Dienstag, Februar 27, 2007

Killing Game

Killerspiele sind ja zur Zeit in aller Munde. Während die progressiveren Mitbürger eher zu einer gemäßigten Haltung gegenüber der Software und ihren Spielern tendieren („Die tun nix, die wollen nur spielen!“), legt die reaktionärere Front, die ohnehin hinter allem, was mit Strom betrieben werden kann (Computer, Gitarren, Kühlschränke), schon ein Grundübel vermutet, eine dezent andere Haltung an den Tag („Verbieten! Verbieten! Verbieten!“).

Natürlich kann man sich jetzt beruhigt zurücklehnen und auf eine biologische Lösung dieses Problems hoffen.
Erstmal ist das aber riskant, weil man Lebenserwartungen so schlecht kalkulieren kann, außerdem wächst da in manch einem Bierzelt ja auch schon adäquater Nachwuchs nach.

Was also tun?
Die Lösung heißt hier: Alternativen schaffen!

Wenn dem Spieler die heißgeliebte Gewalttätigkeit, Brutalität und Horror in virtueller Form und zum Mitspielen verwehrt wird, muss er sich halt nach etwas anderem umsehen. Und das möglichst unauffällig, damit nicht auch das neue Vergnügen gleich wieder per Gesetz verboten wird.
Ich hab da mal ein wenig recherchiert.

Auf Platz eins finden sich, wenig überraschend:

Tim und Struppi

Wer jetzt entgeistert schaut, hat wohl noch nie eines von Hergés Frühwerken in Händen gehalten. Neben dem allgegenwärtigen Rassismus (den wollen wir an dieser Stelle einfach mal beiseite lassen) wird da geschlagen, gemeuchelt und verstümmelt, dass sich ein Doom3 verschüchtert in den hintersten Kellerraum zurückziehen möchte.
Beispiele gefällig? Nehmen wir mal den ersten Band „Tim im Kongo“.
Der Held erschießt eine ganze Antilopenherde, tötet und häutet einen Affen, um dessen Fell als Kostüm zu tragen, einem Löwen wird ein Teil seines Schwanzes abgebissen, eine Figur wird von Krokodilen gefressen, eine Schlange verschlingt einen Hund und wird kurz danach aufgeschlitzt, auf dass der Hund wieder frei ist. Muss ich noch mehr sagen?
Tim in Amerika setzt übrigens nahtlos an, unter anderem wird der Hauptdarsteller mit voller Absicht in eine Wurstmaschine gestoßen und entgeht dem Schicksal als Fleischwurst nur knapp. Als Filmszene (siehe Exterminator) würde so was mindestens auf den Index wandern, aber als Comic ist das schon ok.
Also ein guter Ersatzstoff für alle, die unauffällig weiter ihrer Gewaltleidenschaft frönen wollen. Die Interaktivität beschränkt sich leider aufs Umblättern, legt man sich die schwarz-weiße Originalfassung zu, kann man immerhin noch nachkolorieren.

Weiter im Angebot hätten wir:

Die Superhitparade der Volksmusik

Ich rede hier gar nicht von der Aggression, die sich beim Zusehen entwickelt.
Nein, der Horror findet jenseits der Mattscheibe statt. Man muss doch nur mal genauer hinschauen - da sitzen ganze Horden von offensichtlich schon lange toten Menschen, die durch irgendeinen fürchterlichen Zauber wieder ins Leben zurückgeholt wurden. Das Setting von „Braindead“ ist ein Kinderspiel dagegen.
Das hier ist echt, Mann!
Was ich bis jetzt noch nicht herausfinden konnte ist die Antwort auf die Frage, wohin die Zombies nach dem Ende der Aufzeichnung verschwinden. Ich tippe mal auf ein schwer bewachtes Hochsicherheitsgefängnis.
Aber wehe, sie finden eines Tages den Weg in die Freiheit!
Interaktion ist auch hier leider Fehlanzeige. Außer umzuschalten bleibt wenig; bei den Alternativen des Samstagabendprogramms würde das aber ohnehin nichts bringen. Sollte aber die Horde tatsächlich einmal ausbrechen, gibt es dann aber mehr Aktivität, als so manchem lieb sein mag. Wohl dem, der dafür schon jetzt im Schießsportverein fleißig trainiert.

Und zum Schluss noch ein heißer Tipp für alle, die Terror und Gewalt einmal hautnah erleben möchten:

Bundesjugendspiele

Wer einmal hier mitmachte (und das dürfte so ziemlich jeder Deutsche zwischen zehn und fünfzig Jahren sein), weiß wovon ich rede. Kennt die Panik und das nackte Entsetzen, das schon die Ankündigung Jahr für Jahr hervorgerufen hat.
Leider nur freigegeben unter achtzehn Jahren.
Für Erwachsene gibt es nur noch die stark gekürzte Fassung namens „Sportabzeichen“.

Ich denke, es ist klar geworden - man kann einem Verbot der Killerspiele getrost und gefassten Mutes entgegen sehen. Es gibt genug frei erhältliche Alternativen, die weit unauffälliger sind, aber der virtuellen Welt in Sachen Rohheit, Brutalität und Ekelfaktor in nichts nachstehen.

- Skinny Puppy -

Sonntag, Februar 25, 2007

Reflections of my life


Rotfell schmiss, ich fing.

Ein obskures Stöckchen, aber welches dieser Holzstücke ist nicht obskur.
Ich bitte an dieser Stelle nochmal Trupics um Vergebung, aber 10 Dinge, die ich besonders gut kann, wollen mir partout nicht einfallen. Ich kann zwar einiges, aber kaum etwas besonders gut - ich bin halt eher bundesdeutscher Durchschnitt. Selbst bei den Psychotests in Brigitte liege ich immer im Mittelfeld.
Nun ja, bei Musik kenn ich mich etwas besser aus.

Also zu den Stöckchenregeln:

1. Öffne deinen Musicplayer (iTunes, Winamp, Media Player, iPod etc.) Ich hab übrigens den VLC media player. Winzig klein und irre praktisch. Meine uneingeschränkte Empfehlung.
2. Stelle es auf Shuffle/ Random (kann er)
3. Drücke “Play”
4. Schreibe für jede Antwort den Songtitel, der gerade gespielt wird, auf:
5. Drücke für jede neue Frage den “next” Button.
6. Lüge nicht und tue so als ob du cool wärst… Tipp’s einfach ein!

So, los gehts. Nicht erschrecken, wenn es praktisch nur Titel aus den Achtzigern sind.
Erstens ist das meine Zeit und zweitens war ich zu faul, den größten Teil meiner neueren CDs zu mp3ein.

Vorspann:
Our house - Madness.

Da, wo alles begann. Naja, um ehrlich zu sein, begann es nicht da, denn das Haus haben meine Eltern erst gebaut, als ich vier war. Aber das Elternhaus ist immer ein guter Ausgangspunkt.

Aufwachen:
Call me - Blondie

Sehr schön. Geweckt durch den Telefonweckdienst. Oder, ähem, geht es in dem Song um was anderes?
Ausserdem fetzig (Wort aus den Achtzigern) genug, um ausreichend wach zu werden.

Erster Schultag:
After the Fire - 1980F
Hurra, hurra, die Schule brennt. Damals Titelmusik für "Na sowas" mit Thomas Gottschalk. Nicht ganz mein erster Schultag, der war schon 1975, aber hinreichend nah dran.
Übrigens hatte ich damals einen Krankenwagen von Lego in der Schultüte. Auch passend.

Verlieben:
A good heart - Feargal Sharkey
Wie passend. Leider erst einmal zwei-bis dreimal verliebt, ohne den Mut zu finden, die Auserwählte anzusprechen. Ihr kennt das: "Hach, Du bist echt mein bester Freund!"
Schon verloren.
"Anything is better than being alone" stimmt übrigens nicht.

Das erste Mal:
Too shy - Kajagogo
Echt, die Titel kommen trotz random play tatsächlich in genau dieser Reihenfolge. Ich schummle nicht.
"Hey girl, move a little closer!"
Hihi!

Kampflied:
Dancing with myself - Billy Idol
Na, wenn die alte Zitterlippe nicht eine schöne Kampfuntermalung liefert, wer denn dann?

Schluss machen:
Shout - Tears for fears
So endete leider das Schluss machen häufig - Geschrei, Tränen. Nicht schön.

Abschlussball:
It´s a kind of magic - Queen.
Ja, war es tatsächlich. Irgendwie.
Hielt nur nicht so wirklich lange.

Leben:
Africa - Toto
Komisch, genau da war ich noch nie. Erstaunlicherweise auch der einzige Kontinent, zu dem es mich in meinem Leben noch nie hingezogen hat. Kommt vielleicht noch.
Soo alt bin ich ja nun auch noch nicht.

Nervenzusammenbruch:
Atomic - Blondie
Was lernt uns das?
Erstens, dass ich Blondie ganz gern mag (Oh, Debbie Harry!).
Zweitens, dass ein echter Nervenzusammenbruch für mich etwas supergaumäßiges hätte.

Autofahren:
Bette Davis eyes - Kim Carnes
Eigentlich hatte ich ja auf "Far far away" von Slade gehofft. Bei Kim Carnes überleg ich immer, ob ich weiter drücke oder das Stück ganz anhöre. Auf jeden Fall gut zum entspannten Autofahren.

Flashback:
Big in Japan - Alphaville
Na, wenn das nicht das Stück für einen Flashback ist, dann weiß ich auch nicht...

Wieder zusammenkommen:
Blue Jean - David Bowie
Puh, da fehlt mir jetzt jede Assoziation. Vielleicht, weil ich die Situation noch nie hatte.
Vorbei ist vorbei. Aber wir können doch Freunde bleiben.

Hochzeit:
Jetzt bin ich aber mal gespannt. Es ist
Red red wine - UB40
Wir hatten nur Weißwein. Aber gegen Ende waren wir doch alle in recht weinseeliger Stimmung.

Geburt des ersten Kindes:
Dream on - Nazareth
Furchtbar kitschig, ich weiß. Und eigentlich eher was für das Suhlen im Selbstmitleid nach einer Trennung. Aber ich hatte damals ja auch die Tränen in den Augen stehen. Und auf den Text darf man in solchen Momenten auch mal nicht achten.

Endkampf:
Loosing my religion - REM
Wenn noch einige Mixas und Höffners kommen, ist das ein durchaus zutreffender Titel.

Todesszene:
The power of love - Frankie goes to Hollywood
Falls das der letzte Titel sein sollte, den ich höre, bevor ich die Augen für immer zumache, kann ich zufrieden sein.
"I'll protect you from the hooded claw
Keep the vampires from your door
When the chips are down I'll be around
With my undying, death-defying
Love for you"
Etwas melancholische Musik, aber sehr tröstlicher Text.

Beerdigungslied:
Don´t answer me - Alan Parsons Project
Wie denn auch - allzu viele Fragen werde ich in der Situation wohl nicht mehr stellen können.

Abspann:
New years day - U2
"Though torn in two
We can be one.
I... I will begin again"
Ist das jetzt eine Hoffnung oder eine Drohung?
Ich setze mal auf ersteres.

Und...Vorhang

Das war es. Manches passte, manches nicht. Halt der Zufall, ganz wie das Leben.

Und jetzt kommt das Unvermeidliche - das Weiterreichen des Stöckchens. Normalerweise an die obligatorischen drei. Ich nehm aber heute mal vier, und zwar
Ralph - weil er bestimmt zum Thema Musik auch was beitragen kann. Und damit er endlich mal wieder was schreibt.
Den Schaffner - mal gucken, welche MP3's bei ihm so rumlungern.
Unkita - weil ich seinen bisweilen durchscheinenden Musikgeschmack mag. Und damit er nicht glaubt, er hätte immer noch Urlaub.
michA aka roLLe - mal hören, ob neben Prinz Pi auch noch andere Perlen die Musik seines Lebens bestimmen.

-
The Marmalade -


Freitag, Februar 23, 2007

Am Aschermittwoch ist alles vorbei

Ist es vorbei?
Sind sie weg?
Ganz sicher?
Kann ich jetzt wieder rauskommen?

Ich hab es , glaube ich, schon mal an anderer Stelle beiläufig erwähnt: Ich bin gebürtiger Rheinländer.
Und hänge als solcher irgendwie auch an der Region und an den Menschen da. Und eigentlich wollte ich ja auch gar nicht weg von da, als mein damaliger Chef der Liebe wegen den Umzug unserer Firma nach Berlin beschleunigen wollte.
Bis mir dann ein Stimmchen ins Ohr flüsterte:"Ok, Du läßt das Rheinland hinter Dir. Das ist nicht schön, ich weiß. Aaaaber -" und hier machte das Stimmchen eine melodramatische kleine Pause, "aaaber Du läßt auch den Karneval hinter Dir!"

DAS war natürlich der ausschlaggebende Grund. Freunde kann man auch prima übers Jahr verteilt besuchen, aber dem rheinischen Karneval kann im Rheinland nur ausweichen, wer mindestens auf dem Sterbebett liegt oder, besser noch, gleich ganz tot ist. Und selbst da kann es noch passieren, dass man unter der Überschrift "Der eingebildete Kranke" auf einem der Mottowagen durch die Gegend gekarrt wird.
Das gab ja dann den Ausschlag. Berlin als Insel der Seeligen inmitten karnevalistischer Idiotie.
Und was musste ich jetzt in der Zeitung lesen?
Hunderttausende Besucher sollen den Weg des Berliner Karnevalszuges gesäumt haben.
Natürlich unkostümiert und in der üblichen Muffigkeit - die meisten sind gekommen, weil es was umsonst zu holen gab. Ein Prinzip, das auch die Grüne Woche Jahr für Jahr zum Erfolg führt.

Trotzdem ein ganz böses Omen. Der Schoß ist immer noch fruchtbar. Und wer weiß, vielleicht sieht man nächstes Jahr schon die ersten zaghaften Pappnasen. Und im Jahr darauf den einen oder anderen Clown.
Und dann... Nein, das ist zu scheußlich, das will ich mir lieber nicht ausmalen.
Aber spätestens dann sollte ich ernsthaft darüber nachdenken, meinen Wohnsitz noch etwas weiter in den Osten zu verlegen.

Ulan Bator scheint mir recht reizvoll.

Obwohl, wer weiß, vielleicht sind das alles gar keine echten Mongolen da, sondern nur die Mongolenhorde des ersten Karnvalsvereins Köln-Sülz von 1879.
Ich hoffe, ich werde es nie herausfinden müssen.

Narhallamarsch!

- Hans Jonen -

Mittwoch, Februar 21, 2007

Sign 'O' The Times

Morgen ist mal wieder Kindergeburtstag - zum Glück nicht bei uns. Auf die Frage an die Mama, mit welchem Geschenk man denn dem Sprößling eine Freude machen könne, erklärte sie, dass er gerne liest, besonders Wissensbücher über den Wilden Westen.
Bei solchen Wissensbüchern halte ich es ja mit Connor McLeod - es kann nur eines geben, nämlich eines aus der "Was ist Was"-Reihe. Die haben mir schon meine Kindheit versüßt und ich erinnere mich noch, als wäre es gestern, wie ich eben das Buch über den Wilden Westen aus unserer Grundschulbibliothek gleich mehrfach ausgeliehen habe.
Cowboys! Indianer! Marterpfahl und Westernforts! Halt das, was ein siebenjähriger Knabe so mag.
Und dann der Titel: "Der Kampf um den Wilden Westen". Da roch man doch förmlich die rauchenden Colts, hörte die Indianer kriegstanzen und sah Buffalo Bill seinen gerechten Kampf für die Siedler führen.
Hab ich meine damalige Begeisterung verständlich gemacht? Gut, denn als ich das Buch heute in Händen hielt, erlosch die ziemlich schlagartig.

Das Ding heißt jetzt nur noch "Der Wilde Westen".
Nix mehr mit Kampf und Marterpfahl.
Keine blutrünstigen Rothäute, die wehrlose Farmertöchter entführen und dafür von der glorreichen siebten Kavallerie ihrer gerechten Strafe zugeführt werden.

Und dann noch - ich traue es mich ja fast nicht zu sagen - von einer Frau geschrieben!
Signe Sailer!
Autorin solcher Werke wie "Wissenschaftstheorie in der Ethnologie. Zur Kritik und Weiterführung der Theorie von Thomas S. Kuhn an Hand ethnographischen Materials" oder "Das neue superschlaue Antwortbuch". Na jetzt bitte ich aber mal schön!

Da war doch der alte Autor von ganz anderem Kaliber.
Felix Sutton! Schon der Name ist toll. Ausserdem ein Amerikaner. Und in seinem literarischen Werk (ich würde gerne œuvre schreiben, weiß aber nicht, wie man dieses komische Zeichen hinkriegt) findet man Klassiker wie "Das große Buch der wilden Tiere" oder "Tom Sawyer, neuerzählt für junge Leser". Das ist doch was ganz anderes. Der Mann weiß, wovon er schreibt, wenn er sein Buch "Der Kampf um den Wilden Westen" nennt.

Hach, die Blüten der politischen Korrektheit. Demnächst folgt wahrscheinlich noch eine Überarbeitung von Winnetou I bis III. Dass der zum Schluß zum Christentum konvertiert, kann ja heutzutage so nicht mehr stehen bleiben.

Was kann man jetzt noch machen, wenn man wissen will, wie es wirklich war im Wilden Westen?
Da bleibt eigentlich nur noch ein Klick hierhin. Da schreiben Männer, die dabei waren. Die wissen, dass es hart und schmutzig war im Wilden Westen.
Die nicht davor zurückschrecken, auch heikle Themen wie Lungenkrebs bei Cowboys, innige Beziehungen zu Pferden und Prostatabeschwerden großer Indianerhäuptlinge anzuschneiden.

- Prince -

Ps.: Wo wir gerade von ekelhaften Dingen sprechen: Ich weiß jetzt wieder, warum ich Aldi-Süd regelmäßig Aldi-Nord vorziehe.
Denn sowas
geht ja nun wirklich absolut nicht.

Samstag, Februar 17, 2007

Jack

Aufgrund unzähliger Nachfragen (mein Dank an die Herren Unkita, Unkita und Unkita!) schreib ich jetzt doch mal was über unseren Auftritt am 30.12.
Fantastisch war´s.

Nächstes Thema:

Die Biophysik unter Berücksichtigung psychophysischer Feldtheorien.

Was? Das war etwas wenig zum Auftritt?
Na gut, müssen also die übrigen Ausfürungen ein wenig zurückstehen.

Wir waren ja alle bis zur Oberkante Unterlippe angefüllt mit Vorfreude, in die sich, je näher der Termin rückte, auch ein wenig Sorge mischte: Würde alles klappen? Würde sich das Publikum, das sich vor allem aus Fans rockiger Musik zusammensetzt, mit dem ungewöhnlichen Ansatz anfreunden können.
Immerhin sollte SCOOP! zunächst einmal zwei A-capella-Stücke bringen und dann erst würden wir einsteigen.
Und die wichtigste aller Fragen: Passen wir überhaupt alle auf die Bühne? Immerhin sollten da im extremsten Fall zwölf Leute drauf sein. Robbie Williams mietet für solche Gelegenheiten immer die Waldbühne, wir mussten es halt eine Nummer kleiner angehen.
Nach einigem Geschubse und vielen Diskussionen mit dem Mann am Mixer (der etwas überrascht war von unserer Forderung nach sieben Gesangsmikros) hatte aber dann doch jeder sein Plätzchen gefunden, der Sound konnte gecheckt werden und dann mussten wir nur noch dem Start um zehn Uhr entgegen zittern.

Ganz Kavalier hatten wir natürlich den Damen den Vortritt gelassen - sprich, sie waren die Anheizer, die sich erstmal in die Höhle des Löwen stürzen mussten.
Was sie im Übrigen mit Bravour taten.








Kaum zu glauben, dass das eine raffinierte Fotomontage ist - aber nur so sieht man alle sieben auf einen Streich.

Dann durften wir und schlugen uns, teileweise von allen Mädels im Background unterstützt (eng, aber kuschelig), teilweise im Duett mit der ein oder anderen Dame

und zweimal auch von Roadie und Sängerbruder Maak an der Gitarre unterstützt und in seltenen Fällen auch von kleinen Showeinlagen unterbrochen, recht wacker durch den Abend, der in einem furiosen Finale mündete und neben einer erschöpften, aber restlos begeisterten Band ein Damenseptett, das Publikum und selbst den Mann am Mixer in ebensolcher Stimmung zurückließ.

Kurz und gut: Es war ein wirklich fantastischer Abend und für alle, die nicht dabei sein konnten (was wohl bis auf die Frau Sahne für alle, die hier regelmäßig reinschauen, gelten dürfte), gibt es hier unten jetzt noch drei Stücke, um Euch wenigstens einen kleinen Eindruck davon zu geben, was Ihr verpasst habt.

Ätsch!

Und hier sind sie:

Jack - unser neues eigenes Stück (mit freundlicher Unterstützung im Hintergrund durch SCOOP)

Whiskey in the jar - hier unterstützt uns Maak

Don´t give up - ein Duett mit Sylke von Scoop


- Braincap -

Freitag, Februar 16, 2007

I can drive

Hui, jetzt geht aber wieder eine Welle der Entrüstung durch Autodeutschland.
Da erdreistet sich doch eine Politikerin tatsächlich, den Deutschen den Kauf eines Autos anzuraten, dessen Marke nicht aus heiligen deutschen Landen stammt.
Sie empfiehlt doch wirklich den Kauf einer Japanbüchse, nur weil die vielleicht halb soviel Kraftstoff verbraucht und Schadstoffe ausstößt wie ein vergleichbar großes deutsches Auto.

Und schon wird das Geschrei laut: Vom Vorwurf der Standortschädigung bis zu dem, sie habe einen Boykottaufruf gestartet wird sie quer durch alle Parteien und Interessenverbände angepinkelt.

Dazu kann ich nur sagen: Die Frau hat Recht!

Denn solange der simple Transport von Menschen von A nach B wie etwas nahezu Spirituelles zelebriert wird ("Freude am Fahren", BMW), solange die deutsche Automobilindustrie in ihren Produkten anscheinend eher Wichsvorlagen als Fortbewegungsmittel sieht ("Aus Liebe zum Automobil", VW), solange kann ich nicht anders als Frau Künast uneingeschränkt zustimmen.

Bitte nicht falsch verstehen - auch andere Hersteller setzen auf den Lustaspekt beim Autofahren. Aber sie hat ja auch nicht gesagt "Deutsche, kauft nur noch Autos von Toyota!", nein sie hat gezielt den Kauf eines bestimmten schadstoffarmen Modells empfohlen und nicht den des Toyota Landcruisers, nur damit sich der Porsche Cayenne nicht mehr verkauft. Übrigens der nur als Extrembeispiel, denn der Vollgas-Verbrauch des leistungsgesteigerten Cayenne Turbo S soll bei 66,7 Litern auf 100 km liegen, das wären 30 Liter mehr als ein Carrera S bei 293 km/h verbraucht(Quelle: Wikipedia). Und 36 Liter sind auch schon nicht gerade wenig.

Auf einmal wird losgebelfert, dass Deutschland führend in der Forschung in Sachen umweltfreundlicherer Motoren sei, aber wo sind denn die Resultate?
Wo stehen denn in den Autohäusern die Autos mit Hybridantrieb, die nicht auch noch mindestens 130 PS leisten müssen?

Dann heißt es wieder an anderer Stelle leicht einschränkend, dass umweltfreundliche Motoren schon ab Ende 2007 verfügbar seien - warum denn nicht eher?
Wenn es sie denn dann endlich geben sollte, die in Serie gebauten Autos deutscher Hersteller mit umweltfreundlicherer Technik, dann kann man getrost auch ein Boykottende für Ende 2007 aussprechen.

Und bis dahin kann man die Forcierung der Erforschung und Umsetzung solcher und anderer Techniken offensichtlich nur erreichen, in dem man die Autohersteller da packt, wo es ihnen am meisten weh tut: Beim Umsatz.

Und sollte Frau Künasts Ausspruch dazu auch nur ein Bisschen beigetragen haben, kann ich ihr nur aus ganzem Herzen gratulieren.

- Shakespear's Sister -

Mittwoch, Februar 14, 2007

Rings Of Gold

Ein Ring, sie zu knechten,
sie alle zu finden,
ins Dunkel...
Äh nein, sorry, das war jetzt ein Scan meines Eherings.
Tatsächlich wollte ich doch das hier einscannen:
Genau, während alle Welt sich auf der Berlinale hoher Filmkultur hingibt, bin ich zu einer der nerdigsten Veranstaltungen gepilgert, die es zur Zeit wohl in Deutschland gibt:
Die
Der-Herr-der-Ringe-Filmtrilogie-Ausstellung

Puh, Luft holen, durchatmen.
Ja, es war schön. Aragorns Schwert zu sehen (die haben das kaputte gar nicht repariert! Die hatten ein ganzes und ein kaputtes - tztztz), die Miniatur von Saurons Turm zu begutachten und Sarumans Zauberstab von Nahem zu bewundern find ich einfach toll.
Beeindruckend die Sorgfalt, die in die Herstellung von Requisiten, Kostümen und Modellen gesteckt wurde, selbst wenn die vielleicht nur für Sekunden im fertigen Film zu sehen waren.
Und so nerdig war es ja dann doch gar nicht. Immerhin hab ich mindestens drei Damen gesehen, die verträumten Blickes vor Arwens Kleid standen. Eine auch vor ihrem Schwert, was mir als Begleiter der jungen Frau dann schon wieder ein wenig zu denken gegeben hätte.
Und es war bei weitem nicht so durchnerdet wie die Star Trek-Ausstellung seinerzeit in Köln.
Herrschaftszeiten, wer da rumlief. Alles Gestalten wie aus dem Musterkatalog für Science-Fiction- und Computerfreaks ohne Zufuhr von Tageslicht.
Natürlich waren meine Kumpels und ich damals gaaaanz anders.
Eh-ren-wort.
Übrigens ist es ein unglaublich tolles Gefühl, auf Captain Kirks Stuhl zu sitzen und die Brücke der Enterprise im Blick zu haben.
Ähem.
Also, Herr der Ringe.
Wer es nicht zu weit hat, möge sich aufraffen und die Ausstellung angucken. In Potsdam-Babelsberg, da wo auch die Filmstudios sind.

Und dann mit eigenen Augen feststellen, warum es der Höhlentroll heisst.

- Roy Orbison -

Montag, Februar 12, 2007

Naked

Ich wollte ja schon in Jubel ausbrechen ob der plötzlichen Zunahme meiner Blogbesucher.

Aber dann riss mich der Herr Siegismund wieder unsanft auf den Boden der Realität zurück.
Da wohl Janine Reinhardt dieses Wochenende auf irgendeinem Sender zu sehen war (hat irgendwer auch nur die leiseste Ahnung, wo das war? Nur um mal zu sehen, was die Leute so im Fernseher anschauen, die soclche Suchbegriffe eingeben), scheinen in einer Woge kollektiver Triebhaftigkeit mit einem Mal zahllose junge Herren den Blutfluss zugunsten ihrer Unterleibsfunktionen vom Hirn umgeleitet zu haben.
Anders ist es nicht zu erklären, dass gestern ein ganzer Schwung von Suchanfragen nach "Janine Reinhardt nackt/Titten/was nicht passt" uvm. bei mir aufschlug.
Wenigstens einer der Triebgesteuerten verharrte 6 Sekunden, vermutlich nur um dann enttäuscht festzustellen, dass auch hier die gute Janine nirgendwo entbößt zu sehen ist.

Gibt es überhaupt Nackbilder von der? Oder muss man wieder auf Tricks zurückgreifen und ihren Kopf per Photoshop auf irgendeinen Nacktmodellkörper basteln? Naja, wer daraus irgendeine Form der Befriedigung zieht, hat hiermit meinen offiziellen Segen, ein solches zu tun.
Da stand übrigens erst "Nachtmodell" - auch nicht unpassender.

Ich für meinen Teil werde auch weiterhin keine entsprechenden Bilder hier veröffentlichen, ausser wenn Frau R. mir höchstpersönlich ein solches schickte. Das bekäme dann natürlich einen eigenen Post, auf dass es noch viele Leser anlocken möge. Und dann auch endlich mal zu recht.

- Spice Girls -

Dienstag, Februar 06, 2007

Ba-Ba-Banküberfall

Nein, nicht ich die Bank. Sondern die Bank mich. Oder vielmehr ein paar dreiste Deppen, die versuchen, sich als Bank zu verkleiden, um mich dazu zu überreden, ihnen mein Passwort zu verraten. Das machen sie dann, indem sie mir eine Mail schicken, in der ein Bild mit hinterlegtem Link so tut, als sei es eigentlich ein Link zu einer braven Volksbank- oder Sparkassenseite.


Was die Schwachköpfe natürlich nicht wissen können, ist, dass ich mein immenses Geldvermögen schon längstens bei einer kleinen Privatbank in Liechtenstein zu 9,5 % Zinsen angelegt habe. Wenn die was von mir wollen, kommt die junge, gutaussehende Tochter des Bankchefs persönlich zu mir, flüstert mir ein nur uns beiden bekanntes Passwort ins Ohr und dann wickeln wir die anstehenden Transaktionen im heimischen Wohnzimmer ab.
Genau so sieht guter Bankservice aus.

Und wenn mich schon jemand hereinlegen will, dann sollte er sich bitte wenigstens die Mühe machen und die Betreffzeile der Mail fehlerfrei zu schreiben. Und nicht etwa "Information uber die online - Banking. Code: 494" hinschmieren.
Gar nicht geht selbstverständlich auch "
Volksbank AG - Dringende Geheimmitteiling. Ref: 605". Selbst wenn da korrekt "Geheimmitteilung" stünde, würde ich wohl wenig Begeisterung zeigen - aus dem Alter, in dem ich mich als Ehrenmitglied der drei ??? von Geheimmitteilungen und Rätseln um Superpapageien angezogen fühlte, bin ich mittlerweile auch schon etwas heraus.

Schön waren nur die weiß auf weißem Grund in der Mail versteckten Texte wie etwa:
"
Das Schlafzimmer kann selten viel mehr als ein Bett fassen." oder
"Erzähle mir, ob ihr des Sonntags noch singt?".
Das sind in der Tat berechtigte Einwürfe, die dem Ganzen schon wieder einen gewissen lyrischen Charme verleihen.

Fassen wir also zusammen: Wenn Ihr an mein Geld wollt, verdient es Euch.
Ich bin gerne bereit, die Kohle für irgendeinen Scheiß rauszuhauen (am Sonntag rang ich schwer mit mir, ob ich nicht doch den Kettensägencontroller für Resident Evil kaufen soll). Aber wenigstens etwas Mühe müsst Ihr Euch dann schon geben - ich musste ja schließlich auch dafür, nun ja, ähem, hart arbeiten.

- Erste allgemeine Verunsicherung -

Montag, Februar 05, 2007

Another second chance

Böööhhh.
Blogger hat mich gezwungen, auf die neue Version umzustellen.
Sollte also irgendwer Probleme haben, hier drauf zu kommen, bitte ich um mannigfaltige Entschuldigung. Ich war es nicht. Ich kann nix dafür. Ich musste.
Irgendwie hat sich ja auch nicht wirklich viel getan, ausser dass ich jetzt Labels eintragen kann. Muss ich aber nicht.
Und natürlich, dass in den Links keine Ä's, Ö's und Ü's mehr angezeigt werden. Weiß jemand, wie man das ändern kann?

Dafür muss ich mich, wenn ich zum Beispiel beim Herrn Unkita, der übrigens umgezogen ist, einen Kommentar abgeben will, jetzt mit meiner Email-Adresse anmelden statt wie bisher gewohnt, mit meinem fein kurzen Bloggernamen. Arbeit über Arbeit also.
Weiterhin überlege ich ja, wie ich mein Blog attraktiver gestalten kann. Mehr Fotos vielleicht? Einen Witz des Tages? Oder lass ich alles, wie es ist? Wem es nicht passt, der kann ja dann auf eine der zahlreichen Seiten mit Witz des Tages gehen.

Aber mehr Bilder wären tatsächlich eine Überlegung wert. Hätte ich ein Fotohändie, wär es ja auch viel einfacher. Wenn ich aber jedesmal, wenn ich etwas Heiteres, Skurilles oder Anrührendes sehe, erst die Spiegelreflex auspacken, das Objektiv aufschrauben und Blende und Belichtungszeit einstellen muss, hat sich die Sache ja schon wieder erledigt.
Am Besten mache ich Fotos von Stillleben. Die warten auch brav, bis ich alles schön eingestellt und ausgeleuchtet habe. Ob das natürlich das Blog tatsächlich interessanter macht, möchte ich bezweifeln.

Nun ja, die Zeit wird es zeigen.

- Tobias Regner -

Samstag, Februar 03, 2007

Leaving on a jetplane

Jetzt ist es fort, unser Töchterlein und verbringt seine Winterferien beim Opa.
Ganz stolz hat sie das Flugzeug bestiegen (ihr zweiter Alleinflug) und ist dann von Berlin in Richtung Rheinland entschwunden, wo sie mittlerweile auch sicher angekommen ist (mein Dank an die Lufthansa).

Ungewohnt ist nicht die Leere in der Wohnung - wir haben ja immer noch zwei Katzen hier, die sich zum Ausgleich jetzt an so vielen Stellen gleichzeitig herumzutreiben scheinen, dass ich mich frage, ob sie nicht heimlich noch ein paar Doubles engagiert haben.
Ungewohnt ist vielmehr die plötzliche Stille. Töchterlein neigt nämlich bisweilen dazu, soviel zu plappern, dass einem schon Hornhaut auf dem Trommelfell wächst. Und jetzt ist es auf einmal ganz still. Ein seltsames Gefühl. Aber ich bin sicher, in dem Moment, in dem wir uns daran gewöhnt haben, ist die Woche schon wieder vorbei. Und dann werden wir uns wahrscheinlich erst wieder an das Plappern gewöhnen müssen.

Nicht so schön das Erlebnis am Flughafen, als die Stewardess das Kind entgegennahm und zu ihm meinte "...und jetzt musst Du Dich von der Oma verabschieden". Meine Gemahlin blickte da schon ein wenig konsterniert und ich weiß, dass ich ihr in den nächsten Monaten sicherheitshalber weder Frei-Öl noch Anti-Ageing-Creme schenken sollte.

Dafür muss ich wohl ähnlich geschaut haben, als der Kassenautomat am Flughafenparkplatz 8 (ACHT!!!) Euro von mir für die knapp zwei verparkten Stunden haben wollte.
Halsabschneiderbande! Dafür hätte ich ja mitfliegen können!
Von meinem Vorschlag, man könne die Schranke ja auch einfach durchbrechen, war meine Frau allerdings nicht so angetan, so dass ich schweren Herzens dann doch die Börse zückte.

Jetzt, wo wir wieder wohlbehalten zuhause sind, wird uns erst klar, dass neun frei Abende vor uns liegen, an denen wir tun und lassen können, was uns beliebt.
Ich denke mal, da werden wir gleich heute Abend mit anfangen und den Recall von "Deutschland sucht den Superstar" anschauen.

Hach, ist das ein Leben!

- John Denver -

Ps: Heute durfte ich erfahren, dass eine Klamottenverkäuferin auf 400-Euro-Basis heutzutage wohl eben nicht mehr so, sondern "Modeberaterin als Pauschalkraft" geheißen wird. Auch sehr schön.

Freitag, Februar 02, 2007

Tell It Like It Is

Du weisst, dass Dein Tag nicht völlig im Eimer ist, wenn die Drogeriefachverkäuferin Dir auf Deine Bemerkung "...und dann noch dreimal Katzenstreu" ein ergebenes "So sei es!" entgegenhaucht.

- Don Johnson -

PS: Hat jemand eine Ahnung, wo ich negative Kalorien herkriegen kann?
Die sollen ja angeblich in solchen Lebensmitteln sein, die bei der Aufnahme der Nahrung mehr Kalorien verbrennen, als sie dem Körper zuführen.
Spontan fiele mir da jetzt ein Stück guter deutscher Eiche ein - ich bin sicher, dass ich beim Knabbern eines Ein-Kilo-Klotzes garantiert mehr Kalorien aufbringen muss, als ich dadurch wieder reinbekomme.
Das ist nur leider eine vermutlich wenig schmackhafte und auch für die Zähnchen recht anstrengende Angelegenheit.
Wer also eine bessere Lösung kennt, möge sie mir baldmöglichst zutragen. Ich danke bereits im Voraus und aus tiefstem Herzen.