Church Of The Poisoned Mind
Darf man sowas schreiben?
Darf man sowas überhaupt denken?
Ist es klug, sowas ins Internet zu setzen, wo die Herrschaften von Horch, Guck und Greif (BRD) doch ein waches Auge auf diese Institution haben und jeden, der des Terrors, des Amoklaufes oder des Papstverhauens verdächtig scheint, gerne einmal präventiv in Beugehaft nehmen wollen?
Statt dass sie einmal was Vernünftiges machen. Drängler aufschreiben zum Beispiel. Oder Parksünder.
Aber dem Papst was aufs Maul zu geben ist natürlich gar nicht so einfach. Privat ist an den ja kein Rankommen. Da müsste man schon mindestens Ministerpräsident oder so sein.
Dafür schadet es dann aber auch wieder nicht, wenn man bei der Verfolgung seines Hobbys mal so eben eine Frau auf der Piste totfährt.
Einfach beichten (falls man sich überhaupt dran erinnert), drei "Ave Maria" und fertig ist die Laube.
Das ist sowieso eine schicke Einrichtung, die Beichte.
Hingehen, Sünden bekennen und schwupp, weg sind sie.
So eine Art Persil, nur ohne Waschmaschine und viel wirksamer. Und schon seit Jahrhunderten mit derselben Formel.
Also, zurück zum Thema.
Privat rankommen ist nicht. Ostersonntag ist auch ganz schlecht. Da ist er zwar draußen auf dem Balkon, aber um ranzukommen, müsste man sich erst durch Horden von Nonnen und Priestern prügeln. Und dann auch noch auf den Balkon klettern. Bis man da ankommt ist man schon völlig ausser Puste und der Schlag wäre dann eher ein laues Tätscheln.
Bringt also auch nix.
Einzige effektive Möglichkeit, damit es tatsächlich weh tut, ist also der virtuelle Schlag.
Sprich: Kirchenaustritt.
Wenn es den Brüdern und Schwestern ans Geld geht, tut es ihnen wirklich weh.
Und auch, wenn es keiner glauben mag - mir geht es dabei nicht um die monatliche Ersparnis.
Zugegeben, es sind etwa 50 Euro jeden Monat (wer mag, darf jetzt auf dieser Grundlage meinen Monatsverdienst ausrechnen), aber die waren ja vorher auch schon immer weg, ohne dass wir deswegen am Hungertuch genagt hätten.
Es geht mir eher um die Klöpse, die sich die "eine katholische Kirche" (Selbstauskunft) in letzter Zeit geleistet hat. Damit meine ich noch nicht einmal die Papstaussage auf der Afrikatour, dass AIDS nicht mit Kondomen zu überwinden zu überwinden sei.
Soweit sich die Kirche als moralische Instanz begreift, hat sie ja damit sogar Recht, wenn sie betont, dass vielmehr Enthaltsamkeit der richtige Weg ist.
Dumm nur, dass sie zwar regelmäßig die Moralkeule auspackt, sich selber aber oft höchst unmoralisch verhält.
Das geht los beim Kindesmissbrauch durch Priester, führt über die Exkommunikation der brasilianischen Ärzte, die dafür sorgten, dass die von ihrem Stiefvater vergewaltigte Neunjährige, die dadurch schwanger wurde, abtreiben konnte (wohlgemerkt, nicht der Stiefvater wurde verdammt) und endet noch lange nicht bei der Rehabilitierung von Williamson.
Hinterher zu behaupten, man habe ja gar nicht gewusst, was der so alles Böses von sich gegeben habe halte ich dabei aber für eine ganz billige Schutzbehauptung - schließlich sollte ja zu erwarten sein, dass bei der Rücknahme einer Exkommunizierung genz besonders sorgfältig geprüft wird, welche Schäfchen man da in die Herde zurück holt.
Oder fand eine solche Prüfung vielleicht sogar statt, aber man hoffte darauf, dass niemand etwas merkt? Das wäre ja beinahe noch schlimmer.
Die Liste ließe sich erschreckender Weise nahezu beliebig fortsetzen, von der Intoleranz anderen Glaubensrichtungen gegenüber (ich weiß, da sind die meisten anderen Religionen auch nicht besser, aber soll ich deswegen zum Islam konvertieren, nur um auch da wieder austreten zu können?) über das Verhalten christlicher Institutionen (Kinderheime z.B.) bis in die 70er Jahre hinein bis zum sich gerade in jüngerer Zeit immer stärker ausbreitenden Gedanken, dass die Menschen für die Kirche dazusein haben und nicht umgekehrt.
Also denn: Kirchenaustritt. Nicht, weil ich nicht an Gott glaube - das tue ich nämlich trotzdem - sondern weil ich diese Institution, die von sich behauptet, für SEINEN Willen zu stehen, weder respektieren noch akzeptieren kann. Geschweige denn verehren.
Was sie aber im Gegenzug selbstverständlich von mir erwartet, schließlich heisst es im Glaubensbekenntnis ja nicht umsonst "Ich glaube an die heilige katholische Kirche".
Kleine Anekdote am Rande: Unser damaliger Pfarrer erzählte immer, dass er Leuten gegenüber, die erklärten, sie könnten zum Beten ebenso gut in den Wald wie in die Kirche gehen, erwiderte, dass sie sich dann bitte auch vom Förster beerdigen lassen sollten.
Eine Reaktion, die so ein bisschen von beleidigter Leberwurst hat.
Abgesehen davon ist der Gedanke, am Fuß einer Tanne (bitte keine Eiche, nur keine Eiche!) zur Ruhe gebettet zu werden, auch nicht wirklich abschreckend.
Austritt also. Aber erst nach Ostern - wer weiß, sonst sind für mich hinterher noch Karfreitag und Ostermontag keine Feiertage mehr.
Andererseits - ich hab ja auch schon seit Jahren am Tag der Arbeit frei...
- Culture Club -
Ps.: Worte, die man nicht vergessen sollte: ~ Schlawiner ~
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