Dienstag, Dezember 07, 2010

Countdown to insanity

Noch 10 Tage.
Dann ist Hausübergabe.
Der ganze Wahnsinn einschließlich des Verhandelns mit Banken über die Hausfinanzierung ("Nein, wir haben nicht rein zufällig soviel Bargeld herumliegen, dass wir Ihren Kredit nur deshalb in Anspruch nehmen wollen, weil wir Sie als Finanzdienstleister so sypathisch finden!"), des Ärgerns über die kreativen Geldbeschaffungsmaßnahmen der Stadt Berlin ("Hiermit bescheinigt die Stadt Berlin, dass sie nicht von Ihrem Vorkaufsrecht für das Haus in der xy-Straße gebrauch macht. Bitte überweisen Sie die Gebühr von 100 Euro für diese Bescheinigung umgehend auf das Konto der Justizkasse Berlin."), des Herumstreitens mit Notaren ("Es ist mir scheißegal, ob Sie der Ansicht sind, dass diese Bescheinigung nicht erforderlich ist! Sie schreiben sie jetzt einfach, schicken uns Ihre übliche überhöhte Rechnung und wir bezahlen!"), Wohnungsbaugesellschaften ("Ihre Wohnung ist bei Auszug vollständig zu renovieren. Die Tatsache, dass Sie selber sie unrenoviert und in vernachlässigtem Zustand übernommen haben, tut hier nichts zur Sache!"), Multipolster ("Iiiich soll Ihnen zugesichert haben, dass Sie Ihre neue Couch noch vor Weihnachten bekommen? Wie käme ich denn dazu? Hinfort, Sie übler Lügner!"), der deutschen Telekom ("Ne, Sie haben gar keinen Antrag auf Entertain Comfort gestellt! Sonst würde ich das nämlich hier sehen können" "Doch, habe ich! Ich hab sogar schon die Gutschrift von 120 Euro auf dem Konto!""Das KANN gar nicht sein, sonst würden Sie ja im System stehen!") und der Diskussionen mit diversen anderen Kleinanbietern neigt sich dem Ende zu.
Wir haben noch keinen Briefkasten, die versprochene Mülltonne fehlt auch noch, die Wasserhähne im Keller sind, sagen wir es mal so, recht kreativ installiert und das Treppengeländer ist im Moment mit Teppichklebeband fixiert, aber wir sind verhalten optimistisch, dass sich alles zu gegebener Zeit in Wohlgefallen auflösen wird. So in etwa wenigstens.
Das Haus sieht aber im Großen und Ganzen doch mittlerweile so aus, wie wir uns das vorgestellt und gewünscht haben - diese Woche sind auch die noch fehlenden Zimmertüren eingebaut worden, die Heizung funktioniert, das Wasser läuft und die Überweisung des Kaufbetrages ist angeordnet.

Spätestens ab dem 15.12. wird erst einmal für einige Zeit hier im Blog Schweigen herrschen - da sind wir dann mit anderen Dingen beschäftigt wie Umzugskisten packen, Kartons ausräumen und Sachen suchen, aber zu Weihnachten wollen wir in einem halbwegs wohlichen Zuhause feiern.

Wahrscheinlich kann immer noch viel mehr schiefgehen, als wir das im Moment vermuten würden.
Aber es wird schon alles gut gehen. Es muss einfach. Drückt uns die Daumen.

- H-Blockx -

Samstag, Dezember 04, 2010

Early Winter

Warum

- gibt es in keinem einzigen blöden Baumarkt mehr Schneeschieber?
Ich mein, die waren doch im letzten Jahr schon überall ausverkauft, da sollte man doch meinen, dass Deutschland mit den Dingern eigentlich aus dem letzten Winter noch in ausreichender Zahl versorgt sein sollte. Oder haben alle nach dem letzten Schnee ihr Exemplar weggeworfen, weil sie der festen Überzeugung waren, es aufgrund der anstehenden Erderwärmung niemals mehr benutzen zu müssen?

- beginnen die Straßenbautrupps in Berlin ausgerechnet einen Tag vor den lange angekündigten starken Schneefällen damit, die Straßenschäden des letzten Winters zu beseitigen?
Jetzt haben sie erst einmal sicherheitshalber Löcher in die Straße gefräst, die dank des unmittelbar darauf einsetzenden Schneefalls bir vermutlich Ende März nicht mehr geschlossen werden können. Immerhin lohnt sich dann die Reparatur der Straße so richtig, weil dann aus den Löchern in der Asphaltdecke vermutlich metertiefe Krater geworden sind.

- müssen Rentner ihre Wocheneinkäufe ausgerechnet samstags erledigen?
Die feinen Herrschafte haben die ganze Woche Zeit, in der Regel von acht Uhr morgens bis 20 Uhr abends.
Wann aber dackeln sie, mit verwirrter Miene und unschlüssig all die exotischen Früchte bestaunend, durch den Supermarkt? Samstags!
Hätte es heute einen großen Schlag getan und alle Rentner hätten sich in Luft aufgelöst, wäre es vermutlich ein irrsinnig entspannter Einkauf gewesen. Aber so?

Immerhin habe ich da heute Toy Story 3 für 7,99 Eur erstanden (eigentlich waren es 12,99, aber es gab eine 5-Euro-Gutschrift beim Kauf). Jetzt quengelt das Töchterlein die ganze Zeit, weil es den Film schauen will. Vermutlich werde ich gleich nachgeben.
Ich freu mich schon drauf.

- Gwen Stefani -

Mittwoch, Dezember 01, 2010

Moskau

Und jetzt alle! (zu singen nach der hübschen Melodie des Liedes "Moskau" des Vokalensembles "Dschingis Khan"):

"Höffner, Höffner,
ja, das ist ein Scheißverein,
Preise groß und Service klein,
hahahahaha! Hey!"

Wenn man einen Umzug plant, kann es ja gelegentlich vorkommen, dass man die alten Möbel nicht mehr oder zumindest nicht in der bisherigen Zusammenstellung weiternutzen kann.
So geht es uns gerade mit unserer Küche - die haben wir vor fünf Jahren für teuer Geld im höffnerschen Möbelparadies maßschneidern lassen und sprachen deswegen dort vor, um sie an die neuen Räumlichkeiten anpassen zu lassen.
Und da saß tatsächlich ER!
Hape Kerkeling!
Der für Höffner so lustige Werbespots macht.
Bestimmt nur, weil er die so toll findet und garantiert nicht, weil sie ihm dafür unanständig viel Geld bezahlen, weswegen sie, um die Kosten wieder rauszuholen, ihr Sortiment mit satten Preisaufschlägen versehen.
Bestimmt nicht.
Wie gesagt, da saß tatsächlich Hape.
Natürlich schon verkleidet, nämlich als schmierlappiger Reporter eines rheinischen Lokalblättchens, der für einen Tag das Küchenstudio betreut.
Das war absolut perfekt! Sogar die fettigen Haare wirkten total echt.
Vom kotzbrockigen Verhalten will ich ja gar nicht anfangen.
Wie echt, wirklich.
Horst Schlämmer warf also einen abschätzigen Blick auf die von uns mitgebrachten Küchenunterlagen (der wohlgemerkt bei Höffner für seinerzeit gut 6.000 Euro gekauften Küche), schnaubte kurz durch seinen speckigen Walroßbart und raunzte dann:"Gibt es nicht mehr!"
Wir wiesen darauf hin, dass wir die Küche umplanen lassen wollten und nicht noch einmal kaufen, woraufhin er erwiderte:"Arbeitsplatte gibts auch nicht mehr. Und überhaupt, so eine Küche zieht man doch nicht mit um!"
Wir blieben mehr oder weniger höflich - was wir rückblickend bedauern - sammelten die Unterlagen wieder ein und verließen diese Oase des Kundendienstes und der Freundlichkeit.
Unsere Küche lassen wir jetzt von einem kleinen Handwerksbetrieb umbauen, der nicht nur exakt die gleiche Arbeitsplatte, wie wir sie im Moment haben, besorgen wird ("anderer Hersteller, gleiche Optik"), sondern auch nach langem Tüfteln eine prima Lösung für unseren Küchenumbau gefunden hat und darüber hinaus vermutlich nicht mal halb so teuer ist, wie es das sympathische Möbelhaus von nebenan wäre.

Dafür sitzen wir jetzt jedesmal kopfschüttelnd auf dem Sofa, wenn Herr Kerkeling mal wieder fröhlich Höffner als "unser Möbelhaus" anpreist, lachen still in uns hinein und singen statt Hapes Text

"Höffner, Höffner,
ja, das ist ein Scheißverein,
Preise groß und Service klein,
hahahahaha! Hey!"

Und jetzt alle!

- Dschingis Khan -

Mittwoch, November 24, 2010

In the army now

"Boh, voll krass, ey! Muss isch zur Musterung, Alde! Hab isch doch extra verweigert, weil, ey, kann isch doch nisch schießen, so mit Knarre und so!"
Die Dame am Telefon erklärt mir geduldig, dass eine Bemusterung etwas anders abläuft, ganz ohne stillstehen und ausziehen bis auf die Unterhose.
Da bin ich doch sehr erleichtert, das wär ja schließlich auch ganz schön peinlich, vor der Hausbaufirma fast nackicht dazustehen.
Aber Bemusterung muss sein - das Haus, das wir gekauft haben, hat Außenwände und Zimmerwände. Und harrt ansonsten unseres Tätigwerdens.
Wobei ich vielleicht besser nicht sagen sollte "das Haus, das wir gekauft haben", denn als wir zur Musterung aufbrachen, hatten wir vor, das Haus zu kaufen, unterschrieben war noch nichts.
Von einer Kollegin bekam ich im Vorfeld fröhlich eine Horrorgeschichte nach der nächsten aufgetischt, was denn so alles bei Bemusterungen schiefgehen könne, bis hin zum darauf folgenden Termin beim Scheidungsrichter, weil man sich bei der Auswahl der Türklinken bis aufs Blut zerstritten hat.
Mit einigermaßen gemischten Gefühlen brachen wir also auf ins Bayerische, wo die Bemusterung stattfinden sollte. Nach einer halbwegs entspannten Nacht in einem örtlichen Hotel, das seine vier Sterne nicht zwingend verdient hatte (Frühstücksbrot, das schon am Abend vorher aufgeschnitten im Frühstücksraum drapiert wurde, Brötchen, die in einer komplizierten Aktion im lokalen Supermarkt nachgekauft werden mussten), standen wir dann am nächsten in den Startlöchern, um unser Haus mit den wichtigen Dingen auszustatten. Bzw. austatten zu lassen.
Ok, Fußbodenbeläge, klar, weiß man ja. Und Tapeten.
Und Wandfliesen. Und Türen.
Und Waschbecken. Badewanne. Duschen. Waschtischarmaturen.
"Möchten Sie die Wandsteckdosen in der Ausführung U.S.S. Enterprise oder lieber Millenium Falcon?", wollte die freundliche Dame wissen. (Millenium Falcon, was auch sonst?)
"Umlaufende Bordüre oder einzelne Schmuckfliesen im Bad?" (Beides - das eine in unserem Badezimmer, das andere in dem unseres Töchterleins.)
"Türklinken mit eingebauter Doppelmuffe in Bronzierung matt oder lieber dreiseitig angeflanscht in zweifach gebürstetem Aluminium-Halbprofil?" (Häh? Wir haben dann die Klinken alle durchprobiert und uns für die entschieden, die am Besten in der Hand liegt.)
Am Ende des gut dreistündigen Bestückungsmarathons waren wir wie gerädert, aber bis auf eine kurze Diskussion über die Optik der Bodenfliesen in Küche und Eingangsbereich, bei der wir uns recht schnell auf einen Kompromiss einigten, mit dem wir beide bestens leben konnten, gab es weder Streit noch sonstige Unstimmigkeiten.
Auf der Fahrt zurück ins heimische Berlin hatten wir zwar schon weitestgehend vergessen, was wir denn alles ausgesucht hatten, aber sei es drum - wir werden ja noch viele Jahre Zeit haben uns über unsere Entscheidungen zu freuen.
Außerdem mussten wir uns jetzt schon auf die nächsten, nicht minder wichtigen Termine vorbereiten - den beim Notar zur Vertragsunterzeichnung und den bei der Bank, damit wir das Haus auch bezahlen können.

- Status Quo -

Samstag, November 20, 2010

Why

Kurzer Exkurs: Der Herr OliveR witterte dunkle Mächte, mindestens aber ein Komplott von CIA, BKA und HSV hinter der Tatsache, dass die urpsrüngliche Interessentin das Haus nun doch nicht gekauft hat, obwohl alles in trockenen Tüchern zu sein schien.
Die Wahrheit ist viel banaler, weit weniger schillernd aber dafür, zumindest für die ursprüngliche Interessentin vermutlich ziemlich deprimierend:
Sie hatte sich von ihrem Mann getrennt und beabsichtigte nun, das bisher gemeinsam bewohnte Haus zu verkaufen, um von ihrem Anteil dann die Finanzierung eines neuen Hauses für sich sicher zu stellen.
Dummerweise hatte ihr Ex wohl nicht in den Verkauf des Hauses eingewilligt, mit der Folge, dass die Dame nun kein Geld für den Hauskauf hatte und deswegen von ihrer Kaufabsicht zurücktreten musste.

Das ist auch schon alles.
Keine Geheimdienste, keine Illuminaten, stattdessen einfach nur eine Trennungsgeschichte.

- Bronski Beat -

Donnerstag, November 18, 2010

This House

Wenn ich eines in den letzten Wochen gelernt habe, dann, dass man nicht launige Texte über vertrackte Sachverhalte anfangen sollte, wenn man sich nicht sicher sein kann, dass alles gut ausgeht.
Aber da ich ja eh schon einmal damit angefangen habe, kann ich auch weitermachen.
Also, los gehts:

Eine feste Zusage ist natürlich eine schöne Scheiße. Heißt sie doch nichts anderes, als dass man raus ist aus dem Spiel. Eigentlich. Denn genau das war das Wort, dass der Verkäufer uns gegenüber benutzte: "Eigentlich".
Eigentlich sei das Haus ja fest zugesagt und er werde es deswegen in den kommenden zwei Wochen für die potentielle Käuferin reservieren. Wir könnten aber trotzdem in etwa zwei Wochen noch einmal anrufen; falls sich unwahrscheinlicherweise eine Änderung ergeben würde, kämen wir gegebenenfalls zum Zuge.
Nun haben meine Frau und ich nicht Appretur gemacht und sind im Anschluß noch auf die Unität gegangen (meine Liebste mit wesentlich mehr Durchhaltevermögen als ich, aber das ist jetzt eine völlig andere Geschichte), um nicht zu erkennen, wenn noch ein Hoffnungsschimmer am Horizont zu erkennen ist.
Also rief ich zwei Wochen später nochmal an, nur um zu erfahren, dass die potentielle Käuferin jetzt schon zur Bemusterung (später mehr dazu) gefahren sei.
Aaaber: Der Notartermin finde erst kommenden Mittwoch statt, wenn ich denn wolle, könne ich ja am darauf folgenden Donnerstag einfach nochmal anrufen, auch wenn die Chance ja gleich Null sei. Wo wir aber doch so hartnäckig seien, wolle man uns wenigstens noch die Gelegenheit zur finalen Absage geben.
Eine durchzitterte Woche später klingelte ich ein weiteres Mal beim Verkäufer durch und hörte die magischen Worte:"Ich habe gerade an Sie gedacht. Der Vertrag ist nämlich nicht zustande gekommen. Wenn Sie noch interessiert sind, könnten sie..."

Und ob wir wollten!

-Alison Moyet-

Dienstag, November 09, 2010

Our House

"Also ich glaub ja, die kaufen erst was, wenn mal ausgezogen bin!"
Mit diesen Worten beschwerte sich unser elfjähriges Töchterlein bei meinem Herrn Papa ob der Tatsache, dass wir zwar schon viele Häuser angeschaut hatten, uns bis jetzt aber noch nicht zum Kauf durchringen konnten.
Nun ist der Berliner Hausmarkt ja nicht gerade überfüllt mit Angeboten, die für uns infrage kämen (so um die 110 Quadratmeter, mit Keller, bezahlbar), einige Häuschen hatten wir uns aber schon einmal zur Brust genommen - lustig sind dabei schon die Abweichungen in den Vorstellungen von Verkäufer und Käufer.

Da war zum Beispiel dieses Einfamilienhaus.Erster Eindruck: Recht hübsch. Der in Berlin obligatorische Makler (Makler rangieren für mich auf der biologischen Skala ohnehin irgendwo zwischen Parasit und Kakerlake. Fühlt sich einer auf den Schlips getreten? Persönliches Pech, kann ich da nur sagen, aber diese Einschätzung basiert auf einer Vielzahl leidvoller Erfahrungen) wurde nicht müde, uns zu erzählen, dass wir uns schleunigst zum Kauf entschließen sollten, weil quasi schon diverse Russen mit gezückten Geldbündeln nur darauf warteten, dass wir die Besichtigung beenden und das Haus verlassen. Nahezu nonchalant gingen dann allerdings Makler wie Hauseigentümer über die diversen Mängel hinweg. Wie etwa über den in einer Höhe von dreißig Zentimeter im gesamten Keller verlaufenden braunen Streifen. Der darauf zurückzuführen war, dass es im Keller mal eine Toilette gab. Und dadurch sei dann die Kanalisation nach einem etwas heftigeren Regen mit einigen alten Bekannten zurückgekommen.
Warum man sowas dann nicht in Ordnung bringt, sondern lieber in einem Haus lebt, in dem der Keller eine Markierung ähnlich einer Hochwasserpegelanzeige, nur halt in braun, trägt, war uns ein Rätsel.
Genau wie das schräge Dachfenster, dessen Rahmen im letztjährigen Winter vom Frost gesprebgt wurde. "Ist aber noch tiptop, muss frühestens nächstes Jahr gewechselt werden", beeilte sich der Verkäufer, uns zu erklären.
Ahja.
Wir beschlossen also, das Haus den Russen mit den dicken Geldbündeln zu überlassen.

Genau wie das, bei dem praktisch die S-Bahn unterhalb des Schlafzimmerfensters vorbeifuhr. Da die Berliner S-Bahn ohnehin nur unregelmäßig fährt, wäre das wahrscheinlich kaum störend.
Oder das, bei dem zwar wie gewünscht ein Keller vorhanden war, in dem dann aber Küche und Badezimmer eingebaut waren.
Oder das, das zwar sehr billig war, aber in dem, wie sich herausstellte, nach einem Brand praktisch nur noch die nackten Innenwände standen.

Ja, vielleicht sind wir da ein wenig anspruchsvoll, aber so dringend wollten wir dann nun auch nicht aus unserer derzeitigen Wohnung raus.
Nach langem Suchen sind wir aber schließlich doch noch fündig geworden: Ein Häuschen mit 110 Quadratmetern, Keller und dann auch noch bezahlbar. Schade nur, dass es zwei Tage vor unserem Anruf einem anderen Interessenten fest zugesagt wurde.

- Madness -

Dienstag, Oktober 19, 2010

Die Wunderwelt der Technik

Sehr geehrte Damen und Herren,

nach diversen Briefen und Anrufen, in denen Sie mir jedes Mal versicherten, wie wichtig ich Ihnen doch als Kunde bin und wie ungern Sie mich verlieren würden, weswegen Sie mir ein hervorragendes Angebot unterbreiten, das mich zum Bleiben bewegen soll, erhielt ich heute auch noch eine SMS gleichen Inhalts.
Aber wissen Sie was? Ich wäre als Kunde noch viel begeisterter, wenn Sie auf meine Störungsmeldung reagieren und dafür sorgen würden, dass ich endlich wieder ins Internet gehen kann.
Ehrlich, so etwas würde meine Kundezufriedenheit dramatisch steigern.
Im Gegensatz zu Anrufen und Textnachrichten, in denen ich jedes Mal erneut gefragt werde, warum ich denn gekündigt habe.
Ich schreibe es Ihnen aber zur Sicherheit noch einmal: Ich habe gekündigt, weil ich bis zum Zeitpunkt der Kündigung bestenfalls mit unwilligen und unfrendlichen Servicemitarbeitern zu tun hatte, die weder Willens noch in der Lage zu sein schienen, mein Problem zu beheben.
Und jetzt erwarte ich, dass Sie umgehend dafür sorgen, dass mein Internetzugang wieder funktioniert - wie das geht, sollte Ihnen ja von den letzten Malen her bekannt sein.
Ansonsten widerspreche ich ausdrücklich jeder weiteren Kontaktaufnahme zu Werbezwecken oder dem Versuch, mich als Kunden zu halten.
Selbstverständlich dürfen Sie mich aber gerne kontaktieren, um mir mitzuteilen, dass mein Internetzugang wieder möglich ist.
Im Übrigen beziehe ich mich auf die von Ihnen angepriesene Garantie:
"So beheben wir zum Beispiel Störungen, die bis 12 Uhr mittags gemeldet werden, oft noch am gleichen Tag, spätestens jedoch am nächsten Werktag. Ansonsten erlassen wir Ihnen eine monatliche Grundgebühr."
Sollte die Ihnen gestern per Mail mitgeteilte Störung nicht im Laufe des heutigen Tages behoben werden, gehe ich davon aus, dass ich für den Monat keine weitere Grundgebühr zu zahlen habe.

Mit freundlichen Grüßen

Herr Falcon


Ich hab natürlich mit meinem richtigen Namen unterschrieben.
Mal schauen, ob sie dieses Mal reagieren.

Nachtrag: 1&1 hat sich gemeldet. Man vermutet das Problem, wie jedes Mal, im Splitter. Außerdem konnte die Dame nicht verstehen, dass wir uns regelmäßig im Netz an- und abmelden.
Der Hinweis meiner Frau, dass dies vermutlich darauf zurückzuführen sei, dass wir keine völligen Internetjunkies seien und daher tatsächlich das DSL-Modem ab und an einmal vom Netz trennen (genau genommen immer dann, wenn wir den PC herunter fahren) wurde mit einer Mischung aus Unverständnis und blankem Entsetzen zur Kenntnis genommen. Aber immerhin versprach die zunehmend unfreundlicher werdende Dame die Weitergabe des Problems an die Telekom.

Die sich daraufhin mit mir in Verbindung setzende andere Dame war zumindest von Anfang an unfreundlich und genervt. Ein Techniker werde die Leitung prüfen, versprach sie, und müsse dazu eventuell in unsere Wohnung. Und zwar zwischen 14.00 und 20.00 Uhr. Meine Antwort, dass das ja prima sei, wir aber voraussichtlich erst ab 18.00 Uhr zuhause sein werden, so dass es ab dann ginge, quittierte sie mit einem "Nein, irgendwann zwischen 14.00 und 20.00 Uhr". Als ich fragte, ob sie damit ernsthaft sagen will, dass ich mir einen halben Tag Urlaub nehmen muss, nur weil eventuell und noch gar nicht sicher irgendwann vielleicht einmal ein Techniker in unsere Wohnung möchte, beantwortete sie mit einem genervten "ja, anders geht es nicht".

Ich muss gestehen, ich bin ein wenig ungehalten. Ich bin der Kunde, der fleißig zahlen darf, aber bei Problemen wie ein Bittsteller auftreten muss. Ist das deren Ernst? Oder ist das mittlerweile einfach Standard und ich lebe noch zu sehr in meiner Vorstellungstraumwelt?
"Bezahl gefälligst und halt ansonsten das Maul!"
Dann würde ich natürlich jedem in vollem Umfang recht geben, der die Servicewüste Deutschland beklagt.

- Welle Erdball -

Donnerstag, Oktober 07, 2010

Der Junge mit der Mundharmonika

Prüüüt-Pröööt
Prüüüt-Pröööt

Irritiert schaue ich von meinem Buch auf.

"Guten Morgen!"
Prüüüt-Pröööt
Prüüüt-Pröööt

Der Herr in der U-Bahn ist recht manierlich gekleidet, aber hat sich zum Schrecken aller Fahrgäste mit einer Mundharmonika bewaffnet, der er nun lautstark aber völlig unmelodisch durch bloßes Einsaugen und Auspusten der Luft Töne entlockt. Musikalische Absicht ist nicht dahinter zu entdecken.

Prüüüt-Pröööt
Prüüüt-Pröööt

"Darf ich kurz um Ihre Aufmerksamkeit bitten?"

Prüüüt-Pröööt

"Ich verkaufe hier das Magazin 'Straßenfeger', die Obdachlosenzeitung aus Berlin."

Prüüüt-Pröööt

Als ob es die Obdachlosenzeitung in Berlin gäbe!
Hier konkurrieren mindestens 3 verschiedene Magazine miteinander; inhaltlich geben die sich nichts, nur am Namen kann man noch unterscheiden, ob man jetzt die 'Motz', die 'Straßenzeitung' oder die 'Stütze' gekauft hat.
Aber mal ganz ehrlich - lesen tue ich diese Zeitungen ohnehin nicht. Dafür sind sie in der Regel entweder zu larmoyant oder schlicht zu langweilig und eine Zeitung, die ich nicht lese, brauch ich auch nicht zu kaufen. Da drück ich lieber dem Verkäufer zwei Euro in die Hand.

Prüüüt-Pröööt

Es folgt die obligatorische Einzelschicksalsdarstellung das Verkäufers, der durch sein penetrantes Mundharmonikagetute mittlerweile gut 3/4 der Mitreisenden zu Lynchgedanken verführt.

Verkauft hat er dann keine einzige Zeitung, was nicht wirklich verwunderlich ist, denn um halb acht morgens ist vermutlich niemand begeistert davon, mit schrägen Mundharmonikaklängen penetriert zu werden. Ich denke, er sollte sein Geschäftsmodell nochmal überdenken.

Prüüüt-Pröööt

Überdacht hat wohl die 1&1 ihr Geschäftsmodell. Seit meiner Kündigung bin ich offensichtlich als Kunde wieder attraktiv geworden, denn ich bekomme in letzter Zeit eine Unmenge an Schreiben und Anrufen, in denen die AG ihr Bedauern über meine Kündigung ausdrückt, nachfragt, warum ich das denn täte und mich mittels zahlloser unmoralischer Angebote zum Bleiben überreden will.
Ich habe im letzten Telefonat darauf hingewiesen, dass ich sicherlich noch Kunde der einsundeins wäre, hätte man sich in den letzten fünf Jahren mit solchem Engagement um mich bemüht, wie man es jetzt an den Tag legt - dagegen konnte dann auch der freundliche Herr (die waren tatsächlich alle freundlich und höflich!), der mir gleich noch versicherte, dass es den guten Marcell D'Avis tatsächlich gebe und dieser regelmäßig durch das Gebäude stromert, nichts sagen, ausser dem Angebot, dass ich, sollte ich doch noch einmal wechseln wollen, unbedingt die Angebote seiner Firma in Betracht ziehen möge.
Jetzt bekommt aber erst einmal die Telekom eine Chance und ich hoffentlich einen Rundumsorglosanschluss mit allem, was so dazu gehört. Ich werde berichten, ob es tatsächlich funktioniert, wie ich mir das jetzt noch vorstelle.
Aber wenn nicht, kündige ich einfach - spätestens dann kümmert man sich um mich.

- Bernd Clüver -

Freitag, Oktober 01, 2010

Hit me baby one more time

Nein, ich muss ja zugeben, ich bin echt begeistert.
War ich bis vor 3 Monaten noch der Ansicht, dass es Molotowcocktail und Pflastersteine werfender Chaoten bedarf, bevor unsere Freunde und Helfer in Grün und Blau endlich einmal ein wenig Initiative zeigen, weiß ich seit gestern, dass durchaus auch schon gefählich ihre Dritten bleckende Pensionäre oder wild mit dem Füller fuchtelnde Schüler ausreichen, um die deutsche Polizei aus ihrer Lethargie zu reißen.
Und bitte nicht immer nach Entschuldigungen suchen wie etwa "Die Demonstranten sind mit Pflastersteinen auf Polizeifahrzeuge losgegangen". Das ist nämlich blöd, wenn man solche Behauptungen später zurückziehen muss, weil sie sich als haltlos und unwahr erweisen.
Neinnein, es sollte schon Grund genug sein, dass diese sinistren Gestalten nicht schafsgleich alles das abnicken, was die führenden Köpfe unserer Nation hinter verschlossenen Türen (und wenn schon nicht zum Wohle aller, dann doch wenigstens zum Wohle einiger weniger) ausgeheckt haben.
Das lässt doch auch für die anstehenden Proteste rund um Gorleben hoffen - ob man da den finalen Rettungsschuss an der jungen Mutter bewundern darf, die ihren Kinderwagen mit unerhörter Agressivität im Rahmen der Demonstration vor sich herschob?
Vielleicht sollten wir auch sicherheitshalber eine Art deutsches Guantanamo für renitente Demonstranten einrichten? Baden-Württemberg als Standort und Kollege Heribert Rech als Lagerleiter wären doch bestimmt eine gute Entscheidung.
Und dann würde doch auch bestimmt unsere Angela einmal alle vierzehn Tage vorbeischauen und die Inhaftierten ihrer großen Betroffenheit versichern.

Nein, ich bin echt begeistert. Oder wie nennt man das, wenn man dieser Bande am Liebsten mittels Wasserwerfer und Pfefferspray das ganze großkotzige und selbstherrliche Gehabe austreiben möchte?

- Britney Spears -

Sonntag, September 26, 2010

Something stupid

Also jetzt mal ehrlich: Das

ist ja wohl der allerdümmste und schlechteste Phishing-Versuch, der mir in meinem Leben untergekommen ist.

Ach ja - und das

wiederum ist so klasse, das kann ich Euch nicht vorenthalten.
Wenn die Versandkosten nicht so exorbitant hoch wären, hätte ich schon längst eines bestellt.

- Robbie Williams & Nicole Kidman -

Montag, September 20, 2010

Am I evil?


Jooaaahhh. Höchhöchhöch. Mööööp.
Rummmsti. Hoooooot!

Ich war im Kino, wie man unschwer erkennen kann.
Des Residenten Evils vierter Teil, dafür in Drei-De.
Erfreut über das Angebot, dass man beim Ticketkauf das Hirn gegen einen Literbecher Cola tauschen kann, habe ich gleich noch das Popcorn im Dreikiloeimer dazu genommen und war damit perfekt ausgestattet für diesen Film.
Nun ist ja RE schon auf der Spielkonsole nicht für, naja, sagen wir mal, philosophische Tiefe bekannt, aber der Film toppt das nochmal locker.

Krchkrchkrch.

Verzeihung.

Zur Handlung verlier ich besser mal kein Wort, weil ich fürchte, damit wäre auch schon alles erzählt.
Aber: 3D. DREI-DE!
Die gleiche Technik, wie sie auch James Gelddruckmaschine Cameron bei Avatar eingesetzt hat.
Nur, wie soll ich es sagen, vielleicht etwas weniger subtil.
Wo man bei Avatar dasitzt und "Boah!" murmelt, ist es bei RE4 eher ein "Woah!"
Was auch immer aus dem Bild ragen kann, ragt auch heraus. Da wird 3D-mäßig geklotzt und nicht gekleckert.
Aber es macht Spaß, auch wenn das vielleicht bis jetzt nicht so klang.
Voraussetzung ist natürlich, dass man tatsächlich sein Hirn für anderthalb Stunden einmal beiseite legt - oder zumindest mit gebremsten Schaum fahren lässt.
Dann freut sich der geneigte Resi-Fan über eine Parade der schönsten Monster bis hin zu denen aus dem fünften Spiel, bekommt krachige Explosionen und Schusswechsel geliefert und ärgert sich über ein Ende, das noch mehr "Fortsetzung folgt" in die Welt trötet als das Ende des ersten Teils vom Herrn der Ringe.
Alles, was am Zombiefilm heutzutage als gesellschaftskritisch empfunden und gelobt wurde, fehlt dafür völlig.
Macht aber gar nix, weil, wie gesagt, ohne Hirn kriegt man das eh nicht so mit.

Örrghhh!

- Metallica -

Montag, September 13, 2010

TV

Ach, es ist schon ein Kreuz.
Ich neige ja dazu, regelmäßig auf der Couch vor dem Fernseher wegzuschlummern, was in Anbetracht des in der Regel bestenfalls als mäßig zu bezeichnenden Fernsehprogramms auch nicht weiter verwundern dürfte (mit dem Satz hab ich so ziemlich jedes journalistische Gebot von wegen "kurz fassen", "Subjekt, Prädikat, Objekt, sonst nichts" undsoweiter ignoriert. Aber was solls - erstens bin ich kein Journalist und zweitens ist das hier nicht der Polizeireport. Wer schlichte Sätze lesen will, soll in die Bild schauen. So.).
Also, ich schlaf vor dem Fernseher ein, weil es sich einfach nicht lohnt, wachzubleiben.
Und jetzt kommt ausgerechnet die alte Tante ARD (wir erinnern uns - die mit den außerordentlich gut bezahlten Intendanten) an und fordert mich heraus.
Da werden doch tatsächlich Filme gezeigt, die einfach nur gut sind. Letzte Woche war es "Persepolis", diese Woche "The Fall".
Und was macht diese Idiotenbande? Die versenden diese Filme in der Nacht von Sonntag auf Montag, Beginn so gegen 0.00 Uhr, Ende um zwei. Morgens, versteht sich.
Wer bitteschön soll da denn zugucken?
Die Klientel, die es nicht am nächsten Morgen um sechs aus den Federn treibt, ist ja schon damit beschäftigt, ihr spärliches Haushaltseinkommen bei der Suche nach Männervornamen, in denen exakt einmal der Buchstabe "U" vorkommt, auf Pro7, Sat1 und RTL2 auf den Kopf zu hauen.

Ich hab es jetzt beide Male geschafft (also nicht, unsere Haushaltskasse bei Deppenanrufen durchzubringen, sondern die Filme bis zum Ende zu schauen), aber am nächsten Morgen fühle ich mich dann wie gekaut, leicht anverdaut und wieder ausgespuckt.
Und sehe vermutlich auch genau so aus.
Deshalb nochmal meine große Bitte an die Programmverantwortlichen: Bitte, bitte, zeigt diese Filme zu einer Zeit, die einem normal Werktätigen die Möglichkeit geben, sie anzuschauen und am nächsten Tag trotzdem noch etwas Arbeitsleistung zu erbringen. Ihr ahnt ja nicht, wie hoch der volkswirtschaftliche Schaden ist, den Ihr durch solch eine Idiotie anrichtet.
Im Gegenzug habt Ihr mein vollstes Einverständnis, Musikantenstadl, Traumschiff und Co. ab 0.00 Uhr auszustrahlen - alle die, die ohnehin unter seniler Bettflucht leiden, werden Euch danken, endlich auch in der Nacht eine Anlaufstelle zu haben, bei der ihnen allenfalls Maria und Margot Hellwig und nicht irgendwelche lackgekleidete Dominas oder halbnackt herumhüpfende Russinnen drohen.
Obwohl, was da schlimmer ist, möchte ich lieber nicht entscheiden müssen.

- Blink182 -

Sonntag, September 05, 2010

Weekend

Und noch ein paar Gedanken zum so langsam sich dem Ende zuneigenden Wochenende.

Wenn Thilo Sarrazin
richtig läge mit seiner These der Vererbbarkeit negativer Charaktereigenschaften, dann müssten alle seine Kinder zwar bedauernswerte, aber nichtsdestoweniger riesengroße Arschlöcher sein.
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Als James Cameron Avatar drehte, hat er offensichtlich die Lizenz zum Gelddrucken erworben. Ich war gestern nochmal im Kino, mit dem Töchterlein, das unbedingt auch einmal Avatar in 3D sehen wollte und tapfer bis viertel nach elf durchgehalten hat.
Das Kino war wieder voll bis auf den letzten Platz; die acht zusätzlichen Minuten bringen keinen großen zusätzlichen Erkenntnisgewinn, feilen aber tatsächlich den einen oder anderen Storyteil, der bislang noch etwas knirschte, rund.
Wer den Film noch nicht gesehen hat, kann jetzt also reingehen.
Und ein fröhliches "Ka-Chinggg" an Herrn Cameron.
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Immer noch nicht
gesehen: Inception. So langsam wird es wirklich Zeit, ansonsten schreib ich die DVD schon mal auf meinen Weihnachtswunschzettel.
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Die letzte Bundestagswahl war am 27. September 2009. Man erinnere sich, das ist noch nicht mal ein Jahr her. Ich hab aber den Eindruck, ein CDU/CSU+FDP-Jahr ist wie ein Hundejahr, den gefühlt haben sie in dieser kurzen Zeit schon soviel Mist gebaut, dass es locker für 7 Jahre reichen würde.
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Ich kauf mir 'nen neuen Beamer. Den. Ich hab nämlich keine Lust, nochmal soviel Kohle in eine Lampe zu stecken, die dann doch wieder nur 6 Monate hält.
Der Neue hat wenigstens ein Jahr Garantie.
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Den dsungarischen Zwerghamster gibt es wirklich. Ich hielt dieses Viech bislang ja immer für eine Ausgeburt überschäumender Bloggerphantasie, aber unsere Tochter entdeckte heute einen in der Zoofachhandlung (hier war einkaufsoffener Sonntag). Und wünscht ihn sich natürlich sooo sehr.
Wir haben einen Deal: Wenn sie sich jetzt einen Monat lang völlig eigenständig um die Katzen kümmert (inklusive Katzenklo) werden wir das Thema nochmal ernsthaft überdenken.
Man spricht es übrigens "Dschungarischer Zwerghamster" aus.
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Wir gehen zu A-ha. Die gesamt Familie einschließlich Tochter. Mache sich darüber lustig, wer will - ich freu mich schon mächtig darauf, eine der Bands meiner Jugend live zu sehen.

So, genug von mir für heute.

Euch einen guten Start in die nächste Woche!

- Black eyed peas -

Mittwoch, September 01, 2010

Burning of the midnight lamp

Manmanman, da hab ich 27 herausragende Posts praktisch fertig in der Bloggerschublade liegen und was passiert?
Die verdammte Beamerlampe knallt schon wieder durch.
Na gut, das eine hat mit dem anderen sowas von gar nichts zu tun, aber ich hab wenigstens eine halbwegs passable Ausrede, warum ich schon wieder nichts gebloggt habe.
Also, die Beamerlampe.
Zum dritten Mal seit Juli 2009.
Die verdammten Dinger scheinen mittlerweile einen sechs-Monats-Zyklus mit fallender Tendenz zu haben.
Es ist zum Kotzen.
Nein, sagen Sie jetzt bitte nichts. Ich bin verärgert.
Noch eine Lampe für 250 Tacken kaufen, nur damit die dann auch wieder in sechs Monaten den Geist aufgibt, mag ich nicht.
Für einen Fernseher hab ich keinen Platz*, selbst nicht für einen, den ich preiswert bekomme.
Ein neuer Beamer kostet um die 800 Euro, auch nicht gerade ein Schnäppchen.

Nein, sagen Sie jetzt bitte nichts. Ich bin deprimiert.
Allenfalls der Award (das neue Wort für Stöckchen?), den die Frau Meise unserem, d.h. dem Herrn Womble seinem und meinem, Projekt "Die wollen doch nur spielen" verlieh, muntert mich ein wenig auf.
Und wer weiß, vielleicht kommen dadurch jetzt soviele Besucher auf die Seite, dass wir immens reich werden und dann der Herr Womble einen neuen Monitor und ich einen neuen Beamer kaufen kann.

Nein, sagen Sie jetzt bitte nichts. Ich bin illusioniert.

*zumindest nicht im ArbeitsSpielArbeitszimmer

- Jimi Hendrix -

Montag, August 23, 2010

Big big World

Vater:" Guten Morgen, kleine Süße! Aufstehen, heute geht die Schule wieder los!"
Kind:" Vater, Ihr scheltet mich klein? Wisset Ihr denn nicht, dass ich geradezu groß von Wuchse bin?"
V: " Aber meine Klei..."
K: " Messe ich doch bereits heut' mehr denn zwei Ellen und einen Fuss in die Höhe! Und da zeiht Ihr mich des geringen Wuchses?"
V: " Aber ich..."
K: " Hab ich doch bald die liebe Frau Mama eingeholt in der Länge des Körpers! Und die Dame, welche mein Ahnherr, Euer werter Herr Papa sich zum Weibe erkor, überrage ich doch schon seit langer Zeit!"
V: " Ich wollte..."
K: " Oder treibt Euch gar der Schabernack ob meines Alters um? Habt Ihr denn gar nicht bedacht, dass ich nun schon die sechste Klasse der Schule besuche und reich an Kenntnissen der Welt und ihrer Wunder bin?"
V: " Ähem, eigentlich wollte ich nur fragen, ob Du noch eine Schultüte zum ersten Schultag haben möchtest, aber ich fürchte, Du bist tatsächlich zu alt dafür."
K: "Alle meine Entsen swimmen auf den See..."

Unsere Tochter hat auch heute wieder eine Schultüte zum ersten Tag des neuen Schuljahres bekommen, wie es schöne Tradition seit sechs Jahren ist und ich schätze mal, auch Tradition bis zum Schulabschluss bleiben wird, auch wenn dann vermutlich ein Plüschtier nicht mehr solche Freude hervorrufen wird, wie das heute noch der Fall ist.

- Emilia -

Freitag, August 13, 2010

All in a Mouse's Night

Ich aber sage Euch:
Gehet hin und suchet in Eurer Heimstatt, ob denn dort an einem Orte versteckt sei ein Pergament bedruckt mit dem bunten Abbilde eines seltsamen Fabelwesens, "Diddl, die Springmaus" geheißen.
So Ihr aber fündig werdet, sollt Ihr hingehen und dieses Pergament zum Kaufe feilbieten auf dem Marktplatze, der da den Namen "EBAY" träget.
Wenn das Wohlgefallen des Herren auf Euch ruht, so mag es geschehen, dass vor langen Jahren ein Törichter geboren ward, der Euch nun reichhaltig Silberlinge für das Pergament bereit ist hinzugeben.
Habt Ihr diesen gefunden, so zögert nicht, in den Handel einzuwilligen, auf dass der Törichte glücklich, Ihr aber wohlhabend bis an das Ende Eurer Tage seid.

Nutzet alsdann Euren Reichtum Eurem Wohle und Frommen und dem Eurer Familie, vergesst aber auch nicht diejenigen, die da darben, weil ihnen das Glück des Besitzes einer Diddl-Postkarte versagt blieb.

- Genesis -

Sonntag, August 01, 2010

One

Mist auch, der Urlaub ist schon wieder vorbei.
Das ist immer noch wie damals bei den Sommerferien - am Anfang kommen Dir die sechs Wochen irrsinnig lang vor und am Ende fragst Du Dich, wo die Zeit nur geblieben ist.
Ab morgen also wieder Arbeit, wobei meine Frau und ich überlegen, ob wir uns nicht gegenseitig Entschuldigungen schreiben sollen. Sie hat nämlich genauso wenig Lust, morgen wieder ins Büro zu müssen wie ich.
Aber wir werden tapfer sein und gute Vorbilder fürs Töchterlein. Die allerdings hat noch drei Wochen vor sich.
Beneidenswert, das Kind.
Bei den Eltern sowieso.

Ansonsten bin ich mächtig stolz, dass ich es endlich geschafft habe, meinen Vertrag bei 1&1 zu kündigen.
Nach der Aktion im letzten Herbst (treue Leser mögen sich erinnern), bei dem die Hotline mir eine Mischung aus Unfähigkeit und Dummheit unterstellte (es war aber tatsächlich ein Problem mit der Telefonleitung, wie sich dann schließlich herausstellte), hatte ich die Nase ja gestrichen voll.
Kündigen konnte ich aber erst drei Monate vor Ablauf der Kündigungsfrist Ende November.
Dieses ganze Geschwätz von wegen "Vertrag kommt von Vertragen, daher haben wir keine Kündigungsfristen" gilt natürlich nur für Neukunden; Bestandskunden haben gefälligst die Klappe zu halten und zu zahlen.
Wirke ich etwas ungehalten?
Stimmt.
Dafür weiß ich aber jetzt, dass 1&1 einen Service mit dem schönen Namen "Customer Care" unterhält.
Der kehrt natürlich erst bei Kündigung (in den 5 Jahren vorher hielt er recht hübsch die Füße still) und fragt nach, warum man denn das tun wolle und ob man nicht doch eines der fantastischen Angebot des Vereins nutzen wolle.
Nein, will ich nicht.
Ach so, ja und damit man nicht einfach so kündigen kann, hat sich einsundeins noch was Feines ausgedacht:
Will ich im Internet kündigen, muss ich das Kündigungsformular via Servicehotline freischalten lassen(angeblich aus Sicherheitsgründen) - natürlich versucht der nette Mitarbeiter dann erst einmal, mich zu beschwatzen, auf dass ich doch die Kündigung noch einmal überdenken möge.
Habe ich das dann überstanden, muss das Kündigungsformular noch ausgedruckt, unterschrieben und entweder an eine gebührenpflichtige Faxnummer oder aber per Post an die 1&1 geschickt werden. Und zwar innerhalb von sieben Tagen nach elektronischer Kündigung, sonst ist alles hinfällig.
Alles aus Sicherheitsgründen, versteht sich.
Hat hier irgendjemand Ahnung, ob das rechtlich wirklich noch auf festem Boden steht?
Wenn ich jetzt schreibe, dass es zumindest sehr halbseiden auf mich wirkt, ist das noch eine gewisse Untertreibung.
Aber was solls - mogen geht der Brief raus, Einschreiben mit Rückschein, versteht sich.
Aus Sicherheitsgründen.
Und dann ist das Kapitel 1und1 am 30.11. Geschichte.
Ich hoffe nur, dass dann nicht noch Marcell D'Avis samt firmeneigenem Rollkommando bei uns klingelt.

- U2 -

Samstag, Juni 19, 2010

Mein Freund, der Baum



ist tot.

Weder Umtopfen, noch Wässern, Aufmerksamkeit oder gutes Zureden haben geholfen.
Karl-Heinz hat sich lange Jahre tapfer gehalten, aber zum Schluß hat ihn dann doch alle Lebenskraft verlassen.
Wir werden Dich nicht vergessen.


Mein Freund, der andere Baum dagegen erfreut sich allerbester Gesundheit
- soviele Kirschen wie in diesem Jahr hat er noch nie getragen. Ich fürchte fast, es sind sogar zuviele, denn sie werden mittlerweile zwar schon ziemlich rot, bleiben aber recht klein.
Trotzdem - der gute Wille zählt.

Karl-Heinz werde ich irgendwo an einem ruhigen Plätzchen beisetzen, im Schatten, denn den hat er immer so gern gehabt.
Und vielleicht, wenn ich bis zum Dezember darüber hinweg bin, werde ich mir bei Douglas einen neuen kleinen Karl-Heinz holen.

- Alexandra -

Dienstag, Juni 15, 2010

Crazy

"Also, ich wollte nur Bescheid sagen, dass Sie sich nicht wundern, wenn an ihrem Fenster Entenküken vorbeifallen!"
Um uns das zu sagen, klingelt uns der Nachbar abends um halb neun noch quasi aus dem Bett? Wir schauen ihn erwartungsvoll an, in der Hoffnung, dass er diese doch etwas kryptische Aussage etwas näher erläutert.
"Das ist nur, damit Sie nicht denken, wir würden Sachen runterschmeißen. Nein, wissen Sie, bei uns oben auf dem Balkon brütet doch eine Ente. Und es kann sein, dass sie ihre Jungen von oben runterwirft, um sie dann zum See zu bringen."
DAS klingt natürlich logisch.
"Keine Sorge, die Kleinen sind ziemlich unempfindlich, das hab ich schon ganz oft in Filmen gesehen. Denen passiert nix."
Mit diesen Worten verabschiedet er sich und marschiert in seine Wohnung zurück.
Während sich unsere Katzen bereits versonnen über die Mäulchen lecken ob des unerwarteten Futterregens schmiedet unsere Tochter Pläne, die runtergeworfenen Küken einzusammeln, um ihnen eine gute Mutter zu sein und ihnen zur rechten Zeit die Kunst des Fliegens beizubringen.
Das Kind hat ganz eindeutig zu oft "Amy und die Wildgänse" gesehen.
Wir versuchen ihr also klarzumachen, dass es gewisse Unterschiede zwischen Enten- und Gänseküken gibt und wir möglicherweise ja auch nicht immer da sind, weil wir doch zwischendurch mal in Urlaub fahren wollen.
"Kein Problem, in der Zeit kann sich ja Opa darum kümmern!", erklärt unsere Tochter.
Die Vorstellung, dass mein Vater vor einer Rotte Entenküken durch die Gegend marschiert, überzeugt mich nicht wirklich und so haben wir die Diskussion mit einem "Schaun wir doch mal, wenn es so weit ist", also einem klassischen Elternargument, an dieser Stelle abgewürgt.
***
"Bist Du verrückt? Während der WM ins Kino?", entgeistert schaut mich der Kollege an.
Ja. Gerade während der WM. Das Kino ist erfahrungsgemäß zu diesen Zeiten angenehm deppenfrei, weil die ja alle mit Fähnchen und Tröten die Biergärten belagern.

Gegeben wurde "The Crazies".

Zombies gehen eigentlich immer. Du hast partout keine Idee für einen Film? Dann mach doch was mit Zombies. So ist vermutlich auch Regisseur Breck Eisner an die Sache heran gegangen, nachdem er ja mit "Sahara" einen eher durchschnittlichen Streifen abgeliefert hat.
Die Zombiefilmliste der letzten fünf Jahre ist ja mittlerweile so lang, dass man sich fast wieder in den 70er Jahren wähnt.
Aber "The Crazies" ist einer der besseren. Im Prinzip das Remake eines Romerostreifens aus dem Jahr 1973 spielt der Film in einer verschlafenen amerikanischen Kleinstadt, deren Einwohner ganz allmählich durchdrehen und sich in gewalttätige und hirnlose Gestalten verwandeln.
Die Frage ist natürlich nicht ganz unberechtigt, ob das einen großen Unterschied zur normalen Situation in amerikanischen Kleinstädten darstellt, aber diesmal ist die Army schuld - eines ihrer Flugzeuge, beladen mit einem hochwirksamen Giftstoff, ist über dem nahegelegenen Sumpf abgestürzt und hat das Trinkwasser der Kleinstadt verseucht.
Eben diese Army versucht jetzt alles, um den Vorfall einzudämmen; die infizierten Städter werden von den gesunden getrennt und während die Infizierten in der Stadt bleiben müssen, werden die gesunden evakuiert.
Dummerweise wird die Frau des Sheriffs auch für infiziert gehalten, während er selber als gesund aus der Stadt gebracht werden soll.
Er nutzt einen plötzlich ausbrechenden Tumult, um sich unbeobachtet zu verstecken und macht sich dann gemeinsam mit seinem Hilfssheriff auf die Suche nach seiner Frau, um sich dann zum Evakuierungspunkt durchzuschlagen.
Ob das gelingt und was noch alles passiert, werde ich an dieser Stelle natürlich nicht erzählen, denn "The Crazies" ist ein Film, den man sich durchaus als Freund des Genres ansehen kann, insbesondere, wenn man Filme im Stil von "28 days later" mag - an den fühlt man sich nämlich immer wieder erinnert, obwohl ja eher das Romero-Original als Vorlage für die 28 Tage gedient haben wird.
Er bleibt durchgängig spannend und hat auch ein paar wohldosierte Schockeffekte im Angebot, die immer wieder einmal für ein erschrockenes Zusammenzucken gut sind.
Für einen Zombiefilm und in Anbetracht der FSK-18-Freigabe bleibt der Film vergleichsweise unblutig, da hat man schon durchaus Übleres gesehen; für Zartbesaitete ist er aber aufgrund einiger heftiger Szenen trotzdem ungeeignet.

Wer sich aber dem allgemeinen WM-Trubel entziehen möchte und statt verschwitzter Gestalten beim Public Viewing eher auf eine gepflegte Gänsehaut in einem angenehm leeren Kino steht, dem sei dieser Film ans Herz gelegt.
Und Breck Eisner hat offensichtlich seinen etwas ramponierten Ruf wieder soweit hergestellt, dass er zumindest für ein Remake der "Klapperschlange" im Gespräch ist.
Über die Sinnhaftigkeit einer solchen Idee kann man dann aber wieder durchaus geteilter Meinung sein.
***
So, und wo wir gerade noch beim Thema "Durchdrehen" sind.
Durchdrehen könnte ich auch das Arschloch, das die komplette rechte Seite unseres Autos zerkratzt und verbeult und sich dann aus dem Staub gemacht hat.
Und zwar durch einen Fleischwolf.
Wir sitzen jetzt nämlich auf einem Schaden von mehreren tausend Euro.
Wir sind zwar versichert, aber die Versicherung wird sich natürlich ohne greifbaren Schuldigen das Geld über die Jahre durch Erhöhung der Versicherungsprämie bei uns wieder holen.
Fair ist das nicht, schön ist das nicht.
Und ändern können wir es auch nicht.
Unsere einzige Hoffnung ist, dass die Polizei vielleicht doch noch herausfindet, wer es war.
Immerhin, so erklärte und die den Schaden aufnehmende Polizistin, sei es ja bei der Berliner Polizei wie bei "CSI, die haben nur die besseren Computer." Und da bei CSI bis jetzt noch jeder Fall in gut 45 Minuten aufgeklärt wurde, können wir ja zumindest noch ein wenig Hoffnung haben, auch wenn das für Aussenstehende ziemlich crazy scheinen mag.

- Gnarls Barkley -

Donnerstag, Juni 03, 2010

Deine Spuren im Sand



Normalerweise keine Videos.
Aber das hier ist so beeindruckend, dass es sein musste.
Stammt aus der Ukraine, aus einer Fernsehsendung, die das Äquivalent zum deutschen "Supertalent"ist, thematisiert die deutsche Invasion in der damaligen Sowietunion und zeigt ausserdem wieder mal, welche Talente es anderswo schaffen, während in Deutschland mittelmäßige Mundharmonikaspieler das Rennen machen.
Nehmt Euch ruhig die 8 1/2 Minuten, es lohnt sich.
Im Vollbild.
Mit Ton.

Mein Dank an Fabian von "Ganz kleines Kino" - dort bin ich darauf gestoßen.

- Howard Carpendale -

Mittwoch, Juni 02, 2010

Oh no no

Bitte, bitte, bitte sagt mir doch, dass es sich bei Merkels Erklärung, Zensursula als Bundespräsidentenanwärterin ins Rennen schicken zu wollen, nur um den ganz furchtbar fehlgeschlagenen Versuch eines ausserordentlich schlechten Scherzes handelt.
Ich meine, in der guten alten Zeit lief es wenigstens noch so ab, dass man zuerst Bundespräsident wurde, sich erst dann durch Inkompetenz auszeichnete ("Meine Damen und Herren, liebe Neger!", "Hoch auf dem gelben Wagen", "Lasst uns die Handelsrouten freischießen!") und damit das Amt der Lächerlichkeit preisgab. Soll das heute tatsächlich umgekehrt sein?
Und gibt es in der ganzen großen Bundesrepublik Deutschland denn keinen Politiker unter 80 mehr, der auch nur ansatzweise das Format eines Richard von Weizsäcker besitzt?
Müssen tatsächlich Knallchargen wie Jürgen "Rent-a-president" Rüttgers, Edmund "durchrasste Gesellschaft" Stoiber oder Joseph Martin "mit-Verlaub-sie-sind-ein-Arschloch" Fischer ins Gespräch gebracht werden?
Warum dann nicht gleich Guildo Horn zum Bundespräsidenten ernennen?
Das hätte immerhin den Vorteil, dass zumindest die Visitenkarten nicht neu gedruckt werden müssten, was in Zeiten heutiger Sparzwänge weiß Gott nicht zu unterschätzen ist.
In knapp 30 Tagen werden wir es aber genauer wissen, auch wenn sich vermutlich dank der gleichzeitig stattfindenden Fussball-WM vermutlich keine Sau dafür interessieren wird.
Andererseits - der praktische Nährwert des Präsidentenamtes ist ja, von wenigen Ausnahmen abgesehen, ohnehin eher gering. Soll es doch machen, wer Lust dazu hat.
Aber bitte nicht Ulla.

- Bernie Paul -

Sonntag, Mai 30, 2010

Ray of light


Na also, es geht doch.
Wenn man nicht aufpasst, schubsen sich die beiden zwar noch gelegentlich, aber im Großen und Ganzen kommen sie einigermaßen miteinander klar.
Abgesehen davon sollte ich ihnen gelegentlich mal die Frontplatte abwischen, die sauen sich nämlich beide immer ganz gerne mal ein.

Eine Sache fehlt aber noch:
Während um uns herum die Welt in die visuelle Hochdefinition eintaucht und selbst in der winzigsten Studentenbude schon ein Flachbildfernseher mit wenigstens 2 1/2 Metern Diagonale steht, sehen wir immer noch analog, niedrig aufgelöst und auf mageren 63 Diagonalzentimetern fern.
Das liegt vor allem an mir.
Ich schau zwar regelmäßig bei den Elektromärkten vorbei, schleiche unschlüssig durch die Fernsehabteilung, bekomme von dienstbeflissenen Verkaufsschergen immer, aber auch immer, das jeweilige Topmodell wärmstens ans Herz gelegt, das in der Regel so um die schlappe 2.500 Euro kosten soll und verlasse den Laden dann aber genau so regelmäßig mit leeren Händen - allenfalls noch eine DVD findet den Weg in mein Einkaufskörbchen, nur um es sich dann zuhause mit all den anderen ungesehenen Filmen in einem der zahllosen DVD-Regale gemütlich zu machen.
Ich gestehe, das ist ein für mich eher untypisches Verhalten. Normalerweise zögere ich ja nicht, diverse Scheinchen für irgendwelchen Elektronikkrempel über die Theke zu schieben - beim Fernseher funktioniert das aber irgendwie nicht.
Zum einen natürlich, weil der alte noch funktioniert. Er hat zwar ein paar Macken, aber eigentlich läuft er noch ganz gut. Und irgendwie widerstrebt es mir gewaltig, ein funktionsfähiges Gerät wegzuschmeißen. Da geht es mir wie mit Autos, die ich bislang auch immer gefahren habe, bis dann gar nichts mehr ging.
Außerdem habe ich eine emotionale Bindung zu dem Gerät aufgebaut, das immerhin schon seit knapp dreizehn Jahren in unserem Besitz ist.
Ich weiß es noch wie heute, als ich den Fernseher gekauft habe - es war der 6. September 1997.
Praktisch zu merken, weil an eben jenem Tag auch Lady Di zu Grabe getragen wurde.
Und während man das an all den Fernsehgeräten der Nation verfolgte, schleppte ich derweil unter Blut, Schweiß und Flüchen den immens schweren Fernseher aus dem Laden in meine Wohnung, verfolgt von "Candle in the Wind", das ich an jenem Tag zu hassen gelernt habe.

Die Fernsehindustrie wird sich also noch etwas gedulden müssen, bevor ich ihr unser sauer verdientes Geld in den Rachen schmeiße.
Sie wird es wohl überstehen, denn anders als wir scheinen sich noch genügend Menschen ein jährliches Fernseherupdate zuzulegen.

Ich bin dafür jetzt auch im Besitz einer dieser vielgeschmähten Deppenfähnchen. Ich konnte aber nichts dafür, denn die gab es zum Sechserpack Milchreis von Müller, den unsere Tochter so gerne mag, gratis dazu. Und zwar in die Packung eingeschweißt, so dass man sie auch nicht dezent irgendwo om Laden hätte fallen lassen können.
Ich denke, ich werde mir die Fahne an die Brille schrauben. Oder einer unserer Katzen an den Rücken binden.
Kreative anderweitige Vorschläge nehme ich aber auch gerne entgegen.
Nur ans Auto kommt sie mir definitiv nicht!

- Madonna -

Freitag, Mai 21, 2010

My Baby Baby Balla Balla

Wenn trotz Vulkanausbruch, Ölpest, Eurokrise und Angela Merkel die Größte Sorge Der Deutschen TM ist, dass Michael Ballack nicht in der Nationalmannschaft spielen kann, dann kann es uns nicht wirklich schlecht gehen.
Apropos "uns" - wieso eigentlich "unsere Jungs"? Weder die Herren, die sich um eine kleine, mit Luft befüllte Kunststoffkugel schlagen noch die, die sich am Hindukusch rumprügeln, gehören mir.
Im Gegenteil - wenn es nach mir ginge, würde ich die eine wie die andere Veranstaltung abblasen.
Das Geld, das man dann spart, könnte man sicher in sinnvollere Projekte stecken.
Oder gleich mir geben.
Aber bleiben wir doch kurz beim Fußball. Meine letzte praktische Erfahrung habe damit ich vor gut 30 Jahren gemacht. Die begann in der C-oder-sonstwie-Jugendmannschaft unseres Dorfvereins und endete noch am selben Tag, weil ich mir beim Spielen aufgrund zu enger Fußballschuhe (ich wusste damals noch nicht, dass man Adidasschuhe immer eine Nummer größer kaufen sollte als die Treter anderer Hersteller) den Nagel meines rechten großen Zehs bis herunter zum Nagelbett eingerissen hatte.
Die Schuhe habe ich dann gegen eine Mundharmonika getauscht. Ein weiser Entschluss aus heutiger Sicht, denn die Mundharmonika tuts immer noch, während die Schuhe mittlerweile wohl längst den Weg alles Vergänglichen gegangen sind.
Meine Liebe zur Musik ist mir also erhalten geblieben, meine Abneigung gegen Fußball ebenso.
Ich hab ihm noch einmal eine Chance gegeben - das war 1996, als ich mir ein Panasonic 3DO mit Fifa Soccer geholt habe.
Aber selbst in dieser Form konnte ich nicht überzeugt werden und hab dann endgültig den Ballsport zu den Akten gelegt.
Dementsprechend graust es mir auch wieder vor diesem Sommer, wenn an den Autofenstern auf ein Neues die Deppenfähnchen gehisst werden und sieges- und sonstwie trunkene Fans in Massen Berlin unsicher machen, um dann auf der Straße des 17. Juni in dumpfer, aber immerhin trauter Eintracht auf riesige Leinwände zu starren und Deutschland wieder einmal einen Sieg im Felde, und sei es auch nur das Fußballfeld, zu wünschen.
Ohne mich, Herrschafften!
Ich verabschiede mich dann schon mal für die Zeit vom 11. Juni bis zum 11. Juli aus dem öffentlichen Leben, wünsche aber allen, die es ebenso sehen, aber nicht um eine Teilnahme herumkommen, alles Gute und denen, die sich sogar freiwillig hineinstürzen, wenigstens eine gute Besserung.

- Rainbows -

Montag, April 26, 2010

Living in the past

Du weißt, dass Du alt wirst, wenn Du beim samstäglichen Hausputz den wirklich coolen Gag mit dem Staubsauger und dem Schrei "Kreuzt die Strahlen! Ihr müsst die Strahlen kreuzen!" bringst und Deine Tochter Dich nur verständnislos anschaut.
Ausserdem fallen mir so langsam die Haare aus. Nicht überall, aber so blöd, dass meine Stirn immer früher anfängt.
Meine Frau schlug ob dieses Ungemachs vor, ich könne doch einfach die Nackenhaare länger wachsen lassen und selbige dann schwungvoll nach vorne über die kahlen Stellen werfen.
So wirklich verlockend kling das zwar nicht, aber bevor ich auf ein Toupet ausweiche...

Was gibt es sonst noch Neues?
  • Die FDP plant Steuerentlastungen in Höhe von 16 mrd. Euro.
    Wie sie das machen wollen, verraten sie aber nicht, ich vermute, das soll eine Überraschung werden.
  • Unsere Band probt künftig donnerstags. Wenn also irgendein Bassist die Freitagsprobe als einzigen Hinderungsgrund gesehen hat, um bei uns mitzuspielen, kann er sich jetzt beruhigt melden.
  • Die Hasengeschichte ist nicht vergessen. Nur für den Fall, dass es noch jemanden interessieren sollte. Immerhin bin ich noch die Auflösung schuldig, wen die Eule kontaktiert hat. Außerdem habe ich immerhin eine vage Idee, wie es weitergehen könnte. Ich muss nur noch ein paar Fotos machen. Wenn ich mich denn mal dazu aufraffen könnte.
Sonst noch was?
Ach ja, ich schmeiß gerade einen Riesenhaufen alter Computerspielezeitschriften weg. Das fällt nur dummerweise kaum auf, weil noch soviel anderes Gerümpel hier herumsteht.
Aber ich gehe zum Flohmarkt und versuche, das Zeug zu verkaufen. Gerade im Moment habe ich mich verbindlich angemeldet - was ich ja schon seit etwa einem Dreivierteljahr immer wieder mal vorhatte. Man drücke mir die Daumen, dass ich das eine oder andere Teil tatsächlich loswerde.

Puh, ist das ein langweiliger Post. Quasi der Jostein Gaarder unter den Posts. Muss man nicht lesen. Bringt keinerlei Erkenntnisgewinn. Kostet nur Lebenszeit.
Aber Obacht! Geld zurück ist nicht!
Wo wir gerade bei Belanglosigkeiten sind: Mit allerallergrößtem Wohlgefallen habe ich heute gesehen, dass "Kleine Haie" wieder regulär auf DVD zu kaufen ist und man deswegen also nicht die Wucherpreise von bis zu 60 Euro für den Film hinlegen muss. Auch wenn er es tatsächlich wert wäre. Aber 16,95 ist natürlich noch viel viel schöner.
Wer den Film noch nicht gesehen hat, der eile hinfort und erwerbe ihn im nächsten Elektrofachmarkt seines Vertrauens.
Wer ihn aber schon gesehen hat, tue Selbiges.
Ausreden lasse ich keine gelten!

So, damit sind wir für heute fertig. Einen schönen restlichen Montag wünsche ich noch und viel Vergnügen bei der Begehung der Restwoche.

- Jethro Tull -

Samstag, April 17, 2010

Room with a view

Es gibt in den meisten Supermärkten ja diese Wände, an denen man seine private Kleinanzeige anpinnen kann.
In der Regel ist das nicht wirklich interessant, aber manchmal stößt man auch auf Perlen, bei denen man sich wünscht, dass die Handy-Kamera doch qualitativ bessere Bilder schießen würde.
Naja, man kann es ja erkennen.

Was die Dame natürlich vergaß zu schreiben, war die Tatsache, dass dem Vermieter vermutlich die Liveübertragungen aus ihren zahlreichen Kristallkugeln, das Flappen der Tarot-Karten und der Räucherstäbchenduft wahrscheinlich innerhalb kürzester Zeit deutlich stärker auf den Sack gehen wird, als der lautstarke parallele Betrieb von Fernseher, Radio und PC.
Ich bin jedenfalls dankbar, zu den aufgezählten Sternzeichen zu gehören.

Was gibt es sonst noch Neues?

Im hiesigen Media Markt habe ich mir einmal ausführlich einen neuen 3D-Fernseher angeschaut, der mit der gleichen Technik wie im Kino arbeitet, sprich, man sieht das Bild durch eine Polarisationsbrille; ohne hätte man zwei leicht gegeneinander verschobene Einzelbilder.
Gegeben wurde "Monsters vs. Aliens".
Was soll ich sagen, der Effekt ist beeindruckend. Tatsächlich wie im Kino.
Aaaber - und das bitte ich als ganz großes ABER zu lesen - das Gefühl, das man dabei hat, ist das, das man als Kind beim Schauen der Augsburger Puppenkiste hatte. Man schaut in einen Raum hinein, der tatsächlich sehr schön dreidimensional wirkt, aber mit ganz engen Grenzen ausgestattet ist, nämlich da, wo der Fernseher nun mal seinen Rahmen hat.
Und da ist das 3D dann auch schon wieder vorbei.
Im Kino überwältigt das Bild durch seine schiere Größe, im Fernseher ist davon selbst bei einer Diagonale von 46" einfach nichts mehr übrig.
Wer das Erlebnis zuhause nachempfinden möchte, soll einfach einen Schukarton nehmen, eine quadratische Öffnung in den Deckel schnitzen und im Karton eine Western-Szene mit Playmobilfiguren aufbauen. So wirkt das Bild auf einem 3D-Fernseher.
Das ist daher nicht halb so beeindruckend, wie es die Hersteller suggerieren wollen.
Abgesehen davon ist die Auswahl an 3D-tauglichem Material noch sehr eingeschränkt; selbst wenn für dieses Jahr 40 Filme (und, man staune, die Fußball-WM) in diesem Format angekündigt sind.
Dazu braucht man ausserdem noch einen entsprechenden (heißt: neuen) Blu-Ray-Player, weil die älteren Modelle den erst im letzten Jahr verabschiedeten Standard noch nicht beherrschen.
Die PS3 soll es nach Softwareupdate aber übrigens können.
Im Moment daher also ganz klar - noch - keine Empfehlung, zumal die Anschaffung ohnehin derzeit wohl nur für Menschen überlegenswert ist, die schon einen ganz krummen Rücken vom Herumschleppen der vielen schweren Geldbündel haben.


- Tony Carey -

Donnerstag, April 15, 2010

Dienstag, April 13, 2010

That's The Way I Like It

Es war aber nun in alten Tagen so, dass man Vietnamesen in Berlin überwiegend in den Bereichen Blumenhandel (legal) und Zigarettenhandel (preiswert) sah.
Und so begab es sich, dass vor einiger Zeit das VietHaus in Berlin-Mitte unterstützt mit Mitteln der immer schon großzügigen Stadt Berlin antrat, dieses Image zu ändern.
Mit vieler Hände fleißiger Arbeit baute man nun einen Laden mit Preziosen vietnamesicher Provenienz und ein Restaurant, das "Sen-Restaurant" .
Der Laden bestach damit, dass er in seinen Fenstern regelmäßig 15 Prozent Rabatt auf seine Artikel, überwiegend Vasen, Teller und imitierte Barbiepuppen in imitiert original vietnamesischer Kleidung, in Aussicht stellte.
Diese Rabattaktion war stets streng befristet und wurde unmittelbar verlängert, sobald sie ablief, was das Ganze natürlich etwas unglaubwürdig machte. Jetzt ist der Laden zu - aus betrieblichen Gründen, wohl ein anderes Wort für Pleite - was in Anbetracht der durch die Bank eher scheußlichen Artikel wenig verwundert.
Blieb noch das Restaurant.
Das lockte zur Eröffnung mit einem zweimal wöchentlich stattfindenden "All-you-can-eat"-Buffet zu preiswerten 7,50 Euro, wobei die nicht ganz so preiswerten Getränke sicher dafür sorgten, dass die Inhaber ihren Schnitt machten.
Der Laden brummte, die Bedienung war nicht die fixeste, aber freundlich und das Essen war zum gebotenen Preis ganz ok.
"Das lässt sich doch steigern", müssen die Besitzer gedacht haben und schmissen als erstes die freundliche Bedienung raus.
Jetzt war die Bedienung immer noch eher langsam, dafür aber auch etwas unfreundlicher - wenn sie denn überhaupt den Gast bemerkte. Es sollen schon Gäste gesichtet worden sein, bei denen die Kellnerin das erste Mal zum abschließenden Kassieren auftauchte.
"Da geht noch mehr", meinten die Besitzer und sorgten als nächstes aus Gründen der Gewinnmaximierung dafür, dass nicht mehr ganz so oft auf dem Buffet nachgelegt wurde. Der Name hätte nun zwar korrekter Weise in "All-you-can-eat-if-you-find-something-to eat" geändert werden müssen, aber das hätte nun wiederum nicht mehr aufs Werbeplakat gepasst. Als seltsam mögen es die Eigentümer vielleicht empfunden haben, dass das ursprünglich immer volle Restaurant nun merklich leerer wurde, aber auch hier hatten sie eine Lösung:"Erhöhen wir doch einfach den Preis!" Was sie auch prompt taten, und zwar auf 9,90 Euro. Nun ist das immer noch nicht zuviel für ein reichhaltiges Buffet in angenehmer Atmosphäre, nur war mittlerweile weder das Buffet reichhaltig eingedeckt, noch war die Bedienung gut, noch war die Atmosphäre nett.

Und so saßen die Eigentümer tagein, tagaus einsam an ihren Tischen im ansonsten leeren Restaurant und wunderten sich, warum denn keiner mehr den kulinarischen Verlockungen Asiens erliegen wollte.
Und wenn sie nicht gestorben sind, sitzen sie da noch heute und können von neugierigen Besuchern dabei bestaunt werden, immer montags und donnerstags im "Sen-Restaurant", Leipziger Straße 55 in Berlin-Mitte.

So, was haben wir noch? Ach ja, eine Idiotenregel. "Nihil, nisi bene", wie der Ägypter sagt. Oder, um es ins Deutsche zu bringen:"Über die Toten nur Gutes".
Deswegen laufen jetzt überall Gestalten mit medienwirksam in Trauerfalten gelegten Gesichtern herum und drücken der polnischen Nation namens aller Deutschen das tiefste Mitgefühl aus.
Was für eine Heuchlerbande!
Zu Lebzeiten haben sie Kollege Kazcynski ob seiner erzreaktionären Geisteshaltung Pest und Cholera an den Hals gewünscht (und ihn vermutlich gleichzeitig darum beneidet, dass er in seinem Land so etwas ungestraft machen darf) und jetzt wird er ob der gleichen Äußerungen auf einmal als großer Patriot gewürdigt.
Und warum? Weil man über Tote entweder gar nichts oder nur Gutes sagen soll?
Was für ein, sorry, Scheiß!
Muss ich jetzt lobhudeln, nur weil jemand nicht mehr lebt?
"Och, der Haider war ja gar nicht so schlecht, immerhin hat er Autobahnen - ach ne, das war ja jemand anderes."
Sollte ich irgendwann einmal zum Fan von Westerwelle werden, nur, weil er gestorben ist?
Oder Merkel eines Tages lobpreisen aus demselben Grunde?
Nein, das ist mir doch zu verlogen - der Flugzeugabsturz ist eine Kastastrophe, der Tod von 100 Menschen ist schrecklich, aber niemand wird ein besserer Mensch durch seinen Tod - und niemand wird mein Freund dadurch, dass er stirbt.
Jetzt so zu tun, als ob das anders wäre, mag im Sinne der diplomatischen Beziehungen sein, aber es zeigt auch wieder einmal, wie unaufrichtig Menschen sind, wenn sie glauben, dass es ihrer Sache dient.

KC & The Sunshine Band

Freitag, April 02, 2010

Meh' Bier


"Heude blau, un, un morn blau, un übermorn sowieso!"
Das kleine weiße Häschen torkelte lallend und pöbelnd durchs Waldesdickicht.
Zu allem Überfluss hatte es sich auch noch sein Buschmannkostüm vom letzten Karneval übergezogen.
"Wieder mal breit?", fragte der Specht.
"Voll wie eine Strandhaubitze", nickte ihm der Uhu weise zu.
"Tannenzäpfle?", wollte der Specht wissen.
"Mhm", murmelte der Uhu.

"Hassu was gesacht? OPPU WAS GESACHT HAS, FRACH ICH!"
Die beiden Vögel zuckten zusammen, nur um dann festzustellen, dass das Häschen bloß die alte Eiche anbrüllte, die schon seit über zweihundert Jahren in der Mitte des Waldes wuchs und, wie es nun mal Art der Eichen ist, völlig unbeeindruckt von den Anwürfen des Häschens einfach nur dastand.

"Letzte Nacht ist er wieder mal beim Förster eingestiegen und hat sich über dessen Biervorräte hergemacht", erklärte das Wildschwein den beiden Vögeln über ihm.
Wie auch sie war es durch den Lärm angelockt worden, den das Häschen verursachte.
"Wissen wir," meinte der Uhu.
"Einmal im Monat packt es ihn und dann säuft er sich die Hucke zu. Ist wohl nur noch eine Frage der Zeit bis der Förster ihn wie einen, wie einen..." Der Specht suchte nach den passenden Worten.
"Tollwütigen Hasen", warf das Wildschwein ein.
"Genau, tollwütigen Hasen über den Haufen schießt. Wäre er nicht an sich so ein unsyphatischer Zeitgenosse, könnte man ihn richtig gehend bedauern", meinte der Specht.
"Er kommt mit der Situation nicht klar - jetzt in dieser Zeit Stress bis über beide Ohren und den Rest des Jahres Nichtstun. Ich meine, er kann ja schlecht nach Ostern gleich schon anfangen, die Eier fürs nächste Jahr zu bemalen", erklärte der Uhu.
"Aber Alkohol ist doch nun wirklich keine Lösung", sagte der Feldhamster salbungsvoll, der gerade bei seinem Cousin im Wald zu Besuch war.
Die anderen Tiere verdrehten die Augen. Das Verhalten des Häschens war schon unschön genug, aber der Feldhamster, dessen Missionierungsversuche allen gehörig auf den Sack gingen, war beinahe noch unerträglicher.
Früher war er auch dem ein oder anderen Bierchen nicht abgeneigt, aber nachdem sich sein Großvater eines Tages volltrunken mit einem Mähdrescher angelegt - und natürlich verloren - hatte, hatte er sich geschworen, im Leben keinen Tropfen Alkohol mehr anzurühren und versuchte seitdem, auch alle anderen Tiere dazu zu bekehren.
"Ach, halt doch die Klappe!", raunzte das Wildschwein ihn an.
Beleidigt trollte sich der Hamster zurück in den Bau seines Cousins.

Das Häschen übergab sich derweil lautstark hinter einem Baum.

"Morgen wird er noch unausstehlicher als sonst sein", meinte der Specht.
"Dicker Schädel und dann das, was heute liegen geblieben ist, aufarbeiten müssen."
"Er sollte dringend mal einen Psychologen besuchen", grunzte das Wildschwein. "So kann das doch nicht weitergehen."
"Und - sagst Du ihm das?", fragte der Uhu.
Das Wildschwein schaute ihn entsetzt an. "Bin ich etwa lebensmüde? Wie wäre es denn mit einem von Euch? Ihr könntet es ihm doch aus der Luft zurufen! Da kriegt er Euch nicht."
"Irgendwann müssen wir auch mal landen. Ich sag nur 'Spatz'", antwortete der Uhu.
"Dann haben wir also nur noch eine Möglichkeit?, der Specht schaute fragend in die Runde.
Die beiden anderen schwiegen lange, dann nickte das Wildschwein.
"Wir müssen IHM Bescheid sagen."
Der Uhu seufzte. "Also gut, ich mach mich dann mal auf den Weg."
Und so lautlos, wie sie zusammen gekommen war, löste sich die kleine Versammlung auch wieder auf.

Nur aus der Ferne war noch leise das undeutliche Geschimpfe des kleinen weißen Häschens zu hören.

- Fettes Brot -

Dienstag, März 23, 2010

Mein Job

"Ach, wiffen Fie, daf Gantfe ift doch eigentlif pfum Heulen!" Mitleidheischend blickte das aufgeregte kleine weiße Häschen sein stummes Gegenüber an, das ihm aufmerksam zuhörte und immer wieder verständnisvoll nickte.
Während er nach außen hin den interessierten Zuhörer mimte, verfluchte sich der Dachs im Stillen zum wiederholten Mal. "Hätte ich nur auf meine Frau gehört!" - geradezu mantraartig wiederholte er diesen Gedanken. Was war schon ein um zwei Stunden längerer Heimweg gegen die Aussicht, überhaupt nicht mehr nach Hause zu kommen. Zumindest nicht am Stück.
Tunlichst hatte er es unterlassen, das Häschen auf seine Kinder hinzuweisen, die gerade im Moment vor Angst und Kummer schier vergehen würden, wussten sie doch, welchen Pfad der Vater eingeschlagen hatte.
Das Häschen hatte sich zwischenzeitlich etwas beruhigt.
"Nein, aber mal ehrlich. Eigentlich sollte ich im Frühsommer einen neuen Job antreten. Hat man mir versprochen. Und jetzt hat der Personalchef erklärt, dass ich erst zum späteren Herbst wegkommen, weil ich bis dahin unabkömmlich sei. Und das Schlimmste dabei: Den Job, den ich eigentlich haben wollte, bekomme ich jetzt nicht mit der Begründung, dass ich ja erst so spät zur Verfügung stünde, weil ich schließlich erst im Herbst aus meinem alten Bereich heraus komme. Saftladen!"
Wieder nickte der Dachs, enthielt sich aber tunlichst jedes Kommentars.
"Ich denke jetzt daran, den ganzen Krempel hinzuschmeißen, verstehen sie? Nur raus aus dieser verdammten Eierverwertungsindustrie! Und erzählen Sie mir jetzt nichts von wegen sicherer Job und so. Hab ich schon zu Genüge gehört. 'Beschwer Dich doch nicht! Ihr Hasen habt es doch gut! Bloß ein Bisschen Eierschaukelei zu Ostern und den Rest der Zeit Nichtstun!' Sehen Sie das vielleicht auch so?" fragte das Häschen mit irre funkelnden Augen.
Der Dachs beeilte sich, energisch den Kopf zu schütteln. Insgeheim fragt er sich natürlich schon, wer so verrückt sein könnte, eine Bemerkung wie diese dem Häschen gegenüber fallen zu lassen.
Vielleicht jemand, der ohnehin mit seinem Leben abgeschlossen und nichts mehr zu verlieren hatte.
Kein Waldtier, das seine fünf Sinne beisammen hatte, hätte so etwas gewagt.
"Muss jemand mit Tollwut gewesen sein", entschied der Dachs für sich. Anders konnte er es sich nicht erklären.
Das Häschen hatte aufgehört zu reden und kam jetzt langsam auf den Dachs zugehoppelt.
"Nun ja, was belaste ich Sie mit meinen Problemen", meinte es mit freundlicher Stimme.
"Sie wollen doch sicherlich auch nach Hause zu Ihrer Familie. Reizende Kinder haben Sie übrigens! Und danke fürs Zuhören." Damit verschwand das Häschen wieder im Wald, so plötzlich, wie es aufgetaucht war.
"D-d-d-danke", murmelte der Dachs, während er hastig davonstolperte, mit immer noch zitternden Knien, aber wohl wissend, dass er jetzt um eine unglaubliche Geschichte reicher war, die noch seinen Enkelkindern in langen und dunklen Winternächten würde erzählen können.
"Opa, erzähl uns doch bitte noch einmal die gruselige Geschichte, wie Du damals dem kleinen weißen Häschen allein im Wald begegnet bist", würden sie rufen.
Und er würde sich zu ihnen setzen und anfangen, zu erzählen: "Damals, als ich eines Tages kurz vor Ostern auf dem Heimweg war und nicht, wie Großmutter es mir geraten hatte, die längere Strecke wählte, tauchte plötzlich das kleine weiße Häschen vor mir auf, das sich gerade mächtig über seinen Beruf geärgert hatte."

- Massive Töne -

Freitag, März 19, 2010

White Rabbit

"Fotos? Und wo, verdammte Scheiße, soll ich Fotos hernehmen? Kann mir das mal einer von Euch Pennern sagen?" Das kleine weiße Häschen rümpfte sein Stupsnäschen.
Immer, wenn es sich ärgerte, sah es ausgesprochen niedlich aus. Außerdem war sein Sprachfehler dann besonders gut zu hören.
Nicht, dass sich die anderen Tiere des Waldes darüber lustig gemacht oder es auch nur erwähnt hätten - zu gut war ihnen noch vor Augen, was damals mit dem Fuchs passiert war.
Der wollte eigentlich nur helfen, als er dem Häschen vorschlug, es solle doch vielleicht einmal einen Logopäden...
Nein, der Anblick dessen, was früher einmal ein stolzer und fröhlicher Fuchs war, war den anderen Waldbewohnern noch viel zu präsent vor Augen.
"Ähem, ich meine ja nur, weil manche Leser sich vielleicht davon abgeschreckt fühlen, dass hier fast immer nur Texte...", murmelte der Bär und machte sich dabei gleichzeitig so klein, wie es einem mehr als zwei Meter großen Lebewesen nur möglich ist.
"Ja, und das Layout ist auch schon seit fast fünf Jahren unverändert!", piepste ein vorwitziger Spatz.
Er war neu im Wald und wußte noch nicht, wann der Punkt erreicht war, an dem man besser nichts mehr sagen sollte.
Das würde er aber jetzt gleich erfahren - es fragte sich nur, ob er selber noch in der Lage sein würde, aus seinem Fehler zu lernen, oder ob er nur noch als abschreckendes Beispiel für die anderen Tiere dienen könnte.
"Soso, unverändertes Layout seit fünf Jahren wird also Defizit empfunden", sagte das Häschen mit einer merkwürdigen Ruhe, während es sich dem Spatzen zuwandte. Der hatte erkannt, dass er zu weit gegangen war und wollte gerade etwas zur Entschärfung der Situation sagen, als ihn ein Sonnenstrahl blendete, der von den messerscharfen Schneidezähnen des Hasen reflektiert wurde.
Die anderen Tiere zogen sich leise ins Zwielicht des Unterholzes zurück...

Verlassen wir an dieser Stelle die Szenerie, die sehr unschön zu werden droht und stellen fest, dass praktisch keinerlei Parallelen zu diesem Blog, in dem Sie, liebe Leser, gerade sicherlich mit funkelnden Äuglein, ein Lächeln der Beigeisterung auf Ihren Zügen, lesen.
Hier werden doch sicherlich die wenigen Bilder keineswegs als Problem erkannt und die Tatsache, dass dieser Blog seit fast fünf Jahren praktisch gleich aussieht, eher als Zeichen der Ruhe und Konstanz und keineswegs als gähnende Langeweile gedeutet.

Oder haben Fie irgendwelfe Probleme damit? Dann können Fie ef mir gerne fagen!

Schönes Wochenende noch!

- Jefferson Airplane -

Mittwoch, März 17, 2010

I see you

Heute mal ganz monothematisch:
Man mag es ja kaum glauben, aber nur 3 Monate nach dem Kinostart hab ich es gestern tatsächlich geschafft, mir "Avatar" anzuschauen.
In 3D natürlich.
Und bin ein wenig gespalten.
Wenn man die Bilder weglässt, bleibt als Handlungsgerüst eine Mischung aus "Der mit dem Wolf tanzt" und "Der letzte Samurai".
Nichts also, was man nicht schon einmal gesehen hätte.
Gehört übrigens auch. Wenn das zentrale musikalische Thema ansetzt, denkt man automatisch "My heart will go on". Titanic? Hier, im Dschungel?
Ein Teil der Kreaturen (vermutlich die Walker) stammen noch von Stan Winston (oder zumindest aus seinem Studio - er selber wird zurzeit eher weniger die Möglichkeit haben, nochmal Hand anzulegen) und lassen einen unweigerlich an bestimmte Szenen aus Terminator denken.
Cameron hat sich also vielfältig inspirieren lassen. Oder, unfeiner ausgedrückt: Er hat ordentlich geklaut. Bei anderen, aber auch bei sich selbst. Was ja streng genommen dann schon kein Diebstahl mehr ist.
Eher Recycling.

Aber - oh! - die Bilder. Die sind tatsächlich sehr beeindruckend.
Die Landschaften sind fantastisch - das ist mal wirklich ein Planet, der zwar dem Auge mit Dschungel und Meer Vertrautes bietet, aber trotzdem fremdartig und wild wirkt.
Die Animationen der Charaktere (auch und gerade der Gesichter) sind so gut gelungen, dass man gar nicht mehr glauben mag, dass sie aus dem Computer stammen. Was aber recht wahrscheinlich ist, denn drei Meter große blaue und leicht katzenartige Wesen, die sich geschmeidig durch einen fantastischen Dschungel bewegen, sind im Moment nur so realisierbar.
Anders ist das im Filmplot - der spielt im Jahr 2154 und da ist man in der Lage, eben diese Wesen aus Alien-DNA zu erzeugen und sie dann über einen Menschen, dessen Gene ebenfalls in dem Klon stecken, steuern zu lassen. Diese Wesen sind "Avatare", sie können nur die Basisfunktionen des Lebens eigenständig ausführen und werden mittels komplizierter Technik von Menschen, deren Geist auf sie übertragen wird, ferngesteuert.
Und warum das Ganze? Die beteiligten Wissenschaftler (darunter Sigourney Weaver) sagen, um die fremde Kultur zu erforschen.
Militär und Großunternehmen sehen das etwas pragmatischer - sie wollen die Wesen ausspionieren und anschließend umsiedeln, da sich unter ihrem derzeitigen Wohnsitz ein gigantisches Vorkommen eines Metalls ("Unobtanium") befindet, das irrsinnig wertvoll ist. Was es kann, außer zu schweben, erfährt man zwar nicht so genau, aber nehmen wir das einfach mal so hin.
Jake Sully (Sam Worthington, der so langsam der Action-Darsteller im amerikanischen Kino wird), ein querschnittgelähmter Marine, steuert eines dieser gentechnisch erzeugten Wesen. Eigentlich hätte das sein Zwillingsbruder tun sollen, aber der ist dummerweise kurz vor Beginn des Einsatzes erschossen worden.
Da Jack und er genetisch praktisch identisch sind, stellt es aber kein Problem dar, dass Jack jetzt das Wesen übernimmt.
Am Anfang spielt er ein doppeltes Spiel, gewinnt das Vertrauen der Außerirdischen und berichtet gleichzeitig dem Militär über sie.
Je vertrauter er aber mit der Kultur der Wesen wird, desto mehr erkennt er, wie falsch es ist, die Natur einfach so auszubeuten, wie die Menschen es beabsichtigen (eine Erkenntnis, die natürlich nicht neu ist, aber zum ersten Mal in Gestalt eines solchen Blockbusters dem Kinopublikum aufs Auge gedrückt wird).
Zum Ende wendet er sich von den Menschen ab und kämpft auf der Seite der Außerirdischen für deren Überleben und deren Planeten.

Man sieht, das gab es alles schon mal, aber noch nie in dieser Opulenz und optischen Brillianz.
Was gleichzeitig auch ein Problem des Films werden wird - auf DVD, in 2D und auf einem vergleichsweise kleinen Bildschirm wird der Film es schwer haben. Dann wird man mehr auf die Handlung achten und das könnte dem Film Schwierigkeiten bereiten.
Ab 100 cm Bildschirmdiagonale (oder mit einem funktionierenden Beamer, gnihihi) könnte es schon eher funktionieren.
Wer sich aber für den Film interessiert und ihn noch nicht gesehen hat, sollte es aber auf jeden Fall tun, solange er noch im Kino läuft - da wirkt er einfach am Besten. Dass er da noch einige Zeit zu sehen ist, halte ich nicht für unwahrscheinlich, immerhin war auch gestern das Kino wieder rappelvoll.

Übrigens, noch eine Warnung: Menschen mit Gleichgewichtsstörungen sollten auf die 2D-Fassung ausweichen - die beiden Damen neben mir verließen gestern fluchtartig das Kino, weil ihnen übel wurde.

- Leona Lewis -

Samstag, März 13, 2010

A view to a kill

Gar kein schöner Anblick:

Erst recht kein schöner Ablick:

Schöner Anblick:


Schaun wir einfach mal, wie lange es diesmal hält.

- Duran Duran -

Donnerstag, März 04, 2010

Leave the light on

Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren, liebe Kinder!

Kennen Sie das?
Man hat rein beruflich gesehen schon eine Scheißwoche.
Und dann fläzt man sich des späten Abends auf das Sofa, zieht die Katze, auf die man sich gerade versehentlich gesetzt hat, unter sich heraus, startet Skype auf dem Laptop, den Beamer und Call of Duty auf der Xbox , erschießt ein paar Russen, plauscht ein wenig mit dem Herrn Womble dabei und auf einmal tut es einen lauten Knall und die Lampe vom Beamer ist durchgebrannt. Knapp 7 Monate nach der letzten.
Kostet ja auch fast nix, so eine Lampe.
Nur schlappe 250 Euro, wenn man sie billig bekommt.
Macht in einem Jahr dann etwa 500 Euro, wenn man weiter spielen möchte.
Kennen Sie das auch?
Kennen Sie nicht?
Schätzen Sie sich glücklich!

- Beth Hart -

Mittwoch, Februar 24, 2010

I'm sorry

Hach, Sprache ist doch was Feines.
Schauen wir uns doch mal einfach das folgende Beispiel an:
Da hat jemand was Schlimmes getan. Also nicht jetzt so Pillepallezeug wie besoffen autofahren.
Ne, was richtig doll Schlimmes. Sagen wir mal, sowas wie Kindesmissbrauch.
Nur so als Beispiel.
Und dann geht sein Chef, der es wußte - oder hätte wissen müssen - hin und erzählt mit vor Ergriffenheit über den eigenen Mut bebenden Stimme, dass er sich und seine Firma gleich mit entschuldigt.
Ist das nicht toll?
Er kann sich selber entschuldigen!
So ruckzuck weg die Schuld.
Finde ich klasse. Sowas sollte vielmehr Schule machen.
"Angeklagter, geben Sie zu, mit einem Schnellfeuergewehr 17 Menschen erschossen zu haben?
"Ja, und dafür möchte ich mich in aller Form entschuldigen!"
Und schon kann er als freier Mann den Gerichtssaal verlassen.
Hat sich ja schließlich entschuldigt.
Alles ist gut.
Die Sonne scheint wieder.
Die Vöglein zwitschern.
Und die einzige aus unserer Regierungskasperltruppe, die genügend Arsch in der Hose hatte, den hohen klerikalen Herren mitzuteilen, dass sie ja nicht gerade die Aktivsten seien, was die Aufklärung dieser widerlichen Geschichten angeht, muss sich auch noch anpflaumen lassen.
Ok, mit welchem Recht meckert sie auch?
Der Mann hat sich ja schließlich entschuldigt!
Da kann sie ihm doch jetzt nichts mehr vorwerfen.
Wär ja auch zu gemein.
Und die Übeltäter wurden ja auch schleunigst in die Dritte Welt entsorgt, weil, der Neger merkt das ja nicht so.

Nein, die katholische Kirche darf sich nicht selbst entschuldigen. Jedes einzelne Opfer hätte es verdient, dass jeder der Würdenträger bis zu seiner Majestät Papst Ratzinger persönlich vor ihm zu Kreuze kriecht und um Verzeihung bettelt.
Und ich könnte jedes einzelne Opfer verstehen, dass diese Verzeihung verwehrt.

Der Trick mit dem Entschuldigen funktioniert übrigens nur bei Katholen. Evangelen müssen zurücktreten.
Damit wir uns da nicht falsch verstehen - alkoholisiert Auto zu fahren finde ich zum Kotzen.
Das Auto ist potenziell eine Waffe und genauso wenig, wie ein Betrunkener ein Gewehr in die Hand gedrückt bekommt, sollte er Auto fahren.
Dass zufällig nichts passiert ist, kann als Ausrede nicht gelten.
Aber die Sau, die da in den letzten Tagen medial durchs Dorf getrieben wurde, war doch ein veritables Wildschwein im Vergleich zu dem eher moderaten Ferkel, das in Folge der unzähligen aufgedeckten Fälle von Kindesmissbrauch einmal verschämt aus dem Stall lugte.
Vielleicht sollte sich Frau Käßmann einen Wechsel ins katholische Lager überlegen.
Da hätte sich dann der Papst entschuldigt und alles wär wieder gut.
Na gut, sie hätte da allenfalls in der Kirchenküche beruflich was werden können (immerhin hat Paulus schon seinerzeit festgestellt, "die Weiber sollen in der Gemeinde schweigen, denn es kann ihnen nicht gestattet werden zu reden, sondern sie haben sich unterzuordnen..."), aber wenigstens hätte sie dann nach einem ordentlichen Schluck vom Messwein hinterher nicht den ganzen Bettel hinschmeißen müssen.

Gibt es denn gar nichts Schönes zu berichten?
Doch, ich war mal wieder im Kino.
"Heroes Night" ward gegeben. Heißt, ein Film läuft einen Tag früher. Manchmal Mist, dieses Mal "Shutter Island".
Ich mag Leonardo diCaprio nicht besonders.
Weder mit "Romeo und Julia" noch mit "Titanic" konnte er mein Herz erobern (was nicht zuletzt aber auch an der grausigen Musikuntermalung beider Filme liegt).
Dieser Film ist anders. DiCaprio spielt hier einen Polizisten im Amerika der 50er Jahre, der mit seinem Partner in eine auf einer Insel gelegene Nervenheilanstalt reist, um dort das Verschwinden einer Patientin aufzuklären.
Während er seiner Arbeit nachgeht, wird er mehr und mehr von Ereignissen heimgesucht, die ihn zuerst an der Lauterkeit des Klinikpersonals, dann allmählich aber auch an seinem eigenen Verstand zweifeln lassen.
Der Film ist eindringlich gespielt und spannend bis zum Ende - und Leonardo ist tatsächlich ein guter Schauspieler.
Wenn jetzt noch die Typen in den Reihen hinter einem, die wahlweise Idiotenwitze reißen oder alternativ lautstark über ihre Sexpraktiken diskutieren sowie ihre ebenso halt- wie hirnlos gackernden weiblichen Begleiterinnen Kinoverbot auf Lebenszeit bekämen, wäre der Genuß komplett.
Aber man kann ja nicht alles haben.
Trotzdem: Reingehen!

- Brenda Lee -

Dienstag, Februar 16, 2010

Hallelujah

Ich darf hier vielleicht einmal aus der heutigen Internetausgabe der "Augsburger Allgemeinen" zitieren (Hintergrund sind die seit kurzem bekannt gewordenen Fälle, in denen Priester Jugendliche missbraucht haben):

"Der Augsburger Bischof Walter Mixa hat sich im Interview mit unserer Zeitung von den Missbrauchsfällen tief berührt gezeigt. „Es gibt wenige Nachrichten, die mich so erschüttern und betroffen machen“, sagte er. Nahe gehe ihm, dass selbst Priester „in entsetzlicher Weise schuldig werden können“. Solche Täter versündigten sich an der Psyche ihrer Opfer und gegen die Kirche. Allerdings sei sexueller Missbrauch von Minderjährigen ein verbreitetes gesellschaftliches Übel, das auch in Familien, Schulen oder Sportvereinen auftrete.

Bischof Mixa betonte, an diesen „abscheulichen Verbrechen“ sei die „sogenannte sexuelle Revolution sicher nicht unschuldig“. „Wir haben in den letzten Jahrzehnten gerade in den Medien eine zunehmende Sexualisierung der Öffentlichkeit erlebt, die auch abnorme sexuelle Neigungen eher fördert als begrenzt“, sagte Mixa. „Besonders progressive Moralkritiker“ hätten sogar eine Legalisierung von sexuellen Kontakten zwischen Erwachsenen und Minderjährigen gefordert."

Muss ich dieses verlogene Verhalten noch kommentieren?
Sollte ich etwas zum Thema "Splitter im Auge des Nachbarn, Balken im eigenen Auge" sagen?
Ich glaube, nicht.

Nur soviel: In diesen Momenten weiß ich wieder einmal, dass mein Kirchenaustritt die richtige Entscheidung war.

- Leonard Cohen -

Samstag, Februar 13, 2010

Politics

Hartz IV ist anstrengungsloser Wohlstand?
Na, ich will es mal so sagen:
Ich habe dieses arrogante Arschloch nicht gewählt.
Und allen, die es getan haben und jetzt jammern, das hätte man doch nun wirklich nicht ahnen können, möchte ich nur eines empfehlen: Haltet doch einfach die Fresse!

- Korn -

Mittwoch, Februar 10, 2010

Winter

Bääh.
Draußen sieht es jetzt so aus.

Und so.

Und das schon seit über einem Monat.
Es ist so kalt und trüb, dass man gar nicht mehr vor die Tür möchte.
Warum sollte man auch, wenn man doch daheim die hat?

Die hat nämlich zu meiner großen Freude die Frau Lily für mich gefertigt.
Weil ich doch ob meiner kalten Füße gejammert habe und mehr noch ob der Tatsache, dass meine beiden Liebsten mit handgefertigten Socken verwöhnt wurden, nur ich nicht.
Und dass ich, selbst wenn man mich verwöhnen wollte, dies doch nicht geschehen lassen könne, da ich eine furchtbare Schurwollallergie habe und alles ganz übel zu jucken anfängt, wenn es mit Schafwolle in Kontakt gerät.
Und da hat sich die Frau Lily meiner erbarmt und rasch ein paar kleine Synthetics geschoren, um mir aus deren Fell Socken zu fertigen.
Mundgeklöppelt sind sie, soweit ich weiß.
Und passen wie eine Eins.
Wie man hier sehen kann.

Und wärmen die Füßchen dermaßen gut, dass man den Winter gar nicht mehr wegwünschen mag.
Also nochmal ein riesengroßes Dankeschön aus dem fernen Osten in den wilden Westen.

Was gibt es noch Erwähnenswertes?
Die Berliner S-Bahn fährt immer noch unregelmäßig, wer also nicht dringend nach Berlin muss, soll seinen Besuch auf wenigstens diesen Sommer verschieben.
Da ist es dann auch deutlich wärmer - schließlich hat ja auch nicht jeder so aparte Socken zur Hand wie ich, wenn es ihn an den Zehen friert.

Weiterhin habe ich im Rahmen einer wissenschaftlichen Versuchsreihe festgestellt, dass es deutlich einfacher ist, das Innenohr einer Katze mit hellem Fell per Kugelschreiber mit einem Smiley zu verzieren als das einer Katze mit dunklem Fell - bei der sieht man nämlich so schlecht etwas.
Besser geht es noch mit einem feinen CD-Marker, abzuraten ist hingegen von einem Druckbleistift.
Und ja, die Katze hat mich immer noch lieb, zumindest war sie heute morgen wieder sehr aufdringlich.

Ja, ich geb es zu, der anhaltende Winter lässt einen auf dumme Gedanken kommen. Ich würde mich ja gerne auch anderweitig beschäftigen, zum Beispiel ins Kino gehen, aber "Surrogates" läuft nur noch in der 23.00 Uhr-Spätvorstellung am Wochenende und von "Avatar" ist jede verdammte Vorstellung immer noch restlos ausverkauft. Vielleicht nächste Woche.
Apropos Kino.
War ich natürlich trotzdem.
Und zwar in "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen".
Sehr schöner Film, wieder einmal für Kinder genauso gut geeignet wie für Erwachsene - vorausgesetzt, die Erwachsenen waren in den 80ern Kinder oder zumindest Jugendliche und erkennen damit einen Atari-Joystick als solchen. Und die weiteren Anspielungen im Film auch als solche.
Die Handlung ist schlicht - der junge Flint, der auf einer den USA vorgelagerten Insel groß wird, sieht sich selber als begnadeten Erfinder. Leider sind seine Erfindungen eher wenig alltagstauglich; Rattenvögel und Fernseher, die, um bedient zu werden, zu ihrem Besitzer laufen können, sich dann aber aus dem Staub machen, sind nicht wirklich das, worauf die Welt gewartet hat.
Als gerade der wirtschaftliche Niedergang der Insel, die ihren Wohlstand aus dem Sardinenfang zog, bis jemand feststellte, wie eklig Sardinen eigentlich sind, besiegelt zu sein scheint, schlägt Flints große Stunde.
Er hat nämlich eine Maschine entwickelt, die aus Wasser jedes beliebige nahrungsmittel synthtisieren kann - eine neue Attraktion für die Insel, vor allem, weil er die Maschine versehentlich in den Himmel geschossen hat und das Essen jetzt herabregnet.
Welche Rolle in der Geschichte ein gefräßiger Bürgermeister, ein hyperaktiver Polizist, ein Vater, der immer in Fischereimetaphern redet und ein südamerikanischer Kameramann, der gleichzeitig auch Arzt, Pilot und Kernphysiker ist, spielen, sei an dieser Stelle nicht verraten - nur soviel: Es macht Spaß, diesen Film zu schauen und es herauszufinden.
Also, klare Empfehlung.
3D ist dabei eine nette Dreingabe, nicht zwingend erforderlich, aber dank einiger gut eingesetzter Effekte den Aufpreis wert.

So, kurzer Blick auf meine Liste. Ich wär dann durch für heute.
Noch Fragen irgendwer? Dann bitte ab damit in die Kommentare.

- Tori Amos -