Dienstag, Juli 29, 2008

Time for leaving

Wenn mir im Moment tierisch was auf den Keks geht, dann sind es diese Auswandererdokus, mit denen man zur Zeit im Fernsehen totgeballert wird.
Dieses ständige Rumgesülze, wie doof bürokratisch Deutschland doch ist und wie entspannt und frei das Leben in Norwegen.
Und dann sitzen die Deppen da mit einem Besuchsvisum und wundern sich darüber, dass sie nicht binnen 2 Tagen 17 Jobangebote mit einem Jahresgehalt von mindestens 500.000 Euro bekommen. Netto versteht sich.
Und natürlich darüber, dass die Winter im Norden so lang und kalt sind.
Oder dass es, im Falle einer Auswanderung in südliche Gefilde, da immer so heiß ist.
Mittlerweile wechsle ich ja reflexartig den Sender, sobald auch nur eine Vorschau gezeigt wird, aber so langsam sind die Sender, zu denen man noch wechseln kann, auch immer dünner gesät.

Gerne würde ich ja zum WDR wechseln, aber seitdem unser Kabelversorger in den Kanälen rumgepfuscht hat, kriegen wir den nur noch sporadisch.
Und wenn er dann mal reinkommt, rauscht es meistens einmal kurz und dann ist wieder N24 auf dem Sendeplatz.
Aaargh.

- Kurze Exkursion -
Apropos Argh: Sollte sich einer der hiesigen Besucher (ich bitte den Begriff "Besucher" geschlechtsneutral zu verstehen. Selbstverständlich sind auch Besucherinnen angesprochen. Ich könnte natürlich auch schreiben "Sollte sich eine der hiesigen Besucherinnen" und damit auch die männlichen Besucher meinen. Mach ich aber nicht. Wer sich beschweren will, möge einfach seinen Blick nach rechts unten schweifen lassen. So, gut ist.) Sollte sich also einer der hiesigen Besucher wundern, was denn dieses seltsame Bildchen rechts oben mit der schönen Überschrift "Onargh" und den vier, nein fünf, lustigen kleinen Bildchen darunter zu bedeuten hat, so sei hiermit die Erklärung gereicht:
Das ist meine XBox 360-Gamercard.
Heißt, wenn ich dort online spiele, tue ich das unter dem schönen Namen "Onargh" (sonst war schon alles vergeben). Was ich dann spiele, erkennt man an den kleinen Bildern. Im Moment vor allem "Bomberman", gelegentlich auch "Die Siedler von Catan", "Puzzle Quest", "Scene it?" und seit längerer Zeit nicht mehr "Bioshock".
Wenn der Herr Schaffner und ich das mit den Coop-Spielen mal wieder auf die Reihe bekommen, werden sich die kleinen Bilder auch ändern.
Ansonsten steht es natürlich jedem hier vorbei schauenden XBox360-Besitzer frei, mich online mal zu besuchen.
Playstation 3 ist aber pfui. Natürlich nur, bis ich selber mal eine habe.
- Ende der Exkursion -

Im WDR immer wieder gern gesehen (wenn mich unser Kabelbetreiber lässt), ist die hübsche Sendung "Was liest Du" des Sonntags abends.
Hier stellen Jürgen von der Lippe und ein Gast (siehe hierzu die Erläuterung zum Begriff "Besucher") immer wieder neue, durch die Bank humoristische Bücher vor, inkluisive der Gattung "Klolektüre".
Die Männer unter den Besuchern werden um die Unentbehrlichkeit selbiger wissen.
Manches kenne ich natürlich schon, manches ist auch doof, aber oft genug sind Perlen darunter, die dann doch einen Kauf anraten.
Jüngst Bücher von Horst Evers. Den wird auch nicht jeder ins Herz schließen, aber schon die Geschichte, wie er, ungewollt natürlich, seine achtjährige Tochter unter massivem öffentlichem Druck aufklären muss, ist den Kauf des gesamten Buches wert. Das heißt übrigens "Mein Leben als Suchmaschine" und sollte in keiner anständigen Bibliothek fehlen.
Zumal ja ein Preis von 12,95 Euro für ein gebundenes Buch heute schon fast ein Schnäppchen ist.
Aber ich gehe mal davon aus, dass ich mit dieser Empfehlung ohnehin Eulen nach Athen trage, denn der kluge Leser (siehe hierzu die Erläuterung zum Begriff "Besucher") dieses Blogs hat natürlich mindestens ein Buch von Horst Evers im Regal stehen.
Hörbuch gilt natürlich auch.
So, Schluß für heute. Schließlich ist nicht umsonsten draußen traumhaftes Wetter, das ich nach dem Ende meiner Mittagspause ganz entspannt genießen kann.
Durchs Fenster, aus einem warmen Büro heraus.

Mist auch.

- Big Country -

Ps.: Kino. Diese Woche wieder nicht. Narnia hatte ich ja angedacht, bei einem Preis von 9 Euro für die Eintrittskarte den Gedanken schnell wieder beiseite geschoben. Meine Frau hat natürlich Recht wenn sie sagt, dass uns das sicher nicht umbrächte, aber soviel Geld will ich einfach nicht für Kinoeintritt ausgeben. Und sonst kommt zur Zeit auch nichts, was den Besuch wert wäre. Übrigens finde ich es ja bezeichnend, dass Hulk nur noch eine einzige Vorstellung bekam. Samstagabend, um 22.45 Uhr.
Verdient hat er es.

Donnerstag, Juli 24, 2008

When I'm sixty-four

Man wird ja nicht jünger.
Ich glaube, darüber habe ich mich schon mal am Rande ausgelassen.
Im Moment scheint mich aber die Wucht des Alters mit einer Breitseite erwischt zu haben - gestern bin ich gegen halb zehn eingeschlafen.
Soweit nicht schlimm, hätte ich brav im Bettchen gelegen (na gut, auch das wäre schlimm, aber nicht soo schlimm).
Ich aber hatte es mir auf unserer Couch im Arbeitszimmer gemütlich gemacht und bei aufgedrehter Verstärkeranlage und auf großer Leinwand Star Wars geschaut.
Ich meine, natürlich könnte ich jetzt auch Lob ob der respektablen Leistung einfordern, die ich erbracht habe, indem ich mich auf einer Couch mit einer Sitzbreite von 1,20 so zusammengefaltet habe, dass ich darauf einschlafen konnte.
Aber bei Kriech der Sterne?
Gerade in dem Moment, in dem der rasende Falke in den Traktorstrahl des Todessterns gerät?
Neinnein, schön ist das nicht. Wenn mich wenigstens bei so einem Reißer wie "Sommer vorm Balkon" Herr Morpheus zu sich genommen hätte.
Oder bei "Der Mond und andere Liebhaber".
Auch wieder so ein Film, den ich mir nicht zwingend anschauen muss.
Warum dieses?
Na, ich zitier dazu mal aus der "Berliner Zeitung" vom 23.07.08:
"Es ist die Geschichte von Hanna, einer Frau mittleren Alters, die in der ostdeutschen Provinz lebt und von mehreren Schicksalsschlägen heimgesucht wird. Die 19-jährige Tochter stirbt bei einem Autounfall, dann geht Hannas Kosmetikstudio pleite - der Laden wird sogar in die Luft gesprengt. Doch Hanna kämpft. Sie reist in die Türkei und stürzt sich in eine leidenschaftliche Affäre mit dem Anorakverkäufer Hansar (Birol Ünel), der allerdings Frau und Kinder hat."
Sollte ich noch ergänzend erwähnen, dass Hanna auch noch einen Arm verliert und zudem vom Mann ihrer besten Freundin um ihre Ersparnisse gebracht wird?
Muss ich gar nicht erwähnen? Fein, dann lass ich es auch besser bleiben.
Aber viellecht wäre ich auch bei diesem Film gar nicht eingeschlafen, sondern hätte stattdessen versucht, mich in einem Anfall tieftser Depression in einem Halbliterbecher Cola Light zu ertränken.
Die Schauspieler mögen brilliant sein, aber warum um Himmels Willen sollte ich so einen Film sehen wollen?
Mir fiele allenfalls dazu der Drang ein, der alte Leute als erstes die Todesanzeigen der Tageszeitung aufschlagen lässt, nämlich der, festszustellen, wem es jetzt akut schlechter geht als mir selbst.
So alt bin ich aber auch noch nicht, als dass ich diesem Drang schon Tribut zollen müsste. Deswegen bleibe ich kinomäßig auch eher beim guten alten Blockbusterkino. In letzter Zeit überleben die Helden zum Glück wieder etwas häufiger das Ende des Films. Was natürlich auch kein Garant für hochwertige Kinounterhaltung ist (Hulk, Hancock).

Abgesehen davon finde ich aber, dass ich doch noch gar nicht so alt sein kann, wenn micht trotz Anzug und Krawatte ein jugendlicher leicht angepunkter Radfahrer nach dem Weg zur Zentralbibliothek fragt.
Vielleicht hat er aber auch nur gedacht, dass ich aussehe wie der Bibliothekar.

So genau will ich das gar nicht wissen.

- The Beatles -

Ps: Kino. War ich diese Woche noch gar nicht. Und das, obwohl mein Moviepointskonto nach Einlösung der Prämie erschreckend mager aussieht.
Dafür war diesmal meine Frau. Eigentlich wollte sie mit Freundinnen in "Sex and the city", man entschied sich dann aber doch gegen das Votum meiner Frau für "Mamma Mia". Ein Film, in den sie partout nicht gehen wollte.
Eine Meinung, die sie dann während des Ansehens radikal geändert hat. Es ist wohl ein richtiger "Gute-Laune-Film" mit gut gemachten Gesangseinlagen (Meryl Streep und Pierce Brosnan singen selber), einer zwar dezent banalen, aber trotzdem netten Handlung und halt wirklich viel guter Laune.
Meine Frau berichtete, dass im gut bestzten Kino nahezu alle bis zum letzten Ton des Abspanns sitzen blieben - auch eine Erfahrung, die man nicht allzu oft macht, strömen doch die meisten Zuschauer beim ersten Anzeichen des Abspanns schon aus dem Kino.
Sowas spricht auch nicht unbedingt gegen den Film.
Fazit hier: Reingehen - selbst dann, wenn man eigentlich mit Abba so gar nichts anfangen kann.
Ich werde dann wohl am Sonntag mal wieder ins Kino gehen - da gibt es ein Narnia-Double-Feature und meine Frau und ich müssen ja erstmal prüfen, ob der zweite Teil überhaupt für unser Töchterlein geeignet ist.
Ausserdem gibt es für jede gekaufte Karte 50 Extrapunkte und ich muss ja so langsam mal wieder mein Konto auffüllen.

Mittwoch, Juli 16, 2008

Train

Ach, es ist doch wirklich zum in den Vorgarten vomitieren!
Ende August wollen wir (sprich: Meine Frau, meine Tochter und ich) einen Abstecher ins Rheinland tun zwecks Anwesenheit bei der Vermählung meines Herrn Papas. Da hat man ja nicht so oft die Gelegenheit dazu, erst recht nicht, wenn der alte Herr die 60 schon wacker überschritten hat. Und wo ich schon beim ersten Mal durch Abwesenheit glänzte, möchte ich wenigstens dieses Mal dabei sein.
Aber ich schweife ab.
Wir wollten eigentlich dem Herrn Mehdorn Gutes tun und per Schiene von Berlin nach Köln reiten. Auto ist ja doof, weil ich die Fahrerei über solche Strecken ähnlich wie meine Frau abgrundtief hasse, weil ich doch eine tolle EM-FanBahncard mein Eigen nenne, Bahnfahren ja viel entspannter ist als Fliegen und überhaupt eben.
Also habe ich mir mal im Internetz möliche Zugverbindungen rausgesucht und was soll ich sagen - die Bahn ist jedes Mal, aber auch jedes verdammte einzelne Mal teurer, als es wäre, die Strecke per Flieger zurückzulegen.
Die Sitzplatzreservierung hab ich dabei noch gar nicht berücksichtigt.
Das kann doch wohl nicht wahr sein!

Die Bahn mag durchaus eine bedenkenswerte Alternative zu Auto und Flugzeug sein, wenn man viel und regelmäßig (und alleine) reist, dementsprechend planen kann und auch ein Rabattkärtlein besitzt.
Oder wenn man eine "Scheiß drauf, wann es losgeht und wir ankommen"-Reise macht.
Für den gelegentlich bis selten Reisenden, der ganz gerne ohne siebenstündigen Zwischenstop auf dem Bahnhof von Bad Westernkotten (auch, wenn es da durchaus landschaftlich sehr reizvoll sein mag) von A nach B fährt, ist sie keine Alternative.

Ja, ich komme entspannter an, als wenn ich mit dem Auto fahre (was wir jetzt tun werden).
Aber die Entspannung ist mir nicht den Aufpreis von fast 200 Euro wert.
Es ist mehr als ärgerlich.
Die Strategie der Bahn ist offensichtlich darauf ausgelegt, abzuwarten, bis alle anderen Verkehrsmittel deutlich teurer sind als sie.
Liebe Bahn, also versuche ich es vielleicht in 5 Jahren nochmal, wenn der Spritpreis tatsächlich so hoch ist, dass Du billiger bist als alle anderen Verkehrsmittel.
Aber so, wie ich Dich kenne, wirst Du eh rechtzeitig vorher Deine Preise "anpassen", sprich: auch dann noch teurer sein, als eine Autofahrt bei einem Benzinpreis von drei Euro pro Liter.

Cleverer Plan.

- Three doors down -

Ps.: Hulk. Tja. Jaja. Hätte was werden können. Wenn, ja wenn man nicht beschlossen hätte, eine kinderkompatible, sprich: gegen Ende ganz, ganz böse geschnittene Version auf die deutschen Zuschauer loszulassen.
So aber ist der Ablauf etwas Folgender:
Leerlauf
Kurze Action in grün (im Dunkeln)
Leerlauf
Nochmal Action (grün, im Hellen, etwas länger und mit einer argen King-Kong-Reminiszenz)
Nochmal Leerlauf
Schlussaction. Und die mach ich am Besten an einem Beispiel aus "Herr der Ringe" deutlich.
Man erinnere sich:
Moria. Orks überall. Dann das Grauen aus der Tiefe.
DER BALROG!
Hier setzen wir ein:
Gandalf (zum Balrog): "DU KANNST NICHT VORBEI!"
Balrog (zu Gandalf): "UAAAAARGH!"
Galadriel (zu Frodo): "Gandalfs Tod schmerzt uns über alle Maßen!"

Da fehlt was? Eben! Genau wie im Hulk.

Es gibt dazu sogar ein offizielles Statement des Kinos, ich hab es nur leider zu spät gelesen:
"Liebe Kinobesucher,

wir möchten Sie darauf hinweisen, dass uns der Film "Der Unglaubliche Hulk" vom Filmverleih Concorde nur mit einer Altersfreigabe ab 12 Jahren zur Verfügung gestellt wurde.

Diese Version ist aus Gründen des Jugendschutzes in einer zentralen Kampfszene gekürzt. Die ungeschnittene Version mit einer Altersfreigabe ab 16 Jahren kann aufgrund einer stark reglementierten Kopienzahl nur in wenigen Kinos in Deutschland gezeigt werden.

Wir bedauern diesen Umstand, haben uns jedoch für einen Einsatz der geschnittenen Version entschieden, um allen "Hulk"-Fans den Film auch in Ihrer UCI KINOWELT anbieten zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis."

Da mag nun jeder für sich entscheiden, ob er den Film trotzdem sehen möchte. Aber wenn ich schon diese Art von Film anschaue (man erinnere sich, es ist ein Actionfilm - oder will zumindest einer sein), täte ich mich doch ein wenig freuen, wenn die Action auch drinbliebe.
So kann ich auch gleich Ang Lee's ersten Teil schauen, der soo schlecht nun auch wieder nicht ist.

Aber Psps: Ein Gutes hatte der Film: Dank der Bonuspunkte hab ich meinen Moviepoints-Kontostand auf 2.500 hochgelevelt (ja, ich geh schon mal hin und wieder ins Kino).

Und dafür krieg ich die Genesis-Live-DVD. Das ist doch wieder erfreulich.
Für die tolle Spice-Girls-Giftbox reicht es ja dummerweise noch nicht.
Aber wer will schon eine Giftbox?

Dienstag, Juli 08, 2008

Travelin' Soldier

Sehr geehrter Herr...,

wir bedauern es außerordentlich, dass es bei der Rückreise Ihres Türkei-Aufenthaltes zu Unannehmlichkeiten kam und es Grund zur Beanstandung gab.

Ihre Verärgerung können wir sehr gut verstehen, und wir bitten Sie dafür vielmals um Entschuldigung.

Wir bitten um Ihr Verständnis, wenn wir zum heutigen Zeitpunkt nicht im Detail auf die einzelnen von Ihnen geschilderten Unstimmigkeiten eingehen, da wir selbst mit den besten Erklärungen das Erlebte nicht ungeschehen machen können.

Seien Sie überzeugt, dass wir das geschilderte Erlebnis zum Anlass genommen haben, uns dafür einzusetzen, damit sich diese Situation nicht wiederholt, was für uns selbstverständlich ist.*

Selbstverständlich erstatten wir Ihnen Ihre Mehrkosten in Höhe von EUR 95,00. Des weiteren möchten wir Ihnen als Ausgleich für die Erlebten Unstimmigkeiten und Probleme EUR55 erstatten.**
Wir hoffen sehr, dass wir hiermit Ihre Enttäuschung ein wenig mindern konnten.

Nicht zuletzt um Ihnen zu verdeutlichen, dass die Kundenzufriedenheit in unserem Haus oberste Priorität genießt und wir Ihr Vertrauen in unser Unternehmen bewahren möchten, fügen wir diesem Schreiben einen Reisegutschein in Höhe von EUR50,00 hinzu.

Es würde uns sehr freuen, wenn Sie uns trotz dieser Erfahrung auch in Zukunft Ihr Vertrauen schenken und wünschen Ihnen für Ihre nächste Reise schon jetzt alles Gute.***

Mit freundlichen Grüßen
...

Na also, geht doch.
Das kam jetzt zwar nicht von Diana Tours/Medhotels (von deren Verwendung ich nach wie vor aufs Schärfste abrate), die es bis heute nicht für nötig hielten, auf mein Schreiben zu reagieren, sondern von lastminute.de, aber immerhin hielt man es wenigstens dort für angebracht, auf meine Schilderung zu reagieren.

* Seltsam? Aber so steht es geschrieben. Ich hab nur wortwörtlich abgetippt.
** Dito
***Dito dito

- Dixie Chicks -

Ps.: Hancock: Kann man ansehen. Muss man aber nicht. Nette Handlung, putziger Handlungstwist nach etwa 2/3 des Films (nicht ganz so unvorhersehbar wie "6th Sense" aber auch nicht völlig naheliegend) und ein wenig dick aufgetragen am Schluß.
Alles in Allem aber recht unterhaltsam. Ausserdem verfiel der Film nicht dem aktuellen unsäglichen Trend, dass jeder Kinofilm mindestens zwei Stunden dauern muss, auch wenn die Handlung nur für 90 Minuten trägt.
Danach ist Hancock auch schon wieder vorbei, man kann einigermaßen zufrieden das Kino verlassen und dann durch den strömenden Regen zum Auto stapfen.

Montag, Juli 07, 2008

Man's job

So, Wochenende ist leider mal wieder vorbei. Aber es sind ja nur fünf Tage, dann kommt wieder eines. Dazwischen nur eine Woche.
Dafür eine bedeutsame.
Meine letzte an meinem alten Arbeitsplatz.
Ich müsste lügen, würde ich behaupten, dass ich mich mit allzu großer Schwermut hier verabschiede.
Aber wenigstens beherrschte ich das, was ich hier zu tun hatte, recht gut.
Was ich natürlich von meinem neuen Job noch nicht behaupten kann.

Ach, was solls.

Es ist ja auch gar nicht so schlecht, nach fast drei Jahren mal wieder etwas Neues anzufangen.
Abgesehen davon hab ich nächste Woche erst mal Urlaub. Die ich vermutlich nutzen werde, um mir ein paar neue Klamotten zu kaufen.
Anzug und so.
Krawatte.
Blärch!

Trotzdem, ich freu mich drauf und bin gespannt.
Ausserdem werde ich ein Büro haben, in dem es so warm ist, dass ich auf der Fensterbank Tomaten züchten kann. Das wollte ich immer schon mal machen.
Zuchtergebnisse werden selbstverständlich dokumentiert.

- Bruce Springsteen -

Ps.: "Kung Fu Panda" ist klasse. Auch für Leute, die deutlich älter sind als 8 Jahre. Reingehen!

Dienstag, Juli 01, 2008

Ene Besuch im Zoo

Ist es vorbei? Kann ich endlich wieder rauskommen?
Während in ganz Fußballdeutschland gestern die vier Wochen lang ungewaschen getragenen Trikots gemeinsam mit den schwarz-rot-goldenen (wahlweise auch gold-schwarz-roten) Fähnchen endlich wieder im Keller oder auf dem Dachboden verstaut wurden und dort hoffentlich auch mindestens bis zur nächsten Meisterschaft hübsch liegen bleiben, durfte in Berlin dem Fußballfanatismus noch ein Tag länger gefrönt werden.
Man kam praktisch nicht drum herum; selbst seröseste Nachrichensender meinten, als Erstes immer die Sensation verkünden zu müssen, dass die Herren Balltreter jetzt auf der Fanmeile eingetroffen seien und dorten hochgejubelt würden.
Muss ich nicht wirklich haben.
Mir persönlich hätte es ja schon gereicht, wenn sie zwei Spiele gewonnen hätten - länger als bis zum August brauch ich meine Bahncard dieses Jahr eh nicht.
Was ich auch nicht haben musste, war am Sonntag das Fussballspiel.
Nur weil geschätzte 82 Millionen Deutsche vor den Fernsehern saßen, musste ich das ja nicht auch.
Dafür hatten wir schon am Sonntag tagsüber etwas gemacht, was - zumindest gefühlt - alle die Berliner gemacht haben, die sich nicht auf der Fanmeile versammelt hatten: Einen Zoobesuch.

Unsere Tochter hatte am Sonntag Geburtstag und wünschte sich einen Familienausflug dorthin.
Ich muss gestehen, dass ich schon oft im Tierpark war (an dieser Stelle muss ich in höchstem Maße aufpassen, dass ich nicht versehentlich "Tiergarten" schreibe, ansonsten zürnt mir nämlich meine Frau), im Zoo aber, im Gegensatz zu Frau und Tochter, noch kein einziges Mal.

Also habe ich jetzt einfach die Gelegenheit ergriffen und schlage hiermit gleichzeitig mindestens 27 Fliegen mit einer Klappe:
1. hatte unsere Tochter (und wir mit ihr) einen schönen Tag
2. sind unsere Portemonnaies seitdem nicht mehr so schwer, dass wir vom Herumtragen Rückenschmerzen bekommen müssten
3. habe ich jetzt auch einmal den Berliner Zoo von innen gesehen.
4. habe ich Knut gesehen
5. habe ich zahllose Fotos von ihm gemacht
6. stelle ich die jetzt in meinen Blog ein
7. strafe ich damit alle Lügen, die behaupten, dieser Blog sei langweilig und farblos, weil ich nie Bilder drin habe
8. erfährt man damit quasi spielerisch allerlei Wissenwertes über die Tierwelt der Arktis
9. ähem, nun, 9. nun ja, 9. dumdidum...

Also gut. Dann halt nur acht Fliegen. Immerhin eine mehr als das tapfere Schneiderlein geschafft hat.
Der Lusche.

Jetzt aber los:

Auf dem ersten Foto sehen wir eine Elefantenherde bei dem Versuch, ihr Junges zu schützen.
Was die in der Arktis zu suchen haben, weiss ich allerdings leider auch nicht.


Kommen wir also zu den wirklich interessanten Bildern:

Hier sehen wir auch schon Knut in der typischen Wachhaltung eines Eisbären. Nähert sich ein Feind, warnt er die übrigen Eisbären durch Pfiffe und Schrillgeräusche, worauf hin sich die Herde dann blitzschnell in Löcher im Eis zurückzieht.




Knut im Dunkeln. Eisbären sind, wie die Wissenschaft mittlerweile weiß, äusserst nachtaktive Wesen, die gerne nach Einbruch der Dunkelheit auf die Jagd gehen.


Knut verzehrt seine Lieblingsspeise - Karotten und Äpfel. Die Ruhe, die der junge Eisbär hier ausstrahlt, täuscht vollkommen. Provoziert man ihn beispielsweise durch die Wegnahme eines Möhrenstückchens, kann der ansonsten äusserst friedliebende Eisbär schnell zur rasenden Bestie werden.


Knut beim ausgelassenen Spiel. Der kleine Eisbär tollt behände in seinem Gehege herum und hangelt sich von Ast zu Ast. Gerne schaukelt er auch einmal in dem eigens dafür aufgehängten Reifen.

Ein Beispiel vollkommener Mimikri:
Knut liegt hier, perfekt getarnt als Stein, auf der Lauer, um dann unerwartet seine Tarnung aufzugeben und sich blitzschnell auf ahnungslos vorbeiziehende Beutefrüchte zu stürzen.


Hier sehen wir einen der wenigen natürlichen Feinde des Eisbären, ein besonders schönes Exemplar der Gattung Cavia porcellus. Es ist eine unbeschreibliche Erfahrung, die ungezähmte Kreatur in einer ihrem natürlichen Lebensraum nahezu perfekt nachgestellten Umgebung erleben zu dürfen.

Bei dieser Aufnahme hatte ich das Glück, ganz nah an Knut herankommen zu können. Ungeachtet etwaiger Gefahren für Leib und Leben ist mir hierbei ein, wie ich finde, hervorragender Schnappschuss gelungen.



Dieses Foto schlägt ein wenig aus der Reihe; es war noch ein wenig Platz auf dem Chip der Kamera.
Ich habe daher auch einmal ein eher untypisches Zootier fotografiert.


Einen Kranich.

So, jetzt möchte ich aber auch kein Gemecker mehr von wegen fehlende Bilder und so hören.

- Hans Knipp -