Freitag, August 31, 2007

The Number of the Beast

"Und Teil drei heißt dann wohl '28 Monate später', oder?" Meine Frau schaute mich fragend an.
Das ist natürlich durchaus möglich, wobei ich schon hoffe, dass mit einer Trilogie dann aber auch Schluß ist.
'280 Jahre später' als Titel für Teil 5 ist ja dann vielleicht schon etwas blöd.
Aber zumindest Teil zwei ist eine sehr gelungene Fortsetzung, die natürlich - wie sollte es auch anders sein - die Idee des ersten Teils wieder aufgreift, aber dieser noch den Gedanken des totalen Kontrollverlustes auch derer, die überzeugt sind, jedes Problem lasse sich kontrollieren und/oder notfalls auch mit Waffengewalt lösen, hinzu fügt.
Damit ist das, was erst einmal wie ein Zombie-Metzelfilm daherkommt, durchaus auch ein Gleichnis für das, was in der "echten" Welt passiert, in der ja sich ja auch die Überzeugung durchzusetzen scheint, jedes Problem lasse sich in den Griff bekommen, wenn man nur mit genügend Gewalt daran geht. Das hat dummerweise schon früher beim Modellbau nicht funktioniert, aber während dort halt im schlimmsten Fall der Mast vom Revell-Segelschiff zerbrach, findet die Destruktion heute in ungleich größerem Maßstab statt.

Gemetzelt wird auch hier recht umfassend, auch wenn der Film sich glücklicherweise in den seltensten Momenten der Darstellung drastischer Gewaltszenen bedient und lieber auf verwischte Bilder setzt. Damit steht er für meinen Geschmack übrigens meilenweit über all diesen bluttriefenden Kinogeschmacklosigkeiten der jüngsten Zeit, die detailverliebt ihre Gewaltorgien zelebrieren.
Da mag vielleicht mancher Blut-und Innereienfreund ein wenig enttäuscht aus dem Kino gehen, aber dem hätte ja auch der erste Teil nicht so wirklich gefallen.
Außerdem - „Saw 4“ kommt ja bestimmt.
Ansonsten sei der Film aber jedem mit einem etwas stärkeren Magen und wenigstens achtzehn Lebensjahren auf dem Buckel wärmstens ans Herz gelegt.

- Iron Maiden -

Dienstag, August 28, 2007

White Wedding

Ist es nicht erstaunlich, was das menschliche Gehirn so alles speichert?
Es ist ein wahres Mysterium.
Ich könnte zum Beispiel nicht mehr sagen, was ich heute vor vier Wochen gemacht habe, weiß aber noch haargenau, dass ich am 28. August 1998 um 0.20 Uhr zum ersten Mal dem Resident-Evil-Endgegner in der PC-Version gegenüberstand, die ich kurz vorher im Kaufhof gekauft hatte.
Seltsam, nicht wahr?
Ich weiß auch noch, dass ich im ersten Anlauf gnadenlos gescheitert bin und die ganze Nacht wieder und wieder versucht hätte, den Obermotz zu knacken, hätte meine Frau nicht eindrücklich auf die Uhrzeit hingewiesen und erklärt, dass jetzt aber Schluss sei.
Ja, ja, das Gedächtnis. Ein Wunderwerk.
Und wo ich gerade noch so ein bisschen darin herumkrame, stelle ich fest, dass es damals gar nicht meine Frau war, die mich zum Aufhören bewegte, sondern meine Freundin.
Meine Frau wurde sie erst gute acht Stunden später - das erklärt im Nachhinein natürlich auch, warum sie wollte, dass ich den PC ausschalte. Immerhin würde um sechs Uhr der Wecker klingeln, damit wir uns rechtzeitig für unsere Hochzeit fertig machen konnten.
Weiß ich auch noch ganz genau.
Ich weiß auch noch, dass damals Kanther Innenminister war und ich mich auf dem Weg zur Hochzeitszeremonie über Wahlwerbeplakate mit diesem radikalen Spinner aufgeregt hatte. Dass seine Nachfolger seine Paranoia durchaus noch steigern konnten, hätte damals nicht für möglich gehalten.
Ich weiß auch noch, dass unser Standesbeamter, der ein Schwätzer vor dem Herrn war, bald darauf in Linda de Mols Übelshow „Traumhochzeit“ wehrlose Paare kameratauglich verheiratet hat.

Seltsamerweise weiß ich aber nicht mehr, wann ich dann den Endgegner tatsächlich besiegt habe.
Komisch, oder?
Aber wie gesagt, das menschliche Gehirn ist halt ein Mysterium.

- Billy Idol -

Donnerstag, August 23, 2007

Das bisschen Haushalt

Da soll noch einer sagen, dass man mit fortschreitendem Alter nicht doch weiser wird.
Dank einer Radtour mit dem Töchterlein weiß ich jetzt immerhin, dass Bernau nicht im Südeosten sondern im Nordosten von Berlin liegt, dass Nelly Furtado Musik für kleine Mädchen macht (so die Auskunft eines kleinen Mädchens in unserer Schlafunterkunft), dass10-jährige in der Lage sind, auch nach 10 Uhr abends noch erstaunlich viel Krach zu produzieren, wenn sie in der Gruppe unterwegs sind, dass Holztüren offensichtlich nachts nur dann schließen, wenn sie schwungvoll zugeschlagen werden und dass man zukünftig erstmal nachfragen sollte, um was für eine Art Unterkunft es sich denn handelt, bevor man telefonisch bucht.
Sonst war es aber schön.
Nicht so schön ist meine derzeitige Laune, völlig unbegründet übrigens, aber trotzdem befinde ich mich im Moment in einem Zustand andauernder Unzufriedenheit und Nörgeligkeit. Das ist entweder die Mid-Life-Crisis oder beginnender Altersstarrsinn (oder eine Mischung aus beidem).
Wie dem auch sei, wenn ich eh nicht so dolle draufbin, kann ich auch gleich im Blog einen kleinen Hausputz halten.
Als erstes nehme ich, mit einem gewissen Bedauern, Ralph aus der Linkliste.
Wie er mir erklärte, hatte er in letzter Zeit weder selbige, noch Lust, weiter zu bloggen, weswegen er seinen Blog abgemeldet hat.
Schade, aber ich seh ihn ja zwecks Gedankenaustausch und Probe glücklicherweise immer noch regelmäßig.
Als nächstes kommt der gute Kapaun aus der Linkliste. Der Blog existiert ebenfalls nicht mehr, vermutlich aus ähnlichen Gründen.
Mit deutlich weniger Bedauern entferne ich den Mick-Blog. Der ist mir seit längerer Zeit deutlich zu selbstgerecht, überheblich und intolerant.
Auch wenn meiner manchmal ähnlich ist, muss ich das bei einem Fremdblog ja nicht antun und diesen dann auch noch qua Verlinkung empfehlen. Also raus damit.
Und zu guter letzt noch der Link zu unseren Track4-Aktivitäten. Da das Ganze keinerlei Nutzen hat, ausser einer sinnfreien Eierschaukelei für die (wie und warum auch immer) Erstplazierten kann auch dieser Link raus.

So, jetzt noch schnell alles zusammenfegen und ab in die Tonne damit.
Fertig.
Alle anderen Links bleiben erhalten - das, was da am anderen Ende liegt, mag ich nämlich und möchte dementsprechend den wenigen Besuchern dieser Seite (kein 'fishing for compliments' - ich hab ja schließlich den Blogcounter an!) einen Besuch dort ebenfalls ans Herz legen.

- Johanna von Koczian -

Donnerstag, August 09, 2007

Relax

Jaja, Dinge, über die man sich zur Zeit aufregen könnte, gibt es viele:
Call-In-TV-Moderatoren mit einem hochgradig beschränkten Repertoire an Gestik, Mimik und einem intellektuellen Niveau, das nur in seltensten Fällen an das eines unterbelichteten Rummelplatzkartenabreißers heranreicht;
Aggro-Rapper, die auf einmal zu friedlichen Lämmchen mutieren, weil man einem Vierzigjährigen einfach nicht mehr glaubt, wenn er von Prügeleien nach Schulschluss, nun ja, ähem, "singt";
Kollegen, die einen im Urlaub anrufen, weil sie nicht in der Lage sind, selber die Sachen zu finden, die sie brauchen -
wie gesagt, man könnte sich über vieles aufregen.
Tu ich aber gar nicht.
Ich genieße einfach meinen Urlaub und schwelge zur Zeit massiv in Nostalgie. Neben dem Einkauf diverser alter Videospielgeräte äußert sich das vor allem darin, dass ich jetzt noch einmal gedanklich die Bücher durchgehe, die ich in Jugendjahren gerne gelesen habe und jetzt versuche, die alle nochmal heranzuschaffen.
Nach dem bereits länger zurück liegenden erfolgreichen Einkauf der Taran-Reihe widersetzte sich allerdings ein Buch bislang hartnäckig allen Einkaufsversuchen, indem es einfach einen so hohen Gebrauchtmarktpreis hatte, dass ich vor dem Kauf immer zurückschreckte. Und ich mein, 23 Euro für ein 160-seitiges gebrauchtes Buch ist auch ein wenig übel.
Jetzt aber stehe ich kurz davor, es in einem Paket mit etlichen anderen Büchern günstig zu kriegen, also drückt mit bitte die Daumen - am 11.08. endet die Auktion.
Bis dahin spiel ich einfach ein paar antike Ballerspiele und wenn mich dann doch die Sehnsucht nach aktuellerem überkommen sollte, gelegentlich auch mal eine Runde God of War II.
Und entspanne total.

- Frankie goes to Hollywood -

Samstag, August 04, 2007

The News

Brasilien
Ausserordenlich besorgt beobachten internationale Kriminalistikexperten den massiven Anstieg der Banden- und Gewaltkriminalität in Brasiliens Metropolen Rio de Janeiro und Sao Paolo.
Sehr große Besorgnis über diesen Umstand äussern auch deutsche Kriminologen:"Trotz intensivster Durchsuchungen der betroffenen Gebiete gelang es bisher nicht, auch nur einen einzigen Computer mit gewaltverherrlichender Spielesoftware zu entdecken. Da dies nach aller wissenschaftlicher Erkenntnis aber als der absolut einzige Auslöser jugendlicher Gewaltexzesse in Frage kommt, ist uns vollkommen schleierhaft, wie die Situation in Brasilien zustande kommen konnte", so ein Sprecher der deutschen Wissenschaftler im Interview. Im Anschluß an dieses Interview, so der Experte weiter, wolle er nach Afghanistan aufbrechen, wo die Geschehnisse der letzten Wochen den Verdacht nahe legten, dass in den entlegeneren südlichen Provinzen regelmäßig und in großem Rahmen LAN-Parties veranstaltet würden.

Brandenburg
Neben der Einführung einer Null-Promillegrenze für Fahranfänger wurden auf Landesebene weitere Maßnahmen zur Bekämpfung des übermäßigen Alkoholkonsums Jugendlicher verabschiedet.
"Geile Sache, das", erklärte ein Mitarbeiter des Ministerium."Jetzt gehen wir nach all der Arbeit aber erst mal fein einen heben. Scheiße nur, dass man in den ganzen Kneipen seit vorgestern keine mehr rauchen darf."

Berlin
Auf die geringe Anzahl seiner Blogeinträge in jüngster Zeit angesprochen antwortete der junge, gutaussehende und charmante Betreiber:"Schreibblockkade? Ach was. wenn ich den zweiten Teil von 'Krieg und Frieden' schreiben würde und auf Seite vierhundert nicht mehr weiterkäme, könnte man von einer Schreibblockade sprechen. Aber so? Ne, ich hatte einfach nur keinen Bock. Lustlos, verstehen sie? Aber jetzt hab ich erstmal Urlaub", so der sypathische Enddreißiger F..

Sport
Rudolf Scharping, aktuell Präsident des BDR, bleibt seiner Tradition treu, zur rechten Zeit möglichst weit weg vom rechten Fleck zu sein. "Woher sollte ich denn auch wissen, was da gerade in Frankriech passiert? Wo doch ARD und ZDF nichts mehr davon übertragen. Und dieses, na, Eins-Sat, oder wie das heisst, krieg ich mit meiner Hausantenne doch nicht."

Kultur
Ingmar Bergmann ist verstorben. Michelangelo Antonioni leider auch.
Überlebt hat bis jetzt noch Michael Bay, der die Gunst der Stunde nutzte, einen unsäglichen Roboterunfug in die Kinos zu drücken. Das derzeit grassierende Regisseursterben lässt aber diesbezüglich hoffen.

Wetter
"Naja, Sommer ist anders. Die Tatsache, dass ich jetzt Urlaub habe, lässt aber nun einen Umschwung hin zu deutlich besserem Wetter erwarten", so Blogbetreiber F. in einem kurzen metereologischen Statement.

Zum Schluss noch ein kleiner Programmhinweis:
Die Kreuzberger
Kreuzberger sind seltsame Wesen. Ob es stimmt, dass sie nicht von unserer Welt sind oder zumindest etwas neben dieser stehen, erfahren Sie demnächst in einem speziellen Feature.

Guten Abend

- Jack Johnson -