Give peace a chance
Ich schätz mal, ich bin nicht der erste, der mitbekommen hat, dass der Herr Obama den Friedensnobelpreis bekommen soll.
Kann man natürlich drüber streiten.
Bzw. mehrfach geteilter Meinung sein.
Zum Beispiel darüber, dass er nominiert wurde, als er keine zwei Wochen im Amt war.
Oder darüber, dass er bis jetzt weder in Afghanistan noch im Irak den Krieg beendet hat (was wohl auch für ihn nicht ganz einfach sein dürfte).
Darüber, dass auf Kuba immer noch der ein oder andere Mensch, der zum Beten gen Osten blickt, möglicherweise zu Unrecht das schöne Wetter dort genießen darf.
Kann man drüber diskutieren, klar.
Ich finde es trotzdem gut.
Dass er so früh nominiert wurde, ist für mich ein Zeichen dafür, welche große Hoffnung in ihn gesetzt wurde. Eine Option auf eine zwar noch ungewisse, aber dringend herbeigesehnte Änderung.
Und dass er jetzt den Preis bekommt, sollte zumindest einem Teil der Idioten in seinem eigenen Land, die von der Theorie, dass er ja eigentlich gar kein echter Amerikaner ist, weil er ja in Afrika geboren wurde und dann vermutlich per Anhalter ins Land of hope and glory kam bis hin zur Überzeugung, dass er sowieso mindestens gesteinigt gehört, weil er mit der Einführung einer Pflichtkrankenversicherung für alle Bürger ja statt der Förderung des amerikanischen Gesundheitswesens vielmehr die Ausrottung der Rentner im Sinn habe jeder noch so abstrusen Wahnvorstellung nachhängen, weil es einfach nicht in ihr Weltbild passt, dass ein linksliberaler Schwarzer jetzt die Geschicke von god's own country leiten soll, das Maul stopfen und ihm Rückenwind geben.
Ausserdem ist der Zug politisch recht geschickt, weil er jetzt gar nicht mehr anders kann, als einen Kurs einzuschlagen bzw. fortzusetzen, der die Welt wenigstens wieder ein bisschen friedlicher macht, als sie es zur Zeit ist.
Klar kann man auch drüber streiten, ob der Nobelpreis so aktuell und politisch sein soll.
Auch hier finde ich: Ja, das soll er.
So schön es ist, das Menschen für ihr Lebenswerk geehrt werden, so viel schöner ist es doch, wenn mit einer solchen Ehrung Weichen für ein Lebenswerk gestellt werden, dass allen einmal nutzen könnte.
Nennt mich einen Träumer, aber ich glaube, da bin ich nicht der Einzige.
- The Beatles -
Kann man natürlich drüber streiten.
Bzw. mehrfach geteilter Meinung sein.
Zum Beispiel darüber, dass er nominiert wurde, als er keine zwei Wochen im Amt war.
Oder darüber, dass er bis jetzt weder in Afghanistan noch im Irak den Krieg beendet hat (was wohl auch für ihn nicht ganz einfach sein dürfte).
Darüber, dass auf Kuba immer noch der ein oder andere Mensch, der zum Beten gen Osten blickt, möglicherweise zu Unrecht das schöne Wetter dort genießen darf.
Kann man drüber diskutieren, klar.
Ich finde es trotzdem gut.
Dass er so früh nominiert wurde, ist für mich ein Zeichen dafür, welche große Hoffnung in ihn gesetzt wurde. Eine Option auf eine zwar noch ungewisse, aber dringend herbeigesehnte Änderung.
Und dass er jetzt den Preis bekommt, sollte zumindest einem Teil der Idioten in seinem eigenen Land, die von der Theorie, dass er ja eigentlich gar kein echter Amerikaner ist, weil er ja in Afrika geboren wurde und dann vermutlich per Anhalter ins Land of hope and glory kam bis hin zur Überzeugung, dass er sowieso mindestens gesteinigt gehört, weil er mit der Einführung einer Pflichtkrankenversicherung für alle Bürger ja statt der Förderung des amerikanischen Gesundheitswesens vielmehr die Ausrottung der Rentner im Sinn habe jeder noch so abstrusen Wahnvorstellung nachhängen, weil es einfach nicht in ihr Weltbild passt, dass ein linksliberaler Schwarzer jetzt die Geschicke von god's own country leiten soll, das Maul stopfen und ihm Rückenwind geben.
Ausserdem ist der Zug politisch recht geschickt, weil er jetzt gar nicht mehr anders kann, als einen Kurs einzuschlagen bzw. fortzusetzen, der die Welt wenigstens wieder ein bisschen friedlicher macht, als sie es zur Zeit ist.
Klar kann man auch drüber streiten, ob der Nobelpreis so aktuell und politisch sein soll.
Auch hier finde ich: Ja, das soll er.
So schön es ist, das Menschen für ihr Lebenswerk geehrt werden, so viel schöner ist es doch, wenn mit einer solchen Ehrung Weichen für ein Lebenswerk gestellt werden, dass allen einmal nutzen könnte.
Nennt mich einen Träumer, aber ich glaube, da bin ich nicht der Einzige.
- The Beatles -
Labels: Aus dem Jahreskreis, Pollitick

10 Comments:
At 8:30 PM,
daria said…
Hm, schweres Thema. Auf der einen Seite denke ich, daß ein Friedensnobelpreis Präsidenten erst nach ihrer Amtsperiode überreicht werden sollte, da die Auszeichnung sonst irgendwie wie Vorschußlorbeeren wirkt.
Auf der anderen Seite glaube ich, daß Obama tatsächlich ein guter Friedensnobelpreisträger sein kann, wenn er seinen Kurs weiterfährt.
Aber wer weiß das schon, womit wir wieder beim Thema Vorschußlorbeeren wären?
Aber auf der anderen Seite ist der Friedensnobelpreis vielleicht ein gutes Feedback für seine Politik und macht sich auch gut bei einer Wiederkandidatur in vier Jahren, was auf jeden Fall wünschenswert wäre, wenn seine Politik so bleibt, wie sie gerade ist. Wenn ...
Argh, ich kann mich nicht entscheiden, wie ich das finden soll. Frag mich nochmal in vier Jahren. ^^
At 10:41 AM,
Lily said…
Auch wenn der Schritt- vielleicht!- nicht als "klug" im üblichen Sinn erscheint, weil er eben nicht nach sorgfältiger Kleinhackung aller Argumente, nach pingeliger Abwägung aller Stimmen und ihrer Beiträge zur Diskussion gefällt wurde, so finde ich gerade das ermutigend- dass so eine altehrwürdige Gesellschaft wie das Verleihungskomitee einer Art Hoffnung die Zügel schießen lässt.
Könnten wir viel öfter gebrauchen.
At 1:27 PM,
Falcon said…
@daria: Sieh es als Option auf eine bessere Zukunft.
@lily: Jep.
At 10:51 PM,
Frau Vivaldi said…
Hm. Erst mal: Du hast ja einen Lauf.. grins.... schön!!
Zum Thema selbst hab ich noch nicht sooo die Meinung, stimme Dir aber in vielen Dingen zu. Aber eins stimmt m.W. nicht: ein Präsident der Vereinigten Staaten MUSS in den USA geboren sein (sonst wäre Arnie längst Präsident.. lach.. ).
At 11:43 PM,
Falcon said…
Das ist ja genau das Problem dieser Spinner - sie behaupten, B.O. sei in Wahrheit gar nicht in den USA geboren und deswegen habe er kein Recht, Präsident zu sein.
At 9:51 PM,
mkh said…
"Some may say, I´m a dreamer..." hätte auch ein schöner Titel dafür sein können, aber John Lennon hat sein Stück ja dummerweise anders benannt. Trotzdem könnte ich mir vorstellen, dass du genau ins Schwarze triffst mit deinem Traum, den du da hast. Exakt, you´re not the only one. - Nun, wollen wir Bestes hoffen und sprechen uns dann in einigen Jahren weiter darüber aus.
At 9:54 PM,
mkh said…
Außerdem habe ich gerade dazu gelernt, dass "Give peace a chance" tatsächlich dem Komponistenduo Lennon/McCartney zugeschrieben wird, obwohl es eigentlich von John im Bett aufgenommen wurde, also ganz ohne Sir Paul.
At 11:25 AM,
Falcon said…
Ich muss gestehen, dass ich es auch allein beim Herrn Lennon vermutet hatte, aber das Internet belehrte mich da eines Besseren.
Mir ist auch klar, dass Herr Obama noch nicht wirklich etwas geleistet hat, aber die Hoffnung, dass er noch viel tun kann, sollte unterstützt werden. Auch wenn das dann kein Nobelpreis mehr ist, wie ihn die Traditionalisten erwarten.
Aber allein das Festhalten an Traditionen ist nicht unbedingt die Chance, die die Welt braucht.
At 12:13 PM,
Klapsenschaffner said…
Es mag spät kommen, aber ich bin momentan ein wenig überfordert :).
Ich finde es sehr geschickt, wenn der Preis benutzt wurde um den Herrn Obama jetzt NOCH mehr und NOCH besser in Richtung Weltverbesserung (diesmal ernst gemeint) zu lotsen.
Könnte aber auch ein sehr glücklicher Zufall gewesen sein.... wie dem auch sei: Gut ist's!
At 8:12 PM,
daria said…
Na, was ist aus den Krebschen geworden?
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