Donnerstag, Mai 29, 2008

Centerfold

Bild von hier

Das Leben ist eine Aneinanderreihung von Fragen:
Woher kommen wir?
Wohin gehen wir?
Wieso ist die Welt oft so ungerecht?
Warum ist ausgerechnet Kurt Beck SPD-Vorsitzender?
Wie faltet man ein Damennachthemd?
(Möglicherweise wird sich nun dem einen oder anderen noch eine Frage auftun: "Hast Du einen an der Waffel?", aber über so etwas will ich einmal großzügig hinweg sehen).

Ich habe mich damit abgefunden, die Fragen 1 bis 4 wohl nicht abschließend beantworten zu können, aber bei Frage fünf bleibe ich hartnäckig.
"Warum dies?" ruft es da von der einen Seite und "Hast Du sonst keine Sorgen?" von der anderen.

Der Hintergrung ist schnell erklärt: Ich war ja vor kurzem noch verreist - alleine mit dem Töchterlein, alldieweil die Gemahlin ja leider keinen Urlaub bekam.
Über die Tücken dieser Reise muss ich mich wohl kein zweites Mal auslassen, aber eines war doch sehr ansprechend:
Jedes Mal, wenn wir des Nachmittags auf unser Zimmer kamen, war es hübsch hergerichtet und die Nachtwäsche war in aparten Formen auf den Betten drapiert.
Als ich dies hernach meiner Frau schilderte, meinte sie, dass sei, wenn sie schon nicht habe mitfahren können, doch wenigstens ein wenig Urlaubsflair in der Form verdient habe, dass ich fortan ihre Nachthemden ähnlich hübsch anrichten möge.
Da ich ohnehin als Späteraufstehender für das Bettenmachen zuständig bin, habe ich natürlich gerne eingewilligt.
"Aber mit einem Leckerli auf dem Kopfkissen", nutzte meine Frau die Gelegenheit aus.

Seitdem komme ich ihrer Bitte nach, stoße aber doch so langsam an meine kreativen Grenzen in Sachen hübscher Herrichtung.
Und an dieser Stelle kommt die geneigte Leserschaft ins Spiel:
Was ausser einem Schmetterling und einer Bonbonrolle kann man noch aus einem Damennachthemd zaubern (ohne zu Schere, Nadel und Faden greifen zu müssen)?

Die hiermit einem Besuche anempfohlene Frau Lily war so freundlich, pünktlich zum Aufkommen des Problems einen Kummerkasten einzurichten und mir schon einige Tips zu geben, aber ich will mehr!
Viel mehr!

Ich bitte also höflichst um Vorschläge:
Wie kann man ein Damennachthemd kreativ falten?

Auf dass es von diesem Blog noch in fünfzig Jahren heißen möge:
"Och joh, die Posts waren ja jetzt nicht der Überhammer. Aber seine Sammlung von 1001 Tips zum Falten eines Damennachthemdes haben ihn für immer in den Kreis der Unsterblichen erhoben!"

Ich warte.

- J. Geils Band -

Dienstag, Mai 27, 2008

Cinema

Gestern habe ich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder einen Western im Kino gesehen.
War ganz ansprechend, auch wenn mir bis zum Schluss verborgen blieb, warum alle ausgerechnet den Typen mit dem Cowboyhut "Indianer" genannt haben.
Ha. Haha.
Ein Brüller, dieser Scherz, gelle? Auf dem besten Weg, ein Klassiker des Genres zu werden.
Was man - zu meinem alleraller(man ergänze hier beliebig viele "allers")größten Bedauern von dem Film wohl nicht sagen können wird.
Ganz ehrlich gesprochen: Er ist gut, streckenweise sogar sehr gut. Er ist unterhaltsam. In Maßen auch witzig. Aber irgendwie seelenlos.
Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich mit 15 mit schweißfeuchten Händen und hochgradig nervös an der Kinokasse stand, um in meinen ersten "ab 16"-Film zu gehen. Was war das für ein Triumph, als ich dann im Kino saß und Willie "Anything goes" singen sah und hörte, in der Gewissheit, jetzt zu den Großen zu gehören.
Und das war noch der schlechteste Film der Reihe. Ich fürchte, diesen Rang wird er sich jetzt mit dem Königreich des Kristallschädels teilen müssen.

Ich sag jetzt mal gar nichts zur Handlung - wer ihn sich anschauen möchte, dem will ich es nicht verderben, wer ihn schon gesehen hat, kennt sie eh und wer den Film eh nicht sehen will, der braucht sie auch nicht zu kennen.

Um mich nicht falsch zu verstehen - der Film ist groß, größer als 95% der anderen Actionfilme. Aber man möge ruhig mich maßlos nennen, aber für Indiana Jones ist mir das nicht groß genug. Ich habe 19 Jahre gewartet und schon bei "Fate of Atlantis" gefragt, ob das nicht eine tolle Vorlage für den vierten Teil wäre.
Und ich muss sagen: Ja, vermutlich sogar die bessere.
Zu Indy gehört immer ein Schuss Übertreibung und ein Schuss Esoterik, aber man sollte auch die Übertreibung nicht übertreiben.
Das hat man aber leider in Teil vier getan. Eine Beschränkung auf die alten Tugenden, eine Reduzierung auf Weniger wäre mehr gewesen.
Ich freue mich über Unmengen künstlicher Spinnweben, ich freue mich über halbvermoderte Mumien, über ekliges Krabbelgetier und die unvermeidlichen Schlangen. Ich freue mich über den Hut, die Peitsche und den (leider zu kurz anklingenden) "Raiders March".
Ich freue mich über einige gelungene Anspielungen auf frühere Teile und ein neues Setting (auch wenn das alte noch lange nicht verbraucht war).

Aber ich ärgere mich aber auch darüber, dass hier, offensichtlich in der Absicht, etwas für wirklich jeden zu schaffen, etwas geschaffen wurde, das zwar für jeden etwas, aber für keinen alles bringt.

Ich würde den Film gerne großartig finden und finde ihn nur sehr gut.

Tut mir leid.

- Nazareth -

Ps.: Die Hoffnung stirbt ja zu ganz allerletzt. Und die Schlußszene schließt ja einen fünften Teil nicht vollständig aus.
Für den wünsche ich mir dann wieder ein bisschen mehr Spielberg und ein bisschen weniger Lucas.

Dienstag, Mai 20, 2008

Football´s Coming Home

Der Blick vom Hotelbalkon


Deutschland, oleee, oleee, oleee, oleee!
Ich drück ja unseren Jungs aufs Heftigste die Daumen, dass sie noch ein paar Runden weiterkommen.

"Wie das?" mag jetzt so manch einer kopfschüttelnd murmeln. "Der Herr Falcon ein Freund des runden Leders? Schmähte er nicht noch vor kaum zwei Jahren dessen Anhänger auf Übelste, als anlässlich einer in Deutschen Landen stattfindenden Sportfestivität ein hysterischer Massentaumel ausbrach?"
"Jaja" kann ich da nur altersweise antworten.
Damals war ich ja auch noch nicht stolzer Besitzer einer Bahncard, die sich mit jedem gewonnenen Spiel der deutschen Jungs ("unserer Jungs", wie ich sie seit kurzem bisweilen verschämt zu nennen pflege) um einen Monat verlängert.
"Wie das?", mag jetzt so manch einer kopfschüttelnd murmeln. "Der Herr Falcon ein Freund der Schiene? Nutzte er bislang nicht jede Gelegenheit, die Bahn und ihr Personal zu schmähen und ein Lobpreis dem motorisierten Individualverkehr zu singen?"
"Jaja", kann ich da nur altersweise antworten.
Damals musste ich ja auch nicht dringend von Köln nach Berlin kommen.
"Wie das?", mag jetzt so manch einer kopfschüttelnd murmeln. "Der Herr Falcon ein Freund der Stadt am Rhein? Schmähte er dieselbige nicht in manch einem Post aufs Übelste?"
"Neinnein", muss ich hier entschieden dagegen halten. Na gut, den Kölner Karneval finde ich wirklich übel, aber die Stadt selber mag ich sehr.
Trotzdem wollte ich gerne von da weg. Vor allem an diesem speziellen Freitag. Da hätte ich nämlich eigentlich mit meiner Tochter in Berlin sein wollen.
Wieso dann Köln? Na ich war doch in der Türkei. Eine Woche, mit unserem Töchterlein.
Meine Frau hatte leider keinen Urlaub bekommen können; dafür krieg ich im Sommer keinen, so dass dann sie mit dem Kinde verreist, während ich hier die Stellung halte.

Also Türkei.
Antalya, genauer gesagt.
Noch genauer, Kemer.
In jedem Fall etwa 1 1/2 Stunden Fahrtzeit vom Flughafen entfernt.
Dies bitte ich, im Hinterkopf zu behalten.
Nur für den Fall der Fälle.

Im Rahmen des Urlaubs durfte ich dann feststellen, dass türkische vier Sterne wohl nicht ganz deutschen vier Sternen entsprechen, dass es nicht wirklich appetitlich ist, wenn andere Gäste beidhändig in die Schüssel mit frischen Kräutern greifen und die nicht benötigten zurückfallen lassen, dass in der Türkei gestrandete Deutsche, die dort Wasservergnügungen wie den Ritt auf einer Plastikbanane hinter einem Motorboot feilbieten, ziemlich schmierige Gestalten sind, mit denen gemeinsam man nicht sein Abendbier einnehmen möchte, ein von einem komplett russischen Animationsteam (Irina, Oleg und Oleg) zu "Dancing Lasha Tumbai" vorgetragener Clubtanz recht affig ist und durchaus in Berlin die Sonne scheinen kann, wenn es in der Türkei regnet.
Aber das Zimmer war ok, der Pool war schön und das Meer auch (trotz Steinstrand) ganz gut.
Über das Essen breiten wir den Mantel des Schweigens, aber insgesamt war es trotzdem eine nette und erholsame Woche.
Nicht Südafrika, aber auch sehr apart

Transferzeit zum Flughafen noch präsent?
Dann ist ja gut.
Denn Freitag sollte unser Flug nach Berlin gehen. Um 10.10 Uhr.
Meine Frau hatte von Deutschland aus sicherheitshalber noch einmal angerufen und sich die Flugzeit bestätigen lassen, zusammen mit dem Hinweis, man möge etwa 2 Stunden vor Abflug im Flughafen sein.
Donnerstag nachmittag, nach 4 Anrufen beim lokalen Vertreter des Reiseveranstalters, kam dann endlich das Fax, das uns die Uhrzeit mitteilte, wann der Transfer zum Flughafen erfolgen sollte.
7.50 Uhr stand darauf.
Wie war nochmal die Transferzeit? Alle aufgepasst?
Fein.
Mein Hinweis, dass das etwas knapp werden könnte, wurde abgebügelt mit der Bemerkung, dass das schon alles ok sei, schließlich mache man so etwas nicht zum ersten Mal.
Der Bus kam dann auch.
Um 08.10 Uhr.
Plus einer Transferzeit von - na? genau, 1 1/2 Stunden, könnte das durchaus etwas eng werden.
So isses.

Dumm auch, dass wir noch bei einem weiteren Hotel vorbeischauten, wo eine gut 20-köpfige schwäbische Rentnertruppe zustieg, alle in bester Laune, alle in gelbe T-Shirts mit Aufsticker des Reiseunternehmens gewandet, alle ein wenig behäbig, weswegen die ganze Aktion nochmal gute 10 Minuten dauerte.
Viertel vor neun war es da und Antalyas Flughafen immer noch eine gute Stunde entfernt.
Ich will nicht verhehlen, dass ich zu diesem Zeitpunkt ein wenig nervös wurde.
Der Bus zuckelte also weiter in Richtung Stadt und mit abnehmender Enfernung zum Flughafen nahm auch die Zeit bis zum Start unserer Maschine ab.
Meine Nervosität nahm im Gegenzug ein wenig zu.
Um es kurz zu machen: Wir waren um 09.50 da, der Flieger nach Berlin stand startbereit auf dem Rollfeld, das Boarding war längstens abgeschlossen, das Check-In sowieso.
Die Mitarbeiterin der Condor erklärte uns freundlich, aber bestimmt, dass wir ja wohl ein wenig spät dran seien. Das war mir auch klar, sagte ich ihr, aber wir konnten ja schlecht unterwegs aussteigen und hoffen, zu Fuß schneller ans Ziel zu kommen.
Auf den Flug kämen wir jedenfalls auch nicht, meinte sie.
Ich kann jetzt aus eigener Anschauung sagen, dass es ein Scheissgefühl ist, zu sehen, dass das Flugzeug, mit dem man eigentlich mitwollte, gerade abhebt, man selber in der Türkei steht mit einer todtraurigen Achtjährigen, die sich auf die Rückkehr zur Mama gefreut hat und hört, dass der nächste Condorflug nach Berlin erst am nächsten Tag geht.
Ein Anruf beim örtlichen Büro des Reiseunternehmens (Medhotels/Diana Travel, merken und meiden!) führte zu Gesprächen mit insgesamt vier mehr oder minder unwilligen Mitarbeitern, von denen jeder sich die Geschichte auf neue erzählen ließ, nur um mich dann zu nächsten Englisch radebrechenden Vertreter durchzustellen.
Nachdem mich der letzte der Vier eine Zeitlang in der Musikschleife hängen ließ, teilte er mir mit, man könne mir da auch nicht helfen, ich möge mich an das Büro des Unternehmens im Flughafen wenden, womit er die Angelegenheit als erledigt betrachtete und auflegte.
Ich kam leider nicht mehr dazu, ihm zu erklären, dass ich das gerne getan hätte, wäre selbiges auch besetzt gewesen, was aber nicht der Fall war.
Irgendwann tauchte dann die freundliche Condordame wieder auf und bot uns an, dass wir auf einen Flug nach Köln, München oder Hamburg am selben Tag gebucht werden könnten, wober der Hamburgflug erst gegen 20.00 starten sollte, der nach München am Nachmittag und der nach Köln in 40 Minuten.

Köln ist ja immer noch irgendwie vertrautes Gebiet (im Gegensatz zu München und Hamburg, die ich mehr oder weniger nur vom Durchfahren her kenne), also beschlossen wir nach kurzer Überlegung (und einem weiteren Besuch im immer noch nicht besetzten Diana Travel-Büro, das, und dies nur am Rande wohl irgendwie mit TUI und Neckermann zu tun hat), das Angebot anzunehmen.
Immerhin ist die Wahrscheinlichkeit, von Köln am selben Tag noch nach Berlin zu kommen, um einiges höher als die von Antalya aus.

Und da schließt sich der Kreis und wir sind wieder am Anfang dieses kleinen Posts.
Wir waren also in Köln, haben da ein Bahnticket nach Berlin gekauft ("Sie sind aber ganz schön spät dran. Für Sitzplätze hätten Sie ein bisschen früher kommen müssen" - meine Hände zuckten leicht in Richtung des Halses der Bahnmitarbeiterin) und haben dabei auf Nachfrage erfahren, dass das Ticket, wenn man gleichzeitig noch die EM-Bahncard mitkauft, gemeinsam mit dieser Bahncard immer noch sieben Euro billiger sei als das reine Ticket .
Und so kam es also, dass ich jetzt stolzer Besitzer einer Bahncard 25 bin und seitdem unseren Jungs aufs Heftigste die Daumen drücke.

Ist doch eigentlich ganz einfach, oder?

- 3 Lions -

Ps: Daumen drücken tue ich auch mir selber, dass dieses unsägliche Unternehmen mir zumindest die Kosten für das Bahnticket zurückerstattet.
Ich werde berichten, wie es weitergeht.

Donnerstag, Mai 08, 2008

I am ready

Tag 4

Fast fertig.
Sollte ich auch besser sein, denn morgen geht es in den Urlaub.
Das Zimmer ist jetzt komplett umgeräumt und sieht deutlich größer aus als vorher.
Ausserdem könnte eventueller Besuch jetzt tatsächlich wieder auf der Gästecouch schlafen.
Jetzt ist es auch möglich, das Zimmer ziemlich gut abzudunkeln (Hallo, Herr Schaffner! Halo am Nachmittag geht jetzt ;-)).
Hat jemand den Film "5 Mulden und eine Leiche" gesehen?
Das kam mir gestern unter der Dusche in den Sinn. Erschreckend wäre es doch, wenn es mich plötzlich niederstreckt, und das Einzige, was meine beiden Liebsten noch von mir haben, 5 gefüllte Müllcontainer wären. Da ist es nur ein schwacher Trost, dass sie mangels Fußbodenheizung nicht auch noch meine Überreste vom Boden abkratzen müssten.
So wirklich fertig bin ich ja immer noch nicht. Während die eine Bücherwand jetzt wieder halbwegs aufgeräumt ist, wartet die andere noch darauf.
Darf man Bücher wegwerfen?
Schon der Gedanke ist für viele ja schon so verwerflich, dass ihnen das Fegefeuer als Strafe für den Bücherwegschmeisser zu gering erscheint.
Andererseits - muss man wirklich Bücher mit dem hübschen Titel "Katzenliebe" behalten?
Darf man nicht getrost ein Buch, dessen Autoren sich damit brüsten, die Prophezeihungen des Nostradamus vollständig entschlüsselt zu haben - und damit vollständig falsch liegen - darf man nicht so ein Buch problemlos in die Altpapiertonne schmeißen?
Ich hoffe, die Frau Meise verzeiht mir, aber ich denke, ja, man kann.
Keineswegs wegschmeißen werde ich natürlich dieses Werk:
Im Gegenteil, ich werde es hüten wie meinen Augapfel und in höchstem Maße wertschätzen.
(Und ja, das was da unten zu sehen ist, sind die Buffy-Staffeln. Lacht ruhig.)
Ich kann ja noch während der nächsten acht Tage in der Türkei darüber nachdenken.
Es ist natürlich klar, dass pünktlich mit Beginn unseres Urlaubs dort die Temperaturen fallen und hier in Berlin steigen. Im Moment herrscht noch Gleichstand, aber ich vermute, dass ab morgen in Antalya Nachtfrost einsetzt, während hier die 30-Grad-Marke locker überschritten wird.
Na gut, pack ich halt den langen Schlafanzug ein.

Einfacher fällt übrigens die Entsorgung bei dem ganzen Mailmüll, der in meinem Postfach gelandet ist. Es ist unglablich, wieviel Mist sich in zwei Tagen ohne Internet ansammeln kann.
Zum Glück funktioniert der Spamfilter von GMX ganz ordentlich - da reichen zwei Klicks ("alles markieren" - "löschen") und schon ist alles wieder ordentlich.
Hach, wenn es im wirklichen Leben doch auch so einfach wäre...

- Counting Crows -

Ps.: Ich nehm den Laptop mit. Mal schauen, wenn mich das Hotel mit oder ohne Schnur ins Internet lässt, kann ich vielleicht Liveberichterstattung von der türkischen Küste bieten.

Dienstag, Mai 06, 2008

Chaos

Tag 2

Ich bin umzingelt.
Auf allen Seiten türmen sie sich bedrohlich auf.
Nicht die Hitze lässt den Schweiß auf meiner Stirn perlen, es ist die Angst.
Was ich auch tue, welche Seite ich auch in Angriff nehme, sie scheinen immer mehr zu werden.
Aber heute werde ich sie kleinkriegen.
Hoffentlich.

Es ist unglaublich, wieviel Gerümpel sich in nicht einmal drei Jahren in einem einzigen Zimmer ansammeln kann.
Zugegebenermaßen stehen hier auch noch immer drei Kartons, die seit unserer Rückkehr aus Almaty praktisch unangetastet sind.
Nun gibt es ja diese Faustregel, nach der man alles, was man ein halbes Jahr nicht gebraucht hat, getrost wegschmeißen kann.
Da kann ich aber nur sagen: "In your face, Faustregel!"
Immerhin konnten wir neulich, anlässlich der Lesenacht unserer Tochter erstmalig auch die vor 5 Jahren gekaufte Luftmatratze benutzen. Hätte ich die faustregelkonform nach sechs Monaten entsorgt, hätte das arme Kind auf dem Boden schlafen müssen.
Und man sollte nicht für möglich halten, wie dreckig ein angeblich am selben Tag gereinigter Schulfußboden sein kann.
Aber ich schweife ab.
Also erst einmal raus mit den alten Computerzeitungen. Lese ich eh nicht mehr und die Altpapiersammlung meiner Tochter freut es.
Dann weg mit den Kabeln, die hier unnütz rumfliegen.
Woher kommen eigentlich 10 Telefonkabel? Wir haben 3 Telefone, von denen zwei auch angeschlossen sind.
Wieso haben wir dann immer noch 10 Kabel? Gibt es irgendwo noch ein geheimes Telefonversteck, das uns entgangen ist?
Konservativ geschätzt 150 Konsolenspiele. Etliche noch in Folie. Nochmal gut 50 PC-Spiele.
Die kann ich doch mein Lebtag lang nicht alle spielen.
Ich rede mich zwar damit raus, dass ich sammle, aber eigentlich hab ich ein Problem, mich von Sachen zu trennen. Da muss ich noch ordentlich dran arbeiten.

So, genug gejammert. Weiter geht es.
Immerhin, gut vier Müllsäcke hab ich schon gefüllt. Mal schauen, wieviel es noch werden.

- Herbert Grönemeyer -