechtshänder bin? Ausgesprochen praktisch ist das daher nicht.
Nur gering aufgemuntert hat mich daher auch gestern der von meiner Gemahlin geäusserte Satz "Leg mal Dein Ohr ein bisschen zur Seite, damit ich mich an Deine Schulter ankuscheln kann!".

So, aber bevor ich weiter jammere (mach ich dann vielleicht morgen), präsentiere ich lieber Geschichte Nummer drei.

- John Lennon -

Donnerstag, Januar 18, 2007

Give My Compliments To The Chef (Geschichte zwei)

Im Falkenhorst hing der Hausfrieden schief. Das Falkenbaby, das bisher nur durch die listige Argumentationslist, es gäbe zu viele Mäuse und die Falken seien die Mäusepolizei, dazu zu bringen war, diese zu fressen, hatte jüngst die Idee, man könne die Mäuse ja auch lebend beseitigen. Sie hätte in einem ÜPS-Heft auch schon eine Anleitung gesehen. YPS, korrigierte Vater falcon zerstreut, sich über die verweichlichte Jugend ärgernd. Vielleicht lag es ja an der erdrückenden Mutterliebe, dass das Kind so zart besaitet war.
Ach, was wusste er. Mit Mutter falcon gab es auch schon wieder Ärger. Sie hatte von Gummibärchen geträumt, die nur knapp einem flammenden Inferno entkamen. Er sollte ihr doch verbieten, all zu oft Schwager unkita zu besuchen, der in seinem Falkenhorst immer so seltsame Experimente mit Menschenfutter machte. Neulich hatte sie, vom Schwager zurückkommend gesagt, sie hätte gelernt, in Griechenland gäbe es Gyros. Was das denn sei? - und war ganz pampig geworden, als er es auch nicht wusste. Himmel, konnte sich diese Familie nicht einmal ganz normal benehmen?
Sein Freund der Schaffner, der sein Nest auf dem Dachboden einer Klapse hatte, hätte wahrscheinlich wieder gesagt, es läge alles an seiner männlichen Psyche. Und das mit der Frau würde er schon in den Griff kriegen, wenn er ihr nur genug Komplimente mache, wie "Baby, du bist so gut zu mir". Das würden Falkenfrauen mögen. Darüber stand in YPS-Heften natürlich nie etwas. Bisher hatte es gereicht, ihr ab und an eine größere Maus zu überlassen.
Zerknirscht machte der Falke einen Ausflug und dachte über passende Komplimente und eine neue Strategie, seine Tochter zum Fressen zu bewegen nach, als er über eine Truppe steppender Weihnachtsmänner flog. "Eigentlich", dachte er, "geht es mir im Vergleich zu den Menschen doch ziemlich gut."

- Sensational Alex Harvey Band -

Purple Skin

Wenn man triefaugentechnisch zur Zeit aussieht wie der jüngere Bruder von Karl Dall, das Gesicht gerötet ist wie das eines gut geübten Trinkers und man ausserdem den Drang verspürt, sich an diversen Körperteilen bisweilen heftig schubbern zu müssen, darf man sich nicht wirklich wundern, wenn einem die Blicke der wareneinräumenden Verkäuferinnen unmissverständlich zu verstehen geben, dass man gerade in die Schublade "Unterhalb vom Prekariat" einsortiert wurde.
Da hilft dann nur noch das flugs geführte und mit Zitaten von Aristoteles (Obst- und Gemüseabteilung: "Gemüse existiert, um als Nahrung zu dienen") bis Thales (Diskussion über den Rinderbraten:"Wasser ist der Ursprung aller Dinge") unterfütterte Gespräch mit den diversen Fachverkäuferinnen, um den Ruf wenigstens noch etwas zu retten.

Deprimierend auch, dass es anscheinend Musikantengruppen gibt, die ihre Lieder nur schreiben, um sich über mich lustig zu machen.

Gar nicht deprimierend dagegen ist die nächste Geschichte.
Und diesmal stirbt am Ende auch niemand. Vorhang auf!

- Oomph! -

Mittwoch, Januar 17, 2007

Comic Killer (Geschichte eins)

Es wurde schon langsam dunkel. Die Landstrasse lag immer noch voller Üps-Hefte, die der umgekippte Laster verloren hatte. Kommissar Gyros aus Griechenland fragt: „Was ist das?“
Er deutete auf eine Blockflöte. Der Leutnant hob sie auf. „Janin Reinhardt“ war in das dunkelrote Holz eingraviert. Er gab sie dem Kommissar.
„Was halten sie davon?“
„Nunja, ich glaube nicht dass Frau Reinhardt den Laster überfallen hat. Wenn doch nur der Fahrer noch…“
Gyros hörte schon nicht mehr zu. Er musste an die schmierigen Filme denken, die sie am Anfang ihrer Karriere gedreht hatte. Filme mit Titeln wie „Black Cock Down“ oder „Baby, Du bist so gut zu mir“. Er kratzte sich im Schnurrbart. Was hatte das zu bedeuten? Das Gesamtbild ergab keinen Sinn. Erst das Attentat auf den Präsidenten, dann die Brände im Chemiewerk und jetzt ein Überfall auf einen Laster, an dem Frau Reinhardt beteiligt war.
„Kommen sie, Leutnant, wir überlassen das der Spurensicherung.“, sagte er und ging davon.

Er war erst um 3 Uhr des Nachts zu Hause.
Erschöpft von ständiger Arbeit, Stress, der Sinnlosigkeit der Fälle und erdrückender Mutterliebe (seine Mutter war stets sehr besorgt um ihn) wollte er noch ein bisschen über das Experiment „Gummibärchen im flammenden Inferno“ von Herbert Brandl lesen, aber nach wenigen Minuten fielen ihm die Augen zu. Er schlief einen unruhigen Schlaf, er träumte von der Vergangenheit, von GeeGee, dem Club und steppenden Weihnachtsmännern.
Schweißgebadet wachte er auf. Der Wecker krächzte ihm entgegen, ein Schlag mit der flachen Hand ließ ihn schweigen.
Er streifte sich seinen beigen Trenchcoat über, fuhr sich durch das unrasierte, stoppelige Gesicht und fuhr wieder zur Arbeit.
„Ein neuer Tag, und nichts hat sich geändert.“

In der Station empfing ihn Sgt. Feinrippschlüpfer, er las grade die Bild.
„Gyros, da sind sie ja endlich. Mein Gott, sehen sie scheisse aus!“, poltere der dicke Mann ihm entgegen. „Wenn ich sie nochmal in dem maroden Zustand sehen…“
„Schon gut, fetter alter Mann.“, winkte Gyros ab und schlurfte in sein Büro. Er warf seinen Mantel über den Stuhl, schmiss die Kaffeemaschiene an und lehnte sich auf seinem laut protestierenden Drehstuhl zurück.
Yul Brynner trat ein. Er gehörte dieser verweichlichten Jugend an. Er trug ein grünes Shirt, eine beige Hose und hatte eine dicke Hornbrille im von Akne gezeichneten Gesicht. Seine fettigen Haare waren zur Seite gekämmt und er roch nach Zitronen.
„Ah, Brunner. Kommen sie rein.“; brummelte Gyros und schenkte sich einen Kaffee ein.
„Sie wollten mir etwas berichten?“, fragte er beiläufig.
„Ja, erm…also das ist so…ich habe, wie sie mir aufgetragen haben, ein wenig über die Chemiewerke rechargiert, und konnte auch einige Sachen rausfinden. Die haben Pentachlorphenol hergestellt, das Zeug ist hochgiftig!“
Gyros horchte auf.
„Wofür könnte man das Zeug benutzen?“
“Naja, früher wurde es beim Drucken verwendet, die damaligen Üps-Hefte waren damit beschichtet, weshalb beim Verbot des Stoffes die gesamte Produktion eingestampft werden musste. Hat den Verlag ne Stange Geld gekostet.“
„Aber wenn das Zeug nicht mehr verwendet wird, wieso sollte dann jemand von…“
Ihm kam da wieder so eine Idee.
„Vielen Dank, Brynner, sie haben der Polizei von Hintermöhringen sehr geholfen.“, dankte er ihm und schob ihn zur Tür. Bevor der Junge noch was sagen konnte, hatte Gyros schon die Tür zugeknallt.
Er war tief in Gedanken versunken. Dadurch merkte er nicht das Blenden in dem Fenster im Gebäude gegenüber. Es gab ein lautes Knallen, dann zerbrach die dreckige Scheibe von Gyros Büro und die Kugel schlug in seinem Hinterkopf ein.
Als sein Kopf auf die Tischplatte aufschlug, war er schon tot.
Der Schütze gegenüber packte sein Gewehr ein, sammelte die Patronenhülse auf und verließ das Haus in dem Wissen, dass der Egmont Ehapa Verlag ihn gut auszahlen würde.
Dann würde er sich endlich ein Haus auf dem Land kaufen können und würde endlich das Gegenteil des urbanen Lebensgefühls kennen lernen.

- Pauly Shore -

It's a real good feeling

Nun ja, nicht wirklich. Eigentlich fühl ich mich wie jemand, der zwei Nächte durchgemacht hat und danach verprügelt wurde. Und so ähnlich seh ich im Moment auch aus.
Da macht es praktisch gar nichts mehr, wenn man sich mit Schwung den kleinen Zeh am Türrahmen anrummst.
Aber genug des Gejammeres, es gibt nämlich etwas Erfreuliches zu verkünden: Ab heute werden die mir zugeschickten Texte veröffentlicht.
So, wie ich sie gekriegt habe, nur ohne Nennung des Autors - das kommt erst dann, wenn der Sieger feststeht.
Wer mag, kann natürlich auch jetzt noch seinen Text einreichen - Alter und Krankheit haben mich da milde gestimmt.
Und ja, Frau Floh, Ihren Text möchte ich unbedingt haben, wenn das schon mit dem Nummerngirl nix wird ;-)

Los geht's

- Peter Kent -

Montag, Januar 15, 2007

Doctor, doctor

Ich sollte mehr über meine Malaisen schreiben - das schafft Mitleid und viele Kommentare.
Im Moment muss ich aber ein wenig abwägen zwischen der Möglichkeit, Genesungswünsche zu sammeln und der, tatsächlich zu genesen.
Was heisst das? Ich werde mich für die nächsten drei Tage in die Bauchlage begeben, um die rückwärtigen Extremitäten nicht unnötig zu belasten. Tippen am PC ist damit auch tabu - ich werde wohl erst gegen Mittwoch wieder einen Versuch starten.

Für Euch bedeutet das im Übrigen eine Schonfrist von zwei weiteren Tagen, bevor dann die Ergebnisse des Kurzgeschichtenwettbewerbs Stück für Stück vorgestellt werden.
Wer mag, soll die Zeit noch nutzen, wer sich lieber still an gut geschriebenen Texten erfreut, muss sich zwei Tage länger gedulden.

So, ich mach jetzt aus - man sieht und hört sich.

- Thompson Twins -

Ps: Ich darf allen mal wieder den Blick gen Westen empfehlen, wo der andere Doc sich der fürsorglichen Pflege des roten Mannes verschrieben hat.

Sonntag, Januar 14, 2007

Sick and tired

Ich bitte meine zeitweilige Absenz aus dem Bloggerleben freundlichst zu entschuldigen.
Grund hierfür ist eine allergische Reaktion meines Körpers auf eine Salbe.
Die offensichtliche Unverträglichkeit eines der in die Paste gerührten Inhaltsstoffe hat dazu geführt, dass ich jetzt überall am Körper fürchterlich juckende kleine Bläschen habe, die man besser nicht aufkratzen sollte (da schauderts euch, gelle?). Und wenn ich überall sage, meine ich das auch.
Dummerweise halt auch an der Stelle, die man benötigt, um sich lässig vor den Computer zu fläzen.
Also heute nur ganz kurz einen Gruß an alle getippt.
Der Schreibcontest endet trotzdem, wie geplant, morgen; einzig die Frau Floh hat, weil sie so lieb gefragt hat, einen kleinen Aufschub erhalten.

Möge sie ihn weise nutzen.

- Anastacia -

Freitag, Januar 12, 2007

Major Tom

Darf ich mal kurz um Ruhe bitten? Gaaanz, gaaanz leise jetzt. Und genau hingehört.
Hört Ihr es? Dieses surrende Geräusch? Ja?
Dann will ich Euch mal erzählen, was das ist:
Das ist nämlich der Herr Rio Reiser, der schon seit über einem Monat im Grabe rotiert, weil eine große Elektronikfachmarktkette sich an seinem Lied "König von Deutschland" vergriffen und mit einem sau-sau-saudämlichen neuen Text versehen hat, um ihren Krempel an den Mann und die Frau zu bringen.
Er kann sich ja nun mal nicht mehr wehren, der Ärmste - wahrscheinlich haben seine Erben die Gelegenheit, noch mal Kohle aus seinem Werk zu schlagen, nicht ungenutzt vorbeiziehen lassen wollen.

Hingegen wehren können hätte sich der gute Peter Schilling.
Oder weiß der etwa gar nicht, dass man in einer Supermarktkette zur Zeit eifrig mit "Völlig losgelöst ist die Folie" beschallt wird, um einem klar zu machen, dass es sich hierbei um Spülmaschinentabs handelt, die man nicht mehr aus dem Plastiktütchen frickeln muss, weil sich das Tabkondom im Wasser von selber auflöst.

Wurden zunächst wenigstens noch die Originaltitel zur Untermalung mehr oder minder einfallsreicher Werbung verwendet (Aral, Angela Merkel), was ja zumindest den Künstlern noch einen gewissen Popularitätsschub brachte, dürfen sich jetzt mehr oder minder begabte Stimmenimitatoren am mit bescheuerten Neutext versehenen Stück versuchen.

Tja, was soll ich sagen - das ist schon kurzfristig weder witzig noch unterhaltsam, aber langfristig geht einem das Ganze so dermaßen auf den Zeiger, dass man sich wünscht, der gute Rio würde sich einfach mal erheben und als Widergänger den Verantwortlichen getreu der Vorlage von Charles Dickens in der Nacht erscheinen und sie dazu bringen, so einen Scheiß künftig zu lassen, andernfalls sie in der Werbehölle schmoren sollen, wo ihnen dann 24 Stunden täglich „Ich bin so frei, Nescafé ist dabei“ im Wechsel mit „Komm nach Haus, ruh Dich aus, wo der Tee auf Dich wartet“.

Aber verdient hätten sie es ja. Und Rio könnte wieder in Frieden ruhen.

- Peter Schilling -

Mittwoch, Januar 10, 2007

Der wilde wilde Westen

Darf ich die geneigte Leserschaft bitten, ihren Blick für einen kleinen Moment zum rechten Bildschirmrand schweifen zu lassen?
Ja, genau da, wo die Linkliste ist. So, jetzt etwas Richtung unterer Bildschirmrand schauen.
So. Genau. Und jetzt... STOP!
Das was da steht, ist ein neuer Eintrag.
Aber nicht irgend ein Eintrag.
Sondern ein ganz besonderer.
Dahinter verbigt sich nämlich ein neues Blog.
Das ist aber nicht irgendein Blog.
Nenene.
Das ist was ganz besonderes.
Nämlich eine Koproduktion des ausserordentlich geschätzten Herrn Klapsenschaffners und meiner Wenigkeit.
Wir haben uns beruflich ein wenig neu orientiert und dann aufgemacht, fremde Länder zu bereisen und sind dabei im fernen Amerika gelandet. Von dem, was es da alles zu sehen und zu erleben gibt, berichtet fortan unser kleines Internettagebuch.
Der Herr Doktor fängt an.
Und jetzt flink draufgeklickt!

- Truck Stop -

Ps: 10. Januar. Die Zeit für das Zuschicken der Kurzgeschichten ist zu zwei Dritteln um. Immer noch sind es vier Stück. Und das, obwohl ich vielleicht sogar ein Nummerngirl für die Anmoderation der Texte vorweisen kann.
Wenn das jetzt keine Motivation ist, dann weiß ich es auch nicht.

Radar love

Es wird Frühling. Mählich, aber deutlich sichtbar.
Nicht zuletzt an den kleinen Burschen, die Krokussen gleich die grünbemützten Köpflein in die warme Frühlingssonne recken.
Gleich dreimal durfte ich heute ihr emsiges Treiben beobachten. Freundlicherweise stellt die Berliner Polizei aber bei ihren Radarkontrollen immer diese hübsch orange leuchtenden Hütchen auf, damit auch keinem was passiert.
Eigentlich kann man da gar nicht mehr in die Radarfalle tappen.
Ich nehme deswegen an, dass die paar Autofahrer, die es doch taten, alleine in der guten Absichten gehandelt haben, die Berliner Finanzmisere aktiv zu bekämpfen.
Allerdings müssen sich noch viele hilfsbereite Geister finden, bis das Finanzdebakel, dass diese politische Deppenbande verschuldet hat (und fröhlich weiter verschuldet) auch nur im Ansatz beseitigt wird.

Aber vielleicht wollen sie auch gar nicht, dass so etwas passiert.
Hinterher müsste dann noch Wowereits Memoiren wieder eingestampft werden, weil der Titel "Ich und Berlin - Arm, aber sexy" nicht mehr passt.

Und das wäre ja nicht gut so.

- Golden Earring -

Dienstag, Januar 09, 2007

In Private

Wie man einer Nachricht aus Spiegel Online entnehmen kann, haben Fahnder aus Sachsen-Anhalt einen großen Schlag gegen die Kinderpornographie geführt.
Ich glaube, kein normal denkender Mensch wird dem wirdersprechen, dass es gut und wichtig ist, Kinderpornographie zu bekämpfen und sowohl deren Hersteller als auch deren Konsumenten unbedingt zur Rechenschaft zu ziehen.
Was mich aber im Zusammenhang mit dieser Mitteilung erschreckt, ist das staatliche Vorgehen in dieser Angelegenheit.
Soweit es stimmt, was der Spiegel da schreibt, sind erst einmal alle, ich wiederhole: ALLE, Kreditkarteninhaber in Deutschland einem Generalverdacht ausgesetzt worden. Zunächst einmal wurde also jedem unterstellt, möglicherweise ein Verbrechen begangen zu haben.
So kann und darf meiner Meinung nach staatliches Tätigwerden nicht aussehen.
Es kann doch nicht angehen, dass zunächst einmal alle von diesem Anfangsverdacht erfasst werden und dann der Einzelne quasi beweisen muss, dass er zu Unrecht in dieser Gruppe erfasst wurde.
Natürlich könnte man sich an dieser Stelle beruhigt zurücklehnen und darauf hinweisen, dass man ja dank seiner eigenen reinen Weste bei so einem Vorgehen nichts zu befürchten habe.
Nennt mich ruhig einen Prinzipienreiter, aber darum geht es doch gar nicht.
Es geht hier darum, dass der Staat nicht einfach eine ganze und nicht näher definierte Gruppe (Kreditkarteninhaber ist ja kein Alleinstellungsmerkmal) offenbar in eine Art Sippenhaft nimmt und erst davon ausgehend dann seine eigentliche Arbeit tut.
Übrigens, wenn die Ermittlungsbehörden wissen, dass es um bestimmte Zahlungen innerhalb eines bestimmten Zeitraumes auf ein bestimmtes Konto ging, hätten sie dann nicht auch von diesem Wissen ausgehend die Einzahler(innen) ermitteln können? Aber das nur am Rande.

Ja, es vereinfacht die Ermittlungsarbeit. Aber dann könnte man auch hingehen und sagen, dass man zur Zeit der Hexenverfolgungen (und auch später noch) sehr gute und schnelle Ergebnisse damit erzielt hat, dass man die Verdächtigen auspeitschen und ihnen die Daumenschrauben anlegen ließ.
Da haben die aber sowas von schnell gestanden, wo man heute langwierig nach Beweisen oder wenigstens Indizien suchen muss.

Aber das ist nunmal so, wenn man in einem Rechtsstaat lebt.
Und ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand ernsthaft darauf verzichten möchte.

- Dusty Springfield -

Nachtrag:
Wie die zuständige Justizministerin verlauten ließ, wurden wohl doch nicht sämtliche Kreditkarten inhaber daraufhin überprüft, ob sie Geld auf das fragliche Konto gezahlt hatten, sondern es wurde ausgehend von den tatsächlichen Zahlungen innerhalb eines bestimmten Zeitraumes die betreffenden Kreditkarteninhaber ermittelt.
So halte ich das für akzeptabel, wenngleich ein gewisser Nachgeschmack hinsichtlich der so offensichtlichen Kooperationsbereitschaft der Kreditinstitute bleibt.

Sonntag, Januar 07, 2007

Foundation

Ist es nicht schön, dass der Rechtsbeistand eines verurteilten Kindermörders neben seinen Aktivitäten zur Gründung einer Stiftung für die Opfer von Gewaltverbrechen auch noch Zeit und Muße findet, sich dem Sammeln und Genießen hochwertiger Weine zu widmen?
(Ich bitte um Verständnis, dass ich keinen Link setze, aber ein Forum muss ich ja hier nicht zur Verfügung stellen.)

Nein, es ist nicht schön.

- Xzibit -

Ps: Ach ja, von Beleidigungen des Dr. jur. in welcher Form auch immer sollte man tunlichst Abstand nehmen, ich zitiere aus dem Impressum seiner Homepage:

WICHTIGER HINWEIS: STRAFRECHTLICHE VERFOLGUNG DROHT!

Vorsorglich wird darauf hingewiesen, dass Beleidigungen oder Drohungen mit strafbarem Inhalt zum Nachteil des Herrn Magnus Gäfgen oder des Herrn RA Dr. iur. Michael Heuchemer ohne jede Ausnahme und ohne weitere Vorwarnung strafrechtliche und zivilrechtliche Verfolgung auslösen.

Die Strafanzeige wird unverzüglich ausgebracht; zivilrechtliche Schritte folgen sogleich nach. Anonyme Schreiben, Faxdokumente oder e-mails werden ebenfalls ausnahmslos zur Anzeige gebracht und der Absender mit den geeigneten technischen Instrumentarien ermittelt. Verwiesen wird auf die Strafbarkeit insbesondere nach den §§ 126, 185 ff., 241 StGB. Es wird insoweit versichert, dass in besonnener Routine und Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft jedweder Verstoß mit allem Nachdruck verfolgt wird. Täter müssen ggf. mit der Durchsuchung ihrer Wohn- und Geschäftsräume (§§ 102, 105 StPO) und Beschlagnahmung ihrer elektronischen Geräte rechnen.
Die Verfahrenskosten des Strafverfahrens (§§ 465 ff StPO) sowie des Zivilverfahrens (§ 91 ZPO) hat jeweils der Täter zu tragen.

Zahlreiche Verfahren sind gerichtlich anhängig. Verfolgt wird ohne Ausnahme!

Die Feststellung, dass mir schlecht ist, bitte ich als rein medizinische Tatsache zu sehen.

Samstag, Januar 06, 2007

Short story (party mix)

So, jetzt ist es amtlich: Wer sich die Mühe macht und nach "janin reinhardt enge jeans auf dem rücken" sucht, findet tatsächlich stilvoll altern auf dem ersten Platz.
Unglaublich, oder?
Dass jemand tatsächlich genau diese Suchkette eingibt, ist natürlich mindestens ebenso unglaublich. Aber tatsächlich geschehen.
Darum soll es jetzt aber gar nicht gehen. Sondern um eine kurze Zwischenbilanz im Kurzgeschichtenbereich.
Bislang waren 4 Herrschaften so nett, mir einen Text zuzusenden.
Viermal völlig unterschiedlich, aber jeder für sich sehr gut. Ich hoffe natürlich, dass hier noch die eine oder der andere seine nachweihnachtliche Trägheit überwindet und mir eine Geschichte zukommen lässt.

Nochmal kurz die Regeln: Mindestens fünf aus den 15 in diesem Post genannten Suchbegriffen sollten enthalten sein; der Text sollte kurz sein (für Knurru: max. 1,5 Din-A-4 Seiten, Arial 11 PT, 1,5-facher Zeilenabstand ;-), ein Liedtitel sollte als Überschrift verwendet werden und das Ganze muss bis zum 15.01. an meine Mailadresse geschickt werden.

Ab dem 16.01. werde ich die Geschichten der Reihe nach veröffentlichen, zuerst ohne Nennung des Verfassers, um das Abstimmergebnis nicht zu beeinflussen, dann, wenn der Sieger ermittelt wurde (in offener Abstimmung per Kommentarfunktion) werden natürlich alle Autoren auch bekannt gegeben.

Abschließend möchte ich mich noch beim Herrn Trubel bedanken, der in seinem Blog auf die Aktion hingewiesen hat. Eine hübsche, wenn nicht gar nachahmenswerte Idee ;-).

Und jetzt ab an die Tastaturen!

- Anne Clark -

Freitag, Januar 05, 2007

One for the Road

So, weil die Frau Martha so nett gefragt hat, hat mir Darbyiy0 noch ein zweites Gedicht geschickt. Meiner Meinung nach fällt es etwas gegenüber dem ersten ab, aber das möge der geneigte Leser selber entscheiden.
Da keine der von mir genannten Suchbegriffe enthalten sind, nehme ich ausserdem an, dass es nicht an meinem kleinen Wettbewerb teilnehmen will und der Verfasser sicher damit einverstanden ist, dass ich es jetzt schon veröffentliche.

Und zwar erstmal in Englisch (oder doch vogonisch?):

Hej.

>> After only 2 weeks of use I have noticed a amazing difference in girth.
>> It is a lot thicker and erections are alot harder already.
>> Carn't wait to see it after a few months.
auxinic confine gemmule Barlow antileak ballgame gyp sulphone oppugner calculate.
armfuls cabman emetic, collarbone astray brailles dynel Ferrer dairyman brownish.
>> aphelion comanage houdah walkyrie arc biannual haunts slogger ?
molality, warren opahs Lin grafting Rodriguez.
>> appel, blowy instants deft aikido combe kolbasi allegory ;)
mueslis unmix digs, stenos kiter viceless.

und dann nochmal in Deutsch, diesmal freundlicherweise übersetzt durch webtranslate:

Hej.
> > nach nur 2 Wochen des Nutzens ich habe einen erstaunlichen Unterschied zwischen Umfang bemerkt.
> > er ist viel dicker, und Errichtungen sind alot schon schwerer.
> > Carn ' t Wartezeit, um sie nach einigen Monaten zu sehen.
auxinic beschränken gemmule Barlow antileak Baseballspielschwindler, den sulphone oppugner berechnen.
Arm voll cabman Brechmittel, Schlüsselbein verloren Braille dynel Ferrer Melker bräunlich.
> > aphelion comanage houdah walkyrie Bogen halbjährlich sucht Arbeitstier heim?
molality, Kaninchenbau opahs Lin, der Rodriguez aufpfropft.
> > appel, windige Augenblicke flinke aikido combe kolbasi Allegorie; ) Müeslis, die unmix gräbt, stenos kiter viceless.

Soviel für den Moment, jetzt geht es ab ins Spaßbad.

- Judas Priest -

Donnerstag, Januar 04, 2007

Poem to a horse

Aus irgendeinem unerfindlichen Grund bekomm ich regelmäßig Spam in meinen Postkasten. Ich seh ja jetzt schon die Leser gelangweilt abwinken und höre das Murmeln "wird er sich wohl auf irgendwelchen Pornoseiten rumgetrieben haben!".
Ist ja gar nicht wahr.
Diese Spammails sind nämlich keineswegs pornografischer Natur, vielmehr wird mir immer wieder zugesagt, dass das von mir beantragte Darlehen über 344.000 Dollar (wahlweise auch schonmal 372.000 oder 367.000 US$) genehmigt sei und ich es umgehend abrufen könne. Ein freundliches Angebot, auf das ich bis jetzt aber noch nicht zurückgekommen bin.
Heute hatte ich zum ersten Mal tatsächlich Angebote vermutlich zweideutiger Natur erhalten.
Vermutlich deswegen, weil es eigentlich ziemlich wirres Geschreibsel ist, dessen Kernaussage möglicherweise ein Angebot zur Erektionsverbesserung ist (als ob das nötig wäre, chrrrchrrrch).
Viel interessanter aber ist der zweite Teil der Mail. Da offenbart sich eine Lyrik, wie man sie bis jetzt allenfalls aus vogonischen Gedichtsammelbänden kennt.
Das ist im Original schon schön und gewinnt in der deutschen Übersetzung nochmal deutlich. Da wächst ein neuer Goethe heran. Sowas darf der Öffentlichkeit nicht vorenthalten werden.
Ich bin daher stolz und glücklich, als sein Entdecker in die Geschichte eingehen zu können und präsentiere hiermit Original und Übersetzung.
Und für alle die Ferkel, die hier über das Suchwort "Erektionsverbesserung" gelandet sind, habe ich den zugehörigen Link selbstverstänlich gelöscht. Ätsch.

Und hier kommt es. Erst das Original:
Would you believe it? >> After only 2 weeks of use I have noticed a amazing difference in girth. >> It is a lot thicker and erections are alot harder already. >> Carn't wait to see it after a few months. >> agoutis besmile oldwives boolean autumns biotopes digraphs Wilshire lievest swimmer. acutest chaise gagaku, tsade areology charks letterer sleepily enhances deleterious. >> ais calluses dotes slobbery backfill centime fretter childlike ? gyrators, savarin feistier dwell fizz spent. >> auditing, cleaving databank Paul apologal chats outearn consistent ;) horrify tinselly ladylike, varve lyttas sapient.

Und jetzt die für mich noch schönere Übersetzung (via Google):
Würdest du es glauben? >> nach nur 2 Wochen Gebrauch habe ich einen erstaunlichen Unterschied bezüglich des Gurts beachtet. >> ist er viel stärker und Aufrichtungen sind alot stark bereits. >> Carn't Wartezeit, zum es nach einigen Monaten zu sehen. >> Goldhasen besmile Biotopesdigraphe Wilshire Herbste der Oldwives Boolesche lievest Schwimmer. akutestes Wagen gagaku, tsade areology charks letterer erhöht sleepily gesundheitsschädliches. >> verehrt AIS Schwielen slobbery nachfüllen das kindliche Centime fretter schwärmerisch? gyrators, savarin feistier Halt fizz wendeten auf. >> revidierend, Datenbank Paul das apologal Schwätzchen outearn zerspaltend gleichbleibend;) die sapient varve lyttas erschrecken tinselly ladylike.

So, und jetzt lösch ich den Schwachsinn.

- Shakira -

PS: Vier Texte hab ich schon, morgen gibt es noch ein paar ergänzende Informationen.
Allen, die bisher mitgemacht haben, schonmal ein herzliches Danke, all denen, die noch nachdenken, ein aufmunterndes "Hopphopp, auf gehts!".

Montag, Januar 01, 2007

Paperback Writer

So, zuerst mal allen, die heute, morgen oder sonstwann hier reinschauen, ein frohes neues Jahr.
Ich hoffe, Ihr habt alle 2006 halbwegs glücklich hinter Euch gebracht und seid auch die Kopfschmerzen von der Party wieder weitestgehend los.
Ja? Fein, dann kommen wir zur Sache:

Ich weiß ja nun aus eigenen Blogbesuchen, dass manche derjenigen, die hier alltäglich aufschlagen, dem getippten oder sonstwie auf Papier oder PC gebrachten Wort sehr zugetan sind. Sprich, sie schreiben gern und gut.
Und das gedenke ich hiermit auszunutzen.
Ich weiß nämlich auch, dass es manche gibt, die vielleicht nicht so gern und gut schreiben, dafür aber eine umfangreiche Kreativität bei den von ihnen gesuchten Dingen im Internet an den Tag legen.
Ich habe nun beschlossen, 2007 zum Jahr der Einheit zu deklarieren.
Und zwar der Einheit von beknackten Suchbegriffen und ausgefeilten Kurzgeschichten.
Hier sind jetzt alle die, die Lust haben, sich schriftstellerisch zu betätigen (selbstverständlich auch die, die diese Seiten immer mal wieder besucht, aber dann bis jetzt kommentarlos wieder verlassen haben (ach ja, und natürlich auch die, die nur über eine lustige Begriffssuche hier gelandet sind)), aufgefordert, selbiges zu tun.

Zu den Regeln:
1. Ich geb 15 Suchbegriffe vor. Fünf davon sollen in der Geschichte auftauchen.
2. Kurzgeschichte. Thema ist völlig egal. Tobt Euch aus.
3. Überschrift: Da hätte ich gerne einen Liedtitel. Schlager, Volkslied, Rocksong - völlig wurscht
4. Zeitrahmen: 15 Tage. Das heisst, die Geschichte sollte bis zum 15.01. an meine Mailadresse (oben rechts) geschickt worden sein.
5. Gewinner: Gibt es es natürlich einen - oder eine. Die mir zugeschickten Texte werde ich hier dann nacheinander einstellen und am Schluß Euch alle zur Wahl der besten Geschichte bitten. Wer aus dieser harten, gnadenlosen aber gerechten Abstimmung als Sieger hervorgeht, darf sich dann binnen Kürze über das fantastische Buch "Fleisch ist mein Gemüse" von Heinz Strunk freuen, das ihr oder ihm umgehend via Amazon zugeht (was tut man nicht alles zur Motivation - gelle?)

Hab ich was vergessen? Ach ja, die Suchbegriffe. Also denn:
- Gummibärchen im flammenden Inferno
- Janin Reinhardt Blockflöte
- besser als Abking Pro
- erdrückende Mutterliebe
- Baby, Du bist so gut zu mir
- Mäuse lebend beseitigen
- steppende Weihnachtsmänner
- Bild Feinrippschlüpfer
- Hexe Henker Scheiterhaufen
- in Griechenland gibt es Gyros. Was ist das?
- verweichlichte Jugend
- Gegenteil von urbanes Lebensgefühl
- männliche Psyche
- Üps-Heft
- Yul Brynner Zitronen

So, das wär es dann. Und dass mir da nicht nur Schweinkram bei rumkommt!
Ich vertrau auf Euch.

- The Beatles -