Sonntag, August 28, 2011

Its a crime

Wow - eine so offene Aufforderung, an Geldwäsche mitzuarbeiten, hab ich in all meinen Internetjahren aber auch noch nicht erlebt:


Arbeit für Dich!


Gut bezahlte Arbeit

Wir bieten Dir die Möglichkeit, einfach von 2000 bis 8000 Euro im Monat zu verdienen. Du kannst diese Arbeit mit Deinem jetzigen Job vereinbaren! Für die Arbeit bei uns wirst Du nicht mehr als 2-3 Stunden pro Tag 1-2 Mal in der Woche aufwenden. Für jeden erledigten Auftrag, der bei Dir nicht mehr als 3 Stunden in Anspruch nehmen wird, wirst Du von 600 bis 1600 Euro erhalten.

So wird alles ablaufen:

1. Wir überweisen von 3000 bis 8000 Euro auf Dein Bankkonto.
2. Nachdem das Geld Deinem Konto gutgeschrieben wurde, hebst Du das Geld ab.
3. Du hast schon 20 % von dem erhaltenen Betrag verdient! 600-1600 Euro behältst Du für Dich!
4. Den restlichen Betrag übermittelst Du uns.
5. Wir tätigen die nächste überweisung auf Dein Bankkonto.

Die Beträge und die Anzahl der überweisungen können beliebig sein, alles hängt nur von Deinem Wunsch und von Deinen Möglichkeiten ab! Diese Tätigkeit ist absolut legal und verletzt keine Gesetze der EU und Deutschlands.

Wenn Du Interesse hast und diese Tätigkeit ausprobieren willst, schreibe uns auf die E-Mailadresse: [Hab ich gelöscht]Wir kontaktieren Dich in kürzester Zeit und beantworten alle Fragen.

Beeile Dich, die Anzahl der Stellenangebote ist begrenzt!


Ihre E-Mailadresse haben wir aus offenen Quellen genommen. Wir bitten Sie um Entschuldigung, wenn unsere E-Mail Sie gestört hat. Falls Sie Ihre E-Mailadresse aus unserem Verteiler löschen möchten, senden Sie eine leere E-Mail auf folgende E-Mailadresse: [Hab ich gelöscht]


- Sade -


Freitag, August 26, 2011

Never Can Say Goodbye

So, ich hab es jetzt vier Tage lang geschafft (und so soll es auch bleiben), mich nicht zum Tode Loriots zu äußern. Das haben im Übrigen schon weit berufenere (und auch weit weniger berufene) Menschen in elektronischer und gedruckter Form zur Genüge getan.
Manchmal so fix, dass ich sicher bin, dass der Nachruf bei vielen schon fertig verfasst in der Schublade lag (die ARD hat das ja sogar zugegeben)- was natürlich bei jemandem, der sich nachdrücklich aus der Medienöffentlichkeit zurück gezogen hat (und auch privat keinerlei Skandale produziert hat - was mancher vielleicht schon wieder an sich für einen Skandal halten mag), nicht allzu schwer ist.
Wahrscheinlich ist der für Steve Jobs auch schon geschrieben - drinstehen wird dann das Übliche sein: Visionär, Revolutionär, Machtmensch. Ach ja - nicht zu vergessen die Garage von Steve Jobs' Eltern, in der er zusammen mit Steve Wozniak den ersten Apple - Blablabla. Die Journalisten werden ihm danken, dass sie jetzt nicht noch ständig ihre Nekrologe um die Vorstellung der neuesten iPod- und iPad-Generationen ergänzen müssen und auch auf die Berücksichtigung neuer Keynotespeeches verzichten können.

Schwieriger ist es ja bei denen, die sich aus der Öffentlichkeit verabschieden, nur um dann nach (einer gefühlt) viel zu kurzen Zeit wieder in die Kameras grinsen und die Öffentlichkeit erneut beglücken.
Besonders Musiker sind da ganz groß.
Die Stones werden vermutlich immer noch Abschieds- und Comebacktourneen veranstalten, wenn ich selber schon längst in die Grube gefahren bin.
Roland Kaiser ist erschreckender Weise auch wieder da, den Scorpion glaube ich die Abschiedtournee auch nicht so wirklich und die Flippers wird man vermutlich auch noch in zehn Jahren in diversen Musikantenstadln begegnen können, so man sich diese Sendungen denn überhaupt anschaut.
Ich tu das ja nicht, aber ich sag lieber mal nicht nie, denn wer weiß, ob nicht in 25 Jahren Marillion, Alan Parsons oder Mike Oldfield auf die volkstümliche Schiene umgeschwenkt sind und dann täte ich sie mir ja schon mal gerne anhören.
Zum Schluss aber noch ein Lob an Wolfgang Petry: Der Mann ist konsequent. Mag seine Musik auch des häufigen einen Würgereiz auslösen - seinen Rückzug ins Privatleben hat er so konsequent durchgezogen, dass man tatsächlich schon mal anfangen könnte, einen Nachruf zu verfassen in der Hoffnung, dass man da für die Zeit an 2006 nicht mehr allzu viel zu tun hätte.

Wären alle so rücksichtsvoll, hätten die Journalisten ein entspannteres Leben, könnten gelegentlich sogar sorgfältiger recherchieren und der Leser hätte damit vielleicht die Chance, nicht überall nahezu identisch getextete Nachrufe lesen zu müssen.
Wär ja mal was.

- Gloria Gaynor -

Montag, August 22, 2011

Le Moustique

Wenn es dunkel wird, kann ich sie draußen hören, wie sie versuchen, in unser Haus zu kommen.
Wieder und wieder stoßen sie an die Gitter, während wir drinnen bei ausgeschaltetem Licht sitzen und hoffen, dass sie halten werden.
Im Erdgeschoß haben wir alle Fenster und Türen schon auf diese Weise gesichert, die Gitter vor den Kellerfenstern sind aus V2A-Stahl - stabil genug, wie uns damals versichert wurde. Ich hoffe nur, der Mann, der sie uns damals eingebaut hat, behält Recht. Wie es ihm wohl gehen mag? Er war so stolz auf seinen Fensterschutz, aber ich glaube, dass sie auch ihn mittlerweile erwischt haben.
So wie auch unsere Nachbarn. Die Tochter haben sie am Samstag bekommen, als das Mädchen unvorsichterweise bei Einbruch der Dämmerung in den Garten ging.
Die Eltern waren dann kurz danach an der Reihe, als sie nach ihrer Tochter schauen wollten.
Im ersten Stock haben wir leider zwei Fenster vergessen. Es scheint also nur noch eine Frage der Zeit zu sein, wann der erste klug genug ist, dort seinen Weg in das Haus zu finden und über uns herzufallen. Einen von uns könnte es wohl im Schlaf erwischen. Und kurz darauf werden sie uns alle bekommen.
Scheiss Mücken.

Wenden wir uns lieber etwas Erfreulicherem zu.
Nach nunmehr über zwanzig Jahren wächst jetzt doch so langsam zusammen, was zusammen gehört.
Auch sprachlich.
Aber ein kleines Häuflein unbeugsamer Begriffe aus dem Wortschatz der untergegangenen DDR hält sich hartnäckig in den östlichen Gefilden und entlarvt damit jeden, der sie bei seinem Urlaub in den (durchweg empfehlenswerten) neuen Bundesländern nicht oder nicht adäquat verwendet, als Wessi alter Schule.
Um dem geneigten Westleser diese Schmach zu ersparen, werde ich an dieser Stelle in lockerer Reihenfolge Begriffe präsentieren, mittels deren Verwendung er sich selbst in Leipzig, Erfurt oder Dessau völlig ungezwungen und unerkannt bewegen kann.

Los gehts:
Sage niemals Plastik!
Zu verwenden ist stets das Wort Plaste.
Im Supermarkt verlange nach einer Plastetüte, auf dem Campingplatz habe einen Plastebecher zur Hand.
Der Einwand, dass Plastik die korrekte Form sei, weil man ja auch nicht von Physe, Informate oder Ästhete spreche, mag zutreffend sein, hilft aber an dieser Stelle absolut nicht weiter.
Es empfiehlt sich, die Verwendung des Wortes ein paarmal vor Reiseantritt zu üben, damit es in entsprechenden Situationen locker von der Zunge geht und man beim nächsten Grillabend in froher Runde die Plasteschüssel mit dem Kartoffelsalat ohne Zögern herumreichen kann.

- Joe Dassin -