Mittwoch, Juli 25, 2007

Ein Lied zieht hinaus in die Welt

Jaja, schon gut. Ich beuge mich dem Druck einer Unzahl von Suchanfragen, die verzweifelt nach einer Übersetzung dieses Titels suchen.
Das ist mir zwar recht unverständlich, weil das Stückchen Musik a) uralt, b) ziemlich belanglos und c) sprachlich so schlicht gehalten ist, dass ein durchschnittlich begabter Harr-Potter-auf-Englisch-Leser die Übersetzung vermutlich synchron herunterleiern kann, aber weil ich a) nur noch anderthalb Wochen bis zu meinem Urlaub habe und b) aufgrund meines hohen Alters zu einer gewissen Milde der Neugier der Jugend gegenüber neige, höre ich jetzt a) mit den blöden Aufzählungen auf und leite b) hiermit zu einer brilliant interpretatorischen Übersetzung des Songtextes über.

Sollte die eine oder andere Phrase eher unverständlich scheinen, bitte ich, die entsprechenden Beschwerden direkt an den Komponisten zu richten. Ich hab mir den Schwachsinn schließlich nicht ausgedacht sondern nur durch den Google-Translator gejagt.
Und los.

Jitterbug [4X]

Du setztest die Hochkonjunkturhochkonjunktur in mein Herz
Du sendest meinen Seele Himmel - Höhe, wenn dein lovin beginnt
Jitterbug in mein Gehirn
Geht ein Knall-Knallknall ', bis meine Füße das selbe tun
Aber etwas, das dich abhört
Etwas ist nicht recht
Mein bester Freund erklärte mir, was du gestern Abend tatest
Links ich sleepin in meinem Bett
Ich träumte, aber ich sollte mit dir anstatt gewesen sein.

Mich oben aufwecken, bevor du gehen-gehst
Mich nicht lassen an hängend wie ein Yo-yo
Mich oben aufwecken, bevor du gehen-gehst
Ich möchte nicht ihn vermissen, wenn du schlägst, daß hoch
mich oben aufwecken, bevor du gehen-gehst
„Mich verursachen sind nicht plannin“ auf allein gehen
Mich oben aufwecken, bevor du gehen-gehst
Mich nehmen heute abend tanzend
Ich möchte den schlagen Höhe (yeah, yeah)

Du nimmst die grauen Himmel aus meiner Weise heraus
Du bildest den Sonne Shine heller, als Doris Tag einen hellen Funken zu eine Flamme machte Meine Schläge pro die Minute nie gewesen das selbe
'Ursache bist du meine Dame, ich bist dein Dummkopf
Sie bildet mich verrückt, wenn du so grausam fungierst
Angegangen, lassen Sie uns Baby, nicht kämpfen
Wir gehen zu tanzen, alles haben ganz Recht

Mich oben aufwecken, bevor du gehen-gehst
Mich nicht lassen an hängend wie ein Yo-yo
Mich oben aufwecken, bevor du gehen-gehst
Ich möchte nicht ihn vermissen, wenn du schlägst, daß hoch
mich oben aufwecken, bevor du gehen-gehst
„Mich verursachen sind nicht plannin“ auf allein gehen
Mich oben aufwecken, bevor du gehen-gehst
Mich nehmen heute abend tanzend
Ich möchte den schlagen Höhe (yeah, yeah)

Jitterbug
(Jitterbug)
Liebkosung oben, Baby, Bewegung innen fest
Wir gehen, morgen abend zu tanzen
Es ist heraus dort kalt, aber sie ist im Bett,
das warm sie tanzen können, wir bleibt Haupt anstatt

Jitterbug

- Jürgen Marcus -

Montag, Juli 23, 2007

The End

Ach, lasst mich doch alle damit in Ruhe.

Nein, ich will es nicht wissen.
Behaltet es für euch.
Startet keine blöden Bilderserien, die mittendrin ein Stopzeichen zeigen und die Unterschrift tragen:"Nur der moralisch Gefestigte soll weiterschauen".
Schreibt es nicht in Spiegelschrift und macht auch keine kryptischen Hinweise.
Haltet einfach euer Maul und eure krumpeligen Wurstfinger still.
Lasst mir die Freude auf den 27. Oktober. Auch wenn ich durchaus in der Lage wäre, englisch zu lesen und es auch zu verstehen - ich will einfach nicht.
Ich warte lieber. Und vermutlich tun das auch noch genug andere.
Und wiederum andere würden gerne englisch lesen, aber können es einfach nicht.
Respektiert das gefälligst, ihr Arschnasen.
Haltet euch zurück.


- The Doors -

Donnerstag, Juli 19, 2007

Mad world

Um einem gelegentlich von mir besuchten Blog an dieser Stelle einmal zu widersprechen:
Die Welt ist nicht böse!
Sie will nur mit uns spielen.
Dummerweise hält sich nur niemand an die Regeln.

- Tears for fears -

Sonntag, Juli 15, 2007

Die Katze




Also den Spruch haben sich die kleinen Biester vermutlich selber ausgedacht.

- Annett Louisan -

Freitag, Juli 13, 2007

She's a lady

Auch wenn Alice Schwarzer, wie an anderer Stelle bereits einmal beiläufig erwähnt, ihren Zenit offensichtlich schon seit längerer Zeit überschritten hat und versucht, ihren Bedeutungsverlust durch Zusammenarbeit mit der Bild noch ein wenig zu kompensieren, so sind ihre Anstrengungen doch offensichtlich nicht völlig vergeblich gewesen.
Gestern erklärte nämlich die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, auf die Frage zur Wichtigkeit des Vorhandenseins von Sprachkenntnissen bei der Absicht der dauerhaften Wohnsitznahme in Deutschland, dass sie dies besonders bei Frauen für sehr wichtig erachte, denn schließlich seine Frauen ja „die Motorinnen der Gesellschaft“.

Ja, Herrschaftszeiten - sorry, Damenschaftszeiten noch eins. Das nenn ich mal gelungene sprachliche Emanzipation. Da läuft es mir jetzt noch kalt meine Rückin hinunter, während ich diese Worte in meine Computerin eingebe.

Jaja, die Sprache ist einer ständigen Wandelin unterworfen (darf ich „unterworfen“ schreiben, oder wirkt das zu sexistisch?), aber das ist einfach nur blöde und zeugt von mangelhafter Beherrschung (darf ich „Beherrschung“ schreiben, oder wirkt das zu sexistisch?) der (oder vielleicht an dieser Stelle besser) die deutschen Sprache.

Und eine Sprachvergewaltigung (darf ich „Sprachvergewaltigung“ schreiben, oder wirkt das zu sexistisch?) ist keinesfalls hilfreich auf der Wegin zu einer tatsächlichen Emanzipation (darf ich „Emanzipation“ - ach, vergesst es!) sondern verdreht an sich lobenswerte Bemühunginnen ins Lächerliche, äh -in, äh, ach was.

- Tom Jones -

Übrigens noch ein kleiner Nachtrag an dieser Stelle:
Die Dame, die hier der deutschen Sprache so vehement Gewalt antut, ist eben jene, der ich bereits einmal einen Post widmete, nachdem sie sich mit eben solcher Vehemenz für ein Verbot sogenannter Killerspiele einsetzte, lange bevor Beckstein und Co. auf diesen Zug aufsprangen.
Das macht es natürlich keinen Deut besser.

Donnerstag, Juli 12, 2007

I wish

Ich muss dem Herrn Unkita ja Recht geben. Mein kleiner Blog (der, der, der!!!) trägt in naher Zukunft zumindest hinsichtlich der zweiten Hälfte des Titels seinen Namen wieder einmal zu Recht.
Ob das alles stilvoll ist, darüber mögen andere urteilen, aber altern tue ich ja immerhin.
Was mich allerdings doch ein wenig beunruhigt, ist die Tatsache, wie wunschlos und zufrieden ich im Moment bin. In früheren Zeiten konnte ich auf die Frage „Und, was wünschst Du Dir?“ immer ohne größeres Nachdenken eine ellenlange Liste herausleiern mit all den schönen Dingen, die ich zum nächsten Geburtstag gerne auf dem Gabentisch sehen würde.

Und lassen wir jetzt einmal all die frommen Wünsche wie „Frieden auf Erden“, „Glück und Gesundheit für alle“ und „Ausbleiben der Klimakatastrophe“ außen vor, also all das, was man sich in den Zeit- oder Blogfragebögen von irgendwelchen guten Feen zwar immer brav wünscht, von dem man aber sicher weiß, dass es
a) eh nicht in Erfüllung geht und
b) auch ziemlich schwer in Geschenkpapier zu wickeln wäre,
dann sieht mein Wunschzettel in diesem Jahr äußerst dürftig aus.
Das war Weihnachten schon so und zum Geburtstag ist es nicht besser geworden.

Selbstverständlich bin ich trotzdem auch immer rechtschaffen enttäuscht, wenn ich dann beim Wort genommen werde und mir meine Verwandtschaft tatsächlich nichts schenkt.
So etwas ist eine ziemlich deprimierende Erfahrung und die möchte ich doch mir und dem Rest meiner Familie dieses Mal ersparen.

Ich bitte daher heute um Anregungen für Sachen, von denen Ihr sagen würdet: „Also, wenn ich der Herr F. wäre, täte ich mir darüber doch glatt ein Löchlein in den Bauch freuen!“

Und bitte jetzt keine Ideen wie Auto, Privatjet oder Haus mit Pool - so was hab ich ja eh schon längst.

- Stevie Wonder -

Mittwoch, Juli 11, 2007

Black is black

Liebe Alice Schwarzer,

korrigieren Sie mich, wenn ich falsch liege, aber waren Sie nicht einstmals die Vorkämpferin für die Rechte der Frauen in Deutschland?
Und auch eine der Hauptinitiatorinnen der Kampagne „PorNo“, die sich gegen pornographische Darstellungen wendet, weil, und da zitiere ich jetzt einfach mal munter aus Wikipedia, „nach Auffassung der Kampagnebefürworter Frauen als passives Objekt männlicher sexueller Begierden statt als aktive Person dargestellt würden. Pornografische Darstellungen seien eine Form von medialer Gewalt, die die Würde der Frau verletzten. Zudem könnten pornografische Darstellungen die Hemmschwelle für reale Gewalttätigkeit gegen Frauen heruntersetzen.“
Und jetzt halten Sie doch tatsächlich ihr dezent zerknautschtes Gesicht für die aktuelle Bild-Reklame (Sie wissen schon, die mit Mut und Wahrheit) in die Kamera.
Darf ich in diesem Zusammenhang noch mal daran erinnern, dass dieses Blättchen zu drei gleichen Teilen aus bluttriefender Sensationslust, scheinheiliger Frömmigkeit und Pornografie besteht?
Was, das stört Sie gar nicht mehr? Außerdem dürfe man das alles nicht so ernst nehmen, denn schließlich habe Bild als, nun ja, sagen wir mal, Vorkämpfer für die Dämpfung des deutsch-polnischen Verhältnisses ja auch Willi Brandts historischen Kniefall im Rahmen ihrer Kampagne genutzt. Und Martin Luther. Und weiland auch Gandhi, Galileo Galilei und Martin Luther King.

Ja, aber wissen sie was? Die sind allesamt tot! Die können sich gar nicht mehr dagegen werden, auf diese schamlose Weise benutzt zu werden.
Aber sollte George A. Romero auch nur ein bisschen Recht haben, werden sie das wohl nicht mehr allzu lange hinnehmen, als Widergänger auftauchen und dann mal kräftig in der Redaktion für aufräumen. Und ehrlich gesagt - meinetwegen können sie danach bei der Emma gleich weitermachen.

Mit sehr verständnislosen Grüßen

Ihr Falcon

- Los Bravos -

Montag, Juli 09, 2007

Rollin'

Lieber Wolfgang Schäuble,

klar könnte man jetzt der Ansicht sein, dass Sie ganz gewaltig einen an der Klatsche haben.
Finaler Terroristenfangschuss und Handyverbot für Terrorverdächtige und deren Freunde, Verwandte und Nachbarn legen so etwas ja auch irgendwie nahe.
Gegen Ihre aktuellen Vorschläge wirkt ja selbst Otto Schily wie ein Schaf im Schafspelz.
Übrigens, wie wollen Sie denn die Terrorsympathisanten ausfindig machen?
Kamera in die Schlaf-, Arbeits- und Wohnzimmer aller, am Besten weltweit?
Generalverdacht für Bartträger?
Oder für alle die, die bei Counterstrike statt der Anti-Terror-Kommandos die Bösewichte spielen?
Aber Scherz beiseite - natürlich ist Ihr Vorschlag brillant.
So was setzt selbstverständlich niemand um, aber Sie können sich dann im Fall eines Terroranschlages immer noch hinstellen - pardon, hinsetzen - und behaupten, Sie hätten es ja gleich gesagt.
Und wenn die Ideen doch umgesetzt werden und dann der erste versehentlich für einen Terrorhelfer gehaltene unschuldige Passant über den Haufen geschossen wurde, brauchen Sie zu erklären, dass das ja alles gar nicht ihre Idee war, sondern Ihnen all das von den Stimmen gesagt wurde, die seit dem auf Sie verübten Attentat hören.

Wie gesagt, ein brillanter Plan - Sie kommen immer als Gewinner aus der Sache heraus.

Mir wäre es persönlich trotzdem lieber, wenn Sie Ihre ganz eigene Paranoia nicht gar so öffentlich pflegen würden. Vielleicht darf ich Sie einmal auf das Internet verweisen - da findet jeder für seine privaten Verschwörungstheorien schnell ganz viele Freunde.

Sicher auch Sie.

Mit vorzüglicher Hochachtung

Ihr Falcon

- Limp Bizkit -

Sonntag, Juli 08, 2007

1000 Jahre schlechten Sex

Liebe unbekannte pinkbehoste junge Dame!

Ich kann aufgrund Deiner recht unmissverständlichen Schilderung gut nachvollziehen, dass Dein Verhältnis zu deinem Sexuallebensabschnittspartner zur Zeit ein wenig getrübt ist.
Und na klar, selbstverständlich musst Du das auch deiner besten Freundin erzählen dürfen.
Ich hätte da nur eine winzig kleine Bitte:
Könntest Du beim nächsten Mal darauf verzichten, das in der Form zu machen, dass Du lautstark durch die Regalreihen des Supermarktes röhrst:"Der ist so faul, der steht nicht mal zum Ficken vom Sofa auf!"?
Echt, geht das? Fände ich total nett.
Und wenn Du doch das Bedürfnis hast, dich mal in der Öffentlichkeit zu dem Thema auszulassen, dann geh doch einfach zu Oliver Geissen.
Da kriegst Du dann für so eine Bemerkung auch noch Szenenapplaus und ich kann derweil in Ruhe meine Backzutaten kaufen.

Es dankt Dir von ganzem Herzen

Falcon

- Farin Urlaub -

Freitag, Juli 06, 2007

We didn't start the fire

Eine interessante Meldung gab es heute in unserem internen Newsticker:

Brand im Zentralserver des Bundestages
Es ist noch nicht bekannt, wann das dortige Server-Problem behoben sein wird.

Ich vermute ja, dass entweder der Zugriff auf den Server dank der gestrigen Bekanntgabe der Abgeordnetennebeneinkünfte so hoch war, dass der Server irgendwann überhitzt die Flügel gestreckt hat
oder aber irgendwer in der Bundestagsverwaltung die Datensicherungs- und Bearbeitungspolitik der Bundeswehr als leuchtendes Vorbild gesehen hat und jetzt auf diese Weise versucht, die Informationen zu beseitigen (was wohl schwer möglich wird) oder wenigstens den Server so lange down zu halten, bis sich das Interesse der Öffentlichkeit wieder anderen Dingen zuwendet.
Mit ein bisschen Glück für ihn dürfte das dann in etwa schon morgen zum Start der Tour de France der Fall sein.

- Billy Joel -

Mittwoch, Juli 04, 2007

Return to sender


wie gerne würde ich bei eurer Wahl zum Postboten des Jahres mitmachen, für die mich euer langhaariger Lockenzausel Gottschalk fast jeden Tag werblich belästigt.
Nein wirklich, so ein quietschgelber Smart als Gewinn hat ja was. Ginge ja zur Not auch noch als Badeente durch, wenn mal keine andere zur Hand wäre.
Aber jetzt mal so ganz unter uns Briefzustellertöchtern:
Ein Bote, der sämtliche Briefe so in unseren Kasten frickelt, dass sie aussehen, als hätte die Katze am Rand genagt und der dann, wohl weil er der Meinung ist, dass einer immer noch reingeht, gleich noch die Post für den Nachbarn mit dazustopft, der, ja der hätte aus meiner Sicht tatsächlich gewisse Probleme, einen Platz auf dem begehrten Zustellersiegertreppchen zu erhaschen.
Vielleicht solltet ihr doch erstmal eure Leute in Briefablieferungstechnik schulen, bevor ihr eine Wahl zu Mister und Miss Briefträger startet.
Dann klappt's demnächst auch mit dem Nachbarn - oder wenigstens mit seiner Post.

Nix für ungut
Herzlichst

Euer Falcon

- Elvis Presley -

Dienstag, Juli 03, 2007

Turn it on again

Es gibt ja solche Dinge, auf die kann man sich getreulich verlassen: Sonnenauf- und untergang, die Tatsache, dass jeder von den Stones als unwiderruflich letzte Tour angekündigten Konzertreihe eine weitere folgen wird und die Forderung gewisser deutscher Politiker, die Grundrechte des Einzelnen zum Wohle der Allgemeinheit noch ein wenig mehr zu beschneiden.
Und dann gibt es Dinge, von denen ist man überzeugt, dass so etwas nie wieder passiert.

Dieses Gefühl hatte ich, als ich Anno '92 im Müngersdorfer Stadion stand und mit mehreren zehntausend ähnlich begeisterten Fans Genesis zujubelte.
Drei damals schon nicht mehr ganz junge Herren, die ein Gefühl von "Na gut, einmal noch, aber dann muss auch gut sein" verbreiteten.
Fantastisch und ein wenig wehmütig war das.
Der ein paar Jahre später zwischenzeitlich engagierte Sänger Ray Wilson unterstrich ja nur noch die Tatsache, dass es eigentlich vorbei war.

Und dann das: Collins, Banks und Rutherford raufen sich noch einmal zusammen, mit sichtlicher Freude an der Sache und ohne das Dauergezicke der Herren Polizisten.
Spielen ihre Klassiker und begeistern die Fans.
Kommen nach Berlin und mischen das Stadion auf.
Und wer ist heute abend dabei?
Ich natürlich.
Dank einer Karte, die meine Liebste schon zu Weihnachten unter den Baum legte und die dafür gesorgt hat, dass ich mir das letzte halbe Jahr ein Loch in den Bauch vorgefreut habe.
Zwei Stunden noch, dann klettere ich in die dann hoffentlich wieder rollende S-Bahn und lass mich zum Olympiastadion chauffieren.
Und dann werde ich einen Abend lang in Tränen der Begeisterung zerfließen.

Und sollte das dann wider Erwarten doch nicht die wirklich letzte Tour gewesen sein, bin ich halt bei der nächsten auch wieder dabei.

- Genesis -

Montag, Juli 02, 2007

Eye of the tiger

Ich glaube, diese Beiden muss Darwin vor Augen gehabt haben, als er seine Theorie vom „survival of the fittest“ aufstellte.
Zwei Bestien, von Blutdurst getrieben auf dem Weg zum Wasserloch.
Beide in dem festen Willen, sich und ihrem Nachwuchs den besten Platz zu sichern.
Keiner von beiden gibt auch nur einen Millimeter nach.
Auge in Auge stehen sie sich gegenüber und brüllen sich drohend an.
Dann stürzt die eine plötzlich unvermittelt los und schlägt ihre mörderischen Reißzähne in - nein, halt, so weit ist es dann doch nicht gekommen.

Vielleicht fange ich besser noch einmal von vorne an:
Heute morgen vor der Schule. Papa bringt das Töchterlein hin und entdeckt in einiger Entfernung, dass da wohl gar nichts mehr geht.
Also parken wir in weiser Voraussicht ein ganzes Stück vor dem Schuleingang und gehen die letzten zweihundert Meter einfach zu Fuß.
Und direkt vor dem Schulhoftor stehen sie dann:
Keine ist willens, der anderen Platz zu machen; jede hätte nur fünf Meter zurück setzen müssen, ein wenig an den ansonsten dicht beparkten Rand fahren und die jeweils andere vorbeilassen müssen.
Zwei Muttis mittleren Alters, beide offensichtlich dem Mittelstand angehörig in zwei Mittelklasseautos. Was in dieser ganzen Mittelmäßigkeit auf einmal zu diesem unbedingt Willen, um keinen Preis nachgeben zu wollen, geführt hat, will sich mir allerdings partout nicht erschließen.
Ist es der Versuch, ausbrechen zu wollen aus der Eintönigkeit des eigenen Lebens?
Wollen sie ihrem Nachwuchs beweisen, dass sie jederzeit bereit sind, es mit allen Gefahren, die auf die Kleinen lauern, aufzunehmen?
Alldieweil sich hinter beiden Autos bereits eine veritable Schlange bildet, steigen die beiden Kampfhennen doch tatsächlich aus ihren Wagen aus, und beginnen damit, sich auf offener Straße anzukeifen.
Ich nehme es amüsiert zur Kenntnis, während meine Tochter noch meint: „Die sind ganz schön blöd, oder, Papa?“.
Ich nicke dem Wahrheit kund tuenden Kind zustimmend zu, liefere sie am Schulhoftor ab und geb ihr noch einen Kuss für unterwegs mit.

Auf dem Rückweg zum Auto sehe ich die beiden sich immer noch angeifern, während die hinter ihnen wartenden Autofahrer zum genervten Gehupe übergegangen sind. In sicherer Entfernung vom Stauende kann ich wenigstens beruhigt in die nächste Querstraße einbiegen und in Richtung meiner Arbeitsstelle fahren.
Und wenn sie nicht gestorben sind (oder von einem der hinter ihnen genervt hupenden anderen Autofahrer erschlagen wurden), streiten sich die beiden wahrscheinlich immer noch.

Ich werde es dann ja heute Nachmittag beim Abholen des Töchterleins wohl sehen.

- Survivor -