Montag, Juli 20, 2009

Denn mer sinn widder wer

Endlich, endlich, endlich ist es soweit.
Wir sind wieder wer.
Endlich nimmt Deutschland wieder den ihm zustehenden Platz in der Welt ein.

Wirtschaftskrise hin, Atomkrise zurück - drauf gepfiffen!
Wir haben endlich wieder die Möglichkeit, unserer Wehrmacht Bundeswehr den nötigen Respekt zu zollen und den tapferen Kameraden, wie sie da allesamt die Freiheit der Bundesrepublik Deutschland am Hindukusch erbittert verteidigen, zu danken, indem wir ihnen - endlich, endlich, endlich - wieder das eiserne Kreuz den Tapferkeitsorden verleihen können.
Ich bin sicher, das wird insbesondere all diejenigen freuen, deren Männer/Väter/Söhne seit längerer Zeit unter der Erde liegen (27 zurzeit, Tendenz wohl steigend), weil sie stellvertretend für Angela und Franz-Josef das deutsche Volk den Kopf und andere Extremitäten hinhielten und diese dann leider verloren.

Gerüchteweise plant weiterhin Frau von der Leyen auch die Einführung eines Mütterverdienstkreuzes, das sie selbst im Profil zeigt, umringt von ihrer sie glücklich anlächelnden Kinderschar. Die Rückseite des Ordens ziert übrigens ein großes Stopschild.

Herr Schäuble soll wohl währenddessen angeblich darüber spekulieren, ob man nicht doch vielleicht den guten alten Blockwart wieder einführen könne. Eine kluge Idee, wie ich finde, ist sie doch viel kostengünstiger als aufwendige Online-Durchsuchungen.
Ausserdem weiß man ja, dass so etwas schon einmal ganz gut funktioniert hat.

Ganz entschieden wird allerdings die Gründung einer Merkeljugend dementiert.
Beruhigend, irgendwie.

Hier in Berlin soll übrigens demnächst eine Autobahn gebaut werden.

- Bap -

Montag, Juli 13, 2009

Tears on my pillow

Kennt jemand noch Hush Puppies? Gibt es die überhaupt noch? Falls nein, dann hier kurz zur Erklärung, dass das mal 'ne Schuhmarke war, in den Siebzigern oder so. Die hatten einen Basset als Logo. Und genau dieser Basset hat mich heute morgen angeschaut. Aus dem Spiegel. Aus irgendeinem Grund habe ich seit heute morgen nämlich Tränensäcke, da machen andere Kopfkissen draus.
Ungelogen über nacht waren die plötzlich da. Meine Tochter hat schon voller Begeisterung darauf herumgedrückt, aber wenigstens meine Frau hat mir Mut gemacht und gesagt, dass es vermutlich nur eine allergische Reaktion ist.
Jetzt müsste ich nur noch wissen, worauf.
Hoffentlich nicht auf die Auberginenscheiben, die meine Liebste gestern abend zubereitet hat. Die wären nämlich zu lecker, als dass ich darauf auf immerdar verzichten wollte.
Ich vermute mal, dass ich schlicht eine Katzenallergie habe. Weil Katze zwei das genau weiß, schleicht sie morgens immer besonders intensiv um meine Beine. Ich gehe ausserdem davon aus, dass sie regelmäßig ein wenig von ihrem Haar auf mein Kopfkissen und in meinen Frischkäse tut. Nur, damit ich sie nicht vergesse.
Das kleine Biest.
Wenn das jetzt nicht besser wird, häng ich mir einfach Gewichte an die Ohren, damit sie auch irgendwann ganz basset-like herunterhängen.
Und dann schau ich nach, ob es Hush Puppies immer noch gibt und fang da als neue Werbeikone an.
Was gibt es sonst noch?
Kino erst am Mittwoch - Vorpremiere von Harry Potter. Ich freu mich drauf, mögen mich auch alle anderen auslachen. Püh!

Dafür ein kurzer Warnhinweis: Der Film „One missed call“ macht seinem Namen alle Ehre. Er ist nämlich tatsächlich Mist. Da, wo er nicht vorhersehbar ist, ist er unlogisch und versucht bei allem angestrengt, ein Film in der Tradition von Ring (sehr gut), the Grudge (immer noch gut) und anderen Japano-Gruselfilmen zu sein.
Schafft er aber nur mäßig. Muss man also nicht gesehen haben.

Und zum Schluss noch: Michal Jackson lebt natürlich! Diese ganze Geschichte war nur eine brilliante Inszenierung, immerhin verkauft er mit minimalem Aufwand jetzt mehr Platten als vermutlich während seiner gesamten Karriere.
Wir haben ja auch schon mal über sowas nachgedacht.
Aber erstens haben wir gerade mal eine Platte gemacht und zweitens kennt uns ja keine Sau.
Würde irgendwo berichtet, dass Braincap urplötzlich und unerwartet verstorben ist, wäre die einzige Reaktion darauf vermutlich die Frage, an wen man sich wenden muss, um in unseren Proberaum einzuziehen.
Das ist natürlich auch nicht gerade das was wir wollen. Bleiben wir der Welt also noch ein wenig erhalten.
Hoffentlich.

- Kylie Minogue -

Ps.: Worte, die man nicht vergessen sollte: ~ Menetekel ~

Freitag, Juli 03, 2009

Clean

So, wieder einmal Zeit zum Aufräumen.
Virtuell zumindest, mein SpielArbeitszimmer krankt zum Leidwesen meiner Frau an einer gewissen Unordentlichkeit meinerseits. So ein Blog lässt sich da schon einfacher Aufräumen. Was weg ist, ist weg und wird nicht nur von einer Ecke in die andere verlagert.
Deswegen hab ich mir jetzt einmal die Linkliste vorgenommen.
Der aufmerksame Betrachter wird feststellen, dass zwar einige Herrschaften herausgeflogen ist, aber niemand Neues dazu gekommen ist. Noch nicht. Der Reihe nach. Zwei Blogs sind rausgeflogen, weil der eine recht unspannend ist und der andere irgendwie auch. Ich war so lange nicht mehr dort, dass ich sie auch nicht vermissen werde.
Um den dritten Blog tut es mir allerdings leid - die Frau Rotfell hat sich aus der Bloggerei verabschiedet. Die Gründe hat sie mir mal erklärt und ich finde sie nachvollziehbar, bedauere es aber allemal.
Den Herrn Unkita will ich ebenso wie die Herren Icke und Trainbuk einfach nicht rausschmeißen.
Es tut sich zwar bei allen dreien im Moment so gar nichts, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Den Herrn Klapsenschaffner habe ich zwischenzeitlich so lieb gewonnen, dass ich ihn auch dann nicht aus der Liste nähme, würde er nur noch einmal im Jahr etwas schreiben.
Zu den Neuzugängen: Noch nichts; bis jetzt haben sich hier bei den Kommentatoren in jüngster Zeit allerdings auch nur zwei Neue eingeschlichen. Zum einen der Herr Orinoko, der aber leider selber wohl nichts bloggen mag, weswegen eine Verlinkung allenfalls auf sein Profil verweisen würde, zum anderen die Frau Daria, deren Blog ich schärfstens ins Auge fassen und ggf. in Kürze verlinken werde.

Was gibt es sonst noch?
Es ist warm und stickig in Berlin. Ein Blick nach links zeigt mir blauen Himmel, ein Blick nach rechts meinen unaufgeräumten Schreibtisch. Und den Flur vor meinem Büro, auf dem sich die Hitze zusammengeballt hat und nur darauf wartet, dass ein unvorsichtiger Kollege sein sicheres Zimmer verlässt.
Ärgerlicherweise (ich schreib das jetzt einfach mal in einem Wort, obwohl ich fast sicher bin, dass es nach den neuen Rechtschreiberegeln (die so neu nun auch nicht mehr sind) in mindestens zwei, wenn nicht mehr Worte aufzubrechen ist) steht mein Wasser im Kühlschrank am Ende des Flures.
Ich werde mich also in die stehende Wärme stürzen müssen.
Oder ich bestell mir bei Amazon einen eigenen Kühlschrank und lass ihn in mein Büro liefern.
Keine schlechte Idee, wenn ich so darüber nachdenke.
Könnte aber auch daran liegen, dass die Wärme mir diverse Synapsen verschmurgelt hat und mich bei vielem glauben lässt, dass es doch eigentlich keine schlechte Idee sei.
Wie zum Beispiel die, dass ich jetzt bei unserem Stehchinesen (der genau genommen ein Steh-Vietnamese ist) ein Chinapfanne bestelle. Lecker heiß. Vielleicht noch eine Sauer-Scharf-Suppe dazu. Mal schauen.

Was noch?
Gestern hab ich viel Geld ausgegeben, um unser Auto am Herrn Tüv vorbeizuschleusen.
Angeblich war der Seitenairbag defekt, sagte die Werkstatt.
Macht 580 Euro, sagte die Dame, die an der Kasse in der Werkstatt sitzt.
Und die Abgasuntersuchung müsse noch einmal absolviert werden, sagte der Herr Werkstatt.
Obwohl ich die erst im Mai diesen Jahres abgelegt hatte. Damals, als ich das erste Mal zum Tüv fuhr, dort aber abgewiesen wurde, weil das Lämpchen vom Airbag leuchtete.
Meinem dezenten Hinweis, dass vor gerade mal sechst Wochen die Abgasuntersuchung vorgenommen worden sei, wurde dann entgegen gehalten, dass diese nicht länger als vier Wochen vor der eigentlichen Hauptuntersuchung liegen dürfe.
Und auf meine Frage, warum mir das denn nicht bei einem meiner drei Besuche beim Herrn Werkstadt in den letzten vier Wochen mitgeteilt worden sei, entgegnete der Herr Werkstadt, dass das ihm bislang unbekannt gewesen sei und das sicher in einem dieser neuen Gesetze gestanden habe, die man ja nun mal nicht alle lesen könne.

Haha. So sollte ich mal argumentieren. Ans Kreuz schlagen würde man mich.

So, genug geärgert. Immerhin hab ich was gegen die Wirtschaftskrise getan. Das bitte ich bei der nächsten Steuererhöhung zu berücksichtigen und mich mal außen vor zu lassen.

Mist, immer noch warm. So warm, dass man Schwierigkeiten hat, seine Sätze zuende

- Depeche Mode -

Ps.: Worte, die man nicht vergessen sollte: ~ famos ~

Mittwoch, Juli 01, 2009

Baby, don't drag me down

Je nun, kennt man ja:
Du schaust ein seltsames Video und schwupps - ein paar Tage später bist Du tot.
Du kriegst einen seltsamen Anruf und schwupps - ein paar Tage später bist Du tot.
Du gibst einer seltsamen alten Frau keine Kreditverlängerung zur Rettung ihres Häuschens und schwupps - ein paar Tage später bist Du tot.
Soweit, so bekannt.
Was aber Sam Raimi in "Drag me to hell" daraus gemacht hat, hat mir ein paar Schübe des Erschreckens gebracht, wie ich sie schon lange nicht mehr hatte.
Sam Raimi? Genau, der Typ, der mit seinen Spiderman-Verfilmungen die Superhelden wieder kinotauglich gemacht hat.
War vorher aber mal Regisseur bei ein paar Klassikern des Horrorgenres, die - ob leider oder zurecht mögen andere entscheiden - in ihren ungeschnittenen Versionen schon seit Jahren auf dem Index ruhen.
Jetzt ist er also zu seinen Wurzeln zurück gekehrt und hat einen Film über eine Bankangestellte gemacht, die, obwohl im Grunde sehr gutherzig, einmal zur Förderung ihrer Karriere einer alten Dame eine Kreditverlängerung verweigert.
Dummerweise stellt sich diese alte Dame als in den schwarzen Künsten bewanderte Zigeunerin (ja, völlig politisch unkorrekt wird sie in diesem Film weder als Sinti noch als Roma bezeichnet) heraus, die unsere Bankangestellte verflucht.
Und eben dieser Fluch wird dafür sorgen, dass die junge Frau nach drei Tagen von einer Lamia, einem ziegenbockartigen Dämon in die Hölle gerissen wird.
Was jetzt folgt, sind die immer verzweifelteren Versuche der Frau, dieses Schicksal abzuwenden.
Raim mixt gekonnt die genreüblichen Zutaten, streut ein paar durchaus eklige Szenen ein und scheut auch nicht davor zurück, geschickt aus ein paar Klassikern zu zitieren - besonders "Poltergeist" (und hier die Szene gegen Ende des ersten Teils) hat es ihm da anscheinend angetan.
Wie oben schon geschrieben bin ich in den letzten Jahren selten im Kino so zusammen gezuckt wie bei diesem Film. Raimi hat kein schleichendes Grauen produziert, vielmehr verlässt er sich fast völlig auf den abrupten Wechsel von völliger Harmlosigkeit zu überraschenden Schreckmomenten - dafür kann hier auch schon mal ein Taschentuch sorgen.
Ich für meinen Teil hab mich scherheitshalber an der Sitzlehne festgehalten, um nicht zu sehr aus dem Kinosessel zu hüpfen in solchen Momenten - und das will bei mir schon was heißen. Den anderen Zuschauern im halb besetzten Kino ging es anscheinend nicht anders - man kennt ja die launigen Bemerkungen, die gemacht werden, um den eigenen Schrecken zu überspielen. Gestern waren sie ziemlich oft aus den umliegenden Reihen zu hören.
Wer bei diesen Temperaturen mal wieder unbedingt eine Gänsehaut haben möchte, sollte sich den Film, der bis zum furiosen Finale spannend bleibt, nicht entgehen lassen.
Ein paar Tipps noch:
- Leute mit schwachen Nerven sollten ihn nicht alleine schauen
- Leute mit schwachem Magen sollten auf das Popcorn verzichten (sicherheitshalber vielleicht auch noch gleich aufs Abendbrot)
- Leute, die das alles nicht juckt, schauen sich den Film in der Spätvorstellung an und freuen sich darauf, danach mit leicht zittrigen Knien über den menschenleeren Kinoparkplatz (oder, falls vorhanden, besser noch durch die menschenleere Kinotiefgarage) zum Auto zu gehen.

Und dann immer schön die Rücksitze im Auge behalten!

- Stray Cats -

Ps.: Worte, die man nicht vergessen sollte: ~ Gummitwist ~