Donnerstag, Januar 27, 2011

Telephone

Wir.
Haben.
Einen.
Funktionierenden.
Telefonanschluss.

Sonst aber nichts.
Internet müsse ich erst beantragen, meinte der mufflige Mitarbeiter, der nichts anderes gemacht hat, als im Keller ein Messgerät an die Telefonbuchse zu stöpseln und darauf einmal mit seinem Handy anzurufen - den Besuch hätte er sich schenken können, zumal er sich auch als einziger der gestern noch einmal zahlreich anwesenden Handwerker weigerte, seine Schuhe auszuziehen und mit nassen dreckigen Schuhen durch die Wohnung stapfte. Aus Gründen der Sicherheit, wie er erklärte.
Ich hasse diese Arschlochbande! Mit Sicherheit.
Klar, eben diesen Antrag hab ich ja erst am 9. Oktober letzten Jahres gestellt, so schnell kann das ja auch gar nicht gehen.
Ich glaube, ich knicke mir diesen VDSL-Scheiß und such mir einen anderen Anbieter. Einen schlechteren Service als den der Telekom wird wohl sonst auch keiner bieten.

Ich werd heute das 3DO anstöpseln und Road Rash spielen. Und dann stell ich mir vor, dass jeder Typ, den ich vom Motorrad trete, ein Telekommitarbeiter ist. Das wird ein Spaß!

- Lady Gaga -

Nachtrag:
Ich schieb nochmal zur Erbauung den Mailverkehr mit der Telekom in Auszügen hinterher:

Ich:
Sehr geehrte Damen und Herren,

kann ich noch mit einer Antwort auf meine mittlerweile 14
Tage zurück liegende Anfrage rechnen oder beabsichtigen
Sie, die Angelegenheit auszusitzen?

Telekom:
Sehr geehrter Herr ...,

vielen Dank für Ihre E-Mail.

Bitte entschuldigen Sie, dass Sie bislang noch keine
Mitteilung oder einen Anruf erhalten haben. Leider ist es
uns in Ihrem persönlichen Fall nicht gelungen, Ihnen den
Service zu bieten, den Sie als Kunde erwarten können.
Es tut uns leid, dass Sie Anlass zur Beschwerde haben.
Die Grundgebühr für den Monat Januar 2011 müssen Sie
natürlich nicht bezahlen .
Wir bitten Sie sich bei uns zu melden wenn der Anschluß
richtig läuft damit wir die Gutschrift über die
Grundgebühr erstatten können.
Gerne können Sie sich auch an die kostenfreie Rufnummer
0800 330 1000 der Telekom wenden.
Wir geben Ihnen völlig Recht - das hätte nicht passieren
dürfen.
Solche Fehler zeigen uns, wo wir noch etwas verbessern
können. Vielen Dank, dass Sie uns auf dieses Versehen
hingewiesen haben.

Mit freundlichen Grüßen

Kundenservice

Ich:
Sehr geehrte Damen und Herren,

es freut mich, dass Sie das Verbesserungspotential erkennen.
Bedauerlich nur, dass es offensichtlich erst einer erbosten
Kundenreaktion bedarf, ehe Ihrerseits eine solche Reaktion
erfolgt.
Aber ich kann Sie beruhigen, Sie werden sich nicht mehr
allzu lange mit uns als Kunden herumärgern müssen, da wir
baldmöglichst zu einem anderen Anbieter wechseln werden.

Vielleicht noch ein Hinweis zum Verbesserungspotential:
Wenn sich schon Ihre Techniker mit der Begründung, aus
Sicherheits- und hygienischen Gründen sei ihnen ein
ausziehen der Schuhe bei Betreten des Hauses nicht möglich,
weigern, meiner Bitte nachzukommen und stattdessen mit
verdreckten und nassen Schuhen durch unser Haus gehen, wäre
vielleicht die Anschaffung von Schuhüberziehern für wenige
Cent eine Überlegung wert. Andere, weitaus kleinere
Unternehmen scheinen dazu durchaus in der Lage zu sein.

Mit freundlichen Grüßen

Telekom:
Sehr geehrter Herr ...,

vielen Dank für Ihre E-Mail.

Mit Ihrem Hinweis geben Sie uns die Chance, unseren Service
weiter zu verbessern. Denn Ihre Zufriedenheit steht für uns
an erster Stelle.

Bitte kommen Sie auch in Zukunft auf uns zu, wenn Sie
Fragen, Anregungen oder auch Kritik haben. Unsere
Kundenberater nehmen sich gern Zeit für Sie.

Mit freundlichen Grüßen

Kundenservice

Heute ist Resident Evil an der Reihe.
Die Transferleistung, sich vorzustellen, dass es sich bei den hirnlosen, sabbernden und stöhnenden Zombies, die auf mich zuschlurfen, um Telekommitarbeiter handelt, ist nicht allzu hoch.

Dienstag, Januar 18, 2011

What's Another Year

26.01.
Na, habt Ihr auch so eine Gänsehaut wie ich?
Nicht?
Na gut, dann noch einmal. Vielleicht bei gedimmtem Licht, mit dem Hauptthema von "Tubular Bells" in angemessener Lautstärke und vorgetragen von jemandem, dessen Stimme der Originalstimme von Vincent Price sehr nahe kommt.
26.01.
Immer noch nicht?
Bei mir schon.
Aber für uns ist das ja auch das Datum, an dem wir wieder einen Telefonanschluss haben.
Werden.
Sollen.
Schreibt uns zumindest die Telekom, wobei sie uns sowas ja schon öfter geschrieben hat.
Immer mit einem anderen Datum.
Jetzt ist der Termin aber in echt der richtige.
Nächsten Mittwoch schon. Hach, ich bin ja so aufgeregt.
Kaum 3 1/2 Monate nach Beantragung und nach weniger als 20 Telefonaten mit der Hotline klappt das schon alles. Da schätzt man sich doch glücklich, dass man hier in einer Industrienation lebt und nicht in so einem Dritte-Welt-Land wie beispielsweise Kasachstan. Obwohl das da mit dem Telefon 3 Tage gedauert hat. Aber wir sind ja hier auch nicht in Kasachstan.
Erklärte mir zumindest der nette Herr im Telekom Service-Point.
Achso, nein, Internet hamwa dann natürlich noch nicht. Nur Telefon.
Weil, Internet geht ja nicht, wo wir doch die alte Telefonnummer mitnehmen wollten. Die muss ja erstmal auf die neue Telefonnummer geschaltet werden. Und dadrauf dann das Internet. Aber erst, wenn der alte Anschluss gekündigt ist. Was wir zwar schon am 09. Oktober des letzten Jahres genmacht haben, und zwar zum 17. Dezember, was uns aber erst gestern schriftlich bestätigt wurde.
Nachdem wir des Ärgers mit der 1&1 wegen hin zur "Es war schon immer ein bisschen teurer, einen besonderen Geschmack zu haben"-Telekom gewechselt sind, schaffen es die Herrschaften dort scheinbar mühelos, die Konkurrenz in Sachen Lahmarschigkeit und Inkompetenz zu überbieten.
Ich mein, eine kostenlose Hotline ist zwar gut und schön, was aber, wenn man mir dort auch nicht weiterhilft, weil niemand in der Lage ist, diesen verkorksten Vorgang in Gänze einmal im System zu finden und die regelmäßig zugesagten Rückrufe nicht einziges Mal erfolgt sind?
Allerdings regen sich bei uns auch langsam Zweifel - liegt es vielleicht gar an uns, dass es immer wieder Probleme mit der Telekommunikation und deren Anbietern gibt?
Sind wir gar - verflucht? Sticht irgendwo ein hämisch grinsendes Männlein wieder und wieder Nadeln in eine DSL-Router-Puppe, auf der ein Bild unserer Familie aufgeklebt ist?
Ich weiß es nicht. Und will es auch gar nicht so genau wissen.
Dafür weiß ich, dass wir am 26.01. endlich wieder telefonisch erreichbar sein werden.
Sollen.
Eventuell.
Hoffentlich.

- Johnny Logan -

Donnerstag, Januar 13, 2011

Sing A Song

Also ICH war damals echt entsetzt, als ich erfuhr, dass Walter Scheel gar nicht der Erfinder des Liedes "Hoch auf dem gelben Wagen" ist.
Immerhin weiß ich noch ganz genau (oder glaube, ganz genau zu wissen - so genau weiß man das natürlich in meinem fortgeschrittenen Alter nicht mehr), wie er bei Wim Thoelke - und hier setzt es schon aus. War das schon "Der große Preis" oder war das noch "Drei mal Neun"?
Wikipedia ist hier eine unschätzbare Hilfe - es war tatsächlich noch in "Drei mal Neun". Nebenbei erfährt man da ja noch eine Menge weitere nutzloses Zeug sehr interessante Dinge. Ich hätte zum Beispiel nicht mehr gewusst, dass Helmut Schmidt in der Sendung Gershwin-Melodien auf der Hammond-Orgel spielte.
Was ich beinahe erstaunlicher finde, ist aber, dass das überhaupt noch jemand weiß und das auch noch in Wikipedia aufschreibt. Oder dass Wolfgang Mischnick in der ersten Sendung gemeinsam mit Richard Stücklen und Jockel Fuchs gesungen hat.
Bei Wolfgang Mischnick weiß ich nur "fette schwarze Brille". Mehr nicht.
Wikipedia dagegen spuckt mir gleich zwei Bildschirmseiten voll mit Informationen zu Herrn Mischnick aus. Und dabei hab ich noch auf keinen der Hyperlinks geklickt. Über die könnte ich dann auch noch Informationen zum zweiten Weltkrieg, Frankfurt am Main oder die Stiftung Deutsche Sporthilfe bekommen. Wenn ich es denn überhaupt wollte. Will ich aber nicht.
Wobei es schon interessant ist, zu erfahren, dass sie 1967 gegründet wurde und für Leistung, aber gegen Leistungsmanipulation steht und ihre Aufgabe darin sieht, für die Integrität des Sports zu kämpfen und seine Bedeutung für ein friedliches und soziales Zusammenleben in unserer Gesellschaft hervorzuheben.
Hmm. Ahja.
Zu 15 Prozent wird sie übrigens aus den Erlösen von Briefmarkenserien finanziert, also mehrere von einer Postverwaltung verausgabte Postwertzeichen, die sich auf ein Thema beziehen.
Hihi, Postwertzeichen. Klingt so hübsch altmodisch. Wobei der Begriff wohl tatsächlich erst im letzten Jahrhundert als offizielle Bezeichnung Verwendung fand. Erstaunlich. Also doch quasi erst bei der Deutschen Bundespost, dem Nachfolger der Reichspost. Nicht unspannend, die Geschichte der Post. Immerhin handelt es sich ja beim Postwesen um die Gesamtheit der Beförderung und Verteilung schriftlicher Nachrichten, wie es sich in den letzten 500 Jahren herausgebildet hat.
Schon wenn man sieht, auf wieviele Möglichkeiten Post befördert werden kann - zu Fuß, per Bahnpost, Luftpost, Ballonpost, Kraftpost, Schiffspost, Rohrpost und natürlich auch per Postkutsche.
In denen wurden natürlich nicht nur Briefe und Päckchen transportiert, sondern auch menschliche Fahrgäste. Und wenn man ganz lieb war, durfte man sogar vorne beim Postillon mitfahren, der gelegentlich auch als Schwager bezeichnet wird - was aber keinerlei Rückschlüsse über irgendwelche verwandtschaftlichen Beziehungen zulässt, sondern lediglich ist eine Verballhornung des französischen Wortes chevalier (Reiter) ist.
Gut zu wissen. Und schön, dass Walter Scheel da seinerzeit ein hübsches Lied zu geschrieben hat.
Ach nein, er hat es ja nur gesungen, geschrieben hat es ja in den 1870er Jahren Rudolf Baumbach, wobei erst 1922 von dem Berliner Apotheker Heinz Höhne die passende Melodie komponiert wurde.

Schön, das jetzt zu wissen. Hätte ich das auch alles erfahren, hätte ich statt in Wikipedia in mein immerhin schon 25 Jahre altes Meyersches Lexikon (8 Bände plus Ergänzungsband, 500 Mark damals!) geschaut? Ich glaube nicht. Wäre es schädlich für meine weitere Entwicklung, würde ich all diese Informationen jetzt nicht besitzen?
Ich weiß es nicht.
Aber ich weiß noch, dass ich damals echt entsetzt war, als ich erfuhr, dass Walter Scheel gar nicht der Erfinder des Liedes "Hoch auf dem gelben Wagen" ist.
Hat mein Vertrauen in die Politik (und insbesondere die FDP) irgendwie nachhaltig beschädigt.
Mal schauen, was Wikipedia mir zum Thema Politik so alles sagen kann.
Ich bin gespannt. Man sieht sich.

- Earth, Wind & Fire -

Donnerstag, Januar 06, 2011

Hurra, wir leben noch

Tatsächlich, das tun wir. Und zwar im neuen (und eigenen) Haus. Der Umzug ist überstanden und bis auf die Kellerräume ist es hier wohnlich, gemütlich, schön warm und einfach nur hach!
Und die 24 Restkartons im Keller schaffen wir auch noch - wo wir doch gute 130 schon ausgepackt haben.
Die Möbelpacker selber haben nur wenige Macken in die Wände gehauen, die Couch kam rechtzeitig und wir haben sogar noch vor Weihnachten einen neuen Wohnzimmerteppich gefunden. Bei Höffner, ich trau es mich ja kaum, das nach meinem Post neulich hinzuschreiben.
Einzig die Telekom hat so ziemlich alles, was geht, mächtig versaubeutelt. Wir hatten zwar bis zu unserem Auszug aus der alten Wohnung jeden Tag ein bis zwei Briefe von den Herrschaften bekommen, aber da in jedem etwas stand, was dem vorhergehenden widersprach, wusste am Ende dort niemand mehr, was denn jetzt eigentlich los ist. Und deswegen haben wir auch 3 Monate nach der Antragstellung Anfang Oktober weder telefon noch Internet. Dafür hatte ich eine Menge Telefonate mit einer ebensolchen Menge inkompetenter Hotlinemitarbeiter - was mich zugegebenermaßen schon etwas überrascht, dachte ich doch, 1+1 sei nicht zu toppen. Schafft die Telekom aber locker.
So, genug des Gejammeres; auch wenn das fehlende Internet zuhause (ich poste gerade von der Arbeit aus) etwas lästig ist - man kann prima damit leben und hat sogar noch etwas mehr Zeit um mal wieder ein Buch zu lesen. Das hat ja auch sein Gutes.
Außerdem ist das tatsächlich nur ein kleiner Wermutstropfen im Verhältnis zu all dem Positiven, das der Umzug mit sich gebracht hat.
Und deswegen will ich den ersten Post in diesem Jahr auch damit schließen, Euch allen (ist hier überhaupt noch jemand? Nach fast einem Monat Schweigen würde es mich nicht wundern, wenn hier nur noch das Pfeifen des Windes und nicht mehr das fröhliche Getrappel kleiner Blogleserfüße zu hören wäre) ein gutes neues Jahr mit wenig Ärger, aber viel Freude zu wünschen.

- Milva -