Donnerstag, November 29, 2007

The Bird and the Worm

Ich bin schuld. Was soll ich lange drumherum reden. Ich hab Buddlie auf dem Gewissen. Und meine Tochter musste dabei zusehen.
Klar könnte ich jetzt versuchen, das Ganze damit zu erklären, dass ich es für einen höheren Zweck tat.
Wenn man denn schnöde Fortpflanzung als höheren Zweck gelten lassen will.
Vielleicht kann ich zu meiner Entschuldigung noch anführen, dass ich in letzter Sekunde versucht habe, mit Hilfe einer Gießkanne das Unheil zu verhindern. Aber ich hätte gleich zur Schaufel greifen müssen - dann hätte ich ihn vielleicht noch retten können.
Ausgerechnet Buddlie! Er war der Erste und der Einzige mit Namen.
Meine Tochter zürnte völlig zu Recht mit mir.

Ähem, vielleicht sollte ich noch kurz erklären, worum es geht. Ist, glaube ich, besser, bevor morgen unvermittelt die Kripo vor meiner Türe steht.

Also denn: Es gibt da so ein nettes Spiel mit Namen "Viva Piñata".
Das ist (für alle die es kennen) ähnlich wie "Die Sims" (für die, die das nicht kennen: Der nächste Post dreht sich wieder um was anderes), nur dass man da halt statt doof gezeichneter Menschen niedlich gezeichnete Piñatas in einem Garten, den man vorher kultivieren muss, ansiedelt. Piñatas sind ja, wie man spätestens seit "Ein Fressen für die Geier" wissen sollte, eigentlich mit Süßwaren (bzw. in "Ein Fressen für die Geier" Sprengwaren) gefüllte Pappmascheetiere, die anlässlich mittel- und südamerikanischer Feierlichkeiten unter lautem Gejohle von der anwesenden Kinderschar zerdengelt werden, um dann den herausfallenden Inhalt aufzulesen (natürlich nur, wenn es sich dabei um Süß- und nicht um Sprengwaren handelt. Aber ich schweife ab.).
Eben solche Piñatas, nur eben gar allerliebst animiert und vertont soll man nun in seinem zuvor kultivierten Garten ansiedeln.
Die ersten, die kommen, sind - weil recht anspruchslos - halt eine Art Würmer.
Und der erste von diesen Würmern bekam von meiner Tochter eben den Namen Buddlie.
Nun sind Würmer ja in den meisten Hinsichten recht anspruchslos und pflanzen sich alsbald fort wie die, nun ja, Würmer eben.
Das Spiel nennt das dann kindgerecht "Techtelmechtel", und wenn genug getechtelt und gemechtelt wurde, bringt eine Storchpiñata ein Ei, aus dem dann der nächste Wurm schlüpft.

Sobald der Wurmbestand auf ein ansehnliches Maß angewachsen ist, lockt er Vögel an.
Um die aber zu einer Tätigkeit gleichen Namens zu bewegen, braucht es ein Vogelhäuschen (problemlos) und Futter(Problem!!!).
Der erfahrene Biologe merkt an dieser Stelle auf und entsinnt sich eines Vogellieblingsfutters.
Dummerweise muss man die gefiederten Biester dann auch noch animieren, sich auf einen der herzigen Würmer zu stürzen.
Und ich hab halt die Aufmerksamkeit des Vogels ausgerechnet auf Buddlie gelenkt.
20 Würmer und ich erwische Buddlie!
Natürlich war es ein Versehen. So etwas würde ich doch nir absichtlich machen.
Ändert aber nix am Ergebnis.

Buddlie ist fort.

In einem kopflosen Akt von versuchter Schadensbegrenzung hab ich dann schnell zwei weitere Würmer Buddlie (der Name war ja jetzt wieder frei) und Buddlie 2 genannt, aber da war der Wurm natürlich schon in den Brunnen gefallen.
Nur das Versprechen, unbedingt ein Igel- und ein Fuchspiñata so schnell wie möglich anzulocken, rettete mich vor dem Absturz in die völlige töchterliche Verachtung.
Sollte ich also in nächster Zeit in Berufs- und Bloggerleben eher selten anzutreffen sein, macht euch keine Sorgen.
Ich sitze dann bloß in meinem kleinen Garten und locke Pappfüchse und -igel an.

Hoffentlich fressen die keine Würmer!

- The Used -

Montag, November 26, 2007

Smooth Criminal

Irgendwie ist das doch ungerecht: Schaut man mal auf den Bereich Kinderliteratur /-hörspiel /-film, sollte man meinen dass die Welt voll ist von ungelösten Kriminalfällen, die eine zum Behufe der Ausübung detektivischer Tätigkeiten gegründete Jugendbande mit nahezu spielerischer Leichtigkeit löst.
Die Zusammensetzung der Jungdetektivbanden schwankt dabei zwischen 2 ("Tom und Locke") und bis zu sieben Ermittlern ("Die schwarze Sieben" - wobei es da in Sachen Hauptdarsteller so langsam unübersichtlich wird). Allen gemein ist aber, dass sie am Ende immer die Schurken ihrer gerechten Strafe zuführen und so jeden Fall brilliant zum Abschluß bringen.
Ausserdem lauert um die Ecke schon der nächste Fall.

Die Kinderbespaßungsindustrie hat das natürlich spitzgekriegt und wirft schon seit Jahren Detektivset um Detektivset auf den Markt.
Da kann sich der angehende Ermittler dann mit einer Ausstattung, die James Bond vor Neid erblassen ließe, auf Ganovensuche und -jagd begeben und die bösen Buben mit Unterstützung von Tele- und Periskop, Fingerabdruckset, verspiegelter Observationsbrille und Mikro-Funksets dingfest machen.
Die Sache hat nur einen Haken - es gibt sie gar nicht, all die Kriminalfälle, die auf Lösung durch angehende Jungdetektive harren.
In all den Detektivgeschichten passiert selbst noch im schnarchigsten Schwedenstädtchen, im drögesten Dreißigerjahreengland, im eingeigeltesten Eifeldorf immer etwas Spannendes, das die Kombinationsgabe der Kriminalisten in spe fordert.

Und in Echt?

Da gibt es vielleicht den Fall der verschwundenen Fleischwurst (hat die Katze weggefressen), der in Luft aufgelösten Schokolade (Mama war es) oder das Mysterium des unaufgeräumten Zimmers (Papa).

Irgendwie passiert nix, was die Hightech-Ausstattung auch nur im Ansatz rechtfertigen würde.
Und mit dem Fall des toten Drogendealers im Stadtpark, der Wasserleiche in der Spree oder dem vom Baugerüst 30 Meter in die Tiefe gestürzten Yuppie-Architekten möchte man den Nachwuchs auch eher ungern betrauen.

Daher an dieser Stelle mein Aufruf an all die Kleinganoven da draußen: Tut was! Gebt der Jugend eine Perspektive. Arbeitet daran, dass unsere Kinder wieder Vertrauen in ihre ermittlerischen Fähigkeiten haben.
Und sorgt so dafür, dass das Feld nicht kampflos den drei Fragezeichen, den fünf Freunden oder Tim, Karl, Klösschen und Gabi überlassen wird.

Strahlende Kinderdetektivaugen werden es euch danken.

- Michael Jackson -

Mittwoch, November 21, 2007

Do they know it's christmas

Weh, oh weh!
Weihnachten naht mit fatal großen Schritten und ich bin geschenkemäßig noch äusserst dürftig ausgestattet.
Der Geburtstag meiner Frau naht dummerweise mit noch fataleren und noch größeren Schritten - in Sachen Geschenken sieht es auch hier nicht besser aus.
Da ist es wenig hilfreich, dass meine Liebste mir zwar einerseits mit riesengroßen Augen und zitternder Unterlippe erklärt, dass sie fürchte, wie üblich praktisch gar keine Geschenke zu bekommen, weil ihr Geburtstag so nah an Weihnachten liege (was natürlich eine glatte Lüge ist, aber jedes Jahr aufs Neue hervorgekramt wird), andererseits aber auch auf vielfache, mal mehr, mal minder geschickte Nachfrage behauptet, eigentlich habe sie gar keine Wünsche.
Ähnliches tut auch meine Tochter. Mit gerade mal vier Kleinteilen auf dem Wunschzettel geht sie in die Weihnachtssaison, während ich von Omas, Opas und Tanten belagert und mit der Frage bedrängt werde, womit dem Kind denn eine Freude zu machen sei.

Das Kind selber indes erfreut sich immer noch des Glaubens an den Weihnachtsmann, bisweilen durchsetzt von gewissen Zweifeln, ob nicht doch Papa und Mama für die Gaben verantwortlich seien.
Bislang konnten wir das ja noch geschickt von uns weisen, indem wir nicht (unwahrheitsgetreu) ihre Vorhaltungen dementierten, sondern einfach mit geschickten Geschenkstrategien und raffinierten Gegenfragen ("Wie hätten wir denn das bitteschön machen sollen?") konterten.
Das hält das Kind natürlich nicht davon ab, Schriftproben von mir und meiner Gemahlin einzufordern und diese dann mit der Handschrift auf dem Brief vom Weihnachtsmann, der gestern ankam, zu vergleichen.
Bis jetzt sind wir noch davon gekommen, aber ich gehe mal davon aus, dass es diesmal das letzte Weihnachtsfest ist, das unser Töchterlein in diesem Glauben verlebt.

So, all das hilft mir natürlich nicht wirklich weiter bei meinen Überlegungen, was ich denn nun verschenken soll. Aber da muss ich jetzt wohl durch.

Zum Abschluss aber noch etwas Positives aus der Welt der Wissenschaft:
Nach mehrwöchigem harten Selbstversuch kann ich jetzt abschließend und mit hundertprozentiger Gewißheit feststellen, dass Hohes C aus der 0,7-Liter-Glaspfandflasche erheblich besser schmeckt als Hohes C aus der 1-Liter-Kunststoffeinwegflasche.
Nur für den Fall, dass das jemand interessieren sollte.
Positiven Einfluss auf den Verlauf eines heftigen grippalen Infektes hat aber weder die eine noch die andere Vitamin-C-Bombe genommen.
Dies nur, um einem weit verbreiteten Irrtum entgegen zu wirken.

- Band Aid -

Montag, November 19, 2007

Money, money, money

Also, lieber Herr Dittrich, das war ja wohl nix.
Oder, wie Ihr neuer Arbeitgeber wohl sagen würde, ein Schuss in den Hightech-Umluftbackofen.
Was Sie da geritten hat, diese vollkommen witzlosen und wirren Werbespots zu produzieren, vermag ich mir ehrlich gesagt im Traum nicht vorzustellen.
Mit der Ausrede, Sie seien jung und bräuchten das Geld, wären Sie ja vielleicht vor 20 Jahren noch so knapp durchgerutscht, aber heute kauf ich Ihnen das nicht mehr ab (hihi, Wortspiel zu Ihrem Werbespot).
Oder soll das Ganze nur eine Fortsetzung von "Ditsche" mit anderen Mitteln sein? Das ja auch eine Serie ist, die ich persönlich bemerkenswert unbemerkenswert finde.
Wenn ich Proletariat sehen will, das wirr über das Zeitgeschehen fabuliert, gehe ich einfach in die nächste Kneipe.
Muss ich nicht im Fernsehen schauen.
Und bitte jetzt nicht mit "Grimme-Preis" kommen! Den zu erhalten bedeutet ja dummerweise nicht, dass eine Sendung besonders gut ist, sondern dass die anderen noch schlechter sind, gelle?

Aber zurück zur Sache. Geben Sie es ruhig zu - die Elektrofachmarktwerbung machen Sie doch getrieben vom Mario-Barth-Prinzip: "Mitnehmen, was geht, solange es noch geht".

Das würde ich Ihnen tatsächlich abkaufen.

- Abba -

Mittwoch, November 14, 2007

I'm with stupid

Als Personalleiter unserer Gesellschaft bin ich seit Jahren für Rekrutierung zuständig und freue mich, Ihnen die vakante Position eines regionalen Managers für Zahlungsbearbeitung und Online-Handel anzubieten. Da wir weltweit vertreten sind, kommen die Kunden aus vielen unterschiedlichen Ländern. Verwaltung der Geldtransfers, die von unseren deutschen Kunden beauftragt wurden , ist einer der Schwerpunkte, welche die zum jetzigen Zeitpunkt angebotene Tätigket ausmachen.:

Zu den Aufgaben würden u.a folgende Tätigkeiten gehören

*einstellen der Artikel aus unserem Sortiment mittels Ihres eigenen, bestehenden Accounts bei dem Onlineauktionshaus Ebay. Beantworten der Fragen von evtl. Käufern und die Zahlungsabwicklung.

Ihre Vorteile:

- Sie zahlen keine Gebühren und müssen nichts investieren (vergessen Sie betrügerische Stellenangebote, bei denen Sie erst zur Kasse gebeten werden).

- Für das Einstellen der Artikel, bekommen Sie von Ihrem persönlichen Ansprechpartner Vorlagen und Fotos gesendet, die Sie kinderleicht zur Gestaltung der Auktion einstellen können. #

- Sie haben keine Lagerprobleme und keine Versandskosten zu tragen, da wir den Versand der Ware tätigen.

- Sie haben eine flexible , interessante Arbeit , mit unterschiedlichen Tätigkeitsschwerpunkten und hohen Beförderungsmöglichkeiten

- Sie tragen keinerlei Verantwortung für die Ware, da diese von uns, versichert und geprüft, versendet wird

An die Bewerber werden folgende Anforderungen gestellt:

* Internet, E-Mail, Grundkenntnisse der Hauptzahlungssysteme.

* Es wäre wünschenswert, wenn Sie ein eigenes Konto in einem deutschen Geldinstitut mit Online Banking hätten.

* angemeldetes / ggf. gewerbliches Mitglied bei Ebay und/ oder anderen Plattformen und Auktionshäusern.

* Bewertungsprofil von mindestens 10 positiven Bewertungen.

Jetzt mal ganz ehrlich:
Wie blöd muss denn bitteschön derjenige sein, der auf sowas reinfällt?

hmm, andererseits - 500 bis 1000 Euro Wochenlohn und das bei einer Arbeitszeit von 2 - 8 Stunden pro Woche klingt ja schon toll.

Sobald ich meine täglichen Anrufe bei 9live absolviert hab, werde ich dann wohl mal hinschreiben und um Zusendung der Fotos bitten.

- Pet Shop Boys -

Dienstag, November 13, 2007

Sing Sang Song

So, nu ist aber Schicht im Schacht.
Wie ich gerade der Presse entnehmen durfte, wildert unser werter Herr Aussenminister zur Zeit in fremdem Terrain.
Der Fairness halber müsste ich nach einem ersten Anhören jetzt zwar zugeben, dass sich sein musikalisches Schaffen auf ein mehr oder minder rhythmisch gerülpstes „Deutschland, Deutschland“ beschränkt, aber hier geht es schließlich nicht um Details, hier geht es ums Prinzip.
Und das besagt „was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu“.
Wenn also der Aussenminister sich nunmehr nicht mehr auf politisches Wirken und Würgen beschränkt, sondern sich auf musikalischem Feld breitmacht, betrachte ich das als gleichzeitig Aufforderung wie auch Genehmigung (soweit diese überhaupt nötig ist), mich ab sofort auf ministerialpolitischem Gebiet zu bewegen.
Ich erkläre also hiermit das Schattenkabinett für eröffnet.
Sollte sich jemand bemüßigt fühlen, eine Regierungs- oder Sonstwieerklärung abzugeben, sei sie respektive hiermit aufs Herzlichste dazu ermuntert.

Auf dass sich das Eine oder Andere zum Besseren bewegen möge!

- Les Humphries Singers -

Free Bird

Was viele schon lange vermutet haben, aber nie beweisen konnten, möchte ich jetzt hiermit offiziell bestätigen:
Der Herr Falcon hat 'nen Vogel.
Eine Meise, genauer gesagt.
Und haben tut er die unten links.
Wer da nämlich auf den wie von Zauberhand erschienenen neuen Link klickt, landet bei der Frau Meise aus dem (saisonal bedingt zur Zeit nicht, sonst aber immer sehr) schönen Köln.
Der (das?) von ihr geführte Blog steht inhaltlich in argem Kontrast zum Titel und sei hiermit zum gelegentlichen oder besser natürlich, regelmäßigen Besuch anempfohlen.
Und jetzt klick - hopphopp!

- Lynyrd Skynyrd -

Nachtrag: Ok,ok, mkh hat recht. Der Link ist nicht unten links sondern links unter den Links der unterste Link.
Besser so?

Freitag, November 09, 2007

The finish line

Liebe Finnen,

was bitte schön soll das denn jetzt werden?
Da liefert ein gerade volljähriger Knabe einen veritablen Amoklauf ab, erschießt 10 Menschen, entleibt sich hernach selbst und was tut ihr?
Ihr erwägt doch ernsthaft - und hier muss ich erstmal ganz tief durchatmen, um wieder zur Ruhe zu kommen - ihr erwägt ernsthaft, die Waffengesetze eures Landes zu überprüfen!
Finnen!
Was soll denn der Quatsch?
Es weiß doch jedes Kleinkind, dass Amokläufe immer auf den Konsum gewaltverherrlichender Computerspiele zurückzuführen sind!
Was soll denn da eine Kontrolle der Waffengesetze bewirken, bitteschön?
Und die Aussage, dass gegen einen psychisch gestörten Einzelgänger kein noch so gutes soziales Netz letzte Sicherheit bietet? Was soll das denn bedeuten?
Doch nicht etwa, dass man Gewalttaten nie mit hundertprozentiger Garantie ausschließen kann?
Finnen, Finnen, Finnen!
Ihr mögt zwar lecker fermentierten Hai haben und auch an der Erfindung der Sauna nicht ganz unschuldig sein, aber was Erforschung und Bekämpfung von Kriminalität angeht, seid ihr ja noch ein echtes Entwicklungsland.
Aber wisst ihr was?
Ihr braucht jetzt gar nicht die blonden Finnenhäupter so betrübt sinken zu lassen.
Wir geben euch nämlich Nachhilfe. Gerne sogar.
Wir schicken euch sogar die besten Experten vorbei, damit sie euch vor Ort praktische Tips geben können. Ihr wisst schon - wie damals die Missionare bei den Negerlein.
Und äh, Finnen?
Wenn sie denn dann schon einmal bei euch sind, um euch im Sinne des Fortschritts bei der Bekämpfung von Kriminalitätsursachen zu missionieren, würde ich - ehrlich gesagt - nur minimale Einwände erheben, wenn euch einfallen würde, was man auch in Afrika früher bisweilen gerne mit Missionaren gemacht hat.
Ihr wisst schon - die Sache mit den Kochtöpfen.

Wenn euch das natürlich lieber ist, könnt ihr sie aber auch gerne statt dessen fermentieren.

- Snow Patrol -

Donnerstag, November 08, 2007

Politics


"Wenn es eine Partei gäbe, die diesen ganzen Politikeridioten mal so richtig in den Arsch treten würde, wäre ich der Erste, der sie wählen würde", erklärte mir mein Freund gestern am Telefon.
Er wäre ganz sicher nicht der Einzige, aber wie wir übereinstimmend feststellen mussten, ist die einzige Partei, die sich so etwas Ähnliches auf die Fahnen geschrieben hat, ein so unglaublich großer Haufen von Idioten, Schwachköpfen und tumben Drecksäcken mit einem dermaßen verquasten und kranken Weltbild, dass sich schon der bloße Gedanke, so etwas wählen zu können eigentlich jedem aufrecht gehenden Wesen verbieten müsste.
Wen also wählen?
Ich muss gestehen, ich bin ein wenig ratlos. Mal abgesehen davon, dass sich die Frage so richtig ja erst 2009 stellen wird (wenn denn die machtgeilen Gesellen der großen Koalition sich nicht schon vorher gegenseitig zerfleischt haben), sind meine Sympathien für das Politikgeschäft zur Zeit ins nahezu Bodenlose gesunken. Diese ganzen macht- und parteipolitischen Spielchen mit ihrem Geschachere um Zustimmungen und Ablehnungen, gegen die ein orientalischer Basar so gesittet wie ein HO-Supermarkt zu besten DDR-Zeiten erscheint, sind nicht wirklich dazu geeignet, Zuneigungen zu Politikern und deren Tätigkeit im Allgemeinen wie im Speziellen fassen zu lassen.
Ständig spürt man diese "Eigentlich, mag ich das ja nicht so wirklich, was Du da machst, aber wenn Du dafür bei dem zustimmst, was ich mache, obwohl Du das ja nicht so wirklich magst, dann will ich auch mal nicht so sein"-Mentalität; ständig ist man darauf bedacht, die ganzen unangenehmen Dinge möglichst dem Wahljahr fernzuhalten, in der Hoffnung, dass der blöde Bürger es bis dahin wieder vergessen hat (was der blöde Bürger ja erfreulicherweise auch tatsächlich immer wieder tut), wundert sich dann darüber, dass nur noch gut die Hälfte all derer, die wählen dürfen, von ihrem Wahlrecht auch tatsächlich Gebrauch machen (und letzten Endes doch nur zwischen Hölle und Fegefeuer - ohne wirkliche Aussicht auf anschließende Erlösung - wählen können), erklärt bei einer Zustimmung nicht einmal einem Viertel der tatsächlich wahlberechtigten Bevölkerung für vom Volke legitimiert, sondert ein paar Betroffenheitsphrasen über die Politikverdrossenheit der Bevölkerung und darüber, was man dagegen tun könne, ab und geht alsbald zum Tagesgeschäft über, das wie gehabt von parteipolitischen Machtspielchen geprägt ist.

Ist das nicht zum Kotzen?
Ich hoffe (wenn ich es auch nicht wirklich glaube), dass da noch rechtzeitig irgendwo ein Umdenken kommt. Wenigstens ein Bisschen.
Denn sonst kriegt der Haufen von Idioten, Schwachköpfen und tumben Drecksäcken hinterher doch noch eine Chance, seine idiotischen Gedanken in die Tat umzusetzen.
Und das sollte doch bei allen parteitaktischen Überlegungen das Letzte sein, was ein aufrecht gehendes Wesen wollen dürfte.

- Korn -

Montag, November 05, 2007

Sick and tired

Ziemlich
krank.
Fühl
mich
scheisse.
Später
mehr.

- Anastacia -

Freitag, November 02, 2007

Have A Nice Day

Bonn ist auch bei Nebel schön.
Wollte ich ja nur mal gesagt haben, weil viel mehr als trübes Wetter seh ich im Moment nicht, wenn ich aus dem Fenster schaue.
Wenn ich dagegen in meinen Rechner schaue, sehe ich schon so einiges.
Unter anderem den Bericht der Frau Floh über einen ausgesprochen spaßigen gemeinsam verbrachten Mittwochabend.
Im großen und Ganzen sehr zutreffend, wenngleich mir mein Anwalt empfohlen hat, in einzelnen Punkten keineswegs von einer Gegendarstellung abzusehen.
Ich wollte zwar nicht, aber er meinte, das sei recht sinnvoll, um mein Ansehen in der Bloggerwelt nicht völlig zu ruinieren.
Naja, wenn er meint, dass da noch eine Chance besteht...

Ad 1: Frau Floh schreibt, ich habe behauptet, in Wirklichkeit ein "alleinstehender psychopathischer Frauenschänder" zu sein.
Hierzu erkläre ich: Naaa guuut, hab ich gesagt. Aber doch nur, um der Frau F. zu imponieren. Hätte ich gewusst, dass es sie viel mehr beeindruckt, wenn man ihr erklärt, man schließe sie in sein Nachtgebet ein(wie dies bisweilen gewisse Bären tun), hätte ich selbstverständlich dieses behauptet.
Ad 2: Frau Floh schreibt, meine Zuneigung zu Buffy sei echt.
Hierzu erkläre ich: Das mag schon sein, aber zu meiner Ehrenrettung möchte ich hinzufügen, dass ich auch Spongebob Schwammkopf und Kim Possible mag.
Ad 3: Frau Floh äussert sich in negativer Weise über eine Bonner Lokalität namens "Flower Power".
Hierzu erkläre ich: Ich fand es richtig nett da. Abgesehen von einer an Prilblumen gemahnenden Optik und Farbwahl (die älteren unter den Lesern erinnern sich vielleicht) war der Laden ganz gut. Und es gab Sitzplätze, wenngleich man sich tatsächlich etwas an den Großen Preis erinnert fühlte.

Was gibt es sonst noch zu sagen?
Ich weiß jetzt, warum ich Eckkneipen meiden sollte wie der Leibhaftige das Weihwasser (zumindest, bis ich 60 bin), habe feststellen müssen, dass ich einfach nicht mehr der Jüngste bin (was sich aber dadurch kompensieren lässt, dass man sich um neun Uhr schlafen legt), habe in der ganzen Bonner Innenstadt nur eine Pizzeria gefunden (die aber so sehr nach Eckkneipe aussah, dass ich mich nach den Ermahnungen des Vortages nicht hinein getraut habe) und habe einen recht guten Griechen in der Nähe der Oper gefunden.

Schlechtes Wetter stört ansonsten nur dann, wenn man mit seiner Zeit besseres anzufangen weiß, als im Büro zu sitzen. Und die Kollegen sind ausgesprochen nett. Arbeiten müssen an einem Feiertag schweißt nämlich irgendwie zusammen.
In drei Tagen hat mich Berlin dann wieder, zahllose Nougatringe für die Gemahlen und sechs vom Hotelfrühstück geklaute Honigbecherchen für das Töchterlein im Handgepäck. Und wenn es ganz hart auf hart kommt, eventuell noch eine XBox 360.
Für wen die ist, verrat ich aber nicht.

- Bon Jovi -