Dienstag, April 26, 2011

Sunset Grill

Herrschaften -









die Grillsaison ist eröffnet!

- Don Henley -

Mittwoch, April 20, 2011

Wrong Way

Na gut...

Stunde um Stunde, Tag um Tag, Woche um Woche, Monat um Monat war der Uhu geflogen.
Weiter und weiter führte seine Reise ihn, hinfort über unbekannte Orte, unergründliche Seen, Landschaften voller Wunder. Nur wenig Ruhe gönnte er sich auf ihrem Flug, denn er wusste um die Wichtigkeit seiner Mission.
Und die ganze Zeit war DIE STIMME bei ihm. DIE STIMME trieb ihn vorwärts, sagte ihm, wohin er fliegen sollte und gab ihm jedes Mal neue Kraft, weil sie immer zu wissen schien, wo der Uhu gerade war und nicht den Hauch eines Zweifels an der Richtigkeit seines Weges aufkommen ließ.
Der Uhu trotzte den Gewitterstürmen in der Atmosphäre, flog mit ermattenden Kräften in der sengenden Sonne und mit zusammengekniffenen Augen durch Schneestürme.
Doch schließlich sagte ihm DIE STIMME, dass er am Ziel angekommen sei.
Aber da war nichts. Der Uhu schaute verzweifelt auf die weiße, von wirbelndem Schnee durchzogene Landschaft.
Nichts.
Überhaupt nichts.
Eine ganze Woche kreiste er über der Ebene, immer noch in der Hoffnung, dass sein Ziel auf wundersame Weise auftauchen möge.
Nichts.
Sollte ihn DIE STIMME getäuscht haben? Konnte sie tatsächlich den Uhu auf einen falschen Weg geleitet haben?
Der Uhu kehrte heim. Flog nordwärts, erfüllt von so abgrundtiefer Enttäuschung, wie er auf dem Flug in den Süden von Hoffnung erfüllt war.
Schließlich kam er wieder in ihrem Wald an, wo ihn die anderen Waldbewohner schon gespannt erwarteten.
„Und?“, fragte der Specht.
„Nichts. Da war gar nichts“, antwortete der Uhu betrübt. „Ich bin der STIMME nach Süden gefolgt, aber als sie mir sagte, dass ich am Ziel sei, gab es nichts außer einer weißen Wüste.“
„Siehste!“, quiekte der Feldhamster. „Ich hab doch gleich gesagt, dass diese Billig-Navis aus dem Supermarkt nichts taugen. Nach Süden?“ Der Hamster spie die Worte förmlich aus. „Du hättest ja auch nach Norden fliegen müssen, Du Depp! Aber nein, der feine Herr wollte ja unbedingt die 50 Euro mehr für ein gescheites Gerät sparen!“
Der Uhu sah beschämt zur Seite. Der Hamster hatte tatsächlich recht. Er konnte einem Schnäppchen halt nicht widerstehen und das Navi war einfach zu verlockend, als dass er noch lange vor dem Kauf hätte Testberichte wälzen wollen.
Und wer hätte schon ahnen können, dass diese Billiggeräte in der Sprachausgabe öfter schon einmal den Norden mit dem Süden verwechseln.
„Komm, nimm meines“, bot der Kranich großzügig an. „Das hat mich auf all meinen Touren noch nicht einmal im Stich gelassen. Ich hätte es allerdings schon ganz gerne in einem Stück wieder. War schließlich teuer genug.“
Der Uhu schaute in die Runde. Keines der anderen Waldtiere schien Anstalten machen zu wollen, ihm diese Reise abzunehmen.
Schließlich seufzte er einmal abgrundtief, nahm das Navi des Kranichs entgegen (ein tatsächlich deutlich hochwertigeres Gerät als es sein eigenes war, wie er innerlich zugeben musste), programmierte das Ziel ein und schwang sich, der NEUEN STIMME folgend, in die Luft Richtung Norden.

- Creed -

Dienstag, April 19, 2011

Blue Moon

Whoah, irgendwer hat mir einen Wattesack über den Schädel gestülpt und haut jetzt beständig mit einem Hammer dagegen.
Ist allerdings unsichtbare Watte und ein unsichtbarer Hammer.
Wenn ich es mir recht überlege, könnte es aber auch einfach nur der Schlafmangel sein.
Was natürlich kein Wunder wäre, hat mich doch wohl der andernorts aufs Freundlichste besungene Vollmond böswillig am Einschlafen gehindert. Die mit Herrn Womble durchzockte Nacht (dem Internet sei es gedankt) hat mich zuvor zwar rechtschaffen müde gemacht, aber anscheinend nicht so müde, dass ich gleich die Äuglein hätte schließen können.
Besonders wenig hilfreich war da natürlich die SMS, die mich um 3.18 Uhr erreichte, kurz nachdem ich wohl gerade selig eingeschlummert sein muss (dazu sollte man wissen, dass ich mich von meinem Handy wecken lasse - dem einzigen technischen Gerät, das in der Lage ist, mich morgens aus dem Tiefschlaf zu reißen und das deswegen immer des Nachts auf meinem Nachttisch liegt).
Unser Sänger teilte mit, dass er gerade stolzer Vater geworden ist.
Per SMS.
Um 3 Uhr 18 in der Früh!
Erinnert mich daran, dass ich ihn schlage, wenn ich ihn das nächste Mal sehe.
Bis dahin aber von mir einen riesengroßen Glückwunsch an ihn, seine Liebste und die große Schwester!
Und jetzt leg ich mich wieder hin.
Mein Chef sollte das doch wohl verstehen.

- Sam Cooke -

Sonntag, April 17, 2011

Garden Party

"Jo, höhö, schaun wir mal, wo die Chinesen dieses Mal das Etikett hingepackt haben!". Der Mensch an der Baumarktkasse, Typ "hippe studentische Hilfskraft", also eher der untypische "Wie-Wo-Was-Weiß-"Baumarktmitarbeiter, sucht zentimeterweise den Artikel ab. Endlich wird er fündig. "So, macht dann 24 Euo. Viel Spaß damit!"
Ich schaue ihn entgeistert an. "Spaß? Mit 'ner Schubkarre? In welcher Welt leben Sie denn?" Er zuckt nur mit den Schultern, wünscht mir ein schönes Wochenende und ich klemme mir also die in Einzelteile zerlegte Schubkarre unter die Arme und breche auf gen Heimat.
Da wartet nämlich ein 2 Meter mal 2 Meter 80 großes Loch darauf, von mir gefunden zu werden. Irgendwo im hinteren Teil des Gartens. Da, wo in Kürze unser Gartenhäuschen stehen soll.
Das braucht nämlich ein Fundament. Wenn man dem freundlichen Mitarbeiter des Baumarktes, in dem wir das Haus gekauft haben, Glauben schenken darf, sollte dieses Fundament wenigstens 60 Zentimeter tief sein, zunächst mit einer 40 Zentimeter hohen Granulatschicht befüllt werden, darauf dann 20 Zentimeter Sand und dann die eigentlichen Bodenplatten. Ich hatte den Herrn vorsichtig darüber aufgeklärt, dass auch im Osten Berlins vermutlich keine Permafrostschicht umgangen werden muss und ich auch nicht vorhabe, einen Kriechkeller unter der Hütte anzulegen und hab mich für ein 20 Zentimeter tiefes Loch entschieden. Das auszuheben reicht mir schon völlig.
Vor allem, wenn der alte Nachbar links von uns daneben steht und dumme Komentare in die Luft bläst.
"Das ist aber ganz schön tief!" "Mhmm" "Da brauchen Sie aber schon einiges an Material, um das Loch wieder aufzufüllen." "Weiß ich. Ich kann Volumen ausrechnen!" "Also wir haben nur die obere Grasschicht abgetragen." "Mhmm*" "Das Grundstück ist hier übrigens 2 Meter 40 breit." "Deswegen mach ich das Loch ja auch nur 2 Meter breit" "An die andere Seite des Zauns könnten Sie näher ran, da kommen Sie auch von der Auffahrt dran. Aber hier an der Seite sollte man etwas weiter Weg vom Zaun, damit man auch noch an dieses Seite kommt." Demonstrativ quetscht er sich in die 25 Zentimeter breite Lücke zwischen dem Gartenzaun und der Seitenwand seines Häuschens "Da brauchen Sie dann wohl eine Bodenplatte!" "Ja, ich werde hier auf 2 Meter mal 2 Meter 80 Waschbetonplatten auslegen." "Aha. Also keine Bodenplatte aus Beton gießen?" "Hatte ich eigentlich nicht vor." "Und das Haus stellen Sie dann einfach so auf die Platten?" "Das ist so grob der Plan." "Also wir haben extra noch Balken gekauft, um sie unter den Boden das Häuschens zu legen." "Dafür lege ich ja die Betonplatten hier dicht aus." "Naja"
Werte Leserschaft, Sie kennen dieses "Naja", oder?
Es ist eine Kurzform von "Sebstverständlich weiß ich besser als Du, wie man so etwas richtig macht. Da ich aber der Klügere von uns beiden bin, werde ich an dieser Stelle das Gespräch beenden. Du wirst schon sehen, was Du davon hast!"
Mein Vater ist auch jemand, der im handwerklichen Bereich vieles besser weiß.
Das treibt mich gelegentlich zur Weißglut.
Aber bei meinem Vater weiß ich, dass seine Ratschläge auf einer gewissen Erfahrung beruhen. Und dass er, wenn er meint, etwas besser zu wissen, mir das auch direkt sagt und sich nicht auf diese überhebliche "Ich weiß es besser als Du, sag es Dir aber nicht direkt, Du Wurm!"-Position zurückzieht.
Ich glaube, ich werde hier auch ohne den Ärger mit der Telekom noch eine Menge Freude haben.
Boldly buddel, where no man has buddelt before:
Das schwarze Loch

*Die richtige Antwort an dieser Stelle wäre selbstverständlich gewesen: "Natürlich ist das Fundament unseres Gartenhauses stabiler als das bei Euch. Unser Haus muss ja auch schließlich noch wenigstens dreimal so lange halten wie Eures, alter Sack!" Aber was tut man nicht alles zur Pflege guter Nachbarschaft.

- Marillion -

Samstag, April 16, 2011

I bins net

I a.

Denn:
WIR SIND ON!!!!!

- Wolfgang Ambros -

Montag, April 04, 2011

Media Overkill

Wenn man nicht wirklich etwas mitzuteilen hat, kann man immer noch darauf ausweichen, über seinen Medienkonsum zu referieren.
Fangen wir also kurz mit den Mitteilungen an:
Das Wochenende war klasse. In Berlin herrschte zwei Tage lang eitel Sonnenschein, denn wir am Samstag für ein erstes Grillen im eigenen Garten und am Sonntag für einen Besuch in der Eisdiele genutzt haben.
Die war natürlich rappelvoll, aber nachdem ich lange genug demonstrativ mit meinem Taschenmesser spielend am Tisch einer verschüchterten Kleinfamilie gestanden habe, zog diese es vor, das Feld zu räumen, so dass wir gemütlich sitzend wirklich gutes Eis und angenehme Sonnenwärme genießen konnten.
Nebenbei erklärte uns die freundliche Bedienung, dass man künftig doch besser einen Tisch reservieren solle. Möglichst drei bis vier Tage im Voraus. In der Eisdiele! Auf Reservierungen beim Friseur habe ich mich ja mittlerweile eingestellt (und kaum, dass ich es akzeptiert hatte, schaffte mein Stammfrieseur sie wieder ab), aber für ein Eis? Dann reservier ich Donnerstags bei strahlendem Sonnenschein einen Tisch für den Sonntag und muss dann in pladderndem Regen draußen ein Eis essen, nur weil sonst das nächste Mal die reservierung abgelehnt wird? Meine Frau empfahl ja, unter jeweils anderen Namen zu reservieren, aber dann könnte es natürlich zu Problemen kommen, wenn zweimal nacheinander dieselbe Familie unter Nennung eines jeweils anderen Namens versucht, einen Tisch zu besetzen.
Wie man es auch dreht, es ist nicht einfach.

Einfach wäre es hingegen für Westerwelle gewesen, statt des FDP-Vorsitzes das Außenamt aufzugeben. Zum Einen wäre er der FDP-Führung erhalten geblieben und hätte damit zuverlässig dafür Sorge getragen, dass die FDP in keinen Landtag mehr einzieht, zum Anderen hätten wir dann vielleicht Chancen auf einen Außenminister, der nicht weltweit den Ruf einer Witzfigur hat. Aber wie so vieles Andere in letzter Zeit hat er natürlich auch das wieder einmal falsch gemacht.

Stand Telekom ist unverändert.

So, jetzt zum Medienkonsum. Machen wir es doch wie in diesen Personality-Fragebögen.

In meinem DVD-Player: Buffy, Season 1
Ja, ich hör das Gelächter. Auch wenn leise gelacht wird. Und ich stehe immer noch dazu, dass diese Serie bei weitem besser ist, als die ganzen Vampir- und teenagerschmonzetten, die ihr nachfolgten.
Meine Frau und ich sehen es immer noch gerne. Und ja, die ganze Twilight-Bande ist nicht würdig, den Staub von Buffy Summers' Stiefeln zu lecken.
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In meinem BluRay-Player: The Book of Ely
Netter Film im Geiste von Mad Max. Glaube ich. Weiß ich aber nicht so genau, weil ich schon zweimal beim Einschauen eingeschlafen bin. Das, was ich gesehen habe, macht aber einen ganz ordenlichen Eindruck.
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In meinem HD-DVD-Player: Crank 2
Na gut, das ist keine HD-DVD, aber da Buffy ja im DVD-Player liegt, musste Crank ausweichen. Definitiv nicht mein Film. So vollkommen überdreht, dass es nur noch albern ist. Teil eins war schon beknackt, Teil zwei setzt noch gehörig einen drauf. Definitiv ein Flohmarktkandidat.
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In meinem CD-Player: Alan Parsons, Ammonia Avenue
Mit 15 hab ich mir die Kassette gekauft (wegen "Don't answer me", ich gebs ja zu) und finde die Musik auch heute noch hörenswert. Das Album ist kein Geniestreich, aber solide gemacht und unterhaltsame Popmusik, teils etwas kitschig, gefällt mir aber durch die Bank nach wie vor gut.
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Auf meinem Plattenteller: Mike Oldfield, Tubular Bells
Muss ich nix zu sagen, oder? Fantastisches Album. über dreißig Jahre alt und stellt immer noch einen Großteil der seitdem erschienenen Platten und den Schatten. Genial.
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In der U-Bahn: Jefferson Bass, Anatomie der Schuld
Wer die Bücher von Simon Beckett mag, wird vermutlich auch die Bücher dieses Autorenteams gut finden. Wieder einmal ein forensicher Anthropologe (diesmal gleich der Gründer der Body Farm), wieder einmal Fälle mit einem gewissen Ekelpotential und wieder einmal gut und unterhaltsam geschrieben. Ich bin noch bei Band 1, Band 2 liegt schon griffbereit und Band drei und vier werden wohl demnächst auch in mein Warenkörbchen bei Amazon wandern. Danke an OliveR für den Tipp!
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In der XBox: Defense Grid
Schon xmal durchgespielt, aber immer wieder gerne geladen - ein schickes Tower-Defense-Spiel mit feiner Grafik, cleveren Gegnern einem fordernden, aber nie unfairen Schwierigkeitsgrad und einem bombastischen Soundtrack. Gibt es via Steam auch für den PC, eine klare Empfehlung meinerseits.
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Auf dem DS: Pokémon Platin
Ja, ich weiß. Aber ich muss auch zugeben, dass sich unter dieser furchtbar süßen Knuddelschnutziwutzi-Schale ein ganz gradliniges klassisches Rollenspiel mit rundenbasierten (Zufalls-)Kämpfen befindet, wie ich es seit "The Bards Tale" selten gefunden habe. Die Pokémon-Schönheitswettbewerbe ignoriere ich einfach, die Musik dreh ich ab und dann lässt es sich sehr entspannt durch die Welt der kleinen Monster ziehen. Außerdem sind so Gespräche mit meiner Tochter auf Augenhöhe möglich und wie oft kann man so etwas schon behaupten?

So, damit wäre der Wochenanfangspost auch geschrieben; weitere Anregungen aus den oben genannten Bereichen nehme ich aber gerne entgegen.

- Scorpions -