Wie jetzt?
Kann mir mal einer erklären, warum sich so ein massiver Widerstand gegen die Verschärfung der Bußgelder bei Verstößen im Straßenverkehr regt?
Gibt es dafür eine logische Erklärung?
Ich meine, außer der, dass jeder Politiker in Autofahrern potenzielle Wähler sieht, denen es pro Forma in den Arsch zu kriechen gilt, um sich die Stimme für die nächste Wahl zu kaufen?
Dass im ADAC Verkehrsrüpel, Bleifüße und Autoerotomanen eine Heimat finden, ist ja bekannt.
Daher ist es nur logisch, dass man dorten allenthalben aufjault, wenn auch nur der Anschein einer Einschränkung des offensichtlich gottgegebenen elften Gebotes „
Du sollst nicht beschränken des freien Bürgers freie Fahrt im Automobile!“ am Horizont herandräut.
Aber wieso barmt jetzt auch quer durch alle Fraktionen (Grüne mal außen vor) der deutsche Politiker?
Um es noch mal in Erinnerung zu rufen:
Wir reden hier nicht von folgender Konstellation:
„Falcon Normalverbraucher fährt in seinem Auto über Stadt und Land, achtet auf Geschwindigkeitsbeschränkungen, brennt sich nicht die Birne zu vor Fahrtantritt und parkt auch nicht auf dem einen Behinderten vorbehaltenen Stellplatz, worauf hin er dennoch von einem heimtückisch im Gebüsch lauernden Polizisten gestoppt und zu 2000 Euronen Geldbuße sowie dreimonatigem Gefängnisaufenthalt verdonnert wird.“
Das wäre in der Tat nicht nett.
Aber wir reden ja auch von härteren Strafen für die Typen, die schnell noch bei Rot über die Ampel huschen, die zugedröhnt ins Auto steigen und mal fix per Verkehrsunfall wahlweise ganze Familien oder nur deren einzelne Mitglieder ausrotten; Typen, die mit 120 durch die Spielstraße heizen und sicherheitshalber gleich zwei Behindertenparkplätze zustellen.
Warum, bitteschön, ist es nicht ok, wenn diese Typen tiefer in die Tasche greifen sollen?
Was spricht dagegen, denjenigen, die offensichtlich nicht in der Lage sind, ein Auto, das laut Juristen durchaus als gefährlich Waffe eingesetzt werden kann, entsprechend des damit verbundenen Risikos zu führen, die Genehmigung zur Führung des Wagens zu entziehen.
Also noch mal: Hier wird keine Gruppe kriminalisiert, wie jetzt überall behauptet wird.
Es geht hier nur um die Typen, denen es an Einsicht mangelt, dass es gerade in einer so sensiblen Geschichte wie dem Straßenverkehr zur Sicherheit aller Teilnehmer Regeln gibt, an die sich jeder halten muss, damit es funktioniert.
Wer sich nicht daran hält, kriegt halt entsprechend eins auf den Deckel.
Und bitte nicht vergessen: Es zwingt mich doch keiner, über die rote Ampel zu fahren, während der Fahrt zu telefonieren oder eine Flasche Weinbrand zu picheln, bevor ich losfahre, genau so wenig, wie mich jemand zwingt, einen Raubüberfall zu begehen.
Tue ich das trotzdem, weiß ich auch um die Konsequenzen - werde ich geschnappt, muss ich sie halt tragen.
So einfach ist das.
Sollte auch dem durchschnittlichen Politiker aufgehen.
Aber Wetten würde ich da natürlich keine drauf abschließen.
- The Who -
Ps.: Ist es nicht erschreckend, dass ausgerechnet die Wochenenden immer wieder Anlass zur Aufregung bieten?
Von Huber, Beckstein und Co will ich ja jetzt gar nicht erst anfangen.
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