Donnerstag, Dezember 31, 2009

Let it snow

Euch allen einen guten Rutsch und ein frohes und schönes 2010!

- Frank Sinatra -

Dienstag, Dezember 29, 2009

Words

Früher, als ich noch ein Kind war, gab es die Welt praktisch nur in schwarz-weiß. Farben wurden nur sonntags und vielleicht noch an hohen kirchlichen Feiertagen verwendet.
Computer funktionierten mechanisch, lediglich Applecomputer konnten schon mit Dampf betrieben werden.
Wollte man an eben jenen Computern spielen, musste man ihnen durch Eintippen meist englischer Wörter oder Wortkombinationen klarmachen, was sie denn nun tun sollten.
Hatte man Pech, war man an ein Spiel geraten, das selbst vor Sätzen wie "go north" kapitulierte und mit einem fröhlichen "I don't know how to do that" reagierte.

Wer sich jetzt fragt, was das denn nun wieder soll, darf gerne hier den ganzen Text lesen.

- F.R. David -

Sonntag, Dezember 20, 2009

Wieder hier


Nun ja. Punkt eins hat nicht so ganz geklappt.
Punkt zwei ist jetzt schon zum wiederholten Mal daran gescheitert, dass
die kleinen Biester offenbar keinerlei Kampfes- und Überlebenswillen
besitzen. Das wäre dann ja auch nichts geworden, wenn ich sie gegen die
hiesigen Milizen ins Feld geführt hätte.
Dafür hab ich Punkt drei hinbekommen. Meistens wenigstens. Es kann
natürlich auch immer mal wieder vorkommen, dass mich die Müdigkeit schon
vor der magischen 10-Uhr-Grenze niederstreckt. Präsenile Wachflucht
heißt das vermutlich unter Doktoren.
Und Doktoren, weil die ja immer so klug sind, wären wohl auch nicht ob
des Scheiterns von Punkt 2 verwundert gewesen, ist es doch mittlerweile
nahezu wissenschaftlich erwiesen, dass ich nun mal so gar keinen grünen
Daumen besitze (kann man bei Krebsen eigentlich auch von einem grünen
Daumen sprechen? Ich behautpte einfach einmal frecherweise: Ja!).
Der Einzige, der meinen Lebensausrottungsversuchen hartnäckig
widersteht, ist Karl-Heinz.
Karl-Heinz ist, wie der Name schon nahelegt, natürlich ein Weihnachtsstern.
Vor vielen Jahren gelangte er, klein und schamvoll errötet, in unsere
Obhut und hält sich seitdem wacker.

Wir haben ihm natürlich auch, wie es das Bild zeigt, ein Biotop
geschaffen, dass seinem natürlichen Lebensraum recht nahe kommt (wobei
ich der Ehrlichkeit halber gestehen muss, dass in der Dose nicht
ganzjährig Weihnachtskekse gelagert werden, sondern das Trockenfutter
für die Katzen. Erst im Advent wird gewechselt).
Karl-Heinz tut uns nur leider nicht mehr den Gefallen, erneut zu
erröten. Ich weiß natürlich auch schon um den Tip, dass man es dem
Weihnachtssterne in der Vorweihnachtszeit dunkel und kuschelig machen
möge, auf dass er die rote Farbe in seinen Blättern gewönne.
Aber ganz ehrlich: Ich fürchte mich vor diesem Schritt. Wer weiß, ob
Karl-Heinz mir das nicht übel nähme und alle Blätter von sich würfe.
Lassen wir es lieber so, wie es ist.
Never change a winning star, wie der Franzose sagt.

So, was gibt es sonst noch Neues?
Das Internet tuts wieder (es war ein technisches Problem der Telekom - eat this, 1&1-Hotlinemitarbeiter!), aber ich danke für all die guten Tips zu
Frage, zu welchem Anbieter man wechseln könnte.
Manche sind leider in Berlin gar nicht vertreten, aber lebte ich in
Köln, wäre ich selbstverständlich Kunde bei Netcologne, in Hessen wäre
meine erste Wahl die HEAG Media.
Was mich zu dem Punkt bringt, dass ich den Herrn Trainbuk vielleicht
etwas vorschnell aus der Blogroll warf.
Es gibt ihn noch und ich hoffe doch sehr, bald wieder etwas von ihm
lesen zu dürfen.

Ansonsten noch ein großes Sorry für meine Kommentarfaulheit der letzten
Wochen; neben dem fehlenden Internet lag die auch daran, dass ich
jobtechnisch zurzeit etwas geschlaucht bin (im Januar wird es
hoffentlich besser) und mich deswegen kaum zu Kommentaren aufraffen konnte.
Bald aber wieder.

So, Schluß für heute, ich genieße jetzt den Rest dieses unglaublich
kalten vierten Adventssonntages und hoffe, dass es Euch allen da draußen gut geht, niemand von der Ferkelgrippe daniedergestreckt liegt und Ihr Euch
wie ich mich auf die Weihnachtszeit freut.

Ach ja, eines noch:
Ich hatte mit fest vorgenommen, dieses Jahr für eine sinnvolle Sache Geld zu spenden - wo ich doch schon die Kirche nicht mehr steuerlich unterstütze.
Leider ist mir noch keine Sache untergekommen, die mir sinnhaft genug erscheint
Wenn also jemand eine gute Idee hat oder eine Sache kennt, die unbedingt der Unterstützung wert ist, immer her damit.

- Marius Müller Westernhagen -

Mittwoch, November 04, 2009

Sorry

Unser heimischer Internetzugang will zur Zeit nicht so, wie ich will.
Sprich, ich will, er nicht.
Und bloggen von Arbeit aus ist nicht so prickelnd, ausserdem kann ich hier keine Bilder hochladen.
Ich bitte also um etwas Geduld und melde mich wieder, sobald die Technik mich lässt.

- Madonna -

06.11.2009 - ein Nachtrag
Gestern hab ich mich mit der Service-Hotline von 1&1 herumgeärgert.
Hotline: "Jaha, so wie Sie das Gerät angeschlossen haben, kann das ja auch unmöglich funktionieren!"
Ich:"Wären Sie dann so nett, mir mitzuteilen, warum es genau so, wie ich es angeschlossen habe, in den letzten vier Jahren funktioniert hat?"
Hotline:"Das kann ich Ihnen nicht sagen, aber so funktioniert es auf jeden Fall nicht."
Ich:"Aber es hat funktioniert! Stolze vier Jahre!"
Hotline:"Das kann gar nicht sein!"
An dieser Stelle habe ich frustriert das Gespräch abgebrochen und denke über einen Anbieterwechsel nach.
Kündigung ist leider erst zu Ende 2010 möglich, aber meines Wissens nach kann ich auch jetzt direkt zu einem anderen Anbieter wechseln. 12 Monate zahlen für nix tät mich nämlich schon irgendwie ärgern.
Hat jemand von Euch Erfahrungen (positiv wie negativ) mit anderen DSL-Anbietern gemacht?
Für Berichte wäre ich sehr dankbar.
Bis zum Wechsel werde ich mir einen Surfstick zulegen, damit wir nicht völlig aus der Welt sind. Mal schauen, wie der funktioniert.

Mittwoch, Oktober 14, 2009

I Want To Conquer The World

In unserem Haushalt sind wir zu 66 Komma Periode 6 der festen Überzeugung, dass mit zwei Katzen und einer gelegentlich durchs Wohnzimmer schlendernden Spinne ausreichend Haustiere vorhanden sind.
Die restlichen 33 Komma Periode 3 Prozent werden vertreten von unserer Tochter, die meint, ein weiteres Lebewesen könne ja wohl kaum schaden, schließlich seien die zwei Katzen ja schon für die Eltern reserviert und eine Spinne keineswegs ihr Wunschhaustier.
Nachdem wir Hund, Hamster, Fische und Erdmännchen vehement abgewehrt haben, hat sich unsere Tochter jetzt aufs Wissenschaftliche verlegt.
Langjährige Leser dieses Blogs (oder solche, die in den Archiven stöbern) werden sich erinnern, dass ich vor etwa 3 1/2 Jahren schon einmal einen famosen Plan zur Eroberung der Welt ausgetüftelt hatte. Unterstützung hatte ich mir seinerzeit von Üpps mit Gimmick erhofft, und zwar in Form einer vielköpfigen Urzeitkrebsarmee, mit der ich zunächst Berlin zu überrollen gedachte und hernach die Weltherrschaft übernehmen wollte.
Das Ganze scheiterte damals daran, dass ich anscheinend ein Päckcken mit faulen Krebseiern erwischt hatte.
In dem stylischen Aquarium wuchs nur ein weißliches Klümpchen heran, das sich dazu auch nicht im Geringstens bewegen wollte. Im Nachhinein vermute ich ja fast, dass dieser scheibare Urzeitkrebs letztlich nur der Tatsache zu verdanken war, dass unsere Katze einmal ins Aquarium geniest hatte.

Unsere Tochter ist da weitaus cleverer. Statt auf den Zeitschriftenmarkt zu bauen, hat sie gleich eine ordentliche Summe ihres Taschengeldes in eine Kosmos-Krebszuchtanlage investiert, den Herrn Vater zur Beschaffung von destilliertem Wasser und echt griechischem Meersalz bewogen und damit das Ganze auf wesentlich solidere Beine gestellt als ich seinerzeit.
Nach dem Einrühren der Eier in das ordentlich gesalzene Wasser begann eine zweitägige Phase zähen Wartens, bis sie jetzt feststellen konnte:

SIE LEBEN!

Man denke sich an dieser Stelle zuckende Blitze im Hintergrund und ein stark verhalltes und ausgesprochen diabolisches Lachen, das selbst Vincent Price vor Neid hätte erblassen lassen.
Ich würde es ja gerne im Bild demonstrieren, aber erstens schafft unser Fotoapparat es nicht, das Gewusel hunderter, kaum einen Milimeter großer weißer Striche hinreichend scharf abzubilden, ausserdem darf ich auf Geheiß unserer Tochter auch den Blitz nicht einsetzen, weil die Kleinen ja verschreckt werden könnten.

Während meine Frau und ich schon über die Genießbarkeit von Urzeitkrebsen diskutieren und im Internet nach Rezepten für Krebssüppchen und Krebsauflauf à la Mesozoikum fahnden, kümmert sich unsere Tochter mit hinreißender Fürsorge um die Kleinen, die laut Bastelanleitung wohl zurzeit nur ein Auge (und das auf dem Rücken!) und einen ausgelagerten Mund haben.
Irgendwann sollen sie dann auch etwas weniger wie Plankton aus Spongebob Schwammkopf aussehen und bis zu einem Zentimeter groß werden.
Bis dahin werden wir uns wohl auch entschieden haben, ob wir sie jetzt essen oder uns lieber mit ihrer Hilfe die Welt untertan machen wollen.

Ich sag dann rechtzeitig vorher bescheid.

- Bad Religion -

Freitag, Oktober 09, 2009

Give peace a chance

Ich schätz mal, ich bin nicht der erste, der mitbekommen hat, dass der Herr Obama den Friedensnobelpreis bekommen soll.
Kann man natürlich drüber streiten.
Bzw. mehrfach geteilter Meinung sein.
Zum Beispiel darüber, dass er nominiert wurde, als er keine zwei Wochen im Amt war.
Oder darüber, dass er bis jetzt weder in Afghanistan noch im Irak den Krieg beendet hat (was wohl auch für ihn nicht ganz einfach sein dürfte).
Darüber, dass auf Kuba immer noch der ein oder andere Mensch, der zum Beten gen Osten blickt, möglicherweise zu Unrecht das schöne Wetter dort genießen darf.
Kann man drüber diskutieren, klar.
Ich finde es trotzdem gut.
Dass er so früh nominiert wurde, ist für mich ein Zeichen dafür, welche große Hoffnung in ihn gesetzt wurde. Eine Option auf eine zwar noch ungewisse, aber dringend herbeigesehnte Änderung.
Und dass er jetzt den Preis bekommt, sollte zumindest einem Teil der Idioten in seinem eigenen Land, die von der Theorie, dass er ja eigentlich gar kein echter Amerikaner ist, weil er ja in Afrika geboren wurde und dann vermutlich per Anhalter ins Land of hope and glory kam bis hin zur Überzeugung, dass er sowieso mindestens gesteinigt gehört, weil er mit der Einführung einer Pflichtkrankenversicherung für alle Bürger ja statt der Förderung des amerikanischen Gesundheitswesens vielmehr die Ausrottung der Rentner im Sinn habe jeder noch so abstrusen Wahnvorstellung nachhängen, weil es einfach nicht in ihr Weltbild passt, dass ein linksliberaler Schwarzer jetzt die Geschicke von god's own country leiten soll, das Maul stopfen und ihm Rückenwind geben.
Ausserdem ist der Zug politisch recht geschickt, weil er jetzt gar nicht mehr anders kann, als einen Kurs einzuschlagen bzw. fortzusetzen, der die Welt wenigstens wieder ein bisschen friedlicher macht, als sie es zur Zeit ist.
Klar kann man auch drüber streiten, ob der Nobelpreis so aktuell und politisch sein soll.
Auch hier finde ich: Ja, das soll er.
So schön es ist, das Menschen für ihr Lebenswerk geehrt werden, so viel schöner ist es doch, wenn mit einer solchen Ehrung Weichen für ein Lebenswerk gestellt werden, dass allen einmal nutzen könnte.

Nennt mich einen Träumer, aber ich glaube, da bin ich nicht der Einzige.

- The Beatles -

Mittwoch, Oktober 07, 2009

White Christmas

ICH.
WILL.
WEIHNACHTSMARKT.
UND.
SCHNEE.

JETZT.

Das ist doch furchtbar - draußen ist schwülstes Sommerwetter, mal ist der Himmel blau (wie gerade jetzt), mal ist er grau (wie gerade jetzt), zwischendrin schüttet es mal und über allem ist es auch noch eklig warm.
So kann das ja wohl nicht weitergehen, Herrschaften!
Anderswo darf man um diese Zeit schon den ersten Frost von der Scheibe kratzen und hier muss man noch mal das Netz-Muscleshirt vom Sommer aus dem Schrank kramen.
Ich möchte jetzt Lebkuchen und heissen Pfefferminztee mit Honig und Zitrone, aber unsere Tochter hat meine Frau beauftragt, Zutaten für ein Sommererfrischungsgetränkt einzukaufen.
Anfang Oktober!

Baumkuchen!
Röstkastanien!
Dicke Männer mit weißen Bärten in roten Mänteln, die Dreijährige in Angst und Schrecken versetzen!
Das will ich.
Und zwar ein bisschen plötzlich!

Bis es soweit ist, werden wir übernächste Woche nochmal für ein paar Tage in den Spreewald fahren - nur falls wir uns vorher nicht mehr lesen.
Wahrscheinlich wird genau das die Initialzündung für kaltes, nasses und trübes Herbstwetter sein.
Natürlich nur, bis wir wieder zurück kommen.

- Bing Crosby -

Montag, Oktober 05, 2009

Bourgeois Shangri-La

Boah, näh, Werbung.
Hört mir auf damit.
Im Moment laufen im Fernsehen wieder einige Werbespots, die, um es einmal etwas direkter auszudrücken, mir nicht nur auf den Sack gehen, sondern gleich einen ganzen Steptanz dort aufführen.
Werbung ist ja fast generell widerlich. Die, die nicht widerlich ist, ist idiotisch.
Da frage ich mich schon manchmal, welche Zielgruppe damit geködert werden soll.
Und ob die Schwachköpfe, die sich die Werbung ausdenken, im Leben auf die Idee kämen, aufgrund ihrer Werbung das zu kaufen, was da beworben wird.
Mindestens genau so dämlich sind natürlich die Verantwortlichen, die hoffen, mit dieser Art von Werbung Käuferschichten anzusprechen.
Und die Dritten im Dämlichkeitsbunde sind eben jene Käufer, die durch solche Spots tatsächlich zum Kauf des Produktes animiert werden.
Genug des Geredes, hier meine aktuellen Top 3 der übelsten Werbespots, die aktuell laufen:

Auf Platz 3:
Die Sackratte, die Packratte.
Der Sachschaden, der Dachschaden.
Mach es zu Deinem Projekt!

Na klar, das ist - Jippijahjahjippijippijeah - der Hornbach-Baumarkt.
Schon aufgrund dieses Spots sollte man nur noch bei Obi kaufen, hätten die nicht die unsägliche "Wie, wo was, weiß OBI"-Werbung am Start.
Alles in allem ein guter Anlass, wieder mehr Arbeiten von echten Handwerkern machen zu lassen und diese Do-it-yourself-Märkte großräumig zu meiden.

Auf Platz 2:
"Haben Sie schon einmal an einer wissenschaftlichen Studie teilgenommen? Ich gerade jetzt erst. Nämlich zum Thema "Ich habe ein dummbatziges Grinsen im Gesicht - wer möchte mir spontan in die Fresse hauen?"

Ich würde mich da durchaus eine halbe Stunde für anstellen.
Schon für den Spruch "Probieren geht über studieren" hätte die Actimel-Grinsebacke eine ordentlich Tracht Prügel verdient. Sollte das tatsächlich ein echter Student sein, kann man nur hoffen, dass ihn seine Kommilitonen Tag für Tag so lange lauthals auslachen, bis er das Studium schmeißt und seinen wohlverdienten Platz unter einer Brücke einnimmt. Sollte er ruhig mal versuchen, wie das so ist - ich sag nur "probieren geht über studieren!".

Auf Platz 1 unangefochten:
Du bist nicht da, um zu schweigen. Informiere Deine Umwelt über Dein Leben, Deine Erfahrungen auf der Sonnenbank, Deinen Stuhlgang. Auch wenn Sie es nicht wissen will. Auch wenn Sie Dir nicht aus dem Weg gehen kann, weil Du lautstark in der U-Bahn in Dein Handy blökst.
Das ist Deine Zeit!

Ganz gräßlich. Schon die Einblendung von Sascha Lobo, dem hahnenkammbewehrten Internet-Dummschwätzer verursacht starke Übelkeit bei mir, die auch keineswegs dadurch gemildert wird, dass eine grausliche Coverversion von David Bowies "Heroes" im Hintergrund abgenölt wird.
Nein danke, da nehme ich doch lieber Verbindungsabbrüche bei 1&1 in Kauf, bevor ich zum König der Telefonzufriedenheit, Vodafone wechseln würde.

"Mannmannmann, ist der Herr F. aber wieder in grummeliger Stimmung", mag da manch einer murmeln.
"Kann ihn denn nichts aufheitern?"

Doch, kann es. Einen Werbespot gibt es, bei dem krieg ich regelmäßig gute Laune.
Nämlich der für den neuen iPod Nano.
Nicht des Gerätes wegen - ich mein, ein MP3-Player, der Filme drehen kann.
Wow.
Unglaublich.
Sowas wollte ich immer schon haben.

Nein, ist gelogen. Das scheint mir so ziemlich eine der allerunnotwendigsten Funktionen zu sein, die ein MP3-Player an Bord haben müsste.

Aaaaber - die Musik da Hintergrund, die macht einfach gute Laune. Bei mir zumindest.
Und zwar so gut, dass der Fernseher selbst dann heil bliebe, wenn vorher Hornbach, Actimel und Vodafone beworben worden wären.
Das Stück heißt übrigens wie dieser Post, Stammt von einer Dame namens Miss Li und ist gerade im kalt-trüben Herbst wärmstens anzuempfehlen.

Ebenfalls wämstens anempfehlen möchte ich noch eine kleine Comedy-Sendung, die der NDR zwar immer recht geschickt in seinem dritten Programm verbirgt, und zwar sonntags abends kurz vor Mitternacht,
die ich aber trotzdem beireits mehrfach zu sehen geschafft habe und die mir zumindest bislang immer ein amüsantes Viertelstündchen - denn länger ist sie leider nicht - bereitet hat.
"Dennis und Jesko" heißt sie und zu sehen ist sie immer irgendwann am späten Sonntag Abend auf Nord 3.
Lohnt sich.

- Miss Li -

Ps: Noch zwei Dinge anzumerken, mit einem weinenden und einem lachenden Auge: Das weinende steht für den Herrn Trainbuk, der zumindest blogtechnisch von uns gegangen ist. Ich hoffe, dass er sich im echten Leben allerbester Gesundheit und auch aller sonstigen Wonnigkeiten des Lebens erfreut und vielleicht gelegentlich einfach mal so hier vorbei schaut.
Das lachende Auge gilt der Frau Daria, die neu in die Liste gerutscht ist ("Vorsicht, bissig!"). Auch wenn sie keineswegs immer meine Meinung teilt (was mir natürlich völlig unverständlich ist), trägt sie doch viel zu anregenden Diskussionen bei. Ein Besuch bei ihr sei hiermit anempfohlen.

Montag, September 21, 2009

Smells like teen spirit

Ja, wir haben wieder Lebkuchen im Haus.
26 Grad Aussentemperatur ist zugegebenermaßen nicht die ideale Grundlage dafür, aber es gibt Dinge, zu denen muss man sich einfach überwinden. Immerhin ist bald schon wieder Weihnachten und da muss man ja schließlich in Stimmung kommen.
Leider sind die guten Schoko-Nuss-Nikoläuse von Milka noch nicht erhältlich; zurzeit müsste man sich eher auf Halloween-Süßwaren stürzen, aber die finde ich durch die Bank nicht so prickelnd. Die haben sowas Amerikanisches, denen fehlt jeder besinnliche Touch, wie ihn ein Schokonikolaus nunmal verströmt.
Ich hab immer noch praktisch keine Geschenke, weiß aber immerhin schon, was ich mir so alles wünschen könnte.
Das heißt, genau genommen habe ich im Moment zwei Dinge für meine Liebste und zwei Dinge, die ich auf meinen Wunschzettel schreiben kann. Das Kind hat sich noch gar nicht geäussert.
Das ist nicht gerade viel und es sind nur noch 95 Tage bis Weihnachten. Könnte eng werden.

Was gibt es sonst noch?
Die S-Bahn in Berlin fährt praktisch immer noch nicht, dafür sind alle anderen Berliner Nahverkehrsmittel so ziemlich ausgelastet. Es ist recht kuschelig zurzeit in der Bahn, unabhängig von der Aussentemperatur. Die Steh- und Sitznachbarn gestatten mir einen tiefen Einblick in ihren Musikgeschmack und nicht selten auch in ihre Ess- und Hygienegewohnheiten.
Wenn ich wieder einmal feststellen muss, dass die Dame neben mir gestern abend wohl einen Knoblauch-Zwiebel-Auflauf zu sich nahm und der junge Herr schräg gegenüber anscheinend seit mehreren Tagen mit einem Duschendefekt zu kämpfen hat, stelle ich mir doch die Frage, warum die Wissenschaft nicht schon längst einen Walkman für die Nase entwickelt hat.
Die Ohren kann man gegen lästige Geräusche abschotten, warum nicht auch die Nase?
Einfach die Nasenstöpsel einführen und schon wird man während der ganzen Zeit von Wohlgerüchen umschmeichelt.
Lebkuchen, zum Beispiel.
Also, liebe Wissenschaftler, arbeitet mal dran. Ich würde euch dann auch für den Nobelpreis vorschlagen.
Oder mindestens das Bundesverdienstkreuz.

- Nirvana -

Freitag, September 18, 2009

Ich bau Dir ein Schloss

Manchmal habe ich das Gefühl, dass es Berlin nur deshalb gibt, damit der Menschheit ein Beispiel für glühende Unfähigkeit im öffentlichen Sektor präsentiert werden kann.
Dabei will ich jetzt gar nicht auf den im Rest der Republik weitestgehend unbeachtet gebliebenen Totalausfall der S-Bahn hinaus, der einer grandiosen Kombination aus Gier, Rücksichtslosigkeit und Unfähigkeit zu verdanken ist - nein, ich bin da unlängst auf etwas anderes gestossen.
Ich hol mal ein bisschen aus:
In Berlin gab es bis vor nicht allzu langer Zeit ziemlich mittig gelegen ein Schloss, dass den seinerzeitigen Herrschern als Wohnsitz diente. Nachdem schon der Irrsinn des gut zwölf Jahre dauernden tausendjährigen Reiches dafür gesorgt hatte, dass dieses Schloss nicht'mehr so ganz intakt war, hat dann der darauf folgende Staat gleich Nägel mit Köpfen gemacht, den Rest auch noch eingeebnet und an seiner Stelle einen nicht gerade ansehnlichen Bau errichtet, der von manchen "Palazzo Prozzo", von anderen wiederum "Erichs Lampenladen", von den meisten aber als "Palast der Republik" bezeichnet wurde.
Eben jener Bau war nach dem Ende eben jener Republik zahlreichen Leuten ein Dorn im Auge, weswegen man den Abriss beschloss ("Rückbau" hieß das im Fachjargon). Die Asbestfunde in dem Bau waren ein willkommenes Zusatzargument.
Um aber den riesigen Platz nicht zur Brache verkommen zu lassen, beschloss man ebenfalls, an Stelle des DDR-Palastes das Humboldtforum zu erreichten, auf dass dieses ein kulturelles Zentrum im Zentrum Berlins werden möge.
Und da sich die neue Berliner Republik doch ein wenig gestrig gewandt gibt, verfügte man gleichermaßen, dass eben jener Neubau ein Fassade bekommen möge, die dem ursprünglichen Bau, nämlich dem Berliner Stadtschloss entspräche. Das Geld hierfür, schlappe 80 Millionen, wollte ein privater Verein durch das Anschnorren der Bürgerschaft eintreiben. Immerhin, 11 Millionen hat man seit 2004 beisammen, die restlichen 69 Millionen bis 2010 zu beschaffen kann ja nicht allzu schwer sein.
Was aber jetzt das das Ganze (soweit überhaupt noch möglich) in noch Absurdere dreht, ist die Tatsache, dass man unter dem Gelände, auf dem das Schloss (mit der neuen alten Fassade) gebaut werden soll, Kellerräume des echten alten Schlosses in durchaus gutem Zustand fand.
Statt nun aber zu sagen "Oh, wie fein, echte alte Sachen! Kein Berliner Disneyland, sondern das Original. Das werden wir unbedingt für die Nachwelt erhalten!" geht man hin und erklärt "Ähem, tja, echtes Altes ist ja nun mal gar nicht vorgesehen. Wir haben doch schon das küntliche Alte. Weg mit dem Gerümpel!"
Sprich, die Keller sollen noch archäologisch dokumentiert und dann aber beseitigt werden, obwohl eine Einbeziehung in den Bau durchaus möglich wäre.
Man könnte ja zum Beispiel, wenn es denn ums Geld geht, auf die künstlich alte Fassade verzichten und dafür mit den eingesparten Mitteln denecht alten Keller konservieren. Wäre durchaus denkbar. Wird aber wohl nicht passieren. Ich verstehe es nicht und weiß auch nicht, ob es jemanden gibt, der mir die innere Logik dieses Vorgehens vermitteln kann.

Ich gestehe, das ist viel Geschreibsel und viel Aufregung, die man in anderen Teilen Deutschlands vielleicht gar nicht so nachvollziehen kann. Aber es ist wieder einmal so symptomatisch für das Handeln in Berlin, bei dem es die oberste Maxime zu sein scheint, das Hirn unbedingt auszuschalten, bevor man sich an die Arbeit macht.
Ach, noch eine kleine Anmerkung für alle die, die nicht in Berlin wohnen:
Der Neubau soll insgesamt 550 Millionen kosten, 440 davon steuert der Bund bei. Wenn Ihr also in Zukunft mal nach Berlin kommt, freut Euch - Ihr seid jetzt Schlossherren und -damen.

Allerdings ohne Keller.

- Neue Heimat -

Ps.: Ich sitze jetzt hier vor meinem Yes-Torty und puste die vier Kerzen aus, die darin stecken. Gestern ist der Blog nämlich vier geworden und ich möchte mich an dieser Stelle bei allen bedanken, die hier (mehr oder minder regelmäßig) hereinschauen und (mehr oder minder regelmäßig) Kommentare hinterlassen, auch wenn ich in den Frühzeiten (dem Blog-Paläozoikum quasi) durchaus aktiver war.
Nun ja, man wird nicht jünger und das Schreiben will auch nicht immer so leicht aus den gichtigen Fingern fließen wie damals noch.
Trotzdem danke für die Treue und bleibt mir weiterhin gelegentlich gewogen.

Euer Falcon

Psps:
Im Kino war ich leider nicht; offensichtlich haben etliche Lichtspielhäuser in meiner Nähe nicht an den Erfolg von Inglourious Basterds geglaubt und diese daher gar nicht erst ins Programm aufgenommen. Schade, aber im Zweifelsfall gibt es ja spätestens zu Weihnachten die DVD.
Dann jetzt also einen anderen Programmhinweis:
Sollte man seine elektronischen Geräte danach aussuchen, wie gut sie sich werfen lassen, wenn sie mal nicht funktionieren? Und falls ja - was macht man dann, wenn der Drucker nicht druckt, aber zu schwer zum Werfen ist?
Welche Gedanken gehen einem durch den Kopf, wenn dieser zwischen den Stäben eines denkmalgeschützten Brückengeländers festklemmt?
Und kann man eine Camcordertasche anziehen, wenn man seine Mütze nicht findet?
Wer sich mit solchen und ähnlichen elementaren Fragen bislang vergeblich auseinandergesetzt hat, findet jetzt die Lösung:
Horst Evers liest!
Und gibt neben den Antworten auf die oben genannten Fragen auch noch Lebenshilfe in Sachen "Was wäre, wenn ich Paris Hilton wäre?", "Wieso empfiehlt es sich, gerade dann Urlaub auf dem Reiterhof zu machen, wenn man selber nicht reitet?" und "Kann man eine Antivirensoftware auf einem Wasserhahn installieren?".
Lebenshilfe pur also.
So der gute Herr Evers zu Gast in einem Mittelzentrum in der Nähe des einen oder anderen Lesers ist, sei der Besuch seiner Veranstaltung hiermit dringend angeraten.
Auch, wenn natürlich nicht jeder soviel Glück hat wie ich und eine Karte zu dieser recht langen, aber äusserst kurzweiligen Veranstaltung von seiner Liebsten zum Geburtstag geschenkt bekommen zu haben.
Lohnt sich aber auch dann, wenn man den Eintritt selber bezahlen muss.

Pspsps.: Worte, die man nicht vergessen sollte: ~ Rädelsführer ~

Dienstag, August 25, 2009

100 Mann und ein Befehl


"1000 Störche und kein Edeka", stöhnt meine Tochter.

Recht hat sie ja. Da sind wir keine 12 Kilometer von einem der größten Hallenbäder der Welt entfernt, aber der Bäcker hat montags zu. Der Fleischer auch. Man könnte an der Straße eingelegte Spreewaldgurken und selbstgemachten Honig kaufen, aber was ist das schon, wenn man dringend ein Tütchen Haribo-Fruchtgummis braucht?
Immerhin - ein Edekaschild. Das zeigt irgendwie diffus nach links, aber eine Wanderung in diese Richtung hat uns auch nur zu weiteren Störchen geführt.
Kein Edeka. Plus heisst jetzt Netto, gibt es aber auch nicht. Lidl sowieso nicht. Von Aldi ganz zu schweigen.
Was bleibt mir da nur abschließend festzustellen?
Toll ist es hier! Einfach schön!
Der Spreewald liegt für uns gerade mal 2 - 2 1/2 Autostunden von Berlin entfernt und es ist doch eine ganz andere Welt.
Die Natur ist fantastisch und wirkt ziemlich unberührt, das Paddeln auf den schmalen Wasserwegen macht einen Heidenspaß und sogar die Mücken haben sich sehr bedeckt gehalten.
Gertrud, eine unserer beiden Begleitenten

Mein Haus, mein Auto, meine Yacht.

Die Leute sind freundlich, das Essen ist gut und am Dienstag haben dann auch Bäcker und Fleischer wieder auf. Was uns aber nicht weiter gekümmert hat, weil wir da nämlich die Tropical Islands besucht haben.
"Maschinerie zur fortgeschrittenen Beutelschneiderei", mag da manch einer denken. Nicht ganz zu Unrecht, denn was immer man dort auch anstellen will, kostet extra.
Rutschenturm benutzen? 3,50 Euro pro Nase. Indoor-Spielplatz? Ebenso. Minigolf? 3,50 Euro.
In der Welt der Computerspiele hieße so etwas "Micropayment". Keine großen Beträge, aber es läppert sich in der Summe.
Aber auch hier kann ich nur wieder sagen:"So what?"
Erstens macht man so etwas ja nicht jeden Tag. Zweitens muss man es ja nicht machen. Niemand zwingt einen mit vorgehaltener Pistole zur Ausleihe eines Minigolfschlägers. Oder zum Besteigen des Rutschneturms. Drittens kann man auch ohne das Alles einen schönen Tag erleben (und sogar seine eigenen Lebensmittel in der Kühltasche mitbringen). Außerdem gibt es, anders als in jedem normalen Schwimmbad, praktisch keine Zeitbeschränkung - nachdem man drin ist, kann man auch ohne Aufpreis bis drei Uhr morgens drin bleiben, erst dann wird der Preis für eine Übernachtung fällig.
Zugegeben, für eine größere Familie (ab vier Personen) kann das ein teurer Spaß werden, aber zu zweit oder zu dritt ist das noch machbar.
Aber wer hinmöchte: Frühling, Sommer, Herbst.
Auch wenn es im Winter verlockend erscheint - ich hab mir sagen lassen, dass es dann in der Halle doch relativ kühl ist.
Mittwochs haben Bäcker und Fleischer immer noch (oder wieder?) auf, eine gute Gelegenheit, noch ein paar Einkäufe zu machen, bevor es dann wieder nach Hause geht.
Außerdem führt uns der Rückweg noch am Museumsdorf Glashütte vorbei.
Ein Örtchen, das viel Wert auf den Erhalt seiner Beschaulichkeit und auf das Geld seiner Besucher legt.
Hätte ich eine gescheite Kamera dabei gehabt, hätte man auch die Schmetterlinge erkennen können.

Gelegenheit, Kohle loszuwerden (teils im Tausch gegen Glas oder Keramik) hat man jede Menge, an manchen Geldabgabestellen kommt man sich auch ein wenig wie unnützer Ballast vor ("Legen Sie doch den Geldbeutel einfach da vorne hin und gehen wieder, ich nehm dann schon, wenn ich was brauche!"), aber es ist ein sonniger Tag, die Gärten haben was sehr Anheimelndes und es lässt sich entspannt durch den nicht allzu großen Ort schlendern.
Unsere Tochter hat dann noch stolz selber eine Glaskugel geblasen und der Zupfkuchen war auch wirklich lecker.


Ach ja, den Edeka haben wir dann doch noch gefunden. Der Wegweiser war nicht völlig falsch, man musste ich nur etwa 7 Kilometer folgen (Störche einfach rechter Hand liegen lassen) und schon war man da.

- Freddie -

Ps.: Worte, die man nicht vergessen sollte: ~ Protze ~

Psps: Kino. Ein paar Mal in letzter Zeit. Neben Harry Potter (ok bei einigen Längen), Hangover (witzig) zuletzt in "Coraline".
Machen wir es kurz: Wem "Nightmare before Christmas" und "Corpse Bride" gefielen, der wird auch diesen Film mögen. Die Stop-Motion-Technik ist auf hohem Niveau, die Handlung auf gehobenem Kinderbuchniveau (ein kleines Mädchen, das sich von seinen Eltern vernachlässigt fühlt, gelangt durch eine geheimnisvolle kleine Tür in eine parallele Welt, in der seine "anderen" Eltern ihm jeden Wunsch erfüllen und immer für es da sind. Dummerweise muss das Mädchen feststellen, dass in dieser wunderbaren Welt doch nicht alles so schön ist, wie es zuerst zu sein scheint.) und die Charaktere allesamt sehr skurril - besonders gefallen haben mir die beiden ehemaligen Schauspielerinnen, für die es leider immer nur zu zweitklassigen Rollen gereicht hat ("King Leer", "Julius Sees Her") und die jetzt ihre Zeit damit verbringen, sich gegenseitig anzugiften, Engelsflügeldeckchen für ihren vermutlich bald von ihnen scheidenen Schnauzer zu häkeln und ansonsten eine veritable Sammlung bereits verblichener, aber ausgestopfter und mit eben jenen Engelsflügeln versehener Hunde ihr eigen nennen. Hübsche Idee.
Kann man also ganz beruhigt auch als Erwachsener anschauen. Am Besten in 3D, soweit möglich.
Kinder unter zehn sollten allerdings draußen bleiben, auch wenn die FSK das etwas anders sieht.

Montag, Juli 20, 2009

Denn mer sinn widder wer

Endlich, endlich, endlich ist es soweit.
Wir sind wieder wer.
Endlich nimmt Deutschland wieder den ihm zustehenden Platz in der Welt ein.

Wirtschaftskrise hin, Atomkrise zurück - drauf gepfiffen!
Wir haben endlich wieder die Möglichkeit, unserer Wehrmacht Bundeswehr den nötigen Respekt zu zollen und den tapferen Kameraden, wie sie da allesamt die Freiheit der Bundesrepublik Deutschland am Hindukusch erbittert verteidigen, zu danken, indem wir ihnen - endlich, endlich, endlich - wieder das eiserne Kreuz den Tapferkeitsorden verleihen können.
Ich bin sicher, das wird insbesondere all diejenigen freuen, deren Männer/Väter/Söhne seit längerer Zeit unter der Erde liegen (27 zurzeit, Tendenz wohl steigend), weil sie stellvertretend für Angela und Franz-Josef das deutsche Volk den Kopf und andere Extremitäten hinhielten und diese dann leider verloren.

Gerüchteweise plant weiterhin Frau von der Leyen auch die Einführung eines Mütterverdienstkreuzes, das sie selbst im Profil zeigt, umringt von ihrer sie glücklich anlächelnden Kinderschar. Die Rückseite des Ordens ziert übrigens ein großes Stopschild.

Herr Schäuble soll wohl währenddessen angeblich darüber spekulieren, ob man nicht doch vielleicht den guten alten Blockwart wieder einführen könne. Eine kluge Idee, wie ich finde, ist sie doch viel kostengünstiger als aufwendige Online-Durchsuchungen.
Ausserdem weiß man ja, dass so etwas schon einmal ganz gut funktioniert hat.

Ganz entschieden wird allerdings die Gründung einer Merkeljugend dementiert.
Beruhigend, irgendwie.

Hier in Berlin soll übrigens demnächst eine Autobahn gebaut werden.

- Bap -

Montag, Juli 13, 2009

Tears on my pillow

Kennt jemand noch Hush Puppies? Gibt es die überhaupt noch? Falls nein, dann hier kurz zur Erklärung, dass das mal 'ne Schuhmarke war, in den Siebzigern oder so. Die hatten einen Basset als Logo. Und genau dieser Basset hat mich heute morgen angeschaut. Aus dem Spiegel. Aus irgendeinem Grund habe ich seit heute morgen nämlich Tränensäcke, da machen andere Kopfkissen draus.
Ungelogen über nacht waren die plötzlich da. Meine Tochter hat schon voller Begeisterung darauf herumgedrückt, aber wenigstens meine Frau hat mir Mut gemacht und gesagt, dass es vermutlich nur eine allergische Reaktion ist.
Jetzt müsste ich nur noch wissen, worauf.
Hoffentlich nicht auf die Auberginenscheiben, die meine Liebste gestern abend zubereitet hat. Die wären nämlich zu lecker, als dass ich darauf auf immerdar verzichten wollte.
Ich vermute mal, dass ich schlicht eine Katzenallergie habe. Weil Katze zwei das genau weiß, schleicht sie morgens immer besonders intensiv um meine Beine. Ich gehe ausserdem davon aus, dass sie regelmäßig ein wenig von ihrem Haar auf mein Kopfkissen und in meinen Frischkäse tut. Nur, damit ich sie nicht vergesse.
Das kleine Biest.
Wenn das jetzt nicht besser wird, häng ich mir einfach Gewichte an die Ohren, damit sie auch irgendwann ganz basset-like herunterhängen.
Und dann schau ich nach, ob es Hush Puppies immer noch gibt und fang da als neue Werbeikone an.
Was gibt es sonst noch?
Kino erst am Mittwoch - Vorpremiere von Harry Potter. Ich freu mich drauf, mögen mich auch alle anderen auslachen. Püh!

Dafür ein kurzer Warnhinweis: Der Film „One missed call“ macht seinem Namen alle Ehre. Er ist nämlich tatsächlich Mist. Da, wo er nicht vorhersehbar ist, ist er unlogisch und versucht bei allem angestrengt, ein Film in der Tradition von Ring (sehr gut), the Grudge (immer noch gut) und anderen Japano-Gruselfilmen zu sein.
Schafft er aber nur mäßig. Muss man also nicht gesehen haben.

Und zum Schluss noch: Michal Jackson lebt natürlich! Diese ganze Geschichte war nur eine brilliante Inszenierung, immerhin verkauft er mit minimalem Aufwand jetzt mehr Platten als vermutlich während seiner gesamten Karriere.
Wir haben ja auch schon mal über sowas nachgedacht.
Aber erstens haben wir gerade mal eine Platte gemacht und zweitens kennt uns ja keine Sau.
Würde irgendwo berichtet, dass Braincap urplötzlich und unerwartet verstorben ist, wäre die einzige Reaktion darauf vermutlich die Frage, an wen man sich wenden muss, um in unseren Proberaum einzuziehen.
Das ist natürlich auch nicht gerade das was wir wollen. Bleiben wir der Welt also noch ein wenig erhalten.
Hoffentlich.

- Kylie Minogue -

Ps.: Worte, die man nicht vergessen sollte: ~ Menetekel ~

Freitag, Juli 03, 2009

Clean

So, wieder einmal Zeit zum Aufräumen.
Virtuell zumindest, mein SpielArbeitszimmer krankt zum Leidwesen meiner Frau an einer gewissen Unordentlichkeit meinerseits. So ein Blog lässt sich da schon einfacher Aufräumen. Was weg ist, ist weg und wird nicht nur von einer Ecke in die andere verlagert.
Deswegen hab ich mir jetzt einmal die Linkliste vorgenommen.
Der aufmerksame Betrachter wird feststellen, dass zwar einige Herrschaften herausgeflogen ist, aber niemand Neues dazu gekommen ist. Noch nicht. Der Reihe nach. Zwei Blogs sind rausgeflogen, weil der eine recht unspannend ist und der andere irgendwie auch. Ich war so lange nicht mehr dort, dass ich sie auch nicht vermissen werde.
Um den dritten Blog tut es mir allerdings leid - die Frau Rotfell hat sich aus der Bloggerei verabschiedet. Die Gründe hat sie mir mal erklärt und ich finde sie nachvollziehbar, bedauere es aber allemal.
Den Herrn Unkita will ich ebenso wie die Herren Icke und Trainbuk einfach nicht rausschmeißen.
Es tut sich zwar bei allen dreien im Moment so gar nichts, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Den Herrn Klapsenschaffner habe ich zwischenzeitlich so lieb gewonnen, dass ich ihn auch dann nicht aus der Liste nähme, würde er nur noch einmal im Jahr etwas schreiben.
Zu den Neuzugängen: Noch nichts; bis jetzt haben sich hier bei den Kommentatoren in jüngster Zeit allerdings auch nur zwei Neue eingeschlichen. Zum einen der Herr Orinoko, der aber leider selber wohl nichts bloggen mag, weswegen eine Verlinkung allenfalls auf sein Profil verweisen würde, zum anderen die Frau Daria, deren Blog ich schärfstens ins Auge fassen und ggf. in Kürze verlinken werde.

Was gibt es sonst noch?
Es ist warm und stickig in Berlin. Ein Blick nach links zeigt mir blauen Himmel, ein Blick nach rechts meinen unaufgeräumten Schreibtisch. Und den Flur vor meinem Büro, auf dem sich die Hitze zusammengeballt hat und nur darauf wartet, dass ein unvorsichtiger Kollege sein sicheres Zimmer verlässt.
Ärgerlicherweise (ich schreib das jetzt einfach mal in einem Wort, obwohl ich fast sicher bin, dass es nach den neuen Rechtschreiberegeln (die so neu nun auch nicht mehr sind) in mindestens zwei, wenn nicht mehr Worte aufzubrechen ist) steht mein Wasser im Kühlschrank am Ende des Flures.
Ich werde mich also in die stehende Wärme stürzen müssen.
Oder ich bestell mir bei Amazon einen eigenen Kühlschrank und lass ihn in mein Büro liefern.
Keine schlechte Idee, wenn ich so darüber nachdenke.
Könnte aber auch daran liegen, dass die Wärme mir diverse Synapsen verschmurgelt hat und mich bei vielem glauben lässt, dass es doch eigentlich keine schlechte Idee sei.
Wie zum Beispiel die, dass ich jetzt bei unserem Stehchinesen (der genau genommen ein Steh-Vietnamese ist) ein Chinapfanne bestelle. Lecker heiß. Vielleicht noch eine Sauer-Scharf-Suppe dazu. Mal schauen.

Was noch?
Gestern hab ich viel Geld ausgegeben, um unser Auto am Herrn Tüv vorbeizuschleusen.
Angeblich war der Seitenairbag defekt, sagte die Werkstatt.
Macht 580 Euro, sagte die Dame, die an der Kasse in der Werkstatt sitzt.
Und die Abgasuntersuchung müsse noch einmal absolviert werden, sagte der Herr Werkstatt.
Obwohl ich die erst im Mai diesen Jahres abgelegt hatte. Damals, als ich das erste Mal zum Tüv fuhr, dort aber abgewiesen wurde, weil das Lämpchen vom Airbag leuchtete.
Meinem dezenten Hinweis, dass vor gerade mal sechst Wochen die Abgasuntersuchung vorgenommen worden sei, wurde dann entgegen gehalten, dass diese nicht länger als vier Wochen vor der eigentlichen Hauptuntersuchung liegen dürfe.
Und auf meine Frage, warum mir das denn nicht bei einem meiner drei Besuche beim Herrn Werkstadt in den letzten vier Wochen mitgeteilt worden sei, entgegnete der Herr Werkstadt, dass das ihm bislang unbekannt gewesen sei und das sicher in einem dieser neuen Gesetze gestanden habe, die man ja nun mal nicht alle lesen könne.

Haha. So sollte ich mal argumentieren. Ans Kreuz schlagen würde man mich.

So, genug geärgert. Immerhin hab ich was gegen die Wirtschaftskrise getan. Das bitte ich bei der nächsten Steuererhöhung zu berücksichtigen und mich mal außen vor zu lassen.

Mist, immer noch warm. So warm, dass man Schwierigkeiten hat, seine Sätze zuende

- Depeche Mode -

Ps.: Worte, die man nicht vergessen sollte: ~ famos ~

Mittwoch, Juli 01, 2009

Baby, don't drag me down

Je nun, kennt man ja:
Du schaust ein seltsames Video und schwupps - ein paar Tage später bist Du tot.
Du kriegst einen seltsamen Anruf und schwupps - ein paar Tage später bist Du tot.
Du gibst einer seltsamen alten Frau keine Kreditverlängerung zur Rettung ihres Häuschens und schwupps - ein paar Tage später bist Du tot.
Soweit, so bekannt.
Was aber Sam Raimi in "Drag me to hell" daraus gemacht hat, hat mir ein paar Schübe des Erschreckens gebracht, wie ich sie schon lange nicht mehr hatte.
Sam Raimi? Genau, der Typ, der mit seinen Spiderman-Verfilmungen die Superhelden wieder kinotauglich gemacht hat.
War vorher aber mal Regisseur bei ein paar Klassikern des Horrorgenres, die - ob leider oder zurecht mögen andere entscheiden - in ihren ungeschnittenen Versionen schon seit Jahren auf dem Index ruhen.
Jetzt ist er also zu seinen Wurzeln zurück gekehrt und hat einen Film über eine Bankangestellte gemacht, die, obwohl im Grunde sehr gutherzig, einmal zur Förderung ihrer Karriere einer alten Dame eine Kreditverlängerung verweigert.
Dummerweise stellt sich diese alte Dame als in den schwarzen Künsten bewanderte Zigeunerin (ja, völlig politisch unkorrekt wird sie in diesem Film weder als Sinti noch als Roma bezeichnet) heraus, die unsere Bankangestellte verflucht.
Und eben dieser Fluch wird dafür sorgen, dass die junge Frau nach drei Tagen von einer Lamia, einem ziegenbockartigen Dämon in die Hölle gerissen wird.
Was jetzt folgt, sind die immer verzweifelteren Versuche der Frau, dieses Schicksal abzuwenden.
Raim mixt gekonnt die genreüblichen Zutaten, streut ein paar durchaus eklige Szenen ein und scheut auch nicht davor zurück, geschickt aus ein paar Klassikern zu zitieren - besonders "Poltergeist" (und hier die Szene gegen Ende des ersten Teils) hat es ihm da anscheinend angetan.
Wie oben schon geschrieben bin ich in den letzten Jahren selten im Kino so zusammen gezuckt wie bei diesem Film. Raimi hat kein schleichendes Grauen produziert, vielmehr verlässt er sich fast völlig auf den abrupten Wechsel von völliger Harmlosigkeit zu überraschenden Schreckmomenten - dafür kann hier auch schon mal ein Taschentuch sorgen.
Ich für meinen Teil hab mich scherheitshalber an der Sitzlehne festgehalten, um nicht zu sehr aus dem Kinosessel zu hüpfen in solchen Momenten - und das will bei mir schon was heißen. Den anderen Zuschauern im halb besetzten Kino ging es anscheinend nicht anders - man kennt ja die launigen Bemerkungen, die gemacht werden, um den eigenen Schrecken zu überspielen. Gestern waren sie ziemlich oft aus den umliegenden Reihen zu hören.
Wer bei diesen Temperaturen mal wieder unbedingt eine Gänsehaut haben möchte, sollte sich den Film, der bis zum furiosen Finale spannend bleibt, nicht entgehen lassen.
Ein paar Tipps noch:
- Leute mit schwachen Nerven sollten ihn nicht alleine schauen
- Leute mit schwachem Magen sollten auf das Popcorn verzichten (sicherheitshalber vielleicht auch noch gleich aufs Abendbrot)
- Leute, die das alles nicht juckt, schauen sich den Film in der Spätvorstellung an und freuen sich darauf, danach mit leicht zittrigen Knien über den menschenleeren Kinoparkplatz (oder, falls vorhanden, besser noch durch die menschenleere Kinotiefgarage) zum Auto zu gehen.

Und dann immer schön die Rücksitze im Auge behalten!

- Stray Cats -

Ps.: Worte, die man nicht vergessen sollte: ~ Gummitwist ~

Dienstag, Juni 30, 2009

Spam

career tatter pleach withal?
droll exult caudle basher.
blest prize.
spot droll ionic.
tatter cancan tux handy!
treaty wade fusion gag?
sadist pouch cloudy spin?
nitwit sleek unison sadist.
pouch begone sung basher.
exult infix.
unison gamin biting cancan!
ahull daily.
daily pleach fibril plague?
anger caudle nab testae!
nab viol tatter unison?
reach cadre unlay.
lactic career egress liaise?
cloudy withal tyke awhile!
reach viol dyeing nature.
unison lieu.
primer unlay unlay devise.
guilt sung shirt egress!
viol guilt blest.
boo swan unison bias.
naiad bipod erven.
unlay racer bipod loft.
devise fusty.
awhile lieu creasy.
tone devise nab enrobe?
biting viol.
ahull reach.
unlay droll.
testae coatee.
gamin taxing grama tatter!
resole spacer.
gee gelt droll guilt?
tone taxing blest spacer.
bipod ebon wade handy.
racer resole nab naiad.
spacer sung wilt radish.
awhile dee guile zibet.
spin devise coatee slush?
enrobe shandy.
erven radish tatter ionic.
pouch creasy plague fancy!
graver dyeing.
shirt career spin.
lieu withal spacer.
fancy spacer liaise taxing?
blest handy reach exult!
dee tatter naiad forty!
career cadre erven tone!
fibril biting droll embody!
daily gee embody.
exult testae treaty zither!
guile grama zibet.
embody loath shandy.
graver sung dyeing.
spin dee daily pleach.
cadre guile.
droll nature.
basher liaise.
zither embody bias spot.
fancy caudle oldage droll.
tux oldage sadist lactic?
gee tut radish radish.
loath pouch begone daily!
liaise unlay wilt sung.
zibet treaty exult grama.
unlay wade bias bipod.
ahull bubs creasy withal!
bipod sleek fusion dee?
ahull tatter.
creasy coatee oldage bipod?
dee naiad guslar bubs.
unlay dyeing fusty guilt!
nitwit loft.
unlay dee basher lance?
forty fibril grama.
nab guslar bubs anger!
loft cloudy tone pouch!
treaty tone pouch gelt!
bipod bubs spin boo.
gamin fancy.
ionic blest handy gelt?
spot resole dee giber.
devise cancan guilt fusion!
gag naiad tatter guslar?
cadre creasy.
shirt bubs spin fancy!
nab gamin sleek sung!
plague loath oldage dee?
fancy egress.
hick treaty daily embody!
fusty waffle guilt infix!
basher lieu.

Ich glaub, ich mach ein Lied draus.

- Weird Al Yankovic -

Ps: Worte, die man nicht vergessen sollte - Leserwünsche: ~ Muckefuck ~ (mit Dank an Orinoko)

Montag, Juni 15, 2009

Don't vote

Brettchen.
Früher hatten wir beim Frühstück immer hübsch bedruckte Brettchen.
Heute haben wir Teller. Ist auch viel praktischer, schon wegen der Brötchenkrümel und so.
Früher waren Teller zum Frühstück unvorstellbar. Ein No-Go sozusagen.
Gibt es heute eigentlich noch jemanden, der zum Frühstück brettchen statt Teller verwendet?
Ob es an der Verbreitung der Geschirrspülmaschinen liegt? In die kann man die Teller wunderbar einräumen.
Brettchen quellen auf.
Was? Vom Thema abschweifen?
Na gut. Die SPD.
Scheiß Wahlergebnis, wieder mal. Wird aber regelmäßig mit derselben Nonchalance abgebügelt. Der Wähler war es, das kleine Dummerchen, das einfach nicht die hehren Ziele von Steinmeier und Co versteht.
Der Fairness halber muss man aber auch zugeben, dass das Wählerverhalten recht seltsam ist.
Schauen wir doch mal ganz objektiv: SPD und CDU spielen gemeinsam Politik. Fehler, die da gemacht werden (und es werden reichlich Fehler gemacht), werden aber regelmäßig der SPD angelastet, von der die Wähler enttäuscht sind, dass sie nicht mehr für Rentner/Arbeitslose/Alleinstehende/Kindergärten/Kranke/Schülerlotsen tut.
Die CDU tut auch nichts, aber bei ihr erwartet man es ja auch gar nicht.
Heißt also in Wahllogik:
SPD macht Mist, darf das aber nicht = nicht wählen.
CDU/CSU macht Mist, kann aber im Prinzip nicht anders = wählen.
Wäre lustig, wenn es nicht so traurig wäre.
Traurig auch die Unmengen an "Die-machen-doch-eh-was sie-da-wollen"-Wählern, oder besser Nichtwählern, die europaweit großflächig die Wahl geschwänzt haben.
Jetzt machen sie das die nächsten Jahre tatsächlich und fühlen sich auch noch legitimiert, weil, man ist ja gewählt, auch wenn man nur von 5 Leuten gewählt wurde, weil die anderen 95 nicht zur Wahl gegangen sind. Ärgerlich irgendwie.
Ärgerlich auch der Iran. Da gehen mal tatsächlich über 80 Prozent wählen und werden dann von ihrem Präsidenten (dem alten, von dem ich nicht glaube, dass er tatsächlich gewonnen haben soll), so dermaßen über den Tisch geledert.
Traurig auch das: Wieso sind Katastrophen eigentlich immer erst dann richtig schlimm, wenn Deutsche davon betroffen sind?
Gucken wir doch mal Richtung Flugzeugunfall: Airbus abgestürzt, 228 Tote.
Naja, mag man da sagen, schon irgendwie tragisch, aber war halt Air France.
Aber dann: 28 der Toten waren Deutsche. Da gewinnt die Tragödie doch eine ganz neue Dimension.
Nicht dass man da jemanden gekannt hätte. Oder nur jemanden kennen würde, der jemanden gekannt hat.
Aber tote Deutsche? Das ist wirklich schlimm.
Tote Ausländer sind bestenfalls für die Statistik interessant.
Erschreckend irgendwie.

So, noch was Heiteres zum Ende?
Ok.
Brettchen.
Ach ne, hatten wir ja schon.

- Flash and the Pan -

Ps.: Kino.
"Erzählen Sie mir doch bitte nichts von Logik!" Das war mir schärfer herausgerutscht, als ich es beabsichtigt hatte.
Mein Gegenüber, ein ziemlicher Schrank von einem Mann, zuckte zusammen. "Naja, ich mein, wissen Sie, halt Actionfilm und Logik, äh..." stammelte er ein wenig hilflos, aber mir einem nicht unsympathischen leichten österreichischen Akzent.
"Ach herrje, ja, wer einen Actionstreifen schaut, darf dann sein Gehirn gleich an der Kinokasse abgeben, oder wie? Sie müssen doch zugeben, dass in der Geschichte vieles arg konstruiert wirkte!"
Ein Leuchten glitt über sein Gesicht:"Apropos konstruiert - hatten Sie nicht auch das Gefühl, dass das Ruhrgebiet ein Ort zeitloser Konstruktionen ist?"
Dem konnte ich tatsächlich nicht widersprechen - die Häuserkulissen aus der aktuellen Verfilmung der Vorstadtkrokodile sahen aus, als wären sie vor gut 30 Jahren schon einmal verwendet worden.
Ich war aber im Großen und Ganzen sehr positiv überrascht, hat man doch an einen Film, den man um viertel nach 12 seiner Tochter zuliebe im Kino anschaut, erst einmal keine allzu großen Erwartungen.
Die Modernisierungen waren erstaunlich behutsam, viele Szenen waren fast eins zu eins wie in der ersten Verfilmung (ich sag mal nur 8 Jahreskarten fürs Minigolfen, der Schuß mit dem Bogen) und damit stellte sich der Film als durchaus sehenswert heraus.
Zumal auch noch Martin Semmelrogge mitspielen durfte. Und dann die Musik im Polizeirevier mit Ralf Richter als sturem Bullen. Da wurde auch einem alten Nostalgiker wie mir ganz warm ums Herz.
Übrigens heißt Kurt heute Kai und wird diesmal wirklich von einem Jungen gespielt.
Kinderfilm hin oder her - den kann man sich ansehen. Auch, wenn man den alten Film gesehen hat und/oder aus dem Ruhrgebiet kommt.
"Na sehen Sie, da sind Sie doch gleich schon milder gestimmt!" Mein Gegenüber schien sich etwas zu entspannen.
"Halt halt - das eine hat mit dem anderen aber nun mal gar nichts zu tun. Zu Ihnen komme ich jetzt wieder. Also - Lücken in der Logik und wenig nachvollziehbare Motive der Hauptdarsteller - das ist eigentlich ein Todesurteil."
Er sackte in sich zusammen.
"Aber", ich holte tief Luft, "aber der Film ist deutlich besser als sein Vorgänger, der die Marke doch ziemlich zuschanden geritten hat."
Ein schüchternes Lächeln stahl sich in sein Gesicht.
"Spannend war es ja, mit einigen Löchern, aber trotzdem spannend und unterhaltsam. Die Effekte waren durch die Bank gut, wenn auch nicht von der subtilen Güte eines Star Trek. Ging aber schon in Ordnung. Ausserdem mag ich Christian Bale - ach ja und ihr Auftritt war interessant, wenn auch die dafür erforderliche Trickserei zu erkennen war. So, jetzt aber genug des Lobes. Sie haben noch zwei Chancen, den Namen zurück zu alter Glorie zu führen. Ich verlasse mich auf Sie!"
Erleichtert stand er auf, deutete mit Zeige- und Mittelfinger in Andeutung einer Pistole und murmelte "I'll be back", bevor er durch die Tür verschwand.
"Das hoffe ich doch schwer", dachte ich und schloß mit diesem Gedanken meinen kleinen Ausflug in die Welt der bewegten Bilder.


Psps.: Worte, die man nicht vergessen sollte: ~ Kosakenkaffee ~

Montag, Mai 25, 2009

Fun, fun, fun

Ich hatte ja vor ewig langer Zeit einmal davon berichtet, dass ein in der nähe meiner beruflichen Behausung befindlicher Kinderspielplatz aus städtebaulichen Erwägungen dem Erdboden gleich gemacht wurde, um auf dessen Gelände sogenannte Stadtvillen hochzuziehen, auf etwa handtuchgroßen Grunstücken gebaute Wohneinheiten, die nach ihrer Fertigstellung für teuer Geld an Leute verkauft wurden, die es klasse finden, seit mittlerweile gut drei Jahren auf einer Großbaustelle zu wohnen.
Mittlerweile neigt sich aber der Bauprozess seinem Ende zu und wie bereits lange vorher angedrohtkündigt, ist auch ein neuer Spielplatz entstanden.
Und was für einer!
Geht man über das Spielgelände, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier der feuchte Alptraum einer von Philippe Starck mit Jean-Paul Gaultier gemeinsam im Drogenrausch verbrachten Nacht Fleisch geworden ist.
Respektive Stahl und Emaille.
Denn das sind die vorherrschenden Baustoffe auf dem Spielplatz.
Da kann man sich doch richtig gut vorstellen, wieviel Spaß es dem kleinen Jacques-Theodore macht, in die spitzen Schottersteine zu plumpsen, weil er sich mit seinen schweißfeuchten Händchen nicht mehr an der glatt emaillierten Wippe festhalten kann.

Vor dem inneren Auge entsteht auch ein hübsches Bild der Szene, wie Sven-Gustav und Kai-Malte die kleine Bridget-Jasmin in eine der völlig sinnlosen, aber sicher bereits von der Frühlingssonne gut erhitzten Edelstahlröhren stopfen, um einmal die praktischen Auswirkungen der erhöhten Sonneneinstrahlung zu testen und ein Zeichen gegen die Klimaerwärmung zu setzen.
Nein, machen wir es kurz: Dieser Spielplatz ist schlicht zum Kotzen.
Natürlich ist es für die notorisch klamme Stadt Berlin vermutlich günstiger, einmal etwas hinzustellen, was die Blagen allenfalls mit Hammer, Meißel und Eisensäge zerstört bekommen, aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Kinder diesen Designalptraum tatsächlich einer Ansammlung von Holzspielzeugen samt Gebäuden, die wahlweise Ritterburg, Cowboyfort oder Raumschiff sein können, vorziehen würden, hätte man sie nur darüber abstimmen lassen.
Natürlich ist so etwas aufwendiger und kostpieliger in der Instandhaltung. Natürlich braucht so ein Spielplatz auch mehr Platz - Platz der nicht in Form von Hausgrundstücken verscherbelt und damit die Kassen der Stadt füllen kann (wobei sich - so ganz am Rande - die Berliner Finanzverwaltung bei Grundstücksgeschäften regelmäßig so abgrundtief blöde anstellt, dass nicht selten der Käufer noch Geld dafür zu bekommen scheint, dass er das Grundstück von der Stadt gekauft hat).
Meiner unmaßgeblichen Meinung nach wäre es das aber durchaus wert gewesen. Die Berliner Führungsriege teilt meine Meinung ganz offensichtlich nicht und so bleibt mir nur übrig, mich auf die nächste Senatswahl zu freuen um diese Hanseln endlich von ihrem hohen Ross der Selbstherrlichkeit herunter holen zu können.
Ich hoffe sehr, dass sich darauf mit mir noch viele andere freuen.

- Beach Boys -

Ps.: Kino: Gleich zweimal diese Woche. Film 1 wartet, wie Frau Meise schon schrob, mit zahlreichen Ungereimtheiten auf, war aber trotzdem höchst vergnüglich anzuschauen.
Die Rede natürlich ist von "Wolverine".
Ich hab ja immer gewisse Schwierigkeiten mit Filmen über Menschen, die anscheinend unsterblich sind.
Frage eins ist natürlich: Warum werden die zunächst einmal erwachsen und -zack- altern dann aber mit einem Mal kein bisschen mehr?
Frage zwei tut sich immer dann auf, wenn es eine Serie von Filmen ist: Warum sieht der jetzt älter aus als beim letzten Mal? Ich dachte, der altert nicht! Bzw. warum sieht Hugh Jackman jetzt älter aus als in X-Men 1?
Ich mein, natürlich ist die Antwort selbst für mich klar (und hey - ich bin ein Mann!), aber so richtig logisch ist das natürlich nicht.
Wer von diesen (und etlichen weiteren) größeren und kleineren Sprüngen in der Logik absieht (je nun, es ist halt Wolverine! Wer braucht Logik, wenn er solche Krallen hat!), wird über gute 100 Minuten bestens unterhalten. Die Effekte sind sehenswert, schon deswegen, weil man natürlich weiß, dass es nicht echt sein kann, aber es eben trotzdem nicht mehr wie frisch aus dem Computer wirkt.
Die Handlung geht in Ordnung; manchmal rätselt man zwar über die Beweggründe mancher Charaktere (je nun, es ist halt Wolverine! Wer braucht Beweggründe, wenn er solche Krallen hat!), aber es passiert nichts, das einen jetzt völlig kopfschüttelnd zurück ließe - vorausgesetzt natürlich, man ist bereit, sich auf die Grundprämisse des Films einzulassen.
Wer mit Superheldenfilmen nun so gar nichts anfangen kann, wird auch durch Wolverine nicht zu einem Fan, wer solche Filme aber mag, wird im Kino seine Freude haben. Wer ein Fan langer Nägel ist, sowieso.

Film 2 muss natürlich von Hause aus strenger auf die Logik achten - unvermeidbar, ist doch einer seiner Protagonisten ein unbedingter Verfechter logischen Handelns. Aber ganz unter uns - der Film pfeift auf jede Logik. Und ist dabei trotzdem gut.
Star Trek bricht mit einer Menge an Bekanntem, Gewohntem und von den eingefleischten Fans Liebgewonnenem.
Nun bin ich kein eingefleischter Fan der Serie (auch wenn ich Staffel 1 zuhause und sogar die Ausstellung zur Serie - und den Filmen - seinerzeit in Köln besucht hab) und alles nach Herrn Kirk ist relativ unbeachtet an mir vorbei gezogen, weswegen ich auch ob diverser Handlungswendungen nicht mit arg grimmendem Bauch im Kinosessel saß.
Der Trekkie (Trecker?), der natürlich als Worfs jüngerer Bruder fließend klingonisch parlierend von einer Fan-Convention zur nächsten wandelt, mag das anders sehen, aber ich war ganz froh, dass hier nicht wieder mal ein "wir haben uns im Prinzip doch schon irgendwie lieb"-Süppchen mit Herrn Picard in der Hauptrolle zubereitet wurde.
Der Film bietet gute zwei Stunden spannender SF-Unterhaltung, die Logikbrüche sind akzeptabel (schließlich ist es ja SF - die darf das) und - was mich besonders gefreut hat - die Charaktere sind toll getroffen.
Dem jungen Spock nimmt man absolut den Spock ab, Pille ist klasse und auch Kirk überzeugt.
Sulu, Uhura, Checkov und Scottie sowieso.
Man darf halt nur nicht die alten Herrschaften der letzten Filme dabei vor Augen haben.
Ansonsten muss ich zumindest dieses Mal Abbitte bei J.J. Abrams leisten - auch ohne die Rumprollerei, er habe eigentlich gar keine Ahnung von Star Trek, ist ihm ein toller Film gelungen (Lost find ich trotzdem übelst langweilig und Cloverfield dämlich).
Und ziemlich lustig ist der Film auch noch.
Kurz - was will man mehr.
Noch kürzer: Anschauen!

Psps.: Worte, die man nicht vergessen sollte: ~ Ziegenpeter ~

Ach ja: Der Typ im roten Pullover stirbt natürlich.

Mittwoch, Mai 20, 2009

Männer

Nein, üblicherweise klaue ich nicht, sondern schreibe selber.
Dieses eine Mal muss ich aber eine Ausnahme machen, geht nicht anders.
Geklaut habe ich bei der Titanic-Homepage (www.titanic-magazin.de), Verfasser ist der Herr Titze:

"Der geneigte Daddelfachmann schätzt am Kracherspiel »GTA IV« zuvörderst die konsequente Darstellung des Ganovenlebens. Zur besonderen Identifikation mit der Hauptfigur begleiten wir diese aber nicht nur zum Schutzgelderpressen und Leutetotmachen, sondern auch in die Freizeit. Das läuft dann ungefähr so: Ruft einer der virtuellen Kumpels an, stehen mehrere, immer gleiche Ausgehmöglichkeiten zur Wahl.
Ob man Bowlen, Darten oder Saufen geht, spielt keine Rolle, der Kollege findet’s immer dufte. Auf der Fahrt spulen beide nach dem Zufallsprinzip einen von zwei Dialogen ab, während der konzentrierten Verrichtung der Freizeitaktivität wird dann nicht mehr geredet. Läßt man die Verabredung unentschuldigt sausen, bleibt das folgenlos – die Pixelhomies stehen bei Anruf ohne ein Wort des Vorwurfs wieder parat, als wär’ nix gewesen.


Wurden Männerfreundschaften in der Kulturgeschichte je realistischer nachempfunden?

Torben Titze"

Ist das nicht wunderschön erkannt?


- Herbert Grönemeyer -

Ps.: Worte, die man nicht vergessen sollte: ~ fidel ~

Sonntag, Mai 17, 2009

With a little help from my friends

"Ey, samma riesch?"
"Wie bitte?"
"Obsch riesch?"
"Ach, ob Du riechst? Puh, kann ich echt nicht sagen, ich hab Schnupfen."
"Ey, aufs Maul?"
"Ne, wirklich, meine Nase ist zu."
"Machsn morgen?"
"Auschschlafen"
"Gansn Tach?"
"Ne, so gegen mittag werd ich schon aufstehen."
"Kommse mit Fussball?"
"Tut mir leid, Fussball ist absolut nicht mein Ding."
"Ey, Unioooon!"
"Ja, kenn ich. Spielen gut. Geh ich aber trotzdem nicht hin."

Der geneigte Besucher dieser Seite wird unschwer erkennen, dass ich im Berliner Nachtleben unterwegs war.
Grund war, wie könnte es anderes sein, ein Auftritt der Gehirnkäppchen, Anlass war einer Party des sozialen Netzwerk "Groops" zugunsten der Berliner Tafel.
Wenn man sich die Mitglieder eines solchen sozialen Netzwerks einmal anschaut, hat man bisweilen das Gefühl, dass sie zu der Gruppe von Menschen gehören, die, bevor es das Internet gab, vermutlich erst ein halbes Jahr nach ihrem Ableben in der Wohnung gefunden worden wären, weil sich niemand für sie und ihr Leben interessierte.
Bevor ich jetzt hier aber die Blogtrolle anlocke (die sich zur Zeit bei Frau Lily ob ihrer These tummeln, dass man für all die Schnutzi-Wutzi-Glitzerkram-Fanaten mit ihrem virtuellen Gebussele sowie auch für die in infantilem Gebrabbel daherschreibenden Gestalten, die schreiben wie sie sprechen, ein Parallelinternet einführen müsste, in dem sie sich austoben können, ohne andere zu belästigen - eine These, die ich übrigens aus tiefstem Herzen unterstütze), muss ich an dieser Stelle gleich anmerken, dass ich meine Meinung zumindest weitestgehend revidiert habe.
Die Herrschaften waren nämlich tatsächlich richtig gut drauf, hatten sichtlich Spaß und sind - o große Freude - unglaublich mitgegangen.
Aus unserer Sicht besonders schön war natürlich, dass die eigenen Stücke, die wir beinahe ausschließlich gespielt haben, richtig gut ankamen.
Vielleicht werden doch noch reich und berühmt.
Oder reich.
Oder berühmt.
Auf jeden Fall ein Abend, der mir weitaus besser gefallen hat als unser Auftritt zwei Wochen vorher in Neuruppin, auch wenn da Bühne und Tontechnik um Welten besser waren.
Aber wie schon Konfuzius sagte: "Was nützt dir die geilste Bühne, wenn kein Publikum davor steht!"
Ich glaub, es war Konfuzius. Oder Ilja Richter. Oder ich hab es mir halt selber ausgedacht.
Unsere Gage haben wir selbstverständlich auch an die Tafel gespendet, so gehört sich das an so einem Abend ja auch.
Und wo ich eh schon meine Meinung über soziale Netzwerke geändert habe, könnte ich jetzt auch gut Mitglied werden.
Was nämlich noch fehlt, ist eine Gruppe der Ego-Shooter-Freunde, die sich regelmäßig zum geselligen Ballern trifft.
Mal sehen, was sich da machen lässt.
-----
Kulturell war die Woche auch sonst recht ereignisreich; ins Kino hab ich es zwar wieder einmal nicht geschafft, dafür zu einem Konzert.
Beth Hart heisst die Dame (CDs gibt es bei Amazon aber tatsächlich zu kaufen - einfach mal danach suchen und reinhören), kommt aus Amerika und ist hierzulande - zu Unrecht - ziemlich unbekannt. Dabei hat sie wirklich ein feines Stimmchen, kann Gitarre und Klavier spielen und führt einen damit zwangsläufig wieder einmal zu der Frage, wie es sein kann, dass sich hier farb- und talentlose Luschen Superstar schimpfen dürfen, aber echte Talente praktisch unbemerkt durch Miniclubs tingeln und vor knapp 100 Leuten spielen müssen.
Hoffen wir mal, dass sich das noch ändert - verdient hat sie es.
Ausserdem hat sie gegen Ende ein so schönes Lied als Danke an ihre Eltern gesungen, dass man sich einfach nur noch zurücklehnen und sagen wollte: Siehst Du, so ein Stück ist der Grund, weswegen auch unsere Tochter Klavierunterricht bekommt.
Vier Mal tritt sie im Rahmen der Tour noch in Deutschland auf - die knapp 20 Euro fürs Ticket sind meiner unmaßgeblichen Meinung nach kein rausgeworfenes Geld.

Nächste Woche dafür wieder ganz schlicht Kino. Wird langsam auch mal wieder Zeit.

- Joe Cocker -

Ps.: Worte, die man nicht vergessen sollte: ~ Schnabeltasse ~

Mittwoch, Mai 06, 2009

Zombie

Selbst der ohnehin abnehmende Mond war hinter einer Wolke verschwunden. Die Nacht war finster, viel dunkler, als er es sich gewünscht hätte. Natürlich war die Straße nicht beleuchtet, aber er hoffte, dass ihr Zustand noch so gut war, dass er kein Schlagloch übersehen und sich beim Hineintreten den Fuß verstauchen oder gar brechen würde.
Das war nur wirklich kein Ort, an dem man gerne einen Unfall gehabt hätte.
Blöder Gedanke, schalt er sich, als ob es irgendeinen Ort gäbe, an dem man gerne einen Unfall hätte!
Plötzlich hörte er zu seiner Linken ein schabendes Geräusch. Irritiert schaute er in die Richtung, konnte aber in der Schwärze der Nacht nichts erkennen.
Wind kam auf. Wieder dieses Schaben.
Und mit einem Mal hing ein modriger Geruch in der Luft, der Geruch von etwas, das bereits seit mehreren Jahren vergraben war und nun seinen Weg nach oben zurück gesucht hatte.
Seine Augen versuchten die Finsternis zu durchdringen.
War da nicht etwas links von ihm? Etwas, das unförmig und regungslos verharrte und auf ihn zu lauern schien? Auch rechts ein Schatten. Ebenso hinter ihm.

Endlich besaß der Wind die Kraft, die Wolken vor dem dünnen Mond zu vertreiben.
Und als er sah, was ihn eingekreist hatte, wusste er nicht, ob er losschreien oder hysterisch loslachen sollte.
Es waren Untote, die ihn da angrinsten. Eine Armee der Vergessenen.

Und dann fiel es ihm wieder ein: Natürlich, in Kürze würde doch wieder das europäische Parlament gewählt werden.
Und hier waren sie jetzt alle, die in Brüssel Entsorgten, die Abgeschobenen, die längst vergessen Geglaubten.

Zum Glück nur auf Wahlplakaten.

Ich weiß ja nicht, wie es in anderen Städten aussieht, aber Berlin wird ja zur Zeit von diesen Plakaten förmlich überschwemmt.
Die Grünen werben mit „Wums“[sic!], die FDP mit einem Konterfei der immerhin halbwegs ansehnlichen Frau Koch-Mehrin, die CDU führt einen grimmig blickenden Bartträger und den Slogan, dass nur sie durch die derzeitige Krise steuern könnten, in Feld, die Linken sind völlig unauffällig und die SPD verscherzt es sich in beinahe beneidenswert genialer Weise mit so ziemlich jedem denkbaren Koalitionspartner, in dem sie zum Thema FDP dichtet „Finanzhaie würden FDP wählen“ (wollte die SPD nicht mit denen künftig auf Bundesebene?), der Linken gibt man mit auf den Weg „Heiße Luft würde die Linke wählen“ (eine brillante Idee, solche Poster aufzustellen, wo doch gerade der rot-rote Senat in Berlin noch exakt eine Stimme Mehrheit hat) und die CDU kriegt ihr Fett weg als „Dumpinglöhne würden CDU wählen“ (ist sie nicht mit denen auf Bundesebene na ja, geschenkt).

Inhaltliche und/oder programmatische Aussagen spart man sich sicherheitshalber (natürlich quer durch alle Parteien) - klar, so etwas würde den blöden Wähler ja eh nur verwirren.
Nach der Wahl wird dann das große Jammern und Wehklagen losgehen, weil die Wahlbeteiligung mit vermutlich viel Glück bei etwa 42 Prozent liegen wird.

Mal im Ernst: Diese Gestalten, die da jetzt tatsächlich wie die Zombies ihrem Brüsseler Grab entsteigen, fünf Jahre lang Kopf und Füße fein still halten und von deren Existenz man allenfalls dann erfährt, wenn einer ihrer Vertreter in eine bereit stehende Kamera tönt, dass das Versenden einer SMS von Griechenland nach Deutschland jetzt nur noch 35 Cent kostet oder die Norm zur Krümmung der Gurke durch die Verordnung zur Änderungsverordnung jetzt grundlegend überarbeitet worden sei, diese Gestalten wollen jetzt ernsthaft an mein demokratisches Grundverständnis appellieren?
Wenn ich nicht einmal weiß, wofür sie stehen und was sie getan haben in den letzten Jahren?
Ich erwarte keineswegs eine detaillierte Berichterstattung über jeden einzelnen Tag, aber ein wenig mehr als Wahlplakate 6 Wochen vorher und ein bunter Luftballon mit Parteiaufdruck fürs Kind darf es dann schon sein.
Schließlich behaupten die Typen ja, sie würden mich und meine Interessen vertreten. Und da möchte ich dann natürlich schon mal sehen, in welcher Form ihnen das tatsächlich gelungen ist.

And now to something completely different.

Wie bereits vor einiger Zeit angekündigt, haben wir am letzten Wochenende ja im Brandenburgischen musiziert, genauer gesagt, in Neuruppin beim Drachenbootrennen.
Als gewisse Schwierigkeit erwies sich ja in diesem Zusammenhang, dass unser Bassist in einem Schub psychischer Verwirrung beschloss, vier Wochen vor dem Termin das Handtuch zu schmeißen und die Band zu verlassen.
Keine schöne Ausgangssituation, aber wir hatten riesiges Glück: Der Bassist der Band, die mit uns gemeinsam den Proberaum nutzt, erklärte sich zum Mitspielen Bereit, und da er ein musikalisch hochfitter Bursche ist, hat er es auch mühelos geschafft, bis zum Stichtag alle die Stücke zu lernen, die wir in Neuruppin spielen wollten.

Der Tag kam, wir hatten unglaublich schönes Wetter, eine gigantische Bühne mit hervorragender Technik und einem Mann am Mischpult, der mit dieser Technik auch umzugehen wusste. Wir waren natürlich hoch motiviert und der Soundcheck tat sein Übriges, diese Motivation bis zum Abend aufrecht zu erhalten.

Aber ach und weh!
Die Tücken des Objekts!
Erstens kommt es anders.
Draußen nur Kännchen.

Man sieht es schon, leider wurden unsere hochgesteckten Erwartungen in den Auftritt nicht so ganz erfüllt.
Dazu muss man aber wissen, dass der Auftritt zweigeteilt war.
Die erste Hälfte begann um 18.45 Uhr und sollte dazu dienen, das Publikum an die Bühne zu locken, denn um viertel nach sieben sollten die Teilnehmer- und Siegerehrungen stattfinden.
1 ½ Stunden lang.
Eine gute Zeitspanne, um ein leckeres Abendessen einzunehmen (was meine Frau, unsere Tochter und ich auch taten), aber eine schlechte Zeitspanne, um das Publikum, das erschöpft vom warmen Tag, der anstrengenden Ruderei und der ewig langen Siegerehrung (und eventuell auch von dem einen oder anderen Bierchen) noch mal richtig zum Mittun zu animieren.
Dementsprechend leer war es dann auch zu unserem zweiten Block, der, um dem Festzeltbetreiber, der ab halb zehn seine eigene Band an den Start ließ, nicht vor den Kopf zu stoßen, auch noch radikal um 6 Stücke gekürzt werden musste.
Ich muss natürlich zugeben, dass das Jammern auf relativ hohem Niveau ist, weil „dementsprechend leer“ immer noch ca. 500 bis 600 Leute bedeutet, die aber, da der Platz relativ groß war, zumindest aus Bühnensicht etwas verloren wirkten. Vor der Bühne schien das noch etwas anders zu sein, wie uns hinterher bestätigt wurde.

Halb zehn war also Schluss und wir konnten, leicht geknickt, die Instrumente abbauen.
Während die Kollegen sich dann auf den langen Weg nach hause machen mussten, konnten meine Familie und ich (dank rechtzeitiger Reservierung eines Hotelzimmers) noch die Nacht in Neuruppin verbringen und am nächsten Tag nach einem ausgedehnten Frühstück entspannt Richtung Berlin gondeln.

Der Veranstalter rief dann übrigens noch mal an, bedankte sich für die tolle Musik und erklärte, dass das sicher nicht das letzte Mal gewesen sei, dass wir dort gespielt hätten - ein versöhnlicher Abschluss.
So sah es aus
Die nächste Chance, uns zu hören (für all die, die jetzt von grenzenlosem Bedauern geplagt werden), ist übrigens schon ganz bald, nämlich am 15.05. im „Haus der Sinne“ im Prenzlauer Berg.
Erstens gibt es da neben wenigen gecoverten Sachen auch ganz viel Eigenes von uns zu hören und zweitens wird der gesamte Gewinn des Abends - inklusive unserer Gage - der Berliner Tafel gespendet.

Also wenn das nicht genug gute Gründe sind, um mal nach Berlin zu kommen, dann weiß ich auch nicht.

- Cranberries -

Ps.: Worte, die man nicht vergessen sollte, heute Leserwünsche: ~ Humbug ~
(Mit Dank an Meise)

Samstag, April 18, 2009

Animal

"Erzähl mir eine Geschichte", sagte der Fuchs und rollte sich behaglich vor meinen Füßen zusammen.
"Ja, bitte erzähl etwas", pfiffen die Spatzen von den Dächern.
"Oder du schreibst sie auf!", meinte das Kaninchen, das sich gerade noch mit dem Hamster um ein Stückchen Möhre gebalgt hatte.
Die Mäuse, die ein Stückchen Käse in ihren Pfötchen hielten, stzten sich aufrecht hin und schauten mich erwartungsvoll an.
Die große Standuhr tickte leise vor sich hin und das Feuer im großen Kamin knisterte.

Ich sah mich in der Runde um, bevor ich zu sprechen anfing.
"Sagt mal, ihr habt sie doch wohl nicht mehr alle, oder? Glaubt ihr denn, ich kann mir das Zeug nur so aus den Fingern saugen? Ausserdem ist das hier sowieso ein unglaublich blödes Szenario. Sprechende Tiere vor knisterndem Kaminfeuer! Noch bescheuerter geht es wohl nicht! Wer hat sich so einen Quatsch überhaupt ausgedacht?"
"Na, du natürlich!" sagte das kleine Männlein mit der blauen spitzen Mütze, das es sich auf der Lehne des großen Ohrensessels bequem gemacht hatte.

An dieser Stelle beschloss ich, vom Recht des Autors Gebrauch zu machen und die ganze verfahrene Geschichte der literarischen Mülltonne zu übergeben. Sollte ich mal irgendwann ein berühmter Autor von Fabeln werden, kennt man jetzt zumindest die Anfänge.

Wenden wir uns also Sinnvollerem zu, nämlich der Frage über die Nützlichkeit der Katze.

Früher stellte sich diese Frage gar nicht. Die Katze hielt Haus und Hof ratten- und mäusefrei, war dankenswerter Weise dadurch Selbstversorger (bis auf ein Schälchen Milch, das ihr ab und an hingestellt wurde) und Mensch und Tier lebten in glücklicher und zufriedener Eintracht.
Heute ist das dummerweise anders - der Mäuse- und Rattenbefall der durchschnittlichen Behausung hält sich, zumindest hier bei uns, doch in sehr engen Grenzen, was die Katze natürlich der Notwendigkeit entbindet, sich auch mal um ihren Lebensunterhalt zu kümmern.
Also dämmert sie in der Regel den lieben langen Tag vor sich hin, erwacht in der Regel gegen Abend einmal kurz, wenn die menschlichen Familienmitglieder nach hause kommen, um lautstark maunzend die Befüllung ihres Futternapfes zu fordern und trollt sich dann wieder auf die Couch, wo sie laut schnurrend den Rest des Abends verbringt im sicheren Wissen, dass sie es schon ziemlich gut getroffen hat.
Und an dieser Stelle setzte meine Überlegung ein.
Wenn sich die kleinen Biester ohnehin tagelang regungslos auf dem Sofa lümmeln (und mir, so ganz nebenbei, auch noch den Platz wegnehmen), werden sie ab sofort sinnvoll eingesetzt.

Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber ich verlege regelmäßig Dinge, weil ich sie irgendwo abgelegt habe und später nicht mehr weiß, wo das war.
Wenn ich aber weiß, dass die Katze immer an der selben Stelle liegt, nämlich mitten auf der Couch, kann ich doch auch die Katze als Ablage für Dinge verwenden, deren Suche mich jedes mal wertvolle Zeit kostet.
Und deshalb präsentiere ich hier das Produkt meiner Überlegungen:

Den Katzen-Fernbedienungshalter!

Man nehme hierzu:
- Eine, wie üblich, regungslos daliegende Katze
- Eine Fernbedienung
Die Fernbedienung appliziere man so in die Katze, dass sie (also die Fenbedienung, nicht die Katze) jederzeit leicht entnehmbar ist.
Um einmal kurz zu verdeutlichen, wie das dann aussieht, folgen an dieser Stelle ein paar kleine Illustrationen:


Eine Warnung muss aber an dieser Stelle noch ausgesprochen werden: Bevor man derartige Experimente mit seinem Haustier veranstaltet, sollte man unbedingt sicher stellen, dass man ein ganz gewöhnliches Tierchen besitzt.
Ist man versehentlicher Eigner einer Superkatze (leicht am Umhang und den damit verbundenen Flugfähigkeiten zu erkennen), sollte man von der ganzen Sache besser die Finger lassen.

- Nickelback -

Ps.: Worte, die man nicht vergessen sollte: ~ Husarenstück ~

Dienstag, April 07, 2009

Illegal Alien

Heute mal nur Film. Oder fast nur. Bisschen meckern natürlich auch. Kennt man ja nicht anders.
Aber erst mal Film. Nämlich
Monster vs. Aliens
In 3D.

Der Film an sich ist schon klasse. Ich persönlich - ich schrob es bereits dem Herrn Schaffner - bin ja ohnehin eher ein Freund der Dreamworks-Animationsfilme (Shrek, Madagascar, Ab durch die Hecke usw.).
Natürlich haben auch diese Filme immer einen moralischen Aspekt, ein Happy End selbstverständlich auch. aber das Ganze ist, dem Herrn sei es gedankt, nie so dick aufgetragen und so plakativ wie bei Pixar, insbesondere, seitdem sie Disney gehören und nicht nur für Disney arbeiten.
Dreamworks schafft es, in seinen Filmen immer irgendwie eine anarchische Komponente einfließen zu lassen, die dafür sorgt, dass weder der Film seine Helden noch die Helden sich selbst so bierernst nehmen, wie es bei Pixar regelmäßig der Fall ist. Nicht umsonst gefallen mir dort die Vorfilme in der Regel deutlich besser, als der jeweilige Hauptfilm. (Und jetzt will ich kein Geheule hören von wegen "Findet Nemo war doch soooo süß" und "Wall-E hatte doch so tolle Bilder und der Roboter war sooo niedlich". Dem will ich gar nicht widersprechen, aber ich habe mich trotzdem in sämtlichen Pixar-Filmen der letzten Zeit streckenweise gelangweilt. So.)

Das ist mir bei Moster vs. Aliens eben nicht passiert.
Vielleicht kurz zur Handlung: Die junge Amerikanerin Susan steht kurz vor ihrer Hochzeit mit einem selbstverliebten Wetteransager, als sie von einem Meteoriten getroffen wird - mit der unangenehmen Nebenwirkung, dass sie auf gute 25 Meter Körpergröße anwächst.
Die Hochzeit platzt bei so etwas natürlich, Susan wird von der US Army gekapert und in eine hochgeheime Forschungseinrichtung gebracht, in der die Armee sämtliche Monster, die in den letzten 50 Jahren aufgetaucht sind, unter Verschluss hält.
Dummerweise enthielt der Meteorit, der Susan auf den Kopf gefallen ist, einen ausserirdischen Energieträger, hinter dem ein unglaublich fieses Alien her ist, um unbeschränkte Macht zu erlangen.

Der Film ist eine liebevolle Hommage an die Monster- und Alienfilme der 50er - die Monsterpalette rekrutiert sich aus den Filmen Jack Arnolds bis zum japanischen Giganto-Monster-Trash.
Er ist witzige Unterhaltung auf vielen Ebenen; ein neunjähriges Kind hat seinen Spaß (was ich ja live auf dem Kinositz neben mir erleben konnte) einfach an der lustigen Geschichte, den Dialogwitzen und den zahllosen Slapstickeinlagen ebenso wie sich der knapp 40jährige Papa an der Vielzahl der Anspielungen freut, etwa dass der zur Riesenkakerlake mutierte Wissenschaftler aussieht wie Vincent Price, dass der amerikanische Präsident auf einem Sythesizer aus den 80ern mit den Aliens kommunizieren will, in dem er das Thema aus "Unheimliche Begegnungen der dritten Art" spielt (und danach zu "Axel F." breakdanced, was auch wieder die Tochter erfreut), dass die mit "ET go home" beschrifteten Raketen der Amerikaner zur ET-Titelmelodie abgeschossen werden, um nur einige zu nennen.
Wenn also über Ostern das Wetter nicht ganz so toll sein sollte (oder das Fernsehprogramm nicht ganz so toll sein sollte) gibt es an dieser Stelle eine "unbedingt reingehen"-Empfehlung.

Noch unbedingter gibt es die Empfehlung allerdings für die 3D-Fassung des Films.
Jaja, ich weiß, die gibt es bei weitem nicht überall zu sehen (meines Wissens nach hat aber jedes UCI-Kinocenter ein Kino auf 3D-Projektion umgerüstet) und jaja, ich weiß auch, dass es deutlich teurer ist als die normal Fassung (pro Karte hier in Berlin zwischen 2 und 3 Euro, je nach Wochentag), aber es lohnt sich.
Der Effekt ist beeindruckend, vergleichbar dem in einem IMAX-Kino, aber auf 90 Minuten Länge.
Was natürlich bedeutet, dass man sich eine Brille aufsetzen muss, aber eben nicht mehr diese unsäglichen Rot-Grün-Brillen, sondern Geräte, die ein wenig so aussehen, wie dezent zu groß geratene Sonnenbrillen, sprich, die Gläser sind abgetönt, aber dadurch, dass die Leinwand silberbeschichtet ist und der Film damit heller als ein normaler Film, fällt die Tönung nicht ins Gewicht.

Die 3D-Effekte sind, wie bereits erwähnt, beeindruckend; manchmal etwas plakativ, wenn es z.B. durch einen Meteoritengürtel geht (aber man muss am Anfang wohl auch plakativ sein, um das Interesse zu wecken), aber in der Regel so dezent, dass sie nicht den Film in den Hintergrund drücken, sondern das Geschehen dezent, aber wirkungsvoll unterstreichen.
Angenehmer Nebeneffekt ist noch, dass die 3D-Projektion digital ist, es also im ganzen Film keine Blitzer, Flecken oder Dropouts gibt, was umso stärker auffällt, weil die Werbung vorher ja noch ganz analog daher kommt.

Also, nochmal zusammen gefasst: Reingehen, wenn möglich in die 3D-Variante.

Kommen wir zum angekündigten Meckern. Das hat rein gar nichts mit dem Film zu tun, dafür mit der Musik.
Da gibt es nämlich leider arg Unerquickliches zu vermelden. Über die Unzuverlässigkeit unseres Bassisten, dessen Alkoholproblem offensichtlich noch das Kleinste seiner Probleme ist, lamentierte ich ja bereits schon einmal. Jetzt haben wir in Kürze einen Auftritt, der wohl der größte in der bisherigen Bandgeschichte werden dürfte, alldieweil wir vor (laut Veranstalter) etwa 6.000 Zuhörern beim Hafenfest in Neuruppin spielen sollen. Am 2. Mai übrigens. Und unser Bassist teilte uns jetzt am 06. April per SMS mit, dass er mit sofortiger Wirkung aus der Band aussteige.
Sein im Delirium dafür zusammengefaselter Grund ist der, dass wir auf unserem Myspace-Profil (siehe Link rechts) den Auftritt ja nicht erwähnt hätten. Dass er zur Probe vor zwei Wochen sturzbetrunken ankam und spielte wie eine Sau und die letzten beiden Proben dann gar nicht mehr erschien, blendet er wohlweislich aus.
Meine Frau sagt natürlich vollkommen zu recht, dass er sich seine Version zurecht gestrickt hat, in der er als der Gute dasteht, weil er ja sonst zugeben müsste, dass er ein Arsch mit Suchtproblem ist, aber sauer bin ich trotzdem.
Stinksauer. Ich hoffe nur, dass wir da noch rechtzeitig Ersatz bekommen und eingearbeitet kriegen, denn sonst könnte aus dem eigentlich erhofften Auftritt ein ziemlicher Schlag ins Wasser werden.

So einer von Euch noch ein Däumchen frei hat, wäre ich fürs Drücken sehr dankbar.

- Genesis -

Ps.: Worte, die man nicht vergessen sollte: ~ Flausen ~

Freitag, April 03, 2009

Friday

7 Gedanken zum Wochenende:

1. Der alte Musiker-Trick:
Wenn Du Musik machst, wird es immer jemanden geben, der sich über die Lautstärke beschwert.
In diesem Fall drehst Du einfach den Verstärker noch ein deutliches Stück weiter auf.
Der Beschwerdeführer wird selbstverständlich wieder vorsprechen und Du drehst darauf hin auf die ursprüngliche Lautstärke zurück. Alle sind zufrieden.
Funktioniert immer.

2. Temperaturstürze:
Bis vor wenigen Wochen konnte ich vor staunenden Zuhörern immer damit angeben, dass wir in Kasachstan Temperaturen bis zu minus 35 Grad hatten. Seit kurzem kann jeder dahergelaufene Sachse Ähnliches aus seinem Heimatdorf berichten.
Deprimierend, wenn man seine Einzigartigkeit verliert.

3. Fremdsprachen:
Ich bin kein Freund des Französischen. Höre ich aber Franzosen, die versuchen, Englisch zu sprechen, könnte ich glatt noch zu einem werden.

4. Dr. Best ist ja nun tot. Ist der Herr, der mittlerweile sein Grinsen für die Zahnbürsten in die Kamera drückt, dann jetzt Dr. Second-Best?

5. Offensichtlich leben zahllose Autofahrer in dem irrigen Glauben, ihr Wagen verwandele sich in einen blick- und schalldichten Stahlkubus, sobald sie eingestiegen sind.
Anders ist der akustische Terrorismus nicht zu erklären, dem sie ihre Umwelt aussetzen (Wumpa-Wumpa-Wumpa-How much is the fish?-Wumpa-Wumpa-Wumpa). Ebensowenig die Einblicke in konzentriertes Nasenbohren, zwischen den Zähnen pulen und weitere körperliche Verrichtungen.

6. Monsters vs. Aliens. Kommt ja neben der normalen Fassung auch in 3D ins Kino und soll dabei sehr gut aussehen. Einziger Haken: Der Eintritt ist beinahe dreimal so teuer wie in der normalen Version. Ich denke, wir werden es uns am Wochenende trotzdem geben, so dass ich im Laufe der kommenden Woche darüber berichten kann.

7. "Einen Augenblick blieb es totenstill, dann zerriss Staceys Schrei die Luft. James sprang wie ein Wahnsinniger im Klo herum und fuchtelte mit den Armen, um die verweste Hand von seinem Gesicht abzuschütteln. Er wartete nur darauf, dass die Finger ihn an der Kehle packten und zudrückten. Mit letzter Kraft schaffte er es, den abgetrennten Arm von seinem Mund wegzureißen, und schleuderte ihn durch die Luft, so weit er konnte. Der Arm knallte mit einem lauten "Platsch!" gegen die Wand und glitt langsam auf den Fußboden herunter, wo er eine klebrige Schleimspur hinterließ.
Alle rannten jetzt gleichzeitig zum Ausgang, und Leandra stürzte zu allem Übel auf den Boden. Alexander stolperte über sie und riss James und Stacey mit sich hinunter. Als Lenny sich bückte, um den anderen aufzuhelfen, erhaschte er etwas aus dem Augenwinkel und erstarrte." - Harte Horrorstory? I wo! Kinderbuch ab 10 Jahren aus dem Verlag von Onkel Franz (mit Dank an dreisechzig.net für den Hinweis)

- Ice Cube -

Ps.: Worte, die man nicht vergessen sollte: ~ wonnig ~

Freitag, März 27, 2009

Church Of The Poisoned Mind

Ich möchte dem Papst mal in die Fresse hauen.
Darf man sowas schreiben?
Darf man sowas überhaupt denken?
Ist es klug, sowas ins Internet zu setzen, wo die Herrschaften von Horch, Guck und Greif (BRD) doch ein waches Auge auf diese Institution haben und jeden, der des Terrors, des Amoklaufes oder des Papstverhauens verdächtig scheint, gerne einmal präventiv in Beugehaft nehmen wollen?
Statt dass sie einmal was Vernünftiges machen. Drängler aufschreiben zum Beispiel. Oder Parksünder.
Aber dem Papst was aufs Maul zu geben ist natürlich gar nicht so einfach. Privat ist an den ja kein Rankommen. Da müsste man schon mindestens Ministerpräsident oder so sein.
Dafür schadet es dann aber auch wieder nicht, wenn man bei der Verfolgung seines Hobbys mal so eben eine Frau auf der Piste totfährt.
Einfach beichten (falls man sich überhaupt dran erinnert), drei "Ave Maria" und fertig ist die Laube.
Das ist sowieso eine schicke Einrichtung, die Beichte.
Hingehen, Sünden bekennen und schwupp, weg sind sie.
So eine Art Persil, nur ohne Waschmaschine und viel wirksamer. Und schon seit Jahrhunderten mit derselben Formel.
Also, zurück zum Thema.
Privat rankommen ist nicht. Ostersonntag ist auch ganz schlecht. Da ist er zwar draußen auf dem Balkon, aber um ranzukommen, müsste man sich erst durch Horden von Nonnen und Priestern prügeln. Und dann auch noch auf den Balkon klettern. Bis man da ankommt ist man schon völlig ausser Puste und der Schlag wäre dann eher ein laues Tätscheln.
Bringt also auch nix.
Einzige effektive Möglichkeit, damit es tatsächlich weh tut, ist also der virtuelle Schlag.

Sprich: Kirchenaustritt.

Wenn es den Brüdern und Schwestern ans Geld geht, tut es ihnen wirklich weh.
Und auch, wenn es keiner glauben mag - mir geht es dabei nicht um die monatliche Ersparnis.
Zugegeben, es sind etwa 50 Euro jeden Monat (wer mag, darf jetzt auf dieser Grundlage meinen Monatsverdienst ausrechnen), aber die waren ja vorher auch schon immer weg, ohne dass wir deswegen am Hungertuch genagt hätten.
Es geht mir eher um die Klöpse, die sich die "eine katholische Kirche" (Selbstauskunft) in letzter Zeit geleistet hat. Damit meine ich noch nicht einmal die Papstaussage auf der Afrikatour, dass AIDS nicht mit Kondomen zu überwinden zu überwinden sei.
Soweit sich die Kirche als moralische Instanz begreift, hat sie ja damit sogar Recht, wenn sie betont, dass vielmehr Enthaltsamkeit der richtige Weg ist.
Dumm nur, dass sie zwar regelmäßig die Moralkeule auspackt, sich selber aber oft höchst unmoralisch verhält.
Das geht los beim Kindesmissbrauch durch Priester, führt über die Exkommunikation der brasilianischen Ärzte, die dafür sorgten, dass die von ihrem Stiefvater vergewaltigte Neunjährige, die dadurch schwanger wurde, abtreiben konnte (wohlgemerkt, nicht der Stiefvater wurde verdammt) und endet noch lange nicht bei der Rehabilitierung von Williamson.
Hinterher zu behaupten, man habe ja gar nicht gewusst, was der so alles Böses von sich gegeben habe halte ich dabei aber für eine ganz billige Schutzbehauptung - schließlich sollte ja zu erwarten sein, dass bei der Rücknahme einer Exkommunizierung genz besonders sorgfältig geprüft wird, welche Schäfchen man da in die Herde zurück holt.
Oder fand eine solche Prüfung vielleicht sogar statt, aber man hoffte darauf, dass niemand etwas merkt? Das wäre ja beinahe noch schlimmer.
Die Liste ließe sich erschreckender Weise nahezu beliebig fortsetzen, von der Intoleranz anderen Glaubensrichtungen gegenüber (ich weiß, da sind die meisten anderen Religionen auch nicht besser, aber soll ich deswegen zum Islam konvertieren, nur um auch da wieder austreten zu können?) über das Verhalten christlicher Institutionen (Kinderheime z.B.) bis in die 70er Jahre hinein bis zum sich gerade in jüngerer Zeit immer stärker ausbreitenden Gedanken, dass die Menschen für die Kirche dazusein haben und nicht umgekehrt.

Also denn: Kirchenaustritt. Nicht, weil ich nicht an Gott glaube - das tue ich nämlich trotzdem - sondern weil ich diese Institution, die von sich behauptet, für SEINEN Willen zu stehen, weder respektieren noch akzeptieren kann. Geschweige denn verehren.
Was sie aber im Gegenzug selbstverständlich von mir erwartet, schließlich heisst es im Glaubensbekenntnis ja nicht umsonst "Ich glaube an die heilige katholische Kirche".

Kleine Anekdote am Rande: Unser damaliger Pfarrer erzählte immer, dass er Leuten gegenüber, die erklärten, sie könnten zum Beten ebenso gut in den Wald wie in die Kirche gehen, erwiderte, dass sie sich dann bitte auch vom Förster beerdigen lassen sollten.
Eine Reaktion, die so ein bisschen von beleidigter Leberwurst hat.
Abgesehen davon ist der Gedanke, am Fuß einer Tanne (bitte keine Eiche, nur keine Eiche!) zur Ruhe gebettet zu werden, auch nicht wirklich abschreckend.

Austritt also. Aber erst nach Ostern - wer weiß, sonst sind für mich hinterher noch Karfreitag und Ostermontag keine Feiertage mehr.
Andererseits - ich hab ja auch schon seit Jahren am Tag der Arbeit frei...

- Culture Club -

Ps.: Worte, die man nicht vergessen sollte: ~ Schlawiner ~