Dienstag, Dezember 07, 2010

Countdown to insanity

Noch 10 Tage.
Dann ist Hausübergabe.
Der ganze Wahnsinn einschließlich des Verhandelns mit Banken über die Hausfinanzierung ("Nein, wir haben nicht rein zufällig soviel Bargeld herumliegen, dass wir Ihren Kredit nur deshalb in Anspruch nehmen wollen, weil wir Sie als Finanzdienstleister so sypathisch finden!"), des Ärgerns über die kreativen Geldbeschaffungsmaßnahmen der Stadt Berlin ("Hiermit bescheinigt die Stadt Berlin, dass sie nicht von Ihrem Vorkaufsrecht für das Haus in der xy-Straße gebrauch macht. Bitte überweisen Sie die Gebühr von 100 Euro für diese Bescheinigung umgehend auf das Konto der Justizkasse Berlin."), des Herumstreitens mit Notaren ("Es ist mir scheißegal, ob Sie der Ansicht sind, dass diese Bescheinigung nicht erforderlich ist! Sie schreiben sie jetzt einfach, schicken uns Ihre übliche überhöhte Rechnung und wir bezahlen!"), Wohnungsbaugesellschaften ("Ihre Wohnung ist bei Auszug vollständig zu renovieren. Die Tatsache, dass Sie selber sie unrenoviert und in vernachlässigtem Zustand übernommen haben, tut hier nichts zur Sache!"), Multipolster ("Iiiich soll Ihnen zugesichert haben, dass Sie Ihre neue Couch noch vor Weihnachten bekommen? Wie käme ich denn dazu? Hinfort, Sie übler Lügner!"), der deutschen Telekom ("Ne, Sie haben gar keinen Antrag auf Entertain Comfort gestellt! Sonst würde ich das nämlich hier sehen können" "Doch, habe ich! Ich hab sogar schon die Gutschrift von 120 Euro auf dem Konto!""Das KANN gar nicht sein, sonst würden Sie ja im System stehen!") und der Diskussionen mit diversen anderen Kleinanbietern neigt sich dem Ende zu.
Wir haben noch keinen Briefkasten, die versprochene Mülltonne fehlt auch noch, die Wasserhähne im Keller sind, sagen wir es mal so, recht kreativ installiert und das Treppengeländer ist im Moment mit Teppichklebeband fixiert, aber wir sind verhalten optimistisch, dass sich alles zu gegebener Zeit in Wohlgefallen auflösen wird. So in etwa wenigstens.
Das Haus sieht aber im Großen und Ganzen doch mittlerweile so aus, wie wir uns das vorgestellt und gewünscht haben - diese Woche sind auch die noch fehlenden Zimmertüren eingebaut worden, die Heizung funktioniert, das Wasser läuft und die Überweisung des Kaufbetrages ist angeordnet.

Spätestens ab dem 15.12. wird erst einmal für einige Zeit hier im Blog Schweigen herrschen - da sind wir dann mit anderen Dingen beschäftigt wie Umzugskisten packen, Kartons ausräumen und Sachen suchen, aber zu Weihnachten wollen wir in einem halbwegs wohlichen Zuhause feiern.

Wahrscheinlich kann immer noch viel mehr schiefgehen, als wir das im Moment vermuten würden.
Aber es wird schon alles gut gehen. Es muss einfach. Drückt uns die Daumen.

- H-Blockx -

Samstag, Dezember 04, 2010

Early Winter

Warum

- gibt es in keinem einzigen blöden Baumarkt mehr Schneeschieber?
Ich mein, die waren doch im letzten Jahr schon überall ausverkauft, da sollte man doch meinen, dass Deutschland mit den Dingern eigentlich aus dem letzten Winter noch in ausreichender Zahl versorgt sein sollte. Oder haben alle nach dem letzten Schnee ihr Exemplar weggeworfen, weil sie der festen Überzeugung waren, es aufgrund der anstehenden Erderwärmung niemals mehr benutzen zu müssen?

- beginnen die Straßenbautrupps in Berlin ausgerechnet einen Tag vor den lange angekündigten starken Schneefällen damit, die Straßenschäden des letzten Winters zu beseitigen?
Jetzt haben sie erst einmal sicherheitshalber Löcher in die Straße gefräst, die dank des unmittelbar darauf einsetzenden Schneefalls bir vermutlich Ende März nicht mehr geschlossen werden können. Immerhin lohnt sich dann die Reparatur der Straße so richtig, weil dann aus den Löchern in der Asphaltdecke vermutlich metertiefe Krater geworden sind.

- müssen Rentner ihre Wocheneinkäufe ausgerechnet samstags erledigen?
Die feinen Herrschafte haben die ganze Woche Zeit, in der Regel von acht Uhr morgens bis 20 Uhr abends.
Wann aber dackeln sie, mit verwirrter Miene und unschlüssig all die exotischen Früchte bestaunend, durch den Supermarkt? Samstags!
Hätte es heute einen großen Schlag getan und alle Rentner hätten sich in Luft aufgelöst, wäre es vermutlich ein irrsinnig entspannter Einkauf gewesen. Aber so?

Immerhin habe ich da heute Toy Story 3 für 7,99 Eur erstanden (eigentlich waren es 12,99, aber es gab eine 5-Euro-Gutschrift beim Kauf). Jetzt quengelt das Töchterlein die ganze Zeit, weil es den Film schauen will. Vermutlich werde ich gleich nachgeben.
Ich freu mich schon drauf.

- Gwen Stefani -

Mittwoch, Dezember 01, 2010

Moskau

Und jetzt alle! (zu singen nach der hübschen Melodie des Liedes "Moskau" des Vokalensembles "Dschingis Khan"):

"Höffner, Höffner,
ja, das ist ein Scheißverein,
Preise groß und Service klein,
hahahahaha! Hey!"

Wenn man einen Umzug plant, kann es ja gelegentlich vorkommen, dass man die alten Möbel nicht mehr oder zumindest nicht in der bisherigen Zusammenstellung weiternutzen kann.
So geht es uns gerade mit unserer Küche - die haben wir vor fünf Jahren für teuer Geld im höffnerschen Möbelparadies maßschneidern lassen und sprachen deswegen dort vor, um sie an die neuen Räumlichkeiten anpassen zu lassen.
Und da saß tatsächlich ER!
Hape Kerkeling!
Der für Höffner so lustige Werbespots macht.
Bestimmt nur, weil er die so toll findet und garantiert nicht, weil sie ihm dafür unanständig viel Geld bezahlen, weswegen sie, um die Kosten wieder rauszuholen, ihr Sortiment mit satten Preisaufschlägen versehen.
Bestimmt nicht.
Wie gesagt, da saß tatsächlich Hape.
Natürlich schon verkleidet, nämlich als schmierlappiger Reporter eines rheinischen Lokalblättchens, der für einen Tag das Küchenstudio betreut.
Das war absolut perfekt! Sogar die fettigen Haare wirkten total echt.
Vom kotzbrockigen Verhalten will ich ja gar nicht anfangen.
Wie echt, wirklich.
Horst Schlämmer warf also einen abschätzigen Blick auf die von uns mitgebrachten Küchenunterlagen (der wohlgemerkt bei Höffner für seinerzeit gut 6.000 Euro gekauften Küche), schnaubte kurz durch seinen speckigen Walroßbart und raunzte dann:"Gibt es nicht mehr!"
Wir wiesen darauf hin, dass wir die Küche umplanen lassen wollten und nicht noch einmal kaufen, woraufhin er erwiderte:"Arbeitsplatte gibts auch nicht mehr. Und überhaupt, so eine Küche zieht man doch nicht mit um!"
Wir blieben mehr oder weniger höflich - was wir rückblickend bedauern - sammelten die Unterlagen wieder ein und verließen diese Oase des Kundendienstes und der Freundlichkeit.
Unsere Küche lassen wir jetzt von einem kleinen Handwerksbetrieb umbauen, der nicht nur exakt die gleiche Arbeitsplatte, wie wir sie im Moment haben, besorgen wird ("anderer Hersteller, gleiche Optik"), sondern auch nach langem Tüfteln eine prima Lösung für unseren Küchenumbau gefunden hat und darüber hinaus vermutlich nicht mal halb so teuer ist, wie es das sympathische Möbelhaus von nebenan wäre.

Dafür sitzen wir jetzt jedesmal kopfschüttelnd auf dem Sofa, wenn Herr Kerkeling mal wieder fröhlich Höffner als "unser Möbelhaus" anpreist, lachen still in uns hinein und singen statt Hapes Text

"Höffner, Höffner,
ja, das ist ein Scheißverein,
Preise groß und Service klein,
hahahahaha! Hey!"

Und jetzt alle!

- Dschingis Khan -