Montag, Januar 19, 2009

Buy my baby a car

Es ist aber auch zu gemein!
Ich finde, dass unsere Bundesregierung nach all den Schlägen und Beschimpfungen, die in der letzten Zeit über sie niedergingen, auch mal ein wenig Dankbarkeit verdient hat.
Dafür, dass sie gut ist.
Dafür, dass sie groß ist.
Dafür, dass sie den Menschen noch echte Werte vermittelt.

Wie zum Beispiel den, dass ein neun Jahre altes Auto 25 mal soviel Wert ist, wie ein 9 Jahre altes Kind.
Immerhin kriegt man die 2.500 Euro beim Auto dafür, dass man es nach neun Jahren loswird, während man die 100 Euro beim Kind dafür bekommt, dass man es behält.
Unsere Tochter wird es freuen.

Nein, mal im Ernst. Kinderkriegen ist eine freie und private Entscheidung. Da muss man nicht vom Staat erwarten, dass er die Folgekosten trägt. Ich brauch auch keine Belohnung dafür, dass wir ein Kind haben. Ich würde mich mehr darüber freuen, wenn die Qualität des Schulessens gesteigert würde. Oder die Leistung "Schulessen" nicht mit 19% Mehrwertsteuer belegt wird, sondern mit 7%. Die zahlen wir ja schließlich auch für unser Katzenfutter.
Autokauf ist aber ähnlich. Auch eine ganz freie Entscheidung. Da muss der Staat mir kein Geld zuschießen.
Aber wenn er es denn doch tut, warum dann nur zu Autos?
Ich würde jetzt mal ganz ins Blaue hinein vermuten, dass es in deutschen Haushalten wesentlich mehr neun Jahre alte Fernseher, Kühlschränke und Matratzen gibt als Autos.
Manch einer wird vielleicht sogar Konservendosen zuhause haben, die in automobiler Form als Oldtimer durchgehen würden. Meine Oma zumindest hatte solche im Keller und ich glaube, meine Eltern auch noch.

Wäre das dann nicht ein toller Ansatzpunkt?
Ich kauf was Neues und der Staat gibt mir die Hälfte dazu?
Das gibt doch dann eine ganz neue Perspektive.
Weg mit Chateau Lafîtte von 1953, her mit der Flasche Amselfelder von 2008.

Aber mal ganz abgesehen davon - wer ein neun Jahre altes Auto fährt, tut das in der Regel nicht deswegen, weil ihm 2.500 Euro zum Neuwagen fehlen. Während in der Regel die, die einen Neuwagen kaufen, nicht vorher neun Jahre lang dasselbe Auto gefahren sind.
Vermutlich eröffnet das aber einen ganz neuen Geschäftszweig: Händler, die für 500 Euro 8 1/2 Jahre alte Autos kaufen und sie dann mit 2.500 Euro Rabatt ein halbes Jahr später gegen Neuwagen tauschen.
Das ist nicht schön, aber wenn es Arbeitsplätze schafft / sichert / wenigstens nicht vernichtet, dann hat unsere Regierung doch wieder mal ein Ziel erreicht.

Und deswegen möchte ich an dieser Stelle der Bundesregierung einfach einmal meinen Dank aussprechen.
Dafür, dass sie gut ist.
Dafür, dass sie groß ist.
Dafür, dass sie den Menschen noch echte Werte vermittelt.

- Dean Friedman -

Montag, Januar 12, 2009

Epic

Da steht es nun, mein Epic Mount.
Eine lange Reihe von Aufgaben musste ich absolvieren und eine große Zahl von Schlachten musste ich schlagen, aber jetzt ist es mein.
Eigentlich wollte ich an dieser Stelle einen Screenshot der Erfolgsnachricht zeigen, aber weil ich morgens um 1.30 Uhr nicht mehr ganz so flink denke (nicht, dass ich jetzt wesentlich flinker dächte, aber so'n bisschen schon. Nun ja), hab ich natürlich vergessen, im entscheidenden Moment, der ein durchaus anrührender war, auf die richtige Taste zu drücken.
Deswegen leider ohne Bild.

Nicht vergessen möchte ich aber an dieser Stelle den Herrn, ohne den das alles überhaupt nicht möglich gewesen wäre:
Ein besonderer und großer Dank geht daher an den Herrn Klapsenschaffner, dessen Schwert kein Gegner standhalten konnte und ohne dessen weise Ratschläge ("nächster Zombie rechts abbiegen") ich immer noch fußlahm durch die Weiten Azeroths schlurfen würde.

Und auch wenn ich jetzt wieder schneller bin als Du, werde ich mich bemühen, das nicht allzu sehr raushängen zu lassen ;-).

- Faith no more -

Freitag, Januar 09, 2009

Crazy

- Is hier noch frei?

- Mhm

- Was liest'n da?

- Dieses Magazin von Burgerking. Gibt es dahinten umsonst.

- Ne, will ich nicht. Wollt ich nur mal wissen.

D..e..r.. T..a..g.. a..n.. d..e..m.. d..i..e.. E..r..d..e.. s..t..i..l..l..s..t..a..n..d..

Komisch. Geht doch gar nicht. Würden wir doch alle sterben bei.

- Ist ja auch nur 'n Filmtitel. Kommt demnächst ins Kino.

- Ne, sterben würden wir da alle. Werden wir sowieso bald.

- Ach?

- Na, weil die Erde stillsteht. Wegen der Umwelt und so. Weil die Menschheit böse ist.

- Ich nicht. Ausserdem ist das nur ein Film. Der heißt so.

- Ne, ne. Die Erde wird stillstehen und wir werden alle untergehen. Und da kann sowieso keiner was dagegen machen. Weil nämlich der Weltenverderber kommt!

- ???

- JA, DER WELTENVERDERBER ! UND ER IST SCHON AUF DEM WEG ZU UNS UND WIRD BALD DA SEIN. UND ER WIRD UNS ALLE VERNICHTEN UND KEINER KANN WAS DAGEGEN TUN!

Das war dann der Moment in dem ich beschloss, auf das kostenlose Nachfüllen meiner Cola dieses Mal zu verzichten und gleich nach Hause zu fahren.
Und beim nächsten Mal benutze ich gleich den Drive-In-Schalter.

- Gnarls Barkley -

Mittwoch, Januar 07, 2009

Suicide

An dieser Stelle kurz etwas zum Tagesgeschehen.
Der Herr Merckle (genau, der "Gute Preise, gute Besserung"-Merckle) ist ein Riesenarschloch.
Nicht, weil er seinem Leben ein Ende gemacht hat.
Das Recht gestehe ich jedem zu, auch wenn ich selber wohl eher nicht auf die Idee käme.
Man kommt schon nicht freiwillig, dann kann man wenigstens freiwillig gehen.

Aber die Art seines Abgangs ist, im übertragenen wie auch tatsächlichen Sinne, zum Kotzen.
Wenn ich nicht mehr leben will, muss ich dann anderen die Verantwortung für meinen Tod aufs Auge drücken?
Muss ich mich da vor einen Zug schmeißen und dem Lokführer bis ans Ende seiner Tage ein quälendes Gewissen verschaffen?
Hätte der gute Mann sich nicht einen hübschen Cocktail aus seiner Fabrik kommen lassen können, den er dann gemütlich auf dem Sofa geschlürft hätte?

Nein, ich kann mir nicht helfen, aber diese Art der Selbstentleibung, die andere gegen ihren Willen dazu zwingt, die Verantwortung für die Tötung zu übernehmen, ist einfach nur schäbig und widerwärtig.

So, das wars auch schon.
Danke für die Aufmerksamkeit.

- R Kelly -

Freitag, Januar 02, 2009

Simply the best

So, nach all den Jahresrückblicken in den letzten Wochen will ich natürlich auch mal.
Aus Politik und so'n Zeuch halte ich mich sicherheitshalber raus, ebenso aus dem Bereich der Hochkultur und der Klatschpresse.
Bleibt also nur das Schlichte und Unterhaltsame. Und deswegen kommt jetzt hier meine persönliche und ganz eigene Übersicht über die Tops und Flops des Jahres 2008:

Fangen wir an mit "Bester Film":
And the Falcon goes to..."Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels"
Nein.
War natürlich ein Scherz.
Mein persönlich bester Film des Jahres ist, wie nicht anders zu erwarten "Batman - The dark Knight".
Warum das so ist, möge man in meiner Lobeshymne vom 29. August 2008 nachlesen.
Mein ganz besonderer Dank an dieser Stelle geht an meine Frau, die mich zu Weihnachten mit der DVD zum Film überraschte. Natürlich in der Version für den protzigen Angeber, mitsamt Batpod aus Glas.
So soll es sein.

"Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" kommt jetzt an die Reihe. Leider nicht im Bereich "Film des Jahres", dafür aber als "Enttäuschung des Jahres".
Naja, immerhin.
Wie bereits einmal erwähnt, ist der Streifen gar nicht so schlecht, aber für einen neuen Indy ist "gar nicht so schlecht" einfach zu wenig.
In dieser Kategorie waren übrigens auch "Hulk" und "Hancock" nominiert, aber die sind beide eigentlich nicht mal die Druckerschwärze auf dem Papier wert. Gut nur, dass der Text gar nicht auf Papier erscheint.

Überraschung des Jahres im Bereich Film war übrigens "Bank Job", der ganz ohne Effekthascherei knappe zwei Stunden bester Unterhaltung lieferte.

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Mein Musikalbum des Jahres stammt eigentlich noch aus 2007, aber meine Knauserigkeit verhinderte den Kauf noch in jenem Jahr. Nachdem ich mich dann aber doch dazu durchgerungen habe, "Cease to begin" von "Band of Horses" zu kaufen, habe ich es allerdings nicht im Geringsten bereut.

Musikalisch völlig an mir vorbeimarschiert ist dieses Jahr dagegen Amy Hauswein, der ich eigentlich immer nur zurufen möchte "sing doch mal auf den Punkt, Schnepfe!".
Ebenso erfolgreich umgangen habe ich im letzten Jahr Madonna, Rihanna, Kate Perry und alle anderen mit zwei aufeinanderfolgenden Konsonanten im Namen.
Deswegen werde ich mir das neue Album der "Killers" auch erst in diesem Jahr anhören. Man möchte sich ja nicht selbst widersprechen.

Konzert des Jahres war selbstmurmelnd das von Jean Michel Jarre.
Schon der Anblick der auf der Bühne aufgebauten Synthesizerburgen ließ mein Herz schneller schlagen. Und es war ja auch wirklich beeindruckend. Genaueres bitte ich meinem Eintrag vom 08. April 2008 zu entnehmen.

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Kommen wir zur Literatur.
Hier sollte ich wohl eher auf meine Frau verweisen, die deutlich mehr liest als ich. Ausserdem ist sie in weitaus mehr Genres zuhaus als ich.

Trotzdem: Ein gern gelesener Autor in 2008 war Simon Beckett, dessen Roman um den Forensiker David Hunter mir auch in der Wärme des Sommers gelegentlich eine angenehme Gänsehaut verschafften.

Eher enttäuscht war ich von Ken Follets "Die Tore der Welt".
So eine Art Indy IV in Buchform. Für sich alleine genommen durchaus unterhaltsam, aber im Vergleich zum großartigen Vorgänger in jeder Hinsicht eine Klasse schwächer.

Richtig gute Fantasyromane waren in diesem Jahr eher spärlich gesät und der 27. Aufguss von "Truppe zieht los, um Relikt zu finden und Oberbösewicht zu besiegen" muss ich nicht mehr haben.
"Bartimäus " von Jonathan Strout ließ sich ja recht gut an, aber zum Ende hin gingen da doch arg Puste und Ideen aus.
Für Tips bin ich daher immer sehr dankbar.

Ein Tip gegen Jahresende hat sich als ausgesprochen unterhaltsam herausgestellt, nämlich Sebastian Fitzeks "Die Therapie". Und da Herr F. noch einiges mehr geschrieben hat, ist der Winter auch bei Schnee und Glatteis durchaus erträglich - solange man in der guten Stube noch mit genug Lesestoff versorgt ist.

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Kommen wir zur elektronischen Unterhaltung.
Während ich das Medium Fernsehen einfach mal aussen vor lasse (nicht mal Kalkofes Mattscheibe konnte im letzten Jahr noch etwas herausreissen), hat sich im Bereich der Unterhaltungssoft- und Hardware doch im letzten Jahr einiges getan.

So habe ich zielsicher auf das Medium HD-DVD gesetzt, was mir bei allem Spottgelächter, das mir jetzt entgegenschlagen mag, dennoch nicht leid tut, denn zum einen konnte ich für ein geradezu lächerlich geringes Entgelt eine umfangreiche High-Definition-DVD-Sammlung aufbauen, zum anderen sehen auch normale DVDs in hochgerechnet nochmal um Einiges beeindruckender aus.

Mein PC-Spiel des Jahres ist übrigens das kleine, aber feine "Edna bricht aus", ein sehr klassisches Adventure mit eher mittelmäßiger Grafik, dafür aber um so überdurchschnittlicherem Humor. Empfehlenswert, auch für den schmaleren Geldbeutel und den schwächeren PC.
Zu "Wrath of the Lich King", der zweiten Erweiterung zu WoW muss ich wohl nichts mehr schreiben.
Man mag das Spiel oder man hasst es. Dazwischen gibt es nichts und da ich zu ersterer Fraktion gehöre (und ausserdem mit dem Herrn Schaffner einen fantastischen Mitspieler habe; der Frau Lily ihre Besuche in WoW sind ja leider arg überschaubar), ist es natürlich mein Zeitfresser Nummer eins auf dem PC.

Die Action hat sich in diesem Jahr allerdings fast ausschließlich auf der XBox 360 abgespielt.
Es ist unglaublich, wieviel Spaß kooperatives Spielen machen kann und das geht nunmal im Moment nirgendwo komfortabler und schöner als auf der Box.
Und da auch hier wieder der Herr Schaffner zur Seite steht (zusammen mit einem weiteren Kumpel aus dem Hessischen, dem Herrn Supermark, der sich trotz Besitzes einer PS3 zur Box hat überreden lassen), steht unglaublich spassigen Mehrspielererlebnissen nichts im Wege.
Der absolute Favorit in 2008: "Left 4 dead", dass sowohl meiner Neigung zu kooperativem Spiel als auch der zu Zombies in Videospielen aufs Allerschönste entgegenkommt.
Konkurrenz ist zwar mit "Resident Evil 5" schon in Sicht, aber das soll sich mal schön bis zur Vorstellung der besten Spiele 2009 gedulden.

Auf den weiteren Plätzen hier "Fable II", "Bioshock" und, nicht zu vergessen "Bomberman".

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Kommen wir zum letzten Bereich: Sonstige Freizeit.

Mein Urlaubsland des Jahres 2008 ist: Griechenland.
Schade nur, dass ich in der Türkei war.
Kann bestimmt auch ganz schön sein. Anscheinend aber immer nur dann, wenn ich nicht da bin.
Warum der Urlaub mit meinem Töchterlein nicht so toll war, kann man dem Post vom 20. Mai 2008 entnehmen.
Meine Frau, die leider zur Zeit meines Urlaubes nicht frei nehmen konnte, fuhr darauf hin im Sommer nochmal mit unserem Töchterlein los. Nach Griechenland, wo es dann auch wirklich schön war.
Darum habe ich die beiden doch sehr beneidet, hoffe aber, dass wir dieses Jahr dann mal wieder einen gemeinsamen Urlaub zeitlich hinbekommen.

Griechenland wäre nicht schlecht.

Musikalisch stand das Jahr im Zeichen der Suche nach geeigneten neuen Bandmitgliedern, die wir nun aber anscheinend gefunden haben. Der Auftritt letzten Samstag war für das Publikum deutlich schöner als für uns; wenn ihr irgendwann einmal von einem erschlagenen Mann am Mixer lesen solltet: Bitte verratet mich nicht!
Wir sind aber ganz optimistisch, dass in diesem Jahr die Zahl der Auftritte um ein Vielfaches über der von 2008 liegen wird, was natürlich bei 1 1/2 Auftritten im letzten Jahr auch nicht allzu schwer werden dürfte.

So, das war es von mir zum letzten Jahr. Themen wie Afghanistan, Sudan und Obama habe ich bewusst ausgelassen, da können andere weitaus besser und kompetenter drüber berichten.
Ebenso will ich mich nicht über die größeren und kleineren Katastrophen in Deutschland wie Merkel, Beck oder Werksschliessungen und Entlassungswellen auslassen. Auch hier sollen andere ran.

Ran dürfen natürlich jetzt auch hier wieder andere, nämlich ran an die Kommentare, um ihre persönlichen Highlights und/oder Flops des letzten Jahres niederzuschreiben.

Ich bin gespannt.

- Tina Turner -