Freitag, Dezember 28, 2007

Circus

Ich muss zugeben, dass ich mich nicht unbedingt zu den Freunden zirzensischer Darbietungen zähle.
Das war natürlich nicht immer so.
Ich erinnere mich an meinen ersten Zirkusbesuch. Es war - so kam es mir als Fünfjähriger zumindest seinerzeit vor - ein gigantisches Zelt. Die Luft war erfüllt vom typischen Zirkusgeruch; Raubtiere, Pferde, Clowns und Artisten traten auf, es war einfach großartig.
Damals.
Bis zur ersten Ernüchterung dauerte aber nicht lange, genau genommen nur bis zum zweiten Schuljahr.
Da ging es nämlich mit der Schulklasse in einen anderen Zirkus, ein Familienunternehmen.
Das Zelt war geflickt, die Dame an der Kasse gleichzeitig auch die Schlangendame, die Dressurnummern sehr bescheiden und alles wirkte auf mich unglaublich deprimierend.
Die Begeisterung wurde von einem Gefühl des Mitleids verdrängt. Irgendwie wirkte das ganze Unternehmen so, als ob von den einstmals hochfliegenden Künstler- und Artistenträumen rein gar nichts mehr übrig geblieben war. Nur eine beinahe greifbare Desillusionierung war zu spüren.
Das hätte ich damals nie so ausdrücken können, aber empfunden habe ich es so.

Solche Familienunternehmen sind mir danach immer wieder begegnet, meistens in der Vorweihnachtszeit in den Einkaufsstraßen größerer Innenstädte.
Hier standen dann meist zwei traurige Lamas und ein Esel, begleitet von einem trüb dreinschauenden Mann mit Sammelbüchse, der Geld für das Winterfutter der Zirkustiere sammelte.

Zum endgültigen Bruch mit dem Zirkus kam es dann aber nach einem Besuch eines russischen Zirkus in Almaty.
Die Artisten waren hervorragend, fraglos. Das ist eine Kunst, die im russischen Raum wohl auch massiv gefördert wird.
Dressierte Pudel? Nun ja, wer es mag.
Wirklich schlimm wurde es, als der Bär hereinkam. Ein an sich gefährliches aber unglaublich beeindruckendes Lebewesen, reduziert auf eine erbärmliche Kreatur zur Belustigung der Menge.
Ich weiß nicht, mit welchen Mitteln das Tier so zerbrochen wurde.
Es war ein unglaublich erschreckendes Bild - hier die begeisterte Menge der Zirkusbesucher - da der Bär, der wie ein dressiertes Äffchen für die Menge Faxen machen musste.
Ich musste ein paar Mal doch ziemlich schlucken und damit war dann das Thema Zirkus für mich durch - eigentlich endgültig.

Dementsprechend gering fiel auch meine Begeisterung aus, als meine Frau erklärte, sie habe für den zweiten Weihnachtstag Karten für den Roncalli-Weihnachtszirkus organisiert.
Einerseits wollte ich die Weihnachtsfreude nicht dämpfen, andererseits wollte eigentlich nirgendwo mehr meinen Fuß in etwas setzen, in dessen Zentrum eine Manege steht.
Ich bin dann doch mitgegangen und die erste Nummer schien dann meine Befürchtungen zu bestätigen.
Zwei dressierte Pferde mussten auf Kommando allerlei Dinge tun, die ein Pferd wohl eher nicht freiwillig machen würde.
Ich war fest entschlossen, zu gehen, würde sich so etwas wie ein roter Faden durch die restliche Vorführung ziehen. Von abgerichteten Pferden hatte ich ohnehin genug, seitdem ich einmal ein paar Tage als Kabelträger für das ZDF beim internationalen Reitturnier in Aachen mithelfen durfte.

Und dann wurde ich überrascht. Positiv.
Keine Löwen, Tiger oder Bären tauchten mehr auf. Das ganze Programm hindurch nicht.
Statt dessen brillante Jongleure, Trapezartisten, unterhaltsame Clowns, Zauberer und natürlich der unvermeidliche Pic samt seiner Seifenblasen, bei denen man aber nicht so genau wusste, ob ihr Zerplatzen ein Symbol für das unweigerliche Scheitern des Menschen auf der Suche nach Glück sein sollte oder ob einfach nur die Seifenlauge schlecht angerührt war.
Ich vermute ja mal letzteres.
Einzig ein paar Ponys durften noch mal im Kreis durch die Manege laufen.
Was soll ich sagen - es hat mir gefallen und ich habe mich bei meiner Frau für die tolle Idee bedankt.

Der Fairness halber sollte man erwähnen, dass Rocalli eher nichts für Zuschauer ist, die sich schon zum Frühstück Clown am Spieß genehmigen und ansonsten auch eher Freunde der fliegenden Sahnetorte sind.
Der Zirkus wendet sich wohl mehr an die Besucher, die gerne nach dem Abendbrot noch einmal kurz in Puccinis gesammelte Werke hören und vor dem Zubettgehen ein paar mundgeblasenen Seifenblasen beim Davonschweben und Zerplatzen zusehen.
So gut, wie die Show besetzt war, dürften das auch in Berlin nicht gerade wenige sein.

Deswegen hier noch mal die Empfehlung an alle rotweintrinkenden und puccinihörenden Seifenblasenproduzenten:
Gehet hin und schaut es Euch an! Macht es möglichst im Winter - die Atmosphäre ist einfach viel schöner.

Und meidet großflächig jeden der Zirkusse, die auch noch ausdrücklich damit werben, welche tollen Dressurnummern sie darbieten.

Spenden aber sollt Ihr dem traurigen Lama in der Fußgängerzone, denn das kann am allerwenigsten dafür und sollte wenigstens eine vernünftige Mahlzeit bekommen.

- Lenny Kravitz -

Sonntag, Dezember 23, 2007

Rockin' Around The Christmas Tree

"Feniz Lavidad!"
Unsere Tochter hüpft singend und aufgedreht wie ein Brummkreisel durch die Wohnung.
Und ist dabei so fröhlich, dass selbst Julio Iglesias ihr diese kleine Lautverschiebung gerne verzeihen würde.
Hach, Weihnachten!
Das Fest der Liebe, der Freude und der Aufrichtigkeit.
Genau deswegen möchte ich an dieser Stelle auch noch ein paar Wahrheiten loswerden, bevor der Silvestertrubel die ganzen guten Vorsätze wegwischt.
Deshalb soll es alle Welt jetzt erfahren:
- Katzen sind bei weitem nicht so klug, wie sie immer vorgeben, zu sein.
- Oder sie sind verdammt gute Schauspieler.
- Mit einem Raupy gegen ein Safcon anzutreten ist völlig sinnlos. Hier muss Pikachu ran.
- Auch Plastikweihnachtsbäume nadeln.

Hier muss ich innehalten. Vor meinem geistigen Auge entfaltet sich eine Szene wie aus einem Italo-Western: Die Konversation verstummt. Der Klavierspieler spielt noch zwei misstönende Akkorde, greift sich dann seine schäbige Melone und verschwindet im Hinterzimmer des Saloons.
Ein einsamer Strauch wird vom heißen Wüstenwind über die Main Street von Blogcity geweht.
Die Einwohner des Städtchens starren sich entsetzt an. In ihren Augen steht die Frage, die keiner zu stellen wagt: Woher weiß er das? Er wird doch nicht etwa...?

Aber was soll ich jetzt drumrum reden?
Doch. Ja. Wir haben einen künstlichen Tannenbaum. Und sind - bis auf die Nadelei, gar nicht mal so unzufrieden damit.
Außerdem ging es auch gar nicht anders. Seinerzeit in Almaty wurden durchaus geschlagene Tannenbäume feil geboten. Dummerweise aber erst ab dem 26.12. Das passte problemlos zum russisch-orthodoxen Weihnachtsfest am 06.01., aber unseres war da halt schon vorbei.
Darüber hinaus war es illegal, Weihnachtsbäume vor eben diesem Zeitpunkt zu schlagen.
Wir haben es natürlich trotzdem einmal gemacht, in einer Nacht- und Nebelaktion. Und dann den Baum auf dem Dach unseres Jeeps dreißig Kilometer über kasachische Feldwege nach Einbruch der Dämmerung zu unserem Haus gefahren.
Ich kann dazu nur sagen, dass das eine Aktion war, die man nicht zwingend ein zweites Mal machen möchte.
Also seitdem der Künstliche. Die kriegte man nämlich auch schon problemlos weit vor dem 26.12., also so in etwa ab dem 20.12.
Und er sieht geschmückt wirklich schön aus, piekst nicht und nadelt auch nach zwei Wochen im warmen Wohnzimmer deutlich weniger als jeder frische Baum.

So. Das musste raus. Ich hoffe, Ihr redet trotzdem noch mit mir.
Und ansonsten natürlich zu dem, was ich schon die ganze Zeit sagen wollte:


Ich wünsche Euch allen ein frohes Weihnachtsfest und ein paar wunderschöne Tage!

- Brenda Lee -

Mittwoch, Dezember 19, 2007

Happy Christmas

Jetzt habe ich es doch endlich geschafft, in einem Akt heroischer Selbstüberwindung meinen Adventskalender auf einen Schlag leerzufressen und was passiert?
Nix!
Gar Nix!
Kein Beckenbauer, der mit einem Mobiltelefon vor der Tür steht und mich fragt, ob denn heute schon Weihnachten ist.
Kein wohlbeleibter und rotberockter weißbärtiger älterer Herr, der mit geschultertem Jutebeutel bei Einbruch der Dämmerung ums Haus schleicht.
Nicht mal die Weihnachtsliederberieselung im örtlichen Supermarkt hat aufgehört.
Schade. Die Vorstellung war zu schön.
Zum Ausgleich hab ich mir aber wenigstens am Freitag noch einen Tag Urlaub genommen. Da kann ich mich dann nochmal ganz in Ruhe aufmachen, um gemütlich durch die dann sicher ganz leeren Läden zu schlendern und die letzen Weihnachtsbesorgungen zu erledigen.

Ich freu mich drauf.

- John Lennon -

Montag, Dezember 17, 2007

Strange Fruit

Montaaaaag!
Und damit wieder einmal ganz klar Zeit für unsere

Wochenhitparade der lustigen Obstsorten

Auf Platz eins finden wir, wie seit Jahren schon, die Kumquat. In jüngerer Zeit muss sie sich allerdings damit abfinden, nicht mehr das weltweit alleinlustigste Obst zu sein. Vielmehr muss sie sich den ersten Platz schon seit mehreren Monaten mit der Pomelo teilen. Da die beiden aber schon rein größenmäßig nicht miteinander konkurrieren, sehen wir hier ein friedliches Nebeneinander großer und kleiner orangiger Obstsorten. Sehr schön, so etwas.

Auf dem zweiten Platz, mit einigem Abstand allerdings, hat sich wieder einmal die Litschi behaupten können.

Platz drei geht an ein Obst heimischer Provenienz, die gute alte Quitte.

Chancenlos auf den weiteren Plätzen: Aprikosen, Datteln und Bananen.

Als Neueinsteiger der Woche begrüßen wir die Pampelmuse, die schon jetzt mit einem starken Ansatz punkten kann.
Wenn sie noch ein wenig an der Form feilt, hat sehe ich gute Chancen, dass sie zu einer der ganz Großen im Reigen der lustigen Obstsorten wird.

Soviel für heute von der Obstberichterstattung. Wenn der Montag überstanden ist, geht es dann auch wieder gesitteter weiter.

- Nina Simone -

Mittwoch, Dezember 12, 2007

Beautiful Day

Eigentlich sollte jetzt hier ein elendig langer Text über die Abenteuer des Commander Falcon stehen, wie er mit seinem Raumschiff Mazda Demio die unendlichen Weiten des Rheinlandes erkundet, immer sicher geleitet von seinem Navigator Lt. Nuevi.
Dann dachte ich mir "interessiert eh keinen" und hab ihn wieder gelöscht.
Ich fasse also nur kurz zusammen:
Es war ein schönes Wochenende, ich begegnete alten Freunden und jungen Alkoholika, wir sangen wieder mindestens genauso schön dreistimmig "Kein schöner Land" und andere Lieder wie vor 20 Jahren im Zivildienst und keiner von uns ist vor der Zeit auf dem Sofa eingeschlafen.
So soll eine Weihnachtsfeier sein - gutes Essen, viel Alkohol und ein paar liebe Menschen, mit denen man eine Menge Spaß hat.
Wünsche ich hiermit auch jedem, der diese Zeilen liest.

Ein Kuriosum möchte ich allerdings der geneigten Leserschaft nicht vorenthalten; ich bin der festen Überzeugung, dass so etwas heutzutage nur noch auf kleinen Dörfern zwischen Köln und Aachen anzutreffen ist.Oder wo sonst kann man sich freundlicherweise noch in ein ungeschütztes Netzwerk einhängen, das dessen Besitzer nach seinem jüngst verstorbenen Dackel benannt hat?
Wer behauptet, in seiner Umgebung gebe es ähnliches, möge dies bitte durch einen Screenshot belegen, ansonsten ich ihn (oder sie) einen Lügner (oder Lügnerin) zeihen werde.

- U2 -

Freitag, Dezember 07, 2007

Monster

"Also, wie heißt der, was kann er, wie ist der Name der Vorentwicklung und wie heißt seine Nachfolgeentwicklung?"
Ich fühle mich, nicht ganz zu Unrecht, in meine Schulzeit zurück versetzt. Nur, dass es da nie so streng zuging.
"Äääh, Pferdos?", versuche ich mein Glück.
"Oooochhhh Mann, Papa! Ich hab Dir doch schon so oft gesagt, dass das Gallopa ist. Die Vorentwicklung heißt Ponita und Nachentwicklung hat er keine!"
Sie hat recht. Mag ja sein, dass sie immer noch mit der Division von Zahlen bis 100 zu kämpfen hat, aber die Namen der kleinen Biester beherrscht sie im Schlaf.
Und ich bin immerhin schon deutlich besser als meine Frau, die bei sowas immer völlig hilflos daneben steht, sich aber jedesmal mit dem Hinweis rettet, dass "Papa sowieso der Kindischere von uns beiden ist und sich so etwas deswegen auch besser merken kann."
Na, da danke ich aber schön.

Also werde ich, wenn meine Tochter nicht gerade Würmer züchtet, regelmäßig über Vor- und Nachentwicklungen, Attacken und Abwehrtricks belehrt, muss mir auf Internet-Fanseiten die Bilder von hunderten dieser Biester einprägen, um nicht beim nächsten Test wieder durchzufallen und werde trotzdem regelmäßig in der Schule verlacht, wenn die Wichte ihre halbmeterhohen Sammelkartenstapel auspacken und sich gegenseitig die Aquaknarren, Blitzschläge und Psychoattacken um die Ohren hauen und ich daneben stehe und ganz offensichtlich nur Bahnhof verstehe.

Aber nicht mit mir, Herrschaften!
Ich habe jetzt einen perfiden Plan entwickelt, um mich zu rächen.
Einfach ist er, aber genial: Ich erfinde meine eigenen Pokemon.
Und berichte der staunenden jugendlichen Zuhörerschaft, wie ich letztens auf dem Nintendo Ultralite TS ("Eine neue Version mit drei Bildschirmen, die ich mir extra aus Japan hab kommen lassen und die für Euch Zwerge viel zu teuer ist") das neueste Pokemon Mystery Diamond Dungeon Arena gespielt habe und dabei Karion gegen Bakton hab kämpfen lassen. Karion ist selbstverständlich die Vorentwicklung von Paradontos, während Bakton bei Nacht und mit viel Zucker zu Atrophos mutiert, Spezialangriff Kieferschwund.
Hei, wie die kleinen Würmchen da ergriffen staunen.
Und der Stolz in den Augen meiner Tochter, dass sich ihr Papa doch so gut auskennt.
Wer das selber noch nicht erlebt hat, wird wohl schwerlich nachvollziehen können, wie befriedigend so ein triumphaler Sieg ist, auch wenn er nur über Achtjährige errungen wurde.
Und die Bewunderung in den Augen meiner Tochter baut natürlich auch auf.
Vor allem, wo ich weiß, dass das eh nur noch so lange dauern wird, bis sie die bekommt:

Dann heißt es für mich wieder, Namen und Spezialattacken büffeln, um nicht die ganze Zeit ausgelacht zu werden.

Aber bis dahin hab ich wenigstens eine gute Zeit.

- You Say Party! We Say Die! -

Mittwoch, Dezember 05, 2007

Ask

Puh, da haben sich in letzter Zeit ja wieder viele, viele Fragen aufgetan.
Sollte sich irgendjemand kompetent genug fühlen, eine oder mehrere davon zu beantworten, könnte ich wahrscheinlich künftig ruhiger schlafen.
Als da wären:

- Wieso vernichtet der Mindestlohn tausende von Arbeitsplätzen? Sollte ein Unternehmen, dass sich nicht in der Lage sieht, seinen Mitarbeitern nicht einmal 10 Euro die Stunde zu bezahlen (ich hab es mal ausgerechnet - bei 40 Wochenarbeitsstunden wären das dann im besten Falle 1600 Euro Monatslohn), sondern es vorzieht, den Kampf um Marktanteile dadurch zu seinen Gunsten zu entscheiden, dass die Personalkosten so niedrig gehalten werden, dass seine Mitarbeiter auf staatliche Hilfe angewiesen sind, um über die Runden zu kommen, sollte so ein Unternehmen überhaupt Marktanteile erhalten? Sollte man da nicht seine Brief lieber weiterhin mit der Deutschen Post als mit der PIN-AG verschicken?
Ich dachte immer, das Prinzip, dass Gewinne privatisiert, die Kosten aber verstaatlicht werden, dürfte eigentlich keine Existenzberechtigung haben. Oder vielleicht doch?

- Was will mir Mazda mit seinem dämlichen Zoom-Zoom-Werbespruch sagen? Dass ich jetzt ein fleißiges Autokäuferbienchen sein sollte, das ins nächste Autohaus flattert und da ein Wägelchen bestellt?

- Warum schallt mir in jedem Geschäft im Moment "Stille Nacht" entgegen?
Es ist da weder Nacht, noch ist es still. Heilig schon gar nicht. Schnee rieselt übrigens auch nicht. Nicht einmal leise. Kauft man wirklich mehr und länger ein, wenn einem von überall die Wiener Sängerknaben ins Ohr röhren? Und warum glaubt der Mediamarkt, dass eine "Best of" von Roger Whittaker diesen Effekt hervorrufen könnte?

- Wie konnte es sein, dass ein dummschwätzender und käuflicher Heissluftproduzent, wie es G. Schröder ja allem Anschein nach ist, tatsächlich für mehr als eine Amtsperiode deutscher Kanzler sein durfte? Sollte es vielleicht doch stimmen, dass jedes Land den Anführer bekommt, den es verdient?

- Glaubt wirklich irgendjemand, dass das von der CDU in ihrem Grundsatzprogramm geforderte Betreuungsgeld etwas anderes bewirkt, als genau denjenigen Kindern, die laut Pisa- und sonstigen Studien ohnehin schon bildungsmäßig das Schlußlicht stellen, auch noch die Chance einer frühkindlichen Förderung zu nehmen?

- Wieso fasst sich nicht einmal einer seiner Berater ein Herz und gibt dem Herrn Bush einfach mal ordentlich eins in die Fresse, wenn er wieder einmal vor die Kameras tritt und soviel Scheisse erzählt wie gestern geschehen?

- Wieso kann man in Deutschland, wenn man einen entsprechenden Berechtigungsschein besitzt, immer noch Schusswaffen kaufen? Wozu, um Himmels Willen, muss man eine Pistole besitzen? Wieso gilt Schießen als Sport? Warum gehen die nicht kegeln? Da fallen auch Dinge um, wenn man mit einer Kugel draufhält.

- Wieso werden gerade in Hochhaussiedlungen die Fenster mit dermaßen viel weihnachtlich wirken sollendem Glitzer- und Blinkkram behängt, dass vermutlich der in diesen vier Wochen verbratene Strom locker den Jahresbedarf einer mittleren deutschen Stadt (ohne Hochhaussiedlungen) decken könnte?

So viele Fragen, so wenig Antworten. Ich geb es ja zu - ich glaube auch nicht daran, dass die Welt ein besserer oder schönerer Ort wird, wenn auch nur eine Frage beantwortet wird, aber viel mehr als vielleicht ein paar Illusionen verlieren kann ich ja auch nicht.

- The Smiths -

Dienstag, Dezember 04, 2007

Ironic

Kind (von oben):"Papa"
Eltern (in der Küche sitzend) ignorieren den Ruf.
Eine Minute später
Kind (von oben): "Paapaa !"
Vater (in der Küche sitzend):"Komme gleich, Süße"
Wiederum eine Minute später
Kind (von oben):"Papa, wann kommst Du endlich?"
Vater(in der Küche aufstehend und seufzend):"Ist ja gut, ich komm ja schon."
Mutter (ebenfalls in der Küche sitzend und nach oben rufend):"Das ist aber lieb, das sich Papa an meinem Geburtstag wenigstens zwei Minuten mit mir unterhalten darf!"
Kind (von oben huldvoll zurück):"Na klar, ist doch kein Problem."

Es sind Momente wie dieser, in denen ich der festen Überzeugung bin, dass so etwas wie Ironie gegenüber einer Achtjährigen einfach noch eine reine Vergeudung von Atemluft ist.

- Alanis Morissette -

Samstag, Dezember 01, 2007

Crash

Hrmpf.
Bluescreen. Mehrfach.
Alles plattgemacht und neu installiert. Einschließlich gefühlter tausend Treiber.
Grmbl.
Und da wundert sich noch ernsthaft jemand, warum PCs gegenüber Konsolen ständig Marktanteile verlieren?
Bloggen kann ich auch auf einer 300-Euro-Gurke. Vermutlich sogar auf der XBox.
Wenn nicht WoW wäre (das sich jetzt aber standhaft weigert, sich noch mal installieren zu lassen), würde ich glatt statt vierhundert Euro in die nächste Grafikkarte die gleiche Summe in eine PS3 stecken, den PC-Krempel verkaufen und nur noch fröhlich an den Konsolen spielen.
Dann wäre für die nächsten zwei Jahre Ruhe und danach kauf ich mir einfach eine neue Konsole für 500 Euro statt eines neuen PCs für 1.500. Wäre auf jeden Fall eine Überlegung wert.

Grummel.

- Gwen Stefani -