Dienstag, Mai 14, 2013

Hit me

"Das Händchen, das den Vater schlägt, wird in der Hölle abgesägt!"

Früher konnte man mit derlei sinnigen Sprüchen noch durchaus ansehnliche pädagogische Ergebnisse beim Kind erzielen, seitdem sie sich aber mehr oder weniger dem Atheismus zugewandt hat, hat der Himmel viel von seinem Charme, die Hölle im Gegenzug einiges an Bedrohlichkeit für sie eingebüßt. Und der arme Papa kassiert wieder Schläge. Grün und blau bin ich.
Na gut, das ist jetzt um des Effektes und des Mitleidheischends Willen doch arg gelogen. Natürlich hat das Kind noch gar nicht die Kraft, mir dauerhaft blaue Flecken zu verpassen. Ganz im Gegensatz zu einer gewissen Holzkellertreppe im Rheinland, die ich anlässlich meines Besuches im elterlichen Haus zum ersten Mal seit gut 30 Jahren wieder einmal heruntergefallen bin.

Ein schmerzliches Erlebnis, das gönnt man selbst seinem Feind nicht. Obwohl - dem würde ich das natürlich schon gönnen. Und zwar von der ersten bis zur letzten Stufe (ich selber hab ja dann in der Mitte der Treppe abgebremst).
Der Feind, der im Nachbarhaus sitzt, ist ein unglaublich sturer, arroganter und von sich selbst überzeugter alter Sack mit einer Gattin, die dank identischer Charakterzüge wunderbar zu ihm passt.
Darf man solchen Leuten einen Treppensturz wünschen? Einerseits nicht, weil in ihrem Alter ja auch ein nicht ganz geringes Risiko besteht, dass sie sich danach nicht mehr aufrappeln.

Andererseits doch. Genau deswegen.

Aber zurück zum Rheinland, aus dem ich nach einem langen Ritt über deutsche Autobahnen bepackt mit 2 Kilo Spargel, 6 Kilo Kaffee und rund 15 Kilo Comics zurückgekehrt bin: Schön war es, die Familie, die man entfernungsbedingt nicht ganz so häufig sieht, mal wieder persönlich zu besichtigen. Nicht so schön ist der Verkehr auf deutschen Autobahnen vor Feiertagen.
Da muss man dann doch gelegentlich mal etwas langsamer bis gar nicht fahren, was mich zum Abschluss dazu bringt, für solche Strecken die Bahn zu empfehlen. Man ist nicht so flexibel wie mit dem eigenen Auto und nicht so flink wie mit dem Flugzeug, aber es ist ein entspanntes Fahren, die CO2-Bilanz ist positiv und man spart sich die Zeit im Stau. Für ein nettes Hörbuch reicht die Fahrt dann trotzdem und man kann beim Hören sogar die Augen schließen - etwas, das bei der Autofahrt nicht so wirklich empfehlenswert ist, zumindest, wenn man hinter dem Lenkrad sitzt.

Ich wünsche eine frohe Woche!

- Falco -