Donnerstag, November 22, 2012

19th nervous breakdown



"Jahaha, da können Sie doch jetzt ganz zufrieden sein - die eine Panne, die ein Hyundaifahrer statistisch gesehen hat, haben Sie jetzt schon hinter sich!"
Hab ich es schon mal erwähnt?
Autoverkäufer stehen evolutionsbiologisch zwar deutlich über Immobilienmaklern, aber immer noch ebenso deutlich unter den Acanthocephalae und sie bemühen sich redlich, ihre Position auch weiterhin zu behaupten.

Vielleicht ganz kurz zum Hintergrund: Wir haben ein neues Auto. Das alte, ein knapp elf Jahre alter Mazda Demio war doch schon deutlich in die Jahre gekommen und nachdem die Werkstatt meines, nun ja, Vertrauens mir beim Reifenwechsel mitteilte, dass die Kupplung praktisch hinüber sei und der Mittelschalldämpfer es wohl auch nicht mehr lange machen würde, standen wir vor der Frage, ob wir noch einmal richtig viel Geld in die Hand nehmen sollten, um ein altes Auto wieder fit zu machen oder ob wir richtig viel Geld in die Hand nehmen sollten, um ein neues zu kaufen.
Den Ausschlag gab, dass die Reparatur des alten Autos letzten Endes nur zu einem reparierten, aber immer noch alten Auto geführt hätte, bei dem man nie gewusst hätte, welche Kosten dann als nächstes auf uns zukommen würden. Und dass die Kosten der Reparatur den Fahrzeugwert deutlich überstiegen hätten.

Also neues Auto. Was gar nicht so einfach ist, denn zuerst sollte man sich im Klaren sein, was für Modelle überhaupt infrage kommen (Frau Vau schlug sich jüngst mit ganz ähnlichen Problemen herum). Es sollte definitiv größer als das bisherige sein (schon weil das Töchterlein mit ihren mittlerweile knapp 1,70 Meter sich immer unschön auf der Rückbank zusammenfalten musste), sollte verbrauchstechnisch nicht durch die Decke gehen, sinnvolle Extras an Bord haben und vor allem bezahlbar sein.
Ich persönlich habe ja längere Zeit mit dem Prius von Toyota geliebäugelt, vor allem in Anbetracht der Benzinpreise, die vermutlich nicht wieder auf 1,20 € fallen werden. Meine Frau wurde mit dem Teil aber so gar nicht warm, und da es nur in neu zu Mondpreisen oder aber mit Laufleistungen zwischen 60.000 und 100.000 Km. verfügbar war, was dann nun so gar keine Verbesserung zu unserem bisherigen Auto gewesen wäre, haben wir die Idee wieder fallen gelassen.

Ford und Opel haben wir ganz außen vor gelassen (Ford aufgrund schlechter Erfahrungen mit einem Escort vor langer Zeit, aber so was prägt halt und Opel aus einem eher undefinierbaren Gefühl heraus. Dabei war der Opel, den wir mal hatten, eigentlich ziemlich gut, aber genau genommen war es ja auch ein Isuzu); Renault wäre in die nähere Auswahl gekommen, aber da der Händler nur zu obskuren Zeiten geöffnet hatte (sprich: Wochentags bis 18.00 Uhr und samstags machte er um 14.00 Uhr dicht) und die Wagen, die draußen standen, alle für meinen Geschmack exorbitant hohen Durst hatten, schied auch Renault aus.
Bei Daimler sind wir pro forma mal über den Ausstellungsplatz gewandert, haben angesichts der Preise erst geschluckt, dann kurz und trocken gelacht und sind dann wieder gefahren und Mazda schied wegen meiner Unzufriedenheit mit dem monopolistischen Berliner Autohaus auch aus. Außerdem hätte ich dann ja auch gleich einen Ford kaufen können.
Bei VW haben wir seltsamerweise gar nicht geschaut und BMW würde ich im Leben keinen kaufen (obwohl ich schon einmal einen gefahren bin, aber das nur aus einer gewissen Notlage heraus).

Dass es dann ein Hyundai wurde, war eigentlich reiner Zufall. Vielleicht auch die unterschwellige Macht der Werbung - wer kann das schon sicher sagen (die Protagonisten in der sehr, sehr empfehlenswerten Serie "The walking Dead" fahren einen Hyundai, und ein Wagen, der liebgewonnene Charaktere vor der Zombiekalypse schützt, kann ja so schlecht nicht sein). Vielleicht lag es auch daran, dass das Autohaus direkt neben meiner langjährigen Autowerkstatt beheimatet ist und im Gegensatz zu anderen Autohäusern wochentags bis 22.00 Uhr potentielle Kunden an die Autos lässt.
Wer kann das schon sagen?

Auf jeden Fall stand er dann da - der i30 cw, ein für unseren Geschmack recht apartes Auto, sofort verfügbar, hübsch anzuschauen, mäßig durstig und vor allem eines: Bezahlbar.
Und riesig. Zumindest, wenn man von einem Mazda Demio umsteigt. Gefühlt hört der Wagen zu keiner Seite hin jemals auf, weder in Richtung Beifahrer noch in Richtung Front. Und der Blick in den Rückspiegel vermittelt den Eindruck, man würde in ein mittelalterliches Kirchenschiff schauen, so riesig scheint alles zu sein.
Man merkt, ich bin begeistert.
Die Begeisterung verflüchtigte sich dann aber schlagartig, als am Tag 7 der Wagen seinen Dienst verweigerte. Der Anlasser röhrte noch freundlich, aber der Motor sprang schlicht nicht an. Batterie war voll, Tank laut Anzeige wenigstens noch halb voll, nur das Auto wollte nicht mehr. Unschön, wenn so was am Donnerstagmorgen passiert, das Kind dringend in die Schule muss und man selber zu einer Besprechung schon rechtzeitig auf Arbeit sein sollte.
Sogar sehr unschön.
Der herbeigerufene Pannendienst (immerhin bietet Hyundai eine 5 Jahre lange Mobilitätsgarantie) wusste den Fehler auch nicht zu finden, also retour zum Autohaus mit angeschlossener Werkstatt. Dank eines energischen Telefonats meiner Frau stellte man uns dort, wenn auch murrend, einen kostenlosen Ersatzwagen zur Verfügung und nach kaum vier Tagen war das Problem gefunden und gelöst - der Tankanzeigengeber war der Übelwicht.
Das ist das Gerät, das anzeigt, wie viel Benzin noch im Tank ist. Und weil das wohl im Werk falsch montiert worden war, sah es so aus, als hätte man uns das Auto mit einem zu ¾ vollen Tank übergeben - der dann immer noch scheinbar halbvoll war, als der Wagen die Mitarbeit verweigerte, tatsächlich aber vollkommen leer gefahren war.
Als ich den Wagen dann repariert zurück bekam, gesellte sich der fröhliche Autoverkäufer zu mir und bedachte mich mit dem hübschen Spruch aus dem Beginn dieses Posts. Meine Begeisterung darüber fiel allerdings nur mäßig aus und ich bedachte ihn, das Autohaus und Hyundai im Allgemeinen mit ein paar Begriffen, die ich hier aus Rücksichtnahme auf die Tatsache, dass meine Tochter eines Tages auf diesen Blog stoßen könnte, lieber nicht hinschreiben möchte.

Nun ja, Ende gut, alles gut könnte man sagen, aber ich muss gestehen, dass ein Rest Zweifel jetzt immer noch da ist - der Tank ist ordnungsgemäß befüllt, die Tankanzeige und alle sonstigen Instrumente scheinen auch brav ihren Dienst zu verrichten, aber trotzdem nagt da irgendwo die Frage, ob nicht so etwas (oder etwas Anderes) unvermutet wieder auftreten könnte - und dann vielleicht nicht beim Versuch, aus der Hauseinfahrt zu kommen, sondern mitten auf der Autobahn, im Berufsverkehr oder beim Einfahren in eine vielbefahrene Straße.
Zumindest da hoffe ich, dass der Autohansel mit seiner einen Panne Recht hatte, aber ein bisschen Daumendrücken ab und an kann ganz sicher auch nicht schaden.

- Rolling Stones -

Mittwoch, Oktober 24, 2012

To be on the stage

Ich fasse dann mal kurz zusammen:

Der größte Teil der Band hat immerhin auf der Bühne Platz gefunden. Rechts davon...

1. Ja, der Auftritt war gut und hat Spaß gemacht.
2 Nein, die Bühne war keine 7 Meter breit; der Raum war 7 Meter breit.
3. Ja, die Bühne war tatsächlich etwas arg klein.
4. Ja, zu klein um zwei Bands mit Keyboarder darauf unterzubringen.
5. Nein, es ist nicht so richtig schön, neben der Bühne zu stehen, wenn der Rest der Band darauf steht.
6. Ja, es geht trotzdem.

...und ein wenig tiefer hab ich dann mein Plätzchen gehabt.

7. Nein, es ist auch nicht schön, wenn die zweite Band (der "Mainact", wie wir in Musikerkreisen gelegentlich sagen) es nicht für nötig hält, ein Wort des Dankes an die Vorband zu richten, die a) etliche zahlende Gäste mitgebracht hat und b) auch ganz ordentlich für Stimmung gesorgt hat.
8. Nein, wir haben keine Kohle für den Auftritt bekommen.
9. Nein, es ist uns auch nichts Derartiges angeboten worden.
10. Nein, wir werden so etwas wohl nicht noch einmal machen, zumindest nicht zu diesen Konditionen.
11. Ja, wir hoffen, den Mikroständer, der jetzt bei der anderen Band ist, bei Gelegenheit zurück zu bekommen.
12. Der Backstagebereich war schon ziemlich cool.

- Braincap -

Freitag, Oktober 12, 2012

To the sea

Fast ein Jahr hat es gedauert, aber in der letzten Wochen haben wir es dann doch geschafft, Berlin für ein paar Tage den Rücken zu kehren. Es ging nicht weit weg, "nur" an die Ostsee, genauer gesagt nach Usedom.
Und was soll ich sagen - es war wunderschön. Das Wetter war fantastisch und im Oktober barfuß durch die Ostsee zu laufen hat schon einen ganz besonderen Reiz.
Leider ist der Urlaub - wie üblich - wieder einmal viel zu schnell vorbei gewesen, aber ein bisschen von der Erholung konnten wir noch herüber retten, auch wenn uns schon am Tag der Rückreise das Berliner Schmuddelwetter TM mit voller Breitseite erwischt hat und seitdem auch nicht mehr loslässt.
Diese Woche durfte meine Frau dann auch zum ersten Mal die Autoscheiben freikratzen - und das noch vor dem zehnten Oktober! Mist auch!

Ungeachtet dessen gibt es aber natürlich auch gute Nachrichten. Wir fiebern mittlerweile dem Auftritt am Samstag entgegen und haben auch ein sehr gutes Gefühl dabei. Die Stücke (überwiegend eigene) sitzen, es klingt gut, wir haben Spaß und freuen uns jetzt, einfach mal wieder vor Publikum zu stehen. mal schauen, vor wie vielen Leuten wir dann tatsächlich spielen werden; 220 passen rein, ob auch so viele kommen, wissen wir natürlich nicht.

Fall es jemanden aus der holden Leserschaft am Wochenende nach Berlin verschlagen sollte:
20.00 Uhr im Crystal am Columbiadamm, Einlass ab 19:00 Uhr (glaub ich).
Da spielen zuerst wir und dann, als Hauptact, Gardenier.
Und wenn man sowieso schon in Berlin ist, hängt man einfach noch zwei Tage dran und besucht am Montag Abend das einzige Deutschlandkonzert der unglaublichen Tori Amos.

Na, wenn das mal nix ist!

- Katzenjammer -

Freitag, August 31, 2012

No News

Wenn ich nicht mal langsam was schreibe, komme ich in diesem Jahr wahrscheinlich erstmalig unter 20 Posts - immerhin wäre das ein neuer Rekord, wenn auch kein rühmlicher.

Also, das Wichtigste zuerst für alle Nichtleser der Kommentare: Das mit dem Gig bei Radio Eins hat nicht geklappt. Offizielle Absage gab es zwar nicht, aber man konnte auf ihrer Homepage nachlesen, dass sie schon Bands gefunden haben.
Unsere Trauer hält sich in Grenzen, weil wir uns jetzt auf den 13. Oktober und eventuell auch auf unser erstes deutschsprachiges Stück konzentrieren wollen, aber guter Stil sieht irgendwie anders aus - zumindest eine kleine Mail mit Absage hätte ich nicht schlecht gefunden, das hätte wenigstens den Eindruck erweckt, dass man sich mal unsere Stücke angehört hat.

Nun ja. Das deutsche Stück wird interessant - im Moment schwanken wir noch zwischen einer ziemlich schwermütigen Melodieführung und etwas , das mehr in Richtung Tempo und melodiös geht. Ich wär ja für die zweite variante - wenn schon der Text eher schwermütig ist, könnte man das durch die Musik schön konterkarieren. Wir werden sehen.

Was gibt es sonst noch?

Morgen geht das Grauen mit dem Namen "Pokémon Days" in eine neue Runde; das Kind und seine Freundinnen haben sich schon meiner Dienste als Chauffeur versichert und wie üblich werde ich selbstverständlich jede einzelne Station mitmachen, in der Hoffnung, hinterher wieder einmal bepackt mit einem "Pokémon-Trainer 2012"-T-Shirt nach Hause zu kommen.
Da freu ich mich schon drauf!

Batman habe ich leider immer noch nicht gesehen. Vielleicht hole ich das heute Abend nach.
Oder die Expendables im Double Feature. Gemäß der Katharsis-Theorie würde ich nämlich dann beim Anschauen schon soviele Agressionen abbauen, dass ich morgen auch einer ganzen Rotte Pikachus mit seligem Lächeln begegnen könnte - und das wär vermutlich für uns alle das Beste.

- Lonestar -

Dienstag, Juli 31, 2012

Band on the Run


Wir, das heißt die Herren Mitglieder der Populärmusikkapelle Braincap, neigen ja gelegentlich ein wenig zur Selbstbeweihräucherung. Im sonstigen privaten Bereich kommt es, zumindest bei mir, ja doch eher selten vor, dass ich mich vor den Spiegel stelle und murmele "Was bist Du doch für ein schmuckes Kerlchen!". Das höchste der Gefühle ist allenfalls ein "Naja, ganz so schlimm wie auf dem Foto sieht es ja in echt nicht aus!".
Aber ich schweife ab.

Also, wir als Band bestätigen uns immer wieder gegenseitig, dass wir doch recht gut sind. Das ist natürlich ziemlich einfach, weil ja niemand da ist, der uns widersprechen könnte.
Aber jetzt sind wir endlich einmal ins kalte Wasser gehüpft und stellen uns dem Wettbewerb.
Wir haben uns nämlich beim Bandcontest von Radio1 beworben.
Das ist ein Berliner Radiosender, Teil der öffentlich-rechtlichen RBB-Familie und dank guter Moderatoren und guter Musik (ganz ohne "die größten Hits der 80er und 90er und das beste von heute"-Geschwafel) auch für Menschen meines Alters (und sogar noch älter) gut anzuhören.
Für die, die nicht in Berlin wohnen - Radio1 gibt es auch im Internet und für Rheinländer: Radio1 liegt stilistisch zwischen Einslive und WDR2.
Wer nach Berlin kommt: Terrestrische Frequenz ist die 95,8.
Aber genug der Werbung für andere.

Wie gesagt, Radio1 macht einen Bandcontest aus Anlass seines 15jährigen Bestehens und wir haben uns dort mit unseren derzeitigen Titeln beworben und sind jetzt natürlich auf ein Urteil gespannt, das nicht vom milden Blick Bekannter und Freunde ("die Jungs haben doch sonst nix, da kann ich ihnen doch nicht auch noch die Illusion zerstören, die Musik, die sie spielen, sei gut") getrübt und mit Wattebällchen ummantelt ist.
Wir werden sehen, was dabei heraus kommt.

Wonach wir aber nicht mehr sehen müssen, ist der Termin unseres nächsten Auftritts, der steht nämlich fest.
Wir werden zu hören sein am 13. Oktober im Crystal in Berlin (der kleine Bruder der ehemaligen Columbiahalle, jetzt "c-club"), wo wir die Band Gardenier supporten.
Früher nannte man sowas Vorband, heute "Support", aber die Jungs (und das Mädchen) von Gardenier haben mit ihrer gut gemachten Musik Support auch redlich verdient.

Wir sind auf jeden Fall sehr gespannt und hoffen, dass bei Beidem etwas Gutes herauskommt - drückt uns die Daumen!

- Wings -

Samstag, Juli 14, 2012

The first cut is the deepest


Sorry, ich muss jetzt doch mal. Sonst müsste ich nämlich kotzen. Wär ja auch nicht schön.
Also: Das Landgericht Köln hat festgestellt, dass die Beschneidung von Jungen eine strafbare Handlung darstellt. Dem war wohl eine Konstellation vorher gegangen, bei der ein kleiner Junge durch die Beschneidung erheblich verletzt wurde.
Und jetzt heult die gesamte Nation auf.
Tenor im Großen und Ganzen:
Beschneidung ist
a) sowieso keine Körperverletzung
b) ein ritueller und seit hunderten, wenn nicht tausenden von Jahren praktizierter Akt des Glaubens und außerdem sei das Urteil ja nur dazu da, Muslime und Juden in Deutschland an den Pranger zu stellen.
In Kreisen des Judentums entblödet man sich nicht, das ganze schon mit dem Holocaust auf eine Stufe zu stellen klick, die allseits präsenten Grünen Künast und Beck erklären mal fix, dass die Beschneidung zwar eine Verletzung des Körpers, aber keine Straftat sei, weil sie in religiösem Kontext erfolgt klick, Politiker aller Orten ebenso wie die Gewehr bei Fuß stehenden christlichen Kirchen kritisieren die unabhängige deutsche Gerichtsbarkeit und selbst der Deutsche Botschafter in Tel Aviv schreibt fix einen offenen Brief, in dem er Israel beruhigt und die Entscheidung eines Deutschen Gerichts als Einzelfallentscheidung und erklärt die Beschneidung als Ausdruck religiöser Vielfalt in Deutschland geschützt klick.
Und das bringt mich zu meiner kleinen Frage:
Habt ihr sie eigentlich noch alle?
Bzw. tickt ihr noch ganz sauber?
Oder aber habt ihr noch alle Tassen im Schrank?
Ja, die freie Religionsauübung ist in Deuschland geschützt. Aber nur insoweit, als dass sie nicht  Rechte anderer  verletzt.
Und sorry, das Recht auf körperliche Unversehrtheit wird da verletzt.
Es ist beinahe rührend zu sehen, wie die Circumcision, wie wir alten Mediziner es nennen, jetzt kleingeredet wird. Ist ja nur ein ganz kleines bisschen Körperverletzung und deswegen gar nicht so schlimm.
Jaha, würde da einer mit dem Messer nochmal nachschnibbeln, wäre das was anderes. Aber so?
Ein bisschen Körperverletzung. Aha.
Ich zitier mal kurz aus Wikipedia:
"Eine Körperverletzung ist der Eingriff in die körperliche Unversehrtheit einer Person in Form einer körperlichen Misshandlung oder einer Gesundheitsschädigung.[1] Auch jede ärztliche Behandlung zu Heilzwecken, bei der auf irgendeine Weise in den Körper des Patienten eingedrungen wird, ist nach herrschender Meinung eine Körperverletzung, die nur dann nicht rechtswidrig ist, wenn in sie (auch konkludent) eingewilligt wird oder ein rechtfertigender Notstand vorliegt."
Eine Körperverletzung ist es also, die Frage ist nur, ist sie rechtswidrig - schließlich willigen ja offenbar die Eltern in die Durchführung des nicht medizinisch erforderlichen Eingriffs ein.
Und da bin ich vollkommen bei den kölner Richtern. Denn die argumentieren, dass in der Bewertung das Grundrecht eines Kindes auf körperliche Unversehrtheit überwiegt. Die Religionsfreiheit und das Erziehungsrecht der Eltern würden nicht unzumutbar beeinträchtigt, wenn sie abwarten müssten, ob sich das Kind später selbst für eine Beschneidung entscheide.
Ja, das mag gegen das Selbstverständnis einer Religion verstoßen, die daran interessiert ist, möglichst früh ihre Hände auf die Seelen oder  was auch immer ihrer Schäfchen zu legen.
Aber was eine Religion will, hat den Staat eben da nicht mehr zu interessieren, wenn durch dieses Wollen das Grundrecht eines anderen verletzt wird. Und da wünsche ich dem Gericht und den sicherlich auch angerufenen folgenden Instanzen genug Rückgrat, um bei dieser Einschätzung zu bleiben.
Denn wir müssen überlegen, was wir in Deutschland wollen - einen Staat, der vor den Religionen kuscht oder einen, der jedem Menschen durchaus seine individuelle Freiheit, an das zu glauben, was er für richtig hält, belässt, aber gleichzeitig auch in vollem Umfang all diejenigen schützt, die durch diesen Glauben unzumutbar beeinträchtigt werden, ob sie sich nun selber dazu äußern können oder, wie im Falle eines Säuglings, eben noch nicht.
Mir ist die zweite Alternative durchaus die liebere und ich möchte nicht in einem Land leben, dass sich den Forderungen von Religionsgemeinschaften, von denen lustigerweise sich auch noch jede für die einzig Wahre hält, so beugt.

weiter lesen: http://www.gmx.net/themen/gesundheit/kind/249ei1w-oberster-mediziner-warnt-aerzte-beschneidung#.A1000146

- Cat Stevens -

Und noch ein Nachtrag - gut und zutreffend uns außerdem mit weit mehr Rechtskenntnis, als ich sie je haben werde, geschrieben. 

Samstag, Mai 26, 2012

Fight


"Ih, da draußen sitzt 'ne Spinne auf dem Gartenstuhl. Kannst Du bitte rausgehen und die totmachen? Sonst trau ich mich nämlich nicht mehr raus." Meine Frau blickt mich flehentlich an. "Die ist riesengroß!"
Selbstverständlich weiß ich, was meine Aufgabe als Mann im Haus ist und erkläre mich sofort bereit zum heroischen Kampf Mann gegen Bestie.
"Aber Süße? Du lässt doch nicht zu, dass die Spinne mich aussaugt? Ich meine, wenn sie mich zu Boden geworfen haben sollte und dann mit geifernden Klauen auf mir steht?"
"Keine Sorge, dann erschieß ich Dich, um Dir den Schmerz zu ersparen!" erklärt meine wohlmeinende Frau.
"Äh, wäre es nicht eher in unserem Sinne, wenn Du die Spinne erschießen würdest?" So ein bisschen mulmig ist mir da schon.
"Hihi, ja, da hab ich gar nicht dran gedacht, das geht natürlich auch."

Manchmal, wenn auch ganz selten, mach ich mir ja schon ein paar Sorgen.

- The Cure -

Donnerstag, Mai 10, 2012

Rhythm of the heat


Ha, da soll noch einer behaupten, das Leben sei kein Wunschkonzert.
Ich sage nur
- San Jacinto
- Digging in the dirt
- Red rain
- Biko
- Don't give up
- Rhythm of the heat
- Solsbury hill

und natürlich das Lied, wegen dem allein sich das Kommen für mich schon gelohnt hätte
- Mercy Street.
Einer meiner absoluten Allzeitfavoriten.
Hätte er danach das Konzert beendet, wäre ich nicht traurig gewesen. Er hat aber insgesamt fast 2 1/2 Stunden gespielt, unterstützt von zwei tollen Backgroundsängerinnen und natürlich dem hervorragenden "New Blood"-Orchestra.

Wer also noch die Chance (bzw. das Glück) hat, an eine Karte für ein Konzert mit dem etwas ältlichen, etwas dicklichen Herrn zu kommen, dessen Bühnenpräsenz 99 Prozent der aktuellen Stars und Sternchen mehr als blass aussehen lässt, möge zuschlagen.

Er und auch sie werden  es nicht bereuen, auch wenn kein Affe geschockt und kein Vorschlaghammer gezückt wird.

- Peter Gabriel -

Ach ja, die Grüße habe ich natürlich ausgerichtet. Er hat sich artig bedankt und lässt seinerseits alle recht schön grüßen. Ein feiner Mensch!

Mittwoch, Mai 09, 2012

Shock the monkey

Heute abend.
Er hier.

Und der da.

Und er.
Alle drei.
Live.
Mit Orchester.
Yeah!

- Peter Gabriel -




Freitag, Mai 04, 2012

Fans

Ach, herrjeh, was macht man nicht alles auf der Jagd nach dem billigen und schnellen Klick.
Unser Sänger kam auf die Idee, zwei Freikarten für das Konzert im Oktober für den hundertsten "Mag ich"-Drücker unserer Band auszuloben.
Klar ist das schäbig - andererseits haben wir so binnen kürzester Zeit mehr "Likes" generiert als in den Monaten davor. Da heiligt der Zweck schon mal die Mittel. Ich hatte ja vorgeschlagen, dass wir "Wegen des großen Erfolges" die Latte auf 500 Likes legen - wenn schon, denn schon.
Da waren die hundert aber schon voll und da kann man ja schlecht zurückrudern.
Mit der Gier der Internetnutzer scheint mich auch ein Spamversender ködern zu wollen, der unter dem hübschen Absender "Belohnungsabteilung" wöchentlich mehr Geld auf meinem Konto bei einem Onlinecasino festgestellt haben will.
Bei 50 Euro hat er angefangen. Mittlerweile sind wir bei 8.000 Euro. Wenn die 100.000 voll sind, bitte ich um Auszahlung und mach mein eigenes Casino auf.
Oder kauf ein neues Auto, denn unseres feiert in diesem Jahr seinen zehnten Geburtstag. Noch fährt es brav, aber gewisse Zipperlein machen sich da schon bemerkbar. Ich vermute mal, dass ein Autojahr etwa soviel ist wie fünf Menschenjahre, denn mir geht es manchmal ähnlich wie unserem treuen kleinen Mazda.
Solange meine Frau nicht auf die Idee kommt, mich gegen ein neueres Modell einzutauschen, ist aber alles gut. Und wenn ich die kritischen Jahre überstanden habe, gelte ich schließlich als Oldtimer und werde von Jahr zu Jahr wertvoller.

Eine schöne Aussicht.

- Kings of Leon -

Mittwoch, April 25, 2012

The great gig in the sky


Hiermit tue ich kund und Folgendes zu wissen:
Braincap ist aktuell nur noch zu fünft unterwegs. Aber nur bis Donnerstag. Dann sind wir wieder 6.
Unser zweiter Gitarrist und wir haben uns in gegenseitigen Einvernehmen getrennt, nachdem wir uns musikalisch doch in unterschiedliche Richtungen bewegen wollten. Er selber ist musikalisch eher ein Kind des 80'er Poprocks (was ja nun an sich nichts Falsches ist), wir wollen nach ein paar zu viel schmusigen Nummern in der letzten Zeit wieder etwas mehr Druck machen. Was hoffentlich genau so wenig falsch ist.
Ab Donnerstag werden wir dann von von Daniel an der zweiten, gelegentlich auch ersten Gitarre unterstützt und mit ein paar frischen Ideen versorgt werden.
Was aber noch viel spannender ist: Spätestens am 13. Oktober werden wir wieder auf der Bühne stehen, diesmal nicht alleine, sondern als Support von Gardenier, einer aufstrebenden (und guten) jungen Band aus Essen, die wiederum, wenn sie nicht mit uns auftritt, ihrerseits Glasperlenspiel auf deren Tour supportet. Nähere Infos gibt es noch zu gegebener Zeit, aber wenn einer von Euch in der Zeit zufällig in Berlin sein sollte, würden wir uns über einen Besuch sehr freuen.

Wir versuchen natürlich, bis dahin noch ein paarmal gespielt zu haben, aber man will ja auch nicht größenwahnsinnig werden...

Wer aber jetzt schon mal hören will, was wir musikalisch so auf die Beine stellen, darf aber gerne hier hereinhören.

- Pink Floyd -

Montag, April 23, 2012

Computerliebe

Morgen ist er da, der neue PC. Eigentlich ist er heute schon dagewesen. Um 8.25 Uhr. Das habe ich aber erst erfahren, als mich der Fahrer des Kurierdienstes (GO! übrigens) anrief, und mir mit vorwurfsvoller Stimme mitteilte, dass er ja gar nicht ausliefern könne, weil niemand zuhause sei. Mein Einwand, dass dies um diese Uhrzeit wohl bei einer Vielzahl berufstätiger Menschen der Fall sei, tat er mit einer abwertenden Handbewegung (vermute ich mal - ich hatte ihn ja nur am Telefon) ab.
Meine Frage, warum er denn erst anrufe, wenn er vor der Tür steht, statt im Vorhinein einen Liefertermin auszumachen, da er ja meine Handynummer offensichtlich habe, ignorierte er geflissentlich.
Na gut, dann also jetzt morgen. Ab 17.00 Uhr. Ist ja auch nicht so dramatisch, behält der PC damit doch einen Tag länger seinen Wert - immerhin ist es ja erwiesen, dass ein PC im Moment seines Auspackens gut 50% seines Wertes verliert. Ist ja auch nicht schön.

Damit werde ich also morgen abend mit Auspacken, Aufstellen und Konfigurieren all der kleinen Helferlein beschäftigt sein, die vorher schon ihr emsiges Werk auf dem PC verrichteten. Diesmal auch ganz ohne Trojaner, denn für einen gescheiten Virenscanner, den ich auch ganz regulär kaufen und auf aktuellem Stand halten werde, werde ich bei aller Bezahlerei dann auch nochmal 30 Euro aufbringen können - versprochen.


- Kraftwerk -

Montag, April 16, 2012

Chain Reaction



Manchmal gibt es sie ja, die Kausalketten des Grauens.
Eigentlich fing es ganz harmlos an - am Freitag Abend spielte ich mit Herrn Womble ein Ründchen (oder zwei oder drei oder so) Modern Warfare 3 auf der XBox 360. Deren Voicechat ist vorsichtig gesagt eine totale Katastrophe, weswegen wir währenddessen üblicherweise via Skype am PC plauschen.
Und weil wir nach dem Ende der Spielesitzung noch ein wenig quatschten, habe ich die Gelegenheit genutzt, um mal eben den Virenscanner zu aktualisieren und den PC zu checken.
Das hab ich nämlich seit gut drei Monaten nicht mehr gemacht.
Und was soll ich sagen - der Scanner fand tatsächlich 6 Trojaner. Ganz schön übel und der Kausalkette erstes Glied.
Ich hab ihm natürlich gleich Anweisung gegeben, die Bösewichter zu eliminieren, was mein Antivir auch brav tat. Dummerweise eliminierte es auch gleich noch ein paar Programmelemente in Windows, die für den Zugang zum Internet zuständig sind.
Gemerkt habe ich das zwar erst am Samstag, aber der Kette zweites Glied war geschmiedet.
Samstag habe ich dann versucht, die Windows-Partition neu aufzuspielen - Glied drei. Der Datenverlust wäre verschmerzbar gewesen, hatte ich doch die meisten Daten noch rechtzeitig auf eine externe Platte gezogen.
Wie man aber dem obigen Konjunktiv entnehmen kann, hat das dummerweise nicht so geklappt, wie ich es geplant hatte.
Mitten in der Installation hängte sich der PC plötzlich auf, nichts ging mehr. Also habe ich den Rechner neu starten müssen.
Und das war dann das letzte Glied der Kette, denn danach ging nichts mehr. Ich komm nicht mal mehr ins Bios, das DVD-Laufwerk läuft noch kurz an und alles bleibt schwarz.
So ein Mist aber auch.
Der Rechner war zwar schon gute sechs Jahre alt, lief aber noch tadellos. Eine Reparatur mit teuren Service und möglicherweise auch Hardwarekosten rechnet sich trotzdem nicht mehr.
Also muss ich jetzt wohl oder übel in den sauren Apfel beißen und mir einen neuen Rechner kaufen - zumindest das Finanzamt war freundlich und hat rechtzeitig zum Wochenende die Lohnsteuer für 2011 zurückerstattet. Als hätten sie es geahnt...
Ich bin ja seit einigen Jahren schon aus der PC-Szene raus und hab deswegen quasi im Blindflug ein Gerät zusammengestellt, von dem ich nun nicht wirklich Ahnung habe, wie gut es nun tatsächlich ist.
Aber ich lass mich jetzt einfach mal überraschen und hoffe, dass ich zum Wochenende wieder kommunikationsfähig bin.
Wir werden sehen.

- Diana Ross -

Sonntag, März 25, 2012

Don't feed the plants

Nein, ich hab den Grill dann doch nicht gekauft. Schuld ist Kollege B. Als ich ihm nämlich von dem Teil erzählt habe, war er vollkommen begeistert und meinte, dass ein Themometer im Deckel absolut fantastisch sei. Er selber habe es immer dafür genutzt, um die Temperatur im geschlossenen Grill beim Überbacken der Paella im Auge zu behalten.
In diesem Moment ist mir klar geworden, dass ich seit dem Beginn meiner Grillkarriere (und das ist schon gut 25 Jahre her) noch nicht einmal etwas bei geschlossenem Deckel zubereitet habe - geschweige denn jemals eine Paella gratinieren wollte.
Sprich, der Grill ist vollkommener Quatsch.
Und weil ich mich doch recht genau kenne, habe ich dann nicht das Modell eine Nummer kleiner genommen (dann hätte ich nämlich jedesmal Mal beim Grillen überlegt, ob nicht doch das teurere Modell besser gewesen wäre), sondern einen ganz billigen Grill für 40 Euro gekauft.
Damit war dann noch reichlich Geld übrig, damit wir uns einen Anzündkamin

und unserem Kinde eine fleischfressende Pflanze

gönnen konnten.
Eines der Mäuler durfte ich dafür "Audrey II" nennen - ich hab es dann heute auch gleich gefüttert, wofür es mich dankbar anschnurrte.
Die Spinne, aus deren Netz ich extra dazu per Pinzette eine Minifliege klaute, war zwar einigermaßen entrüstet, aber damit wird sie leben müssen.

Und der Grill? Den haben wir gestern gleich ausprobiert und was soll ich sagen? Zartes Fleisch, knusprige Würstchen und dazu ein fantastischer gemischter Salat.
Ok, den hat meine Frau gemacht, aber den Rest hat der Grill (natürlich auch dank hervorragend durchgeglühter Kohle) so gut hinbekommen, dass auch sein viermal so teurer Genosse es nicht besser gekonnt hätte.

- Ashman / Menken -

Dienstag, März 20, 2012

All n my grill

Ich glaub, ich hab meinen Traumgrill gefunden.
Unser alter Grill hat nach 6 tapfer durchgrillten Jahren in diesem Winter die Beine von sich gestreckt.
Sprich: Die Griffe sind abgerostet. Hätte man natürlich durch ordentliches Abdecken verhindern können, aber dafür verspreche ich, seinen Nachfolger gut zu behandeln.
Einzige Frage ist die, ob ich wirklich soviel Geld für einen Grill ausgeben will.
Andererseits ist Grillen ja etwas archaisch Männliches. Wo sonst kann der Mann noch das rohe Fleisch der nach harter Jagd erlegten Kreatur in eine Mahlzeit umwandeln, die seiner Familie das Überleben auf der Suche nach der nächsten Herde, dem nächsten Wasserloch, sichert?

Ähem, oder so in der Art.

Also: Grill. Männlich. Sommerabende.
Und - er hat ein Thermometer im Deckel!
Damit war es eigentlich schon nach dem ersten Anschauen um mich geschehen.
Ich mein, wie geil ist das denn?
Ein Thermometer! Im Deckel!
Wer auch immer diesen Grill entworfen hat, weiß, wie man Herzen im Sturm erobert.
Thermometer! Deckel! Rahhh!
Bevor ich jetzt vor Begeisterung anfange, zu hyperventilieren, beschließe ich an dieser Stelle, dass das unser nächster Familiengrill wird.

Und der Frühling kann kommen!

Auf Wunsch von Frau Vau jetzt auch ein Bild



- Missy Elliott -

Donnerstag, März 08, 2012

Holiday

Seit gut einem Monat grübeln wir jetzt darüber, ob und wenn ja, wohin wir in diesen Sommerferien in Urlaub fahren sollen.
Nachdem wir in den letzten Jahren mehrfach Griechenland und dessen Inseln heimgesucht haben, wollen wir jetzt doch mal etwas Neues ausprobieren.
Das sollte a) eine gewisse Abwechslung bieten und b) in halbwegs vertretbarer Entfernung zu unserem trauten Heim liegen.
Damit scheidet die Fotosafari in Kenia schon mal aus - Abwechslung ja, aber die Entfernung ist vielleicht doch etwas arg groß. Außerdem soll es in Afrika um die Zeit auch eher etwas wärmer sein.
Irland steht auch auf der Liste. Würde aber entweder eine ewig lange Autofahrt mit wenigstens einer Fährübersetzung oder einen Flug und dann einen Mietwagen mit Rechtssteuerung bedeuten. Hm, oder eine Busrundreise. Da haben wir aber Sorge, zwischen 55-jährigen Studienräten eingeklemmt durch die Gegend gegondelt zu werden. Auch nicht so prickelnd.
Eventuell ein Campingplatz an der holländischen Nordsee. Die haben da solche Mobil-Homes, die mit allem Schnickschnack ausgestattet sind. Nachteil hier auch die ewig lange Fahrt von Berlin, aber es wäre ja ein Stop im Rheinland vorstellbar.
Dann hätten wir noch eine Donaukreuzfahrt im Angebot, die auch von jüngeren Leuten (da zähl ich uns jetzt einfach mal zu) gebucht wird.
Hat irgendwer noch Empfehlungen oder Erfahrungen zu dem Thema?
Und auch einen Tipp zu der Frage, was wir mit den Katzen in der Zeit des Urlaubs machen sollen? Aktueller Favorit ist, Vater oder Mutter zu einer Woche Berlinaufenthalt einzuladen und sie dann zu Katzensittern zu bestimmen.

Hach, Erholung kann ganz schön anstrengend sein - für Ratschläge bin ich deshalb höchst dankbar!

- Madonna -

Montag, Februar 27, 2012

Wenn du eine Schwiegermutter hast

Ahja, die Schwiegermutter wars. Hat der darbenden Familie Wulff mal fix 2.500 Euro zugesteckt, damit sie nicht länger am Hungertuch nagen muss.
Und der damals noch niedersächsische Ministerpräsident stopft das Geld für schlechte Zeiten in seinen Kopfkissenbezug, statt damit sein tief in den roten Zahlen befindliches Girokonto zumindest wieder etwas auszugleichen.
Das hatte dann aber den Vorteil, dass er das Geld gleich passend im Haus hatte, als sein Kumpel aus dem Filmsektor ihm mal eben die Kohle für einen Urlaub vorgeschossen hatte, weil Bettina seine Brieftasche verlegt hat.
Soso.
Ne, klar, das ist endlich die logische Erklärung, die noch gefehlt hatte.
Ich hätte zwar im Vorfeld eher auf anonyme jüdische Erblasser getippt (soll ja schon mal funktioniert haben), aber Schwiegermutter ist auch nicht schlecht.
Und wenn es ganz hart auf hart kommt und auch diese Geschichte platzt, kann er sich ja immer noch auf sein Ehrenwort gegenüber dem Finanzier seines Lebensstils berufen.
Denn wer Ehrensold und einen ehrenvollen Abschied von den Kameraden der Bundeswehr bekommt, dessen Ehrenwort zählt ja noch was, heutzutage.

- Willi Ostermann -

Samstag, Februar 11, 2012

The Voice

Se woiß off tschörmänie ist zuende. Tatsächlich zu meinem Bedauern.


Im Vorfeld ging es mir wie so manch Andere(r/m) - och nö, nicht noch eine Castingshow. Und dann auch noch mit einem so dämlich eingesprochenen Trailer.
Wieder so ein Scheiß, den die Welt nicht braucht.
Bis ich das erste Mal reingeschaut habe. Und feststellen musste, dass der Typ, der da gerade stand, tatsächlich singen konnte. Der danach übrigens auch. Und die danach. Und die nächste.
Die Kandidaten waren weder komplett merkbefreit noch wurden sie von einem widerlich arroganten, zum Poptitan hochstilisierten Juror der Lächerlichkeit preisgegeben.
Keine Homestories in gedämpften Farben und unterlegt mit traurigem Klaviergeplänkel, in dem erklärt wird, dass dies nun wirklich die allerletzte Chance für den gleich auftretenden 16-jährigen ist, im Leben überhaupt noch etwas zu schaffen. Und dass das Leben keinen Sinn mehr hätte, würde man nicht mit einem gelben "Recall"-Wisch und ein paar warmen Worten aus Bohlens 3-Begriffe-Fundus ("Hammer, Megageil, Bombe") aus dem Raum geschickt.
Dass das zu Beginn besonders angepriesene Konzept der "Blind Auditions", sprich, die Juroren sehen die Kandidaten nicht, sondern hören nur ihre Stimme, natürlich wirklich nur fürs erste Anhören funktionieren kann, dürfte klar sein. Sonst hätte man ja gleich eine Radioshow draus machen können.
Dass die Juroren aber nicht bloß bewerten, sondern sich ihre Teams zusammenstellen (und die Sänger durchaus die Chance haben, selber zu entscheiden, mit wem sie ins Rennen gehen wollen) ist nicht ganz neu, aber wird hier konsequent durchgezogen.
Wirklich neu ist aber der Tonfall, in dem das ganze stattfindet. Die Juroren - oder besser Coaches - honorieren auch die Leistung der anderen und pflaumen sich bestenfalls gegenseitig an. Wird gelästert, geht das nie auf Kosten der Kandidaten.

Das ist seltsam. Man ist im deutschen Fernsehen und ganz besonders im Privatfernsehen eigentlich nur noch einen ruppigen, prolligen Tonfall gewohnt.
Da wird sich gegenseitig angeblökt, heruntergeputzt, fertig gemacht. Und nun kommt eine Sendung, in der sich die Menschen eigentlich nur so benehmen, wie man es von zivilisierten Wesen erwarten sollte.
Da aber mittlerweile die Erwartungshaltung aufgrund der bisherigen Erfahrungen so sehr gesunken ist, empfindet man das eigentlich Normale schon als das Außergewöhnliche.
Und wünscht sich, dass das Außergewöhnliche wieder das Normale wird.
Dass diese herumprollenden Shows langsam, aber sicher (oder gerne auch schnell, hauptsache sicher) in die Bedeutungslosigkeit rutschen und zusammen mit all den Scripted-reality-Formaten auf die Müllhalde der Fernsehgeschichte wandern, wo sie auch hingehören.
Dort mögen sie dann bleiben, tabu für alle Wiederbelebungsversuche, aber als mahnendes Beispiel dafür, wie es bitte nicht wieder sein soll.
"The Voice of Germany" geht derweil in die zweite Staffel.

Für diese Sendung wünsche ich mir nur, dass ihre Sieger, aber auch die Zweit-, Dritt- und Vierplazierten nicht in der Vergessenheit landen mögen wie so viele Castingshowgewinner vor ihnen, dass das Team der Coaches wieder erneut zusammen findet (es ist immerhin bemerkenswert, dass mit "The BossHoss" die nach Nena musikalisch limitiertesten Coaches offenbar trotzdem das Beste aus ihrem Schützling Ivy Quainoo herauskitzeln konnten) und dass die Sendung nicht totgeritten wird.
Wenn man der Meinung ist, dass es bei den nächsten oder übernächsten Kandidaten kein Potential gibt, dann lässt man es halt bleiben und macht nicht aus Krampf trotzdem eine Show daraus - das hätte diese tatsächlich großartige Sendung nämlich nicht verdient.

- John Farnham -

Dienstag, Januar 24, 2012

Beastie

Irgendwie ist im Moment recht wenig Berichtenswertes los.
Klar könnte man über Wulff oder Havarien im Mittelmeer schreiben, darüber, dass das Jahr des angeblichen Weltuntergangs auf der großen Bühne genauso katastrophal beginnt, wie das letzte Jahr aufgehört hat.
Aber das haben schon tausende Andere vor mir gemacht und ich glaube kaum, dass ich dem auch nur die geringste neue Facette hinzufügen kann.
Da bleibt mir jetzt also nur noch übrig, über die doofe neue Kollegin zu schreiben.
Die hat es immerhin in weniger als sechs Monaten geschafft, sich mit dem kompletten Kollegenkreis aber sowas von vollständig in die Haare zu kriegen, dass es eine wahre Freude wäre, wäre man nicht einer dieser Kollegen.
Meine Frau bezeichnet das Ganze nicht völlig zu Unrecht als Kindergarten, aber wenn es denn einer ist, dann ganz sicher kein Waldorfkindergarten. Eher so einer aus einem Problembereich in Neukölln.
Neben der Tatsache, dass sie von Büro zu Büro zieht, um jeweils nicht anwesende Kolleginnen und/oder Kollegen schlecht zu machen (und damit zum allseits ungern gesehenen Gast wurde), hat sie auch die unangenehme Eigenschaft, Kolleginnen und Kollegen, die sie als unter ihrem Rang befindlich betrachtet, extrem herablassend zu bahandeln.
Jetzt hat sie zwar ordentlich was auf den Deckel gekriegt, aber das bestärkt sie natürlich nur in der Ansicht, dass um sie herum ausschließlich böse Menschen sind.

Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Muss sowas sein?
Ich bin ganz sicher nicht mit jedem Kollegen gut Freund und es gibt auch durchaus einige, die ich für ausgemachte Idioten halte (und vermutlich denken sie Ähnliches von mir), aber ich muss doch wenigstens versuchen, mit den Leuten, die ich tagsüber immerhin länger sehe als meine Familie, auf einer beruflich-professionellen Ebene halbwegs gut auszukommen.
Meine Freunde kann ich mir dann durchaus ausserhalb meiner Arbeitsstelle suchen.
Und ich muss mich auch nicht freitags schon auf den Montag freuen, wie es im Moment in der Werbung heißt (ein Kollege hat mir ohnehin schon angedroht, dass er mich verhauen würde, sollte ich das jemals auf Arbeit behaupten), aber ich muss doch auch nicht sonntags schon mit Bauchschmerzen beim Gedanken an den Montag und die Hackfressen, die mich dann wieder erwarten, ins Bett gehen.
Kurz, es kann so einfach sein, sich das Leben selber etwas leichter zu machen.
Und wie man so etwas rein aus Prinzip nicht machen kann, wird mir wohl ewig ein Rätsel bleiben.

- Jethro Tull -