Samstag, März 31, 2007

Back in the U.S.S.R

Verdammt.
Sie wissen, wo ich wohne.
Sie kennen meinen Namen.
Ich muss untertauchen. Einfach mal eine Weile von der Bildfläche verschwinden, bis Gras über die ganze Sache gewachsen ist.
Ich schätze mal, so zwei Monate sollten reichen.
Nur wohin?
Am Besten irgendwohin, wo sie mich nie vermuten würden.

Ich hab's! Ich werde nach Kasachstan fliegen und da für zwei Monate bleiben. Da würde niemand mit rechnen, der die letzten Posts gelesen hat.
Ach verdammt, jetzt hab ich mich verraten.

Na gut, also dann im Klartext: Ich werde morgen für zwei Monate nochmal nach Almaty fliegen. Beruflich.
Kein Aprilscherz.
Ich hoffe mal, dass ich da irgendwo eine Möglichkeit finde, ohne Schnur ins Internet zu kommen und weiterhin diesen Blog zu bedienen und die anderen zu besuchen.
Vielleicht nicht ganz so oft wie im Moment, aber doch halbwegs regelmäßig. Den passenden Laptop hab ich ja schon und angeblich soll es ja auch drei bis vier Hotspots in Almaty geben.
Ich hoffe es mal. Dann könnte ich sogar Bilder dazu packen.

Drückt mir die Daumen!

- The Beatles -

Nachtrag: Und nochmal Werbung in eigener Sache: Wer noch die aktuellen Bandproduktionen hören will, kann das hier tun.

Donnerstag, März 29, 2007

Long long journey

Der erlösende Anruf kam dann Freitag Nachmittag.
Der richtige Koffer war bei einer Großmutter aufgetaucht, die sich über die seltsamen Kleidervorlieben ihres Enkels zunächst wunderte, dann den Adressaufnäher studierte und merkte, dass der Trolley wohl der falsche war.
Wir konnten also zügig zum Austausch der Gefangenen schreiten und danach erst einmal in frische Kleidung schlüpfen.
Mit einigem an gutem Zureden ließ sich meine Frau dann davon überzeugen, dem Land noch eine Chance zu geben. Außerdem sollte ja in den nächsten zwei bis drei tagen unser unbegleitetes Luftgepäck eintreffen, das einige Annehmlichkeiten deutscher Herkunft enthielt, die den Start etwas leichter machen sollten.
Vielleicht eine kleine Erklärung: Unbegleitetes Luftgepäck ist das, was zwar auch mit dem Flugzeug verreisen darf, aber nicht im selben Flieger sitzt wie man selbst.
Wir rechneten mit der Ankunft am Montag; dann wäre es gut eine Woche unterwegs gewesen. Der normale Zeitrahmen, wie uns die Spedition versicherte.
Montag, Dienstag und Mittwoch gingen ohne Nachricht ins Land.
Donnerstag wurde ich dann doch ein wenig nervös; unser Vorrat an Einwegwindeln neigte sich dem Ende zu und von unserem Luftgepäck war nichts zu sehen.
Die Dame am anderen Ende der Telefonleitung versprach mir Nachforschungen, konnte mir aber bis zum Freitag noch nichts sagen.
Wochenende zwei ging also ins Land, am Montag wurde wieder telefoniert.
Immer noch nichts.
Ebenso Dienstag bis Donnerstag.
Freitag dann die erlösende Nachricht: Unsere Kisten hatten sich wohl ein paar schöne Tage in der Unterdruckkammer des Flughafens Amsterdam gemacht.
Nachdem sie da also auch nach zweiwöchigem Aufenthalt nicht explodiert sind, konnte man sie ruhigen Gewissens per Flugzeug nach Almaty schaffen. Da kamen sie am Montag dann auch an und halfen uns, die lange Wartezeit bis zum Eintreffen unseres eigentlichen Hausrates zu überbrücken.

Der kam dann übrigens am Donnerstag...

Endlich würden wir wieder in vollem Umfang einsatzbereit sein. Möbel, Kleider, Bücher und - nicht zu vergessen - PC und Spielekonsolen wurden bereits sehnsüchtig erwartet.
Die Packer griffen dann auch herzhaft zu und schafften die Kartons munter in den dritten Stock.
Beim Auspacken des Kühlschranks erwartete uns dann eine doch eher unangenehme Überraschung: Offensichtlich war beim Einpacken ein Paket Milch übersehen worden.
Dummerweise ein offenes. Heute kein Problem, gibt es doch die Milchpackungen mit Schraubverschluss. Die waren aber vor sechs Jahren eher selten anzutreffen. Und was ein offenes Paket Milch, das in einem verschlossenen Kühlschrank über eine Strecke von 6000 Kilometern transportiert wird, anrichten kann, kann man sich sicher vorstellen.
Für alle die, die das nicht können, hier die Kurzzusammenfassung: Eine Riesensauerei nämlich. Die Milch verteilt sich strategisch in alle Winkel des Kühlschrankes, wird dann dort sauer und stinkt, dass es eine wahre Pracht ist. Nach etwa zwei Wochen konnten wir dann aber den Kühlschrank, der zwischenzeitlich mehrfach auf die verschiedensten Weisen gesäubert wurde und mit einer offenen Dose mit Kaffeepulver zwecks Geruchsneutralisation gefüttert worden war, wieder halbwegs benutzen.
Keine schöne Sache also.

Nachdem sich der Ärger aber wieder gelegt hatte und die Möbelpacker weiterräumten, kam am frühen Nachmittag einer von ihnen zu mir und meinte mit leicht betretener Miene, ich sollte doch mal schauen kommen, da sei vermutlich etwas ausgelaufen.
Das war natürlich ärgerlich - wir hatten nämlich noch ein paar Restlebensmittel eingepackt, darunter auch einige Pakete mit stillem Wasser, die zwar sicher verschlossen, aber offensichtlich beim Transport geplatzt und deswegen ausgelaufen waren.

Dummerweise lagen wir da falsch, die Pakete waren nämlich schon unversehrt in der Wohnung.

Beim Begutachten des Schadens mussten wir dann leider feststellen, dass keineswegs etwas ausgelaufen war. Stattdessen war etwas eingelaufen.

Wie der Fahrer des Umzugswagens erklärte, hat es wohl in der Zeit, als er durch Polen fuhr, ziemlich heftig geregnet. Zu heftig anscheinend für das Dach des LKW. Das hatte nämlich offensichtlich eine undichte Stelle im Dach, durch die reichlich Regen hereinkommen konnte.
Dummerweise war nur das Dach undicht, nicht aber der Boden, was zu Folge hatte, dass das Wasser, das in den Wagen hereingekommen war, nicht wieder heraus konnte und deshalb die Zeit der Fahrt von Polen bis Almaty reichlich nutzte, um unseren kompletten Hausrat durchzusuppen.
Kurz, von den vierhundert Packstücken, die wir hatten, waren fünfzig völlig durchweicht und weitere dreißig noch mal gut feucht.
Und hier noch eine kleine Zusatzfrage an Biologen: Was kann passieren, wenn es in einem Raum dunkel und feucht ist?
Richtig - Schimmel kann entstehen.
Und genau das tat der Schimmel auch. Und nicht zu knapp.
Schimmel hatten wir dann unter anderem auf sämtlichen Matratzen, sowohl unseren als auch der unserer Tochter, an den Holzteilen des Gitterbettchens, der Wohnzimmercouch und unseres Bettes, an Schuhpaaren, Kleidungsstücken und, was meine Frau besonders schwer traf, am einzigen Abendkleid, das sie jemals besaß. Und sie sah wirklich toll darin aus.
Als es noch nicht verschimmelt war.
Dazu kamen durchweichte Bücher und Schallplatten (wenn die trocknen, ergibt das übrigens einen nicht mehr auftrennbaren Klumpen), diverse defekte Elektro- und Elektronikartikel und, was beinahe das allerschlimmste war (weil ja alles andere irgendwie ersetzt werden kann), der Verlust fast aller Filmnegative.
Wer das nicht glaubt, kann es ja mal ausprobieren - einfach einen entwickelten Film zehn Tage ins Wasser legen. Dann ist da nichts mehr drauf zu sehen.
Hochzeitsfotos, Kindergartenbilder unserer Tochter, Urlaubsfotos waren damit unrettbar verloren, wenn wir sie nicht als Fotos schon hatten entwickeln lassen. Aber auch von denen waren unzählige durch die Feuchtigkeit zusammen gebacken.

Und ja, davon gibt es tatsächlich Fotos. Wenn ich sie irgendwann finde, reiche ich sie umgehend nach.

Wir mussten jetzt also improvisieren, nicht zuletzt, da der kasachische Möbelmarkt neben Schleiflackmöbeln zur damaligen Zeit noch nicht wirklich ausreichende Auswahl bot. Heute sieht das anders aus, damals war das etwas übler.

Glücklicherweise hatten wir ja in weiser Voraussicht ein Gästezimmer gekauft, das auch unbeschadet ankam und das wir dann die nächsten fünf Monate benutzen konnten.
Irgendwann Anfang Januar trafen dann die in Deutschland bestellten Ersatzmöbel ein und sowohl unsere Tochter als auch wir konnten endlich wieder in richtigen Betten schlafen.

Nach diesem eher, ähem, unbefriedigenden Beginn war natürlich die Begeisterung über drei bis vier weitere Jahre nicht so enorm. Aber so langsam fassten wir dann ja doch Fuß.

Und außerdem wollte ich ja nun auch nicht, dass Kollege K. seine Wette gewinnen würde.
Dämliches Argument? Mag sein, ja.
Aber hey - ich bin ein Mann.
Dämliche Argumente gehören da quasi zur Grundausstattung.

- Enya -

Nachtrag

Ich hab die Bilder gefunden. Das sind jetzt ein paar der harmlosen. Die richtig üblen haben wir gleich an die Versicherung geschickt...

Der Lastwagen. Recht einfach zu sehen, in welchem Bereich die undichte Stelle ist, oder?


Ein Blick in den Lastwagen

Teile der freudigen Überraschung, ausgebreitet im Wohnzimmer.

Mittwoch, März 28, 2007

Sleepwalker

Puh, was bin ich platt heute. So platt, dass ich die eigentlich geplante Kasachstan-Fortsetzung noch gar nicht geschrieben habe. Vielleicht heute abend noch. Wenn ich nicht vorher einschlafe.
Aber ein Kind, das sich mehrmals in der Nacht übergeben musste, ist nun mal kein Garant für einen friedlichen Schlaf. Dafür geht es ihr seit heute nachmittag wieder etwas besser.
Und ich bin so müde, dass mich selbst die mutierten Ratten auslachen. Von den Snorks ganz zu schweigen.
Aber denen zeig ich es.
Falls ich nicht völlig ermattet mit dem Kopf auf die Tastatur sinke und den Schlaf eines gerechten Stalkers mit kranker Tochter schlafe.


- Nightwish -

Montag, März 26, 2007

Radioactive

copyright by vistawallpaper.com

Ja, Stalker ist sehr gut, ohne Frage.

Ich bin sogar bereit, über die dämlichen Familiennamen hinwegzugehen, die das Prgramm den anderen Charakteren zuteilt.
Aber einen Punkt gibt es, der mir doch einigermaßen sauer aufstößt - die Synchronisation.
Warum?
Na, da stellen wer uns doch jetzt emal janz dumm:
Ich spiele einen Russen (oder einen anderen Darsteller, jedenfalls gebürtig auf dem Gebiet der Gemeinschaft unabhängiger Staaten).
Und was spreche ich dann für eine Sprache?
Richtig, russisch.
Das Spiel spielt in der Gegend um Tschernobyl. Und auch dort spricht man russisch.
Soweit nachvollziehbar?
Gut, weiter.
Nun bin ich des Russischen nicht sonderlich mächtig. Also ist der Publisher so nett und übersetzt mir das Spiel ins Deutsche, eine Sprache, die mir ein wenig vertrauter ist.
Und weil der Publisher das recht gründlich macht, übersetzt er nicht nur das geschriebene Wort, sondern auch das gesprochene, soweit es an mich gerichtet ist.
Also ist das, was in meinen Ohren im vertrauten Deutsch erklingt, eigentlich russisch, also die Sprache des Helden und der übrigen Darsteller.
Nur halt ins Deutsche übersetzt, damit ich mitbekomme, worum es geht.

Aber warum, um Himmels Willen, sprechen dann alle mit russischem Akzent???

Das ist doch dämlich! Wenn ich mich als Deutscher mit einem Russen auf deutsch unterhalte, hat mein Gegenüber vermutlich einen russischen Akzent. Aber doch nur, weil er deutsch mit mir spricht. Spräche ich russisch mit ihm, hätte ich vermutlich einen deutschen Akzent. Spricht aber ein Russe mit einem Russen, hat doch keiner von den beiden einen russischen Akzent! Die sprechen so, weil das ihre Sprache ist!

Ihr lieben Synchronstudios, Publisher und anderen Übersetzer, merkt euch das doch bitte mal.
In einem ins Deutsche übersetzte Buch von Dostojewski sagt doch in der Schriftsprache auch keiner "Challo Väterchen, chabt Ihr gut geschlafen?" Warum aber, wenn es gesprochen wird?
Und warum meinen die Synchronstudios, dass sowas auch in irgendwelchen Filmen nötig ist, wenn sich Russen miteinander unterhalten? Ist es nämlich gar nicht. Soviel Transferleistung können Zuschauer und -hörer tatsächlich selber erbringen.
Meistens wenigstens.

- Kiss -

Sonntag, März 25, 2007

Saved by a bell

Wenn man einer Katze das Glöckchen eines Lindt-Schokohasen umtut und sie dann malerisch auf dem Rasen drapiert, ist das darauf hin eintretende Gefühl österlicher Vorfreude durchaus nicht zu unterschätzen.
An den langen Ohren müssen wir allerdings noch ein wenig arbeiten.

Mike Oldfield

Samstag, März 24, 2007

Disco in Moskau


Привет, ее дорогие!

После того, как я сыграл теперь 3 ч., я должен устанавливать, что игра очень нравится мне.
Это имеет грандиозную атмосферу, графика очень реалистична а также звук удался.
Я думаю, теперь я погружу снова в мир загонщика и буду исследовать зону дальше.

Вы могли бы читать тогда завтра больше обо мне.

-Die toten Hosen -

Freitag, März 23, 2007

Part of the queue

23.03.2007.
Ein magisches Datum.
Heute gibt's frische PS3 im Handel.

Ist Irgendwem eigentlich schon diese ominöse Schlange begenet, zu deren Vermeidung Sony einem zumindest in Berlin nahelegte, seine PS3 doch gleich im Sony-Store am Potsdamer Platz zu bestellen und abzuholen?
Diese Aktion sollte doch wohl nur dem einen Zweck dienen, die 30 PS3-kaufwilligen Berliner an einer Stelle zu versammeln, um dann ein Foto von ihnen unter der Überschrift "Run auf die Spielekonsole der Zukunft" zu lancieren. Der MediaMarkt, an dem ich auf meinem Weg zur Arbeit immer vorbeikomme, lag jedenfalls leer und verlassen da.
Sollten die Sony-Store-Vorbesteller allerdings ähnlich belohnt werden wie die in London, wo es zur PS3 einen schicken Flachbildfernseher gratis draufgab, nehm ich natürlich alles zurück und beisse mich im Rahmen meiner Möglichkeiten in Körperteile, die ich ansonsten keines Bisses würdigen würde.

Wichtiger ist mir aber heute der Stalker-Release. Nach langer Warterei und vielen Screenshots, die glatt aus den Randbezirken heutiger kasachischer Städte stammen könnten, hat sich mir der Mund doch ein wenig gewässert.
Mal schauen, wenn ich heute von der Arbeit komm, stell ich mich vielleicht in die Stalkerschlange, die sich vermutlich an den Bergen unverkaufter Spielstationen vorbeiwindet.
Und begebe mich dann spätestens morgen zumindest virtuell in den russischen Sprachraum zurück.

- Oasis -

Mittwoch, März 21, 2007

The Law


Eine sehr interessante Argumentation bringt der BGH da: Das Mordmerkmal der Grausamkeit kann verneint werden, wenn der Täter das Opfer nur so lange und ausdauernd quält, dass ein Gewöhnungseffekt auftritt und das, was einem Aussenstehenden vielleicht doch ein wenig grausam vorkommen mag, für das Opfer so eine Art Alltag geworden ist.

Da tun sich doch völlig neue Perspektiven für psychopathische Serienmörder auf.
Wenn sie, statt ihre Opfer gleich zu meucheln, diese erstmal für , na sagen wir mal, ein bis zwei Jahre einsperren und in der Zeit langsam zu Tode quälen, sind sie fein raus, weil ihre Opfer sich ja in so einem langen Zeitraum so sehr an das gewöhnt haben, was da mit ihnen angestellt wird, dass sie praktisch gar nicht mehr merken, was ihnen so alles zugefügt wird.
Quasi ein Äquivalent zum Gewohnheitsrecht des BGB.
Damit könnte man die Jungs dann allenfalls wegen Serientotschlag drankriegen.

Und wenn sie dann noch glaubhaft machen können, dass sie ja aufgrund einer schweren seelischen Störung völlig gedanken- und hilflos handelten und eigentlich gar nicht aus der Nummer rauskommen konnten, haben sie im Prinzip schon gewonnen.

Hab ich da etwas falsch verstanden?

Hoffentlich…

- Leonard Cohen -

Montag, März 19, 2007

Dead On Arrival


Die Möbelpacker erschienen pünktlich am Montag morgen um 8 Uhr 30.
Vier Mann, die in einem unglaublichen Tempo zuerst im von mir leicht vorausgemisteten Keller, dann in unserer Wohnung selbst rödelten. Unser Bett und das unserer Tochter ließen sie wenigstens so lange wie möglich stehen, so dass wir bis zur Nacht von Dienstag auf Mittwoch noch darin schlafen konnten.
Alles andere - Gläser, Geschirr, Bücher, Möbel - wurde, soweit möglich, zuerst in Unmengen von Papier eingeschlagen und dann in Kartons jeglichen Formats versenkt.
Bevor wir es uns versahen, war die Küche restlos leer geräumt (bis auf die Möbel, die wir verschenkt hatten), der Kühlschrank hinter dicken Lagen Blasenfolie verschwunden und die Kleiderschränke sämtlich zerlegt.
Es ist ein seltsames Gefühl, in einem Schlafzimmer zu übernachten, in dem Unmengen von Kartons (423 Stück, um ganz genau zu sein) auf ihren Abtransport warten - sozusagen Einzug rückwärts.
Donnerstag würde unser Flug gehen und die letzte Nacht davor wollten wir noch bei unseren Freunden gegenüber übernachten.

Frau und Kind waren schon über die Straße gegangen, während ich noch ein letztes Mal durch unsere Wohnung schlenderte.
Ein guter Zeitpunkt für einen Brief an einen Freund, dachte ich.
Den hab ich dann auch geschrieben, auf dem eingepackten Sofa sitzend.
Abgeschickt hab ich ihn seltsamerweise nie - vielleicht war er mir dann doch etwas zu rührselig.
Aber ich habe ihn heute noch und immer dann, wenn er mir wieder einmal in die Finger fällt, ist die wehmütige Abschiedsstimmung und die Ungewissheit über das, was uns erwarten würde in den nächsten Jahren wieder so präsent wie damals im Juli 2001.
Den gefalteten Brief legte ich in meinen Rucksack und verließ die Wohnung.

Am nächsten Morgen in aller Herrgottsfrühe kam das Taxi, das uns und unsere Katze zum Flughafen bringen sollte.
Der Abschied von unseren Freunden war, vorsichtig gesagt, sehr feucht und wenig fröhlich.
Als dann auch noch die Tochter unserer Nachbarn unserer Tochter ihre Spieluhr schenkte, merkten wir, dass wir doch an diesem Tag alle sehr, sehr nah am Wasser gebaut hatten.
Am Flughafen wartete dann die erste Überraschung auf uns.
Wir hatten zwar dem Reisebüro mitgeteilt, dass wir eine Katze dabeihaben würden, diese Info war aber nie bei der Lufthansa gelandet. Deswegen kam die Katze in den Genuss, im Passagierraum mit zu fliegen (gut, dass wir keinen Bernhardiner haben, das wäre eng geworden) und das zu einem Preis, zu dem wir auch noch ein weiteres Familienmitglied hätten mitnehmen können. Na gut, irgendwie ist sie ja auch ein Familienmitglied.

Der Flug war dann weitestgehend ruhig bis auf die Aufforderung einer dezent gereizten Saftschubse, ich möge doch bitte unsere neugierige kleine Tochter aus der First Class entfernen, da ihr Aufenthalt in dem ansonsten völlig passagierfreien Bereich nicht gern gesehen sei.

Gut landen können die Jungs von der Lufthansa ja und so fanden wir uns um 22.45 Uhr desselben Tages auf dem Flughafen wieder, von dem wir vor etwas mehr als einem Monat in Richtung Deutschland abgehoben hatten. Damit ging der Spaß los.

Bei der Passkontrolle stellte sich nämlich heraus, dass unsere Tochter zwar in unserer beider Pässe, nicht aber in unseren Visa eingetragen war, woraufhin der Kontrolleur uns oder zumindest unserer Tochter standhaft den Zutritt zum Land verweigerte. Meine Frau, des Russischen in Wort und Schrift außerordentlich mächtig, begann eine lange Diskussion, an deren Ende sie den Tränen mehr als nur etwas nahe war. Da ich kein Russisch, die Kontrolleure im Gegenzug kein Englisch beherrschten, konnte ich nur hilflos daneben stehen, auf dem Arm die völlig übermüdetet Tochter, in der Hand den Käfig mit einer sehr gereizten Katze. Zum Glück mussten wir nicht auch noch die Koffer treppauf und treppab schleppen; die Gepäckausgabe sollte erst später erfolgen.

Irgendwann tat dann der Zollbeamte etwas, dessen Tragweite mir erst später wirklich klar wurde. Er blickte sich verstohlen um, nahm unsere Pässe und verschwand damit in einer Kammer. Als er zurückkam, war in beiden Visa unsere Tochter handschriftlich eingetragen. Damals waren wir einfach nur mit den Nerven runter, heute weiß ich, dass er damit, wäre es irgendwann einmal herausgekommen, vermutlich mindestens seinen Job riskiert hätte.
Dafür heute noch mal ein riesengroßes Dankeschön von mir.

Station zwei war unser Gepäck, das völlig verwaist in der großen Halle stand. Immerhin - beide Aldi-Trolleys (die wir auch heute noch haben), warteten geduldig auf uns.

Station drei war dann die Beamtin vom staatlichen Veterinäramt. Die teilte uns dann freundlich mit, dass das, was uns die kasachische Botschaft in Berlin zum Thema Einreise der Katze erzählt hatte, völliger Blödsinn sei und natürlich die von uns vorgelegten Dokumente in keinster Weise ausreichend seien, um die Katze ins Land mitzunehmen.
Nach einer kurzen Diskussion, die sich dahingehend entwickelte, dass die Dokumente vielleicht doch ausreichen könnten, wenn wir einen 50-Dollar-Schein drauflegen, griff meine Frau ein zweites Mal zu ihren Tränen. Das schien dann erneut Erfolg zu haben, denn die Veterinärin stempelte schließlich seufzend unsere Papiere ab und ließ uns passieren.
Draußen erwartete uns dann die Sekretärin mit dem Fahrer und den Worten „Wo bleibt ihr denn so lange? Ich hab gedacht, wo deine Frau doch so gut russisch kann, kann ich auch hier draußen warten!“
Um sie zu schlagen, waren wir alle viel zu müde, immerhin war es mittlerweile halb eins und wir hatten noch dreißig Kilometer Fahrt vor uns.
Um eins waren wir dann an der für uns angemieteten möblierten Übergangswohnung angekommen, die sich neben ihrer malerischen Lage im 13. Stock eines ziemlich heruntergekommenen Hochhauses vor allem durch wieselflinke Kakerlaken und Betten von der Qualität von Hängematten auszeichnete.

Nachdem sich die Sekretärin mit den Worten „Ich hab euch noch was in den Kühlschrank gestellt. Schlaft gut!“ von dannen machte, machte sich meine Frau ans Auspacken der Koffer, während ich die Katze badete, die sich während des Fluges ordentlich eingesaut hatte und das Bett für unsere Tochter vorbereitete.
Ein gestöhntes „Oh, Nein!“ ließ mich dann schnell ins Schlafzimmer laufen.
Unser Trolley, der gute große Trolley von Aldi-Nord, war wohl doch nicht unserer.
Es war vielmehr der eines anscheinend achtjährigen Knaben mit einem Faible für Superheldenunterwäsche.
Nur die Kleidung für meine Frau und mich war in dem Trolley nirgendwo zu finden.

Wer möchte, kann ja gerne mal ausrechnen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass in einer Donnerstagnacht im Juli des Jahres 2001 auf dem Flughafen in Almaty zwei mit der Lufthansamaschine eingetroffene Passagiere identische Gepäckstücke dabei haben.
Ich vermute, sie geht gegen Null. Aber anscheinend ist sie immer noch hoch genug, dass sie uns getroffen hat.

Na fein. Es war mittlerweile zwei Uhr morgens, in sechs Stunden sollte mein erster Arbeitstag beginnen und außer den verschwitzten Sachen, die wir während des Fluges getragen hatten, hatten wir keine weiteren Kleidungsstücke.

Als dann auch noch unsere noch nicht eingeschlafene Tochter die Spieluhr bediente, ging meine Frau in die Küche, schubste einige Kakerlaken beiseite, zündete sich eine Zigarette an und erklärte mir:
"Ich halte das hier keinen Tag länger aus!
Am Sonntag flieg ich zurück!"

- Fall Out Boy -

Sonntag, März 18, 2007

Fabulously Lazy

Ja, ich bin faul heute. Ich geb es ja zu.
Dabei könnte ich soviel schreiben. Über unsere Ankunft in Kasachstan zum Beispiel und was dabei alles Lustiges passierte.
Darüber, dass unsere Band gestern in einem Internetradio ausführlich vorgestellt wurde.
Über einen Kollegen, dessen Bemerkungen keineswegs witzig und geistreich sind, sondern ihn bestenfalls als ungehobeltes Arschloch erscheinen lassen.
Könnte ich drüber schreiben.
Könnte, könnte, könnte.
Ach ja, in Schmock-City müsste ich mich auch mal wieder blicken lassen. Dabei hab ich so eine hübsche Idee für einen Post. Ich müsste nur mal ein paar Fotos rauskramen und den Scanner anwerfen.
Und Knurru schmeisst mir auch noch ein Stöckchen zu. Auch mit Fotos.

Müsste ich mich nur mal zu aufraffen.

Blblblblblblblblblblblblblblblblblblblblblblblblblblblblblblblblblblblblblblblblblbl

Ich könnte aber auch heute auf dem Sofa liegen und Moos ansetzen. Klingt irgendwie verdammt verlockend. Zwischendurch noch den Thunfischsalat von vorgestern reinpfeifen.
Ich könnte ja 'ne Münze werfen.
Ach ne, müsste ich ja aufstehen für.
Na gut. Das Sofa hat gewonnen. Klarer Sieger nach Punkten.

Und halbwegs sinnvolle Inhalte gibt's dann einfach später mal wieder. Heute nicht mehr. Später schon.

- Franz Ferdinand -

Freitag, März 16, 2007

Red blue jeans and a pony tail

Darf ich davon ausgehen, dass manche jüngeren Mitarbeiter in größeren Consultingfirmen nur deswegen ihr schulterlanges gegeltes Haar zu einem Pferdeschwanz binden, weil sie damit klar stellen wollen, dass sie keineswegs die üblichen Unternehmensberatungsarschlöcher sind, sondern vielmehr hippe Unternehmensberatungsarschlöcher?

- Jeff Beck -

Mittwoch, März 14, 2007

When I grow up

Für Micha:

Küken an Vater: "Ich hätte nicht gedacht, dass noch soviel Kindheit in Dir steckt, Papa!"

- Garbage -

Montag, März 12, 2007

Muscle Museum

Symbolfoto

Ne, heute schreib ich nix.
Ich würde ja gern, aber ich kann nicht.
Ich hab nämlich Muskelkater im rechten Oberarm.
Vom exzessiven Bowling.
Von Beileidsbekundungen am Krankenbett bitte ich abzusehen.
Von Gelächter auch. Ich hör das!

- Muse -

Samstag, März 10, 2007

Smoke gets in your eyes



Bin ich der Einzige, der im Moment das Gefühl hat, dass sich alle Welt darin gefällt, Nebenkriegsschauplätze zu eröffnen, diese fix und ohne großen Arbeitsaufwand zu befrieden und dies groß zu zelebrieren, statt die eigentlichen Probleme anzugehen?

Nehmen wir mal das Beispiel Nichtraucherschutz: Da wird jetzt großartig gefeiert, dass in öffentlichen Gebäuden wie z.B. Behörden oder etwa Bahnhöfen das Rauchen verboten ist.
Ähem, kann mir mal jemand ein öffentliches Gebäude nennen, wo es bis jetzt erlaubt war?
Nein, statt dessen nimmt man einen Status Quo, bastelt ein Gesetz drumherum und feiert sich dann.

Da wird ein Alkoholverbot für Führerscheinanfänger ausgesprochen, aber statt dass man es dann auch gleich auf alle Verkehrsteilnehmer ausweitet, darf ab 20 dann wieder gepichelt werden. Mal völlig abgesehen davon, dass die ganzen schlimmen Verkehrsunfälle ohnehin nicht von Leuten mit 0,3 Promille verursacht werden. Und wer sich jetzt die Hucke vollsäuft und dann nach Hause fährt, wird das auch tun, wenn eine Null-Promille-Grenze gilt.

Ab dem nächsten Jahr gibt es dann lustig bunte Sticker, die man sich an die Windschutzscheibe kleben kann, um zu signalisieren, dass man nicht (oder doch) zuviel Dreck in die Innenstadt pustet.
Mal abgesehen davon, dass der Wind sich sicherlich an diese Regelung halten wird und den außerhalb des inneren Straßenbahnrings weiterhin produzierten Staub garantiert um die Innenstadt herumpusten wird, wird es sicherheitshalber auch wieder für jeden Fall eine Ausnahmeregelung geben, um auch ja keinen zu verärgen.
Damit auch der Oldtimerfreund weiterhin die Straße des 17.Juni entlangflanieren kann,
damit auch der 20 Jahre alte Kastenwagen weiterhin die Bio Company beliefern kann,
damit auch die Trabbi Tours weiterhin die schönsten Stasi- und SED-Gebäude neugrierigen Touristen vorführen können.

Na gut, die Wirtschaft macht ja das Gleiche: Erklärt einen Ausbildungspakt, nennt eine Anzahl von Ausbildungsplätzen, zu deren Einrichtung sie sich verpflichtet und unterschlägt geflissentlich, dass diese Zahlen ohnehin ein Minimum darstellen und sie sich damit um eine staatlich auferlegte Ausbildungsplatzabgabe herumdrücken.

Die Zigarettenindustrie verpflichtet sich großzügig, keine Minderjährigen zu umwerben, erhöht dafür einfach mal die Packungspreise (oder nimmt ein Zigarettchen heraus, was einer indirekten Preiserhöhung gleichkommt) und verdient fortan einfach mehr an jeder an Erwachsene verkauften Packung.

Ähnliches wird uns selbstverständlich bei den Autos erwarten - da wird solange gejammert, bis man sich auf den allerkleinsten gemeinsamen Nenner einigt, der keinem wirklich weh tut und deswegen auch völlig ohne wirkliche Auswirkungen bleibt. Aber alle können sich zufrieden zurücklehnen und groß auf die Fahnen schreiben, dass sie ja etwas getan haben.

Kurz und schlecht: Überall wird vorgegeben, etwas zu tun. Tatsächlich getan wird aber nichts. Es wird nur eine Menge Rauch produziert, der den Menschen dann in die Augen gepustet wird.

Und die halten dann die Tränen in ihren Augen für Freudentränen darüber, dass endlich einmal wirklich etwas passiert.

- The Platters -

Donnerstag, März 08, 2007

Whisky in the jar



"Niemals!" Kollege K. musterte mich abschätzend. "DU hälst das keine vier Jahre durch!"
Ich bin ja an sich ein recht geduldiger Mensch (Seltsamerweise ausser dann, wenn ich meiner Frau etwas zum Thema PC erklären soll. Das könnte daran liegen, dass ich meine gesamte Geduld in PC-Angelegenheiten bei der täglichen Betreuung fremder PC-Anwender restlos aufgebraucht habe. Gehört aber eigentlich gar nicht hierher.), aber damit hatte er mich herausgefordert.

Das Schlimme war, dass er schon einmal mit einer seiner Prognosen Recht hatte. Wochenlang ist er danach feixend durch die Gänge gelaufen.
Noch einmal würde ich ihm diesen Triumph nicht gönnen. Diesmal würde ich gewinnen!

"Also gut", sagte ich. "Wetten wir!" "Einverstanden. Um was wollen wir wetten?"

Unterbrechen wir an dieser Stelle doch einmal kurz. Um zu erfahren, was mich so sicher machte, diese Wette zu gewinnen, müssen wir die Zeit ein wenig zurückdrehen.
Halt, halt! Nicht ganz so weit. Nur etwa einen Monat vor den Tag der Wette. Ungefähr bis zum 20. Juni 2001.
An diesem Tag saßen nämlich meine Frau und ich gespannt und etwas nervös im Flugzeug in Richtung Almaty. Mein Frau heil an Körper und Geist, ich mit zwei gebrochenen Fingern der rechten Hand - was halt so passiert, wenn man mit der Tochter huckepack über die Straße hopst und dabei der Länge nach hinschlägt. Nichts Dramatisches also.

Der Flug nach Almaty diente der ersten Orientierung, unser erklärtes Ziel war es, eine Wohnung zu finden, damit wir, wenn dereinst unser Hausrat eintreffen sollte, möglichst bald in der Fremde Fuß fassen konnten.
Wir kamen also um halb drei morgens Ortszeit (was etwa halb zehn deutscher Zeit entsprach) in Almaty an.
Unser erster Eindruck auf der Fahrt vom Flughafen zum Hotel war:"Ist das unglaublich grün hier!" Als eingefleischter Westeuropäer hatte ich natürlich staubige und heruntergekommene Barackensiedlungen erwartet (nur soviel - die gab es auch, die hab ich aber erst später kennengelernt) und nicht diese Ansammlung beinahe mediterran wirkender hübscher Häuschen zwischen vielen Bäumen. Ich muss aber dazu sagen, dass die Dunkelheit auch einiges recht gnädig verborgen hatte.

Am nächsten Tag ging es nach einer kurzen Vorstellung an der Stätte meine künftigen Wirkens dann auch richtig los mit der Wohnungssuche.
Wir wurden zwischen russichen und kasachischen Maklern im Kreis herumgereicht und bekamen Wohnungen en masse zu sehen.
Eine Wohnung hatte es mir besonders angetan - ich bin immer noch davon überzeugt, dass es wohl an dem Trinkwasserspender lag, der in der Küche stand. So einen wollte ich schon immer haben. Da für den Vermieter aber anscheinend "Ausländer" und "Geldvorräte in unbegrenzter Höhe" gleichbedeutend zu sein schienen und er auf einer Monatsmiete von 2000 Dollar bestand, wurde es dann doch nichts aus mir und dem Wasserspender.
Andere Wohnungen waren dann wieder billiger, ähnelten dafür aber auch in Helligkeit, Geruch und Beschaffenheit mehr Orkhöhlen.
Schließlich fanden wir aber eine, die uns in Preis, Größe und Einrichtung (nämlich nix ausser ordenlichen Zimmertüren, Parkettboden und einem Bad mit großer Eckbadewanne und Blick auf die Berge) gut gefiel und unterschrieben den Mietvertrag.
Die Suche wurde begleitet von fantastischem Wetter und noch fantastischerem Obst - die Kirschen in Almaty sind wirklich ein Traum.
Erdbeeren auch, Äpfel sowieso.

Wir konnten also beruhigt zurückfliegen, arrangierten uns damit, dass unsere Tochter sich in der ersten Woche nach unserer Rückkehr weigerte, uns als ihre Eltern anzuerkennen und konnten dann in Ruhe die Umzugsvorbereitungen angehen.

- Ende der Unterbrechung -

Ich saß also Kollege K gegenüber. Die Vorbereitungen für den Umzug waren abgeschlossen, morgen sollten die Möbelpacker kommen und ich war sicher, dass ich diesmal gewinnen würde.
"Also gut", sagte ich,"wetten wir um ein Abendessen im Steakhaus. Komplett mit Getränken."
Jetzt mag man nicht ganz zu Unrecht einwenden, dass das aber ein recht schwachbrüstiger Wetteinsatz ist, wenn man sich so sicher ist, eine Wette zu gewinnen.

Dazu kann ich nur sagen: Natürlich war ich mir sicher, aber weiß man es vorher?

Die Wette haben wir dann auf einem Einrollpapier für Markstücke fixiert und damit das Ganze auch noch einen würdigen Rahmen erhielt, wurde das Wettversprechen zusammengerollt und in die Pappröhre einer Miniaturflasche Glenmorangie gesteckt mit dem feierlichen Versprechen, dass diese erst vier Jahre später wieder geöffnet werden solle.
Wer dann der Wettsieger und wer der Verlierer sei, möge die Zeit zeigen.


Hätte ich zu diesem Zeitpunkt gewusst, wie lustig schon die Nacht unserer Ankunft werden würde, hätte ich die Flasche gleich an Ort und Stelle getrunken, dem Kollegen das Geld für das Abendessen in die Hand gedrückt, wäre nach Hause gefahren, hätte die Wohnung von innen verschlossen und mich tot gestellt

Aber wer weiß sowas schon vorher.

- Thin Lizzy -

Dienstag, März 06, 2007

Baby, please don't go

Aus gegebenem Anlass:

"Ich halte das hier keinen Tag länger aus!
Am Sonntag flieg ich zurück!"


Wie konnte es dazu kommen?
Was war passiert?
Kann er sie doch noch zum Bleiben bewegen?

Erfahren Sie bald mehr darüber auf "Stilvoll altern"!

- Van Morrison -

Ps: Gerade hab ich eine Mail mit der Überschrift "Nacktfotos von Ihrer Nachbarin" aus meinem Spamordner gelöscht. Wenn die wüssten, wie meine Nachbarin aussieht, wüssten die auch, dass ich darauf ganz bestimmt nicht hereinfalle.
Psps: Unsere drei Westernhelden haben sich zusammengerauft und ungeachtet aller logistischer Schwierigkeiten einen Blogstock von der Frau Floh gemeinsam beantwortet.
Hier nachzulesen.

Sonntag, März 04, 2007

Four Strong Winds



Wochenende ist Stöckchenzeit.
Diesmal warf es Trupics. Anders als sonst üblich ist nicht eine oder drei Antworten auf jede Frage gewünscht, sondern satte vier.

Schaun mer mal, ob ich soviel beisammen krieg. Los geht's:

4 Jobs, die du in deinem Leben hattest:
Schwierig. Ich bin ein recht fauler Mensch und wechsle nicht allzu oft. Aber vier krieg ich so gerade noch zusammen, wenn ich Ferien- und Aushilfsjobs mitzähle.

- Anstreichergehilfe.
Ein Scheiß-Ferienjob. Der Chef ein Knauser. Vielleicht hätte ich vorher mal nachfragen sollen, wieviel ich verdiene, dann wären es nicht nur 15 DM am Tag gewesen. Als er mich dann das nächste Mal fragte, hab ich ihn ausgelacht.
- Organist in der Kirche.
Schlechte Arbeitszeiten, vor allem in den Schulferien (Frühmesse, arghhh!), aber im Verhältnis zu den Arbeitsstunden ein hervorragendes Einkommen.
- Tanzmusiker.
Lächerliche Kostüme und in der Regel grausiges Publikum. ABer Spaß hat es meistens doch gemacht. Irgendwie. Und außer an Karneval.
- Beamter.
Immer noch. Gibt sicher schlimmere Jobs. Sicher auch bessere. Aber sicher kaum sicherere.

4 Filme, die du immer wieder anschauen kannst

- Platz 1 geht, ohne Frage, an "Club der Toten Dichter". Wunderschön. Keine Diskussion.
- Platz 2 für "Ein Königreich für ein Lama". Völlig unterschätzt, der Film.
- Platz 3 an "12 Uhr Mittags". "Do not forsake me, oh my darling". Muss ich mehr dazu sagen?
- Platz 4 kriegt "Stand by me". Ja ich weiß. Ich bin ein sentimentaler Hund. Und in Anbetracht meiner umfangreichen Horrorfilmsammlung eine durchaus seltsame Auswahl. Aber was soll's.

4 Orte, in denen du gewohnt hast
Darf ich mehrere in einer Stadt? Und das Haus meiner Eltern lass ich dann einfach mal weg.

1. Köln-Nippes
Ein Studentenwohnheim im Herzen des rheinischen Frohsinns. Zwar winzig, das Zimmer, aber mit ein bisschen Stapeln konnte man bis zu 5 Leute zum Schlafen unterbringen.
2. Köln-Holweide
Erste gemeinsame Wohnung mit meiner zukünftigen Frau, Geburtsort unserer Tochter.
3. Almaty/Kasachstan.
Knapp vier Jahre lang unsere Heimat. Nicht so furchtbar, wie mancher vielleicht glaubt.
4. Berlin-Biesdorf
Eigentlich ja ein Teil von Marzahn. Biesdorf beschreibt die Gegend aber deutlich besser. Plattenbauten nur in weiter Ferne.

4 TV-Serien, die du gerne anschaust
Das lass ich unkommentiert. Und wer lacht, kriegt was auf die Mütze!

- Friends
- Buffy
- Spongebob
- Navy-CIS

4 Plätze, in denen du im Urlaub warst:
Schwarzwald lass ich mal raus, vom Bayrischen Wald rat ich jedem ab, ich nehm jetzt nur mal die etwas weiter weggen Ziele

-Chalkidiki
Mein erster Flug. Mit 27!
- St. Tropez
Eine Autotour mit einem Kumpel. Mörderisch. Furchtbar. Aber sehr musikalisch. Erzähl ich vielleicht mal von.
- Dubai
Nach 4 Monaten kasachischem Winter ein wahres Paradies.
- Irland
Immer ein wahres Paradies. Egal wann, wo und wie.


4 Webseiten, die du täglich besuchst

Zählen auch Blogs?

- Den Klapsenschaffner
- Unkita
- Bildblog (außer Sonntags)
- Titanic

4 deiner Lieblingsessen

- Die Blätterteigtaschen meiner Frau
- Der Nudelsalat derselbigen
- Gyros beim Lieblingsgriechen
- Spinatsalat in einer Pizzeria in Almaty

4 Plätze wo du gerne im Augenblick sein möchtest

- Hier oder
- Irgendwo in einem Häuschen in Irland
Da krieg ich tatsächlich keine vier zusammen.


4 Blogger, denen du das Stöckchen weitergibst


Bevor alle entsetzt aufschreien, weil ich sie doch letzte Woche schon mit einem Stöckchen gezwiebelt habe, lege ich dieses lieber zur freien Verfügung aus.
Wer als Lust hat, mag es sich nehmen und brav beantworten. Kurze Nachricht über die Abholung in den Kommentaren täte mich freuen.
Echt getz.

- Johnny Cash -

Freitag, März 02, 2007

That Cough came with a prize

Wenn schon...

...der Winter sich in diesem Jahr nicht aus seinem Versteck heraustraut, könnten es ihm die Atemwegserkrankungen nicht ausnahmsweise einmal gleichtun?

- Bloodhound Gang -

Donnerstag, März 01, 2007

Candyman

Um mit Hannibal Smith zu sprechen: "Ich liebe es, wenn eine Prophezeiung eintrifft"
Kaum waren die letzten von Silvesterknallern abgerissenen Finger wieder angenäht, tauchten schon die ersten Ostersüßwaren auf.

Schon schön, dass man das alles
wieder kaufen kann.

Schön scheiße, wenn man wegen einer Lebensmittelallergie aber nur das
essen darf.

- Sammy Davis Jr. -

Zwei kleine Nachträge zu völlig anderen Themen:
"Jack" haben wir jetzt in einem ziemlich finalen Mix bei Track4 geparkt.
Wer also Lust hat, möge es sich dorten noch mal anhören (und vielleicht sogar bewerten).
Und die Bevölkerung von Schmock-City hat schlagartig um 50% zugelegt. Ein alter Häuptling hat dort seinen Wigwam aufgeschlagen.
Wer schon immer mal etwas über indianische Weisheiten hören wollte oder sich einfach nur dafür interessiert, wieviele Arten es gibt, Pemmikan schmackhaft zuzubereiten, der begebe sich umgehend in den wilden Westen.