Freitag, Januar 22, 2010

Bread And Butter

Falls es jemand noch nicht mitbekommen haben sollte (und das ist gut möglich, denn Berlin ist, anders als so mancher Berliner glauben mag, tatsächlich nicht der Nabel der Welt): Hier in Berlin findet gerade wieder einmal eine Modemesse unter dem schönen Titel "Bread and Butter" im Rahmen der Berlin Fashion Week statt.
Der Name soll wohl symbolisieren, dass hier, anders als bei den Haute-Couture-Schauen anderswo nur Essentielles gezeigt wird, also dass, was man notwendigerweise so braucht, um überhaupt durchs Leben zu kommen.
Kann man natürlich drüber streiten, ob das so ist. Genauso, wie die Models, die jetzt überall großformatig zur Bewerbung des Events plakatiert werden, mehr wie heroinabhängigen Stricherinnen aussehen und mich, wäre ich denn eine Frau, wohl vom Kauf der beworbenen Mode eher abhalten als dazu begeistern könnten.
Aber vielleicht muss das so sein und ich bin einfach nur hoffnungslos altmodisch.
Kann ja sein.
Was aber meiner Meinung nach gar nicht geht, ist das, was da so im Umfeld passiert.
Zum Beispiel, dass ein Mahnmal für deportierte Juden mit Werbeaufklebern eines Unternehmens bepflastert wird, dass entweder die Veranstaltungen sponsort oder wenigstens von deren Dunstkreis profitieren will (ach, was solls, nennen wir es ruhig beim Namen: Es ist die Mineralwasserfirma Vöslauer, deren Werbeaufkleber in Form von Wasserflaschen mit dem Aufdruck "Prêt-à-Porter" großzügig auf die Spiegel am Hausvogteiplatz geklebt wurden)
Oder zum Beispiel, dass der Platz, an dem seinerzeit die Bücherverbrennung stattfand, jetzt für Modenschauen genutzt wird.
Und dass die Stadt Berlin gar nicht so recht verstehen kann, warum das manch einem sauer aufstößt.
Und erst dann darüber nachdenkt, dass es vielleicht für so etwas sicher geeignetere Plätze in Berlin geben könnte.
Zum Beispiel am Platz vor dem Roten Rathaus - dann hätte Herr Wowereit den von ihm immer gern gesuchten Glamour gleich vor der Haustüre.

Ach, ich könnte mich schon wieder stundenlang aufregen. Was ich natürlich nicht tue, weil es schlecht für den Blutdruck ist. Also schließe ich für heute lieber mit etwas Erfreulichem:
Mit ein wenig Glück kommt heute ein Schlagzeuger zur Probe. Das wäre der Anfang zu Komplettierung der Band, nachdem wir im letzten Jahr weder einen festen Trommler noch einen festen Basser hatten.
Übrigens: Wenn hier jemand mitliest, der
- aus Berlin kommt
- Bass spielt
- nicht gerade erst Anfang 20 ist und
- Lust auf - wie ich finde - gute Musik hat:

Bitte melden! Infos und Musik zum Reinhören gibt es rechts unter "Gehirnkäppchen".

Die Firma dankt.

- The Newbeats -

Montag, Januar 11, 2010

Play The Game

Es gibt da jemandem, mit dem teile ich eine Leidenschaft, nämlich das Spielen von Computer- und Videospielen.
Dieser Jemand ist der Herr Womble. Nun teile ich die Leidenschaft für das elektronische Spiel vermutlich noch mit einem Haufen anderer Leute, aber der Herr Womble vereinigt gleich mehrere Vorzüge auf sich:
Zunächst einmal kenne ich ihn auch in echt, sprich, im wirklichen Leben (RL, wie wir Virzualitätsvirtuosen sagen) und weiß, dass er ein ausgesprochen sympathischer Zeitgenosse ist, zum Anderen eint uns neben der Zuneigung zum Videospiel auch der Besitz des gleichen Videospielsystems, nämlich einer XBox360.
Und zu guter Letzt sind wir beide der Ansicht, dass das, was die meisten Computer- und Videospielmagazine, aber auch ein großer Teil der einschlägigen Websites derzeit produziert, nicht das ist, was wir wirklich lesen wollen.
Deshalb hat der Herr Womble nach zahllosen gemeinsamen, aber fruchtlosen Gedankenspielen ("müsste man mal selber", "was die können...", "boah, ist das wieder mal doof") die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und einen neuen Blog mit dem schönen Titel "Der will nur spielen!" ins Leben gerufen und mich freundlicherweise gebeten, doch hin und wieder einmal einen Beitrag dazu zu liefern.
Ob das Ergebnis besser, spannender oder lesenswerter als das ist, was man bei den üblichen Verdächtigen findet, mag der Leser selber entscheiden.
Ob das Projekt hinreichend langlebig ist, hängt von unserer Schreiblust und natürlich von der Resonanz auf das Geschriebene ab.
Auf jeden Fall ist es Eines: Vollkommen subjektiv. Wir werden uns gar nicht bemühen, irgendwelche pseudoobjektiven und scheinbar messbaren Kriterien heranzuziehen, wenn wir über Spiele schreiben.
Entweder machen sie uns Spaß, oder sie tun das nicht. Punkt.

Wer hin und wieder selber nachlesen will, was uns denn aktuell gerade Spaß macht, was uns ärgert und warum das so ist, kann das dann gerne hier tun.
Wir freuen uns auf rege Kommentare.

- Queen -

Samstag, Januar 09, 2010

Winter Wonderland

+++ Die angesichts des erneuten Wintereinbruchs vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ausgesprochene Empfehlung zu Hamsterkäufen hat deutschlandweit zu einer signifikanten Knappheit der possierlichen Nager geführt. Meerschweinchen, Rennmäuse und Goldfische seien aber noch in ausreichenden Stückzahlen vorrätig, verlautete der Bundesverband der Zootierfachhändler in seiner heutigen Presseerklärung +++

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"Du bist Deutschland!"

Und deshalb suchst Du jetzt auch wieder auf RTL den Superstar.
Wobei diese Suche natürlich nichts anderes ist als eine Aneinanderreihung von Menschen, die sich teils wissent- und willentlich zum Klops machen, weil sie jeder Eigenkritik abhold sind, teilweise aber auch vorgeführt werden, weil sie tatsächlich von so schlichtem Gemüt sind, dass sie es nicht besser wissen und können. Zumindest sind aber offensichtlich alle bereit und willens, sich für mögliche fünf Minuten Bekanntheit (von Ruhm will ich hier gar nicht sprechen) so gnadenlos über den Tisch ziehen zu lassen, dass des guten Doktor Faustus' Seelenverkauf der reinste Osterspaziergang dagegen ist.
Das haben natürlich auch die anderen Sender spitz gekriegt und sich gleich mit auf den Castingzug gesetzt.
Es werden Musikgruppen, Duos, Einzelknallchargen und Hundedresseure gecastet, dass es eine wahre Freude ist.
Jetzt steigt auch VOX, die sich ja einmal als "Öffentlich-Rechtliche unter den Privaten" bezeichnet haben, in das Geschäft mit den modernen Musiksklaven ein und legt eine eigene Show namens "X Factor" auf (ich weiß, die gibt es in anderen Ländern schon lange. Und jetzt halt auch hier. Scheint ja noch genug Bedarf zu geben).

Ich weiß ja nicht, wie das in anderen Shows anderer Sender aussieht (ich vermute allerding, ganz genau so), aber hier bin ich dank eines Hinweises des Blogs Medienpiraten auf die Castingvereinbarung für diese Show gestoßen. Und was da drin steht, ist so erschreckend, dass man eigentlich kaum glauben mag, dass irgend jemand, der auch nur über einen winzigen Funken Verstand verfügt, so etwas unterschreiben würde.
Offensichtlich tun das aber in Wahrheit Tausende.

Und das ist der Punkt, an dem ich mich frage, ob ein Land, dessen Bürger so bereitwillig ihre Rechte hergeben, vielleicht auch nichts Besseres verdient hat als vollständige Telefon- und Internetüberwachung, Kameras auf allen öffentlichen Plätzen und Nacktscanner auf den Flughäfen.

- Ozzy Osbourne -

Donnerstag, Januar 07, 2010

Let's Talk About Sex

"Den Islam werde ich erst in die engere Wahl ziehen, wenn mir ein Mullah glaubwürdig erklärt hat, wie sich das mit einem eventuellen Märtyrertod meinerseits verhalten würde: Wäre bei den 72 Jungfrauen auch gleich die Lösung meines Potenzproblems dabei? Und dann hätte ich noch eine Frage: Was passiert eigentlich, wenn eine Jungfrau den Märtyrertod stirbt? Was bekommt die dann im Himmel? 72 Tanzstunden? Denn 72 notgeile Knaben kann man so einer Jungfrau ja wohl kaum als >>Paradies<< verkaufen, oder?"

Diese wunderbaren Zeilen stammen aus dem neuesten Buch meines erklärten Lieblingsautors Simon Borowiak mit dem reizenden Titel "Schade um den schönen Sex", das mir meine Liebste zu Weihnachten dankenswerterweise auf den Gabentisch respektive unter den Baum legte.
Hiermit erteile ich folgende Weisung: Kaufen! Lesen! Freuen!
Und möglichst auch die anderen Werke des Autors. Reichtum und Berühmtheit seien ihm mehr als vergönnt.

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Kaum ist hier in Berlin etwas Winter ausgebrochen, sieht man sie wieder Mützpudel in aller Herren Formen und Farben. Gräßlich! Da kann ich nur empfehlen, bei der Frau Lily einmal nachzuschauen, wie geschmackvolles Strickwerk auszusehen hat.

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Weiterhin ist für Berlin an diesem Wochenende 40 cm Neuschnee angekündigt. Ich werde heute noch einmal unsere Vorräte abchecken, falls wir von der Aussenwelt abgeschnitten werden sollten.
Sollten die ausgehen, müsste man im schlimmsten Fall müsste eben Schnee schmelzen. Und wir haben ja auch noch zwei Katzen. Das gibt uns zwei zusätzliche Tage.

Wenn wir auf ihr Katzenfutter zurückgriffen, meine ich natürlich.

Ansonsten eine frohe Restwoche!

- SALT 'N' PEPA -

Dienstag, Januar 05, 2010

Frosty the snowman

Nein, es ist nicht schön, wenn der elektrische Fensterheber auf der Beifahrerseite defekt ist. Vor allem dann, wenn der Defekt eintritt, nachdem man das Fenster halb heruntergefahren hat.
Nur zur Erinnerung: Hier in Berlin hat es zurzeit minus 6 Grad.
Immerhin hab ich jetzt einen Werkstatttermin. Nach einigem Diskutieren auch nicht den kurz vor Feierabend, sondern schon um viertel vor vier - die Chancen stehen damit zumindest nicht ganz schlecht, dass das heute noch was wird mit der Reparatur.

So lob ich mir doch den Jahresanfang.

- Gene Autry -