Dienstag, Dezember 30, 2008

Wherever I lay my hat

Berlin im Jahr 2008.
Es ist Winter.
Es ist kalt.

Was macht man da? Man geht ins Museum.
Sehr empfehlenswert ist hier das DDR-Museum. Schon im Eingang erhält man ein liebevoll-realistisches Bild der ehemaligen SBZ, wenn man sich in die Schlange der Werktätigen einreiht, um gegen ein geringes Eintrittsgelt Näheres über das Leben im Osten der Republik zu erfahren.
Inklusive dem Blick in die Schrankwand eines liebevoll nachgebauten Ost-Wohnzimmers und dem Gefühl, wie es gewesen sein muss, hinter den Volant eines Trabant 601 geklemmt über die Strassen der Deutschen Demokratischen Republik zu flitzen.
Auf jeden Fall eine Empfehlung wert, am Besten aber nicht gerade während der Ferien, da ist dann nämlich doch arg viel los.

Was mich aber mit beinahe ähnlicher Nostalgie erfüllte, war das, was uns nach dem Museumsbesuch über den Weg lief - ein waschechter Hütchenspieler nämlich!
Dachte ich doch, dass diese Spezies lediglich noch einen kleinen Rückzugsraum auf den Straßen Bukarests und Moskaus besitzt, so wurde ich hier eines Besseren belehrt.
Und wie hübsch dieses possierliche und offensichtlich osteuropäische Exemplar seinen Lebensraum eingerichtet hatte!
Auf einer gemütlichen Decke lagen drei Schächtelchen, von denen eines die sagenhafte weiße Kugel barg. Umstanden wurde der Huttrickser von vier Gestalten, die so offenkundig zu ihm gehörten und schlechter schauspielerten, als die versammelte Riege der Vorabendsoapdarsteller, dass es eine wahre Freude war.
Während einer der vier nämlich von vollständiger Blindheit geschlagen zu sein schien und immer auf Schachtel wies, in der unter absolut gar keinen Umständen die Kugel sein konnte (und dafür dann brav einen 50-Euro-Schein herüberreichen musste), deutete die blonde Rumänin jedesmal auf die einzige Kiste, unter der die Kugel sein konnte.
Um ganz sicher zu gehen, kam der Hütchenspieler auch jedes Mal versehentlich an eben diese Kiste, so dass man die Kugel auch wirklich noch einmal kurz sehen konnte.
Diese ungewöhnliche Ungeschicktheit legte er aber auf wundersame Weise just in dem Moment ab, da ein echter Passant auf das Schmierentheater hereinfiel und prompt auch einen echten 50-Euro-Schein abgeben musste.
Lord Hütchen wollte auch mich zum Mitspiel überreden, worauf ich jedoch dankend verzichtete, ebenso, wie auf den Versuch, ihn auf Film zu bannen.
Ein Butterflymesser zum Dank in irgendeiner schummrigen Unterführung zwischen die Rippen gesteckt zu bekommen, ist nämlich nicht wirklich eine verlockende Aussicht.

Verlockende Aussichten bietet hingegen das Jahr 2009.
Ich kann nur sagen: Scheiss auf die Rezession, das wird ein gutes Jahr.
Hoffentlich.

Und das wünsche ich Euch allen. Und meiner Familie und mir natürlich auch.

- Paul Young -

Sonntag, Dezember 21, 2008

Countdown to insanity





Das ist der Moment, an dem Du weisst, dass es höchste Zeit für Weihnachten ist.

- H-Blockx -

Ps: Aber ich muss an dieser Stelle natürlich meine Frau und meine Tochter in allerhöchsten Tönen loben.
Nicht nur, dass die Erstauflage der Kekse extrem lecker war, nein die beiden haben wegen des großen Erfolgs heute morgen eine zweite Auflage hinterher geschoben.
Juchu!

Mittwoch, November 19, 2008

When Will I Be Famous?

Schweren Herzens musste ich mir unlängst eingestehen, dass wir mit unserer Musik wohl nimmermehr reich und berühmt werden.
Neben der Tatsache, dass wir ja schon alle recht alte Säcke sind (wobei ich ja nicht ohne Stolz vermelden darf, dass ich noch immer deutlich Jüngste in der Kapelle bin) und uns schon die Energie fehlt, über die Bühnen all der Musikkaschemmen unserer schönen Republik zu tingeln, komme ich nicht umhin, zuzugeben, dass wir kein Gespür für Nischen besitzen.
Unsere selbst gezimmerten Stücke sind, so empfinde ich es zumindest, durch die Bank recht schön anzuhören und durchaus sehr gefällig (wer sie noch immer nicht gehört hat, kann das zumindest teilweise auf unserem MySpace-Profil - in der Spalte rechts auf die "Gehirnkäppchen" klicken - nachholen), aber gefällige und schön anzuhörende Popsongs gibt es ja dummerweise zuhauf.
Wie Sand am Meer, wie Öl in der Wüste, wie Perlen in Austern, wie Nadeln im Heuhaufen.
Ihr wisst, was ich sagen möchte.

Was man heutzutage braucht, ist eine Nische.

Zum Beispiel macht man lustige Kinderlieder. Da kommen dann so Sachen bei raus wie "Der Gorilla mit der Sonnenbrille/macht so gerne Kille-Kille" oder "In der Badewanne sitzt ein Prinz/da klopft es an die Tür:"Ich bin's!"".
Klassiker des Genres.
Wirklich berühmt wird man damit zwar auch nicht, aber reich.
Man sollte nicht unterschätzen, in wieviel Kinderzimmercdspielern Scheiben von Detlef Jöcker, Volker Rosin und Rumpelstil rotieren.

Ebenso unterschätzt, zumindest vom normalen Musikhörer, keineswegs aber von der Musikindustrie, wird die Volksmusik.
Läuft einem so ein Stück der Deppentaler Rattenfänger oder wie sie auch heißen mögen, versehentlich über den Weg, z.B. weil man auf der heimischen Fernbedienung des Samstags statt auf die "4" auf die Taste "1" drückt, wird man hastunichgesehn in Wogen schleimiger Synthesizerblasmusik und pseudobayerisch akzentuierte Jodler getunkt.
"Wir sind das Volk! Und das ist verdammt noch mal nicht unsere Musik!" möchte man an dieser Stelle laut losbrüllen.
Das stimmt aber dummerweise offensichtlich nicht. Wenn man den Statistiken Glauben schenken darf, hat jeder deutsche Durchschnittshaushalt mindestens ein "Edelweiß-der-Volksmusik"-Kompilation im heimischen Plattenregal stehen.
Wobei natürlich auch nicht gänzlich auszuschließen ist, dass eine ganz perfide Rentneruntergrundorganisation diese Scheiben gleich im Zehnerpack kauft und damit die komplette Republik in Verruf bringt.
Zumindest statistisch gesehen.
Erfahren wird man es frühestens dann, wenn man eines Tages ihre Nachlässe durchsucht und auf randvoll mit Heino, Hannelore und Hansi Hinterseer-Platten vollgestopfte Verschläge stösst.

Ähem, wo war ich stehen geblieben?
Richtig, Braincap.
Also berühmt werden wir wohl nicht, aber die 150-200 Leute, die kommen, wenn wir spielen, haben trotzdem in der Regel ihren Spaß - wie auch wir selber.
Wenn noch jemand vorbeikommen will, um den Spaß mit uns zu teilen (Ihr wisst ja, geteilte Freud - und so weiter), dann besteht hierzu in Bälde die Gelegenheit, und zwar genau genommen am

27.12.2008 um 22.00 Uhr im JWD auf der Insel Eiswerder in Berlin-Spandau.

Kann man übrigens, wenn man schon mal da ist, wunderbar mit einem Silvesterbesuch am Brandenburger Tor verbinden.
Und wer weiß - vielleicht kommt man dann auch noch ins Fernsehen und wird dadurch berühmt.
Das sollen schon Leute mit deutlich weniger geschafft haben, als damit, dass sie um Mitternacht aufs neue Jahr anstoßen.

- Bros -

Und damit auch niemand die Katze in der Tüte kaufen muss, gibt es als Bonus jetzt auch noch die (vorläufige) Setlist für den Abend hinterher:

U2 - City Of Blinding Lights
U2 - Beautiful Day
Braincap - Islands In The Sea
3 Doors Down - Here Without You
Coldplay - Clocks
Snow Patrol - Chasing Cars
Braincap - Stand Up
Snow Patrol - You All I Have
U2 - With Or Without You
Braincap - Holy Drums
Braincap - You Ain't Able To Catch Me
Simple Minds - Don't You
Braincap - More Than Seven Lives
Braincap - Let's Walk A While
U2 - One
H-Blockx - Countdown To Insanity
Kate Perry - I Kissed A Girl
Kelly Clarkson - Because Of You
Braincap - Jack
Maroon 5 - Harder To Breath
U2 - Vertigo
Braincap - To Be On The Stage
Robbie Williams - Come Undone
Lee Hazzlewood - These Boots Are Made For Walkin'

Montag, November 10, 2008

As time goes by

Und es begab sich aber zu jener Zeit - genau genommen vor zwanzig Jahren und sechs Monaten - dass der Herrscher des Landes Nordrhein-Westfalen ein Gebot erließ, wonach jeder Schüler der dreizehnten Klasse sich einzufinden und seine Leistungen im Bereiche des Wissenserwerbs zu schätzen habe.
So auch der Schreiber dieser Zeilen.
Und weil zwanzig so eine schöne runde Zahl ist, beschloss man nun, ddass man sich doch wieder einmal zum freundschaftlichen Führen von Gesprächen und der Einnahme diverser berauschender Getränke treffen könne.
Eine Vielzahl von Gründen verhinderte meine Teilnahme, aber freundlicherweise habe ich die Bilder zugeschickt bekommen.
Und was muss ich darauf sehen?
Lauter alte Männer. Und vier alte Frauen.
Das können doch unmöglich die Damen und Herren sein, mit denen gemeinsam ich weiland das Abitur absolvierte.
Das sind eindeutig ihre Eltern.
Ich bin ja sicherheitshalber zu unserem großen Spiegel gegangen.
Hab zusätzlich auch den kleineren befragt.
Und um jedes Missverständnis auszuschließen auch noch den Kosmetikspiegel im Bad.
Weil, der vergrößert nämlich. Da kann man alles ganz genau sehen.
Und nach eingehender Betrachtung komme ich zu dem Ergebnis, dass ich im Prinzip immer noch so aussehe wie damals. Die Brille ist heute eindeutig schicker und, zugegebenermaßen habe ich an Bart und Bauchumfang auch ein wenig zugelegt.
Aber im Großen und Ganzen würde ich mich, wenn ich denn dazu gezwungen würde, auf nur unwesentlich älter als 21 schätzen.
Aber diese alten Herrschaften auf den Bildern?
Die sind doch mindestens doppelt so alt wie ich. Haben vermutlich damals ganz massiv über ihr wahres Alter gelogen, weil sie sonst hochkant der Schule verwiesen worden wären. Und jetzt kommt es raus.
Oder ich hab einfach nur gute Gene, die mir jugendliches Alter und Frischheit bis heute bewahrt haben.

Oder halt eine ausgeprägte Blindheit in bezug auf das eigene Alter.
Aber das scheint mir doch die unwahrscheinlichste aller Möglichkeiten.

- Frank Sinatra -

Freitag, November 07, 2008

ZIP-A-DEE-DOO-DAH

Gestern beim Herrenschneider (nicht beim Herrn Schneider, der wohnt anderswo):
"Können Sie auch die Reißverschlüsse reparieren?"
"Mhh."
"Und was würde das kosten?"
"Vorne langer Reißverschluss kostet 20 Euro, Reißverschluss an Tasche kostet 15 Euro. Machen wir zusammen für 40 Euro."
Ohne Scheiß. Wortwörtlich.
Ich hab gar nichts gegen Leute, die gebrochen deutsch sprechen. Aber wenn sie anfangen, so zu rechnen, wie sie sprechen, geh ich doch lieber anderswo hin.

Sicherheitshalber.

- Miley Cyrus -

Ps: Morgen kommt der Leitungsmann.
Heute funktioniert natürlich alles, weswegen ich mich morgen vermutlich dafür rechtferigen muss, dass ich ihn umsonst rief.
Ich rechne also mit einem Ausfall des Internets etwa 5 Minuten, nachdem er unser Haus wieder verlassen hat.

Donnerstag, November 06, 2008

Internet Access

Machen wir es kurz:
Internet geht immer noch nicht (nachdem es zwischendurch mal ging). Samstag soll ein Techniker kommen, und wenn er geht, soll der Internetzugang selbiges tun.
Falls dies nicht geschieht, beabsichtige ich, unseren 1&1-Anschluss, mit dem ich ansonsten bislang recht zufrieden war, zum Ende des Monats zu kündigen und was Neues zu suchen.
Hat jemand von Euch positive oder negative Erfahrungen mit anderen Anbietern gemacht?
Über Berichte wäre ich zutiefst dankbar.

- Le Tigre -

Ps: Den Song und die Band gibt es wirklich. Ich kenn es aber nicht sondern hab nur danach gegoogelt.
Psps: Kino, ganz kurz: Mirrors mit Kiefer Sutherland.
Angenehmer Grusel zur Halloweenzeit. Nach eine starken Start baut sich eine angenehm unheimliche Atmosphäre auf. Der Film verzichtet bis auf zwei unangenehm eklige Stellen auch weitestgehend auf Splattereffekte (was mit dem Kiefer seine Schwester passiert, ist dafür aber auch ausgesprochen unschön anzusehen), wird im letzten Drittel zu einem beinahe typischen Monster- und Besessenenfilm amerikanischer Machart und versöhnt in den letzten drei Minuten aufs Allerschönste alle Verächter von Horrorfilmen mit allzu happien Ends. Silent Hill lässt grüßen.
Kann man durchaus am Kinotag anschauen.
Wer sich aber wirklich fürchten will, soll sich "The Others" mit Frau Kidman ausborgen oder bei Amazon für wenig Geld käuflich erwerben.
Selbst ich als Schauer diverser Horror- und Gruselfilme habe mich selten so gefürchtet wie bei diesem Streifen.

Donnerstag, Oktober 23, 2008

Jack

Ach ja, schön wärs, wenns schön wär.
Oder um es auf sächsisch zu sagen:
Schön wär's, wenn's schö'n wä'r'.

So unschön ist es ja eigentlich gar nicht. Ich hab zwei Wochen Urlaub (von denen unschöner weise die erste schon beinahe um ist), das Internet will wieder (wenn auch um den Preis, dass ich während der Nutzung entweder gleichzeitig telefonieren müsste oder aber das Telefon ausstecke und wir somit nicht erreichbar sind. Fragt nicht.) und auch sonst hat die Zeit der Herbststürme, insbesondere des zu befürchtenden beruflichen noch nicht begonnen.
Ausserdem haben wir heute einen wunderschönen Herbsttag mit dem Versuch verbracht, Krabat nachzufolgen.
Sprich, wir waren in Schwarzkollm und Koselbruch.
Die gibt es nämlich wirklich, sie liegen in Sachsen und sind zwei unglaublich beschauliche Örtchen mitsamt ausserordentlich freundlicher Bevölkerung.
Das meine ich jetzt übrigen völlig unironisch.
Gewohnt an die übliche Berliner Muffligkeit (TM)
waren wir völlig überrascht, von einem schätzungsweise zwölfjährigen Mädchen, das mit dem Fahrrad an uns vorbeifuhr, freundlich gegrüßt zu werden.
Ebenso wie vom Rest der Bevölkerung, jung wie alt gleichermaßen.
Die Verkäuferinnen in den Geschäften (na gut, die Verkäuferin in dem einen existierenden Geschäft) bedienten höflich und zuvorkommend, ohne den Kunden als lästigen Eindrinling ins übliche Tagewerk zu betrachten und selbst die einheimischen Katzen gaben sich von ihrer besten und verschmustesten Seite und gingen fröhlich schnurrend noch ein gutes Stück des Weges neben uns her.
Schwarzkollmer Katze. Hände und Jacke wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Berliner Kind.

Die umliegende Landschaft ist auch sehr reizvoll und empfiehlt sich wärmstens für Rad- und Wandertouren.
Einziger Haken: Nach Krabat (bzw. nach seinen Spuren) sollte man, zumindest zur Zeit, eher nicht suchen. Zwar gibt es einen Krabatweg, ein Krabatbier und Krabatlikör, nur die passende Mühle ist dummerweise nicht da.
Man baut zwar eifrig daran, ist aber im Moment erst bei Gesindehaus und Laubengang angekommen, sprich, von einer Mühle ist zur Zeit noch nichts zu sehen ausser der guten Absicht, eine bauen zu wollen.
Einerseits ist das ärgerlich, weil der Ort damit garantiert eine Chance verpasst hat, denn wenn das Ganze erst einmal in zwei oder mehr Jahren fertig ist, kräht kein Hahn mehr nach dem (übrigens sehr sehenswerten) Film, andererseits ist es schon fast wieder bewundernswert, wie man so einer möglichen Disneysierung entgangen ist.
Also durchaus besuchenswert, vor allem an einem so schönen Herbsttag wie heute, nur auf den Krabat-Erlebnispark muss man - zur Zeit - noch verzichten.

Krabat-Erlebnispark. Zur Zeit noch arg im Bau.

Ausserdem konnte ich auf der Fahrt natürlich meine schönsten Vorurteile hinsichtlich des lustigen Apostrophgebrauchs ausleben.
Nur mein Wunsch, aussteigen zu dürfen und der Inhaberin von "Doreen's Blumen-Eck" vorzuschlagen, sie möge es doch in "Doreen's Blumenläd'chen" umbenennen stieß auf wenig Gegenliebe bei meiner ebenfalls mitreisenden Familie, vermutlich aus Angst, wir würden dann von einem wütenden Mob gelynch't.
Möglich wär's.

Zum nicht ganz so Erfreulichen: Beim Auftritt Ende Dezember haben wir mit unerwarteten Problemen zu kämpfen. Unser Bassist ist zwar musikalisch durchaus fit und auch ein netter Kerl, gleichzeitig aber auch mit einer dermaßen ausgewachsenen Psychose belastet, dass er regelmäßig abtaucht und dann für niemanden zu erreichen und nichts gegenüber zugänglich ist.
Nachdem jetzt die vierte Probe auf diese Weise ohne ihn stattfinden musste, sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass man auf dieser Grundlage
a) keinen Auftritt planen, geschweige denn vorbereiten und
b) auch nicht mit ihm zusammen Musik machen kann.
Was für eben den Auftritt bedeutet, dass er zwar nicht ausfallen wird (wie ursprünglich am Dienstag noch beschlossen), aber mit einem neu anzulernenden Bassisten stattfinden muss.
Sollten wir aber trotzdem hinkriegen.
Nur schön ist das natürlich nicht.

Schön geworden ist aber - und dies noch zum Abschluss - der Gruselkürbis, den unser Töchterlein und ich gemeinsam fabriziert haben.
Für unseren ersten Kürbisschnitzversuch finde ich ihn ausserordentlich gelungen. Und sehr sehr gruselig, aber davon möge man sich anhand der Bilder selber überzeugen.

In Hell - sehr beeindruckend, zugegeben, aber wenig unheimlich.

Und einmal in Dunkel - wen es da nicht gruselt, der muss schon ein ganz harter Hund sein.

- Braincap -

Ps: Kino. Ganz kurz noch, weil es sonst zu lang wird.
Krabat lohnt sich. Sehr schön gemachter Film, entstanden mit dem Segen von Ottfried Preussler, was heißt, dass er sich zwar nicht sklavisch an die - nicht minder empfehlenswerte - Buchvorlage hält, aber dessen Geschichte trotzdem sehr gut erzählt wird.
Aber eines möchte man dem Herrn Kreuzpaintner, seines Zeichens Regisseur des Films, doch mit auf den Weg geben: Wenn er glaubt, dass der Krabat-Darsteller David Kross mit Pferdeschwänzchen und pisseligem Schnauzbart reifer oder gar erwachsen aussieht, täuscht er sich leider. In dieser Optik wirkt er nämlich eher wie ein endpubertärer Jüngling, der gerade mit dem Moped zur Tanke gefahren ist und da erfolglos versucht hat, 5 Dosen Faxe für sich und seine beiden Kumpels zu organisieren.
Aber ansonsten: Schöner Film.
Film zwei, Hellboy, lohnt sich ebenfalls. Nach all den eher ernsten und teilweise auch furchtbar schiefgegangenen Superheldenverfilmungen in diesem Jahr (Hulk! Hulk!!) ein Film, der sich selbst nicht wirklich ernst nimmt und auch dazu steht, trotzdem aber mit einer ordentlichen Handlung und - dank Guillermo del Toros Einfallsreichtum - beeindruckenden visuellen Effekten aufwarten kann.
Kein großes, dafür aber sehr spaßiges Kino.

Dienstag, Oktober 14, 2008

Fist

Habe nun, ach! das Mainboard,
Den DVD-Brenner und den Hauptspeicher,
Und leider auch die Festplatte!
Durchaus ausgetauscht, mit heißem Bemühn.
Versuchte gar, den DSL-Router
Auf die neueste Firmware zu bringen
Und schoß mir damit, so scheints,
Das Internet vollkommen ab.
Da steh ich nun, ich armer Tor!
Und bin so klug als wie zuvor;
Mit Kabeln, Schrauben rings umstellt,
Mit Schraubenziehern vollgepfropft,
Urväter Hausrat drein gestopft -
Das ist deine Welt! das heißt eine Welt!

Wechseln wir lieber das Thema.
Heute stand ich vor der schweren Frage, ob ich meinen Chef beim Bowling plattmachen oder im Interesse einer möglichen Beförderung ihm den Vortritt lassen sollte.
Ich hab dann beide Spiele haushoch gewonnen.
Das mag sich rächen, wenn ich an den Ausdruck in seinem Gesicht denke,
aber um nochmal mit Herrn Göte zu sprechen:

Ha! welche Wonne fließt in diesem Blick
Auf einmal mir durch alle meine Sinnen!
Ich fühle junges, heil'ges Lebensglück
Neuglühend mir durch Nerv' und Adern rinnen.

Und das mit dem Internet muss ich wohl nochmal in Ruhe angehen.

- Deftones -

Montag, Oktober 06, 2008

True

Ach herrje, ich fürchte, es ist an der Zeit, einige ungeschminkte Wahrheiten kundzutun.

Fangen wir mal mit Nummer eins an: Alle, die ob der Einleitung des vorigen Posts in grenzenlose Bewunderung meiner lührischen Fähigkeiten versunken sind, muss ich an dieser Stelle enttäuschen.
Der Text ist gar nicht von mir. Sondern vom Herrn Prediger. Genau genommen Prediger Kapitel 3, Vers 1-8.
Und der Herr Prediger war, wie man weiß, einer der Autoren der Biebel. Die Einleitung bestand also aus Biebelversen.

Wahrheit Nummer zwei: Ich weiß sehr wohl, dass man Bibel nicht mit ie schreibt. Da ich aber im Grunde meines Herzens ein boshafter Mensch bin, will ich einfach einmal schauen, wieviele Suchanfragen nach "Biebelversen" bei mir landen, um mich hernach darüber lustig zu machen.

Wahrheit Nummer drei: Angela Merkels Tonfall bei Reden ist nahezu identisch mit dem von Walter Ulbricht. Hätte sie sich am Tag der deutschen Dreifaltigkeit hingestellt und gerufen "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten" und hätte man diesem Ruf mit geschlossenen Augen gelauscht, so hätte man sich durchaus einen lächerlichen kleinen Mann mit Spitzbart statt einer lächerlichen kleinen Frau mit zu tiefem Ausschnitt vorstellen können.

Was uns zu Wahrheit Nummer vier bringt: Ein Grundmerkmal aller Diktatoren ist, dass sie von aussen betrachtet keineswegs bedrohlich, sondern eigentlich nur unglaublich lächerlich wirken. Hitler, Stalin, Kim, Mugabe (die Liste liesse sich nahezu beliebig verlängern) - wüsste man nicht um die Gräueltaten, die sie, gestützt von einer perfekt funktionierenden Maschinerie von Aktiven und Mitläufern begangen haben, müsste man sie doch eigentlich für bemitleidenswerte Gestalten halten, wie sie da so ihr Leben in der geschlossenen Abteilung der Psychatrie fristen. Denn da hätten sie eigentlich hingehört.
Allesamt, ohne Ausnahme.
Dummerweise merkt man so etwas fast immer nur aus zeitlicher und/oder räumlicher Distanz heraus.

Dummerweise, und das ist leider Wahrheit Nummer fünf, gibt es leider genügend Menschen, denen nicht einmal die Distanz zu solchen Einsichten verhilft und die auch heute noch den Verrückten nachtrauern bzw. ihre kranken Ideen am Leben halten wollen. Idioten, allesamt.

Und weil zuviel Wahrheit auf einmal auch ungesund ist, hör ich hier lieber auf. Ausserdem ärgere ich mich gerade jobtechnisch ziemlich, weil ich dachte, ich hätte jetzt was gefunden, was mir richtig Spaß macht, mein Chef aber der Meinung ist, er hätte etwas für mich gefunden, was mir noch viel mehr Spaß machen müsse.

Macht es aber nicht. Und das ist die Wahrheit.

- Spandau Ballet -

Montag, September 29, 2008

Time

Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vornehmen unter dem Himmel hat seine Stunde.
Denn ein jeglich Vornehmen hat seine Zeit und Weise; denn des Unglücks des Menschen ist viel bei ihm.
Geboren werden und sterben, pflanzen und ausrotten, was gepflanzt ist, würgen und heilen, brechen und bauen, weinen und lachen, klagen und tanzen, Steine zerstreuen und Steine sammeln, herzen und ferne sein von Herzen, suchen und verlieren, behalten und wegwerfen, zerreißen und zunähen, schweigen und reden, lieben und hassen, Streit und Friede hat seine Zeit.

Und deswegen erkläre ich, dass jetzt die Zeit gekommen ist für den Wechsel vom kurzen zum langen Schlafanzug.
Es mag wohl Menschen geben, die ganzjährig in kurzen Nachtgewändern (oder gar - und dies bitte ich mit geröteten Ohren zu lesen - nackig) schlafen, aber ich finde, dass, wenn draußen des morgens die ersten Atemfahnen sich bilden, die Zeit einfach reif ist, um in den zugegeben zwar eher unattraktiven, nichtsdestoweniges aber kuschelig warmen langen Schlafanzug zu schlüpfen.
Das Schlafzimmer darf, ja muss sogar eine eher kühlere Raumtemperatur haben, aber in der Zeit von Lebkuchen, heißem Tee und Marzipankartoffeln (die ich persönlich ja so gar nicht mag, im Gegensatz zu Tee und Lebkuchen), möchte man es im Bettchen selber doch lieber warm und gemütlich haben.
Ich zumindest.

Gekommen ist auch die Zeit des gefärbten Laubes, was hier in Berlin wieder Großkampfeinsatz gegen die Miniermotte bedeutet, die, heimtückischer Schädling, der sie ist, Besitz von einem Großteil der hiesigen Kastanienbäume ergreift und diese, so man deren Laub mitsamt der Larven nicht rechtzeitig einsammelt und entsorgt, elendiglich zugrunde richtet.
Kurz nochmal checken, ob der vorstehende Satz auch brav Subjekt, Prädikat und Objekt enthält, was mir dank fortgeschrittenem Alter und Bandwurmhaftigkeit der Formulierungen bisweilen.
Wie zum Beispiel bei diesem Satz gerade.

Aber was mache ich mir denn Gedanken um die deutsche Sprache, wenn unsere Tochter mit einer Deutschlehrerin geschlagen ist, die mal eben flugs die Wörtchen "draußen" und "mehr" zu Adjektiven erklärt, dafür aber zum Ausgleich "tolerant" mit Doppel-L schreibt (für alle, die es jetzt genauer Wissen wollen und sich aber nicht trauen, den Herrn Sick damit zu befassen: "draußen" ist ein Adverb, "mehr" übrigens auch, kann aber auch als Indefinitpronomen verwendet werden - was ich ja, so ganz unter uns, für den deutlich schöneren Begriff halte -; "tolerant" hingegen ist dafür tatsächlich mal ein Adjektiv, wird dafür aber weder in seinem lateinischen Urstamm tolerans (= duldend, ausdauernd ) noch in seiner französischen Ableitung "tolérant" mit einem Doppel-L geschrieben).

So, haben wir auch mal wieder etwas gelernt und damit das gute Gefühl, dass die Zeit, die für das Lesen dieses Posts drauf gegangen ist, zumindest nicht völlig vergebens war.
Und wer jetzt immer noch etwas Zeit hat, darf sich auch noch auf die Zugabe stürzen.

- Pink Floyd -

Ps: Kino.
Wall-E. Was auch sonst. Ein wirklich netter Film. Technisch ohne Frage perfekt in Szene gesetzt. Und um mit dem Herrn Schaffner zu sprechen, ist es auch unglaublich, wieviel Emotion in zwei Teleskopaugen gelegt werden kann.
Und trotzdem fehlte mir etwas. Auch wenn Wall-E sehr seelenvoll dreinschauen kann, fehlte dem Film - meiner unmaßgeblichen Meinung nach - die Seele. Vieles wirkte zu perfekt, zu kalkuliert. Manche Szene schien nur dazu im Film enthalten zu sein, um dem Zuschauer ein "Wow, unglaublich, wie die das wieder hingekriegt haben" zu entlocken. Bestes Beispiel hier die Szene, in der Wall-E, an Eves Raumschiff geklammert, mit der Hand durch einen Sternennebel streift.
Toll gemacht, keine Frage, aber eben auch nur das.
Was mich übrigens bei Pixar immer wieder wundert, ist die Darstellung der Menschen.
Pflanzen, Tiere (zumindest deren Fell), Spielsachen Umgebungen werden beinahe Fotorealistisch dargestellt, nur die Menschen sehen immer aus, wie aus Plastik. Bei Wall-E eben wie aus gestopftem Plastik. Vielleicht ist das noch ein Zugeständnis an das Medium Trickfilm, vielleicht auch das Eingeständnis, dass es im Moment einfach noch nicht möglich ist, Menschen rein digital glaubwürdig darzustellen.
Richtig, wirklich und unglaublich gut ist dagegen der Vorfilm, der, ebenfalls computeranimiert, einen temporeichen und irrwitzigen Slapstickzweikampf zwischen einem Zauberer und seinem hungrigen weißen Hasen inszeniert.
Schon deswegen lohnt sich das Anschauen.
Und ja, natürlich ist auch Wall-E sehenswert. Aber eben nicht der Spitzenfilm, als der er im Vorfeld beworben und verkauft wurde.

Samstag, September 27, 2008

Whisky in the jar

Acht Ouzo.
Zwei Bier.
Zwei Metaxa (brennend)
Eine Karaffe Mavrodavne.

Bitte erst morgen wieder ansprechen.

- Thin Lizzy -

Und viele Grüße an Herrn Unkita

Freitag, September 26, 2008

Sunday Bloody Sunday

So, der Sonntag - und damit der Auftritt - liegt schon ein bis zwei Tage zurück.
Ein guter Moment also, um das Ganze einmal zu rekapitulieren.
Sonntag Morgen: Der Wecker klingelt. Um acht! Eine grauenhafte Zeit, vor allem, wenn man am Vorabend noch mit dem Herrn Klapsenschaffner bis zwei Uhr morgens durch die wunderbare Welt der Kriegskunst geschlendert ist. Also Wecker um ein Viertelstündchen weitergestellt. Der positive Effekt ist marginal, der Zeitdruck dagegen deutlich gestiegen.
Nachdem erfreulicherweise mit Frau und Kind gemeinsam eingenommenen Frühstück (sonst verschlaf ich das des Sonntags immer) also flink unter die Dusche gehüpft, die noch fehlenden Sachen (Klavierbank, schwarzes Hemd, passendes Handtuch) ins Auto geschmissen und ab geht’s.
Nach Mahlow. Das Navi berechnet mir eine Dreiviertelstunde Wegzeit, was eine Verspätung von 15 Minuten bedeutet. Dank kreativer Interpretation der Lichtzeichenanlagen auf dem Weg ("Das Rot sieht noch irgendwie grün aus") 2 Minuten gerettet und um 9.43 am Ort des Geschehens aufgetaucht.

Dort stehen meine Bandkollegen und teilen mir ihre uneingeschränkte Begeisterung über die Bühne mit, die auf einer Größe von unter 15 qm neben uns auch noch ein Jazztrio zuzüglich Sängerin, ein Damenterzett plus Pianisten und zwei Lichtmasten beheimaten soll.
Solcherlei Umstände, gepaart mit der Tatsache, dass es sich bei unserem Auftritt um einen unbezahlten Gefallen für den Herren des Festes handelt, wecken bei mir immer ein große Bereitschaft, ins Auto zu steigen und postwendend gen Heimat zu brausen.

Wir haben uns dann trotzdem gegen diese Option entschieden und mit dem Aufbau unter erschwerten Bedingungen begonnen. Zwei Keyboards mussten im Wagen bleiben, das Gitarrenkraftwerk stand nicht auf sondern rechts von der Bühne und linker Hand auf Kniehöhe landete der Bassverstärker samt Lautsprechern.
Dazu noch die froh stimmende Mitteilung der Herrin des Hauses, dass wir die Musik doch bitte in einer Lautstärke zu fabrizieren hätten, die die Gesprächsführung der anwesenden Gäste nicht beeinträchtige.

Das alles haben wir dann geflissentlich ignoriert, alles angeschlossen, den Lichttechniker gebeten, die Drehspots so zu programmieren, dass wir nicht von den direkt ins Auge geschossenen Strahlen erblinden und dann den Strom eingeschaltet.
Los ging es mit dem Soundcheck, der nach geschätzten 30 Sekunden wieder zu Ende war, weil die Sicherungen herausflogen.
Unschön, das.
Gleiches Bild bei Versuch zwei und drei, bis man feststellte, dass die Sicherungen deutlich unterdimensioniert für den Anlass waren. Kein Problem, der Elektriker würde kommen und die Teile austauschen. Dummerweise erst gegen eins. Um zwei sollte die Feier losgehen.
Also wurde die komplette Beleuchtung gegen den Protest des Herrn der Lichter vom Netz genommen, wir machten fix einen Notsoundcheck und überließen dann das Feld den anderen, die ja auch mal kurz an ihrem Klang basteln wollten.

Wir erkannten derweil wieder einmal, dass Geduld eine der Haupttugenden eines Musikers ist, denn jetzt galt es, die nächsten 6 Stunden bis zu unserem Auftritt zu überbrücken.

Geduld also. Und die Fähigkeit zur Essensaufnahme auch dann wenn man eigentlich gar keinen Hunger hat. Ich hab mal gehört, dass man so etwas wohl auch bei den Armeen dieser Welt lernt - essen und schlafen auch dann, wenn eigentlich noch gar kein Bedürfnis besteht. Aber in der Gefechtssituation kann man ja schlecht die Stulle auspacken, also muss man vorher.
Das gilt auch für Toilettenbesuche. Immer schlecht, wenn sich das Bedürfnis während des Spielens ankündigt. Man kann ja schlecht sagen "Jungs, macht mal kurz ohne mich weiter, ich geh mal eben aufs Klo!".
Prävention heißt die Devise. Gehen, auch wenn man nicht muss. Damit man nicht muss, wenn man nicht kann.
Aber ich schweife ab.

17.30 Uhr waren dann auch wir endlich an der Reihe. Nach "City of blinding lights" als Opener stellten wir fest, dass unsere Musik und Gespräche bei Zimmerlautstärke einfach nicht miteinander können.
Immerhin behaupten wir ja von uns, dass wir Rockmusik machen. Und Rockmusik und leise geht einfach nicht. Das muss einfach knallen. Also die Regler dezent weiter nach rechts gedreht und dann knallte es auch tatsächlich ganz ordentlich.
Nach einigen Abstimmungsproblemen war der Sound auch auf der Bühne ganz ok. Die leider nur noch etwa 50 verbliebenen Gäste schienen angetan zu sein und uns hat es dann trotz allen Problemen im Vorfeld auch noch richtig Spaß gemacht.
Völlig erstaunt war ich von einer älteren Dame in der zweiten Tischreihe, Optik "Hamburger Industriellenwitwe". Bei der hatte ich als erstes eine Fluchtbewegung aus dem Zelt mit demonstrativ zugehaltenen Ohren vermutet. Was ältere Leute halt so machen, wenn es laut wird.
Und was tat sie? Wippte mit, klatschte mit, war begeistert.
Und erklärte, mit ihrer Enkeltochter zum nächsten Auftritt kommen zu wollen.
81 ist sie, wie ich später erfuhr.

Es war insgesamt Etliches noch verbesserungswürdig, aber als Generalprobe für einen richtigen und großen Auftritt taugte es doch recht gut. Wir wissen jetzt, dass wir in dieser Besetzung funktionieren und auch noch Spaß dabei haben können - was will man mehr.
Und dem 27.12. sehe ich jetzt mit deutlich größerer Gelassenheit entgegen.

- U2 -

PS.: Kino. War ich ja auch noch. Tropic Thunder, ein durch sämtliche Medien hochgejubelter Film. Ein, wie ich finde, etwas überzogener Hype. Die Story ist nicht sensationell neu; wer die Handlung von "Lost in Space" oder, etwas früher "Drei Amigos" kennt, dem kommt das Grundkonstrukt bekannt vor.
Vier, nein eigentlich fünf, Schauspieler, die mit Identitätsproblemen kämpfen, auf dem absteigenden Ast sind oder erst noch groß rauskommen wollen, sollen einen Vietnam-Kriegsfilm drehen, wie er klischeehafter nicht sein könnte, versemmeln das aufgrund ihrer aufgeblasenen Egos völlig und werden darauf hin vom Regisseur in echter Wildnis ausgesetzt, durch die sie sich Reality-TV-mäßig von konstruierten Widrigkeiten geplagt durchschlagen sollen.
Dumm nur, dass der Regisseur, der das Ganze mit seiner Taschenkamera begleiten will, gleich zu Beginn auf eine echte Landmine tritt. Dumm auch, dass sich in dem Gebiet statt falscher Vietcongs echte Drogendealer herumtreiben.
Das ganze Handlungsgerüst ist nicht wahnsinnig überraschend, lässt aber viel Platz sowohl für eher schlichteren Humor ("Das ist nicht der echte Kopf unseres Regisseurs. Das ist bloß eine Atrappe aus Maismehl und roter Farbe mit, ähm, Blutgeschmack"), witzige Zitate aus"echten" Hollywoodfilmen wie Platoon oder Apocalypse Now, aber auch aus den obligatorischen Billig- und Billigstfilmchen und bösartige Seitenhiebe auf raffgierige Produktionsstudios und durchgeknallte Schauspieler jeglicher Couleur.
Nicht der Überhammer des Jahres, aber durchaus amüsant ansehbar.

Für demnächst dann auf dem Plan "Wall-E" (was auch sonst) und "Der Baader-Meinhoff-Komplex".

Freitag, September 19, 2008

It Takes Two

Heute sind aller guten Dinge mal nicht drei, sondern nur zwei. Harte Zeiten halt, da muss man sparen.

Kommen wir also erst einmal zum unangenehmen Teil:
Ja, ich bin bei Ebay auf einen Betrüger hereingefallen.
Ob der Betrüger, der unter dem Namen "Sirjogi" knapp 400 PC-Spiele vertickt hat, tatsächlich derjenige ist, der als Inhaber dieses Accounts angemeldet war oder ob jemand seinen Account gehackt hat (oder er blödsinnigerweise sein Passwort jemand anderem gegeben hat), weiß ich nicht.
Sicher sind nur zwei Dinge:
1. Das Geld ist weg. Unwiederbringlich.
2. Anzeige folgt.

Es war glücklicherweise kein hoher Betrag; gerade mal 17,50 Euro (umgerechnet in den allgemein gültigen Griechenindex wären das ein Narkissos-Teller und zwei Hefeweizen), aber das scheint eine neue Dimension des Ebay-Betruges zu sein: Viele eher geringwertige Auktionen einstellen und hoffen, dass die solcherart Betrogenen aufgrund der Geringfügigkeit auf weitere Maßnahmen verzichten.
Falsch gedacht.

Daher nochmal meine 3 goldenen Ebay-Tips:
1. Bewertungsprofil des Verkäufers checken. Bei weniger als 85% positiven Bewertungen Finger weg!
2. Prüfen, seit wann es den Account gibt. Den Kauf hochwertiger Artikel bei Verkäufern, die noch nicht mindestens 6 Monate angemeldet sind, vermeiden.
3. - und die ist neu dazu gekommen - Prüfen, ob der Umfang der aktuellen Verkaufsaktivitäten mit den Aktivitäten der bisherigen Existenzdauer des Accounts übereinstimmt. Niemals bei jemandem kaufen, der in 3 Jahren gerade mal 18 Verkäufe durchgezogen hat und jetzt in einem Rutsch gleich 400 Artikel einstellt.
Hätte ich auch früher wissen können.

Das bewahrt einen nicht vor allen Problemen, aber schützt wenigstens etwas. Hoffentlich.


Kommen wir zum Positiven:
Nachdem wir ja letztes Jahr Bassist und Schlagzeuger verloren hatten (na gut, rausgeschmissen haben ist wohl treffender), hatten wir uns eine Zeit lang mit einem zwar technisch hervorragenden, hinsichtlich gewisser menschlicher Qualitäten leider eher stark geforderten Schlagzeuger und unserem vorletzten Bassisten, der immer betonte, nur aushilfsweise tätig sein zu wollen, beholfen bzw. behelfen müssen.
Mittlerweile haben wir aber auf abenteuerlichen Wegen einen neuen Bassisten gefunden (ich will es hier gar nicht näher ausführen, aber eine große Sachertorte, ein bewusstloses Frettchen und ein Eimer gelber Farbe spielten dabei eine nicht unerhebliche Rolle) und sind zu guter Letzt auch noch auf einen netten Herrn der Trommeln gestoßen, der im Moment noch mit der Schwierigkeit zu kämpfen hat, dass er eigentlich der Schlagzeuger der Band im Proberaum neben uns ist. Aber auch da sind wir ganz zuversichtlich.

Was ich aber eigentlich sagen wollte: Wir spielen endlich wieder einmal auf der Bühne!
Und zwar am kommenden Sonntag.
Ist leider eine Privatveranstaltung, weswegen ich an dieser Stelle auch nicht um Publikum buhle (das bei ca. 400 eingeladenen Gästen reichlich vorhanden sein dürfte), sondern einfach einmal meiner Freude Ausdruck verleihen möchte, dass wir wieder mehr oder minder komplett sind.
Das Gefühl, mit echtem Bassisten und echtem Schlagzeuger zu spielen ist doch ein wenig anders als in dem Fall, dass die Instrumente aus der Dose kommen, und seien sie da auch noch so gut eingespielt.

Ausserdem ist und neuer Bassist ja ein recht engagiertes Kerlchen - er hat schon angekündigt, uns künftig etwas regelmäßiger Auftritte zu besorgen, als das im Moment der Fall ist.
Wir sind ja da bislang eher mäßig eifrig gewesen und haben uns hauptsächlich in Überlegungen gestürzt, an welchen Orten wir denn auf gar keinen Fall spielen wollten.
Das Neuköllner Stadtfest hatte zum Beispiel einen recht hohen Listenplatz.
Aber das wird jetzt hoffentlich ganz anders, so dass ich dann künftig hier an dieser Stelle eine neue Seitenrubrik einrichten kann, die da lauten wird "Tourtermine". Und ich gehe jetzt schon ganz fest davon aus, dass ich gleich hinter jeden zweiten ein "Ausverkauft!" schreiben kann.

Goldene Zeiten erwarten uns. Dann kann ich es mir auch wieder leisten, drei Themen im Post zu verarbeiten.

- Lil' Romeo -

Ps.: Eigentlich wollte ich mich ja auf das von Marvin Gaye interpretierte "It Takes Two" beziehen, aber da der Herr Schaffner gestern seine ausgeprägte Vorliebe für die hiphoppige Schreibweise des englischen Wörtchens "little" kundtat, dachte ich mir, dass ich ihm ja zum Wochenende ruhig auch mal eine Freude machen kann.
Psps.: Dreimal "Fall" in drei Sätzen. Ich fürchte, ich muss in meinem internen Thesaurus mal die Batterie wechseln und bitte vorsorglich um Verzeihung bei Herrn Sick und anderen Wahrern der deutschen Sprache.

Dienstag, September 16, 2008

Influenza

Meine Frau meint, ich müsse jetzt nicht sterben.
Ich hingegen bin mir da gar nicht so sicher.
Na gut, eine laufende Nase und ein trockener, leicht bellender Husten könnten auch Symptome einer Erkältung sein.
Aaaber - und hier lese man ein großes ABER mit nachdenklich gerunzelter Stirn - es könnte auch etwas ganz anderes sein.
Pest zum Beispiel.
Ich lese ja gerade den neuen Roman von Ken Follet, "Die Tore der Welt" benamt, und neben regelmäßig eingestreuten Sexszenen findet sich dort auch einiges Wissenswertes zum Thema "Schwarzer Tod".
Da geht es auch ganz harmlos los, mit Schnupfen und Husten und so, und ehe man es sich versieht, ist man dann tot.
Zugegeben , das "Und so" ist im Einzelnen Blut, das aus so sämtlichen Körperöffnungen fließt sowie blauschwarze Flecken unter den Armen und in den Kniekehlen. Zumindest letzteres kennt man ja eigentlich nur aus den Situationen, wo man sich länger als zwei Wochen nicht in den Kontakt mit fließendem Wasser begeben hat.
Aber man weiß es natürlich nicht. Und ich finde, man sollte es auch nicht auf die leichte Schulter nehmen.
Vielleicht ist das mit der Pest heute anders als vor 550 Jahren?

Na gut, es kann natürlich auch möglich sein, dass meine Frau recht hat und ich nur eine Erkältung habe.
Was allerdings schon schlimm genug wäre, bedeutet es doch, dass die Erkältungssaison sich auf leisen, dafür aber um so kälteren Füßen wieder ins Land geschlichen hat.
Das kann ja noch heiter werden.
Apropos - heiter werde ich im Moment ob der Tatsache, dass es wieder Federweißer (Federweißen? Wer weiß) gibt.
Mag es auch dem passionierten Weintrinker das Gedärm umwälzen (was ich nicht hoffe, Herr Unkita), ich mag das Zeug. Dabei lieber den Deutschen als den Italienischen.

Was ich hingegen gar nicht mag, und das möchte ich an dieser Stelle einfach einmal völlig zusammenhangslos einwerfen, ist "Hakle Supervlaush".
Mag sein, dass das ein ausgezeichnetes Toilettenpapier ist. Und ich bin auch keineswegs Verfechter der Einlagigkeit mit Holzstückchen drin.
Aber "Supervlaush"? Ich bitte doch mal recht schön.
Dieser Name drückt schon soviel übertrieben Weichheit und Anschmiegsamkeit aus, dass ich mich nicht einmal imstande sähe, es in den Einkaufswagen zu packen, geschweige denn es gar zu nutzen.

So, wie gesagt, dies einmal völlig aus jedem Zusammenhang gerissen. Aber gesagt werden musste es einfach mal.

Schluß für heute.

- Todd Rundgren -

Donnerstag, September 11, 2008

Aller guten Dinge sind drei

Und da fangen wir doch auch gleich einmal mit der Eins an:
Das ist eine Fahrkarte.
Eine der BVG.
Berliner Verkehrsbetriebe, wie die Abkürzung schon sagt.
Wer etwas genauer hinschaut, sieht, dass da ein Stempel drauf ist. Einer von heute morgen, acht Uhr.
Das heißt, mit dieser Karte konnte man von heute morgen acht Uhr bis heute morgen zehn Uhr fahren. Danach gilt die nicht mehr.
Außer für Berliner Busfahrer. Für die gilt die auch am Nachmittag.
Weil der Berliner Busfahrer zwar gerne so lustige Sachen sagt wie "Also mittlerweile müsste doch ooch der Dümmste kapiert ham, det man hinten nich eensteijen darf", aber dafür im Gegenzug auch immer konzentriert einen imaginären Fleck links oben auf der Windschutzscheibe ihres Busses anstarrt, wenn man ihm seine Fahrkarte hinhält.
Spart natürlich eine Menge Geld.
Also dem Passagier jetzt.
Nicht den Berliner Verkehrsgetrieben.
Gut, so etwas immer im Hinterkopf zu haben.

Kommen wir zu Nummer zwei:

Das ist Edna. Edna ist in einer Gummizelle gefangen und möchte da raus.
Ausserdem ist Edna die Hauptdarstellerin eines vermutlich ziemlich witzigen Adventures, das auf den hübschen Namen "Edna bricht aus" hört.
Dieses Adventure hat nur einen Haken: Es gehört mir nicht.
Oh, nicht dass ich nicht schon versucht hätte, es zu kaufen.
Via Ebay, in diesem Fall.
Vielleicht hätte ich misstrauisch werden sollen, als ich das Geld auf ein polnisches Konto überweisen sollte. Da ich aber zeitgleich auch bei einem Verkäufer aus England gekauft habe, bei dem alles problemlos lief, habe ich da keine allzu großen Schwierigkeiten gesehen.
Ein bisschen mehr Anlaß zum Misstrauen hätte mir die Tatsache geben können, dass sich der Verkäufer kurz nach dem Ende der Auktion bei Ebay abmeldete.
Ganz sicher Grund zum Misstrauen dürfte es aber sein, wenn jemand, der seit 2005 angemeldet ist und bis heute gerade mal 19 Bewertungen gesammelt hat, auf einmal 218 Auktion einstellt.
Das hätte mir zu denken geben müssen. Hätte es vermutlich auch, hätte ich vor Abgabe des Gebots einfach mal auf den Link zu den weiteren Auktionen des Verkäufers geklickt.
Sollte bis zum Wochenende nichts ankommen, werde ich den Herrn wohl wegen Betruges anzeigen müssen. Ausserdem müsste ich dann noch mindestens achtmal den Fahrschein wiederverwenden, um das Geld wieder reinzubekommen.

Schließlich nun zur Nummer drei.

Jaja, ich weiß.
Sagt es mir nicht auch noch.
Das Fleisch ist willig, aber der Geist ist schwach.
Abgesehen davon ist ja noch die Folie drum.
Vielleicht schaffe ich es ja sogar, sie nicht herunterzuknibbeln.
Dann könnte ich mir die Verpackung als Mahnung und Warnung an die Wand hängen.
So wie andere das mit ihrer letzten Zigarette machen.


Hat irgendwer Lust auf 'ne Runde WoW?

- Reinhard Mey -

Montag, September 08, 2008

Little Monsters

Also hätte ich gewusst, dass heute alle in Nadelstreifen und blauem Hemd herumlaufen, hätte ich natürlich was anderes angezogen. Jeans und T-Shirt oder so. Aber man weiß sowas ja selten vorher, auch wenn man es hätte ahnen können.
Und damit ist mir gleich eine brilliante Ein- und Überleitung gelungen.
Man weiß es selten vorher, auch wenn man es hätte ahnen können.
Manchmal sogar ahnen müssen.

Wie etwa an jenem letzten Samstag, an dem ich dem Irrglauben unterlag, einem Phänomen hinterherzulaufen, dass längst von der Zeit an den Rand des Vergessens gedrängt worden ist.
War aber gar nicht so.
Aber von vorne.
Im Auftrag meiner Tochter bin ich ja gehalten, regelmäßig Ebay in Sachen Pokemon-Figuren zu durchstöbere. Ausserdem sollte ich hin und wieder auch weitere Informationen sammeln, die ihr einen Wissensvorsprung gegenüber anderen Pokemonfans bereiten.
Also bin ich letzten Donnerstag nichtsahnend auf die Seite von Nintendo gesurft und da war sie dann.
Die Ankündigung, die jedem Pokemon-Liebhaber feuchte Hände und schlaflose Nächte beschert:
Die Pokemon-Days 2008 finden statt und jeder DS-Inhaber samt Pokemon-Modul kann sich da ein seltenes Pokemon herunterladen und ein T-Shirt abholen.
Erste Station: Berlin.

Naja, Pokemon sind ja auf dem absteigenden Ast. In etwa noch so begehrt, wie die "Masters of the Universe"-Figuren gegen Ende der Neunziger.
Yu-Gi-Oh ist derzeit angesagt.
Heißt also, hingehen, Pokemon herunterladen, T-Shirt mitnehmen, nach Hause fahren.
Dachte ich.
Großzügig habe ich dafür mal ein Stündchen eingeplant.

Ein Fehler.

Ein riesengroßer Fehler.

Ich bitte darum, jetzt einmal kurz die Augen zu schließen. Das heißt, erst noch lesen, dann schließen. Also vor dem Schließen kurz an folgendes Bild denken:
Mekka, Kaaba, Pilgerstrom (wem es hier an Vorstellungskraft mangelt, der darf auch gerne die drei Wörter als Suchbegriff eingeben und sich die Ergebnisbilder anschauen).
So, fertig? Fein.
Und jetzt bitte die doppelte Menschenmenge vorstellen. Dann hat man im Ansatz einen Begriff davon, was auf den Pokemon-Day los war.
Nix war mit "Phänomen, das in Vergessenheit geraten ist".
Unmengen an Viertel-,Halb- und Dreiviertelwüchsigen drängelten sich in und um die Hallen am Borsigturm, aufgepeitscht von einem Moderatorenteam zwischen Tigerentenclub und Neun Live.
Verzweifelte Mütter blickten ratlos auf die Schlangen, ohne zu wissen, in welcher man sich den jetzt anstellen muss, Kinder schluchzten, Väter knirschten mit den Zähnen.
Ein junges Paar experimentierte damit, den Kinderwagen mit einer Hand zu lenken, während die andere Pikachu und Konsorten durch Labyrinthe lotste. Leichen (oder zumindest Leute mit wundgefahrenen Hacken) pflasterten ihren Weg, allgemeine Schadenfreude machte sich breit, als der im Kinderwagen der beiden rempelnden Rüpel brüllende Nachwuchs seine Trinkflasche wegpfefferte und die Menge die Gelegenheit nutzte, die danach suchenden Eltern links und rechts zu überholen und wieder auf ihre Plätze zu verweisen.
Besonders erstaunlich fand ich natürlich auch die Jungs, die zwar einerseits darüber nachzudenken schienen, wie sie das nächste Date mit Mandy, Sandy oder Wendy klarmachen konnten, andererseits aber auch keine Probleme damit hatten, sich mit Schiggy oder Panflam knipsen zu lassen.

Die Schlange bis zur Anmeldung für den Pokemon-Parcours war nach läppischen 90 Minuten überwunden.
Danach kam dann dummerweise die richtige Warteschlange.
Drei Stunden. DREI STUNDEN!!!
Männer weinten, Kinder verzweifelten, Frauen knirschten mit den Zähnen.

Dank einer gewissen strategischen Planung konnte das Töchterlein aber schon mal ein legendäres Pokemon herunterladen, alldieweil ich kinder- und schutzlos neugierigen Blicken ausgesetzt zwischen Neunjährigen in der Schlange gewartet habe.
Eine interessiert zuschauende Mutter beraubte mich der Illusion, dass das Pokemonfieber schnell wieder vorbeigehen könne - Ihre Kinder seien ihm schon seit vier Jahren verfallen.
Da war ich dann nicht wirklich erleichtert.
Nach besagten drei Stunden waren wir dann tatsächlich im Pokemon-Parcours angekommen, in dem ein elektrischer Draht in Form eines Pokemons (Plinfa, für besonders Neugierige) ohne Feindberührung abgefahren werden musste, ein Pokemon durch bloßes Abtasten zu erraten war (wieder Plinfa, hätte aber auch Panflam oder Chellast sein können) ein Pokemon am Glücksrad zu Erdrehen war (Plinfa, wenn man Pech hatte) und eine Station, an der auf einer Unzahl von Nintendo DS das neue Pokemon-Spiel angespielt werden musste (mit Plinfa in der Hauptrolle).
Selbstverständlich habe ich alles mitgemacht. Ich mein, ich stell mich doch nicht drei Stunden an, nur um dann bloß zuzuschauen.
Den Draht habe ich brilliant gemeistert, Plinfa blind, dafür unter den neidischen Blicken der anderen Eltern erraten und am Glücksrad eine freie Auswahl erdreht. Eigentlich wollte ich ja ein Plinfa haben, bin dann aber auf Anraten und Wunsch des Töchterleins auf Panpyro umgeschwenkt, den ich ihr natürlich prompt aushändigen musste.
Nur auf das Spielen am DS hab ich verzichtet.
Ich hätte vermutlich versucht, Plinfa mit dem Stylus zu erstechen.

Das hat dann unser Töchterlein für mich erledigt und damit den letzten Stempel als Beweis für die getreuliche Erfüllung aller Pflichtaufgaben abgeholt.

Den DS samt "Pokemon Mystery Dungeon" haben wir in der anschließenden Verlosung zwar nicht gewonnen, aber immerhin haben wir beide jetzt ein tolles T-Shirt. Das ist doch auch was wert.

Wer jetzt vor lauter Neid kaum an sich halten kann, dem sei hiermit gesagt: Die Tour hat gerade erst angefangen und wird bis in den November hinein forgeführt. In Frankfurt gibt es sogar zwei Termine, was sicherlich alle hessischen Leser hier ganz besonders freuen wird.

Ich aber freu mich schon auf die Pokemon-Days 2009.


Kaba gab es auch, aber nur zum Trinken. Ansonsten ist Pummeluff aber auch ein prima Pilgerziel.


Snakes on a Shopping-Mall (SOASM). Was das Bild nicht zeigt, sind die hundert Meter wartender Menschen hinter mir.


Ich überlebte den heißen Draht, ich ertastete Pokemon und hab sogar ein McDonalds-Menü überstanden (die Pommes, die es da im Moment gibt, sind übrigens klasse - so richtig mit Retro-Pommesbudencharme und -geschmack) und alles, was ich bekam, war ein lausiges T-Shirt.
Aber immerhin bin ich jetzt offizieller Pokemontrainer 2008.


- Charlotte Gainsbourg -

Ps: Ich muss mich korrigieren. Foto Eins zeigt selbstverständlich nicht Pummeluff, sondern Knuddeluff. Der aufmerksame Leser wird es gemerkt haben.
Noch ein Ps: Meine Tochter hat natürlich nicht für mich Plinfa auf dem DS mit dem Stylus erstochen. Das könnte ich schon noch selber. Sie hat aber brav das neue Pokemon-Spiel angetestet. Und ich habe dafür den Stempel bekommen.
Letztes Ps: Gestern nochmal Batman. Diesmal ohne Pause. Das ist schon ganz schön hart. Trotzdem immer noch ein fantastischer Film.

Montag, September 01, 2008

Hanging on the telephone

Jetzt mal Hand aufs Herz, Herrschaften:
Kettenbriefe sind doch so was von bescheuert, oder?
Ich erinnere mich ja noch an von Hand geschriebene und teils fotokopierte Exemplare, die man ja dann selber noch einmal hätte abschreiben sollen und dann an 10 bis 10.000 geliebte, wahlweise auch ungeliebte Menschen weiterschicken musste, andernfalls einen der Blitz bei der Verrichtung auf dem stillen Örtchen treffen würde.
Tat man es aber, so verhieß die frohe Kunde des Geschreibsels Glück, Segen des Herren und Wohlstand auf immerdar.
Irgendwann war die analoge Epoche zu Ende und die Post, mutmaßlicher Urheber und einziger Nutznießer dieser Aktionen musste sich nach einer neuen Einnahmequelle umsehen.
Die Freude währte natürlich nur kurz, denn schon bald kam der erste auf die Idee, dass man diesen Mist ja auch digital versenden könne - wozu soll eine Email schließlich gut sein, wenn nicht für Viagra- und Roleximitatwerbungen sowie Kettenbriefe?
Auch hier ignorierte ich standhaft, selbstverständlich immer der Gefahr ewiger Verdammnis ins Auge blickend.

Aber jetzt wollen sie mich mürbe machen, diese Idioten.
Jetzt arbeiten sie mit SMSen.
Ich bekam nämlich unlängst jene frohe Botschaft auf mein Handy gesimst:

„Mein schutzengel fragt mich: was ist dein größter Wunsch? ich antwortete; pass auf den menschen auf der diese nachricht gerade liest. schicke diese an 10 leute den du das wünscht weiter und dein wunsch geht in erfüllung. schickst du sie an 17 leute, bekommst du die person, die du liebst. unterbrichst du diese kette so verlierst du die person“

Rechtschreibfehler habe ich selbstverständlich der allgemeinen Erheiterung halber drin gelassen.

Jetzt mal ganz im Ernst, lieber unbekannter Nachrichtenversender: Tickst Du noch ganz sauber? Meinst Du, ich hätte nichts Besseres zu tun, als so einen Dreck auf meinem Handy zu lesen?

Und nein, ich bin keiner von den Idioten, die diese Nachricht süß, wunderbar oder auch nur schön finden.
(Solche Leute gibt es tatsächlich. Wer es nicht glauben mag, braucht nur den Text der Nachricht bei Google einzutippen und die darauf folgenden Suchergebnisse anzuschauen. Aber Obacht: Spätestens nach dem dritten Treffer droht Augenkrebs von all dem Geblinke und Geblitzere auf den Seiten!)

Ganz unter uns: Ich finde so etwas zum Kotzen.

Aber weil Du ja ein Freund solcher Aktionen zu sein scheinst, schreibe ich hier einfach mal Deine Handynummer hin.
Vielleicht möchte Dir der eine oder andere Besucher des Blogs ja auch so eine Knuddelwuddelschnutziwutzinachricht senden.
Viel Spaß dann damit!

0163-9252008

Solltest Du natürlich der Herr O2 oder die Frau E-Plus sein, dann darf ich an dieser Stelle zur Entdeckung eines neuen Marktsegmentes gratulieren vermutlich gibt es einen Haufen Leute, die bei Erhalt einer solchen kleinen Nachricht erstmal ihr Telefonadressbuch nach 17 weiteren Opfern durchforsten und dann mit Freuden die siebzehnfache Kurzmitteilungsgebühr abdrücken.

- Blondie -

Freitag, August 29, 2008

Ganz in Weiß

So, das wäre also geschafft.
Vattern ist wieder unter der Haube und scheint auch recht zufrieden zu sein mit seinem Schicksal.
Die Feier war demzufolge auch recht ansprechend, was ich aber leider von diversen Begleitumständen nicht behaupten kann.
Erstmal: Die Bahnfahrt war fein.
Was bin ich doch froh, dass sich Ebay und Bahn noch rechtzeitig vor unserem Reiseantritt zusammen taten, um uns die Autofahrt zu ersparen.
Gar nicht fein war der bislang von mir vielfältig und hoch gepriesene Spieleladen meines Vertrauens. Hatte ich dort früher noch wändeweise Spiele für die Konsolen unseres Hausstandes vorgefunden, gab es jetzt gerade mal armselige 12 (zwölf!!!) Spiele für die Xbox 360. Und die Empfehlung, ich möge mir doch eine PS3 zulegen.
So nicht, liebe Spielehändlerin.
Schlimm genug, dass ich mir aus purer Verzweiflung ein gebrauchtes Assassins Creed gekauft habe, um wenigstens etwas Geld dazulassen, aber eine PS3?
Ne, ne!
Nicht mal die vom Herrn Schaffner und mir favorisierten Metzelspiele gab es vorrätig.
Lieber Herr S., daher auch keine diesbezügliche SMS von mir. Leider.

Samstag war dann Köln.

Irgendwie hatte ich die Stadt schöner in Erinnerung, was aber auch an der obligatorischen Vergangenheitsverklärung liegen mag.
Schon die Menschenmassen, die sich durch die Hohe Strasse schoben, haben mich erschreckt.
Früher war das doch nie so voll, oder?
Die Geschäfte selber schienen mir auch recht beliebig und austauschbar - auch da hab ich das Gefühl, dass das mal anders war.
Selbst der gern von uns mit einem Kölnbesuch verbundene Besuch im kleinen Steakhaus war nett, aber nicht überwältigend. Kann man natürlich trotzdem hingehen, aber außergewöhnlich ist es eben nicht.
Schön war dagegen immer noch die Tatsache, dass es in Köln halt einen ordentlichen Fußgängerbereich gibt (in Berlin vermisse ich ja die Fußgängerzonen schmerzlichst), dass die konspirative Planung und Vorbereitung einer Hochzeitstagsüberraschung erstaunlich reibungslos geklappt hat (nochmals Dankeschön an das Fotostudio Könen) und das Hotel.
„Apartel am Dom“ heißt es und wer es sieht, mag sich durchaus mit Grausen vom Gebäude abwenden das ist nämlich in ganz übler 60er-Jahre-Optik gehalten.
Der äußere Eindruck täuscht aber durchaus, innen drin ist es freundlich, mit großzügigen Zimmern, nettem Service und gutem Frühstück.
Ganz klar eine Empfehlung.

Der Dom dagegen kam mir kleiner vor als früher, was natürlich auch daran liegen kann, dass ich größer bin als früher.
Vielleicht auch daran, dass ich gerade noch mal „Die Säulen der Erde“ gelesen habe und meinem Gefühl nach Dome (Döme?) noch viel größer sein müssten.
Aber da ging es ja auch um eine Kathedrale.
Beeindruckend ist der Dom trotzdem; bei richtigem Sonnenlicht, das durch die Fenster scheint, vermutlich noch ein wenig mehr als an einem eher trüben Tag.

Bleibt also insgesamt ein etwas duchwachsener Eindruck.
Aber die Bahnfahrt zurück war natürlich wieder fein, auch wenn uns Berlin gleich mit einem Mistwetter empfing.

Blärch. Regen, kalt, trüb.
Herbstwetter. Und noch keine Lebkuchen in den Geschäften.
Dauert aber hoffentlich nicht mehr allzu lang.

- Roy Black -

Ps: Kino. Gleich zweimal, wo es doch so lange gedauert hat.
Erstens also "Die Mumie 3 - Das Grabmal des Drachenkaisers".
Machen wir es kurz: Der bessere Indiana Jones.
Sorry dafür, aber der Film hat mich bei aller Banalität tatsächlich besser unterhalten als Indy 4. Außerdem hat er einiges an gut gemachten Effekten im Angebot, die Schauspieler agieren so übel nicht und sein vermutlich größter Vorteil er muss sich nicht an Vorgängern mit einem dermaßenen Kultstatus messen lassen, wie das bei Indiana Jones der Fall ist.
Also durchaus ansehbar. Kein Meilenstein der Filmgeschichte, aber unterhaltsam.

Ein Meilenstein hingegen ist "Batman - The dark Knight".
Man mag mich ja für einen tumben Mainstream-Jünger halten, aber dieser Film ist schlicht das Beste, was in diesem Jahr kinotechnisch an meine Augen und Ohren kam.
Natürlich ist es ein Superheldenfilm und es schadet nichts, wenn man Superheldenfilme mag. Dieser Film ist aber auch dann groß, wenn man eigentlich kein Fan solcher Filme ist. Zur Handlung muss und will ich nur wenig sagen - sie baut logisch auf Teil eins auf; die Geschichte ist straff erzählt (trotz einer Filmlänge von 2 ½ Stunden) und gibt ihren handelnden Personen zumeist schlüssige Motive für ihr Tun an die Hand.

Und wie diese Personen handeln! Christian Bale, der Batmans moralischen Zwiespalt hervorragend verkörpert, Gary Oldman als aufrechter Polizist, ein Haufen weit weniger aufrechter Polizisten unter seinem Kommando, Aaron Eckhardt als weiße Ausgabe Barack Obamas und Heath Ledger.
Was ist dieser Schauspieler nicht gehypt worden, insbesondere nach (und aufgrund) seines recht frühen Todes.
Über seine früheren Filme mag man geteilter Meinung sein Ritter aus Leidenschaft beispielsweise halte ich für ein nahezu unerträglich belangloses Stück Film; Brokeback Mountain ist ein sicherlich guter, aber meiner unmaßgeblichen Meinung nach keineswegs unglaublich guter Film aber das, was er hier als Joker abliefert, ist schlicht grandios.
So grandios, dass Nicholson prompt auf Platz zwei der weltbesten Jokerdarsteller rutscht.
Und das will bei einem auf durchgeknallte Typen abonnierten Schauspieler schon was heißen.
Dass darüber hinaus auch die Effekte gut sind, braucht man bei einem Film dieser Größenordnung ohnehin nur am Rande zu erwähnen.
Was bleibt also als Fazit?
Unbedingt reingehen. Kino ist hier ein Muss, also nicht bis zur DVD warten.
Am besten einen Logenplatz.
Einziger Wermutstropfen: Bedingt durch die Überlänge (mit Pause) reicht ein kleines Kaltgetränk kaum aus, man sollte also das Geld für eine Zweitcola (-fanta,- wasser,- bier) noch gleich mit einplanen.

Mittwoch, August 06, 2008

Patience

Wo doch die Frau Lily so nett darüber schrieb.
Geduld.
Tu ich mich auch schwer mit, wie ich schon öfter mal bemerkte.
Besonders denen gegenüber, die mir am Herzen liegen.
Schon komisch, oder?

Und lustigerweise habe ich gerade jetzt zweimal feststellen dürfen, dass Geduld gar nicht so schlecht ist.

Schrieb ich doch vor Kurzem noch, dass ich der Deutschen Bahn bisweilen ein Furunkel an den Hintern wünschen möchte ob ihrer Preispolitik (in Ermangelung eines real existierenden Bahnhinterns hätte ich natürlich auch den vom Herrn Mehdorn genommen).
Und was macht die Bahn darauf hin?
Schaut in meinen Blog, schüttelt bedächtig den Kopf und sagt sich, dass es ja nun nicht sein könne, dass der arme Herr Falcon samt Familie mit dem Personenkraftfahrzeug die ganze weite Strecke von Berlin nach Aachen fahren muss, nur um an der Zweitverehelichung seines Herrn Papas teilnehmen zu können.
Man denkt hin und her und kommt auf die brilliante Lösung, Tickets bei Ebay feilzubieten.
Das habe ich natürlich gesehen, gleich drauf geklickt und festgestellt, dass Ebay offensichtlich ein Synonym für "Ich schalte mein Hirn aus und biete auf Teufel komm raus mit" ist. Die Ticketpreise kletterten nämlich in so schwindelerregende Höhen, dass man dafür auch eine reguläre Fahrkarte hätte kaufen können. Nicht mit mir also.
Das hat selbstverständlich auch die Bahn mitbekommen und sich gedacht, dass man dann wohl dem Herrn Falcon noch ein wenig mehr entgegen kommen müsse.
Also wurden die Tickets, die zuvor noch für deutlich über hundert Euronen ihren Besitzer wechselten, flugs zum 66-Euro-Festpreis feilgeboten.
Das ist natürlich schon sehr verlockend.
"Und meine Familie?" wandte ich mich fragend an den Herrn Bahn. "Müssen wir jetzt tatsächlich dreimal 66 Euro auf den Tresen legen?"
"Oha!" antwortete darauf Herr Bahn, kratzte sich verlegen am Kopf und machte mir ein neues Angebot:"111 Euro für alle drei, Platzreservierung extra!"
Das war natürlich das Angebot, das ich nicht mehr ablehnen konnte.
Jetzt fahren wir also inklusive Platzreservierung für knapp 130 Euro.
Was ich damit sagen will?
Geduld lohnt sich manchmal tatsächlich; in diesem Fall sogar in Form einer handfesten Ersparnis von fast 200 Euro. Das ist schön, das kann ich mir bei Ungeduld immer vor Augen halten.

Also quasi: "Wenn Du lange genug an einen Fluss wartest, schwimmen die Leichen Deiner Feinde an Dir vorbei."
Das Internet ist sich allerdings höchst uneins, ob dieses hübsche Sprichwort von den Indianern, den Indern oder doch von Konfuzius stammt.
Und ob man am oder im Fluss stehen sollte (oder doch besser draussen wartet).
Aber das Prinzip ist ja klar.

Und falls nicht, hier noch das zweite Beispiel: Vor langen Jahren merkte ich einmal an, dass mir Cefrisch seit langem nicht mehr in den Händlerregalen aufgefallen sei (ein schon deswegen guter Post, weil er den Herrn Klapsenschaffner hierhin brachte).
Jetzt hätte ich natürlich einen Privatdetektiv mit Ermittlungen hinsichtlich des Cefrisch-Verschwindens beauftragen, Briefe schreiben und Nachforschungen anstellen können.
Hab ich aber nicht.
Stattdessen - Geduld, Geduld, Geduld.
Und schwupps - kaum 2 Jahre später gibt es tatsächlich wieder Cefrisch.
In unserer Kantine.
In der 400-Gramm-Dose.
Wenn das mal nicht ein schlagender Beweis dafür ist, dass dass Konfuzius, die Inder oder die Indianer doch ganz schön kluge Kerlchen waren.

So, und was ist jetzt die Moral von der Geschicht'?
Dass ich jetzt viel geduldiger werde?
Ich fürchte nicht.
Aber zumindest habe ich es jetzt schwarz auf weiß, dass Geduld manchmal gar nicht so schlecht ist.
Das muss ich mir dann nur noch dann vor Augen führen, wenn ich mal wieder wegen fehlender Geduld zu eklig werde.
Ich hoffe, dass das klappt.

- Take That -

Ps: Kino. Diese Woche endlich wieder mal. Narnia.
Auch ein Film für Leute mit Geduld. Nicht weil er langweilig wäre, aber weil er lang ist.
Nämlich satte 144 Minuten. Inklusive Vorfilmen (die Werbung hielt sich sehr in Grenzen) und Pause kommt man da auf gute 3 Stunden. Das ist schon Herr-der-Ringe-Format.
Um es gleich vorweg zu nehmen: Der Film ist gut gemacht.
Die Effekte und vor allem die computeranimierten Tiere sind eindeutig die Stars, auch wenn die Schauspieler auch nicht wirklich schlecht, wenngleich bisweilen ein wenig zu theatralisch agieren.
Aber das muss wahrscheinlich bei einem Fantasy-Streifen mit relativ eindeutigen Fronten auch so sein.
Man könnte es natürlich mit der kämpfenden Maus definitiv einer der Sympathieträger des Films) halten, die irgendwann erklärt "Also ich hatte ja etwas Originelleres erwartet!", aber der Film ist nichtsdestotrotz solide und unterhaltsame Fantasykost.
Die christliche Heilsbotschaft ist übrigens bei weitem nicht so dick aufgetragen wie immer behauptet und man kann diesen Aspekt auch relativ problemlos ausblenden.
Erwähnenswert ist allerdings, dass der Film doch recht rünstig ist - allerdings ohne Blut.
Da wird gestochen und geschossen, dass die Fabelwesen und Menschen bisweilen wie die Fliegen umkippen, aber das alles ist erstaunlich unblutig.
Egal, ob irgendwo ein Pfeil steckt oder ein Schwert nach einem Einstich wieder herausgezogen wird - man sieht kein Blut.
Das hat ein Bisschen was von der Mär vom klinisch sauberen Krieg, denn tot sind sie ja dann doch.
Aber vielleicht blutet man in Narnia halt nicht.
Kann ja sein.
So, genug des Gemeckeres.
Man kann ihn gut anschauen; es ist kein Herr der Ringe aber bei weitem auch nicht so ein Totalausfall wie Hancock oder Hulk (merkt man, dass mir beide nicht so zugesagt haben?).

Putzig finde ich übrigens, dass der gute Warwick Davis wieder einmal auf die Rolle des Fantasyzwerges abonniert zu sein scheint, genauso putzig, wie die Tatsache, dass die offenkundig spanischen Wurzeln entstammenden Telmarer (die Menschen in Narnia) auch dann einen spanischen Akzent haben, wenn sie sich untereinander unterhalten.
Das scheint aber ohnehin den Synchronstudios nicht auszutreiben zu sein.

Psps: Lustig finde ich die Bewertungen, die die Bahn zur Zeit von erbosten Ebay-Nutzern bekommt, die alle sauer sind, dass die von ihnen für viel Geld ersteigerten Tickets kurz danach zum gerade einmal halben Preis zu bekommen waren.
Ja, das ist ärgerlich, ohne Frage.
Aber es wurde ja auch niemand gezwungen, mitzubieten und soviel Geld auszugeben. Wer es dennoch getan hat, war doch der Überzeugung, immer noch ein Schnäppchen gemacht zu haben.
Ärgern darf man sich darüber gerne (das alte "Early-Adopter-Prinzip"), aber eine schlechte Bewertung zu geben und sich dann auch noch darüber aufzuregen, dass die Bahn für den Ticketversand 2,50 Euro in Rechnung stellt, ist schlicht albern.
Womit wir wieder beim Thema wären - der frühe Vogel fängt den Wurm, der späte kriegt eben manchmal einen zweiten Wurm gratis.

Dienstag, Juli 29, 2008

Time for leaving

Wenn mir im Moment tierisch was auf den Keks geht, dann sind es diese Auswandererdokus, mit denen man zur Zeit im Fernsehen totgeballert wird.
Dieses ständige Rumgesülze, wie doof bürokratisch Deutschland doch ist und wie entspannt und frei das Leben in Norwegen.
Und dann sitzen die Deppen da mit einem Besuchsvisum und wundern sich darüber, dass sie nicht binnen 2 Tagen 17 Jobangebote mit einem Jahresgehalt von mindestens 500.000 Euro bekommen. Netto versteht sich.
Und natürlich darüber, dass die Winter im Norden so lang und kalt sind.
Oder dass es, im Falle einer Auswanderung in südliche Gefilde, da immer so heiß ist.
Mittlerweile wechsle ich ja reflexartig den Sender, sobald auch nur eine Vorschau gezeigt wird, aber so langsam sind die Sender, zu denen man noch wechseln kann, auch immer dünner gesät.

Gerne würde ich ja zum WDR wechseln, aber seitdem unser Kabelversorger in den Kanälen rumgepfuscht hat, kriegen wir den nur noch sporadisch.
Und wenn er dann mal reinkommt, rauscht es meistens einmal kurz und dann ist wieder N24 auf dem Sendeplatz.
Aaargh.

- Kurze Exkursion -
Apropos Argh: Sollte sich einer der hiesigen Besucher (ich bitte den Begriff "Besucher" geschlechtsneutral zu verstehen. Selbstverständlich sind auch Besucherinnen angesprochen. Ich könnte natürlich auch schreiben "Sollte sich eine der hiesigen Besucherinnen" und damit auch die männlichen Besucher meinen. Mach ich aber nicht. Wer sich beschweren will, möge einfach seinen Blick nach rechts unten schweifen lassen. So, gut ist.) Sollte sich also einer der hiesigen Besucher wundern, was denn dieses seltsame Bildchen rechts oben mit der schönen Überschrift "Onargh" und den vier, nein fünf, lustigen kleinen Bildchen darunter zu bedeuten hat, so sei hiermit die Erklärung gereicht:
Das ist meine XBox 360-Gamercard.
Heißt, wenn ich dort online spiele, tue ich das unter dem schönen Namen "Onargh" (sonst war schon alles vergeben). Was ich dann spiele, erkennt man an den kleinen Bildern. Im Moment vor allem "Bomberman", gelegentlich auch "Die Siedler von Catan", "Puzzle Quest", "Scene it?" und seit längerer Zeit nicht mehr "Bioshock".
Wenn der Herr Schaffner und ich das mit den Coop-Spielen mal wieder auf die Reihe bekommen, werden sich die kleinen Bilder auch ändern.
Ansonsten steht es natürlich jedem hier vorbei schauenden XBox360-Besitzer frei, mich online mal zu besuchen.
Playstation 3 ist aber pfui. Natürlich nur, bis ich selber mal eine habe.
- Ende der Exkursion -

Im WDR immer wieder gern gesehen (wenn mich unser Kabelbetreiber lässt), ist die hübsche Sendung "Was liest Du" des Sonntags abends.
Hier stellen Jürgen von der Lippe und ein Gast (siehe hierzu die Erläuterung zum Begriff "Besucher") immer wieder neue, durch die Bank humoristische Bücher vor, inkluisive der Gattung "Klolektüre".
Die Männer unter den Besuchern werden um die Unentbehrlichkeit selbiger wissen.
Manches kenne ich natürlich schon, manches ist auch doof, aber oft genug sind Perlen darunter, die dann doch einen Kauf anraten.
Jüngst Bücher von Horst Evers. Den wird auch nicht jeder ins Herz schließen, aber schon die Geschichte, wie er, ungewollt natürlich, seine achtjährige Tochter unter massivem öffentlichem Druck aufklären muss, ist den Kauf des gesamten Buches wert. Das heißt übrigens "Mein Leben als Suchmaschine" und sollte in keiner anständigen Bibliothek fehlen.
Zumal ja ein Preis von 12,95 Euro für ein gebundenes Buch heute schon fast ein Schnäppchen ist.
Aber ich gehe mal davon aus, dass ich mit dieser Empfehlung ohnehin Eulen nach Athen trage, denn der kluge Leser (siehe hierzu die Erläuterung zum Begriff "Besucher") dieses Blogs hat natürlich mindestens ein Buch von Horst Evers im Regal stehen.
Hörbuch gilt natürlich auch.
So, Schluß für heute. Schließlich ist nicht umsonsten draußen traumhaftes Wetter, das ich nach dem Ende meiner Mittagspause ganz entspannt genießen kann.
Durchs Fenster, aus einem warmen Büro heraus.

Mist auch.

- Big Country -

Ps.: Kino. Diese Woche wieder nicht. Narnia hatte ich ja angedacht, bei einem Preis von 9 Euro für die Eintrittskarte den Gedanken schnell wieder beiseite geschoben. Meine Frau hat natürlich Recht wenn sie sagt, dass uns das sicher nicht umbrächte, aber soviel Geld will ich einfach nicht für Kinoeintritt ausgeben. Und sonst kommt zur Zeit auch nichts, was den Besuch wert wäre. Übrigens finde ich es ja bezeichnend, dass Hulk nur noch eine einzige Vorstellung bekam. Samstagabend, um 22.45 Uhr.
Verdient hat er es.

Donnerstag, Juli 24, 2008

When I'm sixty-four

Man wird ja nicht jünger.
Ich glaube, darüber habe ich mich schon mal am Rande ausgelassen.
Im Moment scheint mich aber die Wucht des Alters mit einer Breitseite erwischt zu haben - gestern bin ich gegen halb zehn eingeschlafen.
Soweit nicht schlimm, hätte ich brav im Bettchen gelegen (na gut, auch das wäre schlimm, aber nicht soo schlimm).
Ich aber hatte es mir auf unserer Couch im Arbeitszimmer gemütlich gemacht und bei aufgedrehter Verstärkeranlage und auf großer Leinwand Star Wars geschaut.
Ich meine, natürlich könnte ich jetzt auch Lob ob der respektablen Leistung einfordern, die ich erbracht habe, indem ich mich auf einer Couch mit einer Sitzbreite von 1,20 so zusammengefaltet habe, dass ich darauf einschlafen konnte.
Aber bei Kriech der Sterne?
Gerade in dem Moment, in dem der rasende Falke in den Traktorstrahl des Todessterns gerät?
Neinnein, schön ist das nicht. Wenn mich wenigstens bei so einem Reißer wie "Sommer vorm Balkon" Herr Morpheus zu sich genommen hätte.
Oder bei "Der Mond und andere Liebhaber".
Auch wieder so ein Film, den ich mir nicht zwingend anschauen muss.
Warum dieses?
Na, ich zitier dazu mal aus der "Berliner Zeitung" vom 23.07.08:
"Es ist die Geschichte von Hanna, einer Frau mittleren Alters, die in der ostdeutschen Provinz lebt und von mehreren Schicksalsschlägen heimgesucht wird. Die 19-jährige Tochter stirbt bei einem Autounfall, dann geht Hannas Kosmetikstudio pleite - der Laden wird sogar in die Luft gesprengt. Doch Hanna kämpft. Sie reist in die Türkei und stürzt sich in eine leidenschaftliche Affäre mit dem Anorakverkäufer Hansar (Birol Ünel), der allerdings Frau und Kinder hat."
Sollte ich noch ergänzend erwähnen, dass Hanna auch noch einen Arm verliert und zudem vom Mann ihrer besten Freundin um ihre Ersparnisse gebracht wird?
Muss ich gar nicht erwähnen? Fein, dann lass ich es auch besser bleiben.
Aber viellecht wäre ich auch bei diesem Film gar nicht eingeschlafen, sondern hätte stattdessen versucht, mich in einem Anfall tieftser Depression in einem Halbliterbecher Cola Light zu ertränken.
Die Schauspieler mögen brilliant sein, aber warum um Himmels Willen sollte ich so einen Film sehen wollen?
Mir fiele allenfalls dazu der Drang ein, der alte Leute als erstes die Todesanzeigen der Tageszeitung aufschlagen lässt, nämlich der, festszustellen, wem es jetzt akut schlechter geht als mir selbst.
So alt bin ich aber auch noch nicht, als dass ich diesem Drang schon Tribut zollen müsste. Deswegen bleibe ich kinomäßig auch eher beim guten alten Blockbusterkino. In letzter Zeit überleben die Helden zum Glück wieder etwas häufiger das Ende des Films. Was natürlich auch kein Garant für hochwertige Kinounterhaltung ist (Hulk, Hancock).

Abgesehen davon finde ich aber, dass ich doch noch gar nicht so alt sein kann, wenn micht trotz Anzug und Krawatte ein jugendlicher leicht angepunkter Radfahrer nach dem Weg zur Zentralbibliothek fragt.
Vielleicht hat er aber auch nur gedacht, dass ich aussehe wie der Bibliothekar.

So genau will ich das gar nicht wissen.

- The Beatles -

Ps: Kino. War ich diese Woche noch gar nicht. Und das, obwohl mein Moviepointskonto nach Einlösung der Prämie erschreckend mager aussieht.
Dafür war diesmal meine Frau. Eigentlich wollte sie mit Freundinnen in "Sex and the city", man entschied sich dann aber doch gegen das Votum meiner Frau für "Mamma Mia". Ein Film, in den sie partout nicht gehen wollte.
Eine Meinung, die sie dann während des Ansehens radikal geändert hat. Es ist wohl ein richtiger "Gute-Laune-Film" mit gut gemachten Gesangseinlagen (Meryl Streep und Pierce Brosnan singen selber), einer zwar dezent banalen, aber trotzdem netten Handlung und halt wirklich viel guter Laune.
Meine Frau berichtete, dass im gut bestzten Kino nahezu alle bis zum letzten Ton des Abspanns sitzen blieben - auch eine Erfahrung, die man nicht allzu oft macht, strömen doch die meisten Zuschauer beim ersten Anzeichen des Abspanns schon aus dem Kino.
Sowas spricht auch nicht unbedingt gegen den Film.
Fazit hier: Reingehen - selbst dann, wenn man eigentlich mit Abba so gar nichts anfangen kann.
Ich werde dann wohl am Sonntag mal wieder ins Kino gehen - da gibt es ein Narnia-Double-Feature und meine Frau und ich müssen ja erstmal prüfen, ob der zweite Teil überhaupt für unser Töchterlein geeignet ist.
Ausserdem gibt es für jede gekaufte Karte 50 Extrapunkte und ich muss ja so langsam mal wieder mein Konto auffüllen.

Mittwoch, Juli 16, 2008

Train

Ach, es ist doch wirklich zum in den Vorgarten vomitieren!
Ende August wollen wir (sprich: Meine Frau, meine Tochter und ich) einen Abstecher ins Rheinland tun zwecks Anwesenheit bei der Vermählung meines Herrn Papas. Da hat man ja nicht so oft die Gelegenheit dazu, erst recht nicht, wenn der alte Herr die 60 schon wacker überschritten hat. Und wo ich schon beim ersten Mal durch Abwesenheit glänzte, möchte ich wenigstens dieses Mal dabei sein.
Aber ich schweife ab.
Wir wollten eigentlich dem Herrn Mehdorn Gutes tun und per Schiene von Berlin nach Köln reiten. Auto ist ja doof, weil ich die Fahrerei über solche Strecken ähnlich wie meine Frau abgrundtief hasse, weil ich doch eine tolle EM-FanBahncard mein Eigen nenne, Bahnfahren ja viel entspannter ist als Fliegen und überhaupt eben.
Also habe ich mir mal im Internetz möliche Zugverbindungen rausgesucht und was soll ich sagen - die Bahn ist jedes Mal, aber auch jedes verdammte einzelne Mal teurer, als es wäre, die Strecke per Flieger zurückzulegen.
Die Sitzplatzreservierung hab ich dabei noch gar nicht berücksichtigt.
Das kann doch wohl nicht wahr sein!

Die Bahn mag durchaus eine bedenkenswerte Alternative zu Auto und Flugzeug sein, wenn man viel und regelmäßig (und alleine) reist, dementsprechend planen kann und auch ein Rabattkärtlein besitzt.
Oder wenn man eine "Scheiß drauf, wann es losgeht und wir ankommen"-Reise macht.
Für den gelegentlich bis selten Reisenden, der ganz gerne ohne siebenstündigen Zwischenstop auf dem Bahnhof von Bad Westernkotten (auch, wenn es da durchaus landschaftlich sehr reizvoll sein mag) von A nach B fährt, ist sie keine Alternative.

Ja, ich komme entspannter an, als wenn ich mit dem Auto fahre (was wir jetzt tun werden).
Aber die Entspannung ist mir nicht den Aufpreis von fast 200 Euro wert.
Es ist mehr als ärgerlich.
Die Strategie der Bahn ist offensichtlich darauf ausgelegt, abzuwarten, bis alle anderen Verkehrsmittel deutlich teurer sind als sie.
Liebe Bahn, also versuche ich es vielleicht in 5 Jahren nochmal, wenn der Spritpreis tatsächlich so hoch ist, dass Du billiger bist als alle anderen Verkehrsmittel.
Aber so, wie ich Dich kenne, wirst Du eh rechtzeitig vorher Deine Preise "anpassen", sprich: auch dann noch teurer sein, als eine Autofahrt bei einem Benzinpreis von drei Euro pro Liter.

Cleverer Plan.

- Three doors down -

Ps.: Hulk. Tja. Jaja. Hätte was werden können. Wenn, ja wenn man nicht beschlossen hätte, eine kinderkompatible, sprich: gegen Ende ganz, ganz böse geschnittene Version auf die deutschen Zuschauer loszulassen.
So aber ist der Ablauf etwas Folgender:
Leerlauf
Kurze Action in grün (im Dunkeln)
Leerlauf
Nochmal Action (grün, im Hellen, etwas länger und mit einer argen King-Kong-Reminiszenz)
Nochmal Leerlauf
Schlussaction. Und die mach ich am Besten an einem Beispiel aus "Herr der Ringe" deutlich.
Man erinnere sich:
Moria. Orks überall. Dann das Grauen aus der Tiefe.
DER BALROG!
Hier setzen wir ein:
Gandalf (zum Balrog): "DU KANNST NICHT VORBEI!"
Balrog (zu Gandalf): "UAAAAARGH!"
Galadriel (zu Frodo): "Gandalfs Tod schmerzt uns über alle Maßen!"

Da fehlt was? Eben! Genau wie im Hulk.

Es gibt dazu sogar ein offizielles Statement des Kinos, ich hab es nur leider zu spät gelesen:
"Liebe Kinobesucher,

wir möchten Sie darauf hinweisen, dass uns der Film "Der Unglaubliche Hulk" vom Filmverleih Concorde nur mit einer Altersfreigabe ab 12 Jahren zur Verfügung gestellt wurde.

Diese Version ist aus Gründen des Jugendschutzes in einer zentralen Kampfszene gekürzt. Die ungeschnittene Version mit einer Altersfreigabe ab 16 Jahren kann aufgrund einer stark reglementierten Kopienzahl nur in wenigen Kinos in Deutschland gezeigt werden.

Wir bedauern diesen Umstand, haben uns jedoch für einen Einsatz der geschnittenen Version entschieden, um allen "Hulk"-Fans den Film auch in Ihrer UCI KINOWELT anbieten zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis."

Da mag nun jeder für sich entscheiden, ob er den Film trotzdem sehen möchte. Aber wenn ich schon diese Art von Film anschaue (man erinnere sich, es ist ein Actionfilm - oder will zumindest einer sein), täte ich mich doch ein wenig freuen, wenn die Action auch drinbliebe.
So kann ich auch gleich Ang Lee's ersten Teil schauen, der soo schlecht nun auch wieder nicht ist.

Aber Psps: Ein Gutes hatte der Film: Dank der Bonuspunkte hab ich meinen Moviepoints-Kontostand auf 2.500 hochgelevelt (ja, ich geh schon mal hin und wieder ins Kino).

Und dafür krieg ich die Genesis-Live-DVD. Das ist doch wieder erfreulich.
Für die tolle Spice-Girls-Giftbox reicht es ja dummerweise noch nicht.
Aber wer will schon eine Giftbox?

Dienstag, Juli 08, 2008

Travelin' Soldier

Sehr geehrter Herr...,

wir bedauern es außerordentlich, dass es bei der Rückreise Ihres Türkei-Aufenthaltes zu Unannehmlichkeiten kam und es Grund zur Beanstandung gab.

Ihre Verärgerung können wir sehr gut verstehen, und wir bitten Sie dafür vielmals um Entschuldigung.

Wir bitten um Ihr Verständnis, wenn wir zum heutigen Zeitpunkt nicht im Detail auf die einzelnen von Ihnen geschilderten Unstimmigkeiten eingehen, da wir selbst mit den besten Erklärungen das Erlebte nicht ungeschehen machen können.

Seien Sie überzeugt, dass wir das geschilderte Erlebnis zum Anlass genommen haben, uns dafür einzusetzen, damit sich diese Situation nicht wiederholt, was für uns selbstverständlich ist.*

Selbstverständlich erstatten wir Ihnen Ihre Mehrkosten in Höhe von EUR 95,00. Des weiteren möchten wir Ihnen als Ausgleich für die Erlebten Unstimmigkeiten und Probleme EUR55 erstatten.**
Wir hoffen sehr, dass wir hiermit Ihre Enttäuschung ein wenig mindern konnten.

Nicht zuletzt um Ihnen zu verdeutlichen, dass die Kundenzufriedenheit in unserem Haus oberste Priorität genießt und wir Ihr Vertrauen in unser Unternehmen bewahren möchten, fügen wir diesem Schreiben einen Reisegutschein in Höhe von EUR50,00 hinzu.

Es würde uns sehr freuen, wenn Sie uns trotz dieser Erfahrung auch in Zukunft Ihr Vertrauen schenken und wünschen Ihnen für Ihre nächste Reise schon jetzt alles Gute.***

Mit freundlichen Grüßen
...

Na also, geht doch.
Das kam jetzt zwar nicht von Diana Tours/Medhotels (von deren Verwendung ich nach wie vor aufs Schärfste abrate), die es bis heute nicht für nötig hielten, auf mein Schreiben zu reagieren, sondern von lastminute.de, aber immerhin hielt man es wenigstens dort für angebracht, auf meine Schilderung zu reagieren.

* Seltsam? Aber so steht es geschrieben. Ich hab nur wortwörtlich abgetippt.
** Dito
***Dito dito

- Dixie Chicks -

Ps.: Hancock: Kann man ansehen. Muss man aber nicht. Nette Handlung, putziger Handlungstwist nach etwa 2/3 des Films (nicht ganz so unvorhersehbar wie "6th Sense" aber auch nicht völlig naheliegend) und ein wenig dick aufgetragen am Schluß.
Alles in Allem aber recht unterhaltsam. Ausserdem verfiel der Film nicht dem aktuellen unsäglichen Trend, dass jeder Kinofilm mindestens zwei Stunden dauern muss, auch wenn die Handlung nur für 90 Minuten trägt.
Danach ist Hancock auch schon wieder vorbei, man kann einigermaßen zufrieden das Kino verlassen und dann durch den strömenden Regen zum Auto stapfen.

Montag, Juli 07, 2008

Man's job

So, Wochenende ist leider mal wieder vorbei. Aber es sind ja nur fünf Tage, dann kommt wieder eines. Dazwischen nur eine Woche.
Dafür eine bedeutsame.
Meine letzte an meinem alten Arbeitsplatz.
Ich müsste lügen, würde ich behaupten, dass ich mich mit allzu großer Schwermut hier verabschiede.
Aber wenigstens beherrschte ich das, was ich hier zu tun hatte, recht gut.
Was ich natürlich von meinem neuen Job noch nicht behaupten kann.

Ach, was solls.

Es ist ja auch gar nicht so schlecht, nach fast drei Jahren mal wieder etwas Neues anzufangen.
Abgesehen davon hab ich nächste Woche erst mal Urlaub. Die ich vermutlich nutzen werde, um mir ein paar neue Klamotten zu kaufen.
Anzug und so.
Krawatte.
Blärch!

Trotzdem, ich freu mich drauf und bin gespannt.
Ausserdem werde ich ein Büro haben, in dem es so warm ist, dass ich auf der Fensterbank Tomaten züchten kann. Das wollte ich immer schon mal machen.
Zuchtergebnisse werden selbstverständlich dokumentiert.

- Bruce Springsteen -

Ps.: "Kung Fu Panda" ist klasse. Auch für Leute, die deutlich älter sind als 8 Jahre. Reingehen!

Dienstag, Juli 01, 2008

Ene Besuch im Zoo

Ist es vorbei? Kann ich endlich wieder rauskommen?
Während in ganz Fußballdeutschland gestern die vier Wochen lang ungewaschen getragenen Trikots gemeinsam mit den schwarz-rot-goldenen (wahlweise auch gold-schwarz-roten) Fähnchen endlich wieder im Keller oder auf dem Dachboden verstaut wurden und dort hoffentlich auch mindestens bis zur nächsten Meisterschaft hübsch liegen bleiben, durfte in Berlin dem Fußballfanatismus noch ein Tag länger gefrönt werden.
Man kam praktisch nicht drum herum; selbst seröseste Nachrichensender meinten, als Erstes immer die Sensation verkünden zu müssen, dass die Herren Balltreter jetzt auf der Fanmeile eingetroffen seien und dorten hochgejubelt würden.
Muss ich nicht wirklich haben.
Mir persönlich hätte es ja schon gereicht, wenn sie zwei Spiele gewonnen hätten - länger als bis zum August brauch ich meine Bahncard dieses Jahr eh nicht.
Was ich auch nicht haben musste, war am Sonntag das Fussballspiel.
Nur weil geschätzte 82 Millionen Deutsche vor den Fernsehern saßen, musste ich das ja nicht auch.
Dafür hatten wir schon am Sonntag tagsüber etwas gemacht, was - zumindest gefühlt - alle die Berliner gemacht haben, die sich nicht auf der Fanmeile versammelt hatten: Einen Zoobesuch.

Unsere Tochter hatte am Sonntag Geburtstag und wünschte sich einen Familienausflug dorthin.
Ich muss gestehen, dass ich schon oft im Tierpark war (an dieser Stelle muss ich in höchstem Maße aufpassen, dass ich nicht versehentlich "Tiergarten" schreibe, ansonsten zürnt mir nämlich meine Frau), im Zoo aber, im Gegensatz zu Frau und Tochter, noch kein einziges Mal.

Also habe ich jetzt einfach die Gelegenheit ergriffen und schlage hiermit gleichzeitig mindestens 27 Fliegen mit einer Klappe:
1. hatte unsere Tochter (und wir mit ihr) einen schönen Tag
2. sind unsere Portemonnaies seitdem nicht mehr so schwer, dass wir vom Herumtragen Rückenschmerzen bekommen müssten
3. habe ich jetzt auch einmal den Berliner Zoo von innen gesehen.
4. habe ich Knut gesehen
5. habe ich zahllose Fotos von ihm gemacht
6. stelle ich die jetzt in meinen Blog ein
7. strafe ich damit alle Lügen, die behaupten, dieser Blog sei langweilig und farblos, weil ich nie Bilder drin habe
8. erfährt man damit quasi spielerisch allerlei Wissenwertes über die Tierwelt der Arktis
9. ähem, nun, 9. nun ja, 9. dumdidum...

Also gut. Dann halt nur acht Fliegen. Immerhin eine mehr als das tapfere Schneiderlein geschafft hat.
Der Lusche.

Jetzt aber los:

Auf dem ersten Foto sehen wir eine Elefantenherde bei dem Versuch, ihr Junges zu schützen.
Was die in der Arktis zu suchen haben, weiss ich allerdings leider auch nicht.


Kommen wir also zu den wirklich interessanten Bildern:

Hier sehen wir auch schon Knut in der typischen Wachhaltung eines Eisbären. Nähert sich ein Feind, warnt er die übrigen Eisbären durch Pfiffe und Schrillgeräusche, worauf hin sich die Herde dann blitzschnell in Löcher im Eis zurückzieht.




Knut im Dunkeln. Eisbären sind, wie die Wissenschaft mittlerweile weiß, äusserst nachtaktive Wesen, die gerne nach Einbruch der Dunkelheit auf die Jagd gehen.


Knut verzehrt seine Lieblingsspeise - Karotten und Äpfel. Die Ruhe, die der junge Eisbär hier ausstrahlt, täuscht vollkommen. Provoziert man ihn beispielsweise durch die Wegnahme eines Möhrenstückchens, kann der ansonsten äusserst friedliebende Eisbär schnell zur rasenden Bestie werden.


Knut beim ausgelassenen Spiel. Der kleine Eisbär tollt behände in seinem Gehege herum und hangelt sich von Ast zu Ast. Gerne schaukelt er auch einmal in dem eigens dafür aufgehängten Reifen.

Ein Beispiel vollkommener Mimikri:
Knut liegt hier, perfekt getarnt als Stein, auf der Lauer, um dann unerwartet seine Tarnung aufzugeben und sich blitzschnell auf ahnungslos vorbeiziehende Beutefrüchte zu stürzen.


Hier sehen wir einen der wenigen natürlichen Feinde des Eisbären, ein besonders schönes Exemplar der Gattung Cavia porcellus. Es ist eine unbeschreibliche Erfahrung, die ungezähmte Kreatur in einer ihrem natürlichen Lebensraum nahezu perfekt nachgestellten Umgebung erleben zu dürfen.

Bei dieser Aufnahme hatte ich das Glück, ganz nah an Knut herankommen zu können. Ungeachtet etwaiger Gefahren für Leib und Leben ist mir hierbei ein, wie ich finde, hervorragender Schnappschuss gelungen.



Dieses Foto schlägt ein wenig aus der Reihe; es war noch ein wenig Platz auf dem Chip der Kamera.
Ich habe daher auch einmal ein eher untypisches Zootier fotografiert.


Einen Kranich.

So, jetzt möchte ich aber auch kein Gemecker mehr von wegen fehlende Bilder und so hören.

- Hans Knipp -