Samstag, April 18, 2009

Animal

"Erzähl mir eine Geschichte", sagte der Fuchs und rollte sich behaglich vor meinen Füßen zusammen.
"Ja, bitte erzähl etwas", pfiffen die Spatzen von den Dächern.
"Oder du schreibst sie auf!", meinte das Kaninchen, das sich gerade noch mit dem Hamster um ein Stückchen Möhre gebalgt hatte.
Die Mäuse, die ein Stückchen Käse in ihren Pfötchen hielten, stzten sich aufrecht hin und schauten mich erwartungsvoll an.
Die große Standuhr tickte leise vor sich hin und das Feuer im großen Kamin knisterte.

Ich sah mich in der Runde um, bevor ich zu sprechen anfing.
"Sagt mal, ihr habt sie doch wohl nicht mehr alle, oder? Glaubt ihr denn, ich kann mir das Zeug nur so aus den Fingern saugen? Ausserdem ist das hier sowieso ein unglaublich blödes Szenario. Sprechende Tiere vor knisterndem Kaminfeuer! Noch bescheuerter geht es wohl nicht! Wer hat sich so einen Quatsch überhaupt ausgedacht?"
"Na, du natürlich!" sagte das kleine Männlein mit der blauen spitzen Mütze, das es sich auf der Lehne des großen Ohrensessels bequem gemacht hatte.

An dieser Stelle beschloss ich, vom Recht des Autors Gebrauch zu machen und die ganze verfahrene Geschichte der literarischen Mülltonne zu übergeben. Sollte ich mal irgendwann ein berühmter Autor von Fabeln werden, kennt man jetzt zumindest die Anfänge.

Wenden wir uns also Sinnvollerem zu, nämlich der Frage über die Nützlichkeit der Katze.

Früher stellte sich diese Frage gar nicht. Die Katze hielt Haus und Hof ratten- und mäusefrei, war dankenswerter Weise dadurch Selbstversorger (bis auf ein Schälchen Milch, das ihr ab und an hingestellt wurde) und Mensch und Tier lebten in glücklicher und zufriedener Eintracht.
Heute ist das dummerweise anders - der Mäuse- und Rattenbefall der durchschnittlichen Behausung hält sich, zumindest hier bei uns, doch in sehr engen Grenzen, was die Katze natürlich der Notwendigkeit entbindet, sich auch mal um ihren Lebensunterhalt zu kümmern.
Also dämmert sie in der Regel den lieben langen Tag vor sich hin, erwacht in der Regel gegen Abend einmal kurz, wenn die menschlichen Familienmitglieder nach hause kommen, um lautstark maunzend die Befüllung ihres Futternapfes zu fordern und trollt sich dann wieder auf die Couch, wo sie laut schnurrend den Rest des Abends verbringt im sicheren Wissen, dass sie es schon ziemlich gut getroffen hat.
Und an dieser Stelle setzte meine Überlegung ein.
Wenn sich die kleinen Biester ohnehin tagelang regungslos auf dem Sofa lümmeln (und mir, so ganz nebenbei, auch noch den Platz wegnehmen), werden sie ab sofort sinnvoll eingesetzt.

Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber ich verlege regelmäßig Dinge, weil ich sie irgendwo abgelegt habe und später nicht mehr weiß, wo das war.
Wenn ich aber weiß, dass die Katze immer an der selben Stelle liegt, nämlich mitten auf der Couch, kann ich doch auch die Katze als Ablage für Dinge verwenden, deren Suche mich jedes mal wertvolle Zeit kostet.
Und deshalb präsentiere ich hier das Produkt meiner Überlegungen:

Den Katzen-Fernbedienungshalter!

Man nehme hierzu:
- Eine, wie üblich, regungslos daliegende Katze
- Eine Fernbedienung
Die Fernbedienung appliziere man so in die Katze, dass sie (also die Fenbedienung, nicht die Katze) jederzeit leicht entnehmbar ist.
Um einmal kurz zu verdeutlichen, wie das dann aussieht, folgen an dieser Stelle ein paar kleine Illustrationen:


Eine Warnung muss aber an dieser Stelle noch ausgesprochen werden: Bevor man derartige Experimente mit seinem Haustier veranstaltet, sollte man unbedingt sicher stellen, dass man ein ganz gewöhnliches Tierchen besitzt.
Ist man versehentlicher Eigner einer Superkatze (leicht am Umhang und den damit verbundenen Flugfähigkeiten zu erkennen), sollte man von der ganzen Sache besser die Finger lassen.

- Nickelback -

Ps.: Worte, die man nicht vergessen sollte: ~ Husarenstück ~

Dienstag, April 07, 2009

Illegal Alien

Heute mal nur Film. Oder fast nur. Bisschen meckern natürlich auch. Kennt man ja nicht anders.
Aber erst mal Film. Nämlich
Monster vs. Aliens
In 3D.

Der Film an sich ist schon klasse. Ich persönlich - ich schrob es bereits dem Herrn Schaffner - bin ja ohnehin eher ein Freund der Dreamworks-Animationsfilme (Shrek, Madagascar, Ab durch die Hecke usw.).
Natürlich haben auch diese Filme immer einen moralischen Aspekt, ein Happy End selbstverständlich auch. aber das Ganze ist, dem Herrn sei es gedankt, nie so dick aufgetragen und so plakativ wie bei Pixar, insbesondere, seitdem sie Disney gehören und nicht nur für Disney arbeiten.
Dreamworks schafft es, in seinen Filmen immer irgendwie eine anarchische Komponente einfließen zu lassen, die dafür sorgt, dass weder der Film seine Helden noch die Helden sich selbst so bierernst nehmen, wie es bei Pixar regelmäßig der Fall ist. Nicht umsonst gefallen mir dort die Vorfilme in der Regel deutlich besser, als der jeweilige Hauptfilm. (Und jetzt will ich kein Geheule hören von wegen "Findet Nemo war doch soooo süß" und "Wall-E hatte doch so tolle Bilder und der Roboter war sooo niedlich". Dem will ich gar nicht widersprechen, aber ich habe mich trotzdem in sämtlichen Pixar-Filmen der letzten Zeit streckenweise gelangweilt. So.)

Das ist mir bei Moster vs. Aliens eben nicht passiert.
Vielleicht kurz zur Handlung: Die junge Amerikanerin Susan steht kurz vor ihrer Hochzeit mit einem selbstverliebten Wetteransager, als sie von einem Meteoriten getroffen wird - mit der unangenehmen Nebenwirkung, dass sie auf gute 25 Meter Körpergröße anwächst.
Die Hochzeit platzt bei so etwas natürlich, Susan wird von der US Army gekapert und in eine hochgeheime Forschungseinrichtung gebracht, in der die Armee sämtliche Monster, die in den letzten 50 Jahren aufgetaucht sind, unter Verschluss hält.
Dummerweise enthielt der Meteorit, der Susan auf den Kopf gefallen ist, einen ausserirdischen Energieträger, hinter dem ein unglaublich fieses Alien her ist, um unbeschränkte Macht zu erlangen.

Der Film ist eine liebevolle Hommage an die Monster- und Alienfilme der 50er - die Monsterpalette rekrutiert sich aus den Filmen Jack Arnolds bis zum japanischen Giganto-Monster-Trash.
Er ist witzige Unterhaltung auf vielen Ebenen; ein neunjähriges Kind hat seinen Spaß (was ich ja live auf dem Kinositz neben mir erleben konnte) einfach an der lustigen Geschichte, den Dialogwitzen und den zahllosen Slapstickeinlagen ebenso wie sich der knapp 40jährige Papa an der Vielzahl der Anspielungen freut, etwa dass der zur Riesenkakerlake mutierte Wissenschaftler aussieht wie Vincent Price, dass der amerikanische Präsident auf einem Sythesizer aus den 80ern mit den Aliens kommunizieren will, in dem er das Thema aus "Unheimliche Begegnungen der dritten Art" spielt (und danach zu "Axel F." breakdanced, was auch wieder die Tochter erfreut), dass die mit "ET go home" beschrifteten Raketen der Amerikaner zur ET-Titelmelodie abgeschossen werden, um nur einige zu nennen.
Wenn also über Ostern das Wetter nicht ganz so toll sein sollte (oder das Fernsehprogramm nicht ganz so toll sein sollte) gibt es an dieser Stelle eine "unbedingt reingehen"-Empfehlung.

Noch unbedingter gibt es die Empfehlung allerdings für die 3D-Fassung des Films.
Jaja, ich weiß, die gibt es bei weitem nicht überall zu sehen (meines Wissens nach hat aber jedes UCI-Kinocenter ein Kino auf 3D-Projektion umgerüstet) und jaja, ich weiß auch, dass es deutlich teurer ist als die normal Fassung (pro Karte hier in Berlin zwischen 2 und 3 Euro, je nach Wochentag), aber es lohnt sich.
Der Effekt ist beeindruckend, vergleichbar dem in einem IMAX-Kino, aber auf 90 Minuten Länge.
Was natürlich bedeutet, dass man sich eine Brille aufsetzen muss, aber eben nicht mehr diese unsäglichen Rot-Grün-Brillen, sondern Geräte, die ein wenig so aussehen, wie dezent zu groß geratene Sonnenbrillen, sprich, die Gläser sind abgetönt, aber dadurch, dass die Leinwand silberbeschichtet ist und der Film damit heller als ein normaler Film, fällt die Tönung nicht ins Gewicht.

Die 3D-Effekte sind, wie bereits erwähnt, beeindruckend; manchmal etwas plakativ, wenn es z.B. durch einen Meteoritengürtel geht (aber man muss am Anfang wohl auch plakativ sein, um das Interesse zu wecken), aber in der Regel so dezent, dass sie nicht den Film in den Hintergrund drücken, sondern das Geschehen dezent, aber wirkungsvoll unterstreichen.
Angenehmer Nebeneffekt ist noch, dass die 3D-Projektion digital ist, es also im ganzen Film keine Blitzer, Flecken oder Dropouts gibt, was umso stärker auffällt, weil die Werbung vorher ja noch ganz analog daher kommt.

Also, nochmal zusammen gefasst: Reingehen, wenn möglich in die 3D-Variante.

Kommen wir zum angekündigten Meckern. Das hat rein gar nichts mit dem Film zu tun, dafür mit der Musik.
Da gibt es nämlich leider arg Unerquickliches zu vermelden. Über die Unzuverlässigkeit unseres Bassisten, dessen Alkoholproblem offensichtlich noch das Kleinste seiner Probleme ist, lamentierte ich ja bereits schon einmal. Jetzt haben wir in Kürze einen Auftritt, der wohl der größte in der bisherigen Bandgeschichte werden dürfte, alldieweil wir vor (laut Veranstalter) etwa 6.000 Zuhörern beim Hafenfest in Neuruppin spielen sollen. Am 2. Mai übrigens. Und unser Bassist teilte uns jetzt am 06. April per SMS mit, dass er mit sofortiger Wirkung aus der Band aussteige.
Sein im Delirium dafür zusammengefaselter Grund ist der, dass wir auf unserem Myspace-Profil (siehe Link rechts) den Auftritt ja nicht erwähnt hätten. Dass er zur Probe vor zwei Wochen sturzbetrunken ankam und spielte wie eine Sau und die letzten beiden Proben dann gar nicht mehr erschien, blendet er wohlweislich aus.
Meine Frau sagt natürlich vollkommen zu recht, dass er sich seine Version zurecht gestrickt hat, in der er als der Gute dasteht, weil er ja sonst zugeben müsste, dass er ein Arsch mit Suchtproblem ist, aber sauer bin ich trotzdem.
Stinksauer. Ich hoffe nur, dass wir da noch rechtzeitig Ersatz bekommen und eingearbeitet kriegen, denn sonst könnte aus dem eigentlich erhofften Auftritt ein ziemlicher Schlag ins Wasser werden.

So einer von Euch noch ein Däumchen frei hat, wäre ich fürs Drücken sehr dankbar.

- Genesis -

Ps.: Worte, die man nicht vergessen sollte: ~ Flausen ~

Freitag, April 03, 2009

Friday

7 Gedanken zum Wochenende:

1. Der alte Musiker-Trick:
Wenn Du Musik machst, wird es immer jemanden geben, der sich über die Lautstärke beschwert.
In diesem Fall drehst Du einfach den Verstärker noch ein deutliches Stück weiter auf.
Der Beschwerdeführer wird selbstverständlich wieder vorsprechen und Du drehst darauf hin auf die ursprüngliche Lautstärke zurück. Alle sind zufrieden.
Funktioniert immer.

2. Temperaturstürze:
Bis vor wenigen Wochen konnte ich vor staunenden Zuhörern immer damit angeben, dass wir in Kasachstan Temperaturen bis zu minus 35 Grad hatten. Seit kurzem kann jeder dahergelaufene Sachse Ähnliches aus seinem Heimatdorf berichten.
Deprimierend, wenn man seine Einzigartigkeit verliert.

3. Fremdsprachen:
Ich bin kein Freund des Französischen. Höre ich aber Franzosen, die versuchen, Englisch zu sprechen, könnte ich glatt noch zu einem werden.

4. Dr. Best ist ja nun tot. Ist der Herr, der mittlerweile sein Grinsen für die Zahnbürsten in die Kamera drückt, dann jetzt Dr. Second-Best?

5. Offensichtlich leben zahllose Autofahrer in dem irrigen Glauben, ihr Wagen verwandele sich in einen blick- und schalldichten Stahlkubus, sobald sie eingestiegen sind.
Anders ist der akustische Terrorismus nicht zu erklären, dem sie ihre Umwelt aussetzen (Wumpa-Wumpa-Wumpa-How much is the fish?-Wumpa-Wumpa-Wumpa). Ebensowenig die Einblicke in konzentriertes Nasenbohren, zwischen den Zähnen pulen und weitere körperliche Verrichtungen.

6. Monsters vs. Aliens. Kommt ja neben der normalen Fassung auch in 3D ins Kino und soll dabei sehr gut aussehen. Einziger Haken: Der Eintritt ist beinahe dreimal so teuer wie in der normalen Version. Ich denke, wir werden es uns am Wochenende trotzdem geben, so dass ich im Laufe der kommenden Woche darüber berichten kann.

7. "Einen Augenblick blieb es totenstill, dann zerriss Staceys Schrei die Luft. James sprang wie ein Wahnsinniger im Klo herum und fuchtelte mit den Armen, um die verweste Hand von seinem Gesicht abzuschütteln. Er wartete nur darauf, dass die Finger ihn an der Kehle packten und zudrückten. Mit letzter Kraft schaffte er es, den abgetrennten Arm von seinem Mund wegzureißen, und schleuderte ihn durch die Luft, so weit er konnte. Der Arm knallte mit einem lauten "Platsch!" gegen die Wand und glitt langsam auf den Fußboden herunter, wo er eine klebrige Schleimspur hinterließ.
Alle rannten jetzt gleichzeitig zum Ausgang, und Leandra stürzte zu allem Übel auf den Boden. Alexander stolperte über sie und riss James und Stacey mit sich hinunter. Als Lenny sich bückte, um den anderen aufzuhelfen, erhaschte er etwas aus dem Augenwinkel und erstarrte." - Harte Horrorstory? I wo! Kinderbuch ab 10 Jahren aus dem Verlag von Onkel Franz (mit Dank an dreisechzig.net für den Hinweis)

- Ice Cube -

Ps.: Worte, die man nicht vergessen sollte: ~ wonnig ~